Wiesbadener
No. SS. Mittwoch den 22. April I8S7.
Am Abende deS 17. d. M. ist in dem Walde Bei StephanShausen die Leiche einer Mannsperson gefunden worden, an welcher nach allen Anzeichen ein Raubmorv begangen worden ist. Da noch nicht ermittelt ist, wer der Ermordete gewesen, so wird nm schleunige Anstellung von Nachforschungen und Mittheilung deS Resultats ersucht, indem daS Signalement beigefüqt wird.
RudeSheim, den 19. April 1857. Herzoglich Nassauisches Amt. Stahl.
^Die,'Leiche ist die eines jringen ManneS von etwa 30 Jahren, wahrscheinlich Israeliten, 5' 7" Pariser Maaß groß, schlank, mit schwarzbraunen mit grau untermischten langen Haaren, hoher Stirne, dunklen Augenbraunen, hellbraunen Augen, starker gebogener Nase, kleinem Munde, die Zähne im Oberkiefer fehlen fast alle, abrasirtem Bart, schmalem Gesicht, gesunder Ge- stchlssarbe. Die Leiche war bekleidet mit schwarzem Seidenhut, schwarz- ' braunem Rock von Buckskin mit zchei inneren Brusttaschen, im Rücken mit grauem Sassinet, der Schoos mit schwarzem Orleans gefüttert, die Säcke hinten, nach innen offen, von schwarzem Sassinet, schwarzer langer Lasting- cravatte, die vorne gebunden war, mitten mir blauem Zeug gefüttert, schwarzer Sammtweste mit einer Reihe Knöpfe von unten bis an den Hals (außen mrt dunkel-, innen mit hellgrauem Sassinetfutter); f. g. Vatermördern, die vorn gebunden wurden, weißem Vorhemde mit breiten Falte» von feinem Battlst, schwarzen Tuchhosen mit breitem Latz, deren Borde mit grauem Sassinet gefüttert ist, grauen Hosenträgern mit Lilastreifen, von Gummigurte, vorn getheilt unter der Schnalle, leinenem Hemde, alten gewebenen Unterhosen, baumwollenen gestrickten weißen Hosenträgern, weißen baumwollenen Socken und Halbstiefeln, die quer über die Reihen angeschuht sind, vorn mit Holzstiften gefertigt, die Absätze ziemlich hoch und mit Stiften versehen, hellbraunen Glaceehandschuhen, die unten zugeknöpft sind. Bei der Leiche rst nichts gesunden worden, als in der linken Brusttasche die Mittelrheinische Zeitung vom 5. d. M. und das Frankfurter Journal vom 7. d. M. und neben ihr ein Schoppenfläschchen und ein handgroßes Kärtchen, die Lombardei, Krain und einen Theil von Ungarn umsassend. — An sämmtlichem Reißzeug fanden sich die Zeichen anSgelrennt.
Wer über die Person deS Ermordeten Auskunft geben kann, wird ersucht stch hier zu melden.
Wiesbaden, den 21. April 1857. Herzog!. Polizei-Commissariat.
____ ______ v. Rößler.‘
. Gefunden:
lchwarzer Schleier^ mehrere Schlüssel.
Wiesbaden, den 21. April 1857. Herzog!. Polizei-Eommissariat.
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