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Verlag Langgaffe 21

„Tagblatt-Haus".

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„Tagblatt.Haus" Nr. «650-53.

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lNonlag, 24. Kugust 7914.

Kbend-Kusgabe.

Nr. 392. ♦ 62. Jahrgang.

Ziegeskunde.

, Von Sieg zu Steg! Wohin auch im Land die putschen Waffen dringen, wo auch der Erbfeind durch

hitnrron Sov STirmpipn himiiSrinAnti nv_

j e . Windungen der Vogesen vorzudringen sich er ..leistete, überall geht es Schlag auf Schlag.

ubr ~ ■. . .. — - - .

5 ' ZI ' Ö'-V* '— *. wi y \ a . j ^ U.J 1 u y.

eroH reiht sich Erfolg an Erfolg. Es ist W e l t-

G schichte, was in diesen Tagen die knappen Mel-

Mgen unseres Generalstabs kundtun. Die neuesten r r I i ch e n Siege über die Franzosen haben ange- 3Ct)t§ der Stärke der geschlagenen französischen Armee ihrer großen Verluste eine entscheidende B e- / u t u n g. Sie bilden vielleicht die wichtigste Etappe dem Wege — bis Paris. Denil jetzt wird es ^aufhaltsam vörwärtsgehen.

Zu u u v e r s i e g l i ch e r M a ch t f ü l l e erstarkt Ater dem Zwange des Krieges ^unseres deutschen Lebenskraft, wachsend von Stunde zu Stunde, alles bezwingenden Sturmflut steigend. Jeder putsche, der Waffen zu führen vermag, fühlt in sich, ? seinem Selbstbewußtsein und in seiner Verantwort- ! chkeit, in seinem Arm und in seinem Willen, als u n- uzwin glich die einheitliche und entschlossene Macht ^n, die das deutsche Volk in seinem Kampf um Sein "er Nichtsein einzusetzen hat.

. Ungezählte Millionen sind es, die von der Maas

‘S rin Sto SY)}pmpT hir» STUnffpn PrTmftpn Ihnhprt unh nnrfi

llä an die Memel die Waffen erhoben haben und noch j! den Waffen eilen werden, aber in jedem dieser phrmänner flammt das Feuer deutscher Treue und

'Merkest, atmet deutsches Heldentum, das dem eigenen Ich nicht fragt, sondern nur nach dem Wen der Gesamtheit, das aus dem. Spiele steht. In '°e>n einzelnen wirkt vaterländisches Pflichtgefühl, das daß es auf ihn, auf jeden einzelnen ankommt, a .B in diesem namenlos großen Schicksalsjahre jeder "Uahlt, daß Deutschland in diesem Kriege auf jeden, den Heerführern bis hinab zu den letzten Heeres- Ehrten, mit untrüglichem Vertrauen rechnet.

Aas über den Beginn des Krieges seither berichtet

E/zeugt von der erhebenden Zuversicht, welche die Erlesenheit der Kriegsbereitschaft und der selbstbe-

.^ten Stärke gewährleistet. Jede Kunde vom Kriegs ^uplah. mag sie von der Westgrenze, vom Osten oder 1 den Meeren her kommen, bedeutet Bestätigung der Zeichen Zukiinftsgewißhcit, Verstärkung der Glau- 'Muversicht, daß unser Volk in Waffen den Krieg, er auch an Gut und Blut erheischt, wurdrg, de^> deutschen Waffenruhmes, ebenbürtig ^ den Groß­er unserer Väter von 1813 und 1870, führen wird. Z»s allen Nachrichten der ersten zwanzig Kriegslage M die Losung: Vorwärts zum Sieg! Ganz große nMeidungen stehen setzt für die nächsten Tage bevor, 'r alle haben das Vertrauen, daß unsere Krregs- U ä n g e und unsere Wasfentaten im Einklang werden, daß der Sänger Worte wahr bleiben M. Wirklichkeit ist das Wort: „Fest steht und M die Wacht am Rhein!" Zur Tat wird der s' „Deutschland, Deutschland über Z. G s!" und der Jubelklang Preist die Wahrheit: J’t dir im Siegerkran z, Herrscher des Vater-

Die RrieaslKge.

Berlin, 24. Aüg. lEig. Drahtbericht)

___ , . über die g e -

C 11 ^ n c Bedeutung bcS deutschen Sieges in Lothringen Itf kein Zweifel bestehen. Tic Bedeutung ist sogar ^n och ij 1 größer, als man in den ersten Stunden und Tagen »»kommen hat. Dieser Sieg hat bereits seine Einwirkung kic Verhältnisse im Elsaß gezeigt und er wird zweiscl- weiter wirken auch auf die Taktik und die Lage des auf den anderen Kriegsschauplätzen, sowie auf die !, 1 lt UB der Neutralen. Die Zuversicht aller mnßgeben-

wciter

lj. '»Sieg a u f b c i d c n Fronten hegt man C r * c ' Zweifel mehr. Insbesondere wäre cs falsch, wollte

üsz.^icisc in Berlin wurde durch diesen Sieg noch

,,nd_so wird uns versichert — an dem cndgiil

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hier

k.'vkalen Eindrücken nachgehen, die hier und da tz''cht weniger günstig wirken. Für die Beurteilung kann w’ tr nur die militärische Gesaintlage in Be- kommen, und diese muß, wie gesagt, als g a n z a u ß c r> k.J ntlich günstig liezeichnet werden. Der Große Ge- ha« wiederholt zugesichert, daß er sich in seiner Be- K.^kattung an die Öffentlichkeit streng an die Wahrheit

C n Irgendwo Grund zur Beunruhigung vorhanden sei oder sollte, so werde auch bas nicht verschwiegen werden.

werde und er wiederholt auch heute diese Zusicherung.

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! Die Heeresleitung hat ganz mit Recht das Vertrauen zu unserer Bevölkerung, daß sic unter Umständen auch einmal Hiobspvstcn ertragen und auf sich nehmen würde und eine ängstliche Rücksichtnahme in dieser Beziehung liegt der Heeresleitung fern. Aber auf der anderen Seite liegt natürlich kein Anlaß vor, die Tätigkeit und das Kopf­schütteln gewisser Bierstrategcn zu unterstützen. Damit würde man nur die Nervcnkraft des Volkes aufs Spiel setzen, auf die es schließlich nicht weniger antoinmt als auf den Sieg unserer Waffen. Daß man mit Schönfärbereien nicht weit kommt, müssen ja jetzt die Franzosen an ihrem eigenen Leibe erfahren. Freilich hindert das die ausländische Presse nicht, die L ü g e ns a b r i k a t i o n in ungeheuerem Maße fortzu- setzcn. Uns liegt eine Kopenhagen er Nachricht vor, wo­nach die Franzosen bis gestern 91 deutsche Geschütze, 19 Munitionsautoinobilc und wer weiß was »och erbeutet haben sollen. Natürlich ist daran kein wahres Wort. Weiter, hat die französische Regierung bei den Signatarmächtcn des Haagener Abkommens gegen die Verwendung von Dum- D u m g es ch o s s e n durch die deutsche Armee protestiert. Auch das ist eine Lüge, die zu dementieren der Würde des Deutschen Reiches uild der deutschen Armee widersprechen wurde. Endlich ist heute Montagfrüh 5 Uhr von dem franzö­sischen Kricgsministcrium amtlich eine Meldung ausge- gebcu und von der englischen F u n k s p r u ch st a t i o n Poldhur über den Ozean gefunkt worden, die deutsche Armee sei in wilder F lucht und völlig in Unordnung über den Rhein zurückgegangen. Wir meinen, das deutsche Volk kann mit einem solchen „Rückzug", der ja wie nach Brüssel, so auch bald nach Paris führen müßte, durchaus zufrieden sein.

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Von Dr. Joseph Bayer.

Nachücm die erste Verblüffung über die in der Weltgeschmste noch nicht dagewesene Dreistigkeit des japanlscher: Ultimatums an Deutschland sich gelegt hat, rann man wme sehr wohltätige Folge dieses Briganten­stuckes beobachten. Man hält sich bei uns mit Betrach­tungen über die politische und militärische Bedeutung oieses Vorganges nicht sonderlich auf, aber die flam­mende Entrüstung und der ungeheure moralische Ekel über. oreses aus der Londoner Regie erwachsene ^ntrigantenstück erfüllt das ganze Volk. Ein solches Erlebnis stärkt nur das Vertrauen zu unserer guten Sache und erhöht tausendfach die sittlichen unS ^ en Sieg geben müssen auf den Schlachtfeldern, wo wir den B e st a n d unserer K u l- lt ?£ stuserer nationalen Größe gegen die Machenschaften einer schmutzigen Kr ä m c r p o I i- wl äu verteidigen haben. Nicht um Kiautschau han- ocit es sich ist heute, nicht um die Werte von Hunder- x st von Millionen, die wir in anderthalb Jahrzehnten bersprellosen Fleißes und vielbewunderter Hingabe dort angelegt haben. Es^ handelt sich nur darum, daß wir in der Stunde des schweren Kampfes noch weiter ein- geschiinrt und am freien Gebrauch unserer Kräfte ge- hindert werden sollen. In den eingeweihten Kreisen bildet dieser ^auf der Dinge auch gar keine ü b e r- r a s ch u n g, und hier ist man sich auch vom e r st e n ^age an darüber klar gewesen, daß auf den e u r o p ä i- Schlachtfeldern die Entscheidung über unsere Zlck-unst nicht nur in Europa, sondern auch jenseits der Meer e fallen wird.

Die'e Entscheidung wird Japan nicht beeinflussen, ^ne japanischen Staatsmänner sind sich auch klar dar- stvstr. '-soweit reicht ihr Wollen und ihr Können nicht.

, e überhaupt keine eigene Politik, sie sind nur

0G . l L.* a b G - Ver in seiner finanziellen Not willenlos gewordene Sklave Englands. In ^ o n d o n, wo in aller Heimlichkeit und mit abgrund­tiefer Heuchelei das Netz dieses großen Weltkrieges ge­sponnen wurde, ist auch dieses japanische Ultimatum, ist aiich die aberwitzige Frechheit, niit der es seine Forderungen vorbringt, ersonnen worden. Dies soll eine Demütigung D e ii t s ch l a n -d s sein, „mucks ui England". Wir erkennen diese Marke und werden die Antwort daraus nicht schuldig bleiben. Wie gewaltig, auch ihr Größenwahn sei, die englischen Lt-aatsmanner werden zu erkennen bekommen, daß ihr dl'ogroviur der „Verteilung der Erde mit Ausschluß Deutichlands undurchführbar ist. Es sind zu viele Kräfte vorhanden und zu viele Kräfte im Entstehen, die sich diesem kühnen Plan der britischen Weltherrschaft entgegenstellen, als daß er mehr wie ein Karten­haus bleiben sollte. Dafür sorgt schon die Perfidie

Englaiids gegenüber seinen eigenen Bundesgenossen und seinen eigenen Freunden.

^ Für den Augenblick freilich wollen wir uns keinen vzlliisionen darüber hingeben, daß die englische Politik in Japan einen gefügigen Handlanger gefunden hat, einen loihnhetschenden asiatischen Diener, der sich ohne weiteres zum Hausknecht hergeben möchte, um uns aus Ostasien herauszuwerfen. Wenn dies gelingt, so kalkuliert nian in London, und wenn (ja wenn!) Deutschland in Europa besiegt und unschädlich gemacht ist, dann kann auch die Aufteilung Chinas nach englischem Rezept in Angriff genommen werden. Das soll heißen: die Mongolei den Russen, die

Mandjchurei den Japanern, Jünnan den Franzosen und das ganze,übrige China, so groß es ist, den Briten. Deutschland und die Vereinigten Staaten, das sind die einzigen Mächte, -die als Handels- konkurrenten auf dem überseeischen Märkte für die englische Industrie ernsthaft in Betracht kommen, würden leer ausgehen. Darum soll Deutschland zu­nächst^ einmal aus Kiautschau heraus. Ob man wirk­lich diesen schönen, von uns so prächtig ausgestalteten Platz, diesen ausgezeichneten Hasen den Japanern zugedacht hat, das bleibt dahingestellt. Aber man hat es verstanden, ihre räuberische Begierde wie­der zu erwecken, ihre territoriale Unersättlichkeit aus­zunutzen und ihnen ein Geschäft vorzuschlagen, bei dem sie augenblicklich nur irgend etwas zu gewinnen und nichts zu verlieren haben. Die Japaner, hinter deren „Kulturmaske" nur der nackte Egoismus sitzt und die im Grunde den Russen, den Deutschen und den Eng­länder gleichmäßig hassen, sind darauf eingegangen.

Die Berufung auf das englisch-japanische Bündnis ist eine unverschämte Lüge. Dieses gilt nur für den Falls" daß England von einer anderen Macht an­gegriffen wird. Aber England hat u n s, und zwar ans reiner Scheelsucht, den Krieg erklärt. Wir haben den Japanern nie etwas zuleide getan oder doch viel weniger als ihre heutigen Verbündeten, die Russen und Franzosen, die mit uns zusammen nach dem Frie­den von Shimonoscki die bekannte Intervention unter­nahmen. Wir haben freigebig den Japanern alles von unserer Kultur geschenkt, was sie bei der immerhin beschränkten Ansnahmefühigkeit ihres oberflächlichen Nationalcharakters übernehmen konnten. Wir sind ihre Lehrmeister im Heerwesen gewesen, und ihre militäri­schen Erfolge über die Russen waren unsere Erfolge. Sie bevölkerten seit Jahrzehnten und bevölkerten bis» zur vorigen Woche unsere Universitäten, und jeder ein­zelne von diesen, die sich bei uns nährten, heuchelte uns die dickste Freundschaft. Das meiste von dem, was sie an Industrie besitzen, verdanken sie dem, was sie an unseren technischen Hochschulen und in u n- seren Fabriken gelernt haben. Wir sind zu gutmütig gegen sie gewesen, das ist alles. Wir wußten, daß Japan von seinem Kampfe gegen die Russen noch heute erschöpft und in Msehbarer Zeit zu keinem weiteren Waffengang mit ihm fähig ist. Wi«, wußten also, daß es sich mit den Russen verständigt und sich der englischen Politik auf Gnade und Ungnade ergeben hat. Nur daß die Japaner ihre Dienerrolle ins dieser ekelhaften Brutalität offenbaren würden, hat uns einigermaßen überrascht. Der größere Teil des Ab­scheus aber gilt auch hier ihren englischen Herren. S

Es braucht nicht aufs neue gesagt zu werden, daß die Abrechnung nicht draußen im Stillen Ozean erfolgt. Es ist selbstverständ­lich, es ist natürlich, daß unsere kleine ostasiatische Kolonie gegen einen japanischen Angriff nicht zu halten ist, und auch China würde sich ein Vordringen der Japaner nach dem Hinterlande von Schantung, auf das sie es natürlich abgesehen haben, gefallen lassen müssen. England würde noch den Vorteil einheimsen, daß seine in Ostasien liegenden Kriegsschiffe für die Verwendung im M i t t e I m e e r frei werden. Und den Russen gibt die Haltung Japans die Möglichkeit, auch ihre sibi­rischen Ärnieekorps, zum Teil wenigstens, für die Operation in Europa zu verwenden. Erleichtert wird hierdurch unsere Situation nicht, aber das sind Folgen, die sich erst nacki längerer Zeit fühlbar machen können, und bis dahin, so hoffen wir, haben wir ganz andere Dinge in die Wagschale zu werfen.

Die Zeit wird nicht fern sein, wo sich herausstell^ daß die sinnlose und unmoralische Kombina».