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„Und wieder gesehen und gesprochen, und wieder . . . Und werden neben solchem Bilde nicht das des armen Theobald dulden wollen"! fuhr der Capitain fort, da Bertha schwieg.

„Possen"! entgegnete sie endlich mit unterdrücktem Seufzer.

„Die nächste Audienz, und der unglückliche Theobald ist vergessen"!

„Wer sagt Ihnen aber, daß ich noch eine Audienz bei Ihrem Kaiser haben werde? mein Bruder ist frei, ich habe nichts mehr bei Napoleon zu erbitten".

„Aber vielleicht Er desto mehr von Ihnen" ?

„Da müßte es ganz anders sich gestalten".

„Wie so? ... Sie haben seine weitern Einladungen verabsäumt" ?

„Ich bin ja gar nicht wieder eingeladen worden"! fuhr Bertha heraus. Sie war nicht gewohnt, ihre Zunge stets vvn der Vernunft leiten zu lasse».

„Unmöglich"! rief Theobald überrascht, obgleich er gar nicht überrascht war, der Brigadier des Majors hatte genaue Nachricht eingezogen. „So zauberischem Reize widerstehen . . . Hub er nach einer Pause wieder an, „dann wäre er mehr als Mensch. . . Oder - haha, jetzt habe ich das Wort des Räthsels"! rief er mit schlauem Lächeln.

„So bitte ich mir es mitzutheilen, mein Herr Capitain; es ist nicht angenehm, in Halbdunkeln Worten über sich absprechen zu hören".

„Verzeihen Sie, holdeste aller Göttinnen, wer kann bei solchem Reize der Worte Feuerfülle zähmen"!

„Ich verlange nicht der Worte Fülle zu wissen, sondern der Worte Sinn; Sie werden so gütig sein, mir zu erklären, weßhalb der Kaiser mich sehen soll oder nicht".

„Der Kaiser wagt nicht mehr Sie zu sehen, so sehr sein Herz auch darnach verlangt, weil er Sie — fürchtet".

„Mich"? frug Bertha lachend. „Mich fürchten? mich armes, schwaches Mädchen"?

„Schwach wären Sie? O, stärker als Ihre schöne Bescheidenheit es träumt! Napoleon, der große, der unüberwindliche Napoleon, will Alles beherrschen, aber nichts soll ihn beherrschen; daruni bricht er mit dem Weibe, sei sie auch der geliebtesten Eine, sobald er fühlt, daß ihr Zauber Gewalt erringen könne über seinen Geist" f

„Sie sprechen von Napoleon", lächelte Bertha, „als wenn auch er lieben — und verlassen könne", setzte sie mit leisem Seufzer hinzu.

„Man hat Beweise, daß er beides kann".

„O bitte, erzählen Sie mir davon"! rief Bertha.

„Sie haben zu befehlen, schöne Zauberin".

Schon beim Beginne dieses Gesprächs hatte Theobald sich mit Bertha