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Wiestm-ener Tagblatt

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Druck uad Verlag: L. Schcllenberg'sche Vuchdruckerei, Lauggaffe -ir. 21 (lag»lall-Haus)

Erscheinungszeit werktäglich nachmittag»

Wöchentlich in 6 Ausgaben

91. Jahrgang

Nr. 149

Dienstag, 29. Juni 1943

sich in der alb

Stande vorn 1. Juni. 1941 bearbeitet

Lage, über die vor Erscheinen.

geschaffene osteuropäisch« Gesamtschau nur auf die entfernteren Gebiete des in ihr Blickfeld vor allem auch den

Wir sind, mit besonderer Genehmigung, in der bedeutsame Neröffcntlichungsfolge t schon heute, w berichten

Seit dem Ausbruch des Zweiten Weltirieges hat

UdSSR vorläufig nach dem wird.

Die ■ in der „Ostkartei" richtet ihren Blick aber nicht Ostraums, sondern sie bezieht

Moskau fordert verstärkten militärischen Einsatz lEigener Drahtbericht unserer Berliner Schrift lei tuns)

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Port Darwin abermals schwer bombardiert

Tokio, 29. Juni. (Funkmeldung.) Wie das kaiserliche Haupt­quartier mitteilt, richteten Flugzeuge der japanischen Heeresluftwaffe am 20. und 22. Juni vernichtende Angriffe gegen militärische An­lagen des Feindes in Port Darwin in Australien.

Am 20.. Juni wurden die japanischen Heeresflugzeuge in einen Luftkampf mit 40 feindlichen Jägern verwickelt, bei. denen sie 27 Fcindflugzeuge abschosscn und drei weitere am Boden zerstörten. Der japanische Heeresbericht teilt weiter mit, daß japanische Flug­zeuge feindliche Unterkünfte und andere militärische Anlagen auf den Flugplätzen in die Luft sprengten, wobei an mehreren Stellen Brände entstanden. Wie berichtet wird, haben sich drei japanische Flugzeuge unter Selbstaufopferung im Sturzflug auf feindliche Ziele gestürzt.

Am 22. Juni griff eine Formation japanischer Jagdflugzeuge Port Darwin erneut an: es stellten sich aber keine feindlichen Flug­zeuge zum Kamps, noch wurden die japanischen Flugzeuge mit der Flak beschossen Sämtliche japanische Flugzeuge kehrten in ihre Stütz­punkte zurück.

Das kaiserliche Hauptquartier teilte ferner mit, daß am 20. Juni und 21. Juni Verbände der japanischen Heeresluftwaffe einen Flug­platz in der Nähe von Bau auf Neuguinea angtiffen und dabei fol­gende Ergebnisse erzielten:

Am 20. Juni zerstörten die japanischen Flieger drei, feindliche Flugzeuge auf dem Boden ohne eigene Verluste.

Am 21. Juni stießen die japanischen Heeresflugzeuge in der Nähe von Salamaua auf mehr als 20 feindliche Jagdflugzeuge und schossen acht davon ab: drei weitere wurden schwer beschädigt. Ein japanisches Flugzeug «kehrte bis jetzt zu seinem Stützpunkt nicht zurück.

Berlin, 28. Juni. 3n einer Feierstunde zum 125-jährigen Be­stehen der Berliner Sparkasse im Schiller-Theater der Reichshauvtstadt sprach Reichswirtschaftsminister und Retchsbankoräsident Walther tfun_t über das Sparen im Kriege in seiner Bedeutüng für die Sicherung der Kriegssinanzierung und als Grundlage für den sozialen Ausstieg des Volkes.

Dem törichten Geschwätz vom „Überflüssigen" Geld und der verhängnisvollen Einstellung, datz „Geld keine Ralle spiele", wurde man am besten dadurch begegnen, Latz man den Leuten, die io reden und handeln, das Geld wegnähme: dann würden sie sehr schnell erkennen, datz das Geld nicht überflüssig ist, und datz es eine entscheidende Rolle für Das wirtschaftliche, soziale und kulturelle Leben des Volkes spiele. Das ßiclb ist der Gradmesser für die Leistungen des einzelnen wie der Volksgemeinschaft. Geld ist der einzig brauchbare Matzstab für die Bemessung der Produktionskosten, für Lohn und Preis, und gerade in einer auf Leistungslöhnen und Leistungspreisen aufgebaltten Volkswirtschaft mutz auf eine richtige und gesunde Geldvoltik entscheidender Wert gelegt werden. Sie hat die Ausgabe, den Wert des Geldes und damit auch der Sparguthaben zu sichern, die Kaufkraft zu erhalten — nicht der Kaufwert, sondern der Gebrauchswert des Geldes ist während des Kriegs beschränk.! worden — und den Leistungsanretz des Geldeinkommens mit Hilfe ihrer vernünftigen Lohn-, Preis- und Steuerpolitik zu bewahren und zu stärken.

Es kann keine Rede davon sein, datz dieser Leistungsanreiz in Gefahr ist, verlorenzugehen. Denn wie wären dann überhaupt noch die 'Wünsche nach Preis- und Lohnerhöhungen zu erklären? Würde der L e i st u n g s a n r e i z, den das höhere Geldeinkommen bietet, aufhören, so würde unser gesamtes wirtschaftliches Leben, den Boden unter den Fähen verlieren. So erklärlich und verständlich das Tau­schen-von Gebrauchs- und Genutzgütern in Zeiten starker Warcnoer- knavvung ist, so mutz der Tauschhandel dennoch bekämpft werden, weil durch ihn, wenn er in grötzerem Umfange oder gar organisiert aus­tritt, die festen Wertrelationen aufgehoben und der Glauben an den Wort des Geldes untergraben werdens Deshalb hat nicht nur der Staat, sondern auch jeder Volksgenosse in wohlverstandenem eigenen Interesse die Pflicht, dem Tauschhandel wegen seiner demorali­sierenden und schädlichen Wirkung entgegenzutreten.

Die Sparkassen haben neben der geldwirtschaftlichen auch eine nationalwirtschaftliche und eine sozialwirtschaftliche Aufgabe. Pflicht der Sparkassen ist es, dem Volke den Sinn und die Notwendigkeit des Sparens vor Augen zu führen und es zum Sparen anzuhalten. Der oberste Grundsatz der Svarkassenpolilik mutz Gemeinnützigkeit tmd die Sicherheit der Spareinlagen sein. ,

* In der Verfallszeit nach dem ersten Weltkrieg wurde die Spar­tätigkeit vernachlässigt, ja, man stand dem Sooreu logar feindlich gegenüber, und die Sparkassen wurden durch die marxistischen Stadt­verwaltungen vielfach zu Geschäften veranlagt, die außerhalb ihres s Aufgabenbereiches lagen und die nicht mehr mit Den festen, soliden Grundsätzen des Svarkasiengeschäftes iln Einklang standen. Die marxistische Irrlehre verstteg sich sogar zu der Behauptung, datz Sparen unsozialistisch sei, weil nämfid) derjenige, der spare, sich aus der „Solidarität" entferne. Wir stellen der Bedarfsdeckungswirtschaft aus marxistischem Geist die Leistungswirtschaft aus nationalsozialisti­schem Geist gegenüber. Gerade durch das Sparen ist ein natür­licher sozialer Aufstieg möglich, indem er leiem ein­zelnen in gleicher Weise die Möglichkeit eröffnet, seinen persönlichen Wohlstand und seine Lebenshaltung oder die seiner Nachkommen kraft eigener Leistung zu steigern.

Indem so der einzelne Mensch im eigensten Interesse zum Sparen aufgefordert und angehalten wird, dient man gleichzeitig der Volks­wirtschaft als Ganzem. Denn darüber besteht kein Zweifel: Nur da­durch, datz dauernd gespart wird, datz ein immerwährender Strom von Ersparnissen die Wirtschaft durchflutet — nur dadurch kann sie leben und wachsen. So wie ohne Arbeit feige Güter entstehen können, und wir ohne Arbeit verhungern mützten, so wurde ohne Sparen unsere moderne arbeitsteilige Wirtschaft verkommen müfien. Maschi­nen, Fabriken, Verkehrseinrichtungen usw. sind dadurch entstanden, datz wir in der Vergangenheit nicht unser ganzes Einkommen ver­braucht, sondern Teile davon ständig für kürzere oder längere Zeit gespart und in Der Produktionswirtschaft investiert haben. Wenn aber solches Sparen schon unentbehrlich ist, um den normalen Gang einer Volkswirtschaft zu gewährleisten, wie lebenswichtig ist es dann erst, wenn eine Volkswirtschaft noch zusätzliche Leistungen von der gewal­tigen Erötze der Erhaltung und Steigerung unserer Wehrkraft im gegenwärtigen totalen Krieg zu vollbringen hat!

e Deshalb mutz heute immer und immer wieder zum Sparen gemahnt werden! Dieses Erfordernis tritt am.deutlichsten bei der.gragc der Kriegsfinanzierung zutage. Man hört manchmal, der Krieg müife allein durch Steuern finanziert werden. Gewiß sind sie vom fiskalischen^ und währungspolitischen Standpunkt das einfachste und wirksamste Mittel, da Jie einerseits den- Staat nicht verschulden und andererseits die Kaufkraft endgültig beseitigen. Die Steuern schaffen also gewisiermaben reinen Tisch. So einfach geht es aber leider in der Praxis nicht. Wir haben zwar im Hinblick auf ihre Vorzüge und auf Grund der Erfahrungen im letzten Weltkrieg auf die Steuerfi nansierung in diesem Kriege besonderes Ge­wicht gelegt. Schon in den oorangegangenen Friedensjahren sind bei' dem stark gestiegenen Volkseinkommen die Steuereinnahmen des Reiches jo hoch gewesen, datz von vornherein die Aufbringung eines wesentlichen Teiles der Kriegskosten auf dem Steuerwege gesichert war. Durch die fortgesetzte Zunahme des deutschen Volkseinkommens und Einführung von Kriegszuschlägen zur Einkommensteuer und auf gewisse Verbrauchssteuern ist das Steueraufkommen bes Reiches in­zwischen weiter stark angewachsen. Etwa bie Hälfte bet g e - samten R e i ch s a u s g a b e n kann heute burch birekte Einnahmen, vorwiegend Steuern, gedeckt werden, während der Steueranteil im letzten Weltkrieg nur 12 Prozent be­trug. Niemals können aber die Staatsausgaben im Kriege durch Steuern allein gedeckt werden. Würde man das versuchen, Jo müßte man derart rigoros vorgehen, datz dem einzelnen praktisch nichts weiter bliebe als was er zum notwendigen Lebensunterhalt gerade noch an Geldmitteln braucht. Man mützte aber dann den deutschen Menschen in eine Zwangsjacke nach bolschewistischer Art stecken, um überhaupt noch einen Arbeitseffekt zu erreichen. Denn jedes Streben des einzelnen würde erlahmen und schliehlich abgetötet werden. Nie­mand wurde sich um seiner Zukunft willen noch Entbehrungen zu- muten, niemand sich um sein Vorwärtskommen sorgen, niemand das äußerste an Leistungen aus sich herausholen wollen, wenn ihm nichts winkt als eine Staatsrente, die auch feinem trägeren Nachbarn in den SchoI fallt.

Datz heute jeder Deutsche gleich viel Brot bekommt, dass es neben der Mark auch noch Marien gibt — das ist im Kriege notwendig und richtig. Aber dieses System darf keineswegs auf alle Arten der Be­darfsbefriedigung erstreckt und verallgemeinert werden, soll, nicht der deutsche Mensch unter Mitzachtnng aller P e r s o n l i ch k e 11 s- werte kommunisiert werden.

Dieser Grundsatz ist auch hinsichtlich der Stenervoltik zu beachten, Kriegsgewinne müsien auf das schärfste besteuert werden und Steuern, die zur Sicherung der Kriegsfinanzierung und geordneter Siaats- finanzen notwendig sind, dienen auch der Sicherung de, Währung und der Werterbaltung der Sparguthaben. Je stärker sich das Geldein­kommen erhöht, um so höher mutz audi die Besteuerung werden. Aber es denkt niemand daran, die Svarguthaben mit einer S Sn der st euer z u belegen.

*ur der anderen Seite werden wir aber alle diejenigen durch

Eeschäftszett: durchgebenk» von 8—18 Ubr außer Sonn- UND Feiertags • Berliner Büro; Setlm-ÜBilntersborf Anzeigenpreise: Ein Millimeter Höhe der 32 Millimeter breiten Spalte tm Anzeigenteil RM 0.07 Der 46 Millimeter breiten Spalte im Tertteil RM 0.60, im übrigen ist Preisliste Nr. 11 maßgebend - Nachlässe nach Preisliste Nr. 11 - Schluß der Anzeigen-Annahme 9 Uhr vormittags, größere Anzeigen am Vortage

Der Leistungsreiz des Geldes

Gerade das Sparen garantiert einen natürlichen sozialen Ausstieg

gemeinen Begriffs- und Vorstellungswelt des freut)dien Menschen hinsichtlich des osteuropäischen Raums immer gründlicher eine durch­greifende Wanblmig vollzogen. Der Osten Europas und die an ihn grenzenden und politisch wie wirtschaftlich mit ihm verbundenen ge­waltigen Gebiete „dahinter" lebten int Bewußtsein des deutschen Volkes von jeher nicht als ein klein gegliederter Raum. in dem, wie im „richtigen" Europa, Erenzpfähle ober Verwaltungsgrenzen Richt­schnur und Matzstäbe des allgemeinen Denkens bildeten. In Der durchschnittlichen Vorstellungswelt nicht nur der Deutschen, sondern ebenso auch der Angehörigen aller andern europäischen Völker be­deutete „der Osten" die verschwommene Vorstellung eines unermeß­lichen Raumes, zu dessen Erfassung die gewöhnlichen Keuntniffe und Erkenntnisse,.die der einzelne aus der Vergangenheit nvtbradjte, in der Regel nicht ausreichten: „wo und wie der Osten aitfing. ver­mochten die meisten ebenso wenig zuverlässig zu formulieren, wie |te zu sagen gewußt hätten, wo denn die östlichste Grenze dieses „Ostens" anzusetzen sei".

In diesem ebenso merkwürdigen, wie auf bie Dauer unhaltbaren Zustand ist ein Wandel eingetreten, .der sich immer sichtbarer und immer liefet bemerkbar macht. Schon der Krieg gegen bas dem Deutschen Reiche unmittelbar angrenzende Polen hatte spürbar be­gonnen. den Blick des deutschen Volkes nach Osten ausmrichfen. in ungeahntem Maße machte abdr bet Kampf gegen den Moskauer Bolschewismus den Osten Europas nichi nur zum Gegenstand vor­übergehenden Interesses, sondern schlechthin zum Schickiaisland des Reiches und darüber hinaus der ganzen europäischen Völkergemein­schaft. Kein Wunder, daß aus diesem geschichtlichen Tatbestand von ungeheurer Bedeutung zugleich auch der.Wunsch, ja der Wille er­wachsen ist. „bas östliche Geheimnis burch Zahl und Maß stärker zu enträtseln".

Jy biefen Überlegungen ist Der vrinjire Grund für Die Heraus­gabe ber großen enzyklopäd.isch-periobischen Unternehmung enthalten, die unter dem Titel: „Die Ostka11 ei: Grundriß des Neu­aufbaus im Osten" unter Leitung des Betreuers der Haupt­abteilung Presi» und Propaganda im Reichsministerium für die be­setzten Ostgebiete. Di. Sans. Hohenstein, mit Unterstützung aller am Neuaufbau im Osten.'Europas beteiligten deutschen amtlichen Faktoren jetzt nach langer und sorgfältiger Vorbereitung im Franz- Eher-Verlag. Berlin, zu erscheinen beginnt. Tie „Oftkartei" wird bas gesamte Gebiet, bas burch ben neuen Begriff des ..Ostraums" bezeich­net wird, inhaltlich umfassen, d. h. das Generalgouvernement, die unter deutscher Führung stehenden „besetzten Ostgebiete", also bie Reichskommissariate Ostlanb unb Ukraine, den zu Rumänien gehoren- ben Bezirk „Transnistrien" und das Eesamtgebiet der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken. Die militärischen Operationen ver­hindern naturgemäß zunächst eine Gliederung des Gebiets der UdSSR, nach ben Begriffen des rückwärtigen Heeresgebiets, des Operations­gebiets. des sowjetischen Zivilgebiets usw. usw. so bas ber Raum ber

steuerpolitische Maßnahmen stärker an bie Kandare nehmen, die trotz unserer wiederholten und eindringlichen Hinweise ihre zur Zeil nicht benötigten Mittel dem regulären Geld- und Kapitalmarkt und damit der Sicherstellung einer gesunden Kriegsfinanzterung entziehen. Ich zweifle nicht, datz ein solches Vorgehen gegen bie „Sach- m er t jag er" dem gesunden Volksemvfinden, wie es auch immer wieder in Zuschriften unserer Fronlsolbaten zum Ausdruck kommt entspricht.

Das deutsche Volk zeigt mit seinem Sparbeitrag immer von neuem in überzeugender Weise sein Vertrauen in die nationalsozialistische Staatssiihrung und ihre Wirtschaftspolitik.

Aus der Hilfsstellung des Sparers, die uns die Finanzierungs­aufgaben entscheidend erleichtert, ergibt sich für uns als selbstverständ­liche Konsequenz: Wenn der Staat die Ersparnisse des deutschen Volkes in Anspruch nimmt, dann hat er auch die Verpflichtung, dem deut­schen Volk ben Wert feiner Spargelder zu erhalten.

Sie alle kennen den Weg unserer Finanz- und Währungspolitik mit dem unverrückbaren Ziel der Stabilerhaltung unserer Währung. Diesen Weg werden wir konsequent und gradlinig in Krieg und Frieden weEergehen. Preis- und Lohnüber­wachung, die staatliche Lenkung von Produktion und Absatz, eine-um« fastende Rationalisierung aller wichtigen Verbrauchsgüter, steuerliche Matznahmen, die Pflege, und Lenkung des Geld- unb Kapitalmarktes, Emifsions- unb Jnvestittonskontrollen sinb — um nur die bekanntesten herauszugreifen — die Marksteine dieser Politik.

Und wer könnte schließlich, wenn er einen greifbaren Beweis für die Werterhaltung der Reichsmark und damit auch seines Spargut­habens sehen will, an der Tatsache vorübergehen, datz in Deutschland die Großhandelspreise und Lebenshalt ungsko st en insgesamt seit Kriegsausbruch nur einen geringen.Bruchteil ange­stiegen find — im Gegensatz zu den Steigerungen in England den USA, -die bis zu 54 Prozent feit Kriegsausbruch betragen unb in letzter Zeit zu schweren Lohnkärnvfen und Streiks geführt haben.

Dabei glaubten gerabe die Wirtschaftsexperten jener Länder einen Zusammenbruch unserer Finanzen und unserer Währung mit Bestimmt­heit als kurz.bevorstehend voraussagen zu können. Es wird z. B. mit Vorliebe die Steigerung unseres Notenumlaufes als ein Zeichen beginnender oder schon im Gang befindlicher Inflation herangezogen. Tatsächlich erklärt sich aber die Erhöhung zu einem guten Teil Daraus, datz der echte Bedarf an Zahlungsmitteln eben­falls im Verlauf des Krieges eine nicht unerhebliche Steigerung er­fahren hat. So sind eine ganze Reihe umlaufsvermehrender Faktoren hinzugekommen. Das Reichsgebiet hat sich vergrößert. Vermehrung ber Zahl ber öffentlichen und privaten Kasten. Unterstützungszahlungen an Sricgerfrauen und Bombengeschädigten, Hinterbliebenen usw., in das Inland überwiesene Wehrsoldzahlungen, vor allem aber die Er­weiterung deö Kreises ber Lohnempfänger durch den starken Einsatz ausländischer Arbeiter und unserer Frauen haben zur Ausweitung des Notenumlaufes beigetragen. Ferner hat sich das Lohnniveau durch Überführung von Arbeitskräften in Betriebe höherer Tarifordnung u. a. allgemein gehoben. Schließlich brachte die Verlängerung der Ar­beitszeit eine Zunahme der Lohnzahlungen mit sich:

Trotzdem liegt allerdings eine gewisse Sättigung les Verkehrs mitZahlungsmitteln vor. Dieser Umstand birgt aber in unserer straff gelenkten Wirtschaft für hie Stabilität der Reichsmark — oder in bezug, auf die Sparguthaben für deren Werl- erhallung — keine Gefahr in sich, zumal die Notenbankkredite int

(Fortsetzung auf Seite 2)

as. Berlin, 29. Juni. In verschiedenen englischen und amerikani­schen Blättern wird daraus hingewresen, daß Moskau seine Forde­rung nach einer versi rkten militärischen Aktion der Anglo- Amerikaner keineswegs aufgegeben, sondern gerade neuerdings nach­drücklichst wiederholt bat. Wenn sich London und Washington auch nicht in ber Lage sehen, einer solchen Forderung zu entsprechen, so bemühen sie sich doch tiurdi immer neue Verbeugungen vor dem Bol­schewismus, Moskau Bei Laune zu hallen und das Mißtrauen, unter dem nach englischen und amerikanischen Smilberungen Das sowjekisch- anglo-amerikanifche Verhältnis leidet. :u überwinden. So hat Roose­velt Persönlichkeiten im US.-amerikanischetz diplomatischen Dienst, bie den Sowjets mißfielen, mehr ober weniger 'alt gestellt. Der bis­herige Ehef ber Rußland-Abteilung int Washingtoner Auswärtigen Amt, Henderson, der beispielsweise durch seine Haltung, wie ein amerikanisches Blatt schreibt, zahlreiche „Mißverjtänbniste" zwischen Washington und Moskau heraufbeschworen bat, wurde >um amerikani­schen Gesandten in Irak, der Leiter der Europa-Abteilung, Ather­ton, zum Gesandten in Kanada ernannt. Freilich zeigt sich schon jetzt, datz Moskau damit noch keineswegs zufrieden ist, vielmehr kriti­sieren die Sowjets die neue Verwendung Hendersons in Irak, also in einer Zone, in ber die Sowjets ihren Einfluß durch.ufetzen gedenken. Roosevelt mutz aud) wieder einmal feststellen, daß es gar nicht so leicht ist. da? Wohlgefallen Stalins zu erringen. Um so eifriger be­müht sich dafür der trübere «ner'k.tnische Botschafter Davies um die lieben bolschewistischen Freunde Erklärte er dock) erneut auf einer sowjetisch-amerikanischen Freundschaftskundgebung, datz nichts Moskau und Washington trenne.

Osteuropäische Enzyklopädie

In ben nächsten Tagen beginnt im Sentralverlag der NSDAP. Franz Eher Nachf. Berlin, herausgegeben vom Leiter ber Hauptabteilung Presse unb Propaganda im Reichsministerium für die besetzten Ostgebiete, Dr. Sans Hohenstein, in Zusammen­arbeit mit den zuständigen Stellen der deutschen Ostgaue, des Generalgouvernements, der Reichskommissariate Ostland und Ukraine, sowie "ben Sachbearbeitern des Reichspostministeriums, als eine Enzyklopädie des gesamten Wisiens über den euro­päischen Ostraum das Lieferungswerk' „Sie Oft! art ei; Grundriß des Neuaufbaus im Oste n" zu erscheinen.

Aber auch England huldigt immer erneut dem Bolschewismus. Dabei (vielen nach wie vor matzgebende Männer der englischen Hoch­kirche eine führende Rolle. So hat der jetzige Bischof von Chelmsford, Dr. H. A. Wilson, eine Botschaft an die „Christen in der Sowjet­union" gerichtet. In dieser, von Ergebenheit triefenden Botschaft an die Prieslermörder und Kirchenschänder heißt es u. a.: „Christen wir heißen Euch willkommen, wir danken Euch, wir gedenken Euer in unseren Gebeten und wir slehen den Segen Gottes für das sowjetische Volk und seinen, großen Führer Josef Stalin herab." Da dieser fromme Seelenhirt aber weiß, datz wortreiche Ergebenheitsbolschaften den Sowjets nicht genügen, hat er. wie weiter berichtet wird, dem sowjetischen Botschaiter in London, Maisky, auch noch einen Scheck über 40 000 Pfund übergeben.

Dieser gleiche englische Bischof bat aber, wie die „Times" be­richtet erst vor wenigen Tagen darüber bitter geklagt, datz der geist­liche Einfluß auf die englische Öffentlichkeit immer mehr nachlasic. Das beweise bie gewaltige Zunahme der Ehescheidungen, der Nieder­gang aller moralischen Werte und bie steigende Kriminalität der Jugendlichen. Auf die Idee, datz enge Zusammenhänge zwischen dem absinkenden Einslutz der englischen Kirche und ihrer fortgesetzten Ver­brüderung mit den bolschewistischen Mördern und Agitatoren und Gottlosigkeit bestehen, scheint dieser ehrwürdige Bischof noch nfent gekommen zu sein. Man ist in London so eifrig bemüht, Moskau zu gefallen und die Bischöfe von Canterbury, York unb Chelmsford spielen ja gerade bei der Verbrüderung mit dein Bolschewismus eine führende Rolle, so datz man gar keine Zeit hat, sich mit den inner- politischen Folgen einer solchen Posilik zu befassen, zumal man über diese Dinge auch nur allzugern hinwegsieht.

„allernächsten»' Osten, pin. das geographische und geopolitische „Vor­feld des Ostens", d. h. ben Kranz der alten deutschen Ostgaue, ohne 'bereit genaue Kenntnis ein wirksames Wissen um die Dinge nicht denkbar ist. Der Herausgeber formuliert in seiner Einleitung die hierauf bezüglichen Gedankenqänge rolgendermaßen' „Die deutschen (fiaue Ostpreußen. Danz ig-Westpreußen. Wartheland und Ober-

schlestbn waren in den letzten Jahrhunderten stets das entscheidende Glacis, auf dem sich der deutsche Kamps mit den verschiedelten Re­gimen des Ostens abfeielte. Sie sind es in der jüngsten Gegenwart nicht .minder gewesen: durch den Krieg bat nicht allein der Raum zwischen Weichsel und Dones eine tiefgehende strukturelle Änderung erfahren, sondern es sind durch ihn auch bie Krenzeit ‘unb Aufgaben ber betttschen Ostgaue völl.ig anberc geworden. Über diese inneren und äußeren Wandlungen gibt es aber noch keine authentischen Unter­lagen, die geschlossen der Öffentlichkeit sugänglid) wären, und das ist der andere Grund, weswegen diese Gaue in den Kreis der Ost- tartei mit ausgenommen wurden". Anderseits ist vorläufig darauf verzichtet worden, die übrigen östlichen bzw südöstlichen Gebiete mit einzttbeziehen; sie sind gegebenenfalls einer späteren Ausgabe Vor­behalten. ,

Auf die sachlich-fachliche Gliederung hin gesehen, umfaßt die „Ortstartei“ alle Bezirke des öffentlichen Lebens. An der Spitze steht, gegliedert in die Begriffe: Allgemeines, Geschichte. Völker und Sprachen. Religionen, Landschaft und Bodenschätze. Städteverzeichnis, eine ben ganzen Osten umfassende Eesamiübersicht. Ihr folgen sechs große, bie einzelnen Ostgebiete umfassende Abteilungen: 2. Deutsche Oftgaue (Ostvreutzen. Danzig-Westpreußen. Wartheland. Oberschlefieu);