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®d,e‘leMber6,f*e La«ggass- Sir. 21 «r-gMatt-Ha-y Wöchentlich in 6 «usaaden ▼ 6rid.einttn«8«it wrrk.äai.ck
Nr. 148
Montag, 28. Juni 1943
91. Jahrgang
Druck unu «CTing; $. «meiiknoerg sche «uchvruaere,, Laaggasse Sir. 21 (Tagblatt-Haa») Fernruf: Sammel-Nr» ö963t Drahtanschrift r Tagblan, Wiesbaden Postscheckkonto: Frankfurt a. M 7405 Bezugspreise^ Für «neu Monat RM 2- einschließlich des TrLgerlöhn» Durch die Post bezoaen für einen Monat RM?.SS, zuzüglich RM 0.86 Bestellgeld Einzelnummern RM 0.10 - Bei Behinderung bet Lieferung infolge Eintreten, höherer Gewalt besteht kein Anspruch auf Rückzahlung de, Bezugspreises
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Die argentinische Freimaurerzentrale geschlossen
Montevideo, 28. Juni, (^unfmelbung). Wie United Preß aus Montevideo meldet, hat die Polizei die Zentrale der argentinischen Freimaurerloge in Buenos Aires geschloffen. Der Grund für diese Maßnahme sei nicht angegeben worden.
Mit Ausländerinnen verheiratete Türken nicht mehr in amtlichen
• . Stellungen
Istanbul, 28. Juni. Wie verlautet, können von jetzt ab die lürfcn, bie mit Ausländerinnen verheiratet sind, keine amtlichen Posten mehr bekleiden.
§em Geleitzug wurde auch in der hereinbrechenden Nacht zum
3um keine Ruhe 'gelassen. Unabläffig hagelten die Bomben der Kamvtnugzeuge. deren Zghl sich inzwischen noch verstärkt hatte auf . e feindlichen Schiffe herab. Ein Handelsschiff von 6000 BRD und eins von .3000 BRT. erlitten schwere Beschädigungen nachdem sie von drei Bomben getroffen worden waren. Sueftere Bombentreffer wurden our einem Handelsschiff von 2000 Bis 3000 BRT. und drei Frachtern .unbekannter Tonnage beobachtet. Auch die Beschädigung zweier Landungsfahrzeuge konnte festgestellt werden.
^aupttHenftfefter Schmidt tödlich verunglückt
Berlin, 27 Juni. Die NSKK. meldet: Der Leiter des Arbeitsbereichs der NSDAP, in den Niederlanden und Eeneral- kommiffar für die besetzten niederländischen Erbiete Hauptdienstleiter »ritz Schmidt, ist äuf einer Dienstreise in Frankreich tödlich ver- unglufft
5er Führer hat für den Berstorbenen ein1 Parreibegräbnis angeordnet.
Der Niedergang der britischen Handeisschiffahrt
Die USA. treten das Erbe an
norfj weniger als flach dem ersten „Weltkriege halten zu können. Gegenwärtig fahre fast bte ganze britische Handelsflotte unter Leih- und Pachtverpflichtungen, w.ährend die Amerikaner nicht nur 16.» H°"?°lbschiffe schonten, sondern auch laufend vergrößern konnten Die USA. feien schon fetzt zum Weltzentrum für den Frachtschiffbau geworden. Die britifche Regierung hingegen weigere sich hartnäckig vor Kriegsende mit dem Bau einer neuen englischen Handelsflotte za beginnen. S,e laste auch die Dinge ungebührlich lange in der Schwebe und mache den britischen Schiffahrtsgesellschaften in keiner Weise Hoffnungen oder übernehme auch nut irgendeine Verpflichtung. iBis fetzt habe sie den Reedereien des Landes gegenüber auch nicht has germgite suoetläfitge Versprechen gemacht. Im Gegenteil. Jnnen- miNlster Morrison habe in allzu selbstzufriedener Weise kürzlich in Norwich. festgestellt, Englands Handelsmarine werde nach Kriegsende zweifellos kleiner sein als vor Kriegsausbruch. Wie wolle die Regierung dann, so meint Watts abschließend, die ausländische'Konkurrenz halten und wie wolle man unter solchen Umständen die über- ieeische Ausfuhr erhöhen?
durch britische Bomben verschütte!
britische Schandfleck auf der abendländischen Kultur endgültig aus. getilgt wird.
Zu dem Brief des Erzbischofs von York, der sich für den Bombenmord an Zivilisten ausgesprochen hat, schreibt „Siornalc 6 ?talta .Dieser Brief stellt im gegenwärtigen Augenblick ein äußerst wichtiges Dokument nicht nur moralischer, sondern auch politischer Be- ^eukung dar. Auf England ruhe nach dieser neuesten Äußerung bes britischen Erzbischofs bte Verantwortung für bie Grau I « m(e i t bes Krieges. Das britische Volk werbe eines Tage- von feinem Erzbischof Erklärungen forbcrn müssen, wenn die Theorie des hohen kirchlichen Würdenträgers von den Streitkräften der Aitzii umgedreht und gegen die englische Insel angewandt wird
Der englische Journalist Wickham Steed befaßt sich im Lon- doner Nachrichtendienst jetzt auch mit dem Luftterror gegen Deutsch land. Mit zynischer Offenheit gab er zu, daß diese Angriffe den Zwei hatten, Sch recken in die Reihen des Feindes zu tra gen um seinen Widerstandsgeist zu zermürben. Das sei, bemerk Wickham Steed. „althergebrachtes Prinzip und eine wohlbegründe militärische Taktik". Er fand schließlich eine besonders „geschmackvoll für die ganze Einstellung der britischen Kriegsverbrecher aber f<”- zeichnende Formulierung, als er die. Mordüberfälle auf wehrlose Kn »er und Frauen mit den Schüssen verglich, die von der Polizei gegen Gangster abgegeben würden.
, . tEltrt, 26. Juni. 6s ist bekannt, daß die britischen Terrorflieger bet ihren Angriffen auf deutsche Städte es immer wieder aus zivile D 6 1 e k t e abgesehen haben, die fie planmäßig bombadieren. Sv geschah es jetzt auch wieder bei ihrem Terrorangriff in der Nacht vom 25. zum 26. Juni in Bochum. Bei diesem libersall ffnd dem organi» sterten britischen Mord viele deutsche Kinder zum Opfer gefallen, die »ei Bombenabwürfen auf ein Waisenhaus im Keller verschüttet wurden: Rach bisher vorliegenden Meldungen wurden 50 der 100 ver- idiütfetcn Kinder tot geborgen.
Nach den zynischen Vernichtungsgeständniffen englischer Geistlicher und den Aufforderungen zum Mord die britische Agenturen und der Londoner Nachrichtendienst wiederholt sirusgefvrochen haben, ist der Kindermord von Bochum ein weiteres Glied in der Kette der britischen Schandtaten an Wehrlosen, Wie sagte der englische Nachrichten- dienst doch: „Man ertappt sich immer wieder dabei, daß man fich freut wenn Männer, Frauen und Kinder gezwungen werden, so schrecklich zu leiden".
Wir werden jeden britischen Mord gewissenhaft verzeichnen, um dann, wenn der Tag der Abrechnung kommt genau auiznrechnmi. Wir werden dann nut dielen britischen Barbaren- Mechodey endgültig ein Ende machen und dafür sorgen, daß der
Örtliche Angriffe abgewiesen
Renn britische Flugzeuge bei mißglückten Angriff aus deutschen Geleitzug bei Scheveningen abgeschossen
«us dem Führerhauptauartier, 28. Juni (Funkmeldung). Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Örtliche Angriffe des Feindes im Raum östlich D e m i d o s f und bei Welikije Luki wurden abgewiesen. An den übrigen Abschnitten der Ostfront verlief der Tag im allgemeinen ruhig.
Tages- u»d Nachtangriffe der Luftwaffe richteten stch gegen Eisen- bahnztele im rückwärtigen Gebiet des Feindes.
„ 2n den Nachmittagsstunden des 27. Juni griff ein Verband von <0 britlichen Kampf- und Jagdflugzeugen ein deutsches Geleit im Seegebiet von Scheveningen an. Der feindliche Ber- band wurde zerstört und 9 Flugzeuge abgeschossen. Der Geleitzug ist mit geringen Beschädigungen in feinem Bestimmungshasen eingelaufen.
Oer Sonutagsberirht des OKw.
Ans dem Führerhauptquartier, 27. Juni. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Bei W e li k i j e Luki wurden mehrere, von Panzern unter- stuzte Angriffe der Sowjets durch das zusammengefaßte Feuer aller Waffen zerschlagen ober in heftigen Nahkämpfen abgewiesen.
An der übrigen Front verlief der Tag ohne besondere Ereignisse.
Im Lagunengebiet des Kuban .und an bet Mur m a n-K äste versenkte die Luftwaffe eine größere Anzahl feindlicher Nachschub- baote, zwei Küstenfahrzeuge und ein Räumboot. In der vergangenen Nacht wurden Jndustrieziele im Mündungsgebiet der Wolga bombardiert.
. ..5nL “LS.R 1 i <6 c n Mittelweer griffen deutsche und ita.ieniiche »rliegerverbände ein feindliches Geleit iy mehrfachem Einsatz an. Nach den bis jetzt eingetroffenen Meldungen wurden e l f ”-r10-'’car r5ns,”tlet >ch«er getroffen. Ein Tanket geriet in Brand. ”
Bei Tagesvotftößen britifch-nordamerikanischer Bomber- und ^agdfliegetverbände gegen die besetzten Weftgebiete verlor der „eind 11 Flugzeuge. Ein deutsches Jagdslugzeug kehrte nicht zurück.
einzelne feindliche Flugzeuge unternahmen in der vergangenen e t°.r slüge im westlichen und nordwestlichen Reichsgebiet, Bombenwürfe wurden bisher nicht festgeftellt.
Feindlicher Geleitzug im Bomheuhagel
, „ . 27- ^uni Ein vor bet norbafrikanifchen Küste fahrendes
f e in bl i ch es 1-chltzsgeleit war bas Angriffsziel deutscher und ttaheniithcr <rliegeroerbönde. In den Nachmittagsstunden stießen 2» .f.tltcn Kamptflugzeuge auf die im Seegebiet vor Biserta stehenden dchtfse xunb gnifen unverzüglich mit deutlich erkannter Wirkung an Ein großes Handelsschiff von 10 000 bis 15 000 BRT. erhielt drei Treffer, worauf fich Brände mit starker Rauchentwicklung zeigten. Au, einem zweiten Handelsschiff von rundn 10 000 BRT. wurde ein Volltreffer mUschiffs erzielt. Nach Detonation der Bombe erfolgte etn: heftige Exvlosion im Schiffsinnern, die fich nach außen durch einen riefigen Rauchpilz bemerkbar machte. Ein drittes Handels- schilk von 1000 bis 5000 BRT. zeigte Rauchentwicklung nach Treffern neben dem Heck. Hart an bet Bordwand einens vierte Handelsschiffes »on gleicher Grone lagen zwei Bombeneinschläge, die ebenfalls von Lrefsen'i^B ”»“"' 8115 'änftes Schiff grief etn Tanker na»
i ®reSf’ c7- Mit der Lage der englischen Sanhelsschiffahrtz befaßt sich, der Zeitschrift „Fairvlav" zufolge-, H, E. W a t t s , der Vorsitzende der Britain Steamshiv Eo. Ltd. in einer Rede vor Mitgliedern bes britischen' Zeitungsverlegerverbandes, in bem bie Verleger bet englischen Prooinzzeitungen und Zeitschriften vertreten finb.
Schon bet Weltkrieg habe wesentlich »um Verfall bet britischen »anbelsschiffahrt beigetragen. 1925 hatte fie bie Führung, bie sie in den Siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts an sich riß. verloren Zum einen seien dann diejenigen Länder, die über einen hohen Lebensstandard verfügten, zur -Schaffung eigener Handelsmarinen übergegangen und hätten diese zum Teil stark subventioniert, zum anderen habe der englische Staat seine Sanbelsschifsahrt nicht kon- krrenzsähig gehalten. Deshalb seien viele fremde Schiffstransvorte an nichtenglische Reebereien vergeben worben.
Die tünftige Nachkriegszeit erwarte man. so gab Watts offen zu tn den englischen Schisfahrtskreisen mit ernster Besorgnis. Man furchte insbesondere, die ausländische Konkurrenz nach diesem Kriege
l , , Berlin, 28. Juni. {(Eis, Dtahlbericht unserer Berliner Schrift- | leitung.) Die Kommentare und die Betrachtungen der anglo-ameti» konischen Preffe zur Kriegslage laffen erkennen, daß man fich im ! l.ager unserer Feinde keineswegs wohlfühlt und daß man fich immer : wieder die bange Frage vorlegt mas weiter geschehen soll Dabei muß man sich bann — ber „Eeonomift" tut bas gcrabe jetzt wieber — eingestehen, daß eine Lanbung in Europa, wo fie auch unternommen werben sollte, ein außerorbentlich kostspieliges und schwieriges Unternehmen [ein würbe, bei bem man keineswegs ohne weiteres einen Erfolg ooraussetzen kann. Wenn man nun ab«r gehofft hatte
• durch verhältnismäßig „billige Luftwaffenbombarbements", rott man It» drüben auszudrücken beliebt, die Bevölkerung oer Achfenländ^ demoralisieren und die Kriegsinbustrie Deutschlands und Italiens sehr behindern zu können, so kommt man drüben zu der Erkenntnis
. ^"Ea'igtiffeii auf deutsch: und iialieniscke Städte ein - Erfolg uicht beschieden' ist, daß fich aber diese Angriffe für Die anglo- amcritanlf»c Luftwaffe recht verlustreich gestalt:». In dieser Hinsicht ist eine Darstellung des US-amerikanischen Kriegsinformations- amtes recht auffchluß^ich. Zunächst versucht diese amtliche amerikanische Stelle nämlich den Eindruck zu erwecken, daß die britischen und die in England stationierten amerikanischen Bomber sechs Tage tfnb sechs Nächte hindurch dauernd Städte i" '. i-n Nordwcstdeitsch- lanb bombarbiert hätten. Dieser aus rein agitatorischen Erünben getroffenen Feststellung folgt bann aber ein sehr interessantes Eingeständnis.- „Rach den in London vorliegenden Berichten" so sagt das amerikanische Kriegsinformationsamt dann nämlnh wörtlich sind wenigstens in den von uns bombardierten Gebieten mehr al= teufend deutsche Jagdflugzeuge und dreibigtaitsenb Fliegerabwehrkanonen zusammengezogen worden. Diese Verstärkung ber Verteidigung hatte tljten Erfolg, Denn die Verluste oer Briten und Nordainerikaner in der vergangenen Woche waren außerordentlich schwer" Wie schwer sie waren, verschweigt man natürlich in Washington Man spricht also nicht davon, daß in den ersten 26 Tage des Juni fast 500 Flugzeuge und damit wenigstens 3000 ausgebildete britische und amerikanische Flieger verloren gingen. Man vhantasiert barüt lieber etwas von beutschen Verlusten unb behauptet; baß innerhalb von Stunden mindestens 100 deutsche Jagdflieger vernichtet wurden, wahrend, die tatsächlichen deutschen Verluste in diesem Zeitraum 7 Jäger (Jäger, nicht Bomber) betrugen.
Immerhin mehren sich besonders auf Grund der amtlichen anglo- amerikanischen Meldungen im Feindlager die nachdenklichen Stimmen dte Nicht ohne Beforgnis fragen ob denn diese Luftbombardements' d. h. die Terrorangriffe auf deutsche Städte lohnen und ob ber Preis' den man bezahlen muß, nicht zu hoch ist. Die „New Bork Times" beifvielsweise stellt in einem Artikel fest, daß „Görings Abwehrge- tchwader die feindlichen Bomber mit Mut unb Beharrlichkeit an- gretfen. Die deutsche ö-Iaf, so wird hinzugefügt, sei stark und genau Das amenianische Blatt versucht'dann seine Leser zu beruhigen und metnt, die ang.o-amenkanischen Verluste seien keineswegs kata- ltrophal. Dann aber kommt es auf den springenden Punkt mit der Feststellung, da« es jchwer sein würde, die Mannschaf ts- v e r l u fl e z u e r s e tz e n. Es sei im Luftkrieg wie im Seekrieg man könne wohl das ausfallende Material, ' Schiffe und Flugzeuge schnell ersetzen, aber Schiffe unb Flugzeuge bleiben totes Material >o lanse. ste nicht von Menschen gesteuert würben. Die Ausbildung von Offizieren, llnteroffiiieren unb Mannschaften aber dauere nun einmal eine gewiße Zeit, ganz abgesehen davon, daß stch nicht jeder Soldat für die Luftwaffe oder Kriegsmarine eigne. 3a die Menschen- ftagc wird in diesem Zusammenhang sogar als „Engpaß" für die anglo-amenkanische Kriegführung bezeichnet. Zu diesen Feststellungen gesellen sich weitere Preffestimmen im aiiglo-amerikanifchen Lager die mit noch wirkungsvollerer Abwehr unb Gegenmaßnahmen rechnen und ihr Unbehagen bet diesen (Erörterungen keineswegs verbergen
Trotzdem wäre es falsch nun etwa mit einem Abflauen bes Luft- m,lc£.c-5 äu rechnen. Auch Stalin -gegenüber müßen Lonbon unb Washington ihre Aktivität beweisen, auch wenn beibe an einen (Erfolg dieser Maßnahmen nicht recht glauben und mit Grauen das Erstarken der deutschen Abwehr feststellen müßen. Die steigende Verlust- kuroc her anglo-ametikanischen Luftwaffe bleibt jedenfalls in London unb Wachington nicht ohne Eindruck. Dazu muß man drüben immer wieder-den entschloßenen eisenharten Abwehrwillen der Zivilbevölke- rung Deutschlands und Italiens feststellen und die Überzeichnung der italienischen Kriegsanleihe ist [ehr bachtenswert, zumal sich bie vom Bombenterror getroffenen Gebiete [ehr stark an der Zeichnung beteiligt haben und man soll weiterhin aus den mannigfachen Kommentaren der europäischen Presse zur Wiener Journalistentagung erneut erkennen, daff die Front, die für das neue Europa und damit gegen die Mächte der Zerstörung kämpft, immer weiter wächst unb erstarkt.
Für die Grausamkeit des Krieges verantwortlich
Hundert Waisenkinder ie Bochum
Verluste außerordentlich schwer'
London und Washington um den Ersatz des großen Piloten-Ausfalls beforgt
Der neue Bizekönig
Bon Wilhelm Ackermann
6ett der amtlichen Bekanntgabe, daß der britische Bizekönkg tn Stabten, Lord Linlithgow im Herbst d. I. nach Ablauf seiner Amtszeit durch den Feldrnarjchall Wavell ersetzt werden wird, bemüht sich die englische Presse tagtäglich, über den fabelhaften Eindruck zu berichten, den diese Lösung einer lange schwebenden Personalfrage überall in der Welt und in Indien selbst gemacht habe. Dieser (Eifer, bet dem es auch an Lobpreisungen der bisherigen unb zukünftigen Verdienste des neuen Mannes nicht- fehlt, ist freilich umso notwendiger, als er mit der Wahrheit höllisch auf Kriegsfuß steht. In Indien selbst und in ganz Ostasien, abgesehen von Tschungkingchina bas offenbar sem.Punkte Biindnispflichten empfinbet, ist nämlich bas urteu über diese Wahl denkbar schlecht unb ablehnend. Die übrige Welt aber, einschließlich der USA, hat bie Angelegenheit ziemlich gleichgültig auf genommen; nur befaßt au* sie sich mit den Gründen ff » d Hintergründen, auf denen dieser Entschluß beruht. Das ist,schon rein äußerlich durchaus begreiflich, ist es doch bas erste Mal °?R em Militär aus diesen ausgesprochen politischen unb diplomati- lAen Posten berufen wird, der bisher ausschließlich bewährten Politikern oder Angehörigen ber britischen Hocharistokratie Vorbehalten war. Selbst für bte englische Sffenlichkeit bedeutete die Ernennung Wavells etne vollkommene Überraschung, war doch sein Name bei den monatelangen Debatten über eine mögliche Nachfolge Lord Linlith. gows überhaupt nicht aufgetapcht
es natürlich nahe, die Gründe für diese Lösung auf = Gebiet und tn den derzeitigen Notwendigkeiten des oft.
asiatischen Krieges zu suchen. Schließlich besteht bie javanische Bedr o hu n g bes indischen Edelsteins in ber britischen Krone rote fte aus der katastrophalen Niederlage Englands im vorjährigen Feld- iug !» Malaya und Burma entstanden ist, unverändert fort Wobei ” «Et?er Pikanterie entbehrt, daß nun gerade derselbe Mann, der LS wahres mit seinem großsprecherisch an gekündigten
dieie lavanintze Bedrohung durch eine Wieberetoberung ?r?n9 tCu-s t1??® ’u beseitigen, so kläglich gescheitert ist, nun bie « hrte,Uf ro'.rh- ,®5 'st noch garnichl solange her, daß
miiu-- -t* ™^nterhaus ziemlich erregte Debatten über diesen neuen rffffisiarischen Mtßersolg gegeben hat, bei denen dem künftigen Bize- tonig keineswegs tiorbeerreifer um die Stirn gewunden wurden Wenn tSn! dte gesamte britische Presse über den grünen Klee
lobt, so beweist das mehr gehorsame Unterwürfigkeit gegenüber Ekmr- “Is wirkliche eigene Überzeugung. Aber er Hai auch noch einen * un“e^orftem ©lürf der Rehabilitierung^ den General s °nScblich „zähen Schotten", den freilich diese Eigen- r ?^?or bewahrt hat, ebenso ivie Wavell seinerzeit in Afrika rntHf»8/6 Rommels zu sem. Seit diesem Mißgeschick stand Auchinlek Äü x 'bn wieder hervorgeholt unb ihn zwar
ntät mit der Nachfolge Wavells im <rront-Oberkominando betraut c^e.r,t.ilrnLr®^ e^ar et .brer indischen Armee gemacht. Die Frage des Astasien -st einstweilen in ber Schwebe geblieben; bas- m?n9 sT8-"*eJ Weise zusammen mit Andeutungen, als interessiere t.1*1 bereinigten Staaten für die Übernahme dieses SXu?“ " kommen aus.Lschvngkiiig fortlaufend offensichtliche m?rC.lfni5li>i5nBeÄ' als Oberbefehlshaber in Ostasien
•”“.r.e *n der Hauptstadt Restchinas um deswillen sehr willkommen aus USA bonVmiwt fonnt% ba6 bie bisher reichlich klägliche Hilfe aus USA bann .wirksamere Formen annehmen koullte.
Frage auch die schließliche Entscheidung fallen mag, ium 9^5510^.55 * ’m- V c Seite der Ernennung Wavells n1-8 'N der Wirkung nach außen hin einigermaßen fchivach. ichwach wie eben die ganze ostasiatifche Position des ehemaligen ieben K 5' to ®,“5 anderes liegen die Dinge nach innen ge
/nen. blnsichtlich der Wirkung tn Indien selbst. Zweifellos ist die Vor- ikellung Churchills bei der Wahl Wavells unb Auchinleks bie gewesen, daß beibe in ihrer Zusammenarbeit das Kriegsvoten- L'iS.r- 1 e n 5 W Rahmen des Empires nach Möglichkeit entwickeln sollen energischer ats es ein ziviler Verwaltungsbeamter tun b°ß darüber hinaus gegenüber bem Jnbertum die Entschloffenheit zur Eewaltanwenbung bokurneniieren sollen Darin liegt denn auch das politische Moment, bas sich als nichts geringeres darstellt benn als eine klare Kampfansage gegen den in- Frethettswillen. Churchill will bewußt den Abstand ber zu- 8^5 bisherigen Methode unterstreichen. An die Stelle
der diplomatischen Schlaue und Ränke, in denen Lord Linlithgow u'L955£eVenrrmm?nt n$f .un9eiif''cft gewesen ist, soll jetzt die der- ?^re und konzessionslose Faust des Soldaten treten. Ein Entscheid in bem natürlich unausgesprochen das Eingeständnis beschloßen liegt fxÄJ;"!1!1’9”” 'eh.'en Endes die in ihn gesetzten Erwartungen enttäuscht hat. Es ist ihm nicht gelungen, irgendwie mit bet Opposition ber Kongreßpartei fertig zu werden, trotz der brutalen Festsetzung all m>r.eJ( "'beenden Kopte Zwar hat er sich bisher ber Unterstützung bes Moslemfuhrers Jinnah erfreuen können, aber besten Zweibeutigkeit Tangt an, in den Kreisen seiner eigenen Anhänger steigenden $er= bacht ju erregen. Andererseits ist jetzt mit ber Rückkehr Subhas E„h a n b r a Bofes nach Ostasien ein neues unb aktives revolutio- 55-r?*®- ^ent llr .5?" jüdischen Freiheitskampf gegeben, bem man brttischersetts rechtzeitig entgegentreten fiiöchte.
Dieser neue Führer des inbischen Freiheitswillens ist nicht ge- wenig realpoltischen Pfaden ber Gewaltlosigkeit zu wanbeln, die bas seltsame Kennzeichen bet Bewegung Gandhis sind Er hat darüber tn seinen Rabioansprachen aus Tokio bereits keinen 4roeifel flelanen, und ebenso wenig darüber, daß er in seinem Kampf dse Hilfe nehmen werde, wo sie stch biete, d. h. auch von Javan was bisher von den alten Kongreßführern ebenfalls abgelehnt wurde Nlaglicherweiie handelt es fich bei diesen Unterschieben der laktischen Einstellung in Indien um ein Generationsvroblem; die alte Führet- fch'chk. ist noch in den passiven Vorstellungen Gandhis ailigeroachsen die lungeren Elemente aber drängen zu praktischer Aktivität und zum Entschluß, Gewalt gegen Gewalt zu setzen Jeben- ialls bebeutef bte Gleichzeitigkeit beider Ereigniffe, ber Ernennung Wavells unb ber Rückkehr Boses nach Ostasien. eine Zuspitzung ber L a g e tm britisch-indischen Verhältnis. Sie wirb sich nickt von heute out morgen ergeben; aber oifensichtlich sind die Zeiten ber
