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„Meine Bertha"! lispelte Theobald aus schwerathmender Brust, da Bertha an sein Lager trat; und mühte sich, ihr seine fiberglühende Hand zum Willkommen entgegen zu reichen.

Tief erschüttert sank Bertha neben dem Bette auf die Kniee, das bren- nende Auge, dem keine Thräne Linderung schenken wollte, auf das bleiche Gesicht des Geliebten gerichtet.

„Ich habe Dit viel abzubitten, meine Bertha", lallte er mit flehendem Blicke: „ich .. .*

»Das Sprechen ist Ihnen vom Arzte verboten, Herr Major", fiel der Krankenwärter ein.

„Um Gotteswillen" I rief Bertha, aus dem stummen Schmerze erwa­chend, in dtm sie bis jetzt über dem Kranken gehangen. „Schweige Theo­bald"! rief sie in höchster Liebe und höchster Angst.

„Ein leises Zeichen Theobalds, und die Hand, die er auf seine schmer­zende Brust legte, sagten, daß er nicht weiter könne.

Der Arzt erschien: Retten Sie Doktor! beschwor ihn Bertha, und ihr schönes, in Angst und Verzweiflung schwimmendes Auge heftete sich in bangem Flehen auf ihn, von dessen Ausspruche ihr Alles abhing.

„Der Mojor ist sehr krank", antwortete der Doktor mit der Ruhe des Mannes, dem Gewohnheit Todwund Leben gleichbedeutend gemacht hat. Doch ist er noch nicht verloren; seine Jugend und Ihre Pflege können viel­leicht bewirken, was ich kaum zu hoffen wage.

„O", rief Bertha aus erleichteter Brust, „wenn meine Pflege ihn retten kann, dann ist er gerettet"!

Wohlwollend blickte der Arzt das schöne Mädchen an, und sein kaltes Herz erwärmte sich zu freundlicher Theilnahme für sie. Der Kranke ward in em besonders Gemachs gebracht, und was die arme, ausgeplünderte, von Verwundeten überfüllte Stadt noch zu bieten vermochte zu seiner Equickung ward ihm verschafft.

Ein und zwanzig lange Tage, ein und zwanzig lange Nächte, lag -throbald, kämpfend mit Leben und Tod: jetzt in brennendem, von wirren Phantasien bewegtem Fieber, dann in todähnlichem Ermatten, das Ange geschlossen, kauni daß noch ein leiser Pulsschlag das inwobnende Leben ahnen ließ. Bertha wich nicht von seinem Lager, sie bewachte jeden seiner Athem- jüge, lauschte auf jeden seiner Blicke. Jedes Heilmittel, jeder Kübltrank, lede Erquickung ward ihm von ihr gereicht. Ihre sanfte Hand legte den schmerzstillenden Balsam auf seine durchschossene Brust; sie schlang die'Bande darüber so leise, so leicht, daß kein Druck die Wunde verletzend berühre, die darunter eiterte, und rückte sanft die Kissen wieder zurecht, die des Fiebers unruhige Bewegungen verschoben. (Forts, folgt.)

Wiesbadener Theater.

Heute Donnerstag den 27. Januar: Martha, oder: Der Markt zu Richmond, Oper MuSt ew na<S> t<n<m Von St George«) von W. Friedrich.