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Eine Schlachtfeld - Erinnerung.

Von Wilhelm Trapp.

(Fortsetzung aus No. 236.)

Nachdem nun Heinrich seine Geliebte über sein Geschick möglichst beruhigt und ihr im Fall eines unglücklichen Ausgangs des Kampfes anempsohlen halte, sich unter Franzens Schutz mit dem Vater und ihren besten Habseligkeiten in das feste Amlhaus zu begeben, wohin auch seine betagten Eltern, die Eigenthümcr dieses Gasthofs, sich auf sein früheres Anrathen in Kriegsfällen zu flüchten beschlossen hätten; nachdem bereits im Osten ein grauer Streifen den Himmel matt überzogen hatte und Heinrich sich bereit machte, nach einem zärtlichen Abschiedokusie sich von der Hecke hcrabzuschwingen, um den Rückweg anzutreten, tönte plötzlich aus dem nahen Gasthause — und zwar aus der großen Gaststube dadrüben, setzte der Alte verdeutlichend hinzu — ein wilder Lärm von Stimmen Betrunkener, unter denen die Stimme von Heinrich's Vater sich vergeblich Geltung zu verschaffen suchte, herüber. Das Geräusch nahm zu, Geklirr von zerbrochenen Flaschen und Krügen, zuletzt ertönte sogar ein Hülferuf, und zwar von einer weiblichen Stimme, welche Heinrich für die seiner Mutter erkannte. Im Nu war er von dem Zaune herabgesprungen und dem Hause zugeeilt, dessen Thür weit offen stand. u .

In dem Zimmer „hier linker Hand", sagte der Alte, „nicht dem Gast, zimmer, sondern dem, in welchem wir uns befinden," sah Heinrich beim Schein der großen zinnernen Oellampe, welche ein zerlumpter dämscher Infanterist aus der Gaststube mit hcrübergetragen hatte, seinen Vater gebunden in der Gewalt mehrer Marodeurs, Kerle, die mehr das Aussehen von Räubern alö Soldaten trugen, während seine Mutter in dem Sessel neben dem großen Schranke — „dem Sessel, in welchem ich jetzt sitze" — ohnmächtig zusammengcsunkcn war. Die Räuber, halb betrunken, wühlten im Schranke und hatten bereits aus dem Tische eine Menge kostbarer Wasche, Silbergeschirr und baarcs Geld zusammengehäuft — „Wäsche, Keder Herr, wurde unter den Soldaten jener Zeit mit Gold ausgewogen!" —, als Hcinrich dem größten und stärksten der Bösewichter, einem ehemaligen rvolsenbüttelschen schweren Reiter, seiner zerlumpten Uniform nach, welcher mit'seiner knochigen linken Faust das Halstuch des alten Mannes zusammen, preßte, während die rechte die Pistole hielt, mit deren Kolben er ihm eine Wunde über der Stirn beigebracht hatte, daß das greise Haar mit Blut getränkt war, vermittelst einer kurzen Radhacke, die er aus der Hausflur hinter der Thur fand, einen Schlag auf den Kopf versetzte, daß er tobt zu Loden stürzte. , . .

Bestürzt griffen die Vagabunden zu den Wdffcn, als sie sich so plötzlich angegriffen sahen; Einer derselben, Der, welcher den Schrank erbrochen hatte, warf Heinrich mit einem kurzen Beile nach dem Kopfe; der aber fing den Wurf mit vorgehaltcnem Arme auf und versetzte dem nächsten Räuber einen Hieb auf den Arm, daß ihm dieser gelähmt am Leibe heradsank und der Kerl ein fürchterliches Schmcrzgeheul auosticß; da entstürzte dem dänischen rijten die Lampe und in der entstehenden Dunkelheit entwischten die übrigen Spitzbuben auS der Thür. (Forts, t )

(Hierbei «ine B-itage.)