Wiesbadener Tagblatt
gemetcs/Seuniee, 26-/27. 5utn 18*3
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Sie Grobe Deutsche Kunstausstellung 1943
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Der Abstand verringert fich, in wenigen Sekunden können die ersten Granaten aufschlagen und in spätestens 5 Minuten .....
wir gerammt, überlegt der leitende Ingenieur. Da kommt auch schon der Befehl' „Klarmachen zur Selbstversenkung!" und sofort hinterher
St. 147 Sekte 3
Neuer Streik in pensglvaaien
?‘nf’25- Sunt. In einigen Gruben in West-Pennsylvanien brach am Freitag von neuem der eitet? aus. 125 000 der 200 000 Bern- l?ute de- Staates blieben erneut der Arbeit fern, meldet Reuter aus Rew York Dte Stahlverstntgung, der größte Stahlerzeuger der USA., muh eine wettete Einschränkung der Erzeugung tn Er- wogutt8 ziehen, da 19 ihrer 3 7 Hochöfe n st i l l gelegt wurden
wendet sich gn anspruchsvolle und volitisch interessierte Kreise und vertritt die Zusammenarbeit mit Deutschland im Sinne einer neue» Ausrichtung der französischen Politik..
An Wirtschaftsblättern erschienen die „Agence dconnomiaue et financiere" ($1(5633) und „La Bie Industrielle". Das vor dem Krieg schon bekannte Svortblatt „Auto" kam wieder zum Vorschein. In den 50 Departements der besetzten Gebiete erschienen nach und nach 57 Tageszeitungen und Zeitschriften.
In kurzer Zeit war ein moderner Presseavvarat entstanden, der in Zusammenarbeit mit der Presseabteilung der deutschen Botschaft die richtige Form der Betreuung der französischen Presse gefunden hatte- Den französischen Journalisten ging es in jenen Tagen nicht anders als der Zivilbevölkerung: das Nachrichtenbedürfnis war groß. darüber hinaus wollte aber auch jedermann wissen, wie die Dinge überhaupt lagen, wie es zu einer solchen Katastrophe für Frankreich kommen konnte und wie es weitergehen sollte. Es ist verständlich, dah man insbesondere alles über den grohdeutschen Nachbarn wissen wollte, von dem früher durch die Presse ein derart entstelltes Bild vermittelt worden war. Das Wort des Marschalls Petain von den Lügen, hie Frankreich so viel Unbeil brachten, fand innerhalb des französische» Volkes Verständnis. Schliehlich sprachen die Wasfenleistungen bet deutschen Armeen eine Sorache, deren Realität sich jeder beugte Die öffentliche Meinung fand in der Presse einen Anhaltspunkt und eine» festen Boden, um einen Weg in die Zukunft zu suchen.
Das ganze neue Zeitungswesen in Frankreich war aber auch unter dem Gesichtspunkt zu betrachtdn, dah mit dem Einrücken einer Reiht von Nachrichten in den Zeitungen nicht alles getan war. Von den zuständigen Stellen wurden mit geschickter Hand die mitarbeitswilligen Männer der französischen Presse gewonnen. Niemand wurde gezwungen. Artikel zu schreiben, niemand aufgefordert, mitzuarbeiten. Das System der Gruppe Presse der Provagandaabteilung entsprach modernen Auffassungen, war großzügig und lebendig und appellierte an die Initiative und die Verantwortung des Einzelnen. Somit war eine brauchbare Grundlage für bie Zusammenarbeit mit srazösischen Journalisten gegeben. Die Folge war. dah bie Presse im früher unbelebten Frankreich, die von der weitsichtigen Behandlung der Presse in dem besetzten Gebiet erfuhr, mit threr rein französischen Zensur sehr unzufrieden war.
Auch in sozialer Hinsicht wurde der französischen Presse eine Hilfestellung geleistet. Es wurde ein berufsständiger Aufbau der französischen Presse beschlossen. Am 11. Juni 1941 wurde die „Eorvo- ratton Nationale de la Presse Francaise" gegründet. Sie saht alle in der Preise Tätigen in einem einzigen Organismus zusammen- Dieser Organismus gliedert sich in fünf Gruppen, nähmlch die Pariser Tagespresse, dte Provinzvresse, die Zeitschriften, die Agenturen der Sertneb und der Verkauf der Zeitungen. Gleichzeitig wurde eine tarifliche Entlohnung für die Redakteure, die Angestellten und die Arbeiter festgesetzt. Der Preis bet Zeitungen wurde von 50 Centime» wurden*" 5ten,en ^hoht, so stab die Blätter wirtschaftlich selbständig
Die angespannte Papierlage zwang schon seit Ende Juni 1941 bfläu. die Auflage der französischen Zeitungen künstlich zu drosseln- Im September 1941 erchienen die Parier Zeitungen noch in einer Auflage non 2,5 Millionen-Exemplaren täglich, sie wurden inzwischen auf 16 OTtllwnen Exemplare täglich herabgesetzt- Außerdem erstheinen dte Blatter von den sieben Wochentagen nur noch an sechs. Im allse- ^itnno um neun Uhr morgens in Paris keine Früh-
zertung mehr zu haben ist.
Y Sart klingt der Befehl: „Anblasen!" durch den Raum. Schon I lischt es im ganzen Boot. Die Männer starren fich an, find plötzlich I m Wasserdampf gehüllt, halten fich an den Wänden fest und — M atmen erleichtert auf. Das Boot ist an der Oberfläche, mag nun I kommen, was will. In den ersten Minuten nach dem Offnen des I Turmluks kommt gar nichts, keine Bombe, kein neuer Alarm. Das k Flugzeug ist weg, dafür jedoch hält Steuerbord achteraus ein Zer- I störer Kurs auf das U-Boot. Nochmal tauchen ist. unmöglich, es wäre | der sichere Tod. Und über Master ablaufen bei" bei weit größeren I Geschwindigkeit des Zerstörers? Dennoch befiehlt der Kommandant | dreimal äußerste Kraft voraus, sobald er bemerkt, daß diesmal die Diesel ansvringen. Unten an der Maschine aber gibt es schon wieder besorgte Gesichter. Die Geschwindigkeit des Bootes ist geringer denn J'e. Von der Brücke kommt die Erklärung: das Boot liegt bis über
ie Schlitze der Außenhaut im Master und zwei Tauchzellen sind ge- s risten. Außerdem wurden sämtliche Torpedorohre eingedrückt, so kein Torpedo obgeschosten werden kann. Und im Hintergrund Zerstörer.
ein Schrei aus der Brücke: „Zerstörer dreht ab!“ Dreht ab? Ungläubig blicken die Männer in der Zentrale nach oben. Am liebsten würden ste aus die Brücke eilen, dem Ausguck das Glas entleihen und sich selbst überzeugen, ob der Zerstörer. . . Der Kommandant kommt indes von oben und bringt die Bestätigung, daß der Zerstörer auf dem besten Wege ist, hinter der Kimm zu verschwinden. Das U-Boot aber läuft, so schnell es kann, Kurs Heimat.
18 Stunden arbeitet der leitende Ingenieur mit seinen Männern, um das Boot wieder tauchklar zu machen. Vom frühen Nachmittag bis zum nächsten Morgen werden die Teile notdürftig zusammengeflickt, die seit dem Fliegerangriff immer noch in den Maschinen- räumen herumliegen. Die von ihrem Fundament geristenen Kom- vrestoren zur Erzeugung von Preßluft lasten sich einigermaßen leicht wieder in Gang bringen, schlimmer sind die Arbeiten an der L-Ma- schine. 18 Stunden schwitzen haben sich gelohnt, das Boot kann, wenn es sein muß, wieder unter Master marschieren. Und — es muß [ein..
Der neue Tag, den keiner mehr zu erleben glaubte, bringt starke feindliche Luftaufklärung. „Noch zwei solcher Treffer wie gestern kann auch ein deutsches U-Boot schwer ertragen", meint der leitende Ingenieur beim Tauchen und macht fich sofort wieder an die Arbeit.
Noch 12 Stunden find notwendig, um die neu in Erscheinung getretenen /Schäden zu beheben, 12 Stunden Arbeit unter Master. 30 Stunden müht er fich schon ab, »erhetbt mit Kaffee den Schlaf, der sein Recht fordert. Nur das Tiefenruder klemmt noch, eine verteufelte Sache, die d'en Kommandanten veranlaßt, vorerst nicht mehr »u tauchen. Und wieder stellt fich das zwingende Muh in den Weg in Form eines feindlichen U-Bootes, das zwei Torpedos losjagt,
glücklicherweise ohne zu treffen Dicht hinter dem Heck laufen bit Aale vorbei. Wenige Sekunden später sind beide U-Boote auf Tiefe, bas englische zweifellos in groher Wut über bie fehlgeschostenen Torpedos, das deutsche mit seinem lahmen Tiefenruder höchst befriedigt, einer neuen Gefahr entgangen zu fein.
In der Nacht ereignet sich zwar nichts, doch am Morgen schon in Sichtweite der Sicherungsfahrzeuge, braust noch ein feindliches Slugzeug heran. Diesmal läßt der Kommandant nicht tauchen, sondern die Bordflak sprechen. Feuerstöße jagen dem Flugzetzg entgegen, und von oben kleckerten drei Bomben herab. Zwei davon betonierten neben der Bordwand, reihen soviel Master hoch, daß drüben beim Geleit keiner mehr an eine glückliche Heimkehr des ohnehin Schlagseite zeigenden U-Bootes glaubt. Dik dritte Bombe fällt auf das Oberdeck, durchschlägt die Reste und bleibt am Druckkörper stecken. Mit diesem Zeichen eines seltenen Glücks setzt das U-Boot seine Fahrt zum Stützpunkt fori, und schon etwas gleichgültig, sich über nichts mehr wundernd, erlebt die Besatzung auch noch das Räumen von drei Minen durch die Sicherungsfahrzeuge Drei Detonationen, die vom Gegner ebenfalls dem U-Boot zugedacht waren. . . .
Stunden später können die Kameradsn im Hasen endlich das • Wiedersehen feiern, das gleich auf dieser ersten Fahrt des Bootes so oft am seidenen Faden hing. An höchster Stelle ist anerkannt, daß die Leistung des leitenden Ingenieurs und des Mafchinenversonals, dieses Boot zurüzubringen, ganz vorzüglich ist. Der Einsatzbereitschaft der Besatzung ist es zu danken, daß das Boot nicht verloren gmg. Der. leitende Ingenieur ist erst 22 Jahre alt.
Kriegsberichter Karl Emil Weitz.
u a„ 8?*.6t £icsmaI acht Arbeiten, unter denen die „Schlafende Diana die Kontrastfreude dieses Münchner Malers in Bnhnnc^fu? k' "' ungMvhnt Helles Licht rückt, ganz wundervoll sind "atig!: Bauernbilder! Der Frankfurter Sans Happ ?.’ne-MmuJ,80oIIc' »rohsigurige Komposition „Raub der Pro- <? rBi^ao , bm t£’2lcn Landschaften verdient der Dresdner Willy K r i eg e l starke Beachtung: feine vier Schwarzwaldbilder zeigen die fen? K"nst bet Beobachtung und Stilisierung. Wie leicht sind die ^,‘Rreri*m?rrtt\°n1.e"s.Ü6cl ?as fpariame Waldmotiv g* !*•*. und wie musikalisch klingt beides zusammen. Erich von P e r > Lit »Nredertheinische Landschaft" steckt voller Hellig-
l°'n .Abend am Niederrhein" ist voesivolle Stimmung trotz der -Wette ber S°r,zontlinie. Willy ter Hell (Berlin), ist ein Landschafter der sensiblen Sphäre. Hermann Urban (München) schildert urhafte Einsamkeit. Anton M ü l l e r - W i! ck in Ekunchen) malt mit der lichten Palette der Impressionisten: Karl rei* Vft6 tein5 bEadthildcr sind von Präzision, ftimmungs-
reich ist sein „Abendwald in dem man die Luft sinnlich wabrzu- nehmen meint. Bei den vier Landschaftsdarstellungen de- Nürn- Hermann Gradl ist alles einfach gesagt und voller schöner Beseelung. Unter den Tiermalern steht der Düsseldorfer Julius Paul
. Dem Ernst der Zeit gemäh wird ohne Aufwand heute int Saus bet Deutschen Kunst die neue Ausstellung eröffnet. Die Münchner Veranstaltung gibt jetzt zum siebten Male das Forum ab, auf dem für £eiftun8 und Ansicht bestimmt wird. Die Reichsschau läht gleichsam bttlhltiü _,i — r ■ । * . - ". Uitb macht sich ver-
bindlich. Stilfpieleret. Eensationshunger und alles Experimentierende find überwunden, verdrängt durch die gesunde Sicherheit Dienst an der Schönheit in teglicher Gestalt, bietet sich als trostreiche Kunst au* in ber neuen Ausstellung, die von 655 Künstlern insgesamt 1173 Arbeiten umfaßt, und zwar 519 Werke der Malerei 360 Plastiken 244 graphische Blätter, 49 Plaketten und einen Gobelin Ein ' ~
aang durch die vierzig Räume überzeugt wieder von glichenen Niveau der Ausstellung, die der vorjährigen in trotz aller Beschwerlichkeiten der Situation nachsteht
Wege der französischen Presse
Entwicklung d« Leistungswesens seit dem Waffenstillstand Bon unserem Berichterstatter
(B- 8.) Paris, im Juni 1943
Wie aus einer finanziell abhängigen und korrupten Presse ein brauchbares Instrument bei öffentlichen Meinung gemacht weiden kann, zeigt die Entwicklung der fianzösischen Presse im Beilause bei letzten drei Jahre d. h. von ber Besetzung von Paris, vom Beginn bes Waffenstillstanbes mit Frankreich an. Einen Überblick hierüber gibt eine Broschüre, die den Titel hat: „Wege der französischen Presse" und yon Dr. Hermann Eich versaht ist.
Als Paris vor rund drei Jahren, am 14. Juni 1940. besetzt war, erhielt die Gruppe Presse der Propagandaabteilung Frankreich den Auftrag, Herausgabe, Lenkung und Zensur ler französischen Zeitungen und Zeitschriften in die Hand zu nehmen. Zunächst wurde die Pariser Presse wieder in Gang gebracht.
Der „Martin erschien bereits am 17. Juni als erste Pariser Tageszeitung wieder. Dies war möglich, da der Besitzer der Zeitung als einer der wenigen in Paris geblieben war. Der Leserkreis ist das Bürgertum, rechtsstehende Kreise Der traditionelle antibolschewistische Kurs wird sortgesetzt und für eine Eingliederung Frankreichs in das neue Europa eingetreten.
Als zweites Blatt kam am 23. Juni die Abendzeitung „Paris- soir" wieder heraus. Es ist wieder das typische Massenblatt geworden und erfaßt alle Kreise der Bevölkerung Die Zeitung steht unter kommissarischer Verwaltung, und zwar weil kur» vor der Besetzung von Paris das Blatt nach Südfrankreich zog und'dort einen „Paris- soir" mit verschiedenen Ausgaben in Lyon, Marseille und Toulouse herausgab. Es gibt also zweierlei Paris-soir". Das im Süden, heraus« gegebene Statt hat gegenüber dem Pariser „Paris-soir" an Bedeutung verloren Der Besitzer. Prouvost. stellte beim Einmarsch der deutschen Truppen im früher unbesetzten Gebiet in demonstrativer Form das Erscheinen des Blattes ein. cs wurde aber auf Betreiben der Belegschaft wieder herausgebracht. In diesen Tagen wird erneut von der Einstellung des „Paris-soir" im Süden Frankreichs gesprochen.
Das „Oeuvre" erschien im Oktober 1940 wieder. Direktor unn Sauvtschristleiter ist Marcel Ddat. Ddat schrieb im Frühjahr 1939 den berühmt gewordenen Artikel: „Für Polen sterben?" Inzwischen gründete DSat dix volksnationale Sammlungsbewegung (RNPj. Seine Zeitung fordert die totale deutsch-französische Zusammenarbeit zur Errichtung des politischen und wirtschaftlichen Raumes „Eurafrika". Innenpolitisch setzt er sich für die Einheitspartei in Frankreich ein.
Sm Oktober erschien der „Petit Parsien" wieder. Hierbei handelt es sich um ein Blatt für die kleinbürgerlichen Bevölkerungsschichten. Es ersaht weite Bevolkerungskreise und wird von den Franzosen Journal des concieraes“ genannt. Seit Waffenstillstand ist die Zeitung um eine deutsch-französische Zusammenarbeit bemüht.
Knüpften diese Blätter an ihr früheres Bestehen wieder an, so erblickten in kurzer Zeit bereits auch eine Menge neuer Organe das Tageslicht. Zunächst war es bie Zeitung „Auiourd'hui". die in erster Linie die bürgerlichen Schichten anspricht und sie im Sinne einer Neuorientierung Frankreichs beeinflussen will. Politischer Direktor und Hauptschriftleiter ist (Sorges Suarez. Dann kam die Zeitung „La France Soltaltftej, die als Leserkreis hauptsächlich Arbeiter. Kleinbürgertum und ©werbetreibenbe hat. Das Blatt versucht, die nach dem Verbot der sozialistischen und kommunistischen Parteien führerlos Beworbene Arbeiterschaft zusammenzufassen und sie mit den Ideen eines sozial gerechten neuen Europas vertraut ,u machen. Der „Eri du Peuvle wurde zum Blatt Doriots. des Führers der französischen Dplk-°artei (PPF). E, wendet sich gegen $oltoefflrsmu5 3ubentum u"d angelsächsische Plutokratlen. Nationale Revolution und deutsch- französische Zusammenarbeit sind seine Programmpunkte.
- Als zweite Abendzeit kamen „Les Nouveaur Temps" heraus, Hauvtschriftleiter ist der bekannte Journalist Jean Lüchaire. Das Blatt
Drs (Biitonbarg-^cfltaga 1943 tn fHafnz
Gastspiel des Hessischen Landestheaters Darmstadt z
Claudio Monteverdi (1567—1643) hat man nicht mit Unrecht als den „Vater der Over" bezeichnet. In Cremona geboren, kam er als Sänger an den Hof von Mantua, besten Herzog Gonzaga Werke im Stil des erst wenige Jahrzehnte früher von den Florentinern geschaffenen „stile recitatioe“ wünschte. Später ging er nach Venedig, wo er als Kapellmeister an der Kirche von San Marco neben »ahl- «ichen Madrigalen vor allem Kirchenwerke für Chöre und Orchester schrieb, deren monumentale Tonräume an die Bauten des venezianischen Frühbarock erinnern. Der architektonische Stil eines Palladio, der sich der strengen Klassik nähert, findet sich auch in dieser Musik. Noch bedeutender aber wurde Monteverdi als Dramatiker. Der „O tobe us“ allerdings, dem Carl £) i f f eine liebevolle Neubearbeitung angedeihen lieb, ist im Original noch vielfach in mittelalterlichen Tonfolgen befangen, und das gleiche gilt von der „Ariadne", von der sich nur eine, ebenfalls von Dtff bearbeitete, rezitativische Arie erhalten hat. In seinen' späteren Musikdramen wie „Tancred" und „Povpea" hat sich Monteverdi immer mehr bemüht mit dem System der alten Kirchentönen zu brechen und das Kunstwerk zum Ausdruck der Persönlichkeit zu machen. Alle wesentlichen Bestandteile der späteren Over finden fich bereits bei ihm: Rezitativ, Arie, Chor und ein beachtliches Orchester, in dem wir neben den Streichern und Posaunen zwei Claoicembali, große Lauten und orgelartige Flötenwerke finden. Die Reformen Monteoerbis stiehen, ähnlich wie später die eines Gluck, auf den heftigsten Widerstand. So umstürzlerisch wie den Zeitgenosten klingt freilich feine Tonwelt unseren an ganz andere Klangreize gewöhnten Ohren nicht. Wir empfinden trotz allem Adel eine gewisse erhabene, fast primitive Monotonie, und daran vermag auch die Instrumentierung Drffs, die stärkere Deckfarben und Elanzlichler aussetzt, nicht viel zu ändern. Auch der Text scheint in wesentlichen Zügen geändert »u sein. „Orpheus^ hat bereits ein kurzes Vorlpjel, bas man bamals Toccata nannte. Es fchilbert in pastoralen Klängen eine ibyllische Lanbschaft unb bereitet lebiglidj bie erste Szene vor. Von großer Schönheit find bie schlicht melobischen Chöre, bie Solopartien, auch die ariosen, haben einen rezitativischen Charakter mit dramatischen Akzenten. Zum ersten Male kommt auch ein Duett vor freilich mit sehr altertümlichen Koloraturen. Im Gegensatz zu Gluck endet bas Werk tragisch, unb Eurybicke wird dem Gatten für immer entrissen, über der Ausführung lag eine Weihe wie über alter Kirchenmusik. Die Spielleitung des Generalintendanten Franz E v e r e t h betonte mit ber Plastizität ber Gruppen unb bet Gemessenheit ber Gebärben, bie marmorkühle Ruhe unb Klarheit ber Komposition. Gustav Grefe bot mit bem Titelhelben eine Leistung von abgemessener Feierlichkeit. Neben ihm erfreuten Martha Liebel, Hertha Faust und Siegmund Mezeh mit volltönendem Gesang und geschmackvoller Auftastung. Die Inszenierung hatte einen heiligen Hain im Stile Feuerbachs und eine Barockarchitektur für den Hades vorgesehen.
Die an zweiter Stelle folgenden Carmina burana" von Carl Orff haben wir gelegentlich der Frankfurter Uraufführung eingehend besprochen unb können uns barauf beschränken, an Wesentliches zu erinnern. Bei den vertonten Liedern handelt es sich um solche, die aus einer im Kloster Bendediktbeuren — daher der Sagte
- gefundenen Handschrift bes 13. Jahrhunderts stammen. Sie wurden von fahrenden Scholaren und genialen Bummelanten verfaßt, die sich durch dte ganze Welt tranken «nd küßten, wie jener Archipoeta, der sich wünschte, sein seliges Ende in der Kneipe zu finden. Die dich- iert che Form ist ebenso verschieben wie die Sprache, bie vielfach Mittelhochbeutsch meist aber ein ergötzliches Latein ist, über bas stch Cicero freilich im Grabe herumgebreht hätte. Eerabe biekes lebenbtg gebliebene 2atem gibt ben Trink- unb ßiebesliebetn eine auherorbentliche Frische, bie auch des Humors nicht entbehrt. Carl Orff teilte sein Werk in drei große Abteilungen. Er Überläßt es dem Theater, Szenerie unb Buhnenvorgänge ju gestalten. Denn das Wesentliche ,st die Musik, unb ie mehr man in ihre unsagbare Schön-
Smrt° ist man von der Notwendigkeit einer
szenischen Darstellung bei diesem neuartigen, weltlichen Oratorium überzeugt, Dre einzelnen Lieder haben einen stark betonten Rhythmus e,n einmal angeschlagenes Thema wiederholt sich immer wieder tm Sinne eines Tanzes, Der Tondichter wählt bei ben Soli wie bet den Choren in freier Weise altertümelnbe Anklänge, die bem Ganzen eine wundervolle Patina geben. Ein Märchenklang, ein ferner Klang versunkener Schönheit zieht als Grundton durch alle über- schaumende Lustigkeit einer Zeit, bie längst gestorben ist. Deshalb traf die Frankfurter Inszenierung wohl bas Richtige, wenn sie sich b« ,'bren . Dekorationen unb Kostümen an bie bunte Pracht bes Mittelalterlichen Lebens m ben alten Miniaturen erinnerte. Trotzbem war auch die Darmstadter Auftastung sehr beachtenswert. Sie verlegte die Eeschehniste in eine Art Scheune, wo die Spieler und San* ger in den verschiedenen Bauerntrachten auftraten. Humorvoll wurden die dre, Teile bes Zyklus burch eine Sonne, ein großes Faß unb ein von Amoretten gehaltenes Herz angebeutet. Währenb sich im Hintergrunb das große Schicksalsrab breite, schlangen sich volkstümliche Tanze durch die Chormasten. unb wir hörten manche schöne ge- runbete Stimmen. Volle Anerkennung verdienen Hertha Faust Gustav Grefe, Kurt Reinhold unb Abolf Lutz. Die Solisten traten völlig unpersönlich auf Das Mäbchen, ber Bursche ber Abt ber Schwan. Denn die Lieber sinb von Unbekannten geschrieben unb trotz ihrem gelehrten Latein aus bem Fühlen bes Volkes herausgewachsen. Dr. Wolfram Waldschmibt.
* Reue Feldpoftausgaben. Der Verlag C. Bertelsmann Gütersloh, legt eine Anzahl neuer Felbpostausgaben vor. Es sinb durchweg Bändchen in handlichem Taschenformat, hübsch ausgeftattet, bähet aber von unterschieblicher Stärke. Neben den beiden Sammlungen der ..Feldausgaben" (Umfang je Band etwa 200 6.,) und der „Kleinen Feldpost-Reihe" (64 Seiten,) bringt der Verlag auch noch die ganz kleinen, jedem Brief einzulegenden „Bertelsmann-Felbposthefte“ (32 Seiten,) heraus. In allen drei Reihen wird ein ebenso sorgsam wie zweckentsprechend ausgewähltes Schrifttum dargeboten. Unter den neu vorgelegten „Feldausgaben" finden sich ein heiterer Roman P. C. Ettighofers „Peter im Glück", Paul Fechters gleichfalls heiter- besinnliche Erzählung „Die Fahrt nach der Ahnfrau" und der „Klaus von Bismarck" von Walter Fier. — In der „Kleinen Feldpost-Reihe" begegnen uns Autoren wie Hans Grimm. Wilhelm Schäfer, Hermann Eris Büste, Eugen Roth, Georg Büsing, Stefan Sturm, und andere. Klastische Erzähler wie Keller und Storm fehlen nicht unb es fehlt tun» Sicht bet unsterbliche Meister Wilhelm Busch.
- Helden bis zur letzten Meile
Eine ungewöhnliche Fahrt unserer U-Boot-Männer
DNB... Sei der Kriegsmarine im Juni 1943 PK.: Kritische Augenblicke lagen bisher selten so dicht beisammen, wie bei dieser 'ersten Fahrt. Durch vier wohlgezielte Torpedos dieses Bootes wurden kurz nacheinander vier Dampfer aus einem Geleitzug heraus- gefchosten. 20 000 BRT. auf einen Schlag — ein vielversprechender Anfang. Die bärtigen Gesichter der Besatzung strahlten vor Freude, ein paar Minuten nur, denn schon nahen zwei Zerstörer, drücken das U-Boot unter Master und werfen in 5 Stunden 119 Wasserbomben.
Alle Vorteile sind diesmal beim Gegner, bie ruhige See, die das Suchen des U-Bootes erleichtert, unb bte Übermacht bet brei Zerstörer, beten Schraubengeräusch einmal lautet, einmal leiser immer wieder im U-Boot zu hören ist. Dazu Wassereinbruch im Boot infolge zerrissener Luftschächte und Ventile. Schon ist bas Boot um mehrere Tonnen schwerer, neue Wasserbomben lasten bas Licht ausfallen. machen alle Bemühungen um bas Gleichgewicht hinfällig, eCe wachfreien Männer müssen nach vorne eilen, bie elektrischen Lenzpumpen, bie das eingebtungene Master außenborbs brücken sollen, fallen aus. Es bleiben nur bie Hanb-Lenzpumven. Die Männer pumpen um ihr Leben, bie Luft im Boot wirb burch biese Anstrengungen ungewöhnlich schnell verbraucht, unb broht bie Besatzung stühzeitig zu erschöpfen.
„Batterie erschöpft, mehrere Akku-Zellen ausgefallen!" meldet der Obeimaschinist bem leitenben Ingenieur. „Auch bas noch!" Schweren Herzens entschließt fich bet Kommanbani, aufzutauchen. „Drei zu eins, oben warten bie Zerstörer auf uns!“ Das Turmluk fliegt auf, der Komandant nimmt als erster einen Rundblick und sieht zu feiner Überraschung von den drei Zerstörern gerade noch die Heckseen: sie eilen ihrem Geleitzug nach. Das U-Boot aber kann sich nicht von dieser denkwürdigen Stelle entfernen, es bleibt wie angenagelt liegen; bie Diesel springen nicht an.
Ein wüstes Werken -beginnt im Diefeltaum, Dichtungen werben erneuert, bas auch in bie Kuppelungen etngebrungene Seewaster entfernt. Alle packen an, ber leitenbe Ingenieur und bie Ober- mafchiniften überwachen bie ganze Nacht hinburch bie Arbeiten. Plötzlich ertönt aus bem Vorschiff ein wildes Freudengeschrei. Bevor die Manner zornig anfragen, was den Seeleuten so viel Freude macht, kommt ber Funker mit einem Zett«! unb brüllt: „Extrablatt: Wir mürben soeben im Wehrmachtbericht genannt. Extrablatt gefällig?" Die Besatzung hat ben großen Erfolg von gestern nun auch schwarz auf we,ß vor sich. Das beim Zerstörerangriff jäh unterbrochene Lächeln huscht wieher über bie bärtigen Gesichter. „Wir leben unb gleich gehts weiter!“
Am nächsten Morgen steht bas Boot bes Kavitänleutnants N. wieder klar in bem ihm befohlenen Planauabrat. Es gilt, bem fei üblichen Nachschub nach Gibraltar aufzulauern. Mittags, kaum baß die Strapazen bet letzten 24 Stunben burch einen kurzen Schlaf ausgeglichen sinb, unterbricht bie Alarmglocke bas Efftn. Noch währenb des Tauchens betonieren zwei Fliegerbomben unmittelbar vor und zwei weitere djM hinter dem Boot. Die Wirkung ist entsprechend; der schöne MilchWs mit Zimt klatscht an Decken unb Wänbe, Geschirr fliegt in ben Räumen umher, Lampen splittern aus ben Fassungen.
„Wassereinbruch bei ben Torpeborohren!" — „Wastereinbruch im JiejeH" „W-Maschine ausgefallen!" „Boot ist nicht mehr zu halten!" er überstürzen sich die Meldungen unb schon fällt bas Boot, einmal mit dem Seck voraus, einmal mit dem Bug.
Es wird abwechselnd gelenzt und geflutet. Befehl folgt auf Befehl. Unb bie Männer an ben Maschinen und Ventilen führen diese Befehle aus mit einer Ruhe ohnegleichen, ohne auch nur eine Sekunde an das zu denken, was kommt, wenn das Boot noch einmal fällt. 4000 Meter tief ist das Meer an dieser Stelle. . . .
„Vorderes Tifenruder klemmt!" meldet die Zentrale. Zentnerschwer hängt die Verantwortung am Kommandanten. Auftauchen? ' Roch ist cs zu früh, noch kann das Flugzeug oben warten und dem Boot den Rest geben. Am schlimmsten sieht es bei der B-Maschine aus. Die Schalttafel verbogen, Schrauben abgerissen, Meßinstrumente zerstört, Isolatoren abgesprungen, Plus- und Minusteile verbunden und verschmort, ein Kurzschluß, bet nicht in den wenigen Minuten lu beheben ist, bie bas Boot ohne Antrieb unter Wasser noch aushalten kann.
Fragenb blickt ber Äommanbant seinen leitenben Ingenieur an.
„Keine anbeie Möglichkeit?" „Nein!"
®ei<ht im Aufbau insofern ein wenig ab, als man bie Snnber,*au, die diesmal dem Rothenburger Altmeister Peter P H i.
fernen köstlichen Typen- und Stimmungsschilberungen als ?eatcÄs,nnb 'Vorbehalten ist, vom Erdgeschoß ins Obergeschoß ver- F^pp S11 » aus Bad Aibling findet stärkste Beachtung mit fielen "Müder Alter" Seine „Zauberei im Herbst" poeti-
llett in Goldtonen mit raffiniertem Rot. Monumentaler Stil in groß- artigei Raumillusion ist Herbert Kampfs- Berlin „Ikarus" Kom- vafttionell kühn ist Friedrich Wilhelm Kalbs- München Bielfiguren- bud "Werben" ein Sinnbild, bes Kampfes bes deutschenÄlbatL Sf’eLb„« bunklen Machte einer unteren Weltorbnung; Kalbs „D ?er Figuren* f*ebt'9 ln ben $oIeut5 »nd statuarisch streng im Stand
