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lNonlag, 24 . 5 lugust, vormittags.
Sonder-Ausgabe.
1914.
von Zieg zu Zieg
v
Än neuer Erfolg unter Führung unseres Kronprinzen.
^.7.-6. Berlin, 23. Slug. Nördlich von ktz hat der deutsche Kronprinz mit seiner *n,ee, zu beiden Seiten von Longwy vor- !^e„d, den gegenüberstehenden Feind gestern "ürcich zurülfgeworfen. Die in Lothringen ^reiche Armee unter Führung des Kron- ^Uzen von Bayern hat ans der Verfolglrug ^ geschlagenen Feindes die Linie Luneville- r^Mont erreicht und setzt die Verfolgung fort. L ^or Namnr donnern seit vorgestern abend le deutschen Geschütze.
heileres erfolgreichesvoröringen QU der wsstgrenzs.
L W. T.-B. Berlin, 24. Aug. Unsere Trup- .% die unter Führung des Kronprinzen von Ätzern in Lothringen siegten, haben die Linie ^eville-Blamont-Circy überschritten. Das 1. Armeekorps zog heute in Lmieville ein. Berfolgnng beginnt reiche Früchte zn Gs wurde» viele Gefangene gemacht ■,"& der an und in den Vogesen vorgehende !"ke Flügel hat anher zahlreichen Feldzeichen ^csts 15« Geschütze erbeutet. Die Armee ^ deutschen .Kronprinzen hat heute den ">»pf und die Bcrsolgrurg vorwärts Longwy '^gesetzt. Tie zu beiden Seiten von Nenf- vorstehende Armee desHerzogs Albrecht Württemberg schlug heute eine über den j 1 toeiS vorgedrungene französische Armee ^ständig und befindet sich in Verfolgung, streiche Geschütze, Feldzeichen, Gefangene Gunter mehrere Generale) sind ihr in die t* ub gefallen. Westlich der Maas gehen ^scxx Truppe» gegen Maubeuge vor. Eine ihrer Front anftretende englische Kaval- ^ebri^ave ist geschlagen.
Gencralquartiermeifter von Stein.
r*® begeisterten Rundgebungen in Berlin.
Berlin, 23. Aug. (Eig. Drahtbericht) Auch am r ^ s t a g a b e n- r> kam es vor dem Schloß zu großen Kund- .^gen. Den gangen Abend über hatte eine große Menge j^em Schloß gewartet und patriotische Lieder gesungen. r i<S nach 11 Uhr öffneten sich die Türen des Bal- die Kaiserin erschien mit der Kronprrn- ., und stürmische Hurra- und Hochrufe ertönten. Ein L c des Gefolges bat um Ruhe und hielt eine Ansprache. ^ hörte nur einzelne Worte, aber man glaubte zu entsteh-
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i(5 daß die Truppen unter dem Kronprinzen einen Sieg erfochten hätten. Darauf wandte sich die Kaiserin Kronprinzessin und umarmte und küßte si e. ^.Kronprinzessin neigte sich über die Hand der ,^rin und küßte die Hand. Später, als die Kronprinzessin ihrem Palais zurückgekehrt war, wiederholten sich dort ^.Kundgebungen. Die Kronprinzessin muhte noch einmal J fcem Balkon erscheinen, ließ aber dann durch Schutz- !??er ersuchen, die Menge möchte sich zerstreuen, da die „’tten Prinzen schlafen müßten. Unter dem Ge- A deZ Liedes „Die kleinen Prinzen müssen schlafen gehn" v®) der bekannten Operettenmelodie) entfernten sich darauf V ^enschenmassen. In der 12. Stunde wurde in allen ,.?hen Berlins unter Berufung aus ein Telegramm des das die Kaiserin vom Balkon aus verlesen ließ, !>i Schutzleuten und Unteroffizieren bekannt gemacht, daß die irische Garde unter Führung des Kronprinzen einen e ß über die Franzosen erkämpft habe.
Bericht aus dem grotzen Hauptquartier über die Schlachten bei Metz.
Der Sieg ein ganz außerordentlicher, ü R- Berlin, 23. Aug. (Eig. Drahtbericht) Aus dem großen ^l^uartier meldet der Kriegsberichterstatter des ^!okal> noch folgendes: Der Sieg, den die Deutschen am
21. und 22. August über die Franzosen dabongetragen haben, bedeutet den vorläufigen Abschluß eines mehrtägigen Kampfes, der auf einer über 100 Kilometer brei. t e n Linie in den Tagen vom 17. bis 21. August stattfand. Bei Mülhausen zurückgeworfen, versuchten die Franzosen, zwischen Metz und den Vogesen und sogar iwch durch die Bogdsen hindurch einen mächtigen Vorstoß mit mindestens 8 Armeekorps. Brennpunkte des Kampfes waren Gelme sowie Moncheux. Der Sieg, der nach mehrtägigem schweren Ringen erfochten wurde, muß als ein ganz außerordentlicher angesehen werden, da das französische Heer von den mit gewaltiger Energie an. greifenden Truppen «des Kronprinzen Rnpprecht an allen Punkten der breiten Front geworfen wurde, und die Deutschen, unaufhaltsam nachdrängend, den Rückzug des Feindes schließlich in eine wilde Flucht gestalteten, die wohl gegen die Linie Toul-Epinal erfolgte. Der Berg Donon, ibei dem wir die zugostandene Schlappe erlitten, wurde am 21. August genommen.
Generalfeldmarschall v. d. Goltz über den Sieg bei Metz.
42 Berlin, 23. Aug. (Eig. Drahtbericht) Über die Bedeutung des Siegs bei Metz schreibt Generalfeldmarschall von der Goltz im „Tag": Es steigt die Vermutung auf, daß der frühzeitige Einbruch der Franzosen in Lothringen mit starken Kräften im Interesse des linken im französisch-belgischen Grenzgebiet stehenden Flügels geschah und läßt den Rückschluß zu, daß es.au ch dort mit den Franzosen nicht günstig steht; und eS dämmert für uns die Hoffnung, bald auch von daher gute Nachrich- t e n zu erhalten. Der französische Vorstoß nach Lothringen ist unter großen Verluste n gescheitert. Das gereicht ihren Führern nicht ohne weiteres zum Vorwurf. Ist der G r u n d, den ich anmehme, zutreffend, so war er gerechtfertigt, und auch zu rechter Zeit geführt. Er bezeichnet im Vergleich zur Kampfesweise unserer Gegner von 1870 einen Fortschritt trotz des Mißlingens. Das ändert nichts an der Bedeutung unseres Siegs. Das geschlagene Heer wird der hinter ihm liegenden befestigten Grenzstellung bei L u n e v i l I e und Nancy zueilen. Ob es nach der Niederlage imstande ist, diese noch hinreichend zähe zu verteidigen, erscheint zweifelhaft, wenn, wie die Nachrichten angeben, der Sieger aus dem Fuße folgt.
Die SiegcSdepesche deS Kaisers an die Großherzogin-Witwe von Baben.
Berlin, 23. Aug. (Eig. Drahtbericht) Kaiser Wilhelm sandte an die Großherzogin-Witwe von Baden folgendes Telegramm: Mit dir vereint im Geiste sende ich meine
Dankgebete zu Gott für den herrlichen Sieg, den die Truppen aller deutschen Stämme gemeinsam und heldenhaft erfochten. Gott war mit uns. Ihm allein sei die Ehre. Er helfe weiter. Wilhelm.
Die Kaiserin im Dom beim Gottesdienst.
W- T.-B. Berlin, 23. Aug. Die Kaiserin nahm heute vormittag an dem Gottesdienst im Dome teil. Als sie später besuchte, veranstaltete ein zahlreiches Publikum vor dom kronprinzlichen Palais wieder andauernde Kundgebungen.
Die Freude in Österreich-Ungarn.
. 'Y.: T.-B. Wien, 22. Aug. Auch die Abendblätter feiern
w Swg bei Metz, der als eine Leistung glänzen-
d Taktik, beispiellosen Mutes und bewundernswerter Energie der deutschen Armeekorps bejubelt wird. Als eine meisterhafte Heldentat eröffnet er die besten AnS- stchten auf den Ausgang des Weltkrieges, steigert gewaltig die hervorragenden politischen Konsequenzen und macht sie zur frohen Gewißheit. Gewaltig wie der Sieg ist die Freude, womit er bei uns begrüßt wird. Den deutschen Kriegern geht aus allen Gauen der Monarchie ein donnerndes Hurra zu.
lebhafte Befriedigung in der Türkei.
.. , w - ^ 7 ? .?°5ltautrnopel. 24. Aug. Die türkische Presse äußert lebhafte Befriedigung Mer den Sieg der deutschem Truppen bei M e tz und hebt die gr ° ße Bedeutung des Sieges hervor. ü
(Sin neuer französischer Borstoß im Oberelsaß zusammcn- gcbrochen!
W- T.-B. SBcrltn, 22. Aug. Über die Fortschritte im Westen werden m Kürze wertere Mitteilungen folgen. Ein neuer Versuch des Gegners, ,m Oberelsaß vorzudringen, ist durch den S.eg rn Lothringen vereitelt. Der Feind befindet sich auch im Oberelsaß im Abzug.
Die amtliche Pariser Meldung über die Schlachten bei Metz.
X Rotterdam, 28. Aug. (Eig. Drahtbericht) über die Schlappe der Franzosen zwischen Metz und den Bogesen wird amtlich aus Paris gemeldet: Die Franzosen in Lothringen
zogen sich vor ansehnlichen feindlichen Strekt- k r ä f t e n zurück. Längeres Standhalten wäre gefährlich gewesen. Augenblicklich deckt der linke Flügel der Franzosen in jener Gegend die vorgeschobenen Befestigungen von Nancy und der rechte Flügel nimmt eine Stellung ans dem Donon ein.
Die Deutschen in Gent erwartest
Das „Amsterdamer Handelsblad" meldet: In Gent wird die Bürgerwehr entwaffnet; die Waffen werden nach Antwerpen gesandt. Gent steht zur friedlichen Übergabe an die Deutschen bereit.
Die Flucht der Belgier nach Antwerpen.
hd. Haag, 21. Aug. Alle Nachrichten stimmen darin über- ein, daß die Einwohner von Treuen und Loewen nach Antwerpen flüchten. Die Stimmung der belgischen Presse nimmt unter dem Druck der Tatsachen ein freundliches Gepräge an. , Die belgische Regierung hat zahlreichen Deutschen Aufenthaltserlaubnis bis zum 1. September erteilt und publiziert die Umstände, die eine Verlängerung der ErilaMnis erwirken. Diese soll erteilt werden an Deutsche mit belgischen Frauen und in Belgien geborenen Kindern, an deutsche Geistliche, an Gouvernanten und Bediente, die bei bekannten Belgiern leben und an alle gutgeführten Deutschen, die vor Ausbruch des Kriegs das Land verlassen hatten in der Absicht, friedlich zurückzukehren.
Reiche Kriegsbeute in Belgien.
/X Aachen, 23. Aug. (Eig. Drahtbericht) Aus zuverlässiger Quelle verlautet, daß in Lüttich u. a. zwei große Geldschränke erbeutet wurden, die den Lütticher Kriegsschatz von
Millionen Franken enthielten. — In Dolhain wurde ein g r 0 tz e s B e n z i n d e p 0 t für Autonwbile gefunden, das wahrscheinlich für die Franzosen bestimmt war.
DaS erste Eiserne Kreuz.
8. Berlin, 23. Aug. (Eig. Drahtbericht) Der Hauptnurnin im Großen Generalstab v. H a r b 0 u, der sich hervorragend an Vorarbeiten zum Sturm auf Lüttich beteiligte, hatte sich gleich nach dem Fall der Festung im Automobil zum Kaiser begeben, um dem Monarchen Vortrag zu halten. Bei dieser Gelegenheit empfing der Offizier aus der Hand des Kaisers als Erster das Eiserne Kreuz.
weitere deutsche Erfolge im Osten.
8500 Gefangene. — 8 Geschütze erbeuset.
W. T.-B- Berlin, 22. Aug. Starke russisckje Kräfte sind gegen die Linie Gumbinnen-Angerburg im Borgrhen. DaS deutsche 1. Armeekorps hat am 20. August den aus Gumbüme» vorgehendcn Feind angegriffen und geworfen; dabei sind 8000 Gefangene gemacht und 8 Geschütze erbeutet worden. Bon einer bei dem Armeekorps befindlichen Kavallerie-Division war längere Zeit keine Nachricht da. Die Division hat sich mit zwei feindlichen Kavallerie- divisionen herumgeschlagen; sie traf gestern bei dem 1. Armee, korps mit 5 v 0 Gefangenen wieder ein. Weitere russische Ber- stärkungen sind nördlich deS Pregel und südlich der masurischen Seen-Linie im Borgehen.
Über das weitere Borgehen unserer O st arme« mutz noch Schweigen bewahrt werden» um dem Gegner unsepe Maßnahmen nicht vorzeitig zu verraten.
Dos japanische Altimatum abgelehnt.
V. 7.-3. Berlin, 23. August. Ans daS japanische Ultimatum wurde dem hiesigen Geschäftsträger heute vormittag folgende mündliche Erklärung abgegeben: Auf die Forderung Japans hat die deutsche Regierung keinerlei Antwort zu geben. Sie sieht sich daher per- anlaht, ihren Botschafter in Tokio abzuberufeu und dem japanischen Geschäftsträger in Berlin die Pässe znzustellen.
Der Wortlaut deS japanischen Ultimatums.
W• T.-B. Berlin, 23. Aug. Das von der hiesigen japani» scheu Botschaff dem Auswärtigen Amt überreichte Ultimatum; lautet in deutscher Übersetzung:
Die kaiserlich japanische Regierung krachtet in der gegenwärtigen Lage für äußerst wichtig und notwendig, Maßnahmen zu ergreifen, uni alle Ursachen zur Störung des Friedens im fernen Osten zu beseitigen und das Interesse zu wahren, das durch den Bündnisvertrag zwischen Japan und Großbritannien ins Auge gefaßt
