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Die Gefangenen wurden nun gefesselt, die Leichname der Indianer in den reißenden Strom geworfen und unter Trauer und Thränen die gefallenen Ansiedler beerdigt.

Smith war mild gegen Powhattan, wie er auch den Seinen die größte Sanftmuth und Milde gegen die gefangenen Indianer gebot. Powhattan, wie diese, erwarteten nichts Geringeres, als einen grausamen Tod von der Sieger Hand, wie es die Sitte ihres Volkes war. Powhattan bewies jene kalte Resignation, welche standhaft auch die Qualen der erfinderischsten Grau­samkeit erduldet, in welcher sich so oft die feindlichen Stämme der Indianer zu überbieten strebten, ohne einen Laut des Schmerzes, der als Feigheit würde gegolten haben, vernehmen zu lassen. Er war stumm und ruhig, und wenn ja eine Gemüthsregung sich aussprach in seinen scharfen Zügen, so war es der Grimm über die Schmach und das llnglück seiner Gefangen­schaft.

Das Feuer hatte in Jamestown doch die Verheerungen noch nicht an­gerichtet, welche die Kämpfenden befürchtet hatten. Es war bald gelöscht. Ihr Magazin stand noch. Brüderlich nahmen die, deren Hütten noch standen, die klebrigen auf.

Dem Fleiße der Ansiedler gelang es in kürzester Frist wieder, bei dem Hvlzreichthume der Colonie, die niedergebrannten Wohnungen anfzubauen, und es währte nicht lange, so war die Spur jenes Unglückes gänzlich getilgt.

Oft war Smith bei Powhattan und hatte sich bestrebt, ihm Rede ab­zugewinnen, aber alle seine Mühe war umsonst; hartnäckig schwieg er, und selbst das Anerbieten seiner Freiheit wies er mit verächtlicher Miene zurück. Snüth staunte ob der Charakterstärke dieses Wilden. Er würde ihm gleich am andern Tage schon seine Freiheit wiedergegeben haben, hätte hier nicht die Politik seinem Herzen Fesseln angelegt. Er beabsichtigte, durch freund­liche und wohlwollende Behandlung den mächtigen Häuptling sich erst zum Freunde zu machen, und dann ein dauerndes Bündniß mit ihm zu schließen, das auf der Grundlage der Achtung und des Wohlwollens beruhe. Täuschte ihn nun auch gleich das äußere Benehmen des Häuptlings sehr, so war doch Powhattan wirklich überrascht von der Behandlung, die er erfuhr. Er er­wartete grausamen Tod und fand Milde und Freundlichkeit ja das Anerbieten seiner Freiheit. Er begann in der Stille dieses Benehmen der Ansiedler mit dem zu vergleichen, wessen Jukka sie beschuldigt und hegte allmählich leise, dann stärkere Zweifel an Jukka's Wahrheitsliebe. Indessen war die Gewohnheit zu mächtig und er suchte dann an andern Augenblicken nur List in diesem Benehmen Smith's und erwartete dennoch seinen Tod mit Gewißheit.

(Fortsetzung folgt.)