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Nr. 138
Mittwoch, 16. dum 1943
91. Jahrgang
Manifestation römischen Geistes
Oie Wache vor den militärischen und moralischen Hilfsquellen des Vaterlandes bezogen
ph. Berlin, 16. Juni (6ig. Drahtbekicht unserer Berliner Schrift- leitung). In einer bereits gestern von uns veröffentlichten politischen Erklärung hat das Direktorium der faschistischen Partei zu Beginn des vierten Kriegsjahres erneut entschieden und klar Stellung bezogen und den Willen bekundet, „mit allen Mittelnbis »um Siege z u kämpfe n". Dieser Entschluß wird niemand in Erstaunen setzen, der die politische Befähigung und die Partei kennt. Das Direktorium hat eine Reihe von Forderungen erhoben, denen es gewiß nicht an schonungsloser Offenheit mangelt, wie ja überhaupt das Matz der Aufrichtigkeit, gerade in schweren Situationen, ein beachtliches Merkmal für die Trotze der italienischen Sclbst- cinschätzung ist. Mit jedem möglichen Rest einer Befangenheit in Illusionen über den Ernst der Lage wird ausgeräumt, mit der gleichen Bestimmtheit an der ursprünglichen Zielsetzung der Krieges ohne Einschränkung fe st gehalten. Was wird, auf eine kurze Formel gebracht, im Einzelnen gefordert? Erbarmungslose Unterdrückung jeder beabsichtigten, oder auch fahrlässigen Sabotage der moralischen Kraft Italiens, sowie gesunde und straffe Produktion und — gerechteste Derteilungsgrundsätze aller Dinge die für die Kriegführung wichtig sind. Unter diese zwei Erundsorderungen lassen sich all die in der Erklärung genannten neun Punkte zwanglos einreihen. Seitdem Italien in die Entscheidung-- und gefahrenrcichstc Zeit seines Krieges eingctretcn ist, sind schon eine ganze Reihe von Matznahmen sozusagen als Vorboten der Jetzigen, äußersten Kräste- konzentration getroffen worden, die aus der gleichen Linie lagen Diese Periode begann am 20. Dezember des vorigen Jahres mit einem Dekret des Duce, das bestimmte, datz die faschistische Partei mit allen ihren Gliederungen mobilisiert werde/womit jedes Parteimitglied in der Erfüllung seiner Pflicht von damals an unter Kriegsgcsctz stand. In einem am 17. Avril veröffentlichten Kommentar gab dann die faschistische Führung bekannt, datz an die Stelle des Sekretärs der faschistischen Partei sein Stellvertreter Carlo Scorza trat Dieser erließ drei--Tage später an die faschistischen Gauleiter für alle Parteigliederungen einen Appell mit 12 Geboten für den Faschisten, lapidare Bekenntnissätze, getragen von höchstem Ethos in denen noch einmal das wichtigste faschistische Gedankengut unter dem ganz besonderen Aspekt der augenblicklichen Ersorderniffo zusammengestellt war In Italien vor allem ist man sich, nach der damals verstärkten Aktivierung der faschistischen Parteiarbeit, über die Bedeutung der jetzigen Botschaft des Direktoriums an den Duce im klaren. Die faschistische -Partei beschränkt sich nicht darauf, den täglich neu erprobten Widerstand des italienischen Volkes gegen den anglo-amerikanischen Terror zu bestätigen, sondern sie will selbst die ganze Antriebskraft [ein, die den Lauf und die Leistungen der italienischen Kriegsmaschine mahgebend beeinfluht und sichert. Die Öffentlichkeit erfährt aus dieser Botschaft nach der Ansicht römischer vötitijäter Kreise, datz die wachsamen Augen der faschistischen Partei auf allen Italienern ruhen, gleich welchen Schichten sie auch angeboren mögen Die Schwere des gegenwärtigen Augenblicks recht- fertigr nach dieser Auffasiung den Beschlutz, keinerlei Krastverschwen- bung oder Nachlassen der Arbeitsleistung zu dulden. Die alte Garde der faschistischen Revolution, wie die junge Generation beziehen — so heitzt es in einer römischen Darstellung — im Namen des Vaterlandes die Wache vor den militärischen und mora
lischen Hilssauellen des Landes und vor allem vor denjenigen Organisationen, die die innere Disziplin vertreten. In Italien ist die faschistische Partei neben dem Duce die wichtigste politische Repräsentation des Volkes. Sie ist es nach dem Willen des Schöpfers des Faschismus, sie ist es aber auch seit vielen Jahren durch die allgemein anerkannte Bewährung. Deshalb bat eine Willenskundgebung, wie diese des faschistischen Parteidirektoriums, auch eine politische und moralische Bedeutung, die weit über das Eigengewicht dieser Einrichtung hinausgeht. Sie ist eine Manifestation e ch t römischen Gei st es im besten Sinne dieses geschichtlichen Begriffes.
Erklärung Tojos vor dem Reichstag
Tokio, 16. Juni. (Funkmeldung.) In Anwesenheit des Tenno und des Eesamtkabinetis erfolgte Mittwochoormittag die feierliche Eröffnung der Sondersitzung des javanischen Reichstages. Ministerpräsident T o j o führte in seiner großen Rede u., a. aus, die U n a b- hängigkeit der Philippinen werde noch in diesem Jahre verwirklicht werden. In den besetzten Südgebieten vor allem in Java, werde die Bevölkerung noch in diesem Jahre weitgehend .für eine eigene Verwaltung herangezogen werden. Japan sei militärisch auf alle Aktionen des Gegners vorbereitet, um diesen sofort wirkungsvoll zu begegnen. Schulter an Schulter mit den Verbündeten werde es bis zum Endsieg kämpfen. Auch in Europa hätten Deutschland und Italien heute derartig starke Positionen errichtet, daß keinerlei Zweifel am siegreichen Ausgang bestehe.
Javan sei entschlossen, alle Möglichkeiten und Mittel zu erschöpfen, um Indien bei der Erringung der Unabhängigkeit zu helfen Japans Produktionskraft habe seit Ende des letzten Jahres bedeutend zugenommen. Mehrere Milliarden Ben seien vorgefeheitz für weitere Reorganisationen der Wirtschaft, Zusammenlegung oder Schließung von Betrieben usw. mit dem Ziel der weiteren Steigerung der Kriegsproduktion. Es seien weitgehende Maßnahmen vorgesehen, um Japan- Ernährung zu sichern. Vor allem sei ein verstärkter Anbau von Reis und anderen Nahrungsmitteln geplant.
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Wirtschaftliche Maßnahmen stehen auf dieser Tagung int Vordergrund. Auch in Japan soll bas Leben ganz stark auf den totalen Krieg ausgerichtet werden. Der Reis wird etwas teeret werden, doch ist die Ernte an sich reichlich und die Eesamtbelastung des Verbrauchs hält sich in mäßigen Grenzen. Einschränkungen der Verbrauchs- industrien sollen Kräfte für die Kriegserzeugung und insbesondere für den Schiffsbau freisetzen, der gerade infolge der großen japani= scheu Erfolge vordringlich geworden ist. um dar Sl Sumatras, den Kcmtschuf und den Zinn Malayas und »en Zucker der Philippinen dem dichtbevölkerten Mutterlande zur Verfügung zu stellen. Von der Vermehrung der Treibstqjsetnfuhr und des Schiffbaus ist auch eine Steigerung des für Japan ungewöhnlich wichtigen Fischfangs zu erwarten, da der Fischverbrauch in dem fernöstlichen Jnselreich das Fleisch und die Gemüsekost ersetzt. Vermutlich wird der javanische Reichstag über ine Regierungsvorlagen noch hinausgehen
Heldentod des Eichenlaubträgers Mappich
Berlin. 15. Juni. Bei den Angriffskämpfen im Süden der Ostfront im Juli 1942 hatte Oberleutnant Klavvich mit großem Schwung den Vorstoß seiner Kompanie auf einen wichtigen Bahnknoten- vunkt vorgetragen und ihn im entschlossenen Zuvacken genommen. Für diese Tat wustde ihm am 31. 7. 1942 das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verlieben. Immer wieder zeichnete er sich auch später in den Kämpfen um Armavir, um Maikop und in der Kalmuckensteppe durch beispielhafte Tapferkeit aus.
Die Abwehrkämvfe des letzten Winters sahen Oberleutnant Klav- vich als Bataillonsführer in einem westfälischen m o - torilierten Grenadier-Regiment. Dieses hatte den Be- fehl, durchgesickerte feindliche Kräfte wieder über einen crluB zuruck- zuwerfen Von der erfolgreichen Durchführung des Auftrages hing das gesicherte Absetzen anderer Verbände in eine neue Abwehrstellung ab. Das Bataillon Klavvich sollte als Svitze der Karnvfgruvve über den Fluß vorswben, ein vom Feind stark befestigtes Dorf nehmen und ^damit die Voraussetzung für die Bildung eines Brückenkopfes schaffen. Seinen Grenadieren voraus, arbeitete sich Oblt. Klavvich durch heftiges Feuer an das Dorf heran. Durch geschickten Einsatz seines Bataillons wurde der Ort von zwei Seiten umfaßt und in wütendem Säuferkamvf Stratzenzeile um Straßenzeile gestürmt. Während dieser Kampf noch im Gange war. kam die Meldung, daß sich starke motorisierte Kräfte des Feindes im Rücken des Bataillons sammelten. Sofort setzte sich Oblt. Klavvich an die Spitze eines Stoßtrupp- und zerschlug in schneidigem Angriff den Feind in seiner Bereitstellung. Zahlreiche Gefangene, darunter der Stab einer motorisierten Brigade, fielen in deutsche fianb. Doch die Sowjets hatten die Gefahr, die dieser Stoß in ihre tiefe Flanke bedeutete, erkannt. Mit starken frischen Kräften führten sie Gegenangriff auf Gegenangriff Doch Oblt. Klavvich und seine Männer Hielten ihre Stellung. Von Gruppe zu Gruppe eilend, riß der Bataillonsführer seine von den Anstrengungen wochenlanger Kämpfe mitgenommenen Grenadiere immer wieder auf und gab durch diese-; entschlossene Ausharren bei deutschen Führung Zeit und Möglichkeit. die Vorbedingungen für den späteren planmäßigen Verlauf des Abwehrkamvfes zu schaffen. Wenige Tage später, am 22. Januar, sand dieser tapfere Soldat den. Heldentod. *
Für seine hervorragenden Leistungen verlieb der Führer dem noch nachträglich zum Hauptmann beförderten Offtzie, das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes als 254. Soldaten der deutschen Wehrmacht. ♦
Ramirez: aufrichtige, ehrliche Neutralität
Buenos Aires, 16. Juni. (Funkmeldung.) Der Präsident der provisorischen argentinischen Regierung, General R a m i r cz. setzte am Dienstag vor Vertretern der Presse nochmals mit einem eindringlichen Ernst die Ziele der nationalargentinischen Militärbewegung auseinander. Die Armee habe keine Revolution im eigentlichen Sinne gemacht. Sie habe lediglich bte beängstigenden Probleme des V o l k e s lösen wollen.
Ramirez wandte sich auch außenpolitischen Problemen zu^ Wörtlich erklärte er: „Wir haben schon in der ersten Stunde nach der Machtübernahme bekanntgegeben, daß wir eine stärkere Annäherung an unsere amerikanischen Brüder suchen. Wir wollen die Bande enger schließen, die unsere gemeinsamen Interessen umfassen Unser Panamerikanismus wird praktisch sein. Wir wallen den rhetorischen und den unsoldatilchcn Wortwechsel beiseite lasten. Mit der übrigen Welt ist unsere Politik gegenwärtig die der Neutralität ober keine vorgespiegelte, sondern' eine aufrichtige ehrliche, also eine wahrhafte Neutralität."
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Die spanische Presse hebt in ihren Kommentaren hervor, daß die schnelle Anerkennung der netzen argentinischen Regiernng des Generals Ramirez durch Spanien und auch durch die Achsenmächte allgemeine Befriedigung in dem Lande erweckt hat. Die neue Regierung hat mit einigen Korruvtionserscheinungen, die bei Staatslieferungen und auch in der Lotkerieverwaltung vorgekommen waren, ebenso schnell Schluß flemaffjt, wie sie gegen Spekulanten und Schwarzhändler vorgeht, . die Teuerung mildert und bolschewistische Agitatoren schlicht und einfach festsetzt. Fleisch und Mehl sind billiger geworden. in den Preisen für Kartoffeln ist sogar ein regelrechter Sturz eingetreten. Sehr wichtig ist, daß die für die großstädtische Bevölkerung empfindlichen Mietssteigerungen schlagartig aufhörten.. Die spanische Zeitung „Arriba" schreibt zu der neuen Regierung: .Die inneren Probleme Argentiniens haben in auswärtiger Beziehung bisher keine Rückwirkungen gehabt, denn das Eingreifen des Heeres richtete sich ausschließlich gegen unhaltbar gewordene Zustände, deren Beseitigung cs als seine Pflicht ansah. In führenben argentinischen Wirtschaftskreisen wird die Schuld an der erheblichen und sozial bedenklichen Teuerung dem Fluchrkapiial der Emigranten zugeschrieben, bas zugleich nachkurzfristiger Anlage und kräftigen Gewinnen sucht, ohne an dem Wohl des Landes irgendwelcher) inneren Anteil zu nehmen.
Das „grofoe Rätsel" Ostfront
Son General der Infanterie Ernst K a bisch
Monate Undurch hat das Ringen einer kleinen Minderheit deutscher irttb iüMtttischer Verbände in Nordafrika gegen die überwältige nbe fl&etfeBenbeit der Anglo-Nordamerikaner an Menschen und Material He Welt in Atem gehalten. Da hat es in allen Lättdern Ikberklnse gegeben, die an Dünkirchen und Griechenland gedacht haben „Warum machten [te’s nicht, wie dort die Engländer? Retten sich nicht Beizeiten, nötigenfalls mit Zurücklassung ihrer Waffen bet günstiger Wetterlage ans itklienischem Boden?" überkluge, die von übertriebenem Ehrgefühl, von falschen Prestigegrünben sprachen, ihre eigenen FelDberrntcuente den bedeutsamen Entschlüssen der großen Führer der Achsenmächte entgegenhielten, die, wie sie meinten, nicht zu erkennen vermöchten, was doch ein Blinder mit dem Stock fühlen könne. Zuletzt, als jene Helden von Tunesien die Fahnen senken mußten, wie ein Blücher 1806 („Ich kapituliere weil meine Truppen keine Lebensmittel und keine Munition mehr haben!"), da haben sie dann triumvhiertend gesagt: „Ra also! Da haben wirs".
Und haben doch das Wichtigste vergessen: Wenn die Weisheit der alten Kulturvölker Astens lehrt, datz nicht nur jedes Wort, sondern schon jeder Gedanke durch die Welt weiter wirkt, daß dies in wieviel höherem Matz von der Tat gilt! Als 1940 die Briten unter Rückdn- deckung durch ihre Verbündeten sich auf ihre Insel retteten, da gäben sie nicht nur Belgien preis, opferten nicht nur Frankreich, arte Ml Serben und Griechen — sie verloren zugleich das europäische Festland. Um das wicdergutzumachen. haben sie in Nordafrika mit den US-Amerikanern einen erschreckenden Blutpreis gezahlt, ohne verhindern ,u können, daß die Krebskrankhett des U-Boot-Krieges sich in ihr Mark eingefteffen hat, daß wichtige Glieder des Empirekörpers im Fernen Osten, die US-amerikanischen Stellungen im südwestNchen Pazifik verloren gingen. Die denlwüalieittschen Kämpfer von Nordafrika aber wissen, daß sie für ihre Ovfettat einen G.ewinn n»n entscheidender Bedeutnns für Europa buchen dürfen: sie haben erwirkt, daß den Achsenatttteen im Kamvtz gegen die Sowjetunion der Rücken gesichert tst!
Darum aber ging es und geht es jetzt, wo die Sommermonate des fünften Kriegsjahies vor uns stehen: Was wird mit der Sowjetunion? Was wird dort geschehen, wo vom Asowschen Meer bis zur Fischerinsel die Fronten sich in höchster Konzerttwtlon gegenüberstehen, wenn nun bas britte Kamvfjahr zwischen den kebrsts- willigen und lebensstarken europäischen Kulturvölkern und bett tzzl- turzerstörenden Sowfets anbrechen will? In zwei rissigen Kinkdr- schlachten hat Stalin versucht, den Bolschewismus aus dem Griff des deutschen Heeres und feiner Verbündeten zu befreien. Zweimal ist ihm der erstrebte Erfolg vettagt geblieben. Selbst die größten Blut- ovfer, der Verlust riesiger Materialmassen waren vergeblich. Immer wieder hat et zu den Angloamerikanern Biniibetgerlfen: ^äftofilMe zweite Front in Europa! Wir können auf bi« Dritter irtzcht aBKn durchhalten!"
Jetzt wieder fordern feine Gesandten dringend Lebensmittel. Mögen Roosevelt und Churchill ihren Gewinn in NorderMka mit Tönen in die Welt hinaustrompeten, die mit den Posaunen von Jericho wetteifern — die Mauern Europas im Süden. Westen, Morden, werden sie nicht umblasen. Mögen sie versuchen, nachzumachen, was Rommel und seine Gefährten mit winzigen Teilen der deutschen und italienischen Wehrmacht dort fertiggebracht haben: mögen sie versuchen, die sizilianische Straße, den Kanal/ die Nordsee zu überspringen: den Willen des deutschen Feldherrn, den Krieg im Osten so zu führen, wie er es »um Endsieg für richtig enrcht», werden sie damit nicht Beeinflußen können.
Das aber ist das Entscheidende, Die Opfer, die- von der Achse im Winter 1942/43 gebracht sind — Opfer, die, so schmer»lich sie waren, nur Bruchteile der Opfer sind, die die Utitiachsenmächte und besonders die Sowjets haben bringen müssen, haben sich bezahki gemacht, Nicht beengt durch Sorgen um die Süd-, West-, Nordfront Europas kann Adolf Hitler die bereitsteheikden Reserven einfetzen, wo es nötig werden sollte. Daran können auch so verzweifelte Mittel, wie der jüngste bolschewistische (und offenbar auch US-omerikaMche) Versuch nichts ändern, eine Auflösung der Kommunistischen Ärkernatio- rtale als führendes Zentrum der kommunistischen Bewegung m den einzelnen Staaten vorzutäuschen, in der Hoffnung, es möchten bie schlafbedürftigen Bürger darauf reagieren, Pie der NachtMwärmer in Gustav Falles Lied es erlebt: „Zipfelmützen ringsherum!"
Im Gegenteil, sie verraten damit nur die innere Schwäche ihrer Stellung und daß sie diese selbst sehr wohl erkennen. Stehxn sie dach für jeden, der offenen Auges durch die Welt geht, nur zu eindeutig auf einer Linie mit dem Rattenfänger Wilson, ihre Weisen zu deut- lich in der Tonart der Melodien dieses Präsidenten der Vereinigten Staaten von Nordamerika wahrend de°> ersten Weltkrieges, von denen dessen „zweites Ich", Oberst House, nachher verraten hat, datz sie mir dem Zweck dienten „Ludendorfs die Kniesehnen durchzuschneiden". Auf solche Locktöne fällt heute kein denkender Europäer mehr her«n: dazu haben die Antiachsenmächte ihre Vernichtungsvläne und ihre unlösliche Verbindung mit den Sowjets sogar für Dezennien nach dem Kriege allzu offen ausgesprochen. Diese Agitation nützt ihnen so wenig wie ihre Terror-Luftangriffe mit der Parole „Der Krieg wird nicht auf den Schlachtfeldern entschieden, sondern auf den Ruinen der deutschen Städte". Zuckerbrot und Peitsche!
Wie aber wird nun der Feldherr Adolf Hitler mit seinen Verbündeten die Operationen zur Lösung des „großen Rätsels", d. h. die strategische Behandlung des Problems „Sowjetunion" führen? Wird er zu einer großen Offensive antreten. wie 1941 und 1942? Wird et Offenfivschläge mit beschränktem Ziel führen, wie sie mamher Kriez»- gelehrte nachträglich der deutschen OHL als Patentlösung für 1918 ' empfohlen hat? Wird er fortfahren im Ausbau der Stellungen und - rückwärtigen Verbindungen sowie in der Säuberung bet besetzten Ost- unb Sübostgebiete, mit Gegenschlägeu bei Angriffen der Sowjets? Kann er »wischen all dem wählen, selbst für die Verteidigung sich entscheiden? Ja, was tznd wer sollten ihm nach dem Ausgang der Winterschlacht hindern, ganz nach seinem Ermesien sich zu entscheiden? Freilich, Generalfeldmarschall Graf Moltke hat 1866 gesagt: „Wenn wir den Angriff der Österreicher abroarten, bann verlieren wir die Initiative", und Graf Schlieffen: „Mit Skillstehen und Abwarten erringt man keine taktischen Erfolge". Aber dieselben Autoritäten staben auch
Die kleinen Nationen ausgenutzt und geschunden
Ein Buch des früheren norwegischen Storting-Ptäsidenten enthüllt das verBrechetilche «viel Englands und »et USA.
Ein Offenbacher Ritterkreuzträger
Berlin, 15. Juni Der Führer verlieh das Ritterkreuz des Eiserne» Kreuzes an Generalleutnant Friedrich von Scotti. Kommandeur einer Infanterie-Division: Generalmajor Walther K raufe., Kommandeur einer Infanterie-Division.
Auf Borschlag des Reichsmarschalls verlieh der Führer das Ritterkreuz an Oberleutnant R ö t h k e , Staffelkapitän in einem Kampfgeschwader.
Generalleutnant Friedrich von Scotti, am 3. 5. 1889 als Sohn des fficncrallcutnant Emil von Scotti in Offenbach am Main geboren, hat mit feiner rheinisch-westfälischen Infanterie- Division während der feindlichen Offensive südlich des Ladoga-Sees kritische Lagen immer wieder durch raschen Entschluß bereinigt. Als der Feind im Angriff gegen eine beherrschende Höhe einen gefährlichen Einbruch erzielt halte riß Generalleutnant v. Scotti durch sein Vorbild ein Pionier-Bataillon zum Gegenstoß vor und vernichtete die ein- gedrungenen Bolschewisten. — Friedrich von Scotti trat nach Ablegung der Reifeprüfung an dem Gtzmnasium zu "Neiße 1907 als Fahnenjunker in das Feldartillerie-Regiment 2 ein. Den ersten Weltkrieg macht,/ er als Batterieführer mit und wurde 1916 ntm Hauptmann befördert Im 100 000-Mann-Heer stand er längere Zeit im Art.-Reg. 6. 1936 wurde er als Oberst zum Kommandeur des Art.-Regl. 14 und 1941 als Generalleutnant zum Kommandeur einer Infanterie-Division ernannt.
Berlin, 15. Juni. Der frühere Präsident des norwegischen Parlaments. H a m b t o, der jetzt, von bet englischen Regierung ausgehalten, ein tristes Emigrantenleben fristet, hat vor einigen Monaten unter bem Titel „Wie der Friede gewonnen werben kann" in Lonbon ein Buch erscheinen lassen. Von bet englischen Presse wird es fast totgeschwiegen, was nicht weiter verwunderlich ist, denn Hambro übt unverhohlene Kritik an der Hinterhältigkeit Englazids und der USA. Im elften Kapitel des Buches werden Churchill und Roosevelt offen der Falschheit bezichtigt. Beide geben vor. so führt Hambro aus. als achteten sie das Recht jeder Nation, ihre Regietungsform selbst zu bestimmen, und alle wünschten sie die Wiederherstellung der Souveränität der kleinen Völker. In Wirklichkeit seien aber diese ihre angeblichen Ziele bisher weder vom amerikanischen Senat noch vom englischen Parlament ratifisiert worden. In beiden englischsprcchenden Ländern drängten vielmehr die Plänemacher ihre Regierungen dazu, die Welt ohne Rücksicht auf die Wünsche der kleinen Natiorren zu ordnen. Die Gegner Eurovas diskutierten über die Zukunft der kleinen Völker so, als ob cs sich, bei ihnen um Leichen auf einem S e z i e r t-i! ch handele, über die man nach Belieben verfugen könne.
Jedes kleine, mit London verbündete Land lebt nach Hambro heute in der Angst, von den Engländern oder Amerikanern als Bauer im Schachspiel geopfert zu werden, so daß die kleinen Völker allen Grund hätten, Mißtrauisch zu sein.
Als typisches Beispiel dafür wie England die kleinen Verbündeten behandelt, schildert Hambro die Zustände in der britisch- norwegischen Schiffszuteilungskommissisn auf der trotz aller von der norwegischen Handelsflotte für England Gebrachten Opfer die norwegischen Emigranten auch nicht den geringsten Einfluß haben Erbittert stellt Hambro fest, bas wie die Norweger auch alle anderen kleinen Nationen ausgenutzt und geschunden würden: Man stelle sie aut verlorene Posten, Sie seien in Kreta und Singapur geopfert worden. Mit Vorliebe schicke man ihre Schiffe in Sie von Minen verseuchten Gewäffer.
Das ist nur ein ganz kleiner Ausschnitt aus dem Bild das Hambro von der „Fürsorge" Englands für feine Schützlinge entwirft Doch genügt -es >ur Erhärtung des von Hambro gefällten Urteils daß an keinem anderen Platz der Welt io viele Verbrechen begangen werden, wie in Downing Street Nr. 10.
