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Donnerstag, 20. August 1914*
Wiesbadener Tagmarr.
E? a ? us S e 3eid^rtet, die Leute sangen und begrüßten den Zug
A.sandten mit Jubel; sie blickten verwundert darein, daß ^ ihnen nicht auch jubelnd antwortete. Die Felder sahen . Mn aus; von der Getreideernte war nur erst die Hälfte Tracht. In Hannover wußte man offenbar, wer in dem A saß. Denn vor den Wagen der Gesandten stellten sich /kehrleute auf und sangen „Deutschland über alles"; As machten sogar drohende Geberden. Auf der folgenden ?°n standen 200 Frauen und Mädchen vom Roten Kreuz; ^ sie sangen die „Wacht am Rhein". Der Gesang, bemerkt Berichterstatter, war überall merkwürdig gut. Er klang »Ach drohend und fest entschlossen. Die Haltung des Volkes AMcht und rührend. Ich sehe überall wahre Vaterlands- religiöses Feuer, Opferbereitschaft und Vertrauen ahne Spannung. Die groben Erscheinungen des Jingoismus
In Deutschland hat England einen wür-
Feind.
Kriegsfreiwillige.
ftä. Leipzig, 19. Aug. Der ordentliche Honorarprofessor i Geologie an der hiesigen Universität, Kaspar Renß Agory, hat sich als Kriegsfreiwilliger gestellt. Gregory 1 int Alter von 68 Jahren; er ist Deutsch-Amerikaner. Ed. Weimar 19. Aug. Der weimarische Dichter Frhr. 'd. Daube', bekannter Lyriker und Verfasser des ">ns „Der verborgene Herbst", hat sich freiwillig als 'Per gestellt.
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Vorsorge und Fürsorge.
Die Zentrale der auch in Wiesbaden ansässigen Firma mrad Tack u. Cie. in Berlin hat den Betrag von Avg Mark für die Hinterbliebenen gefallener Krieger ^nbet und für die Angestellten der Fabrik, und deren Lilien Vorsorge getroffen.
,ty. T.-B. Berlin, 19. Aug. Zur Unterstützung durch den A'n Not geratener Familien überwies Geh. Rat Fried- ^ er-Fuld dem Berliner Magistrat 30 000 M., die Attei Pfi-fserberg 10 000 M., letztere mit der Bestimmung, Mn erster Linie Berliner Gastwirte lberücksichtigt werden. A»rch den Krieg in Schwierigkeiten mit der Mietszahlung m sind.
. Eine Kriegsstiftung der deutschen Oberlehrer.
Merlin, 18. Aug. Im „Deutschen Philologenblatt" verficht Professor Rudolf Grau einen Aufruf, worin es ! ' »Eine schwere und sorgenvolle Zeit ist angebrochen, w steht auf dem Posten, dem Vaterland zu dienen. Wir Ml- Oberlehrer könnten in dieser außerordentlichen Zeit .Mch mühelos etwas Außerordentliches tun; wie wäre es, ? tvir uns kurz entschlössen, die im Jubiläumchahr unse- °,Anisers gesammelte Spende von 100 000 M., aus deren P> nach Beschluß des Münchener Verbandstags ein Er- >sheim geschaffen werden soll, statt dessen dem Roten ^ zu überweisen? Die wackeren Männer, die ihr Blut .Uns veraießen, haben Anspruch auf UNI er aller ichnellite >ichste Hilfe; mit dem Erholungsheim aber hat es wirkst eine Weile Zeit. Es tut not. Keine lange Disku,ston! ;!>e§ schnellen und begeisterten Entschlusses bedarf es." I Aufruf ist der beste Erfolg zu wünschen. An der Zu- fug des Kaisers, dessen Namen die Stiftung tragt, wird nicht fehlen!
Studentische Vereinshäuser als Lazarette.
, «erlin, 18. Aug. Eine Anzahl studentischer Körperschas- beschlossen, ihre Vereinshäuser als Lazarette und Ge- -Vheime für unsere Krieger zur Verfügung zu stellen. Ar wurden Fachausschüsse für die Be,Haftung von Betten, Me und anderen Erfordernissen für die Einrichtung der ^rtte und Genesungsheime und für ine Gewinnung des Ais-, Pflege- und Bedienungsper,onals gewählt. Gerden woLn an die Geschäftsstelle für die Eich ung von
^»gsheimen in studentischen Verbnidungshau, ern z. H.
Erektors Max E. Horn, Berlin, Puttkamerstraße 13, c -
. Opfcrwilligkeit der Kruppschen Arbeiter, c Vs. T "R (fffnt 19 Aua. Die gesamte Arbetterscyasl oer
^8 zur K r i e g s f ü r s o r g e zur Verfügung zu stellen. . Herabsetzung der Berliner Lebensmittelprcise
T.-B. Berlin, 19. Aug. Der OberbesehlÄsiber n -e LP erläßt folgende Bekanntmachung. Nachdem ^achun? durchgeführt und die dadurch b dtt-gien ;; Un ßen im Eisenbahnverkehr 'M Kenntlichen nd g stimme ich hiermit: Das von nur «-Offene Bert^ iü Ausfuhr von Mehl, Getreide, Schlachtvieh unv KP Filsch aus dem Gebiete des Zweckvebbandes von E^erlin tritt für alle genannten Gegenstände mit . tz von Ro gen, Roggenmehl, Weizen und We.zenmchl w besondere für Hafer, Gerste, Vwh und F ei ch °Mt Kraft. Für Roggen und Roggeumehl ritt d ^verbot mit »lauf des Sonntags, 23. August, autz ^ tut Weizen und Weizenmehl mit Ablauf des 28. A g ). Berücksichtigung der veränderten Vechaltm sie sitz: H
Nö°croot mit Mwaus oes
?<!('' fat Weizen und Weizenmehl mit Ablauf des 28. A g >. ^Berücksichtigung der veränderten Vechaltmsse sitze 1 > A brn heute ab die von mir unter dem 2. August für das B des Z w e ckverbandes von Groß - B e r l , n De- Hiep Höchstpreise für den Verkauf von Me hl und
^ >n 'den' gewerblichen Verkaufsstellen folgendermaßen
L Für 1 Pfund Roggenmehl von 27 auf 20 Psi für 'Weizenmehl von 30 aüf 24 Pf., von 1 Pfunv Salz
C. M - 6 Pl-
von
Avnc, per Arbeitslosigkeit durch staatliche Bauarbeitcn.
T.-B. Berlin, 19. Aug. Die „No r d d. Al g. Zt g.. \ l - Bei dem Ausbruche des Krieges sind infolge starker
Sh»; . ''OZl Dem VlUtfULUUje ucy ; 1 ^ Sitrrft
!Leerung von Arbeitskräften von Unternehmern vurcy it z^ilmachung auch Arbeiten im Bereich des Mm°,termms l Tätlichen Ärtbciien an manchen Stellen eine Zeitlang Äm geraten. Der Minister hat angeordnet, daß ™ .streiten seines Ressorts ungesäumt wieder auf- VLnr e n und nach Möglichkeit zu fördern stnd, um der ) Ksigkeit in tunlichst weitem Umfange zu steuern. »cy
idl zur Fahne einberufener Bcrhnunterhaltungs-,
^j,Pen- und sonstiger Arbeiter wird einer Anzahl von Ziesen Arbeitsgelegenheit geben.
. Professoren als Landbriefträger.
yA Böttingen, 19. Aug. (Erg. Drwht'bericht) Wie groß ^Willigkeit in allen Kreisen und Ständen des deuftchcn A.ist, beweist schlagend eine Nachricht, die in den 1 $en 1 "d )a f 111$e n Blättern" steht. Danach
.Anzahl Göttinger Professoren die Stellung eines
"^slrägers angenommen.
. Ein Aufruf der deutschen Juden Pe folgt: Deutsche Juden! In dieser Stunde gilt es i-^aufs neue, zu zeigen, daß wir stammesstolzen fuden
■ besten Söhnen des Vaterlands gehören. Der Adel un-
serer vieltausendjährigen Geschichte verpflichtet. Wir erwarten, daß unsere Jugend freudigen Herzens freiwillig zu den Fahnen eilt. Deutsche Juden! Wir rufen Euch auf, im Sinne des alten jüdischen Pflichtgebots mit ganzem Herzeii, ganzer Seele und ganzem Vermögen Euch dem Dienst des Vaterlands hinzugeben.
Der Reichsverein der deutschen Juden. Zionistische Ver- Vereinigung für Deutschland.
Wir schließen uns dem Aufruf des Reichsvereins der deutschen Juden und der Zionistischen Vereinigung für Deutschland an. Wir vertrauen, daß unsere Jugend, durch die Pflege jüdischen Bewußtseins und körperliche Ausbildung in idealer Gesinnung und Mannesmut erstarkt, sich in allen krieqerischen Tugenden auszeichnen wird.
'Das Präsidium des Kartells jüdischer Verbindungen.
Der Ausschuß der jüdischen Turnerschaft.
Franktireurs im Priestcrgewande.
Die „Köln. Volksztg." schreibt: In der gestrigen Abend- Ausgabe haben wir bereits mitgeteilt, daß auch Geistliche im Oberelsaß hinterlistig auf unsere Truppen ge,chojsin haben. Diese Mitteilung wird uns bestätigt durch dw Angaben ans einer Feldpostkarie eines Leutnants, die wir heute aus S e n n h e i m, datiert 10 August erhalten. Die betreffenden Sätze lauten: „Die . - l s a 1 s r s ch e n Ger .
lichen sind hier in der Mülhaustner Gegend sehr unzuverlässig und franzosen freundlich^ leisten Spionendienste und schießen in dunkler Nacht heimtnckych ans uns. Heute haben wir einen Pfarrer erschossen. Andere sind gefangen genommen worden und werden vor das Kriegsgericht gestellt."
"ange, bange Stunden.
Eupen. IS. Aug. Zwei vorgestern abend ai^ BÄgien hier
angelangte deutsche Infanteristen «g • JL' rf Aiebenen «Ornatpr ptn UntcrolffiA-^c unö btct
Kompagnien unseres Regiments, waren in d-u Kämpfen vor Lüttick am 7 August von unseren Truppen getrennt wor, ken und nachträglich in die von den Deutschen besitz e Sta t geraten. Wir beschlossen, Miser Regiment w-eder aufzusuchen, und reguirierten einen belg,;chen Kraf,wagen. Am Montag wollten^ wir nach einem Dorfe fahren, wo ro t die Unsir'gen vermuteten, als uns eine ältere Frau^ egeg . fragten sie nach dem Wege und nahmen sie m dem Auto msi damit sie ihn uns zeige. Sie fuhr Mit uns bis an ein Haus, wo sie zu wohnen angäb, und stieg dort mit dem Bemerken a&, wir brauchten nur noch fünf Minuten bis zu einer Brücke zu fahren, wo wir unser Ziel vor uns ,ahen. Hinter de Brücke sahen wir uns plötzlich einer »teilung von 20 bis 3 0 belgischen Soldaten gegenüber, die uns niedcr- zuschießcn drohten und vor deren Übermacht w,r d,e Waffen strecken mußten. Man nahm uns alles ab, verband uns die Augen und führte uns fort; wohin, wußten wir nicht. Schließlich wurden wir verhört — unser Offizrer nnd mn unter un- befindlicher Elsässer sprachen Franzostich —; man hwlt uns >für Spione, und wir hatten die Aussicht, erfchoffen zu werden. Nach einiger Zeit nahm man uns die Binden ab, und wir merkten jetzt, daß wir auf einem Fort waren. Man -brachte uns in zwei tivsgelegene dunkle, feuchte Gelasse, und zwar den Offizier für sich allein, die übrigen zn,ammen. Von Stunve zu Stunde harrten wir des Todes. So vergingen eine, Nacht und ein Tag. Wir wurden im übrigen verhältnismäßig anständig behandelt und notdürftig beköstigt. Nur riefelte an den Wänden das Wasser herab, so daß alles naß war. Aus» treten durften wir nicht, die Luft war verpeistet, und wir fühl- ten, daß wir es wohl nicht länger als eine Woche aushalten würden. Von dem Fort wurde unalblässig geschosien. Mitt. wochnachmittag begann deutsche Artillerie das Feuer zu erwidern, In der Nacht zum Freitag gelang es dem größeren Teil der Besatzung, unbemerkt aus dem Fort zu entkommen. Folgenden Morgen wuchs in diesem die Not. Schon seit Mittwoch fehlte es an Lebensmitteln, so daß wir hungern mußten. Unter der zurückgebliebenen Besatzung stieg die A n g st von Minute zu Minute. Die Wirkung der deutschen Geschosse war verheerend. Viele der Belgier wurden getroffen, andere erlitten schwere Brandwunden, deiin auch die auf dem Fort lagernden Petroleum- Vorräte fingen Feuer. Die Belagerten liefen wie wahnsinnig umher. Endlich wurden wir aufgesordert, die weiße Fahne auf dem Fort zu schwenken — zum Auf- hissen war keine da. Die Besatzung selbst war zu ängstlich, und einer von uns stieg mit einem weißen Lappen auf die Trümmer hinaus und führte den Befehl aus. Alsbald schwieg der Geschützdonner, und kurz darauf erschien bei uns ein deutscher Hauptmann, der uns aus unserer Lage erlöste.
Nächtlicher Überfall belgischer Bauern auf deutsche Soldaten.
Aachen, 17. Llug. Von einem Überfall, den belgische Bauern mitten in der Nacht auf ruhende deutsche Soldaten unternahmen, weiß ein deutscher Mitkämpfer, der hier verwundet im Lazarett liegt, folgendes zu erzählen: „Wir hatten schon gehört, daß von Privatpersonen auf die vor uns marschierenden deutschen Kameraden aus dem Hinterhalt geschossen lvorden war, und ivaren deshalb auf der Hut. Als wir am Abend in ein Dorf einmarschierten, kamen uns die Bewohner mit unterwürfiger Freundlichkeit entgegen, brachten uns aus Verlangen Wasser und auch unaufgefordert verdächtig viel Wein. Wir schlugen Zelte auf und stellten Wachtposten aus. Um 12%! Uhr nachts schreckten mich plötzlich „Wer da-Rufe" der Posten sowie Flintenschüsse aus dem Schlaf. Wir fuhren aus den Zelten und ergriffen die Gewehre. Da kommen sie her! rief der Feldwebel, indem er auf eine vorspringende Waldecke zeigte. In dem lebhaften Gewehrfeuer, was jetzt losging, fühlte ich plötzlich einen Schlag am linken Handgelenk. Erst später merkte ich, daß ich dort von einer Kugel getroffen war. Unsere Angreifer waren Bauern aus dem Dorf, die uns am Abend so freundlich empfangen hatten. Auch andere Truppenabteilungen haben, wie ich hier (im Lazarett) höre, die gleichen Erfahrungen gemacht. In einzelnen Dörfern, in denen aus den Häusern auf unsere Kameraden geschossen worden ist, haben sich ganze S t r a ß e n k ä m p f e abgespielt. Die Belgier betrachten sich als Franzosen und benehmen sich wie Kongoneger. Aber sich glaube, gleich die ersten Erfahrungen, die die verschiedenen Dörfer und Banden mit unseren Gewehren gemacht haben, werden genügend heilsamen Schrecken bei dem Gesindel verbreitet haben.
Belgien» Schande.
Man schreibt der „.Köln. Ztg.": Von Linem Mitkämpfer erlhalte ich aus Lüttich folgenden Brief: „Ich be
finde mich hier im Fort, wo es mir ganz gut geht. Ein Krieg ist etwas Schreckliches, wenn er so geführt wird, wie wir es in den letzten sechs Tagen erlebt haben. Die Schuld daran liegt -aber nickt ^ 'ms, sondern daran, daß die E i n w 0 h n e r aus
Morgen-Ausgabe, 1. Blatt,Seite 3 ,
dem Hinterhalt auf uns geschossen haben. Vor allem war die
Schlacht um und in Lüttich das Schrecklichste, was ich je gesehen halbe. Ein Husar, der leicht verwundet war, wurde, während er ermüdet zurückblieb, von Dorsbcwöhneru gefangen genommen. Ihm wurde das Pferd getötet. Dann schnitten ihm die Grausamen lb eid e Oh r en ab, stachen ihm die Augen aus und ließen ihn laufen. So wurde er von Kameraden, die aus Patrouille waren, gefunden. Daß sich der Kameraden eine fürchterliche Wut bemächtigte, braucht wohl nicht erst erwähnt zu werden. Um sich zu rächen, steckten sie das ganze Dorf in Brand und nahmen die männlichen Einwohner fest und erschossen oder erhängten sie. Als wir durch das Dorf marschierten, bot sich uns ein schrecklicher Anblick dar. Hungernde Haustiere liofen in den öden Straßen umher. Haufenweis lagen Pferde auf den Straßen, die teils erschossen, teils an Kolik krepiert waren. Endlich kamen wir bis an die Maas. Dort setzten wir mit Fähren über und marschierten die ganze Nacht hindurch, bis wir morgens um Sy 2 Uhr vor Lüttich standen. Hier gab es einen schweren Kamps; man meinte, man wäre im Manöver, wenn man nicht ab und zu durch ein krepierendes Schrapnell oSer durch stöhnende Kameraden an den Ernst des Krieiges erinnert wurde."
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General Jvffr« und die Forts von Lüttich.
8. Berlin, 19. Aug. (Eig. Drckhtbericht) Wie großö skandinavische Blätter berichten, meldete das Londoner Nach- richteüburean „Central News" am 12. d. M. (!), der französische Oberkommandiereude General I 0 f f r e habe die Forts von Lüttich besichtigt und daraufhin erklärt, daß sie u n >e t n n e h m b a r seien.
Prinz Louis Napoleon im russischen Heere.
Hct. Paris, 18. Aug. (Über Itmsterdam.) Prinz Louis Napoleon ist nach Petersburg gereist und hat sich dem Zaren zum Dienst in der russischen Armee zur Verfügung gestellt. — Der französische Botschafter in Wien und der französische Gesandte in München trafen heute in Paris ein. Beide Diplomaten erklärten, daß ihre Behandlung auf der Reise eine außerordentlich gute gewesen ist.
Das Liebeswerbeu um die russischen Inden.
W. T-B. Wien, 19. Aug. Nach einer Meldung aus Kiew versuchen die „echtrussischcn Leute" die Juden für Manifestationen zugunsten des Krieges zu -gewinnen, indem sie heuchlerisch Gleichberechtigung nach dem Kriege versprechen.
&ti§ Österreich.
Von der österrcichisch-rusiischen Grenze.
W. T.-B. Wien, 19. Aug. Die „Allgemeine Zeitung" in Czernowitz berichtet aus den von den Österreichern besetzten Grenzgebieten: Die Dörfer waren beim Einzug unserer Truppen fast menschenleer, da die fliehenden russischen Truppen die Bevölkerung vor den Grausamkeiten der österreichischen Soldaten gewarnt hatten. Als die Soldaten die zurückgebliebenen Greise freundlich behandelten, kehrten die Dorfbewohner langsam zurück. Sie fraternisierten bald mit unseren Soldaten. In dem großen Dorfe Rongack ist keine Schule, keine Post und kein Telegraph vorhanden.
Österreichs Vordringen in Serbien.
Hä. Wien, 19. Aug. Die österreichischen Truppen nähme« heute Obrenovac bei Baljevo ein.
Beschlüsse des Polenklubs.
Ein oberstes Nationalkomitee.
W. T.-B. Krakau, 18. Aug. Der Polenklub beschloß nach längerer, beifällig aufgenommener Ansprache des Obmanns Dr. Leo durch Zuruf die von der parlamentarischen Kommission vorgeschlagenen Anträge, betreffend die Gründung sqwie betreffend Errichtung von polnischen Legionen im österreichisch-ungarischen Heeresverband. Ferner wurde ein von allen Mitgliedern des Polenklubs Unterzeichneter Aufruf beschlossen, in dem der Polenklub auch namens aller anderen polnischen bisher ihm nicht ange- gehörigen Parteien auf die großen Pflichten und auf die einmütige gemeinsame und äußerste Anspannung der Kräfte des Volkes in diesem historischen Augenblick hinweist. In dem Aufruf heißt es:
„Der edle Herrscher dieses Reiches, unter dessen gerechter und weiser Regierung es einem Teil unserer Nation gegönnt war, ein halbes Jahrhundert lang die polnische nationale Kraft zu entwickeln, hat seine ganze mächtige Armee zur Verteidigung der höchsten kulturellen Ideale in den Krieg entsandt. In einem solchen Augenblick muß die Nation beweisen, daß sie lebt und leben will und daß sie bestrebt und befähigt ist, den ihr von Gott zugewiesenen Platz zu behaupten und vor dem Feinde zu verteidigen. Auf zur Verteidigung Eurer Freiheit und des Glaubens Eurer Väter!"
In der weiteren Beratung des Polenklubs am Abend, der auch zahlreiche Mitglieder des aufgelösten galizischen Landtags beiwohnten, wurde die Gründung eines alle bisher vorhandenen polnischen Organisationen umfassenden, unter Leitung Leos stehenden obersten Nationalkomitees beschlossen, dem Vertreter aller polnischen Parteien angehören.
Die Einigkeit der Volksstämmc.
W. T.-B. Prag, 18. Aug. Eine Abordnung der Prager Stadtvertretung und des Bürgerkorps unterbreitete heute dem Statthalter ihre Glückwünsche zum Geburtstag des Kaisers. Der Sprecher der Abordnung, Bürgermeister Groß, wies auf die erhebende Erscheinung hin, daß ungeachtet der Sorgen, die der Krieg naturgemäß mit sich bringe, die ganze Bevölkerung die Kriegserklärung mit Begeisterung und Kundgebungen der Liebe und Hingabe zum Kaiser entgegengenommen habe. Dieser Beweis von Opferfreudigkeit würde immerdar in der Geschichte der Monarchie glänzen. Der Statthalter, Für st Thun, erwiderte, es müsse die Herzen aller treuen Österreicher mit Freude und Stolz erfüllen, wie Deutsche, Polen, Kroaten. Magyaren, Slowaken, Slowenen, Italiener, Ruthenen und Rumänen alle früheren nationalen und Parteikämpfe vergessen und herbeieilten, um die Ehre und die Sicherheit des Reiches zu schützen. Wenn der Kaiser sich nur mit Rücksicht auf die unbedingte Notwendigkeit schwer entschlossen habe, seine Nationen unter die Waffen zu rufen, so möge es ihm zum Trost gereichen, mit wie großer Liebe alle seinem Kriegsrufe gefolgt sind. .
Englische Fischerboote auf dem Minenfang.
Hd. ESbsjberg (Dänemark), 17. Aug. Reisende, die aus England hier eingetrossen sind, erzählen, daß Hunderte von englischen Fischerbooten aus den englischen Häsen ausgelaufen sind, um die von der „Königin Luise" gelegten Minen aufzufischen, Die englische Admiralität hat aroste Be«
