N Wohnungöveränderung.
Hiermit mache die Anzeige, daß ich von heule an bei Herrn Friedrich Käßberger im Lamm in der Mctzgergasse wohne.
1144 Peter Sc h eumm
Lohnkutscher.
Rührer Steinkohlen.
Dom 25. biö 29. April lasse ich wieder beste Ofen- und Schmkede- roMctt tu Biebrich auöladen.
Wiesbaden, den 23. April 1853. Günther Klein. 1458
Gesuche.
Gin braves Kindermädchen, welches gleich eiutrcten kann, wird gesucht Webcrgasse No. 1. 1459
Ein Lehrjunge wird gesucht von Schneidermeister Kaufmann. Auch tst daselbst ein Zimmer zu vermiclhen. n\i t 1460
Allgemeines.
Das gute Wetter naht und mit ihm die Vorbereitung zum Empfang der Bade-, gäste. Zu diesen Vorbereitungen ist auch das Aufbrcchen der Straßen behufs Rei» nigung der Zu- und Abfluß-Canäle des BadewasscrS zu zählen, eine npangtndime Nothwcndigkeit, die durch die starke Ablagerung des SandcS bei den ZnflußcanStns nicht zu umgehen ist. Anders verhält es steh mit den Abzugscanälcn, wo daS Mineralwasser schon abgckühlt oder gebraucht, auch theilweise schon vermischt, den starken Niederschlag nicht zurückläßt. Diese AbzugScanälc werden nun von einigen' zugleich auch zur Aufnahme der Rinnsteine und sonstiger Abflüsse benutzt, auch daS Scheuern der Gefäße mit dem unentbehrlichen weißen Sand geschieht meistens an solchen Abläufen, ohne daß die nöthigen Sandfängc angelegt, oder wenn dieses ist, nicht gesorgt wird, daß solche zur gehörigen Zeit gereinigt werden.
So lange nun die Canäle ihren Dienst nicht versagen, geht alles gut; Plötzlich aber staut sich das Wasser in den Bädern, und ohne weitere Formalität, als die einfache Anzeige, wird nun das Pflaster aufgebrochen, der Canal gereinigt so schnell und so gut es eben gehen will, und dann wieder zugedcckt. Wer sich von dem mangels haften Zustand solcher Canäle überzeugen will, der kann eS heute noch thun. Es kann also nicht fehlen, daß an solchen Canälen die Operation öfter vorgenommen werden muß, als an gut cvnstruirten und mit Sandfang versehenen.
n Wer nun unsre städtischen Verhältnisse kennt und weiß, welche enorme Summen für Anlagen des Straßenpflastcrö schon aufgewendek worden sind, der wird es nicht unbillig finden, wenn die städtische Behörde durch energische Maßregeln dem Mißstande steuert, und ich glaube, daß es nicht als veratorisch angesehen werden kann, wenn bet Fällen, wo Privatcanäle die Straße durchschnciden, istefelben bei Neu» Pflasterung vorerst nachgesehen, nach den Umständen rectificirt oder verlegt werden, und den Eigenthumern aufgegeben wird, die nöthigen Sandsänge und Einsteig- stcllcn herzurichten, denn lächerlicher gibt es docb nichts, als zuzusehen, wie die Leute die Straße umwühlen, um einen Canal zu suchen, ; kl
Hier zeigt eö sich recht deutlich, wie nöthig die Aufnahme oder das N^fzeichnen der verschiedenen Canäle und Leitungen für die Stadt ist, auch steht zu erwarten, daß etwas Geeignetes von Seiten der Behörde geschehe. $
