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etwas zurück und Bertha schlüpfte mit ihrer Mutter schnell hindurch. Stren­ger noch wiesen sie die beiden Militärs zurück, die an der Pforte standen, die in das Innere des Schlosses führt. Sie waren von der Manieluken­garde, die Bitten einer von Schmerz und Angst verzehrten Mutter, die Thränen einer in ihrer Trauer doppelt reizenden Schwester, machten keinen Eindruck auf ihre rauhen Seelen. Sie wendeten verächtlich den Rücken, und als die Annen fortfuhrcn zu bitten, drohten sie zürnend mit ihren krummen Säbeln.

„Was giebt es hier"? rief halbtrunken, wie gewöhnlich, die Treppe herablaufend Rustan, der Leibmanieluk des Siegers bei Jena. Die Wache sagte ihm die Ursache. — „Recht so"! antwortete er. „Zurück" I schrie er den Flehenden in seinem arabisch-französischen Kauderwelsch zu: „mein kai. serlicher Herr hat Wichtigeres zu thun, als Weibergewinsel anzuhören! Zurück, sage ich oder .. .." und er zog ein Pistol aus dem Gürtel und hielt es ihnen vor.

Mit bangem Angstruf wichen die Bittenden einige Schritte zurück.

Ein braver Veteran, welcher sich die Narbe, die über sein Gesicht lief, in der Schlacht bei den Pyramiden geholt, batte vom Fenster des nahe» Ordonnanzzimmcrs den rohen Auftritt gesehen, und mit edlem Un­willen trat er jetzt heraus. Einige begütigende Sßorte an Rustan, der wohl roh, aber nicht bösartig war, besänftigten diesen; er steckte sein Pistol wie­der ein und entfernte sich. „Laissez passer“! befahl der Veteran jetzt den Mameluken. Diese glaubten sich zwar nicht verbunden, dem Befehle eines Offiziers zu gehorchen, der nicht zu der Mameluken-Garde gehörte, allein der Orden der Ehrenlegion in seinem Knopfloche, und die Erinnerung, daß er einer von Denen war, die mit Napoleon die Leiden und Gefahren Egyptens getheilt, legten ihnen Rücksicht auf. Sie wußten, daß ein solcher sich mehr erlauben durfte, als ein Anderer. Mit leisem Murren und finsterm Auge ließen sie die beiden Frauen herein.

„Was suchen Sie hier, meine Damen"? frug sie nun in verbindlichem Tone ihr Beschützer.

Madame Werner erzählte ihm das Unglück ihres Sohnes., und bat ihn, sie und ihre Tochter zum Kaiser zu führen.

„Zum Kaiser" ? frug der Offizier verwundert. „Man kann nicht so johne Weiteres bei ihm eintreten", setzte er lächelnd hinzu.

„Wir überbringen ihm eine Bittschrift", fiel Bertha ein. „O, bitte I Wenn Sie uns führen, gelangen wir gewiß zu ihm".

(Fortsetzung folgt.)

Tägliche Fremdenliste.

(Angekommen am 4. Januar.)

In Gast- und Badhäusern.

Adler. Hr. Thönge« m. Gern., Kfm. a. Montabaur. Hr. von Gagern, Kreisamt­mann a. RüdeSheim. Hr. Graf von Ingelheim m. Gem. und Dienerschaft a. Geisenheim. Hr. Löb, Kfm. a. Bingen. Hr. Gallenkamp, Student a. Heidelberg. Hr. Münster, Inspektor von der Lberrheincrhütte.

Grüner Wald. Hr. Banm, Kfm. und Hr. Kirschbaum, Oekonom au« Eöln. Hr. Schwab, Kfm. a. Mainz.

Taunus-Hotel. Hr. Weber, Kfm. a. Aachen. Hr. Keßler, Kfm. a. Aschaffenburg.