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>n *tag, 23» KRguft 1914.
Morgen» Kusgabe.
Nr. 391. ♦ 62. Jahrgang.
Neue österreichische Erfolge
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i! ®ar im6 stoh grüßt Deutschland ^ seine tapferen söhne!
"Norötzeutsche Allgemeine Zeitung" über ^ öas bisher Erreichte.
®erlitt, 22 - Aug. Die „Nordd. Allg. Ztg," tz,z' Weithin durch die deutschen Lande und in alle Welt ! ^ bn r a Kunde ton unserem herrlichen Sieg bei iilt e c ,'leitet mit allen Mitteln moderner Kriegsführung, t ^ die höchste Kraftleistung von Mann
i ^ ? 6, daheim erwartet in Geduld und ohne Zagen.
Lroße Sieg für unser.Volk bedeutet, weiß sw' Q n n b e i uns. Die verklärten Gesichter überall Ji 0 g. r e§ . Drei Wochen sind vergangen, seitdem der Kaiser urnachung des deutschen Heeres und der Marine beiz ^drei Wochen eines wunderbaren Auf- wklEsder ganzen Nation, Wochen unermüd- ,Jft t ;5; e ’* im Felde und in der Heimat, Wochen, worin Gl x.-öEre an seinem Platze das hergab, was in ihm ist. ^uliche Wandlung ging in unserem Volke vor. Von fys Zeit ist hinweggeblasen, was im Frieden im
^itihr Parteien und Interessen wie eine schwere und un- kt c = ^che Schranke zwischen den verschiedenen Gruppen ’L d^Ees zu stehen schien. Es ist, als ob in dem Feuer,
itw ?^iion zu einem stahlharten Block zuscimmen- '. ^uch in den gemischtsprachigen Landesteilen wird / ^ie fest die Kulturgemeinschaft zusammen- ^^nüber unseren Feinden im Westen und dem bar- ^" Gegner im Osten, der vergeblich mit gleitzenden !° seine jahrhundertealte Schuld zu übertünchen " ^fen Eindruck dieser ernsten Kriegswochen von !>W zum Siege bei Metz kann nichts mehr aus- L. Einig in Not und Tod, fest zusammenstehend in Und Sieg, so wird unser Volk in dem gewaltigen ^'..uas begonnen hat, unüberwindlich sein. (Tief ! "8t trägt jeder ton uns das Bewußtsein mit sich,, für z, . ? b ch j e Sache zu stehen und deshalb ist auch bei Überzeugung so unerschütterlich, daß wir es Iti, en werden. Wen rührte es nicht in seines Herzens sehen, wie unsere Familien in Dorf und Stadt, L, reich, ohne ein Wort der Klage, ihre Väter, Brüder Ü^/Ue dahingaben, als trügen sie das fromme tapfere ^.u iich, das Roon vor Düppel seinem Freunde Perthes Re!i ® unsere Söhne auszogen, da haben wir sie schon J 5 n '_ ganz und gar, kehren sie einst unverletzt zu uns tiz., w sind sie ein neues Geschenk unseres gnädigen O Welch ein Kinderspiel damals — und es war doch h^^ewegende Leistung — gemessen an der uner- ^Aufgabe, die unser Volk heute zu lösen bestimmt sind Taten vollbracht, die sich an die großen Kriegs- Itjf des deutschen Volkes würdig anreihen. Größere ' W 11 ’ 1 folgen müssen. W i r müssen siegen; ehern rx Entschluß in allen Köpfen und Herzen, und ehern !>-M, weiter fest bewähren. Wir waren von einem 5) c Lügengewebe eingesponnen. Wenn die Kriege ersch w ärz e und Zeitungspapier aus- würden, so wäre Deutschland heute mausetot.
Es ist immer französische Art gewesen, sich von phantastischen Selbsttäuschungen wiegen zu lassen, bis dann das Erwachen und der Zusammenbruch in derselben Stunde kam. Mit dem ungeheuren Lügen apparat aber, der in diesen Wochen von den Franzosen und Engländern in Bewegung gesetzt wurde, ist noch ein bestimmter Zweck verfolgt worden. Es war ein Kampf um die Seele der Neutralen, und es handelte sich darum, die neutralen Staaten für Stellungnahme gegen Deutschland und Österreich-Ungarn zu bewegen. Die Tatsachen des Schlachtfeldes werden das entscheidende Wort sprechen. Heute ist der erste große Sieg, der zählt, in aller Welt bekannt und damit der Schleier der Täuschungen zermssen. Unsere Armee bestand ihre Probe glanzvoll unl^ü b e r alle Matzen. Dankbar und stolz grüßt Deutschland seine tapferen Söhne.
Erfolgreiche österreichische Gefechte.
Die Russen auf der ganzen Linie zurückgeworfen.
W. T.-B. Wien, 22. Aug. Die in der Richtung auf Sokal vorgedrungene feindliche Kosakendivision der Vortruppcn, verstärkt durch Infanterie, wurde gestern von unseren Truppen angegriffen und nach kurzem K a m p f e z u r » ck g e s ch l a g e n, wobei eine Brigade vollkommen zersprengt wurde. Zahlreiche Gefangene wurden gemacht und viel Krieg s m a t e r i a I erbeutet.
W. T.-B. Wien, 22. Aug. Die Blätter melden: Die Statthalterei veröffentlicht folgendes Communiqu6: Die feindliche Kavallerie, die sich gestern in den Grenzgegenden im Norden von Lemberg bewegte, ist ans der ganzen Linie z n r ü ck g e w o r f e n worden. Sie zog sich fluchtartig zurück. Auf feindlicher Seite ist ein General gefallen; ein General ist verwundet ins Garnismrhospital in Lemberg übcrgeführt worden. Der Feind hat viele Tote und Verwundete. Auch sind viele Gefangene gemacht worden.
Der Stand der österreichisch-serbischen Rümpfe.
W ■ T.-B. Wien, 22. Slug. Amtlich wird gemeldet: Mit dem Eingreifen Rußlands in den Kampf zwischen Österreich-Ungarn und Serbien werden wir genötigt, unsere ganze Kraft für den Hauptseind im N o r d o st c n zusnmmen- zufaffen. Damit wurde der von der Öffentlichkeit vielfach als eine Strafexpeditio» anfgefaßte Krieg gegen Serbien von selbst zu einer die H a u p t e n t s ch c id n n g kaum berührenden N e b c n a k t i o n. Nichtsdestoweniger ließen die allgemeine Lage und die Nachricht über den Gegner eine Offensivkraft zweckmäßig erscheinen, die aber mit Rücksicht auf die vorstehend dargelegten Gesichtspunkte nur als ein kurzer Vorstoß auf das feindliche Gebiet gedacht war, nach dessen Gelingen notwendigerweise zu der früheren zuwarteuden Haltung zurückzukchren war, um bei Gelegenheit abermals zum Schlage auszuholcn. Dieser kurze Offen,'io stoß erfolgte denn auch zwischen dem 13. und 18. August durch einen Teil der im Süden verwendeten Kräfte mit hervorragender Tapferkeit
und Bravour und führte dazu, daß er fast die ganze ser« bische Armee ans sich zog, deren init großer numr< rischen Überlegenheit geführten Angriffe unter schwersten Opfern an dem Heldenmut unserer Truppen scheiterten. Daß auch diese zum Teil bedeutende Verluste erlitten, ist bei den an Zahl weit überlegene» und um seine Existenz kämpfenden Gegnern nicht zu verwundern. Nachdem unsere in serbischem Gebiet weit vorgedrungenen Truppen am 19. August abends nach erfüllter Aufgabe den Befehl erhielten, wieder in ihre ursprüngliche Stellung an der unteren Drina und Save zurückzukehren, liehen sic auf dem Kampfplatze einen vollständig erschöpften Gegner zurück. Unsere Truppen halten heute die Höhen auf serbischem Gebiet und den Raum um S ch a b a tz besetzt. Im südlichen Serbien befinden sich die aus Bosnien dorthin vorgedriingcneu österreichisch-ungarischen Truppen unter fortwährendem Kampfe im Borgehen in der Richtung auf B a I j e w o. Wir können voller Beruhigung den weiteren Ereignissen entgegeuschen, deren Verlauf das Bcr. trauen rechtfertigen wird, dessen unsere unter den schwierigsten Verhältnissen kämpfenden und mit einer Reihe uns dankbarer Aufgaben betrauten Truppen vom 13. bis 19. Angust sich wieder in vollständigem Maße würdig gezeigt haben.
Die Tapferkeit der Österreicher.
Lemberg, 21. Aug. Der „Przeglad Lwowski" meldet:' In der Nahe von Radziechow an der russisch-österreichischen Grenze kam es vorgestern (also am 19.) zu einem größeren Zusammenstoß zwischen einer starken Abteilung 'russischer. Infanterie und Kavallerie mit unseren Truppen. Einige Kompagnien Infanterie, die von Husaren unterstützt wurden, machten einen tapferen Bajonettangriff. Die Russen ergriffen in wilder Panik die Flucht und ließen zahlreiche Tote und Verwundete zurück. Unsere Truppen legten groß- a r t i ge T a p f e r k e i t und unerhörten Mut an den Tag, sie verloren nicht einen einzigen Mann. Auch die Zahl der Verwundeten ist ganz gering.
Einzelheiten über den großen Sieg in Lothringen.
Der Bericht eines französischen Gefangenen.
-ist Stuttgart, 22. Aug. (Eig. Drahkbericht) Ein Unteroffizier von einem hier eingetroffenen Trupp von 300 bis 400 -Gefangenen des französischen 79. Infanterieregiments in Nancy erzählte über feine Erlebnisse in den Kämpfen bei Metz: Wir waren ein Regiment von ungefähr 3000 Mann. Innerhalb zweier Stunden blieben nur die in Stuttgart einge- troffenen Leute davon übrig. Unsere Offiziere (die französischen!) haben sich kleinlich benommen. Sobald sie sahen, daß wir nicht Herr der Lage werden konnten, flüchteten sie und ließen uns kläglich im Stich. — Seit zwei Tagen hatten sie nichts zu essen; viele der Gefangenen fragen, wo sie sich eigentlich befinden. Sie glaubten, in B e r l i n zu sein, und konnten nicht begreifen, daß sie sich in Süddeutschland befinden. Es sind zumeist Reservisten, deren Familien sich zu Hause in großem Elend befinden.
Die rvte Mine.
^ Erzählung von Martin Proskauer.
Sie mal, Doktor, wenn Sie nun die ganze iiiiz-,,überdenken, was war eigentlich das merkwürdigste A ,. . fragte einer der Herren, die rund um den Kamin ^ e ! e n Ledersesseln lagen.
11 '/^lische Arzt, 'der am Balkankrieg als Leiter eines Hy- .^ch'pitals teilgenommen hatte, lächelte überlegend: ej» ganz geschickt gefragt", sagte er langsam, „es ist ij E , e Frage, die ich mir selber manchmal gestellt habe.
Erlebnis, das ich für das bedeutsamste halte, hat >tzch^chis mehr mit dem eigentlichen Krieg zu tun. Es ^ ch, als wir die rote Mine trafen!"
eine Weibergeschichte", sagte einer der Herren griff nach der Zigarettenschachtel.
'Lj^°ktor lachte:
>>ij sich, es hat mit Weibern nicht mehr zu tun ■ Mi . . -
annern, es verwirrt die beiden landläufigen Be-
iqi« --stens ein bißchen.
wenigstens in seelischer Be-
! taJ 1 ' tole nicht so geheimnisvoll, Doktor, was oder wo
;tz>ßte Mine?"
lnJ'smm im Ägäischen Meer!"
chnchte sie?" fragten die Herren erstaunt.
A sehe schon", sagte der Arzt, „ich muß von An- Rt t , wählen. Also es Ivar ans einem kleinen Passagier- 'Öt? v italienische Lime, die ihre schmutzigen
ea unten laufen läßt. Der erste Balkankrieg war
« vorbei, und ich wollte von Saloniki nach Smyrna herüber, wo ich ein Militärlwzarett einrichten sollte. Den Befehl hatte ich vom Ministerium bekommen, wie ich hinkam, war meine und Allahs Sache. Man hat Allah überhaupt in diesem Kriege ein bißchen viel bemüht. Na, das gehört nicht «hierher. Auf dem Dampfer waren noch ein paar Passagiere, in der zweiten Klasse türkische Heilgehilfen, griechische Kaufleute, levanti- nische Gauiier und ähnliche Ehrenmänner. In der ersten, also m:t E mir znsainmen, ein russischer Offizier, der irgend etwas Diplomatisches in Saloniki auszurichten hatte, ein italienisches ^Ehepaar, sehr fette und lärmende Leutchen, die nach Kleinasien zum Feigencinkauf ^wollten, und zwei amerikanische Zeitungsreporter. Und dann war nach ein englisches Ehepaar da, jung, sehr gut ungezogen, ohne erkennbaren Berns, das anscheinend, irgend einer neuen Mode folgend, dort unten schlachtenbnmmeln wollte.
. Während nun unser Dampferchen ziemlich langsam dahmruderte — die vielen kleinen Inseln und Riffe machten ein elendes Uahr,Wasser — da wurden wir alle natürlich näher miteinander bekannt. Eines Mittags saßen wir friedlich bei Tisch und schimpften einträchtig über das Essen, da gab es einen Ruck, und das Schiff ^ ging plötzlich mit halber Kraft. Gleich darauf kam der Kapitän und sagte, wir wären hrer >bei Kap Drepano, und da sollten Minen herumschwtmmen.
„Wo kommen hier Minen her?" fragte ich ungläubig. Der Kapiian lachte:
„Die türken haben doch im Anfang des Krieges den Hafen mü ver,enkten aeiperrt. Diese Dinger sollen
sich von Rechts wegen jelbstiäUg unschädlich machen, wenn sie vom Anker losreitzen und abschwimmen. Aber wie ich die
türkische Wirtschaft kenne, sind bloß die unschädlich, die noch fest in der Hafeneinfahrt liegen, die Ausreißer sind alle gefährlich!"
„Ist das so gefährlich?" fragte die Engländerin.
„Es genügt", sagte der Kapitän, „so'n Ding hat etwa einen Zentner Schießbaumwolle im Leibe. Uüd damit kann das größte Kriegsschiff in die Luft fliegen!"
„Wie arbeitet denn so eine Mine, kann man sich da nicht schützen?"
„Rein", sagte der Kapitän, „die Madonna und alle Heiligen können uns schützen, wir nicht. Es ist wie ein großer eiserner Topf und schwimmt im Wasser. Oben darauf sind ein paar i'änregefüllte Glasrohre in Bleifappen. Wenn ein Schiff daranstößt, biegt sich das weiche Blei um; die Glasrohre zerbrechen, die Säure läuft aus und — bum, die Explosion ist fertig!"
Er schlug ein Kreuz, machte ein ernstes Gesicht und ging wieder an Deck.
Wir waren alle ein bißchen verstört, denn wer «begegiret schließlich gern einem Faß mit Schießbaumwolle, ohne sich wehren zu können? Aber da war nichts zu wollen. Wir fuhren langsam weiter, und als es draußen au>f der See dämmerte, ohne daß etwas passiert war, hatten wir alle, wie aus einer ungeheueren Nervenabspannnng heraus, das Gefühl, als wäre die gefährliche Strecke nun hinter uns.
Plötzlich machte das Sä;iff einen förmlichen Sprung, di« Schiffsschlraube rallte und kollerte, als ob sie sich in lauter Pflastersteinen drehte, und die Wkaschine stand still. Gleich darauf spürten wir, wie das kraftlos gewordene Schiff in den Wellen zu schaukeln anfing,
