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^ 8W* _ Donnerstag, 27. Slngnst 1914.

^lrandbadhaus vorzüglich für erwähnten Zweck. Die

W m <^ uns 3 ur Kriegsfürsorge ergab hier bis heute ^ Betrag von 2501 M. 83 Pf.

ß z. Bicrstadt, 25. Slug. Die wirtschaftliche uni) ^ en t 3 fI e 9 e ä£oniinij'fton hielt gestern abend im »pikhaus »Zum Taunus" eine Versammlung ab. Herr Dr. J f 3 !L , }. m ^ er konnte mitteilen, daß unsere Bevölkerung sich in Fürsorge zur Linderung der Kriegsnot nicht hinten finden J" An drei verschiedenen Stellen lagen Listen zum Ein- a tiA Cn au ^ !^hk findet das Rote Kreuz in Wiesbaden i. i)er Einwohnerschaft Bierstadts eine große Entlastung. Es « stch nämlich eine große Zahl von Bürgern bereit erklärt, ^lchtverwundete oder Genesende mit voller Verpflegung auf- Mehmen'. Im ganzen stehen zu diesem Zweck 71 Betten zur Anfügung. Wenn die Not steigt, wird sich diese Zahl gewiß 3 erhöhen. Eine gewisse Sorge bereitete der Kommission 'J Anmeldung von weiteren 31 Betten mit Morgenkaffee. Die f? 8 . e ' wer soll die Verpflegungskosten übernehmen, ist nicht .seicht zu nehmen. Unsere Kommission ist außerstande, hier eiuzutreten. Man will mit dem Vorstand des Roten s^uzes in Verbindung treten, daß dieser die Verköstigung J c Mannschaften übernehmen würde. Sehr erfreulich sind A die Geldsammlungen ausgefallen. In den drei Annahme- -°uen wurden insgesamt 2531 M. 50 Pf. gespendet. Von die- Summe wurden für die Kleinkinderschule 600 M. bewilligt.

II le Kinder erhalten nämlich vollständige Kost. Zur Beaufsich- ^ung und Dienstleistung in der Kleinkinderschule haben sich ^ Mädchen und Frauen gemeldet. Auch an Liebesgaben sind ^her Geld Zigarren, Tabak, Wein ufw. eingegangen. Es .»rde beschlossen, die beiden obengenannten Kommissionen Zerschmelzen und fortan den Namen zu führen: Kriegs- , n»-Bierstadt. Zum Vorsitzenden wurde Dr. Pfannmüller, Stellvertreter Herr Geh. Konsistorialrat Pfarrer Jäger ^°nnt. Das Schriftsühreramt übernahm Frl. Berta s^her. Erwähnt sei noch, daß unsere Landwirte die Klein- ^-erschule mit dem Nötigsten, mit Milch, Kartoffeln, Ge- Obst usw. versorgen.

> ei. Hochheim, 25. Aug. Am letzten Sonntag wurde am sicher ein von Militär und Zivil stark besuchter Feld- " i t e s d i e n st abgehalten. Nachdem der seitherige D e s- l e k t i o n s b e z i r k Hochheim in zwei Bezirke, Hochheim 5° Flörsheim, geteilt worden ist, wurde dem Kreisdesinfektor Maz Steinbrech der hiesige Bezirk übertragen. Die ^autzbn haben sich bei dem günstigen Wetter vorteilhaft Wickelt, so daß man hin und wieder schon hellschimmernde . weiche Früchte antrifft. Der Sauerwurm kann sich 1 dem Wetter nicht gut entwickeln, so daß Hoffnung vorhan- [ 11 >st, daß die vorhandenen Früchte auch reif werden.

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Provinz Hessen-Nassau.

Regierungsbezirk« wiesbaben-

m. NüdeSheim, 23. Aug. Eine Flaschenpost wurde * x >m Rhein an der Nheinfähre gelandet. In der Flasche ^Äe ein Zettel mit folgender Aufschrift gefunden:Den s°kn Einlvohnern von Eltville, die uns am Bahnhof mit ^desgaben reichlich versahen, auf diesem Wege unseren herz­ten Dank. 40 Kameraden der 2. Kompagnie des Reserve- dianterie-Regiments 13./8. 1914. Diesen Gruß aus Äsen bitten die Umstehenden zu veröffentlichen." In der '^Iche befand sich ferner ein Briefumschlag mit der Aufschrift: pst» A. Schloz, Oschatz, Altmarkt 25. s w. Rüdcsheim, 25. Aug. Die Bürgermeister des ?eingaukreises beschlossen in ihrer fetzten Ver­hüllung die Hälfte ihrer Einkommen auf 6 Monate dem °^n Kreuz zu spenden.' Im Fall, daß der Krieg länger als .Monate dauert, soll die gleiche Spende wiederholt werden. M ein Beispiel, das wert ist, von allen befolgt zu werden,

^ über ein gesichertes Einkommen verfügen können.

Wiesbadener Tagblatt. _

Höchst a. M., 24. Aug. Der K r e i s t a g für den Kreis Höchst beschloß einstimmig zu den vom Reich gewährten Un­terstützungen für die Angehörigen der Krieger entsprechende monatliche Zuschüsse zu gewähren. Zu diesem Zweck wurde ein Kredit von 300 000 M. bewilligt. In erster Linie sollen diese Zuschüsse in Naturalien - bezw. Miete gewährt werden.

8. Hachenburg, 24. Aug. Die Stadt Hachenburg hat 5 0 0 0 M. zur U n t er st ü tz u n g der Familien bereitgestellt, deren Ernährer ins Feld gezogen sind. Die Unterstützung wird in Form von Naturalien gewährt.

Molsbcrg (Westerwald), 23. Aug. Graf v. Wälder- d o r f f auf Schloß Molsberg hat sein S chloß Neurod mit einer größeren Anzahl Betten und dem sonstigen Inventar eingerichtet und dem Roten -Kreuz als Genesungsheim zur Verfügung gestellt. Ferner hat der Graf sein Schloß Kloppenheim im Großherzogtum Hessen und das ihm gehörige Hilgenhaus in Lorch am Rhein ebenfalls als Laza­rette oder Genesungsheime dem Roten Kreuz zur Benutzung überwiesen und einen größeren Geldbetrag gespendet.

8. Maricnbcrg, 24. Aug. Die Linzer Basalt-Aktien-Ge- sellschaft gewährt sämtlichen Arbeitern ihrer Betriebe, die seit 8 Monaten bei ihr beschäftigt und zum Krieg einge­zogen sind, eine Unterstützung von einem Drittel der staatlicherseits gewährten Unterstützungssätze. Arbeiter, die noch nicht 3 Monate beschäftigt sind, sollen ebenfalls bedacht werden, wenn sie einen besonders begründeten Antrag stellen.

Regierungsbezirk Rassel.

X. Marburg, 25. Aug. Oberbürgermeister Tr oje hat die ihm neben seinem Gehalt zustehenden 1000 M. Repr äsen- ta ti on s gelder der Kriegsfürsorge überwiesen. (Zur Nachahmung empfohlen! Die Red.)

Gerichtssaal.

Eine Feststellung. Der Taglöhner Karl Fuhrmann und dessen Ehefrau, geb. Degenhardt, Wiesbaden, Feldftr. 26, ersuchen uns um die Feststellung, daß Frau Fuhrmann nicht mit der Friseuse Berta Fuhrmann identisch ist, die am 16. Juli verurteilt wurde.

Letzte Orahtberichte.

Die Trauerfeier für den Papst in Berlin.

W. T.-B. Berlin, 26. Aug. Bei der heutigen Trauer­feier für den verstorbenen Papst in der St. Hedwigs- tirche war der Kaiser durch den Fürsten Hatzfeld- Trachenbevg und die Kaiserin durch Kabinettsrat von Spitzeriberg vertreten. An der Feier nahmen u. a. teil: Staatssekretär Delbrück, zahlreiche Minister und Staatssekretäre, Unterstaatssekretär Zimmerniann als Vertreter des Auswärtigen Amtes, viele Mitglieder der Hofgesellschaft, des diplomatischen Korps und Ver­treter der Stadt Berlin.

Weitere deutsche Flüchtlinge in Hollano. . Haag, 26. Aug. In den letzten drei Tagen voriger Woche sollen 12600 Flüchtlinge, meistens Deutsche, aus Ant­werpen nach Holland gekommen sein, und zwar meist ülber Hamont und Budel. Die Linie Aniwerpen-Hamont ist unter­brochen. Der Bürgermeister des Grenzortes weilte Sonntag- nachmittag bei den Grenzsoldaten und prüfte die Papiere von 500 deutschen Matrosen und Schiffsoffizieren, deren Schiffe in A n tw e r p e n b e s ch l a g n a h m-t worden sind. In der Budeler Zinkfabrik wurde die . Hälfte der Arbeiter, meist Deutsche, entlassen. Andere erhalten nur 2b Prozent ihrer Löhne.

Mergcn-AuSgabc, 1. Blatt. Sette 8.

Der Schwager des ermordeten österreichischen Thronfolger- paarcs in Serbien verwundet.

W- T.-B. Budapest, 26. Aug. Der Schwager des ermor­deten Kronprinzenplzares, Graf Leopold v. N o st i tz , der sich freiwillig zu dem Kampfe gegen Serbien gemeldet hatte, ist bei Ljesnich durch einen Armschutz verletzt worden.

Der Dank der Engländer in Wie» an die österreichischen Behörden.

W. T.-B. Wien, 26. Aug.' DieNeue Freie Preffe" ver­öffentlicht eine von 21 in Wien lebenden Engländern Unter­zeichnete Zuschrift, in der sie den österreichischen Behörden für die zuvorkommende Haltung danken und ihr leb­haftes Bedauern darüber aussprechen, daß ihr Mutterland sich in den Krieg e i n g e m i s ch t hat. Ihre Sympathie sei auf seiten Österreichs, und um dieser Sympathie Ausdruck zu verleihen, hätten sie eine Sammlung eingeleitet. Das Ergebnis von 760 Kronen ist dem Roten Kreuz übermittelt worden.

Friedrich v. Keller f.

Ti-'. T.-B. Stuttgart, 26. Aug. Der Kunstmaler Professor Friedrich v. K e I l e r ist im Alter von 74 Jahren gestorben.

5lu§ unserem Leserkreise.

Wicht verwendete Einsendungen können weder zurückaesandt, noch aufbewabrt werdend

* Deutsche Frauen denkt an eure Männer,

Väter und Söhne, dir schon im Kampfe stehen, obgleich sie den Kriegsschauplatz noch nicht erreicht haben. Im Elsaß sowohl als auch in Lothringen, also auf deutschem Boden, wird von den Eingeborenen auf unsere Soldaten geschossen, aus den Fenstern, vom Kirchturm he,ab oder aus dem Hinterhalt. Wie in Feindesland! Sagt den aus Lothringen und Elsaß Ausgewiefencn. wenn ihr ihnen auf dem Bahnhof Er­frischungen anbietet, daß sie selb st ihr Unglück verschuldet, ja. daß ihre Strafe gering ist im Vergleich zu ihrem Vergehen. Denkt, daß nur grüßte Energie und Strenge es ver­hindern kann, daß einen eurer Lieben die mörderische Kugel dieser Verräter trifft. Darum kein Bemitleiden an falschem Platz. Eine deutsche Soldatenfrau,

* Dem Eingesandt in Nr. 881 desTagviatts", betreffend die Marktordnung, mutz voll beigepflichtet werden. Die Begünstigung der Händler durch Erschwerung des unmittel­baren Absatzes seitens der Bauern an die Verbraucher ist klar und zumal jetzt wirklich nicht begründet. Die überzahl der Gemüseverkaufstellen in der Stadt bat nur zur Folge, daß bei jeder Verkaufsstelle ein großer Teil unberkauft bleibt und nutz­los verdirbt. Diese verdorbenen Mengen müssen aber bei den Händlern mitbezahlt werden, was naturgemäß eine weitere Verteuerung von Obst und Gemüse zur Folge haben muß, während beim unmittelbaren Verkauf seitens der Landteute auch in kleinen Mengen die Erzeugnisse weit billiger abgegeben werden können und mit denselven Mengen eine weit größere Zahl von Menschen ernährt werden kann. Die städtische Be­hörde wird daher dringend gebeten, alle Beschränkungen des Kleinverkaufs seitens der den Markt besuchenden Landleute im Interesse der allgemeinen Volksernähruna zu beseitigen.

* Es ist dringend nötig, die Aufmerksamkeit auf die herumlaufenden Kinder zu richten, und dafür zu sorgen, daß dieselben schleunigst von der Straße weg in die Schule kommen. Folgendes trug sich mn 15. d. M. am Gutenbergplatz zp. wo kleine Knaben und Mädchen Krieg" spielten. Sie kämpften als Deutsche, Franzosen, Russen. Belgier mit einer beängstigenden Überzeugung, und diejenigen, die dabei als Verwundete fallen mußten, wurden von den anderen überfallen und mißhandelt. Ein kleines Mädchen spielte dabei die Rolle, dem einen die Augen aus zu stechen; Knaben mit Holzstäbensägten" anderen die Beine ab! Es ist Schauder erregend, daß Kinder derartige grauenhafte BegLtze.nheiten zu ihrem Spiel machen und es rft unverantwortlich von den Eltern und Erwachsenen, kleinen Kindern überhaupt derartige Mitteilungen über den Krieg zu machen, für dessen Ernst und Grauen sie kein Verständnis haben und ihre Phantasie nur krankhaft erregt. Man sollte aber dafür sorgen, daß die Kinder anderweitig beschäftigt wer­den und daß die Schulen anfangen, Sache der Lehrer sollte es sein, die Gedanken der Kinder abzulenken und ihnen Aar zu machen, daß nmn die Schrecken des Krieges nicht zum Spiel macht. Daß der oben angegebene Fall nicht vereinzelt da­steht. beweisen die vielen Kinder, die überallKrieg" spielen.

Handelsteil.

^tsehlands Diinfferversorgung und der Krieg.

Der Ernteertrag der deutschen Landwirtschaft hängt, "'eit menschliches Tun in Frage kommt, mit in erster Linie ^ der ausgiebigen Verwendung künstlichen Jägers ah. Gelingt es nicht, diesen für die nächste Herbst- Frühjahrsbestellung in ausreichender Weise zur Ver- ifäg zu stellen, so wird die Ernte leicht um ein Drittel, ntl nicht gar um die Hälfte geringer ausfallen als früher. ? darf nicht geschehen. Die Landwirte dürfen sich ^ zu sehr auf die alte. Kraft, des Badens verlassen. Das J dl des Volkes und der Armee verlangt eine möglichst reiche il e des Jahres 1915. Die Düngerversorgung wird durch den le 8 erheblich erschwert, die Zufuhr des wichtigsten aller ^Eerstoffe, des Stickstoffdüngers in Form des Chilesalpeters * dem Auslande ist unterbunden. Die vorhandenen Sal- !: r destände weiden von der Militärverwaltung für die Ber- wiig von Sprengstoffen aller Art in Anspruch genommen, ^sloffdünger muß daher im großen Umfange im Inlands bestellt werden. Es kommen dafür die das schwefelsaure ^oniak erzeugenden Kokereien, die ebenfalls Ammoniak Eilende, nach dem Haberschen Verfahren unter Ge­rung von Luftstickstoff arbeitende Badische Anilin- und Fabrik in Ludwigsihafen und die Kalksticksioff-Fabriken ^stacht. Beben dem Stickstoffdünger müssen auch plios- Jfsäurehaltige Düngemittel, namentlich das Thomas- ]" 1 und die Superphosphate, in einem Umfange festem werden, der nicht allzusehr hinter der bisherigen : . eu EUng zurückbleibt. Die Iva Ti in d u s t r i e wird mit 5 der vorhandenen Lagerbestände dem Bedürfnisse gerecht können. Große Schwierigkeiten verursacht die durch 1 Krieg bedingte Beschränkung des Güterverkehrs. Dann die Beförderung der Düngersalze, die durch ® Se unbrauchbar werden, können nur gedeckte oder mit ^büchten Plänen versehene Wagen gebraucht werden, ss handelt sieh allein bei dem Versand der fertigen [jKerstoffe um weit über 100 000 Wagen. Dazu kommen ^ die Transporte der Rohmaterialien in die Fabriken.

Kür Beratung und Lösung der vielen schwierigen Fragen, sich für die rechtzeitige Herstellung und die Abgabe des Glichen Düngers an die Landwirtschaft ergeben, sind nach Voss. Ztg.' im preußischen Lantfwirtsc'haftsministerium Mäßige Sitzungen eingerichtet, an denen außer Vertretern Produzenten und Konsumenten auch Vertreter des Eisen- ^inisleriums teilnehmen, ln der letzten Sitzung wurde Jßisächlich über die Gestellung der Eisenbahnwagen und ? die Möglichkeit provisorischer Eindeckung offener Wagen fädelt, da es bei allem Entgegenkommen der Eisenbalin- pltung unmöglich ist, die geforderte Zahl gedeckter Wagen Wasserdichter Decken zu stellen.

Banken und Geldmarkt.

* Erleichterung der Geldbeschaffung auf. erste Hypotheken.

Nach dem Gesetz über die Darlehnsknssen vom 4. August d. J. sind bekanntlich Hypotheken von der Beleihung durch die Darlehnskassen ausgeschlossen. In den Kreisen der Privat­kapitalisten bestand unter diesen Umständen die Besorgnis, daJJ es den. Besitzern guter erststelliger Hypotheken angesichts der allgemeinen KTedltzurückbaltung nicht möglich sein werde, bares Geld aul^ ihre Hypotheken zu erhalten. Inzwischen haben verschiedene erfolgreiche Bemühungen eingesetzt, um diese Besorgnis zu beseitigen und die vorhandene Lücke aus­zufüllen. Seitens des preußischeil Ministers des Innern sind die öffentlichen Sparkassen auf die Auf­nahme der Beleihung derartiger Hypotheken ausdrücklich hin- gew lesen worden. Ferner haben, wie bereits erwähnt, auf Anregung des Sonderausschusses , für Hypothekenbankwesen des Zentralverbandes des Deutschen Bank- und Bankiergewerbes die deutschen Hypotheken- banken sich bereit gefunden, vorübergehenden, anderweit nicht zu befriedigenden Kreditbedürfnissen der Besitzer erst- stelliger Hypotheken im Rahimen ihrer gesetzlichen und satzungsgemäTlen Bedürfnisse und ihrer finanziellen Mittel ge- reclht zu werden. In erster Linie soll die Lombardierung erst- stelliger Hypotheken durch die Hergabe lombardfähiger Pfand­briefe erfolgen. Dem Vernehmen nach wird zur Deckung des zu oefnedigenden Geldbedarfs auf diesem Wege vorerst Ins­gesamt sin Kapital von etwa 100 Millionen Mark zur Verfügung stehen.

Industrie und Handel.

* Nene Veikaufsbedingnngen der Spirilnszentrale. Die

Spintuszentrale hat letzt neueAllgemeine Verkaufsbe­dingungen herausgegeben, die über die Erfüllung abge­schlossener 1 ertrageu. a. folgende Klausel enthalten: Aufträge werden unter dem Vorbehalt, daß ihre Ausführung inner- halb zehn Tagen möglich ist, angenommen und gelten als auf­gehoben, wenn die Ware nicht spätestens am zehnten Tage nach erteilter Bestätigung des Auftrages verladen ist. Diese Klausel schließt eme sehr große Härte für die Käufer in sich; sie lauft praktisch darauf hinaus, der Spirituszentrale freie Hand zu geben, ob sie die Verträge erfüllen will oder nicht.

r, f r , !T n und Holzindustrie. Wie verlautet, sind die Darlehnskassen von der Hauptverwaltung der Kassen veranlaßt worden, auch Holzlager zu beleihen. Von einzelnen Kassen war ursprünglich abgelehnt worden, Schnittmaterial zu beleihen. Demgegenüber ist jetzt von der Hauptverwaltung der Darlehnskassen erklärt worden, daß sowohl Schnittmaterial wie Rundholz zur Beleihung zugelassen ist

* Englischs Produkte in deutscher^^Einkleidung7 Der Ver­ein Deutscher Maschmenbauanstalten in Düsseldorf macht auf folgendes aufmerksam: Die Firma Alfred Herbert, G. m. b. H

a an eine'Reihe von Verbrauchern Ruifd-

schieiben gerichtet, durch die sie zum Kaufe von Werkzeug­

maschinen jeder Herbertsahen Maschinentype aufforderl, von denen sie in Frankfurt a. M. je einige Exemplare versandbereit stehen habe. Der Name der Firma Alfred Herbert, G. m. b. H., stimmt mit demjenigen der Firma Alfred Herbert Ltd;, Co­ventry, England, überein, so dlaß die Vermutung naheliegt, daß es sich bei der Frankfurter Gesellschaft m. b. H. um eine Niederlassung der englischen Firma, und bei den in Frank­furt a. M. vorhandenen Musterexemplaren jedes ITerbertschen Maschinentyps um englische Produkte handelt. Es dürfte des­halb für die Abnehmer empfehlenswert sein, sich. in jedem Falle vor Erteilung etwaiger Aufträge an die Firma zu ver­gewissern, daß die amgebotenen Maschinen nicht englische Produkte in deutschem Gewände sind. Die deutschen Ver­braucher haben in der jetzigen Zeit keine Veranlassung, direkt oder indirekt die englische Industrie durch Bestellungen zu unterstützen.

* Zahlungseinstellung einer badischen Schuhfabrik. Die

Schuhfabrik A. Sulzberger u. Sohn m Bruchsal, welche im Jahre 1911 mit einem Kapital von 285 000 M. ln eine Gesellschaft m. b. H. umgewandelt wurde, geriet in Kon­kurs. Die Firma stellte in der Hauptsache Sandalen und Haus­schuhe her.

Versicherungswesen.

Allgemeiner Deutscher Vcrsichenmgsvereln a. G. in Stuttgart. Wiie bereits erwähnt, sind die Bedingungen der Lebengversicherunigs-Gesellscbaften bezüglich der sogenannten Kriegsversicherung, außerordentlich verschieden. Beim Stutt­garter Versicherungsverein ist die Kriegsgefahr ohne weiteres, d. h. ohne besonderen Antrag und ohne besondere Prämie tu die Versicherung eingescMossen. Der Einschluß ist zwar nach den Bedingungen, wie fast überall, davon abhängig, daß die Versicherung am ersten Mobilmachungstag mindestens einen Monat lang bestanden hat; der Vorstand hat aber diese Sperr­frist alsbald aufgehoben. Im Kriegssterbefall wird nun zu­nächst die Prämienreserve ausbezahlt, für den Rest stehen besondere Deckungsmittel zur Verfügung, welche zurzeit etwa 12% Proz. der gesamten Prämienreserve betragen. Es ist damit zu rechnen, daß die volle Versicherungssumme auSbe- zahlt wird.

Die Morgen-Au-gabe utnfafjt 8 Seiten

und die BerlagsbeilageDer Roman".

Cliefredakliur: 3L He ger Horst.

Verantwortlich für bie innere Politik: A. H e e t tfi o rft; für die aurwärtia« Politik undLetzte Dralitderichte': Do. phii. G. Schellender«: für das

a euiUeton: B o. N a n en b o t f: fiirAu-; Stadt und Land" und dar aelamti rovinzwlle: C. Nörherdt; fürGerichtSiaal": H. Diefenbach: für Snort und Lufifalirt": I. C- Losacker; fürÄrrmichteS" und denBriefkästen"- C. LoSacker. für den HandelSleil: SS. Etz: für die Anzeigen und Reklamen: H. Sonuuf; Sämtlich in Wiesbaden.

Druck und Verlag der L. S ch e 1 l e b e r g ichen Hof-Buchdruckerei in Wiesbaden. Cprechstunde der Nedaktion: IL^bir 4 in der Politisch«, AbteilmG