Verloren.
Testern Abend wurde von dem Laden des Herrn Beyerle in der Kirch» gasse durch die Schulgaffe bis in die Maucrgasse ein brauner Schleier verloren. Der redliche Finder wolle denselben gegen eine Belohnung Mauergasse Id im zweiten Stocke links abgeben. 38
Taunus - Eisenbahn.
Im Monat December 1852 wurden auf der TaunuS-Eisenbahn 41,150 Personen befördert.
Die Einnahmen betrugen während dieser Zeit:
a) für Personentransport und Gepäck 18,854 fl. 29 fr. b) „ Transport von 32,408 Ctr. Frachtgut . . , 5,010 „ 38 „
c) » u - 4 Reiscwagen...... 29 „ 9 „
d) u » „ 368 Stück Schlachtvieh, 3 Pfer
den, 158 Hunven und 2023 Traglasten . . . 403 „ 18 „
Summa der Einnahmen 24/297 fl. 34^
Hierzu für Transport von 1575 Militärpersonen, deren
Effecten ic. vom 1. Januar bis Ende December 1852 729 fl. 44 fr.
Total 2^,027 fl. 18 fr.
<Jhu* Unterhaltung.
Eine Freundin Napoleons.
Roman von Wilhelmine Lorenz
(Fortsetzung.)
2.
Zwei Tage nach dem Einzüge Napoleon's in Berlin erschienen zwei Frauenzimmer vor den» äußersten Thore des Königsschlvsies, das sein jetziger Bewohner zuni Kaiserschlvsse erhoben, oder vielmehr erniedrigt hatte, und baten um Einlaß. Die Aeltere der beiden Damen war in Schwarz, die Jüngere in blendendes Weiß gcfleidet. Beide trugen tiefe Trauer in den kummervollen Zügen. Die Wache wies sie zurück. Sie baten, sie flehten — die Gardisten zuckten die Achseln und blieben bei ihrer Verweigerung.
„Haben Sie Mitleid für unfern Schmerz" I bat Bertha in den rührendsten Lauten Ihrer schönen Stimme und ihrem weichen Berliner Französisch, die schönen, in Thränen schwimmenden Augen zu den Unerbittlichen auf- schlagend: „Wir flehen um das Leben eines Lohnes, eines Bruders"!
Welcher Mann widersteht so leicht einer Thräne in schönem Auge? Und Die, welche hier widerstehen sollten, waren Franzosen! Sie blickten einander an, und ihre Mienen fragten sich, ob sie hier nicht nachgeben dürften.
„Wir haben dem Kaiser eine Bittschrift zu überreichen", nahm die Mutter wieder das Wort, die Schrift dervorziehend, die sie unter ihrem Shaw! hielt.
„Sie haben eine Supplik, Gerard"! sprach der Jüngste der beiden Gardisten zu seinem etwas älteren Kameraden, und als dieser nichts dagegen . einwendete, zog er das Gewehr, das er mit dem des Andern gekreuzt hatte,
