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Druck und '-Verlag: L. Lchellenverg fche Vuchbruckerei, Langgafje Nr. 21 (ragblall-Haus)
91. Fahrgaug
Donnerstag, 24. Funi 1943
Nr. 145
Rekorderfolg unserer Abwehr
In wenig mehr als 24. Stunden oerlorrn die Anglo-Amerikaner 136 Terrorbomber
Wachsende englische Empörung über die Juden
Wien, 2". Juni. In der Mittwochnnchmittagssitzuns der 2. Internationalen Iournalistentagung in Wien richtete Knut Hamsun an die Beitreter der zahlreichen Nationen in schlichten Worten einen Grün und wies darauf hin, daß er als hochbctagtcr Mann zwar
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schreiben, aber vor einem so großen Kreis eine längere Rede nicht -Balten könne. Er beauftragte das norwegische Präfidiumsmitglied, Chefredakteur der Leitung „Frittvolk". Arni R i s b o v d- mit der Verlesung des Textes seiner Rede. Ich möchte nur in aller Einfachheit als Norweger, als Mensch und al» Kermane ein Zeugnis ab=
i legen, so heißt es darin. Ich will mich damit nicht etwa uui irgendeine der Fragen des Tages l
mich damit nicht etwa auch nur um . . _ _____ ._______ herumdriicken oder sie verschweigen,
ich will sie vielmehr alle'in eine einzige zusammenfaffen und nenne sie England) Und so bitte ich Sie <inen Augenblick um Ihre Aufmerksamkeit, damit ich . Ihnen in Kürze mein Zeugnis über England ablegen kann.
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offenbar bereits- ihrer Verwirklichung entgegen, womit noch nichts über den Stand der zunehmenden Bereitschaft zu aktiven Gegenschlägen gesagt ist, die unter allen Umständen kommen werden. Außerdem ist zu bedcitkcn, daß die feindlichen Einbußen bei jedem größeren Einsatz über die direkten Verluste, weit hinausgehen, denn ständig werden von der Abwehr Flugzeuge schwer, oder weniger schwer beschädigt, die nickt mehr zu ihrer Ausgangsstation zurück- kommen oder bei der Landung zu Bruch gehen, so daß deren Reva- ratur mit großam Zeit- und A-rbeitsaufwand verbunden ist. Auf der Gegenseite kann man die wachsenden Schwierigkeiten immer schlechter verbergen. Es liegen auch eine ganze Reihe von Berichten vor, in denen zurückgekehrte Piloten nachdrücklich auf die außerordentliche Schwere der Kämpfe, die sie auf ihrem langen Wege über feindliches Gebiet zu bestehen haben, Hinweisen und auf die Größe ihres Risikos, das sie vor allem durch die Kämpfe mit den deutschen Nachtjägern eingchen müssen.- 3n dem Maße der zunehmenden Gefahr wird aber auch der amerikanische Haß und Verntchtungs- wille geschürt, wofür immer neue Zeugnisse vorliegen. Der Luftfahrt-Korrespondent vom „Evening Standard", Oliver Steward, schreibt z. B. jetzt, die Bombenangriffe müßten, ohne daß man auf Eefahrsteigerung Rücksicht nehme, cingehalten werden, bis der letzte Widerstand im Innern der Feindländer gebrochen sei. Diese Idee liegt auch dem Programm der gegenwärtigen anglo-amerikanischcn Luftangriffe zu Grunde, „denn, Truppen in Schützengräben können ja ohne schwere Verluste -gu erleiden viel mehr Tonnen Erplosiomaterial. aushalten, als die Zivilbevölkerung, die unter den dünnen Dächern von Großstadthäusern woh»t." Auch Erklärungen von so zynischer Offenheit haben ihren Vorzug. Sie schaffen letzte Klarheit. ■ Der deutsche Wille, der gegenwärtigen Terrotwelle zu trotzen, ihre osychftche Gewalt durch Dandhaftigkclt Zu brechen und zur gegebenen Zeil machtvoll zurückzuschlagen, wird schließlich das entscheidende Moment in diesem Kampfe bleiben.
gungen auf seine Schultern gelegt wurde. Die Flotte war versenkt, die Kolonien waren geraubt, Arbeitslosigkeit herrschte und Not.
War Deutschland denn zum Untergang verurteilt? Natürlich nicht/ Deutschland ist der Nachbar aller. Deutschland ist das Reich der Mitte. Und die Erscheinungen der Folgezeit waren alles andere als Zeichen eines Unterganges. Denn« nun setzte in Deutschland die Zeit des Nationalsozialismus ein, die Leben und Rührigkeit und Aufstieg auf allen Gebieten brachte. Es war eine Offenbarung, ein Wunder an Willen, und germanischer Kraft. Adolf Hitler war der Führer.
Um aber bei der Sache zu bleiben: England konnte diesen Aufstieg Deutschlands nicht zugeben. Es mußte wieder einen Krieg geben. Hitler kam soweit entgegen, wie er überhaupt nur konnte. Er »erlangte nichts als ein kleines Entgegenkommen, er »erlangte nur ein Tor, einen Fahrweg in ein deutsche» Stück Land, das abseits lag. Aber England wollte den Krieg. And nun erkennen wir wieder das jahrhundertealte Spiel der britischen Politik.
England will den Krieg nicht selbst führen. Nein, gewiß nicht, es will vielmeht.-tüie üblich, andere dazu bewegen, in den Krieg für England zu fahren. Es machte Versprechungen,, es gab Garantien an ein euroväischcs Land nack dem anderen, 6'antit sie sich Hitlers Wunsch widersetzten. Und Land um Land blutete bis zum letzten Mann, um England zu dienen, Wir sehen wieder, was englische Versprechungen und Garantien wert sind, aber, wir sehen auch dreifach und vierfach, daß die Völker wieder ihrer alten Einstellung gegenüber Albion erliegen und sich weigern, ihren eigenen Augen zu trauen. Es ist der englischen Politik im Laufe der Zeit gelungen, die gesunde Urteilskraft der Völker in Grund und Boden zu -vernichten. .
Und dann? England wollte den Krieg, und Hitler zog das Schwerk. Er war ein Kreuzfahr e r, ein R e f o.r m a t o r. Er wollte eine neue Zeit, et wollte allen Ländern neues Leben schenken, wollte dauernde Eintracht unter den Völkern zum besten eines jeden Landes.
Das war sein Wille. Und er wirkte nicht vergebens. Völker und Nationen schloßen sich ihm an und stellten sich ihm an die Seite. Völker und Nationen wollten mit ihm kämpfen und siegen. Das haben wir nun Tag um Tag und Jahr um Jahr erlebt.
Do steht nun Adolf Hitler, dieser Mann, der nach und nach die ganze Welt n m g e k r e m p e l t hat und ihr jetzt ein völlig neues Gesicht gibt. Es wird ihm gelingen. Sein Kamps- genosie Mussolini steht ihm mit Italien zur Seite und das gleiche tut der Kern der europäischen Festlandmächte. Sie «erden es gemeinsam schassen . Und dann ist der Krieg vorbei.
Mein Glaube und das Zeugnis, das ich ablege, lautet aber England muß auf die Knie! -Es genügt nicht, die Bolschewisten und die Pankees zu besiegen. England muß überwundenwerden, sonst gibt, es keinen Flieden auf Erden, das habe ich nicht in den Sternen gelesen. Ich unterbaue meine Ansicht mit dem. was ich an englischem Verhalten und Vergehen in der ganzen Welt erlebt habe» Auch meine eigene, abseits glegene Heimat hat Geschlecht um Geschlecht Englands Macht und Wachtmißbrauch zu spüren bekommen. Man denke nut an di? Daumenschrauben, die man unserem Handel angelegt und an die Gewalk, die man gegen unsere Seefahrt ausgeübt hat. Ja. selbst das Wirken des Secret Service baben wir in unseren. eigenen vier Wänden erlebt. Alles haben wir durchmachen muffen.
Nein, in den Sternen habe ich es gewiß nicht gelesen, aber ich glaube, in einem langen Leben erkannt zu haben, daß der größte Teil aller Unruhen, aller Bedrängnis, aller Unterdrückung, aller Wort- brüche. aller Gewalt und aller internationalen Zwiste aus der Quelle Englands stammen. Selbst den heutigen Krieg und all das Unglück, das et über die Welt bringt, verdanken wir England. England ist der Ursprung. England muß auf Sie Kniet
warnt seine Rasfegenossen
Bezeichnend dafür, welchen Umfang diese Korruptionsgeschäfte der Juden im Schwarzhandel bereits angenommen haben, ist außerdem die Tatsache, daß sich selbst der englische Oberrabbiner I. H. Hertz gezwungen gesehen bat, seine Raffegenosten in aller Öffentlichkeit zu warnen. Der Leserzuschrift zmolgc wies Hertz in seinem Brief zum Passafest darauf hin, daß diese jüdischen Vergehen in den Augen der Öffentlichkeit auf alle Juden und das Ansehen ihrer Religion zurückfallen würden. Jeder Jude halte den Ruf des ganzen Volkes in feinen Händen.
In einer anderen in der .Soectator' -Atisgabe vöm 16. 4. 43 berichteten Ansprache hat Hern weiter wörtlich erklärt: „Die Teilnahme der Juttzm an diesen und anderen Vergeh«,- ist in hohem Grade an bet schwerwiegenden Verdammung des 3nS -ntums, sowie des jüdischen Namens schuld." .Es ist trau-in", so schließt die Lefv zuschrist an den Svectator, „daß ein derartig", öfsenZicher Tadel ->on Hertz notwendig gewesen ist und doch allem Anschein nach ohne jede Wtilung bleiben wird."
Oberrabbiner 3. H. Hertz
Berlin, 23. Juni. Die Verschiebungen und Vetschacherungen knavver Waten durch die Juden an-den schwarzen Märkten haben in Großbritannien allmählich derart zugenommen, daß sie selbst im judenfreundlicheu England zum ösfentlichen ärger» n i s geworden sind. Die britische Presse hat in den vergangenen Wochen wiederholt von großen Schiebergeickäslen berichtet, die auige- ‘ deckt werden konnten und an denen stets Juden maßgeblich beteiligt waren.
„Janus" — offensichtlich ein Deckname — „hat der öffentftrfjfeit einen großen Dienst erwiesen, inbeni er ganz offen über die Tatsache sprach, daß die südliche Bevölkerung in Großbritannien einen Höchstrekord hinsichtlich der Vergeben am schwarzen Markt hält“, hieß es kürzlich in einer Leserzuschrift in der Zeitschrift „Svectator" vom 16, Juni 1943. „Wie Janus mit Recht betont, würde es von Nachteil sein, diese Tatsache ut verschweigen, da jede Rücksichtnahme die Inden nur zu einem Fortiührcn ihres Treibens ermuntern würde, und zwar bis zu einem Ausmaß, das leicht gefährlich werden konnte. Die Frage ist ob dieser Punkt nicht bereits schon erreicht ist, ganz abgesehen von irgendwelchen Ermutigungen."
Ich bin bis ins Innerste hinein antiangloman, antibritisch. Ich kann mich überhaupt nicht erinnern, daß ich jemals etwas anderes gewesen wäre. Ich will bamft nicht dem Anschein erwecken, als sei das irgendwie mein Verdienst. E s ist mein Standpunkt. Ich habe mnnc Heimat in jungen Ihren verkästen und lernte fremde Völker, auch Engländer kennen. Ein wenig las ich ja auch, versuchte ich selbst ein wenig nachzudenken. Es berührte mich so eigenartig fremd, wenn jemand die Engländer anderen Völkern worzog. Und das war gar nicht jo leiten der Fall, im Gegenteil, es war die Regel, besonders wenn ich cs mit Seeleuten zu tun hatte.
.Ich begriff diese Einstellung nicht. Ich für mein Teil bin nie unliebe ns würdigeren Menschen als den En gl ändern begegnet. Sie sind io von sich selbst überzeugt, so hochmütig und abweisend.
Soäter. als ich erwachsen und wieder daheim war, mußte ich dann erleben, daß der größte Teil meiner Landsleute die Engländer mehr als irgend ein Volk in Europa schätzte.
Können meine lieben Landsleute denn nicht lesen, und können sie nicht denken» Gewiß, wir haben Schulen gehabt und Bücher, wir haben Gelegenheit gehabt, die Briten selbst, ihre Geschichte und ihre blutigen Siege über die ganze Welt kennenzulernen, und doch haben wir sie dann Ichließlich immer wieder ins Herz geschlossen
Kann man das erklären? Ist das zu begreifen?
Es geht ja nicht nur uns so. Frankreich und viele andere Länder sind ja der gleckü-n teimMlung erlegen. Es -st eine Seuche unter die Menschen gefahren. Ich bin fest davon überzeugt, daß daran nichts irgendwie Wunderbares ist. Es ist keineswegs ratfa-n, daß die Völker stch daran gewöhnt haben, sich auf England zu stützen, es ist nur ein Ergebnis der englischen Politik und des englischen Vorgehens. England hat die Gemüter der Völker gefärbt und gefälscht, hat ihren Sinn abgestumost und sie blins gemacht. Im Laufe der Jahrhunderte, hat England es verstanden, sich nach und nack den Glauben und das Vertrauen der Menschen zu erschwindeln, und Zwar in schreiendem Gegensatz zu ihren eigenen Erfahrungen und im Widerspruch zu dem, was diese Menschen mit ihren eigenen Augen gesehep haben. Das ist das unheimliche Geheimnis der Politik Albions, das ist durch unt> durch jene verräterische Mischung aus goldenen Versprechen und Zwang, aus heuchlerischer Gottesfurcht und Riederknüvpelung, aus Secret Seroice, Gewalt und Mord.
Wer konnte so starken Mächten widerstehen?
Mein armes, eigenes _Vani> konnte cs nicht, und andere konnten es anro nicht. Man sehe ,-ch nur Frankreich an. Es gibt kein Land, das >m Laufe der Jahrhunderte mehr Grund gehabt hätte, sich für die kngiifcke Zusammenarbeit und für die sogenannte englische - Freundjchaft zu bedanken. Napoleon hatte cs erkannt, gewiß, er hatte cs erkannt —aber er müßte sein Land heute Wiedersehen, nachdem cs die Verheerungen durch die englische Politik erlitten hat. Seine Generale und Truppen stehen in englischem, Dienste. Wie wird das enden? Wir wiffen es nicht.
Ein Land gibt es, das widerstand dem Gift der englischen Politik, ein -'roses und mächtiges Land: Deutschland.
Aber eben diese seine Große und Macht erweckte bei Albion ein tödliches Mißfallen. Bismarck wurde einmal gefragt: „Was täten Sie, wenn England jetzt einige Divisionen auf deulscken Boden schickte?" Bismarck antwortete: „Ich würde sie verhaften lassen,"
Die -leit verstrich. Und als das neue Jahrhundert einige Jahre alt war, krachte plötzlich irgendwo ein Schuß, Ein Schuß, der in der ganzen Welt wi-crhallfe und die Länder unversehens in einen Krieg hiiieinwirbplte, Deutschland wurde gegen seinen innersten Willen m’tgcrifien, es schlug sich, wie immer, tapfer, aber es hatte vier Weltteile zu Gegnern,
England verlor den Weltkrieg nicht, England bat aus den Niederlagen der anderen immer Vorteile geerntet. Auch war die deutsche Bevölkerung im Lause der Jahre allmählich durch einen Zuzug vvn Fremdkörpern durchsetzt worden, die ihr Krankheitskcime zujübrten und den germanischen Geist ini Volke schwächten. Das aaste England in den Kram. Deutschland mußte geschwächt werden. Ein über-, sluß u !i g e t manisch et Völker und Rassen verheerte das Land und oreßle die nack dem Kriege so schon bis aufs Blut ge- icknndenc Benöllerung weiter aus. Das waren tiir Deutschland schwere Jahre, in denen eine märchenhafte Milliardcnlast.an Kiiegscntschädi-
ra. Berlin, 24. Juni. sEig. Drahtbericht unserer Berliner Schrift- leitung) Das Gewicht der militärischen LTv e t a t i o n e n liegt nach wie vor in den in den fließenden Räumen der Lust- front, hinter der die Vorgänge zu Lande und )u Wasser an Bedeutung erheblich zurückgetreten sind. Die westeuropäischen Küstengebiete, West, und NordwestdeutschlanL, sowie der. süditalienischc Mittelmeerraum bilden die Zentren der mit großer Gewalt ausge- sührten feindlichen Luftangriffe. Während die Wellen dieses Terrors auf Städte und Hefncrc Ortschaften niedetgehen, verschärft sich aber auch die Abwehr rasch und wirksam. Die deutsche Lustverteidigung bat den britisch-amerikanischen Terrorbombern im Lause von wenig mehr als 24 Stunden, vom 21. 6. kurz vor Mitternacht bis zu den frühen Morgenstunden des 23. 6. ihre bisher s ch w e r st e Niederlage über dem Reich zugesügt. Vorliegende Meldungen der zur Abwehr eingesetzten Nachtjäger, der Flakartillerie und der Mftwafsc, sowie der Bordflak schwimmender Einheiten der Kriegsmarine bestätigen für diesen Zeitraum die Vernichtung von.mindestens 136 feindlichen Flugzeugen, davon 129 viermotorige Bomber. Zusammen verlor der Feind bei [einen int Monat Juni bisher unternommenen Luftangriffen gegen das Reich und die besetzten Westgebietc — also ausschließlich der Verluste im Mittclrneer — nicht weniger als 35t - Flugzeuge. Damit erhöht sich die Zahl der seit Sebruar dieses Jahres in diesem Luftraum abgeschossenen Bomber aus 2351 Flugzeuge. ""Ein besonders gravierendes Moment ist dabei auch der P c 1 j o n a l o c r l u st, der jeweils bis zu 6 und' 7 Mann betrögt, was aitgcsichts der hoben Qualifikationen von Flugzeugbesatzungen und ihrer äußerst langen Ausbildungszeit ein schwerer, zusätzlicher Nachteil für den Feind ist. Engländer und Amerilaner haben also bei ihren Luftüberfällen Verluste zu erleiden, die so hoch sind, daß sic in Washington und London zunehmende Besorgnis erregen. Die deutschen Ankündigungen der letzten Wochen aus berufenem Munde gehen also in diesem Bereich der militärischen Maßnahmen
Ohne Überwindung Englands kein Frieden auf Erden
Rede Knut Hamsuns auf der Tagung der Union nationaler Journalistenverbände
Sm östlichen Mittelmeer
Von Konteradmiral Gado«
Überblickt man die Reihe der seindlichen Bemühungen, sich wieder in den Besitz des Mittelmeerweges zu setzen, so hebt sich die Bedeutung dieses strategischen Objektes stark heraus. Die Offensive Wavells tm Winter 1940/41 hatte ihr Ziel so wenig erreicht, wie die Auchinlecks im folgenden Jahr, trotz eines Aufgebots an Mitteln, das an anderer Stelle gefährliche Blößen schuf, wie die unzureichende Verteidigung Malakkas und Singapurs zeigte. Die mehrfachen Versuche einen westöstlichen Geleitzugsverkehr und eine Verbindung zwischen den FlottcnteilSn in Gibraltar und Alexandria herzustellen, waren gescheitert. Ernste Verluste, wie die des Schlachtschiffes „Barham" und der Flugzeugträger. „Ark Royal" im November 1941 und „Eagle" int August 1942 durch unsere U-Boote und die schwere Torpedierung der Schlachtschiffe „Queen Elisabeth" und „Valiant" durch italienische Sturmboote in Alexandria und andere hatten die britische Seemacht im Mittelmeer noch weiter eingeengt, als es schon mit unserer Besetzung von Kreta geschehen war. Die Beherrschung der Lizilischcn Enge durch die Achse war bereits vor unserem Übergang nach Tunis ausgemacht. Erst das neuerliche Aufgebot immer stärkerer Luftmacht und zahlreicher U-Boote hatte diese Beherrschung was unsere eigenen Verbindungen betrissl, eingeschränkt und schlieh- lich den Fall oon Tunesien durch Nachschubmangel herbeigesührt. Die Enge ist damit zum umstrittenen Niemandsland geworden, bent Feinde jedoch als Seeweg nach wie vor verwehrt. Neben seinem strategischen Eroßziel, dem gleichzeitigen Einbruch von Süden, Eüd- osten und aus dem westlichen ' Kaum heraus in die europäische Stellung — „Plan von Casablanca" — wurde auch das vorausgesetzte Teilziel, die Ostwest-Verbindung, nicht erreicht. Wohin zielt bte strategische Pause, die seitdem am Mittelmeer regiert?
Die neu errungene geschloffene Feindstellung in Nordafrika bietet mehrere Möglichkeiten, unter denen der verstärkte Luftkrieg gegen Sizilien und Süditalien auf die Absicht schließen läßt, dort den Einbruch zu versuchen. Jedoch wird dieser Plan, der mit einer hochgradigen und gefährlichen Konzentrierung der deutsch-italienischen Lustwafse, Secstreitkräfle und Küsterverteidigung zu rechnen hat, nicht alle Feindabsichten 'umsaffen, sondern vieles deutet darauf hin, daß ähnliches im östlichen Mittelmeer erwogen oder vorbereitet wird.
Die Pläne unser«: Feinde haben sich bisher bemerkenswert von den Erinnerungen an ihre Weltkriegsstrategie genährt. Der Aufmarsch in Frankreich freilich wat gescheitert, der Flankenangriff über Norwegen desgleichen, und die Pforte im Siikosten, über die 1918 der ausschlaggebende Einbruch erfolgte, scheint mit unserer Besetzung oon. Griechenland und Kreeta wirksam verrieglt. Saloniki im Winkel des Ägäischen Meeres war ja nach der Katastrophe von Gallipoli der Ansatzpunkt geworden, von dem aus zuerst Bulgarien, dann Üstcrreich-Ungarn erschüttert wurden. Von hort führt der Weg durch das Wardar-Tal in das Herz der Balkanstellung und was den Gegnern jetzt verlockend erjcheinsn wird, zur Berührung mit den altserbischen Banden des Mikailowitzsch, Über deffen Einstellung zu den kommünistischen Partijanen allerdings oon Moskau heftig Klage geführt wurde. Mit diesen Partisanen und „Tjchotniks" wurde nun aber im Frühjahr dieses Jahres in einer großen kroatisch- deutschen Aktion ziemlich aufgeräumt,' ihre Verbindung mit der Außenwelt wurde eingermaßen notleidend, so daß biet wobl eine von mehreren falschen Hoffnungen der Feinde vorliegen dürste. Das gleich^ ist von etwaigen Erwartungen in Bezug aus die griechische Bevölkerung zu sagen. 3n dieser Beziehung war schon Dieppe eine Lehre, da die Franzosen sich nicht rührten
Um am Balkan an- oder einzugteifen, bedarf es der Ausgangsstellungen und Stützpunkte. Beides ist mit Alexandria, den Häfen Syriens und der Insel Eyvetn in gewissem Maße gegeben Daß man damit noch nicht zufrieden ist. zeigt die Bearbeitung der Türkei, schon längst vor der Zusammenkunft Churchills mit dem Staatspräsidenten in Adena cingeleitet. und bei jener Konferenz weiter gesteigert. Die Bemühungen, die Türkei zur Ausgabe ihrer Neutralität zu bringen, haben strategisch den Sinn, das Dürchmarschrecht und die freie Benutzung ihrer Häsen zu erlangen. Für einen Angriff auf die Achse würde dies Sprungbretter für die Luftwaffe und eine scharfe Annäherung -an den italienischen Dodekanes bedeuten, und damit einen weiteren Schritt in Richtung Griechenland Die Türkei bat alle diese offenen oder versteckten Bemühungen und auch jeden Versuch, an das Dardanellenstatut zu rühren, abgelehnt. Für ihre Gesamtbaltung kann nicht gleichgültig sein, was sie von Sowjctrußlands Absichten weiß: Molotows Forderung an den Führer. Bulgarien und Stützpunkte an den Meerengen auszuliefern, die Drohungen der „Prawda". die Türkei in Sowjetrepubliken aueZulösen. Dazu das Bild der iranischen Nordprovinzen in Cowjetband
Als nächster Absprung verbleibt somit Cyvern. das vom italienischen Rhodos 400 Kilometer entfernt und schon stark von USA- Wehrmachttcilen belegt ist. Die Entfernungen im östlichen Mittelmeer sind gewiß nicht bedeutend, z. B. Eyvern-Piraeus 800 Kilometer, Alexanbria-Kreta 600 Kilometer usw. Aber der nachhaltige, ernsthafte Angriff setzt Invasion und Nachschub voraus, und hier hab-n sich die Dinge gegen den Weltkrieg doch entscheidend geändert. Nicht umsonst, stehen wir mit Italien auf Griechenland und Kreta, aus dem Südost-Balkon Europas, den uns ein ähnlich sterotqper Einkreisungs- versuck wie im Weltkrieg in die Hände spielte. Die Luftwaffe der Achse hat es nach bedrohten Punkten noch viel näher, selbst ron Italien aus als der Feind. Jede Angriffsflotic Hai ein Jnsclgcbiet tu vasüeren. das für U-Boote unb anbete leichte Streitkräfte wie geschaffen ist. ckm Häfen ober Lanbevlätze anzusteuern, bie' dürch Minen perseucht unb mit Verteidigungsanlagen geinieft lind. Aus dem Lande leben, märe unmöglich, also muß bet Nachschub für alles sorgen, und zwar über Alexandria auf dem großen Umweg oon „5 000 Seemeilen" (in Wirklichkeit mehr) den Matineminister Knor so gern durch bie Öffnung der Straße von Sizilien sparen möchte, samt dem zugehörigen Schiffsraum.
So scheint dieser zweite Teil des Feindvlans stark vom ersten abzuhängen, unb bet gleichzeitige Angriff vor Frciwetbcn bet Sizilien-Enge wäre nut mit einem Itansportaujgcbot -u erreichen, das kaum verfügbar sein wird. Jedenfalls sind alle Möglichkeiten einer Feindoffenjive ziemlich klar zu übersehen, und die Stärlc der inneren Linie wird für eine angemessene Verteidigung sorgen, in der es diesmal keine Lucke Griechenland gibt.
