unb des Klosters Lorsch interessieren vor auem bic Evengaliare in deren Malerei bis ocrschiebenen Schulen, bic Ada-Schule, bic Paiast- Ichule, bie Schule von St. Gallen ganz verschiedene Stilrichtungen auf- weiscn. In ben Einbänden wirb mit Farben, Elfenbein unb Edel- Itelnen marchenhaster Prunk entwickelt. Er folgt bic der Ottonen, die eine künstlerische Schicksalswende bebeutet. Unt bas Jahr 1000 er«
"t tn Stlbes^cim Bischof Bernwarb eine Art Renaissance. Romanische Bafiliken mit flacher Decke unb Stützenwechsel entstehen in Htldes- netm. Reben bei vrachtvollen Erztüre bes Domes ist vor allem bie ber Traianssäule in Rom nachgebilbete Bcrnwarbssäule ein Dokument Mer tugenblichen Kunst, bie von bem frischen Atem einer neuen Zett Zeugnis ablegr. In bett drei Kirchen auf ber Insel Reichenau begegnen wir ben monumentalen Sputen einer strengen Fresko- elc'. .^niey der Herrschaft bet Salischen KaiserZteigt bie romanische Kunst zu steiler Gipfelhöhe empor, bie grosen Kaisetbome wachsen
■ Stain* unb Speyer aus bem Boben. Äontab II., nach ihm Seim eich IV. Itnb bie Bauherrn, bie bieser Zeit ben Stempel ihres Geistes Mfvrägen. Konrad II. übernimmt bie alte burgunbische Krone, fügt ’Pr den Bügel hinzu unb macht sie als Reichskleinob zum Sinnbild der Macht bes heiligen römischen Reiches. Ein so altertümliches Relief wie das ber Erlernstcine verrat bic ersten Ansätze zur Großvlaftik. In bet, srühstaufischen Zeit lernen wir, besvnbers unter Barbarossa, bte großen weltlichen Bauten kennen, wie bas Eoslaer Kaiserhaus unb bie Pfalz zu Gelnhausen. Die Gestaltung im einzelnen wirb reicher wie bas bet Wormser Dom beweist. Bemerkenswert ist auch die Klosterkirche in Ierichox als erstes Beispiel ber nordischen Back- steinarchitektur. Die Plastik — etwa in bem Chor bes Halberstadter Domes — wirb ebenfalls beweglich. Es ist bies auch bic Zeit bet prachtvollen Rcliauiare wie bes Dieikönigsschteines und all bet prachtvollen Eolbatbciten, bie wir im Domschatz zu Aachen bewundern. Die Wanbmalerei erstarkt, bie Miniaturmalerei entwickelt sich zur Höhe ber Prachtkobizes einer heiligen Silbegarb. Weitaus die größten Herrlichkeiten aber hat bie spätstaufische Klassik geschaffen. Allmählich bereitet sich in ben Kölner Kirchenbauten ber Umschwung zum Übet« gangsstil not. Limburg unb Bambutg sind bic glänzendsten Beispiele. Die Glasmalerei bebeutet bereits einen nicht wegzubenkenben Bestaub bes Kirchenbaus. Die höchsten Ziele zu erreichen, war aber in dieser Epoche der Bildhauerei beidtieben. Die Stister-DcnkmSler im Naumburger Dom bedeuten bas höchste an Sctlcbenbigung bes Bild- nisscs und über bie Skulptur des Bamberger Domes ist ein Hauch klassischer Kunst gebreitet. Der „Bamberger Reiter" wurde förmlich zu einem Sinnbild deutscher Kraft unb deutscher Schönheit. So werden . 'N dem schönen Buch niet Jahrhunderte deutscher Kunst zum Erlebnis.
Dt. Wolfram W a l d s ch m i d t
«rite 4 Rr. 14«
Wiesbadener Nacheichten
Em Abend hinter der Front
.®on Kriegsberichter «unter Herbst
•a.Ben vor einet niedrigen Kate und schauten schweigend Z l" b“s„ rtejnbe Land. Bon weither - so schien cs uns jeden- ■ bann unb wann bas Knattertt eines Maschinen- S v a!"! ?bct war es seht still. Bor uns: im Dorgarten, hi?LSJa^Cctbu,d’c’ dazwischen standen, kleinen Häusern ÄrÄfr b„^ Bienenstöcke, aus denen di; Bienen emsig ein- und aus- iL^ TT1 ®K ?,Cr hlnuberzuturnmen zu den Weidenkätzchen.
vi>“n Küken zuckelte durch das hohe Gros und rnchte t6t hungriges Bolk. Hinter den Weiden am Fluß Iptelten die Ktndct unb von ben Wiesen kanten eben die Kühe und t»;°„ und maend den ausgefahrenen Weg entlang. Der Krieg 3,Url2'"t. Und doch wärest wir bereit, bereit wie die Gesetze, die dunkel drohend hinter den Hügeln standen.
„tt-- |umn!tc c’n. Lied, und ein anderer fiel ein. Es war ein hCan%',m«r‘’/'U Lied von Wald unb Wasser unb vom äßchc. Jlludj wir waren Wanderer geworden. Wan- mii'mmer ein Stück Deutschland im Herzen nenJ «ni Ä- 31511 ,u,"mJen bas Lied zu Ende unb fanden ein neues unb n^ eins, unb Hann war wieber lange Zeit Stille nur Näbe^ei^Abendli?^ übertrumpfen und stimmte ganz in der ',r*L?bcnb4leb on-.®In Icbet von uns ließ feine Gedanken wan- 'iv ^ « ihneifgenel, bis plötzlich einet "sagte — cs war wohl G ^blV ctne® Gedankens. Wir. haben so vieles gelernt in andere ' und manchmal Rot. Kameradschaft und manches
"äs uns nicht mehr verloren gehen wird, aber wir haben auch manches verlernt. Wit haben keine Zeit, uns selbst zu fin- uns „He„U^r,n1„nmaIi »UM Klingen zu bringen.' was doch' in ,<,I!Jtl?ntcrt« 2*6) U"'UC,^ auch das brauchen wir bisweilen, w6,?16™* moUen.Dcnn unsere letzte Reserve ist doch wohl wenig*?1 '£' ™arum ru[ten und wappnen wir diese Reserve so kann doch jeder nur für sich selbst tun, fiel ein anderer ein, *, J c®j£?b*’- < le*c merden in ihren Briefen auch immer wieder y* selbst linden und Betenninis ablegen von der Kraft ihres Herzens. Ein ieder wird auf feine Art einen Weg suchen und achten, daß die inwendige Quellen nicht verschüttet mftben.
Wenn er nur überhaupt sucht, nahm ber erste wieber bas Wort, tfttr bte meisten mutz doch der Anstotz von außen kommen. Auch hier wachst aus der Gemeinsamkeit das Beste und Stärkste. So haben wir im vergangenen Winter in unserem Bunker Büchet gelesen, tmr=
Jn erster Linie Erziehungsmittel
Polizeiperotdnung rum Schutze bet Jugend in neuer Form
,in Um bic b°utsche Jugend vor Kriegsschäden zu bewahren, ist eine Reihe von Maßnahmen getroffen worden, unter denen die Poli- nulLa Äjm Schutze der Jugend vorn 9. März 1940 besonders bebeutjam tft. Der Retchsfuhrer ff und Chef der deutschen Polizei dtese Verordnung au,gründ der in den drei letzten Jahren ge= lammenett Er,ahrungen in neuer Form herausgegeben. Darin wurden
CQ-tmmrllli.aen»uber b'e. Fcrnhaltung der Jugendlichen von öfsent- „2^2? ^uuzlustbatketten mit erfaßt. Datum konnten die hierfür ergangenen besonderen Reichsvolizeivero.rdnungen aufgehoben werden.
x r*”e^n ?orm ^igt die Polizcivcrordnung zum Schutze der ud starker ihren wahren Charakiet. Sic ist in erster Linie wert- ?.l2*es ® r t l e hu N g sm i tt e 1, welches vorübergehend die Jugend- ich?b^chen Einflüssen fernhält und» nicht jp sehr gesetzliche. Maßnahme, dtc die Handhabe der Bestrasung Jugendlicher gibt, wenn werben muftte0 1 m etrtet Polizcivcrordnung herausgegeben einzelnen wird mitgeteilt: Die Polizeivetordnung verbietet Tl9cn uuket 18 Iahten nunntcht den Aufenthalt auf öffent« ?Aen Stratzcn und Platzen oder sonstigen öffentlichen Orten während
Dunkelheit. Gleichfalls schränkt sie den Eaststättenbesuch der Jugendlichen eilt Mtnderiahtigc unter 16 Jahren, bie sich nicht' in Begleitung des Erziehungsberechtigten ober seines Beauftragten be= iets:?’ioU^,C2l Gaststätten nicht aufhalten. Minderjährigen von 3^b'»o fahren ist ein Besuch von Lichtspielvorführungen nach 21 llhr PW »eglettung nur bis 21 klht erlaubt. Weiterhin ist bet Besuch von Ltchtsvtelvotiuhrungen nach 21 llht ohne Begleitung bet Eltern ver- uuteu. Zu bemerken ist, daß die Polizcivcrordnung nut ben Kino- befnft ^°'kltch behandelt, nickt aber die Frage regelt, welche Filme von Jugendlichen besucht werben können. Diese Frage ist im Lichtspiel- gesetz geregelt Der nicht jugendfreie Film darf also auch nicht mit ben Eltern besucht werden. Völlig neu ist, daß nunmehr der B e s u ch ? b u.K a b a t c t t - und L a t i e t e p e r a n ft a 11 u n g e n Min - beriaftrt genügter 18 Jahren gänzlich verboten ist und Zwar auch in Begleitung von Eltern. Das Verbot der Be- nutzung von Echietz- und Svieleintichtungen für Minderjährige unter 18 Jahren ohne Begleitung des Erziehungsberechtigten oder feines ^5^unragten ist darum wichtig, weil auch im Kriege Jahrmärkte und ähnliche Veranstaltungen stattfinden und Spielautomaten in ofsent- Iicken Lokalen amgestelli find. Die Einschränkung des Alköholgcnusses und das Verbot des Rauchens in der SffenUjchkeit sind unverändert m die neue Fassung übernommen worben.
-Oie Fahrbahn ist keilt Spielplatz!"
Das Spielen der Kinder auf der Fahrbahn ist stets mit Gefahren «erblinden! Diesen Mahnruf sollten die (Eltern und sonstigen Er- iiehungsbciechtigten durch Belehrung und Ermahnung ihrer Kinder immer beherzigen. Doch bic stets mit einer grausamen Regelmäßigkeit wtederkehrenden straßcnverkehrsunfällc ber Kinder reden eine besondere Sprache, zeigen sie doch eindeutig, daß die Eltern dieser War- 1tnnmsßIs!,t ?°,5 "UN einmal nötige Verständnis entgegenbringen.'
Wiederholt hat die Reichsarbeitsgemeinschaft Schadenverhütung aus die großen Gefahren hingewiesen, denen spielende Kinder auf der -rahrbahn ausgesetzt find. Nochmals ergeht an die Eltern, Lehrer und IPNstige Erziehungsberechtigten bic bringende Mahnung: Belehrt ermahnt die Kinder, macht sic auf die ernsten Folgen eines Vcrkchrsun,alles aufmerksam! Erspart Euch durch die Befolgung dieser Mahnung großes Leid und tragt dazu bei, jedes junge, blühende Menschenleben der Volkskraft zu erhalten!
Wiesbadener Tagblatt
Dienstag, 29. Juni 1943
gelesen, wobei an jedem Abend obef Nachmittag, wie es gerade kam, ein anderer gelesen hat Bücher mancherlei Art: Der Wanderer non Flcx, Rilkes Cornct, von Plever den Puchner und dann die Briefe des Amerikafahrers Jürnjockob Swchn, von Bremens Schifferwiegc und vieles andere noch unb bann und wann sogar ein Gedicht. Mancher Abend ist uns- wie eine Feierstunde gewesen, und ich gestehe gern, daß ich am Anfang ein wenig Angst gehabt habe. Aber ich hatte gemerkt, wie wir alle versturicn, wie nur der Witz noch manchmal einen Hörer fand, unb da dachte ich, wir sind doch früher ganz ander» gewesen, es mutz nur einmal wieder etwas in uns geweckt werden.
24 gäbe recht behalten. Seht, das ist dasselbe, was uns vorhin geschah, als wir dieses Lied summten, dessen Text vielleicht noch einmal mehr einer von euch kennt, und das doch eines der schönsten Lieder von Eichendorff ist, diesem deutschen Dichter, der all unser Heimweh und Fernweh, all unsere .Siebe* und Sehnsucht in seine Lieder einge- schlossen hat.
Das alles, was bu da sagst, ist sehr deutsch, entgegnete einer, der bisher noch nicht gesprochen hatte, und der sagte es mit leisem Spott. Doch fuhr er ernst fort: Es macht uns nur weich.
Ich habe nie gescheut, mir ein wenig „Weichheit", wie du es nennst, zu bewahren, erwiderte der erste ruhig, denn was ich mir durch diese „Weichheit" an heimlicher Kraft gewinne, ist die harte Entschlossenheit, alles einzusetzen, um eben, diese Werte, von denen ich nicht lassen kann und lassen will, zu erhalten. Ich will den ringenden, den leidenden und überwindenden Menschen immer wieder in mit spuren, ich will mich freuen können an den Versen eines Dichters ober an bem Duft einer Blutste, ich will das Leiten immer aus tiefster Seele leben, mit cs auch sei.
Er machte eine Pause unb fuhr bann ruhiger fort: Mir scheint, je länger ber Krieg dauert, desto wichtiger ist cs, ben inneren Menschen in Ordnung zu halten. Ich kann betitc ganz gut auf ein Kabarett mit schönen Mädchen und schlechten Witzen verzichten, das läßt mich vielleicht für eine Stunde alles vergessen, aber es kommt nicht auf bas Vergessen, sondern auf das überwinden an. Nicht umsonst liegt in icbcm alten, achten Soldatenlied etwas Wehmut, aus diesem Weh bet Seele, dem wir nie entfliehen tötjnen, wächst uns doch immer wieder der Mut der Hetzen.
Er schwieg und niemand antwortete mir. — Mir fielen plötzlich Worte, eines Kameraden meinet alten Kompanie ein: Erinnerst Du norfi manchmal unserer sonntäglichen Feierstunden, in denen wir" ötc Namen unserer Gefallenen aufriefen unb Lieber unb Worte uns vereinten.' Er hatte sie nicht «vergessen, diese Stunden, so wenig wie l(6..— Langsam senkte fiaj der Abend herab. Duft von Flieder erfüllte verichwcnderisch bic Luft. Der Hang jenseits des Flusses war so blau uon Blüten, als sei der Himmel auf die ErbH gesunken. Wie Sonnen« golb leuchteten davor die Schlüfielblumen. über den Himmel wander-,» len bic Wolken. Unser Herz sang sich ein Lieb vom deutschen Frühling.
Wieviel Urlaub gibt es bei Fliegerschaden
. Ach einem Terrorangriff haben bie durch Fliegerschäden heim« gebuchten Volksgenossen den verständlichen Wunsch, die in ber Woh- nung ober am Hause verursachten Schäden möglichst schnell zu' beseitigen. Zu der Frage, wie lange Ecfvlgschaftsmitglieder hierfür von ihrem Betriebsführer beurlaubt werden können, hat der Reichstreu- hanber der Arbeit schon früher ausführlich Stellung genommen. Nach ben von ihm betanntgegebenen Grundsätzen ist zunächst dafür 3n jorgen, daß fliegerge|djäbigte Betriebe möglichst schnell wieder die Arbeit aufnehmcit können, damit die Versorgung unserer kämpfenden <rroni nicht beeinträchtigt wird. Soweit cs die betrieblichen Derhält- mffe Zulagen, kann daneben den fliegergcschäbigten Gefolgschaftsinit- ghebern Urlaub gewährt werden. Die Urlaubsbauer richtet sich nach bem Umtang ber Schöben. Der Reichstreuhänber sagt dazu: „Selbst- verstanblich können die, Folgen einer Wohnungsbeschäbigung für die Betroftencn sehr unterschiedlich fein. Bei kleineren Beschädigungen strenster- und Türschäden usw.s wird eine Frist von drei Tagen für °tc Erledigung der erforderlichen Gänge durchaus angemeffen sein." In schwereren Fällen kann ein längerer Urlaub bewilligt werden. Die H.u.ch |t b a ucristaufUTage festgesetzt. Auf diesen Höchsturlaub butjen icdoch nur solche Gefolgschaftsmitglieder Anspruch erheben die einen Totalschaden erlitten haben.
Wenn ber Reichstrcuhänber ber Arbeit cs auch als selbstvcrstänb- POlkht. daß in ber llrlaubsgewährung nicht kleinlich verfahicn wird so besteht auch nach einem Terrorangriff für das Gefolgschafts- Mitglied die Pflicht, den von ihm gewünschten Urlaub durch ben Bc- iriebssuhrcr genehmigen zu laffen. Es hat nicmanb das Recht, sich selbst und bann noch gleich für 14 Tage zu beurlauben. Wer von feinem Betriebsführer orbnungsgemäB im Rahmen ber betrieblichen Möglichkeiten Urlaub erhalten hat, braucht auch nicht zu befürchten, daß ihm geldliche Nachteile entstehen..
Einst Rentner — heute Ehrenbürger der Ration
Zehn Jahre NS-Kriegsopserpersorgung
Die NS-Kriegsopfervcrsorgung unter bem Reichkriegsopferführer pbetlinbober kann am 1. Juli auf 10 Jahre ihres Wirkens zurück- blickcn. In über 100 Verbänden war die Betreuung bet Kriegsopfer oor ber Machtübernahme zersplittert, in Organisationen, die sich den Stängel einet entsprechenden Fürsorge und Versorgung zuniitze mach« ten, mcift im Schlepptau ber Parteien standen und bie Kriegsopfer für ihre besonderen Interessen einspannten. Als im« Jahre 1930 unter bem Druck ber Notverordnungen die Lage der Kriegsopfer immer arger wurde, wandten sic sich in steigendem Matze auch an die NSDAP. In dieses Jahr fiel deshalb bic Schaffung einet eigenen •Abteilung für bic Kriegsopferversorgung bei ber Rcichsleitung ber NsDAP^ bte erstmalig wieder ben Gedanken der Ftontkamcradschaft an die Spitze stellte und neben dem Recht für die deutschen Kriegsopfer auch ihre Ehre beonte. „Auch ein armes Vaterland kann dankbar sein", lautete.die Parole, die im Jahre 1932 proklamiert wurde. Das Jahr 1933 brachte dann auch für die Kriegsopferatbcit ben großen Umschwung.'
*— Der Runbsunk am Mittwbch bringt an bemerkenswerten Sendungen im Rcichsprogramm: 12.45: Schlotzkonzert aus Hannover: 14.15: Das Deutsche Tanz- und Unterhaltungsorchester,« 16.00: Neuzeitliche Unterhaltung mit Otto Dobrindt: 20.15: „Durch die Heimat": 21.00: Eine bunte Stunde. — Im Dcutfchlandsen- b e r: 17.15: von Haendel bis Eraener (sinfonische Musik): 20.15: Blaefer-Kammermusik: 21.00: Auslese schöner Schallplatten.
— Hölzerner Bremsklotz erspart jährlich 300 Tonnen Eisen. Das betriebliche Vorschla-swescn bringt nicht nur immer mehr. • sondern auch bessere Ergebnisse httvor Ein Beispiel dafür ist »er Vorschlag eines Obermeisters bei Oer Hamburger Hochbahn, durch den die gußeisernen Bremsklötze an den Sochbahnzügen durch hölzerne ersetzt werden, in die zur Ethöhuitg der Festigkeit gußeiserne -Stifte eingelassen werden. Hierfür wird nur etwa ein Drittl des für volleiserne Bremsklötze benötigten Eisens gebraucht, so daß jährlich 300 Tonnen Eisen gespart und außerdem der Abfall von Bremsstaub wesentlich vermindert wird. 700 dieser Bremsklötze wurden bereits eingebaut, weitere sind, auch für die Straßenbahn vorgesehen
Oie Obst- und Gemüseversorgung
Von Mitte Mai bis in die ersten Julitage hinein klafft von jeher eine je nach ber Witterung bes Jahres kürzere ober längere Lücke in der Versorgung, da nun einmal nichts heran geändert werden htnn daß de feldniäßige Gemüsebau, d. h. der von der Landwirtschaft betrieben: Anbau, auf bem nach wie vor das Schwergewicht der Versorgun ruht, seine ersten Srühgemüseernten vom.. Freiland erst im Juli ei’ bringen kann. Die Lücke inber Versorgungmußte daher von jeher dur . die Frühgemüsckullurcn des Erwerbsgartenbaues und durch die Ein fuhr aus Holland, Italien und bem. Sübosten gedeckt werden. E« läßt sich.nicht vermeiden, daß die Einfuhren, die bis «jetzt zwar ein. steigende Tendenz während des Krieges aufgewiesen haben, gerade in diesem Jahre, zum Teil recht erheblich, zurückgegangen sind. Das ha. seine Gründe in der Gestaltung der allgemeinen Kriegslage, in den Transporloerbällnissen . resp. in der anderweitigen Belastung der Ausfuhrgebiete, in von uns nicht zu önderenden inneren Verhältnissen ber betreffenben Länber, und was dergleichen mehr ist,
. Bei der Berücksichtigung der Leistungen des eigenen Erwerbs- gartcnbaucs darf wiederum nicht überfcheit,werden, daß dieser in .hohem Grade von den Wittcrungsverhältnissen abhängig ist. Diese sind nun keineswegs so glücklich gewesen, wie vielleicht der Laie meint. Gewiß hatten wir ein zeitiges Frühjahr: und auch zunächst eine recht warme Witterung. Das hatte zur Folge, daß cs bie ersten« Friihgemiisc, wie Salat und Spinat, auch in reicher Menge gib, so daß teilweise sogar Schwemmen eintraten. Gerade die übcrnormalc Wärme führte dazu, daß der Salat sehr rasch zusammenklapvtc, so daß eine reichere Versorgung für längere Zeit hinaus, wie sie bei kühlerem Witterungsverlauf die Regel ist, nicht möglich war. Auf der anderen Sette hinderte das bann einfetzenbe kühle Wetter mit feinen zum Teil ungewöhnlich kalten Nächten die Entwicklung ber weiteren Friihge- mü|c, wie -cPargel, Frühkohl, Kohlrabi usw. Eine ausgesprochene arockenheitszone im östlichen Deursthland bis hinunter nach Ober« schlesicn, die in gewissen Gegenden mit einer sehr starken Sandjloh- plage verbunden war, hat, weiter die Srtragserroartungeit enttäuscht. So ist z. B. eines der bekanntesten Überschußgebiete um Licgnitz und Breslau herum in diesem Jahre sogar zu einem Zuschußgebict geworden. Berücksichtigt man all diese Dinge, so wirb man der Landwirtschaft und dem Erwerbsgartenbau kaum noch einen Vorwurf machen können, wenn die. Eemüscvc’sorgung g«radc um Psinosten herum nicht gut war. Jetzt im Juli kommen bie ersten Ernten an Erbsen. Frübmöyren und Frühkohl in Gang, und dabei wird sich die vorsorgliche Ausweitung«der Anbaufläche für -Scinüse weifcllos sehr rasch auswirken. Die Zahl der gemüicanbaucnbcn Betriebe im Deutschen Reich hat Zwar nur eine Zunahme von 7 v. H. za verzeichnen, die Anbaufläche aber, die ja für die Menge der Ernte ent« scheidend ist, hat sich um nicht weniger als 25,7 o. H erhöht.
Die Ausweitung bei den einzelnen Ecmüsearte.i :st selbstverständlich ebenfalls sehr verschieden. Am stärksten ist sic bc: den Friihmöhrcn mit 103,8 v. H. (gegenüber 1942). Dao wird besonders begrüßt werben, ba im vorigen Jahre gerade bei oen Frühmöhren »ein gewisser Mangel geherrscht hatte. Hier darf also in diesem 3al)re mit einer reichlicheren Versorgung gerechnet werden. Auch bei Frühweißkohl ist eine starke Zunahme (64,5 ». S.) zu verzeichnen, ebenso bei Früh- kohlrab^,(52,6 v. H.). Weniger stark ausgeweitet ist Ser Anbau von grünen 'Pslückerbsen mit 30 v. H, Doch darf hier erwartet werden baß ber tatsächliche Anbau den Plan übersteigen wird da cs gelang bas hierfür erforderliche Saatgut noch in ietzjer Minute berbeizu- schasten. Weniger stark ist die AusweitilNI tciin Herbst- unb Dauer- wtrfingtohl. Letzterer weist sogar einen Rückgang auf. Auch der Spargel hat eine um 6,6 v. H. verringerte Anbaufläche zu« verzeichnen, was sich daraus erklärt, daß bte überalterten unb deshalb unt« zubrechenben Flächen die Neuanlagen überwiegen' Eine unerwartete Anbauvermehrung um nicht weniger als .15« 1,5 ». H. ist beim Kürbis zu verzeichnen. Die Witterungsverhälinisie für das Froilandgcmüse stnd ,ehr günstig gewesen. Auch Niederschläge haben sich uvch ,u rechter Jett eingestellt. Es wirb daher für die nächste Zeit mit einem wesentlich verstärkten Anfall von Gemüse gerechnet werden dürfen.
Beim Obst liegen die Dinge leider nicht so günstig. '.Vian muß \ immer berücksichtigen, daß die schweren Frostschäden der ersten Kriegs- - wintft weder beim Baum- noch beim Strauchobst so schnell nachzuholen find. Es dauert nun einmal JahrH ehe Bäume und Siräuchct zu vollem Erttage kommen, Jnfolgedciseit hat man -den Anbau von Erdbeeren und Himbeeren als den Früchten, bic am schnellsten hohe Erträge bringen, jein besonderes Augenmerk zugewendet Die Erd bceranb auflad) e ist um rund 10 000 Hektar weit mehv als verdoppelt worden. Sic wird im nächsten Jahre nochmals erweitert werden. Die Erdbeere hat darüber hinaus den weiteren $or= 4 teil, daß sich hier der Mangel an Düngemitteln, der beim Gemüse bie zahlenmäßige Erweiterung der Anbaufläche zweifellos nicht inZ pollem Umfange auch .im Ertrag zum Ausdruck kommen lassen wird, keine so große Rolle spielt. Eine Kontingentierung hak sich auch in diesem Jahre wieder als notwendig erwiesen, ba die Totalerfassung aus pcrschicdenett, nicht bei bet Landwirtschaft liegenden Gründen Nickt voll durchführbar war. Immerhin darf man schätzen, daß auf diesem Wege rund 70 v. H. ber Erzeugung erfaßt werben was gegenüber früheren Jahren schon eine erhebliche Besserung ber allgemeinen Marktverso;gung bedeutete. "
Zusammensassend darf man also sagen, daß bie Gemüse Versorgung in der nächsten Zeit besser, ja, reichlich werben wirb, daß man sich aber mit einer ben Ansprüchen nicht genügenden Obstvcrjorgiing ab« finden muß, weil sich nun eben einmal die Statur mit Gewalt nichts « abzwingen läßt. Der deutsche Gartenbau hat es zweifellos an Bc- - mühungen nicht fehlenlassen, wie die Anbauanweisung beweist. Da» gleiche gilt für ben Gartenbau, wofür noch kurz eine Ziffer genaiuti [ei. Während ber Wert der Erzeugung des Gewerbsgartenbaus int Jahre 1935 vom Institut für Wirtschaftsforschung mit 414 Millionen RM. errechnet würbe, bezifferte er sich im vergangenen Jahre auf 1150 Mill. RM. Die Anbaufläche hat sich insgesamt ungefähr ver- bODPClt, P. 'S.
— Abschlußfeier in der italienischen Schule. Die hiesige Gruvve der GILE (Gioventu Jtalianä del äittorio all« Estcro) veranstaiiete am Sonntag im Paulincnschlößchcn die «Stzulabschlußfeier des Semesters 1942/43 Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand ein Referat von Konsul Cavaliere Eiusepvc Parolari über bic Jugcndeinrichtun- gen. An der Seiet nahm der Zonenleiter Sotauia und der Vizekonsul Tetruzzi .von Frankfurt teil. Die Sthulfinbet brachten ein reichhaltiges Programm zum Vortrag, das von der Lehrerin Erminia 1 Macola gut, einftubiert war. der die italienische Kolonie für ihre Leistungen int abgelaufenen Jahr ihren Dank aussprach
Auch bedrucktes Einwickelpapier ist abgabepflichtig. Die Ver- 1 orbnung des Reichsbeauftragten für Verpackungsmittel vom 12. Mai ' 1943 brachte bekanntlich ein Bcrvackungsvcrbot für fast sämtliche Waren bei Auslieferung in den Einzelhandclsgcfchäftcn an den Verbraucher Dabei war bestimmt warben, daß die Firmen.« die in Zukunft keine Ware mehr verpa'cken dürfen, ihre noch vorhandenen« Bestände an s Packmatetial. einem Lebensmitteleinzelhändler gegen angemessene'Bezahlung zur Verfügung stellen sollten. Es «ist nun vielfach die Ansicht vorhanden, daß dies für Packpapier mit Firmenaufdruck nicht gilt Diese Auffassung ist irrig, denn auch das b?druckte Packmatetial darf ' von der alten Firma, für deren Waren ein Verpackungsverbot bc- i steht, nicht aufgebraucht werden. Auf ber anderen Seite macht es gar nichts aus, wenn die Lebensrnittel, die noch verpackt werden dürfen bzw, müifcn, in Papier cingeschlagen sind, das ben Aufdruck bet Firma einer anderen Branche trägt.
Kleingärtner auch bevölkerungspolitisch wichtig
In diesen Tagen und Wochen ernten die glücklichen Besitzer ber Kleingärten die ersten Früchte ihrer Frühjahrsarbeit, als: Kohlrabi, Mohren, Salat, Erdbeeren und vieles anktzire mehr, dazu auch Jo- hanitisbecrcn. Stachelbeeren unb Kirschen. Datz von den in den Großstädten mit über 100 000 Einwohnern lebenden 5 838 115 Ehepaaren, die dort 1939 sestgestelli wurden, rd. 2 3,7 vH. ein Stückchen eigenes oder gepachtetes Land bewirtschaftet haben, also Kleingärtner waren, weiß die Statistik aus den Ergebnissen der Volkszählung des genannten Jahres zu berichten. Eine sich aus dieser Liebe zur Natur ergebende erfreuliche Tatsache ist es, datz diese Kleingärtner weit mehr Kinder ihr eigen nannten als die andern, die nicht Landbe- wirtühafter waren unb in Miethäusern wohnten. Beispielsweise ist bei Kleingärten besitzenden selbständigen Ärzten, dann den Richtern, Staatsanwälten, Stubicnrätcn, -direktoren festgestellt worben, baß bei ihnen ber Kinberreichtum um 20 vH. höher war als bei ihren Bc- ruisfameraben, die keine Landbewirtschaftung hatten.
Eine solche Mehrung 6es Kinderreichtums sowie die Gesunderhaltung ber Kinbct burch ben Kleingarten mag auch ber praktische Arzt Dr. Schreber angestrebt haben, ber im vorigen Jahrhunbert bic noch ihm genannte Kleingartenbewegung (Schrebergärten) ins Leben gerufen hat. Wenn auch bie genaue Zahl der zurzeit in Deutschland vorhandenen Kleingärten hier nicht genannt werden kann, so dürfte diese doch die früher angestrebte Hohe von drei Millionen erreicht, wenn nicht gar überschritten haben. Es müssen ja auch jene
Dienstag: Verdunkelung von 22,55 bis 4,35 Uhr
Kleingärten mit einbezogen werden die von Landarbeitern bewirtschaftet werden, und die bisher statistisch kaum erfaßt Worben sind Der Reichsnährstand bat im letzten Winter in einem beionders großen Umfang durch eine zweckmäßige Aufklärungsarbeit die Landarbeiter dafür zu intcreifieren verstanden, datz sic in Zukunft ihre Hausgärten durch einen vermehrten« Anbau von Gemüse nock, ■ bester ausnutzen sollen wie bisher.
Die Durchschnittsgrößc eines jeden Kleingartens wird ,in Deutschland rund 400 Quadratmeter betragen Es ist dies » eine vcrhältnismätzig kleine Landfläche, die aber bei sorgsamer Pflege unb fachlich richtiger Ausnutzung den Gcnküsebedark bet eigenen Familie bes Kleingärtners reichlich zu decken vermag. Mindestens 14 vH. der gesamten Eemüseerzeugung Deutschlands werden in den Kleingärten hervorgebracht.
Von den in Deutschland lebenden Kleingärtnern im Nebenberuf sind die meisten im „Reichsbund deutscher Kleingärtner « zusammen geschlossen, der für die wirtschaftliche Betreuung und fachliche Unter« richtung feiner Mitglieder auch im Kriege viel leistet zusammen mit den anderen dafür bestimmten Dienststellen.der Organisationen usw So wurden beispielsweise 1940 rund 15 600 Fachbcratungsveranstal- tungen für Kleingärtner durchgeführt, an denen etwa 662 000 Volksgenossen tcilgcnommen haben.
Beihilfen für den Erwerb und die Anlage von Kleingärten, die noch in letzter Zeit weiter erhöbt worden «sind, sollen hauptsächlich für die in den Städten lebenden Volksgenasten ein Anreiz sein, eben falls Kleingärtner zu werden. Damit schaffen sie sich durch einen geringen Aufwand non Arbeit in den Feierabendstunden zusätzliche Lebensmittel, und durch den «Aufenthalt in diesen Gärt*— bleiben sic selbst und auch ihre Kinder gesund und lebensfroh.
