Mittwoch, 23. Sunt 1943
Wiesbadener Tagblatt
Rr. 144 Seite 8
Weit ist der Weg zum Glück
Roman aus den Leizen von Hans Ernst
Nachdruck verboten
die Sowjetunion in London durch den Juden M a i f 11) »et« *ttcn werde, runde nur das allgemeine Bild ab.
' Inmitten dieser aufgehetzten- Mächte stünden sicher zahlreiche Amerikaner erschüttert vor der fortschreitenden Zersetzung der 3)anfee« «evublik. Warner wie Grant und S t o d d a r t hätten schon seit -tahien auf die drohende Gefahr hingewiesen, wenn diese für Amerika htm m u n s s I o f e .Kulturlosigkeit überschäumen sollte.
lese Männer hätten aber heute nicht die Macht, dieses Unheil auf- ^halten. Rettung könne für Europa und die ganze Kulturmenschhett Kt kommen durch die siegreiche Abwehr des konzentrischen Überfalls jtr USA, der Sowjetunion und des heutigen britischen. Schlevvtau- staaies. •
Sowjetunion — furchtbarer Verfall
Der Reichsleiter wandte sich dann Ruß 1 and zu. Er habe ixinerzeit die Möglichkeit gehabt, die starken und vielen Mängel des Lti[ii|d)en Systems zu beobachten und mitzuerleben. Viele Gebiete nitb Städte Rußlands habe er gekannt und sei jetzt nach über 25 Jah- t£It in dienstlicher Eigenschaft mehrfach durch die gleichen Städte und »ünder gefahren. Er könne nur erklären, da« er erschüttert sei Öter den furchtbaren Verfall, der sich nach diesen zwei- oinhaib ' Jahrzehnten dem Auge darbiete. Verfallene Häuser und durch die Straßen ziehende zerlumpte, abgehärmte Gestalten, das ixjni die ersten Eindrücke einer eingehenden Besichtigung gewesen. . $ene6en’ einige protzige Bauten des Volschewismus, entsprungen ans lern naiven Geltungsbedürfnis, die Macht der Sowjetunion zu sym- dolisieren, dann eine Anzahl großer Jndustriewerke und technische Mtalten. Diese meist erbaut von amerikanischen, englischen, deut- Scn Ingenieuren, ohne Rücksicht auf Patente, nachgeahmt von Sow- stiiechnikern, zeugten wie so manche anderen Ergebnisse vom Einsatz otöBtct Mittel, alle Anlagen' zeigten die Sklavenarbeit von Millionen und Abermillionen politischer Gefangener. Bet selbst dort, wo die Sowjetunion zum Zwecke ihrer Aufrüstung ziehe Werke erbaut habe, wiesen diese schon wenige Jahre nach ihrer zertigstellung überall aus neuen Verfall. Zerbrochene Stufen, ver- idsteie Kavitole, schmutzige Aufgänge, verwährloste Höfe deuteten jüt den forschenden Blick darauf hin, daß zwar.ein ungeheurer Terror bet sich anschickte, eine Weltrevolution zu verwirklichen, die Macht aufgebracht habe, olle erreichbaren Erfindungen und Techniker ein« jusetzen, der aber doch nicht imstande gewesen sei, wirkliche Werte einer eigenen Kultur zu schaffen.
\ Pas dar Sowjetterrorismus an Menschentum vernichtet habe, Ässe sich ja heute noch nicht ermeßen, stets habe er zehn bis fünfzehn Millionen verhafteter, sogenannter politischer Gegner gehabt, die emgesetzt würben, um die weiten Wälder, in Nordrußland und Sibirien zu fällen, um im eisigen Wasser Kanäle zu.bauen, Mengen, die verurteilt waren, iiz Bergwerken unter furchtbarsten Umstanden die Erze für die Weltreoolution zu heben.
Die Vernichtung olles. Menschlichen sei Vie Voraus- legens der Sowjetkraft gewesen, fie habe eine Kaste geschaffen, die en dieses System aus Tod und Leben gebunden wer, was neben anderen psychologischen Faktoren den Fanatismus mancher Sowjetkom- »issare erkläre. Es wäre ein Stauen übet Europa gekommen, wenn diese Maschine alles vernichtend etwa in Ostpreußen, Sachsen oder Schlesien eingebrochen wäre, wenn nicht der Entschlich des Führers diesen gigantischen Au-marsch zurückgeworfen und nicht die «übten Schlachten fift die Errettung Europas weit im Osten geschlagen worben wären. Ein Sieg des roten Terrors zväre das Ende alles dessen gewesen, was einmal alle Bölker Europas zu großen Taten beflügelte, und was auch heute nach die Voraussetzung für eine Wiedergeburt sei.
Großbritannien — der Verräter ■
Beschämend sei es deshalb, noch seststellen zu mässen, daß ein Staat, der in der Bergangeiheit so manches für europäische Krast und Kultur geleistet habe, in einer entscheidenden Stunde den schwersten Beirut an Europa verübt habe: Großbritannien. Ohne hie» eine Beurteilung britischer Politik geben 1U wollen, sei nut das eine stsstustellen, daß in einer Zeil, da Deutschland sich der bolschewistischen. Sesahr erwehrte und sich oom Aussatz dieser - Krankheit säuberte,' 1 Itobbritannien unter heute jüdischer Führung eine immer feindlichere Steifung bezog und jetzt so tief gesunken sei, daß seine sührenden Bllitiler Gedenksteine für den Gründer des Bolschewismus enthüllten, >iit die Bifchüfe dieses Landes für den Sieg des Bolschewismus, der btt Vernichtung Europas bedeuten würde, in ihren Kirchen beteten. (Ei gebe in Norddeutschland ein Dorf mit Namen York, in Eng- \«M eine Landschaft dieses Namens, und in Nordamerika heiße die dmeEadt New York. An diesem einen Worte sei abzulesen die Serfrni r. die Entwicklung und der Verfall einet großen Bölkerwande- mt Und wenn man heute seine Gegner hasten müße, so paare sich Net Saß bei uns mit einem Gefühl bet Verachtung und des Ekel». fi fehle in der Karnpfesweife unterer Feinde unter der jüdischen Rhruug jene« Maß an Ritterlichkeit,' das auch in härtesten Kriegen ta Vergangenheit ost auch den bittersten Kämpfen einen gewißen ge- Itichtlichen Glan, verliehen habe. Da» scheine heute verloren und dtrgcßen zu sein. r '
Die Schmutzslut der jüdischen Presse, die langjährige vtschimpsung unserer Staatsoberhäupter und Führer, das alles finde Hute seinen Höhepunkt in der insernalischen Kriegführung, die be- u»bt von britischen Fliegern auf Befehl des jüdifch-ameri- kmischen Kapitalimu» begonnen wurde und heute sich bemühe, höchste jWltlmöler menschlichen Schöpfertums in Schutt und Asche zu legen.
Europa — di» blutvollste Tatsache
In dieser Lage aber gewinne die Idee Europa in unserem lernen eine- vertiefte Bedeutung. Europa wurde einmal durch Enechenland gegründet und verteidigt. Europa wurde schon einmal «rtreten durch das starke alte Rom, es wurde dann glänzend und groß toter dem germanisch-deutschen Kaisertum, und inmitten der Kämpfe inlbeicn die Völker ihre Eigenarten im Wettstreit aus. Vielgestaltig tob reich entstand das Bild europäischer Kultur, • von verwandtem
■/ • 17. Fortsetzung
„Schau ihn doch an! Dem schaut ja die Falschheit»aussen Augen tou- Das merkst du natürlich net in deiner Verliebtheit. Mir scheint, hab ich die Atzgen zu wenig offen gehabt. Aber von heut an soll tos anders sein."
Magdalena sucht nun dem Vater zu erklären, daß sie doch schon tin paar Jähre über die Zwanzig sei. in einem Aller also, in dem tobete Mädchen auch ihren Schatz haben. Warum denn sie keinen •ton haben dürfe.
■' „Dös hab ich net g'sagk", antwortet der Meister nun ruhiger. »Mir ist jeder recht, wenn es ein anständiger Bursch ist. Aber den ivevp schlag dir aus dem Sinn. Erstens ist er ein großer Bauernsohn tob wird nur eine nehmen, die brav mitbringt. Mit die paar hundert Markl. die ich dir geben kann, wird er net zufrieden sein. Und für ein Spielzeug da bist du mit zu gut. Der soll sich seine Händ wo tobets abputzen, net an dir."
i „Aber laß dir doch sagen, Vater!"
„Rix laß ich mir sagen. Schluß, ich will nix mehr hören. Richtest nch nach mir. dann ist es gut. Und das will ich dir noch sagen: •enn du mir einmanl daherkämst — verstehst mich schon —, dort geht
Tür aus. Und teinfomtnen tust mir dann nimmer."
. Der Schmied geht wieder in seine Kammer hinaus, wohl wißend, •13 er der Magdalena weh getan hat. Jawohl weh hat er ihr tun Wen, aber nicht Unrecht. Der Schmied ist einer von jenen stillen Benschen, die selber nicht und nirgends auffallen, die aber scharf beobachten. Und den Hochreiter-Sevv hat er schon oft genug beobachtet. Et hak gesehn, wie der Sepp zum Beispiel beim Kartenspiel totrügt, wie er es mit den Weibern nicht recht genau nimmt, und der ?chinied könnte vielleicht, auch behaupten, daß die kürzliche Saus« iMung auf dem Sochreiterhof nicht ganz unbegründet war. Darum er cuA nick,» gewillt, ein Verhältnis seiner Magdalena mit dem zu billigen.
D.e Magoalena freilich, die denkt anders. Sie verkennt den guten Mllcn des Vaters, legt es sich so aus. daß sie nur arbeiten und JtoBen dürfe, aber feine Freude haben sollte. Sie ist'aber nicht gc= Mtollt, sich einfach um irgendeiner Laune willen aus dem Sergen reißen laßen, was darin brennt und glüht Und wenn der Vater nun tobt, besser aufvassen zu müßen, so kann er es ruhig tun. Liebe ibet ja doch immer wieder Wege und Schliche, die nut der kennt, 1 ebenfalls einmal in seinem Leben Sals über Kopf verliebt war.
Als sie sich das nächste Mal trat mit dem Sevv war dieses »iien so heimlich, daß es der Schm'ed wirklich nicht merkte. Magda- ‘1 suchte dabei immer wieder die Augen des Burschen und konnte 'men wirklich nichts von Falschheit entdecken. Rur Zärtlichkeit den Sunget eines dürstenden Blutes. Nein, wie die Väter sich täuschen können.
Menschentum verschiedenartiger Völker gestaltet. Während aber die Kämpfe früher bei aller Sätte schließlich doch Fqmilienkriege waren, sei der heutige Krieg unserer Feinde ein Kampf gegen bie Grundlagen aller Rationen Europas. Ein von politischen Gangstern abgesandter Flieger, der seine Bomben auf schönste Kulturstätten Europas niederlaße, wiße ja nicht, was er tue, sei gänzlich ahnungslos dem gegenüber, was überhaupt Kultur bedeute. Und wenn in letzter Zeit die USA. ihre Bomber Bereits mit Regern besetzten, dann zeige das, wie tief dieses einst von Europäern gegründete Land gesunken sei.
Was Kultur sei und was Europa bedeute, verstünden die Serrscher der Sowjetunion ebenfalls nicht, ihnen sei alles fremd, was jemals die Sergen großer Europäer bewegt habe, sie sähen nut eines: Millionen und aber Millionen ausgerüsteter Sklavenmaßen, vernichtet in ihrer Persönlichkeitswürde, aber gierig nach Macht über die Schätze des im Grunde doch als hochwertig erkannten Menschentums. Und vor dieser Situation der Weltgeschichte erwachse uns die Pflicht, uns dieses alten Europa nicht nur als einer Vergangenheit iu erinnern, sondern das Rievergeßene als eine gestaltende Kraft in den Krieg der Gegenwart einzufügen. Europa sei für uns nicht mehr die Erinnerung an streitende Fürsten, sondern tiefstes Begreifen der Darstellung seines Wesens in den großen Völkergestalten und Persönlichkeiten. Europa sei für uns nicht ein leeret Begriff, wie er von Spekulanten aus aller Welt im sogenannten Völkerbund von Genf verwandt wurde. Europa sei für uns die blutvoll st e Tatsache unseres Lebens, die Zusammensügung aller jener Men- fchen auf den Schlachtfeldern und im geistigen Ringen, die gegen die
Drei neue Ritterkreuzträger des Heeres
Berlin, 22. Juni. Der Führer verlieh das Ritterkreuz de» Eisernen Kreuze» an: Oberleutnant d. R. Georg E i v h o s s, Kompaniechef in einem Grenadier-Regiment: Unteroffizier Joses Block, Gruppenführer in einem Grenadier-Regiment: Obergefreiten Ott» Kölbel, Gruppenführer in einem Grenadier-Regiment.
Einheitlicher Block der Standhaftigkeit
Berlin, 22. Juni. Am Montag und Dienstag fand in Berlin eine Arbeitstagung der Leiter der ReichspropagandaäMter statt, auf der in einer Reihe von Referaten führende Persönlichkeiten zu aktuellen Fragen der politischen und militärischen Kriegführung des Reiches Stellung nahmen. Den Höhepunkt der Tagung bildete auch diesmal wieder eine Rede von Reichsminister Dr. Goebbels. Der Minister" stellte die durch den Luftkrieg entstandenen Probleme in den Mittelpunkt seiner Darlegungen und behandelte ausführlich die von ihm bereits eingeleiteten Hilfsmaßnahmen für die unter dem feindlichen Luftterror leidende Bevölkerung der west- und nordwestdeutschen Gaue. In diesem Zusammenhang erklärte Dr. Goebbels unter Erwähnung seines Besuches in dem luftbedrohten Westen, daß die Kriegsmoral des deutschen Volkes gerade in jenen Gebieten über jeden Zweifel erhaben sei. Unser Volk sei
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Mit dem Schlauchboot bis an die Bunkertür.
Verpflegung ist zwar wichtig, aber mit besonderer Freude wird es begrüßt, wenn das Schlauchboot auch ein paar anständige Zigarren bis an die Bunkertür bringt. Sie haben die lange Wasserfahrt sogar trocken überstanden- und werden den Grenadieren auf ihrem einsamen Posten ein ganz besonderer Genuß sein. Das Waßer steht bis in den Bunker hinein, so daß die Männer nur noch auf ein paar auergelegten Brettern hocken können. PK.-Aufnahme: Kriegsberichter Schmidt-.Scheeder (Wb)
Und so leben zwei Menschen ihre Liebe den Sommer hindurch, wohl wißend, daß ihre Väter davon nicht entzückt sind. Der Ach- leiiner-Franz und die Schmied-Magdalena. • Franz ist in die Hochreiter-Veronika schrankenlos verschoßen, und die Schmied-Magdalena in den Hochreiter-Sepp.
Der Oberförster verliert zwar kein Wort mehr darüber, und da auch im Staatsrevier von Wilderern nichts mehr bemerkt wird, ist Franz ein vollkommen glücklicher, junger Mensch. Wohin er schaut, ist nirgends ein Mißklang, nirgends ein Schatten, nirgends das Singen dumpfer Sorgen. Wie eine einzige Freude gleiten die Tage des Sommers über ihn hin, gleiten allmählich in den Herbst hinein. Und da finden sie sich noch fester zusammen, denn sie wißen, daß bald der. Abschied kommt. So nützen sie die Tage noch, nehmen sie wie ein Geschenk Gottes und wandern auf einsamen Wegen in den Bergen umher. Rur manchmal bleiben sie stehen, um entzückt der Melodie zu lauschen, die in ihren Herzen singt. Ein wundersames Lächeln war um ihre Lippen, blank ihre Augen hoch und frei khte Stirnen. Bis ins Letzte erfüllt von ihrer Liebe, stiegen und wanderten sie, bis zum letzten Tag, der noch einmal (feine ganze herbstliche Pracht über sie herschüttete. Es ist so recht ein Tag jum Abschiednehmen Sie gingen auseinander in einer Stunde zwischen Abend und Nacht.
Franz stieg ins Tal hinunter. Lange noch hätte et ihren klingenden Jodelruf, den sie ihm nachschickte. Am andern Morgen fuhr er mit den andern Rekruten fort.
Die Kompanie rückt vom Schießplatz kommend in die Kaserne ein. Vorne, in der ersten Gruppe, der Flügelmann, tas ist der Achleitner- Franz Ein- halbes Jahr ist er nun schon bei den Soldaten bein\ Regiment der Gebirgsjäger. Obwohl er auch vorher schon ein Bild, strotzender Kraft war, scheint es nun, als sei cf noch schlanker geworden. Frei und elastisch ist sein Schrift, sein Körper ist durchtrainiert bis ins Letzte und sein Hauptmann hak schon' Grund, mit heimlichem Stolz auf den Flügeftnann zu blicken, denn der Achleitner ist nicht nur der beste Schütze der Kompanie, sondern des ganzen Bataillons.
Anders ist es dem Sebastian Vächle ergangen. Das war der schlechteste Schütze, und et wußte dem Unteroffizier nie zu antworten, wie er „abgekommen “ sei, weil er im letzten Moment immer beide Augen zudrückte. Die ganze Kompanie hat aufgeatmet, als der Bächle 8um Butschen des Hauptmann kommandiert wurde. Da er sehr anstellig ist erfüllt er dort seine Aufgabe pflichtbewußt und mit großem Eifer, der sich in beträchtlichem Maße noch stärkt, wenn ihm die Köchin, die Luise, etwas Eßbares zyfteckt, das beim Wastl zu jeder Stunde Verwendung findet.
Wie die Kompanie jetzt am Hause des Hauptmanns Dotbeimar« schiert, steht der 3BaffT gerade oben am Balkon und bürstet die Galauniform feines Hauptmanns aus. Und da lächelt fein gutmütiges breites Vollmondgesicht in lieblicher Zufriedenheit herunter, denn er weiß, wenn et da heute wieder mitgewesen wäre, hätte seine gutmütige Seele sich wieder gekrümmt unter all den. offenen und versteckten Vorwürfen, die et wegen feines schlechten Schießens von den Kameraden immer einzusteckeu hatte.
zerstörenden Mächte von Yankee-Gangstern und bolschewistischer GPU. ankämpften. Deshalb dürfe man wohl sagen: 3m Kampf gegen die Zersetzung von Hollywood und Wallstreet und dort im Osten gegen die Sowjetunion werden P e r i t l e » und Augustus ebenso verteidigt, wie Goethe und Beethoven. Alles das, was einmal Völker groß machte, sei heute in Gefahr wie noch nie.
Es gebe in dem Kampf für Europa, in dem wir alle stehen, nicht zwei ober gar drei Wege, sondern nur ben einen Weg bes Kampfes unb des Sieges, die eine Erkenntnis, baß tatsächlich biefer Wettkampf letzte Entscheibungen mit sich bringt, gepaart mit bem Willen, in einem Kontinent nicht leben zu wollen, wo alle seelischen Werte niedergetreten, beschmutzt und beschimpft werden. Und wenn sich auf der heutigen Tagung in Wien Vertreter der Preße Europas zusammenfanden, bann toten sie das beseelt - von dem Willen, zusammen mit der Verteidigung eigenster kultureller unb staatlicher Interessen auch die Verteidigung eines großeuroväischen Gedankens zu bejahen. Rur bet Sieg aller gegen bie Unterwelt ringenden Kräfte vermöge bie Taten bet großen europäischen Überlieferungen noch fortzuführen unb als lebendige Macht der Zukunft einzu- fügen. Rur der Sieg dieses (Europas werbe noch einmal die Sonne aufgehen laßen da sonst dieser gante Kontinent in ewiger Nacht versinken würde. Angesichts einer solchen Perspektive gebe es nur ben einen Entschluß, den. K a rn v f bis zu Ende zuführen. biefen Entschluß in Hunderte von Millionen Herzen hin- einzutragen und weiter zu festigen unb in einer kämpferischen großen Einheit inmitten bes größten Weltkrieges der Geschichte bie Grundlagen für eine gtoßeutoväische Wiedergeburt zu legen.
heute von einer Haltung erfüllt, die unbeugsam unb entschloßen allen Anfechtungen bees feindlichen Terrors trotze und damit alle leichtfertigen Spekulationen bes Gegners von vornherein zunichte mache. Heute bilde bie ganze Nation von der Spitztz bes Reiches Bis zum letzten Mann im Volke einen einheitlichen Block der Willensstärke und der inneren Standhaftigkeit. Der Fleiß unb die Tapferkeit bes Volkes unb das Genie der Führung vereinten sich mit dieser beispielhaften * Haltung zu einem der wesentlichsten Faktoren unseres sicheren Sieges.
Nogues nach Lissabon geflüchtet
Stockholm, 22. Juni. Der ehemalige. Eenerakefident in Fran- zösifch-Marokko, General Nogues, der, wie „Dagsposten" meldet, in der vorigen Woche in Lissabon eintraf, machte ben Eindruck, als ob et sich auf der Flucht befände. Nogues traf, so vermerkt „Dags- poften", am 12. Juni in Tanger ein, nachdem er Algier plötzlich in seinem privaten Flugzeug verlaßen hatte. Ebenso wie in Tanger, versuchte der General auch in Lissabon Inkognito zu verbleiben unb hat zu verstehen gegeben, daß er keine Journalisten empfangen ober irgendwelche schriftlichen Erklärungen abgeben könne. Wie aus der Umgebung des Generals Nogues verlautet, hatte Nogue» in den letzten Wochen in Französisch-Afrika eine große Anzahl Drohbriefeerhalten. Seit dem Attentat 'ersuch auf ihn im September v. I., als man unter seinem Sitzplatz in einem Flugzeug unmittelbar vor dem Start eine Zeitbombe entdeckte, wirb et ständig von einer starken Furcht vor Attentaten verfolgt.
Bolfchewisiifche Offiziere in Gibraltar
Rom, 22. Juni. Das Eintreffen von 18 sowjetrufsischen Stabsoffizieren in Gibraltar wurde in den Kasernen der britischen Seefestung festlich begangen. Die Ankunft einiger dieser Offiziere wird in Verbindung gebracht mit dem von den USA gehegten Plan, ehemalige Rotspaniei und Angehörige der Jnternatio- nalen Brigade des spanischen Bürgerkrieges, die sich in Roidafrika befinden, in „Kommandos" einzusetzest. Andere Bolschewistische Offiziere werden sich nach London Begeben, um an den Feiern bes Jahrestages des britisch-sowjetischen Vündnißes tetlzunehmen, die in großem Stil unter dem Vorsitz bes englischen Bischofs von Ehelms- forb in ganz England, besonders aber in London, abgebalten werben.
Bomben auf sowjetische Rüstungswerke
Berlin, 22. Juni. Trotz lebhafter feindlicher Abwehr durch Nachtjäger, Spetrballone und Flakartillerie hatte der im Wehtmachts- btrübt vom 22 Juni gemeldete Nachtangriff gegen ein sowjetisches Rüstungswerk gute Ergebnisse. In den angegriffenen Räumen ent’ wickelten sich nach den Detonationen zahlreicher schwerer Bomben ausgedehnte Flächenbränbe. Eines der eingesetzten Kampfflugzeuge ist bisher nicht zurückgekehrt. Aufklärungsflugzeuge bie am 21. Juni nach dem Heftchen deutschen Luftangriff auf Jaroslawl bas bombardierte Gebiet überflogen unb Ziel- ausnahmen zurückbrachten, bestätigen die große Wirkung dieses Angriffs. Vier große Werkhallen unb zwei. Betriebsanlagen wurden zerstört. Außerdem wurden schwere Brandschäden in den angrenzenden Eebäudesomplepen sestgestellt.
Zwei Tschungking-Anneekorps vernichtet
Ranikng, 23. Juni. (3m.) Wie Domei meldet, haben die japanischen Streitkräfte nach ihrer Rückkehr in die alte» Stellungen nach Ablauf der erfolgreichen Operationen südlich des Yangtfe neue Unternehmungen Begonnen, wobei sie zwei Tschungking-chinesische Armeekorps im Süden und Subosten von 3tu in der Provinz H u p e h vernichteten und der Maße eines weiteren Armeekorps südlich von Knn- gan in der Provinz Hupeh einen tödlichen Schlag zufügten.
Die japanischen Streitkräfte erzielten seit Beginn. der Operationen am 10. Juni nachstehende Erfolge: Der Feind ließ 45 685 lote zurück; 6411 Gefangene wurden gemacht,
16 000 BRT an Schiffsraum und 115 Geschütze verschiedenen Kaliber» wurden erbeutet. •
Nur der Achleitner-Franz hat nie ein Wort darüber verloren. Und der hätte doch am meisten Ursache gehabt, sich seiner zu schämen, weil er doch aus bem gleichen Ort stammt. Daß ausgerechnet er in die gleiche Kompanie wie bet Franz kommt, betrachtet Wastl sofort als eine gütige Fügung bes Schicksals, benn erstens hat et das Heimweh nicht gar so seht empfunden, und zweitens konnte er mit dem Franz von feiner Liesl reden. Und bas tat er benn auch so oft er seiner habhaft werden konnte.
Die Kompanie ist inzwischen im Kasernenhof eingerückt und steht still. Ein Kommando, hell unb scharf wie em Trompetenstoß — bte Karabiner klirren und stnb von bet Achsel genommen. Die Mannschaften rücken auf ihre Stuben.
Fran» Achleitner steht am Fenster seiner Stube unb schaut über bie Dächer bet Kaserne hinweg zu bem wuchtigen Bergmassiv hinüber, bas sich wie ein riesiger Wächter btaußen am Ranbe bet Stadt erhebt. Man meint wenigstens, daß gleich hinter den letzten Häusern die Felswände sich schon erheben. Aber man muß immerhin noch ein paar gute Wegstunden wandern, bis man an ihre Nähe kommt.
Dort drübenjin ben furchtbaren Wänden waren fie hochgeklettert bes Nachts, bei SBinb unb Regen, ohne Licht unb ohne Laut. Unter anbeten Umstänben würbe man so ein Unternehmen als unmöglich bezeichnen. Aber hier ging es. Noch nie vorher hat Franz ben Geist der Kameradschaft so tief empfunden, als bei dieser Hochgebirgsübung. Da» Hohe Wank daheim ist ein Waisenkind gegen- diese Berge hier.
In jener Nacht hat.et zum ersten Male wieder an das fremde Mädchen gedacht, das vom Hohen Wank abgestürrt wat. Dabei hat er ein Gefühl der Bitterkeit in sich gespürt. Nicht einmal Dank hat sie ihm noch gesagt. Ohne Gruß ist sie einfach fort, so wie fremde Gäste gehen. Keine einzige Karte hat sie ihm geschrieben, und es hat doch einmal Stunden gegeben, in denen fie sich sehr nahegekommen waren. Et ist sich heute längst darüber klar, daß fie in ihm nur ein Abenteuer gesucht hat. Der Ruf vom Berg um Mittemacht war, weiter nichts als .eine »eine Komödie, in der bet Aktschluß übettafdjenb lam. Sie ging einfach fort, und er weiß nicht einmal ihren Namen. Er weiß nur ihren Vornamen Gisela und weitet picht».
Ein Glück, daß nicht alle Mädchen so find. Veronika zum Beispiel. Wie lieb ihre Briefe find. Wie hat fie fich gefreut, als er Weihnachten auf Urlaub beimkam. Wie schön die Stunden, in denen sie auf ben Skiern burch den verschneiten Tann geglitten sind. Unb bann da» zweite Mal auf Ostern. Ein Bild in allen Dörfern, bas man mehr als zwanzig Jahre vermißt hat. Nach bem Hochamt stehen die jungen Soldaten des neuen Heeres, die tn Urlaub gekommen waten, neben der Friedhofsmauer, unb die Mädchen gehen, aus der Kirche kommend, an ihnen vorüber, mit einem Lächeln der Freude Ein junget Soldat in bet schneidigen Uniform, weiß Gott, das ist schon was. Die andern Burschen müßen fich dahinter verschlupfen
Der Achleitner-Fran, wartete am O-ersonntagnachmittag um zwei Uhr auf Veronika am Waldrand. Der Frühling mar im Land und fie wanderten auf heimlichen Wegen, rosteten in verborgenen Winkeln, herzten.und kosten sich mit der Innigkeit des allerseligsten Glückes.
, (Fortsetzung folgt)
