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Donnerstag, 20 . Kugust IYI 4 .

Kdend-Ausgabe.

Nr. 386 . * 62 . Jahrgang.

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Deutsche Erfolge Zur §ee.

^rgang eines englischen Unterseebootes. ^ engl. Torpsdobootszerstörer beschädigt.

Berlin, 20. Aug. Die beiden kleinen .^rStraßburg" undStralsund" haben in den ^ Tagen einen Vorstoß nach der südlichen Nordsee geführt. Hierbei sichtete dieStraßburg" unter ^^'glischen Küste zwei feindliche Unterseeboote, von n? >ie eines auf größere Entfernung mit wenigen >""°n zum Sinken brachte.Stralsund" kam in ^euergesecht mit mehreren Torpedo-

^Zerstörern auf größere Entfernungen. ! l englische Torpedobootszerstörcr erlitten Be­dungen. Bei dieser Gelegenheit konnte ebenso e ' der Erkundigungsfahrt eines Luftschiffes Skagcrak erneut festgeftcllt werden, daß putsche Küste und ihre Gewässer frei . ü' e i n d c n sind und die neutrale Schiffahrt nn- "ert vor sich gehen kann.

^^Utsche Erfolge an der westgrenze und in Belgien.

h, Ein Erfolg der Bayern und Badener.

20. Aug. Bayerische und badische fe 11 ^^Ü!fen die bis Weiler, 15 Kilometer nord- von Schlcttstadt, vorgcdrungenc 55. französische ^ ^eric-Vrigade, brachten ihr große Verluste bei ,, ® ftt feu sie über die Vogesen zurück.

französische Kavallerie-Brigade nördlich von Namur geschlagen.

Berlin, 20. Aug. Die französische ^allerie-Brigade wurde unter schweren Verlusten }J t,U£ 3» nördlich von Namur, von unserer Kavallerie Geworfen.

^riegsberrLe der Deutschen bei den Erfolgen in Belgien.

^ Berlin, 20. Aug. Unsere Truppen er- jd? T i r I e m out (Thicncn), östlich von

h.- »ördlich von Perwez, eine Fcldbatteric, ^ ''"trc Batterie, eine Fahne und machten j,^efangene. Unsere Kavallerie nahm ,.^Nide bei Perwez zwei Geschütze und zwei

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l n c n g e >v c h r e ab.

japanische Ultimatum überreicht.

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Berlin, 20. Aug. Der hiesige % / . c * ,c Geschäftsträger überreichte im Anf-

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"kj>: "^r Regierung eine Note, worin unter H«^''aig ans das englisch-japanische Bündnis Jiij e ^ e Znrückziehnng der deutschen Kriegs- \ japaiilscheu und chinesischen Ge-

"der Abrüstung dieser Schiffe, ferner ! 'September bedingungslose Nebergabe gälten Pachtgebietes Kiantschan an die stBehörden und unbedingte Annahme L Errungen bis 23. August verlangt wird.

^ Telegramm des Gouverneurs von Mautschau.

Berlin, 20. Aug. (Telegramm aus

In Bestätigung der Mitteilung des

.. lltnnatums ein stehe für Pflichterfüllung äußerste. Gouverneur.

P dcr beiden KreuzerStratzburg" undStral-

A ^8 Telegramm dcS Gouverneurs von 5!i autsch au. j». °"in, 20. Aug. (Eig. Drahlbericht) Über die

1 , ib e e . n der deutschen KreuzerStratzburg" undStral- j^ ° e n mit gutem Grunde keine weiteren Ein- r 1 toi \ verüsscntlicht. selbst apjf die Gefahr hin, daß auch K big Ifoer die gegnerische Presse den Versuch machen X^ahrheit in ihr Gegenteil zu verkehren, solchen Versuchen können wir erfreulicherweise

faststellen, daß die beiden deutschen Kreuzer unkbe- schädigt geblieben sind. Besonders zu begrüßen ist die wiederholte Mitteilung, daß die deutschen Gewässer frei vom Feinde und frei für die neutrale Schilffahrt sind.

Noch lebhafteren Widerhall vielleicht wird aber im ganzen Reiche das Telegramm des Gouverneurs von Kiautschau, des Kapitäns z. >S. M e y e r - W a l d e ck, finden. Es stellt die Antwort auf die amtliche Übermittelung .des japanischen Ultimatums dar und zeigt, daß der Geist, der in dieser harten Zeit im ganzen deutschen Volke und namentlich in unserem Heer und in unserer Marine zur bewundernswertem Aus­druck gekommen ist, auch dort draußen herrscht, auf dem äußersten besonders schwierigen Posten.

3u den Erfolgen im westen.

Berliner Preffcstimmen.

IV. T.-B. Berlin, 20. Aug. Die schweren Verluste der französischen Truppen, welche in den gestrigen beiden Sieges­botschaften mitgeteilt wurden, finden in den Morgenblättern eingehende Würdigung. DerBerliner Lokalanzcigcr" schreibt: Als wenn wir für Schirmeck entschädigt werden soll­ten, weht uns der frische Kriegswind, der augenblicklich offen­bar an unserer Westgrenze sein Spiel treibt, zwei sehr hübsche S i e g e s n ach r i ch t e n zu. In derVoss. Zeitung" wird gesagt: Anscheinend haben an der Westgrenze große Operationen eingesetzt, und es ist eine sehr schöne Vor­bedeutung, daß beide gleich mit einem bedeutendem Erfolg eingeleitet worden sind. DieDeutsche Tages­zeitung" bemerkt: Wieder zwei sehr schöne Erfolge an der Westgrenze. Die größere Bedeutung scheint der Niederlage der französischen Kabnlrerie in Belgien zuzukommen.

In derTügl. Rundschau" liest man: Man begreift jetzt, warum es. den König der Belgier drängte, von Brüssel nach Antwerpen zu gehen. Pervez, wo die deutsche Kavallerie die­len Sieg errang, liegt nur noch 42 Kilometer von Brussel ab, und nur noch 10 Kilometer von der Bahn und Straße von Brüssel entfernt. Zu der Meldung, daß eine frarrzostsche Brigade über die Vogesen zurückgieschleudert wurde, bemerkt dieRundschau": Die braven Bayern und Badenser haben die Franzosen gründlich darüber belehrt, daß sie sich blutige Köpfe holen, wenn sie ihren

0 e .! Spazier gang weiter ausdehnen. Auch im Vorwärts" wird dein Ringen im Westen in den Tagen der Spannung eine würdige Bewertung gezeigt. Die Deutsche^ Tageszeitung" mahmt zur Ruhe und Zuversicht. Das deutsche Volk kann mit Vertrauen und Hoffnung auf die

Werder n ' ber 1 c rte Hoffnungen in Erfüllung gehen

Deutsch-Lüttich.

DasAmsterdamer.Handelsblad" meldet aus Lüttich, daß dort das deutsche Militär mit großer Energie die Verwaltung m die Hände nimmt. Die Holländer werden mit beson­derer Freundlichkeit behandelt, zum Beispiel von Einquartie- rungen befreit. Das Eisenwerk Smulders und andere Fabriken beginnen wieder zu arbeiten; die C o ck e r i l l - er oJ t: r ^eutfdjen Händen, und zwar unter der Leitung von oberst K e p p e l, dem deutschen Kommissar der Lütticher Weltausstellung 1905. Eine Proklamation, die an den Fabriken angeschlagen ist, besagt, daß die Arbeiter während des Kriegs 5 0 Prozent Lohnerhöhung erhalten sollen. In Brüssel und Antwerpen herrscht eine sehr gedruckte Stimmung wegen der großen Schlacht, die n !? n r! £. ar - tc /-\ Brüssel sind die Straßen wie ausgestorben; alle Gastwirtschaften werden um 10 Uhr geschlossen.

Dcr Belgische Kommandant von Lüttich als Gefangener in Köln.

j, 19- Angesichts der fortdauernden Lügen der

ausland.scheu Presse stellt dieKölnische Zeitung" fest, daß der Kommandant dm: Festung Lüttich, General Löman, heute im nutomobrl als Gefangener in Köln eingetroffen ist.

Aus dem Hinterhalt erschossen? .

r a ° dl ! tt / 2 1 o'oL U9 : m dem belgischen Ort Bise sollen

§ " kostete, 2 Unteroffiziere und 6 Mann durch Zivilisten aus dem Hinterhalt erschossen worden sein.

Strenge Zensur in Frankreich. Ernste Lage in Paris. Maschinengewehre in den Straßen

Nug. (Eig. Drahtbericht) Die ^ r Irft 1 0 O! «Zensur wird jetzt sehr streng gchandhabt. Der Pariser Berichterstatter derNational-

Ifrfl b r 1 oi , !!n! r. l T' Straßen nnruhen melden, btc sich dort ereignet haben und wobei mchrerrhuiidert

^ e r h a f t « « 0 e n vorgcnommcn wurden. Ein neues Preß-

K r i e i die Veröffentlichung a m blich c r

K r r e g ^ m e l d u n g e n. Dre Kaffee Käufer müssen

s'ckmswn auf bcn's^fi ,uc . rbc "- Die Terrassen dcr Gastwirt- schastcn aus den Straßennd verboten Die in allen aröüe- ren Straßen stehende» Ac a s ch i e n ge weh re zeigen,^°daß man ans Kampfe mit dem P ö b e l gefaßt ist. ^ ^

Die französische Vertretung in Holland.

W. T.-B. Haag, 20. Aug. Der französische Gesandte ist nach Parts abgereist. Allize, der bisherige französische Ge­sandte in M ü n ch e n, ist mit der Geschäftsführung beauftragt worden.

Das Vordringen der Geftsrreicher in Serbien.

Wien, 10. Aug. Wie LieReichspost" meldet, haben Sie osiervelchrsch-ungarischen Truppen auch bei Pro­st a r, 23 Kilometer westlich von Semlin, die Save über­schritten und die serbische Stadt Obrenowatsch ge- nommen.

4 russische Torpcdojägcr nntcrgeganqen.

^ Stockholm, 20. Aug. (Eig. Drahtbericht) Schwedische Zeitungen erfahren aus Finnland, daß zwei russische Torpedvjäger zusammengestoßen sind und mit schweren Beschädigungen in flaches Wässer ge­zogen wurden. Ein anderer Torpedvjäger ist schon früher gestrandet. Ein vierter geriet auf russische Minen und wurde in die Luft gesprengt. Der Befehlshaber des russischen Sweaborger Kriegshafens beging Selbstmotrd, vermutlich wegen dieser Unfälle.

Zu dem japanischen Ultimatum an Deutschland

äußern die Blätter übereinstimmend, daß englischer Geist aus dem einfach unverschämten Ultima- t u m spreche. DerVorwärts" bezeichnet die japanischen Forderungen als erpresserisch. DieNeuesten Nach­richten" sagen, England führe die farbigen Rassen gegen Europa heran. In derVoss. Zeitung" schreibt Bernhard: Nrcht ausgeschlossen ist es, daß durch das japanische Vorgehen der Krieg, der bereits Europa voll in Flammen gesetzt hat, nunmehr auch die ganze übrige Welt hell auflodern dem ttftnncthuu ist !Iar und deutlich ausgesprochen, daß im Umkreis des Stillen Ozeansallein Japans und Englands Wille herrschen darf. Das scheint uns sehr wichtig für A m e r i k a. Die Vereinigten Staaten von Nordamerika haben jetzt die Wahl.

DieFrankfurter Zeitung" schreibt aus Berlin u. a.: -Menu es in dieser Zeit dramatischer Spannung noch eine Steigerung an zynischer U n v e r fr o r e nb e it aäbe, dann wird man sie in dem Ultimatum Japans erblicken "dür­fen, das wirklich das Schamloseste darstellt, was wohl d : e l: t i k je gesehen hat. Japan ist mit England verbündet. Das Bündnis bezieht sich nur auf Ostasien, ist ge­schlossen nur für den Fall, daß ostasiatisches Gebiet der beiden Kontrahenten von einer fremden Macht angegriffen würde, ^apan ist aber England viel enger liiert dadurch, daß es völlig und auf Gnade und Ungnade vorn englischen Kreditseil ab- hangt. Deshalb sahen ernste Politiker nur mit Staunen und Ungläublgkeit die freundlichen Demonstrationen Deutscher vor sapanischen Botschaften und Konsulaten auf vage Gerüchte hin, Japan wolle Rußland den Krieg erklären. Jetzt zeigt es sich: Dasritterliche" Land der alten Samurais will nicht etwa gegen Rußland kämpfen, es will nur einfach ein wenig stehlen." Weiter sagt das Frankfurter Blatt:Man hat :n diesen Wochen schon gelernt, auf manche liebe ?l n - schauung zu verzichten, auf die hin man Dezennien hin­durch von Friede^ und Freundschaft unter den Völkern ge­träumt hat. Wir werden aus diesem Krieg als andere Menschen h e r a u s k o m m e n als wir h i n e i n g e g a g e n sind, und jetzt schon, nach kurzer Zeit, versagt fast die Entrüstung über die Handlungsweise Japans gegenüber einer in ver­meintlicher Notlage befindlichen Macht, von der es reiche Be­werfe dcr Sympathie und ein gutes Stück bester Wissen­schaft und Kultur empfangen hat. Wozu noch sich ent­rüsten in einer Zeit, in der Scham, Ehre, Wahrheit und Dank­barkeit und manche anderen Tugenden zu den Hunden ge­flohen zu sein scheinen! Deutschland wird das Ultimatum ab­lehnen; die Welt würde es nicht verstehen, wenn es kampflos vor einem Räuber zurückwiche. Aber auch über un­sere Interessen in Ostasien wird schließlich abgerechnet auf den Schlachtfeldern E u r o p a s !" DieKreuz- zcitung" sagt: Wir täuschen uns nicht darüber hinweg, daß uns Japan schwere Opfer kosten wird. Aber sie er- s ch ü t t e r n uns nicht, wir sind bereit, sie zu den anderen auf unsere Schultern zu nehmen.

Ein Angenzeuge über das verbrecherische Treiben ober- elsäfsischer Französlinge.

Über die Vorgänge in der Schlacht bei Mülhausen-Senn- heim und über das Verhalten der Mülhauser Bevölkerung schickt eip^ Feldgeistlicher, der auf den Schlachtfeldern und in den Spitälern in Colmar und Mülhausen tätig war, der Köln. Volksztg." folgenden Bericht:

Mülhausen, 13. August 1914.

Samstag, 8. August, nachmittags, erschienen die ersten Franzosen hier in der Stadt. Die erste Patrouille wurde geführt von einem geborenen Mülhauser, der im französischen