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Wiesbadener Tagblatt
Donnerstag, 17. Juni 1941
> Seite 4 Nr. 139
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__________Wiesbadener Nachrichten
Ich lebe, weil andere sich opferten!
Dreie Worte sprach in tiefster Erschütterung eine Frau, die bei einem Bombenangriff mit ihren Kindern au« dem brennenden Hause gerettet wurde. Sie und ihre Familie kamen heil und unversehrt aus der Flammenhölle; aber die beiden Lustwaffenhelfer, ihre Retter, trugen schwere Brandwunden davon.
Nur ein Einzelnes Geschehnis ist dies unter vielen tausenden, ein Gleichnis eigentlich nur, wenn wir bedenken, daß täglich an den Kampffronten der Tod .gewagt wird, damit wir in d,er Heimat das Leben bewahren.
Doch mancher geht vielleicht daran vorüber, bis er einmal vom fcngcnden Hauch der Gefahr so nahe bedroht wird wie jene Frau, bis es ihn persönlich anrührt und aufwühlt. dies Erkennern Ich lebe, weil andere sich opferten!
Aber steht nicht das ganze Dasein des Volkes unter solch einem Gesetz? Alles, was wir heute unser eigen nennen, ist ja durch die Arbeit und Mühsal früherer Geschlechter erworben. Und nicht allein durch Arbeit und Mühsal, es ist sogar durch letzte Opfer, durch den Tod derer, die vor uns waren, verteidigt und bewahrt worden. Denn immer wieder im Gang der Zeiten haben Männer und Frauen den Opferweg antreten müssen, damit jene, die nach ihnen kamen, Heimat und Leben behielten. Was wäre aus Deutschland geworden, welch ein furchtbares Trümmerfeld würden wir sehen, wenn nicht im Weltkrieg vier lange Jahre hindurch unsere Soldaten den Ansturm der Feinde gegen deutschen Boden abgewehrt hätten!
..Nur Ruinen und Gräber sollen von Deutschland' übrigbleiben!" so schrieben damals di« Engländer in jüdamerikanischen Blättern.; „das Land dieser Hunnen soll eine Wüste werden!" Das predigten sie der Welt. Es ist keine Wüste geworden und kein Ruinenfeld. — aber dah wir ’ vor diesem Dernichtungswüten unserer Feinde bewahrt blieben, dasür haben damals unzählige Deutsche sich geopfert. Trotz der gegnerischen Übermacht hielt der lebendige Wall im Feindesland stand; daß die Heimat unversehrt blieb, dafür haben von 1914— 1918 zwei Millionen ihr Leben hingegeben. So lebten wir bis heute aus dem Opfer der Toten.'
Alle diese Männer und Frauen, di« in Kriegszeiten sich Preisgaben damit Deutschland, das deutsche Volk, bestehe, sie liebten das Dasein genau so heih, wie wir. sic liebten ihr Heim, ihre Familie, sie liebten ihren Beruf und das Stück deutscher Erde, das ihnen Heimat war. In den Briesen der Gefallenen heißt es immer aufs «Teuer „Ich bin noch so jung, ich möchte noch viel leisten", ober: „Wie
Neue Reichsbanknoten zu 5 Reichsmark
In den nächsten Tagen beginnt die Reichsbank mit der Ausgabe einer Reichsbanknote zu 5 Reichsmark. Die Ausgabe einer Reichsbanknote zu 5 Reichsmark wird das der Bevölkerung gewohnte Bild der Zusammensetzung des deutschen Geldumlaufs aus Reichsbank- nolen, Rentenbankscheinen und Reichsscheidemüllzen nicht wesentlich verändern. In dem Matze, wie die neuen Noten in den Verkehr gelangen, werden Scheine zu 5 Rentenmark eingezogen werden. Das hierdurch sreiwerdende Umlaufkontingent der Deutschen Rentenbank eröffnet die Möglichkeit, den Bedürfnissen des Verkehrs entsprechend vermehrt Abschnitte zu 2 und zu 1 Rentenmark auszugeben.
Die neue auf weißem B a v i e r hergestellte Reichsbanknote zu 5 RM., neben der vorläufig auch die Rentenbankscheine uneingeschränkt gültig bleiben, ist etwa 7 X 14 cm grotz und zeigt auf der Vorderseite rechts das umrahmte Kovfbild eines jungen deutschen MaNnes von soldatischem Ausdruck, nach einem Enlwurs von Professor Josef Seger (Wien), links unten auf dem etwa 3,5 cni breitsn Schaurand die grobe licht gehaltene Wertzahl „5“ und einen Farb- druckstemvel mit dem Hoheitszeichen und der Umschrift: „Der Präsi- dent der Deutschen Reichsbank". Das Druckbild zeigt einen in den Farben gelbbraun und rotbraun nach der Mitte der linken Seite in blaugrau verlaufenden Jrisuntcrgrund. Die Note trägt das Aus- gabedatum vom 1. August 1942 und die Unterschrift des Präsidenten der Deutschen Reichsbank Walther Funk. Die Rückseite zeigt in violett-schwarzer Farbe auf graugrünem, nach-der Mitte hin blaugrau verlausenden Untergrund, nach einem Entwurf von Walther Riemer (Berlin), in der Mitte den Dom Heinrich des Löwen und das Denkmal des Löwen auf deyr Burghof in Braunschweig, links davon ein Mädchen mit Sichel und Ähren, rechts einen inngen Mann mit Hobel und Holzscheit als Repräsentanten der Landwirtschaft und des Handwerks. In allen vier Ecken des Druckbildes ist sie lichte Wertzahl „5“ angehracht.
Ein Steckbrief von ehemals
Heutigen Tages hat ein Verbrecher nur geringe Aussichten, sich durch schleunige Flucht an einen sicheren Okt zu schaffen, da ihm der »orauseilende elektrische Strom an der Lansesgrenre einen Riegel vorschiebt. Ein Menschenalter früher, als man diese geheimnisvolle Kraft noch nicht dienstbar gemacht hatte, brachten die Amtsblätter eine ausführliche Beschreibung und das Bild des Flüchtlings und hetzten die Polizelorgane auf seine Spur.
Ein solcher Steckbrief kann aber aus ein Alter von mehreren Jahrhunderten zurückblicken, wo ein Übeltäter oft nur wenige Schritte zu machen hatte, um sich dem Machtbereich seines Landesherrn zu entliehen. Der benachbarte Herr war wohl vielfach, falls nicht etwa die Streitaxt zwischen einander ausgegraben war, auf erfolgtes Ansuchen bereit, in Erwartung eines „Rezivroks". d. h. einer Gegenleistung in gleichem Falle hilfreiche Hand zur Ergreifung des Gesuchten zu leisten, über seine Beamten bewiesen in der fremden Sache nicht immer den «rsorderltchen Eifer, sofern nicht der Verfolgte schon längst in einem andern Staatengebilde Unterschluvf gefunden hatte.
Die Aufspürung desselben blieb dann den Angehörigen des Geschädigten überlassen, die sich von ihrem Landesherrn ein Vollmachtsschreiben ausstellen lieben. Ein solches Schriftstück aus dem Jahre 1521 ist im Kovialbuch 8 des hiesigen Staatsarchivs aufbewabrt, daraus wir hier einen Auszug bringen. Die Einleitung ist eine langatmige, «ohlabgestuite Anrede, eine echte Probe des einstigen Amtsstils:
..Wir Philios, Graf zu Nassau, entbieten Kurfürsten, Fürsten, Grafen, Freien Herrn. Rittern. Knechten. Amtleuten, Vögten. Pflegern. Verwesern, Bürgermeistern, Richtern, Räten und Gemeinden und allen anderen Befehlshabern, in was Würden, Ständen oder Wesen die sind, unseren untertänigen, ganz willig schuldigen, freundlichen, dienst- günstigen Grub und alles Gute zuvor. Hochwürdigste wie hochwürdige, durchlauchtigste, durchlauchtige, hochgeborene, ehrwürdige, würdige, woblgeboreue, strengb. ehrenwerte, beste, ehrsame und achtbare, gnädigste, gnädige Herrn, freundlich liebe Vettern. Oheime, gute Freunde und besondere. • ,
Es hat ein Königsteiner Diener Heinrich Evstein kurzverschienener Zeit in einem Dorfe Oberjosbach auf der Kirbe Wein geschenkt und «inen unserer armen Angehörigen Junghenn von Königshofen sonder hochbewegliche llrlach vom Leben zum Tode gebracht und mit einem Messer erstochen. Demnach uns seine verlassenen Erben um einen gemeinen Bittbrief angerufen, den wir ihnen nicht weigern können und mögen."
Es wird dann ersucht, falls Heinrich Epstein von des Entleibten verlaffenen Erben und Freunden, den Vorzeigern dieses Briefes, irgendwo betreten und mit Recht angefallen wird, ihm feinen Vorschub. Sicherheit oder Geleit zu geben, sondern ihn diesen zur Überantwortung an has Gericht zu überlasten.
Leider erfahren wir nicht, wie weit sich die Nachsuche ausgedehnt hat, und ob ihr ein Erfolg b«schieden gewesen ist. (St.-A Wiesbaden.
Kov. 8.)
— Der Rundfunk am Freitag bringt an bemerkenswert. Sendungen hn Reichsvrogramm: 15.30: Eeburtagssendung für Oskar von Panver .Solistenmufik). 16.00: Overettenmufik: 17.15: Zeitgenössische Unterhaltung: 19.45: Dr. Goebbels-Artikel: „Vom Reden und vom Schweigen"; 20.15: tsuppös „Boccaccio"; — Im Deutschlandsender: 17.15: Beethoven, Haydn. Richard Strauß. Wagner (Leitung: Fritz Zaun); 20.15: Komoonisten im Waffenrock (Kammermusik): 21.00: G F. Haendel, ein Komvonistenbildnis.
— „LF"-Leb«usmittelkarten überall gültig. Um den vorübergehenden Ausfall geordneter Verpflegungsmöglichkeiten Nach Luftangriffen . auszugleichen und die Ernährung der Verbraucher ficher- zustellen, können in den betroffenen Gebieten auf Anordnung des zuständigen Gauleiters Lebensmittel-Sonderkarten ausgegeben werden. Diese Karten sind für einen bis drei Tage vorgesehen. Sie sind aus grauem Papier mit olivgrünem Unterdrück hergestellt und äbneln den Urlauberkarten. Jeder Einzelabschnitt trägt den Ausdruck „LF". Die Karten sind jm ganzen Reichsgebiet gültig. Da die aus den lüft-, gefährdeten Gebieten verschickten B-rbroucher bei der Belieferung dieser Karten vielfach auf Schwierigkeiten gestotzen iytb. wird nochmals darauf hingewiesen. datz. die Verteiler auf-die Sonderkarten überall Lebensmittel abgeben muffen.
schön ist die Welt jetzt im Frühling!" oder „Ich hatte noch ein ganzes Leben vor mir, „ich wollte erst beginnen und soll schon aufhoren müssen?" —- Und es waren Künstler dabei, die Deutschland noch viel hätten schenken' können, Musiker, Maler, Bildner und Baumeister, Männer bet Wissenschaft, Forscher unb Dichter. Es büntte sich keiner zu wichtig, und e» schien sogar (was das Schwerste sein mag), keinem sein Welk zu notwendig, sein ungetanes, Hertz begehrtes Werk, um nicht alles hinzugeben für das Volk, für uns, die wir leben, weil andere (ich opferten. , ________ Maria Kahle.
Zeitmesser Ahr
Kriegswege der Uhren-Reparatvr
Mit der Wertsteigerung des Faktors „Zeit", vor allem für die Soldaten unb Rüstungsschaffenben, hat auch der Zeitmester Uhr im Kriege., erhöhte Bedeutung erlangt. Andererseits aber werden seit Kreigsheginn neue Uhren fast überhaupt nicht mehr hergestellt. Dazu kommt die durch die Bedürfnisse der Wehrmacht und Rüstungsproduktion bedingte erhebliche Herausnahme von Uhrenhandwerkern aus den Uhrmacherbetrieben, während gleichzeitig ein erheblicher Teil bet Uhren, namentlich »bet Soldaten unb der Rüstungsschaffenden, durch den verstärkten Einsatz ihrer Träger einer erhöhten B«- l a st u n g und damit Anfälligkeit ausgesetzt ist. Infolgedesten ist es nicht verwunderlich, datz eine weit geringere Zahl von Uhrm r= meistern gegenwärtig einer recht wesentlich erhöhten Zahl von llhtezi- teparatuien gegenübersteht und datz trotz an sich gestiegener Reparaturleistungen ein beträchtliches Reparaturverlangen offen bleiben mutz. Beim Reichsinnungsverband des Uhrenhandwerks, der fett langen bemüht ist, diese kriegsbedingten Schwierigkeiten wenigstens zu mildern, wird uns erklärt, datz der Reichswirtschaftsminister die Kriegswichtigkeit bet Erhaltung unb Instandsetzung von Weckern, Taschen- unb Armbanbuhren anerkannt habe unb batz man daraus Folgerungen für die Belastung von Fachkräften erhoffe. Um die Reparatur von Soldatenuhren zu sichern, hat bei Reichsinnungs- verbanb überall im Reich ca. 1400 Betriebe zu „Wehrmacht-Uhrmacherwerkstätten bet Fronttruppe" bestellt unb gekennzeichnet. Aber auch im Rahmen der sonst vorgeschriebenen Rangfolge für llhren- reparaturen stehen bi« Frontsoldaten unb Gleichgestellten mit ben Berkehrbediensteten, Rüstungsschaffenben unb Bombengeschäbigten voran. Zur weiteren Entlastung sollen neue Wege versucht werden: die Reparatur-Auftragsverlagerung in geeignete Teile der besetzten Gebiete und die Einrichtung von Wecker-Großreparatur- Werkstätten vor allem in den großen Städten. Sie werden durch ANnahmeschilder kenntlich gemacht werden. Erneut warnt der Reichsinnungsverband die Bevölkerung, mit Laienhand selbst Reparatur- Versuche an der Uhr zu unternehmen.
— Beauftragte für Energie. Für den Bereich bet Behörden hat bet Reichsministet- bes Innern Bestimmungen über bie Energie-Einsparung erlassen. Danach ijV bet Stromverbrauch auch bei ben Behörden um mindestens 30 Prozent zu senken. Für jede Behörde ist zur Überwachung der Energie-Einsparung ein Beauftragter zu bestellen. . . .
— Gewinne der Reichslotterie. In der Rachmittagsztehung der Deutschen Reichslotterie am Mittwöch fielen drei Gewinne zu je 100 000 Mark auf bie Nummer 158 192 unb btei Gewinne zu je 50 000 Mark nur bie Nummer 263 187, ohne Gewähr.
— Wiesbadener Gerichtsurteil«. Wegen Diebstahl unb Urkundenfälschung hatte sich eine Jugendliche vor dem Richter zu verantworten. Sie erhielt drei Wochen Jug.endarrest. Erziehungsmaßnahmen wurden angeordnet. — Im Sevtember v I. kam es auf der Wiesbadener Straße in Erbenheim zu einem Zusackmenftoß zwischen einem Pferdefuhrwerk unb einem Kraftwagen. Es cntstanb leichter Personen- unb Sachschaben. Der Fahrer, ber etwas Alkohol zu sich genommen hatte, würbe wegen fahrlässiger Körperverletzung und Übertretung RSTVO. vom Amtsrichter mit 100 RM Geldstrafe belegt. — Wegen grober Verletzung ihrer Obhutpflicht stand eine Mutter von vier Kindern vor der Jugendstrafkammet. Die 29jährige Angeklagte ging eigensüchtig und bedenkenlos ihren Vergnügungen nach und knüpfte Bekanntschaften an, die sie mit in ihre Wohnung nahm. Die Kinder überlieb die vflichtver- gestene Mutter in der abgeschlossenen Wohnung sich selbst, so daß die Nachbarn sich nicht einmal der oft schreienden Kinder annehmen konnten, auch nicht bei einem Fliegeralarm. Das Verhalten der Angeklagten führte dazu, daß ihr drei Kinder abgenommen und in Pflege gegeben wurden. Das Gericht verurteilte die gewissenlose Mutter zu vier Monaten Gefängnis. — Wegen fahrlässiger Tötung hatte sich ein Kraftfahrer aus Frankfurt a. M. vor der Strafkammer zu .verantworten, die sich zur Verhandlung unb Ortsbesichtigung nach bent llufall- ort begab. Als der Angeklagte vor einiger Zeit mit seiner Zugmaschin., mit Anhänger, ber mit 2 Meter nach hinten überstehenben Eisenstangen beloben war, die Ortsstraße passierte, mußte er einem Pferdefuhrwerk ausweichen. Dabei geriet eine Radfahrerin, bie auf bem Bürgersteig entgegenkam. unter bent Anhänger. Ihr« Verletzungen waren so schwer, daß sie bald darauf verstarb. Rach eingehender Beweisaufnahme konnte ein Verschulden des Angeklagten nicht festgestelt werden. Er wurde freigesvrochen.
— Das „W.-T." gratuliert Frau Maria Kirval, Wiesbaden, Röderstraße 8, begeht am 18. Juni ihren 91. Geburtstag.
Mus Gau und Provinz
— Mainz, 17. Juni. Zwei jugendliche Diebe aus Mainz- Bischofsheim, die im vergangenen Jahre im Keller einer Wirtschaft wiederholt Vorratsdiebstähle begingen, wurden von der.Jugendstrafkammer in Mainz zu 8 Monaten Gefängnis bzw. zu 1 Monat Jugend- arreft verurteilt. Der Ilrteilstatbestand umfaßt bei einem ber Täter auch einen Gelegenheitsgelddiebstahl.
— Worms, 17. Juni. Eine zwanzigjährige Arbeiterin aus Biblis, bie in beharrlicher Nachlässigkeit unb Gleichgültigkeit wiederholt ohne stichhaltigen Grund von ihrer Arbeitsstelle in Worms unent- schuldigt fernblifb, sich eigenmächtig Urlaub nahm unb schließlich trotz Verwarnung unb Belehrung bas Arbeitsverhältnis ohne Zustimmung bes Arbeitsamtes löste, würbe vom Strafrichter bes Amtsgerichts Worms wegen Arbeitsvertragsbruchs zu 5 Monaten Gefängnis verurteilt.
— Frankfurt a. M„ 17. Juni. Im 71. Lebensjahr ist der frühere Landrat Dr. jur. Alexander von Setnus gestorben. Landrat v. Bernus war Inhaber der Eoethemedaille für Kunst und Wissenschaft.
— Limburg, 17. Juni. In einem alten Steinbruch spielten am Pfingstsonntag Kinder. Dabei stürzte ein 9jähriger Junge ab. Er konnte sich beim Sturz zwar an einem in bet Wanb wachsenden Gebüsch festhalten, hatte aber bereits schwere Verletzungen an einem Oberschenkel erlitten, und mußt« ins Krankenhaus gebracht werden. — Ein 17jähriget Arbeiter von hier rutschte auf einet auswärtigen Baustelle aus. Einen Hilft suchend, griff et in einem Teetkessel. Durch ben kochenden leer trug er schwere Verbrennungen an bet rechten Hanb unb am Arm bavon.
1 =2 Bad Ems, 17. Juni. Der Besitzerin einer Schiffsschaukel, bie
übet bie Feiertage hier ausgestellt wat, schlug ein Schiffchen so heftig gegen die Stirn, daß sie zusammenbrach. Mit einet Gehirnerschütterung wurde sie ins Krankenhaus eingeliefett.
— Wissen (Sieg), 17. Juni. Rine Reisend«, bie in Au einen Zug nach hier bestiegen hatte, stellte burch Befragen in bem Abteil fest, baß sie in ben falschen Zug eingestiegen wat. Kurzerhanb sprang sie, erst ben Koffer hinauswersend, mit ihrem weiteren Gepäck aus dem bereits ziemlich schnell fahtenben Zug, gubem noch aus bet falschen Seite. Sie kam zwischen ben Schienen zu Fall, bet Inhalt bes Gepäcks verbreitete sich übet bie Geleise, unb sie konnte, aufmerksam geworben durch bas Schreien der Fahrgäste, noch eben zur Seite springen, sonst wäre sie glatt von einem entgegenkommenden Zug Überfahren worden. __
— Linz, 17. Juni An einer der hiesigen Landugnsbrücken spielten mehrere Kinder. Dabei fiel ein Junge ins Wasser und verschwand in ben Fluten, ehe Hilfe möglich war.
Der Zirkuslöme „Sultan" brach aus
Santa, 16. 3uni. In bet italienischen Prooinzhauvtftabt Pavia gelang es während einer Zirkusvorstellung, in beten Mitiel- vtmkl eine Löwenszene steht, bem größten Löwen „Sultan" auf bem Wege von feinem Käsig, in die Arena auszuhttzchen. meldet ..Sortiere della Sera". Der Zuschauer bemächtigte sich eine Panik, zumal eine Frau von dem Löwen angefallen, glücklichetweiie aber nut leicht verletzt, wurde. Dem energischen Eingreifen von Carabinieri und Offizieren sowie des Tierbändigers gelang ks, ben Löwen mieber in seinen Käsig zurückzubringen
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Marinetag der Hitler-Jugend
Ein Ritterkreuzträger der Kriegsmarine spricht
Am Sonntag, 20. Juni, sindet anläßlich bes Besuches eines Ritte» | kreuzträgers her Kriegsmarine in unserem Gau, in Wiesbaden Schierstein ein großer Marinetag der Hitlerjugend des Bannes ÜBiegf baden statt. Die Beranstaltungssolge erstreckt sich über den ganzen Ta» von 9 Uhr vormittags bis etwa 6 Uhr nachmittags. 3At Mittclvun steht eine Großkundgebung auf dem Sportplatz am Säfen, in bete Verlauf bet Ritterkreuzträger ber Kriegsmarine zu ber Hitler-Fugen» insbesondere den Angehörigen der Matine-H-3. sprechen wird. An» schließend folgt am Hafen ein SBettrubcrn. (
Ergebnis der Schießwehrkümpfe der SA.
Die Schießwehtkämvse ber SA. am 2. 9. ünb 30. Mai gestaltete» sich auch in Wiesbaden zu einem.güten Erfolg. Di« große Zahl- der Teilnehmer aus den Reihen der SA., NSKK., Reiter. Ortsgruppen, Wehrmacht, Polizei, Betriebsgemeinschaften, angeschlossenen Verbände» und Vereine bewies, welch freudigen Widerhall.die Bemühungen bet
Standarte 80 um die Aktivierung des Schießsports gefunden habe». Dem Starter stellten sich von 156 gemeldeten Mannschaften (bestehend f aus einem Führer und 4 Mann) 149. Nach einem Marsch von drei Kilometer innerhalb 30 Minuten mußten 3 Übungen geschossen wei-§ den. Eine besonders ruhige Hand und gutes Auge gehörten dazu, ein I 5 x 10 Zentimeter großes Rechteck auf tarnfarbenem Grund bet! Schattenscheibe zu treffen. Unter Leitung dxs Sturmbannführer» I Krause wickelten sich die Kämpfe wie am laufenden Band ab. Weh» ; macht unb Polizei zeigten durch ihren Besuch das größte Jnteresse.M
Als bie besten Mannschaften gingen aus ben Wett I kämpfen hervor: 1. Schützenverein Biebrich 541 Punkte, 2. Pol. LeM I Wicker 508 P. 3. Ebelweiß Flörsheim 507 P., 4. Stahlwerke Wie» i baden 502 P., 5. NSKK. Wiesbaden 489 P., 6. Fl. Feldpost-W. I 480 P., 7. Verein Wilhelm Teil 460 P., 8. Schutz-Polizei Wiesbaden | 456 P., 9. NSKK. Flörsheim 455 P., 10. Stab der Standarte 80 t 446 P., SA. 1.
Die besten Schützen waren: . I
1. Schütze Sanio. Schützenverein Biebrich 145 Punkte. 2. Schütze Locke.H Schiitzenverein Biebrich 139 P.. 3. Uffz. Scheiter. Stamm-Komv. 87,1 131 P., 4. Scharf. Christ. NSKK. Wiesbaden, 127 P.. 5. Scharf. 2 Kaiser, Sturm-Ra. 80, 125 P., 6. Schütze Siegfried. Schützenvetein e- Flörsheim, 125 P., 7. Hvtsturmf. Henk, NSKK. Wiesbaden, 123 P„ 8. Rottens. Staadt NSKK. Flörsheim, 123 P.. 9. Pol. L. Günther, Wicker, 123 P., 10.' Schütze Kolb, Stadtwerke Wiesbaden 123 Punkt«.-
llberfchwemmungen zerstörten mehr als 6000 Häuser
Wie aus Bangkok berichtet wird, wurden durch schwere llbert schwemmungen, die den südlichen Teil des Arcot-Bezirks in. der Provinz Madras Ende Mai heimsuchten, nach Meldungen aus Delhi mehr als 6000 Häuser zerstört. Effi großer Teil der Reisernte wurde ve» nichtet. • .
Der erst« Stuft aus der Heimat
Vefwarnfl
Wer heute vergißt, daß jede eingesparte Menge Gas und Strom bessere Waffen, mehr Munition und mehr Benzin für unsere Soldaten bedeutet, der hat sich noch nicht klar gemacht, welche riesige . Energiemengen Zusammenkommen, wenn jeder nur ein wenig auf die Vermeidung von Verschwendungen achtet. Wenn wir das tun, so können wir alle ohne spürbare Einschränkungen 1(J—20% gegenüber dem vorjährigen Gas- und Stromverbrauch einsparen, wie es jetzt ein Erlaß des Generalinspektors . für Wasser und Energie von uns fordert. Wahrscheinlich werden unsere Einsparungen sogar noch größer sein, wenn wir. den Verbrauch alle so weit senken, daß die Mindestgrenze des unbedingt Notwendigen nicht überschritten wird. Jeder, der guten Willens ist, wird Dir sagen und beweisen, daß solche alltäglichen kleinen Opfer an verschwenderischen Friedensgewohnheiten mit Leichtigkeit und Fröhlichkeit gebracht werden können!
Begegnung zwischen U-Boot und He 111 Seinkel-Pressedienst / Zeichnung nach einem PK.-Bericht Alfred Dudda
