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Wiesbadener Tagblatt

Dienstag, 22. Juni 1943

13

Unter amerikanischen RüslungsmiUiardären

Der Riesenskandal um die

Standard Oil-Gesellsaft

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nge

Nr. 144 Wte 1

Subhas Chandra Bose

Kämpfer für Indiens Freiheit

Dehnen-Dienst

Weit ist der Weg zum Glück

Nachdruck verboten

Roman aus den Bergen von Hans Ernst

_______ . . t von mein Fenster

>, der da draußen bei der Hollerstauden g'wartet

allein haben." i

Der Schmied läßt sie nicht aus den Augen. Seine Stimme ist jetzt nicht mehr Panz so ruhig, als er fast:

Lene, anlügen tust mich net. das rat ich dir im Guten. Ich hab

hat?"

Das Mädchen senkt den Koos und zerrt verlegen an ihrem Schürzenband.

Dann muß ich's dir sagen", schreit der Schmied.Der Hochreiter- Sevo war es."

Das Mädchen leugnet nun nicht mehr, sie sagt nur ein wenig trotzig, warum der Baler Re denn noch frage, wenn er es doch wüßte?

Weil ich» net haben will, daß du in dein Unglück rennst. Der

schmiert dich an, Madl. dos sag ich dir."

Stein, Later!" (Fortsetzung folgt.)

Lene, anlügen tust mich net. das rat ich dir dich nausschleichen hör n und hab dir nachg schaut aus. Wer war's denn, der da »rauben bei der Ho

das Glück von unserm Buben. Und ich muß schon sagen, da hast wieder einmal net recht gehabt. Das Mädl ist freundlich UAd sauber, hat ihr Hauswesen stramm beisammen und ist auch sonst net unrecht."

Der Förster hat Messer und Gabel weggelegt, ist so verblüfft, daß er zunächst gar kein Wort findet., Erst als die Frau schwelst und sich am Herd hinten zu schaffen macht, vlatzt er los:

'So dös is ja recht schön, daß du hinter meinem Rücken zu dem Madl naufgehst. Da sieht man's wieder. Ja. ja, da werd jetzt »ammg'svonnen mit dem Buben und ich bin der Depp." . -

Da. werd gar nix zammeng'svonnen."

Raa, sag ich. Wenn ich dich net kennen tat. Wer bös sag ich .dir", er klopft nachdrücklich mit den Knöcheln auf den Tisch,im Dienst, wenn er mir eine Dummheit macht, hat er nix zu lachen." Er steht auf, stülvt den Hut auf und geht zum Wirt, auf dem ganzen Weg vor sich hinbrummend, wie allein er sei, daß niemand za ihm helfe und daß sie alle blind und dumm wären, die den Hochreiter für einen ehrenhaften Menschen halten.

Und doch hätte er da einen Verbündeten. Gr weiß es nur nicht. Der Schmiedemeister Enzinger ist es.

Just zur selben Stunde gibt es dort in der Stube einen heftigen Austritt. Die Magdalena hat die kleineren Geschwister ins Bett ge­bracht, und während Re dem Jüngsten noch die Geschichte von der Goldmarie erzählt, fliegen ein paar Steinchen ans Fenster. Sie schaut hinaus und steht beim Holderstrauch jemand stehen. Und obwohl es schon sehr dunkel jst, weiß ste, daß es der Hochreiter-Sevv ist. Sie gibt hinter den Vorhängen ejn Zeichen, daß ste gleich komme, verläßt die . Kammer horcht noch ein Weilchen an der Türe, hinter der der Later schläft, und verläßt auf leisen Sohlen die Stube und das Saus.

Wohl eine Stunde mag Re draußen gestanden fein bei dem Burschen. Als Re das Haus wieder betritt und leise die Stubewflke öffnen will.tzvird im selben Moment der Lichtschalter angedreht. Der Schmied steht vor ihr. faßt ste scharf mit seinem Blick und fragt:

..Wo warst denn du?"

Magdalena, halb erschrocken, halb vom Trotz erfaßt wie alle, die bei etwas Unrechtem ertappt werden, antwortet:

Draußen war ich halt noch ein bist! in der frischen Luft. Wenn man den ganzen Tag rackert, möcht men doch ein StflnbI für sich

selber einmal davon zu überzeugen. Und so verläßt ste eines Mittags ß das Haus, sperrt alles vorsorglich ab und geht den weiten Weg zur » Vochreiteralm.

Es ist ein heißer Tag, die Luft zittert förmlich auf dem Wes und

die Försterin ist herzlich froh, als ste in den Schatten des Bergwaldes gelangt. Rüstig schreitet ste bergan, denn ste muß am selben Nachmit­tag wieder zurück,, um daheim zu sein, wenn am Abends der Mann kommt.

Hinter der Almhütte ist der Wasil beschäftigt mit Holzhacken. Den fragt die Försterin, ob die Veronika daheim sei. .

Wohl" sagt der Wastl.Die ist in der Hütte und richtet grab die Brotzeit her."

Als die Försterin um die Ecke biegt, tritt das Mädel aus der Türe. Betroffen bleibt ste auf der Schwelle stehen. Die Försterin mustert das Mädchen schweigend, ste prüft und scheint nicht aufhören zu wollen mit Prüfen. Aber die Augen der Jungen halten stand. Nur die Unterlippe schiebt ste ein bißchen vor, dadurch verstärken sich die Grübchen in ihren Wangen. Jung und blühend steht sie da, mit dem trotzig unsicheren Lächeln, bis die Försterin freundlich sagt:

Willst mich hier heraußen stehn lassen in der Sitz?" Sie streckt dem Möschen die Hand hin.Kennst rntch doch? Ich wollt mit gern die einmal anschaun, die meinem Buben das Herz verdreht."

Hoho!" lacht Veronika klingend.Umkehrt ist auch gefahren."

Und nun muß die Försterin auch lachen. Sie folgt dem Mädchen in die Stifte schaut sich neugierig überall um und nickt anerkennend.

Wirklich sauber hast alles beisammen. Respekt, Mädl! Nein, mach dir nur keine Umstände. Kaffee hab ich daheim auch immer. Sine frische Milch, wenn ich haben könnt, ja."

Sie sitzen nun zusammen und unterhalten sich. Meist redet ia nur die Försterin. Und aus allem, was sie spricht, klingt die große, törichte, mütterliche Liebe zu ihrem Sohn' klingt Die zitternde Hoffnung um sein Glück, bas von diesen schlanken, jungen Händen, die so still vor ihr liegen, kommen soll. Und als sie heimgeht, ist die Frau so erfüllt von dem Glauben an dieses Glück, als sei sie selber noch ein junges Mädchen, das sich heute endgültig das Jawort geholt hat.

Sie nimmt sich vor, dem Förster nichts von diesem Besuch zu sagen. Als er aber dann am späten Abend heimkommt grantig und verdrosien, weil er im Revier irgendeine Unregelmäßigkeit entdeckt hat, und dieses nun auf die Nachlässigkeit des Buben schiebt, der in seiner Verliebtheit schon auf die kleinsten Dinge vergessen, da rutscht es ihr heraus.

Immer hackst auf dem Buben tum. Daß du selber auch einmal so warst, das weißt nimmer. Du hast ja sogar einmal dein Gewehr liegen lasten bei mir."

Das hab ich absichtlich liegen lasten, daß ich einen Grund zum Wiedetkomyten schabt hab'. will er sich rausvutzen. Aber die Frau weiß bas noch besser.

Das kannst heut leicht sagen, weil es schon so lang her ist. Ich könnt dir schon noch mehr sagen, was du alles gemacht hast in deiner Verliebtheit."

Jo ja", gibt er klein bei.Schau, bas warst ja auch du. Dös is doch gar fein Vergleich mit beta vom Hochreiter.

..No ich hab den Unterschied gar net so groß gefunden. Ich hab mich gut unterhalten mit dem Madl . .."

So? Wann Denn?"

deut nachmittag, jawohl! Ich war droben bei ihr weil ich mir bas Mädl einmal genau anschaun wollt. Es geht ja schließlich um

16. Fortsetzung

Es bleibt merkwürdig still in den Sergen, wenigstens im Jagd­revier des Oberförsters Achleitner. Das ist für den Förster ein un­trügliches Zeichen, daß [ein Bedacht doch begründet «ar.

Die setzen jetzt eine Zeitlang aus, sagt er zu Fran».Aber mittendrin wird Re es wieder packen. Da denken sie, wir find nimmer so aus der Patz, und bann werden Re ihre Büchsen wieder oorhol'n aus dem Bersteck."

Das glaub ich net, erwidert Franz.Einen kleinen Anhalts­punkt^ hätten wir schließlich doch finden rnüsten bei bet Haussuchung, wenn es jo wär." , .

Du glaubst bas freilich net, natürlich. Weil bu vernarrt bist in dem seine Tochter."

Vater, bös wollen wir ganz aus dem Spiel lasten. Ich hab mit ber Veronika brühet geredet unb hab ihr gesagt, baß ich im Dienst keine Rücksichten nehmen barf, selbst wenn es hunbettmal ihr Vater ober ihr Bruder mär."

Hast schon recht Franzerl', wird sie dann g'sagf haben." Der Förster sagt es mit spottendem Lachen.Schieß ihn nur jamm, den Lumpen."

Vater, bu bist maßlos ungerecht. Da können wir uns nie' ver­ständigen", braust ber Junge auf.

Da kannst recht haben", bestätigt Achleitner.Ich will dir was lagen Bub, bu bist ein ganz brauchbarer Jäger geworben, aber eins fehltbir noch, unb bas mußt noch lernen: nämlich in bie Menschen neinschau'n. Das Äußere schaut oft ganz anständig her, recht gutmütig unb solid. Das verdeckt den schlechten Charakter, der im Innern sitzt. Das Mädl, die Veronika, oder wie sie heißt, mag ja vielleicht eine Ausnahme sein. Aber die andern zwei, der Alte wie der Junge. Schau sie dir doch einmal genau an. Die Verschlagenheit liegt in ihrem Blick. Das Wilde und Skrupellose liegt gebändigt hinter ihrem Blick auf de» Laser. Wennst schon mit soviel Spitzbuben zu tun gbabt hast wie ich, dann findest das sofort raus. Den Hochreiter hab ich g'sehn unb kennt."

Franz kann darauf nichts sagen. Es ist nur ein kleiner Zorn da, weil der Vater ihn mit solchen Worten immer nur in eine große Un­sicherheit und Wirrnis hineintreibt, die erst wieder von ihm ab­fallen. wenn er bei Veronika ist und in ihre Zärtlichkeiten verfintt wie in einen Traum, der ohne Ende ist.

Der Forster hält aber auch daheim, der Frau gegenüber, mit seiner Meinung nicht zurück.Das Mädl wird noch unferm Buben fein Unglück", sagt er immer. Bis sich die Försterin en'tschließt. sich

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Porträt:

London hatte zweimal Fliegeralarm

frühen

gegeben.

Lange Zeit sitzt er hinter burmesischen Kerker» mdheit so schweren Schaben genommen hat.

tungen unb

Stockholm, 22. Juni. (Funkmeldung.) In London wurde in den len Morgenstunden des Dienstag zum zweitenmal Luftalarm

Standard Oil-Gesellfchaft mit dem Vertrag ein Bombengeschäft ge­macht. Sie wußte sich bas Monopolrecht für bie Ausbeutung ber staatlichen ölfelbet von Elk Hills zu sichern unb wahrte sich bie Frei­heit, bet Marine jeben Preis vorzuschteiben. Bis jetzt soll sie auf ffirunb dieses famosen Vertrages schon 146 Millionen Dollar verdient haben. Man spricht davon, baß an Personen ber nächsten Umgebung bes Präsibenten unb bes Marineministers beträchtliche Bestechungs-

500 000 ASA-Grubenarbelter im Ausstand

Stockholm, 21. Juni. Wie bas Reuterbüro aus Washington melbet, lagen bie Kohlengruben in USA. am Montag wiederum still, da 500 000 Grubenarbeiter -zum dritten Male in zwei Monaten in den Streik getreten seien. Aus den Stahlzentren werde ge­meldet, daß die Werke in wenigen Tagen schließen Würden.

Nachdem d'er von dem Innenminister Ickes vor vier Wochen ange- otbnete Burgfrieben zwischen den Bergwerksbesitzern und den Berg­arbeitern am Sonntag abgelausen war, traten zuerst Zehntaufende von Grubenarbeitern in den Bergwerken von Penfylvanien, Alabama, Ohio unb Kentucky in den Streik. Eine Konferenz zwischen dem Ee- werkschaftspräsidcnten Lewis und den Bergwerksbesitzern ftihtte zu keiner Einigung. Lewis weigerte sich, den Streik rückgängig zu machen, und der politische Ausschuß der Gewerkschaft beschloß ein­stimmig, die Bergarbeiter am Montagmoigen nicht zur Arbeit zurück­zurufen.

Nach einer Meldung derNew Bork Times" erwartet man ein Eingreifen Roosevelts, nachdem ber Kongreß kürzlich ein Antistreikgesetz angenommen hat, bas gegenwärtig bem Präsibenten zur Unterzeichnung vorliegt. Das Gesetz sieht ben Einsatz von Truppen zur Aufrechterhaltung der Kohlenförderung vor.

wird der Beginn einer Kette von

Indiens Frethettskampf kennt kein Zurück mehr

Subhas Ehandra Bose sprach zu seinen. Landsleuten

D«D. Der Militär Wavell. Indiens neuer Vizekönig Subhas Chandra Bose in Ostasien eingetroffen, um dem Kampf für Indiens Freiheit aus nächster Nähe neue Kraft und Aktivität »u verleihen, und in Tokio von Tojo empfangen; hinter diesen beiden Meldungen, die dieser Tage durch . die Presse der Wett gingen, ballen sich mit neuer fühlbarer Intensität bie jahrzehntealten Spannungen zwischen Indien unb seinen britischen Unterbrüdern zusammen. Leben unb Kampf bes heute 46iäbrigen Subhas Chandra Bose sind ein lesioenschaftliches ' Beispiel /T aVsHb jener nie zur Ruhe gekommenen Aus- / e einandersetzung des um seine Unabhängig- I leit ringenden indischen Volkes mit der / , brutalen Gewaltherrschaft der britischen tk1 Krone, die gerade gegenwärtig mit bet * .

Ernennung Wavells eine neue Phase langgeübten Terrors mit Hilfe einer Je

Militärdiktatur anbeutet. [j£ \ 1

Bose kennt die Briten unb ihre Ein- ttellung zur inbischen Frage aus eigener Anschauung. Bereits währenb seiner ( *

Tokio, 21. Juni. Subhas Chandra Bose sprach am toonntag übet den Rundfunk zu seinen Landsleuten.

Alle Inder, so erklärte er, müßten erkennen, daß bie Unab­hängigkeit keinen, aber auch gar keinen Kompromiß zulasse. Die xFreiheit habe nur ein Kennzeichen: Die Briten müssen Indien für immer verlassen. Derjenige, bet frei sein will, muß für bie Freiheit kämpftn unb notwendigerweise sein Blut dafür einsetzen. Lasten wir daher den Kampf für die Freiheit inner­halb und außerhalb Indiens auf flammen mit all unserer Kraft und Stärke. Labt uns ben Kampf fortsetzen mit entschlossenen Herzen und unerschtittetlichen Glauben, bis bet Tag kommt, wo unter bem gemeinsamen Angriff unserer Fteunbe und unserer selbst, bas englische Weltreich zerbrechen unb aus seiner Asche Jnbien als ein unab­hängiger Staat herootgehen wirb. In Metern Kampfe gibt es kein Zurück. Wit rnüsten vorwärts unb immer roieber vorwärts mar­schieren bis zum Siege unb bis zur Erringung bet Freiheit."

Bose warnte abschließend bavot, zu glauben, daß bie Briten

ihre Politik bet imperialistischen Unterwerfung Indiens ändern würden. Der britische Imperialismus werde niemals von selbst nach­geben.

.Dizekonig Wawell der Letzte"

Die öffentliche Meinung Englands ist von dieser Ernennung wenig begeistert. Sie hält es.für möglich, daß Vizekönig Wavell nun seine Rückzugsstrategie auch auf politischem Gebiet anwenden wird. So schreibt jetzt bas Lonboner BlattDaily Mail":Es ist möglich, daß Wavell, der erste Soldat, der Vizekönig von Indien wird, auch der letzte.der groben Reihe von Lizekönigen sein wird." Man kann betDaily Mail" zu diesem gesunden Urteilsvermögen nur gratulieren. Wenn aber das Blatt die Bemerkung anfügt:Das wird von bet Wahl bes indischen Volkes abhängen, jo ist darauf nur zu erwidern, daß bas inbitoe Volk feine Wahl längst getroffen hat, durch [ein stürmisches Freiheitsbegehren und durch die Ablehnung aller britischen Vorschläge.

Reiben, wie sie den Kampf Gandhis und Nehrus in zwei J^r- ^Vehnten begleitet haben. ~ ~ " ..... "

Litauern, bis feine Eemi , _

' chaß 1927 feine Enilafstmg erfolgen muß. Als- Kongrebfekretär fetzt nun Bose seinen Kampf für Indiens Unabhängigkeit fort. Er wirb Führer und Sprecher her Attinbischen Jugend- unb Stubentenorgaiiifation unb des Allindifchen Arbeiterkongresses.

IPS. Über Nacht erhielten die Vereinigten Staaten Nordamerikas einen neuen ß I [ l a n 6 a I von außergewöhnlichen Dimensionen. Wie der republikanische Senator Langer enthüll' wurden nähmlich die Elk Hills-Slselder in Kalifornien, die nationalen öltefernen der USA -Kriegsmarine, von Minister Knox im Einvetständnis mit bem Präsibenten Roosevelt ber Stanbard Oil-Eesellschaft übereignet, unb' das zu Bedingungen, bie jebet Beschreibung spotten. Der Beitrag ist nicht nur bem Kongreß verheimlicht worden, sondern auch dem Leiter des Ölamtes, Mr. Ickes, bet jetzt öffentlich erklärt, von der ganzen Angelegenheit nichts gewußt zu haben, obwohl fein Amt für diese Angelegenheit die einzige zuständige Instanz bildete.

Nach den Berichten der New Parket ZeitschriftP. M.' - '-llschaft mit dem Vertrag ein Bombenge

Der letzte Kaiser Marokkos

Ein wichtiges Kapitel aus der Zeit vor Beginn des Weltkrieges-

JPS. In der Verbannung zu Tanger ist dielet Tage der letzte Kaiser Marokkos, der frühere Sultan Muley Add e l Aziz, an einem Herzschlag verschieden und mit allen militärischen Ehren zu Grabe getragen worden. Sein Tod tust alle die Kapitel der marok­kanischen Geschichte in Erinnerung, die dem Weltkriege unmittelbar vorangingen und mit ihm auch in einem unverkennbaren Zusammen­hang standen

Als Muley Add ei Aziz im Jahre 1894 den Thron seiner Väter bestieg, war Marokko schon in das Blickfeld der Großmächte der Gegenwart geraten- Frankreich und England sahen in ihm heben«

Bereits im Januar 1930 sind er wie Gandhi, der bett Nichi» jufammenarbcitsfelbjieg gegen die Seiten erklärt hatte, und andere Kongreßführer erneut in Haft. Während dieser Zeit wählt man ihn zum Bürgermeister von Kalkutta. Entlassung und Einkerkerung losen sich bis 1933 mehrmals ab, bis Bose diesen Strapazen nicht mehr gewachsen ist und ins Exil geschickt wird. In den nun folgenden euro­päischen Jahren besucht der indische Nationalist auch Deutschland und Natten. 1936 fühlt sich Subhas Chandra Bose gesund genug, um in bie Heimat zurückzukehten. Die hritische Polizei verhaftet ihn in Bombay vom Schiff weg. Erst nach vielen Protesten bet inbischen Öffentlichkeit wird er Mitte 1937 auf freien Fuß gesetzt. In Europa erneut zur Kur. darf et diesmal England besuchen, wo et die britische Öffentlichkeit mH bem indischen Standpunkt bekannt macht. Dort er­reicht ihn 1938 die Mitteilung, daß er zum Präsibenten bes indischen Nationalkongresses gewählt worden sei.

Boses Einfluß in Indien bestätigt sich 1939 in seiner Wiederwahl. Als dieser kompromißlose Kämpfer vor bem Kongreß die Forderung erhebt, in elftem Ultimatum an die britische Regierung die Gewährung der vollen indischeiF Freiheit zu »erlangen und diese Forderung nicht die Zustimmung Ganbhis und Rehms findej, legt er sein Amt nieder. Alle radikalen Elemente innerhalb des Kon­gresses faßt er nun imDorwärts-Block zusammen, der schnell an Ein­fluß gewinnt. Als der Vorwärts-Blöck nach Kriegsausbruch in Europa im Avril 1940 eineft Ungehorsamkeitsfeldzug beginnt, erfolgt wenig später Boses nunmehr elfte Verhaftung. Auch Gandhi und Nehm, die im November eine Anti-Kriegskampagne ins Leben rufen, müssen wieder in die Kerker. Inzwischen ist Bose in einen Hungerstreik getreten, bet ihm Entlassung in seine Wohnung ermög­licht. Von hier aus gelingt ihm schließlich bie Flucht nach Europa.

Seitdem ist Bose ber einzige in Freiheit befindliche indische Rationalistenführer gewesen, der in zahlreichen Aufrufen und Bot­schaften an das indische Volk seinen Landsleuten immer neuen Mut unb Ausdauer in ihrer fchwietigen Lage gegeben hat. 3m August 1942 fordert auch ber inbische Kongreß für Jntzien volle Freiheit. In persönlicher Fühlungnahme mit' ben verantwortlichen Männern Deutschlands und Italiens unb nun auch Japans hat Bose bas auf­richtige Verständnis der Dreierpaktmächte für die Wünsche der unter» dmckten indischen Volkes kennengelernt. ' '

gelber bezahlt worden sind. ....

Senator Lana« erhielt von diesem unsauberen Geschäft Wind und brachte es jetzt vor den Senat. Daraufhin hat der Eeneralstaats- anwalt ber USA. bie Akten bes Vorganges vom Marine- unb vom Justizministerium eingefordert und Anklage erhoben. Ebenso hat ber Kongreß beschlossen, eine eigene Untersuchung einzuleiten. Admiral

Studienzeit in Cambridge sammelte er feine Erfahrungen, die ihn im Jahre 1920 bewogen, den englischen Dienst zu Quit­tieren und in Indien die Zusammen- " arbeit mit bem berühmten Nationalistenführer Das auftunehmen- Sin gutes Jahr später erfolgt bereits Boses erste Verhaftung Sie

tungsoolle SnterefTenfpären, und auch Sonnten melbtte alsbald er­hebliche Gebietsanspriiche an. Aber der junge Fürst - kümmerte sich wenig darum, da er im stillen hoffen mochte, gleich demkranken Mann am Bosporus über bem Streit ber Mächte ein langes Leben fristen zu können. Er intereffierte sich für bie neuesten Fahrrad­modelle, für Grammophone und Photoapvarate, auch für viele andere Dinge, nur nicht für die Regierung seines Landes, bis eines Tages britische Agenten in Marokko einen Aufstand gegen ben Landesherren infäenterien, ben sie bet ben Marokkanern wegen seiner europäischen Allüren in Mißkredit gebracht hatten.

Schon um bie gleiche Zeit verteilten die Mächte bas Hoheitsge­biet bes Sultans unter sich. Frankreich gab Italien freie Hanb in Tripolitanien unb England in Sigpten. Daburch sicherte es sich den Löwenanteil ber Beute. Dagegen wurden bie Ansprüche Spaniens non einer Konferenz zur anberen imntlr weiter zurückgedpängt. Im Jahr« 1904 legten Franzosen unb Snglänber mitten in ben marrokkanischen Wirren den Erundsteinn zur Entente- Das Deutsche Reich mit feinen wirtschaftlichen Interessen sollte aus Marokko völlig ausgeschaltet wer­ben- Da erschien im Jahre 1905 Kaiser Wilhelm II. plötzlich in Tanger. Das gab eine Weltsensation. Auch eine Abordnung bes Sultans würbe von Wilhelm II. empfangen. Aber alle Wünsche unb Hoffnungen für bie Erhaltung Marokkos gingen nicht in Erfüllung. Drei Jahre später hatte ein Aufsianb Muley Safibs. ber von ben Franzosen nachdrücklich unterstützt wurde, Erfolg, und sein Bruder, der amtierende Sultan Muley el Aziz, mußte abdanken. Nach wetteren Verhandlungen unb Verträgen ging das alte Kaiserreich Marokko als selbständiges Staatswesen 1912 in die Geschichte ein.

Obwohl der gestürzte Sultan, dem Tanger als Exil angewiesen wurde, sich nicht mehr um den Streit der Schutzmächie, auch nicht nm die Kämpfe der marokkanischen Stämme kümmerte, wurde er während des Weltkrieges und der darauf folgenden jahrelangen Kämpfe mit den Rifkabylen von den Franzosen mit Mißtrauen behandelt und von den Engländern streng überwacht. Erst in den letzten Jahren wurde ihm eine größere Bewegungsfreiheit eingeräumt. Das marokkanisch« Volk aber, das instinktiv fühlte, was hier gespielt wurde, begegnete seinem letzten Kaiser bis an dessen Lebensende mit Achtung und Ehr­erbietung.

Stuart und eine Reihe anderer Marineoffiziere, die an den Verband- Jungen beteiligt waren, die zum Vertragsabschluß führten, wurden bis auf weiteres beurlaubt. s .. ,

Dieser Sfanba» steht aber ntcht vereinzelt da. Dies ergibt «ich aus einet Denkschrift, die soeben Oberst Robert Johnson der Armee- oermaltuna und Schiffahttskommiffion im Namen bet kleineren, bet bet Verteilung von Rüstungsaufträgen oetnachläffigten Jnduftrte- unternehmungen überreizte. Die Denkschrift stellt fest, baß 16 Unter­nehmen der amerikanischen Großwirtschaft Rüstungsaufträge von mehr als einet Milliarde Dollar erhielten. An der Spitze marschiert General Motors mit einem Auftrag von 7,5 M'^iatden Dollar. Es folgen Curtiß-Wright Corporation mit 4,5 Milliarden Dollar und ander Konzerne der Auto-, Flugzeug- und Stahlindustrie, m.e Ford, Chrysler, Consolidated Aircrafff DoujL- Aircrast, Boetng Atrplan, Bethlehem Steel und General Electric.

Die Gewinne aller dieser Rüstungsmilltatdate sind phantastffch. Mit ihnen konnten selbst die britischen Plutokraten nicht kon­kurrieren. Ihr ungetrübter Neid führte dazu, daß sie unter Berufung auf bie Rüstungslieferungen für England, bie bekanntlich unter dem Leih- unb Pachtgefetz erfolgen, eine Nachprüfung der Preise verlang­ten Dabei stellte sich heraus, daß Gewinne vonhundertANd mehr Prozent keine Seltenheit waren unb in zahlreichen Fällen bie amerikanischen Plutokraten schon auf bie britische Bc- schwerbe hlft sich bereit erklärte, betracht:che Abschläge einzustecken. -Kommentar überflüfiig.

Gejundheitsdieust bei Terrorangriffen

Berlin. 21. Juni. Reichsgesundheitsführer Dr. Conti, der den Westen des Reichs nach britischen Terrorangriffen mehrfach besucht hatte, um sich ein Bild der notwendigen Maßnahmen auf seinem Arbeitsgebiet zu machen, begab sich jetzt nach den letzten schweren Angriffen auf die Zivilbevölkerung in die am stärksten betroffenen Städte. Sein Besuch galt diesmal vor allen Düsseldorf. Wuppertal und Köln.

Dr. Connti konnte feststellen, daß auch die neuesten brutalen An­griffe nicht vermocht hatten, das Gefüge des Gesundheitsdienstes bei Katastrophenfätten zu erschüttern. Alle Berufe des Gesundheitswesens haben in vorbildlicher Weise ihre Pflicht erfüllt. Wieder zeigte sich, daß der Krankentransport, die vorsorglich getroffene Bettenversorgung, die Äirforge für die Kranken und bettlägerigen Siechen und die sonstigen schweren Aufgaben gemeistert wurden. Auch die Arzneimittel- verforgung war in Ordnung und gab keinen Anlaß zur Beanstandung. Arzte und Krankenschwestern in ben Krankenhäusern,, bie Heb­ammen bei ber Hilfe für bie meibenben ober gerabe entbunbenen Mütter haben viele Taten eines stillen Helbentums vollbracht Die Kranken unb Hilfsbedürftigen waren so rechtzeitig in bie Bunker und Keller der Krankenhäufer gebracht worben, daß häufig überhaupt keine unb sonst nur wertige Opfer in ben von Bomben getroffenen Krankenhäuser zu verzeichnen sinb.

Um auch für bie Zukunft allen Anforderungen gewachsen Al fein, hat ber Reichsgesundheitsführer für bie einheitlich zu treffenden Maßnahmen im Bereich des zivilen Gefundheitswesens, die durch bie befonbere Luftgefährdung erforderlich werben, ein Generalreferat Luftkriegsschäden" errichtet, das ihm unmittelbar untersteht.