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Wiesbadener Tagbla!

_ . . . , ==. ai_ cia «»--a-44. ' .E> »AifirntiiA in A »uäaaben krickeimmaszeit werktäalich na

»rschenlungszeit werktäglich nachmittags

Wöchentlich in 6 Ausgaben

Druck und Verlag: L. Schelleuverg'iche Buchdruckerei, Lauggasse Str. 21 (Tagvlatt-Haus)

Slnseigenpreife: Ein Millnm 46 Millimeter breiten Spalte im

91. Fahrganc

Oieustag, 15. Funl 1943

Nr. 137

Nur durch Wassermangel zur Übergabe gezwungen

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EeschSstsz-it- durchgehend von S-IS Uhr außer Sonn-und Feiertags - Berliner Büro - B-rlm-MIrnersdor ' ------ Ein Millimeter Höhe der 22 Millimeter breiten Spalte im Anzeigenteil RM 0 07.be

___ n Spalte im Tertteil RM 0.60, im übrigen ist Preisliste Nr. 11 maßgebend Nachlasse nach Preisliste Nr. 11 . Schluß der Anzeigen-Annahme 9 Uhr vormittags, größere Anzeigen am Vortag,

Italien kämpft mit allen Mitteln bis zum Siege

Eine Entschließung des faschistischen Partetdirektsriumr

Militärisch nicht mehr rentabel

Oie schweren Verluste bei den Terrorangrisfen erregen Besorgnisse aus der Feindseite

1 Oas Eichenlaub für Major Höhne

Führerhauptquareier, 14. Sunt. Als Kommandant eines Stütz­punktes im nördlichen Donezbecken zeichnete sich der damalige Haupt­mann Friedrich Höhne im März 1942 durch hervorragende Tapfer­keit und zähen Widerstandwillen besonders aus. Mit unerschütterlicher Ruhe hielt Hauptmann Höhne seine Jäger zusammen und wehrte jeden Angriff der hinter Panzern flutenden sowjetischen Infanterie ab. Damit hatte er entscheidenden Anteil an der Abriegelung eines Durchbruchs an einer für die Kampfführung wichtigen Stelle und wurde "dafür am 3. Mai 1942 mit dem Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet.

In den Kämpfen im Kaukasus im August des ver­gangenen Jahres war das Bataillon des inzwischen zum Major be­förderten Ritterkreuzträgers unter der schneidigen Führung seines Kommandeurs an -ber Erstürmung mehrerer Berge hervorragend be­teiligt. Mitte April 1943 war der Feind am Kuba n-B rücken- kopf in die Stellungen des Bataillons eingebro,rn. Mit schnell zu- fammengeraftren Teilen seines Regimentsstabes und weiteren kleinen Kruppen setzte Major Höhne aus eigenem Entschluß zum Gegenstoß an. Damit wurde eine gefährliche Situation durch den Wut und durch die Entschlußfreudigkeit des Bataillonskommandeurs gerettet. Für seine persönliche Tapferkeit und erfolgreiche Führung verlieh ihm der Führer a m 8. I u n i als 253. Soldaten deck deutschen Wehrmacht das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes.

Major Höhne, am 27. April 1915 als Sohn des landwirtschaft­lichen Inspektors Theodor H. in Krampfer (Kreis Westpriegnitz/Kau Mark-Brandenburg) geboren, trat nach Ablegung der Reifeprüfung an der Oberrealschule in Salzburg ' 1933 in das Jnf.-Rgt- 19 ein. Nachdem er 'zum Leutnant im Jnf.-Rgt. Augsburg befördert worden war, rückte er im September 1939 als Oberleutnant im Gebirgsjäger- Regiment ins Feld. 1943 wurde er zum Major befördert.

2383 Feindflugzeuge in 10 Monaten

Tokio, 15. Juni (Funkmeldung). Seil der ersten Schlacht im Ge­biet der Salomonen-Inseln im August des letzten Jahres bis zum 12. Juni verlor der Gegner dort insgesamt 2383 Flugzeuge.

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Garnison und Bevölkernng Pantelleriao

Rom, 14. Juni. Der diplomatische Korrespondent der Stefani- Agentur schreibt: Die Anglo-Amerikaner suchen jetzt die Ka­pitulation von Pantelleria als einen großen Sieg und als einen Beweis der unberechenbaren Stärke ihrer Luftwaffe hinzustellen. Tatsächlich jedoch hat die Garnison von Pantelleria heldenhaft bis zur äußersten menschenmöglichen Grenze Widerstand geleistet. Trotz­dem diese kleine Insel den stärksten Bombardierungen ausgesetzt war, lehnte die Garnison Pantelleria zwei Borschläge auf Übergabe ab. Der Widerstand wurde nicht infolge der Bombardierung aufgegeben, sondern erst als sowohl die Besatzung wie die Zivilbevölkerung drei Tage ohne Wasser waren. Pantelleria ist eine kleine Felsen­insel von 14 Kilometer Länge und 8 Kilometer Breite und hat keinerlei Wasserquellen. Auf der Insel befinden sich lediglich einige Thermalquellen, die für die menschliche Ernährung nicht verwendbar sind. Die gesamten Wasservorräte der. Insel' müssen auf Schiffen nach Pantelleria gebracht weiden. Das italienische Oberkommando war sich von vornherein darüber im Klaren, daß der Widerstand von Pantelleria nur begrenzte Zeit dauernkönnte. Die Garnison und hie Bevölkerung von Pantelleria hatten ihre Pflicht

Nur geringe kampstätigkeit im Osten

Berlin, 14. Juni. An frei Ostfront kam #5 im Laufe des Pfingst­sonntags nur zu kleineren örtlichen Kampfhandlungen. Im Südabschnitt unternahmen die Bolschewisten in den Morgenstun­den einen Borstoß in Kompaniestärke, der leicht abgewehrt werden konnte. Ein eigener Gegenstoß fügte dem Feind erheblche Verluste zu. Auch ein llbersetzversuch der Bolschewisten im Sumpfgebiet nordwest­lich Kkews 1 oie wurde abgeschlagen, zwei Panzerabwehrgeschütze und zwei Granatwerfer mußten sie in den Sümpfen zurücklassen. Der- bände der Luftwaffe bel-gten feindliche Bereitstellungen und Ber- sorgungslager nördlich K r tz m s k a j a mit Bomben:

An der M i u s f r o n t blieben mehrere feindliche Vorstöße, bei Besten die Bolschewisten etwa zwei Kompanien einsetzten, vor unserer Hauptkampflinie liegen. Durch das gutliegende Abwehrfeuer unserer Artillerie hatten sie hier beträchtliche Verluste. Lebhafter waren die Kämpfe nordwestlich V j e l g o r ö d, wo der Angriff von zwei feind­lichen Bataillonen gegen einen unserer Stützpunkte int deutschen Ab­wehrfeuer liegen blieb. Zahlreiche tote Bolschewisten bedeckten nach dem abgeschlagenen Angriff das Kampffeld, über 100 Gefangene fielen in unsere Hand.'

Im Raum von'B e l e w schritt der Feind zu mehreren Angriffen in Bataillonsstärke mit starker Artillerieunterstützung, doch hatte auch nicht einer dieser Angriffe Erfolg. An zwei Stellen gelangen den Bolschewisten zwar örtliche Einbrüche. £ic aber in kürzester Zeit wie­der bereinigt werden konnten. Der Fernd mußte hier zahlreiche Tote zurücklaffen. Die Luftwaffe griff in diese Kämpfe mit stärkeren Kräften ein. , »

3m Nordabschnitt der Ostfront herrschte nur Spähtrupptätig­keit. Artillerie des Heeres erzielte bei Fortsetzung der Bekämpfung einer Eisenbahnlinie Treffer auf einer wichtigen Brücke im Raum von Schlüsielburg.

Zivllmobilifierung kn Bulgarien

Sofia, 15. Juni (Funkmeldung). Durch Beschluß des Minister- rates werden alle Angestellten bei staatlichen, kommunalen und öffentlichen Behörden, die in Beziehung zu der Kriegswirtschaft stehen, zivilmobilifiert. Der Ministerratsbeschluß wurde auf Vorschlag des neuernannten 'Kommissars für die Kriegswirtschaft gefaßt

Rom, 14. Juni. Der Sekretär der faschistischen Partei hat dem Duce nach» Beedigung der Arbeiten des Parteidirektoriums eine Entschließung übermittelt, die von der Presse in größter Auf­machung veröffentlicht wird. In der Entschließung heißt es:

Zu Beginn des vierten Kriegsjahres bestätigt das Direktorium der faschistischen Partei den entschlossenen Willen der Schwarzhemden ganz Italiens, mit allen Mitteln bis zum Siege zu kämpfen. Das Direktorium gedenkt der auf dem Felde der Ehre Gefallenen. Es grüßt das italienische Volk, das ein Beispiel der Ent­schlossenheit und Disziplin gibt, die Wehrmacht, die ruhmreiche Taten vollbracht hat, und die vom feindlichen Terror gemarterten Städte.

Das Direktorium erkennt feierlich den tief nationalen Eharakter des Krieges an, zu dem Italien durch eine Feind­schaft gezwungen wurde, die bereits im Jahre 1935 begann, als Eng­land Italien gewiffermahen den Krieg erklärte. Italien, das im Im­perium Arbeitsmöglichketten und die Erde für fein Brot suchte. Es erinnert die Vergeßlichen an den Ursprung der Sanktionen und an die historisch unwiderlegbaren Aktionen des Duce zur Verhinderung des Konflikts.

Das Parteidirektorium fordert zur Stärkung des italienischen Widerstandes u. a. die Einigung' der industriellen und landwirtschaft­lichen Produktion durch strenge Disziplin, die Beschränkung der wirt­schaftlichen Institute auf ein Mindestmaß und bte Ausweisung aller Ausländer, die ihre Anwesenheit in Italien nicht rechtfertigen können. Das Parteidirektorium verpflichtet alle Produzenten zur vollständigen Ablieferung ihrer Produktion an die nationalen Sammelstellen. Es übernimmt die Verpflichtung, über die gleichmäßige Verteilung zu wachen und eventuelle Nichterfüllung zu. verfolgen. Das Direktorium fordert von den Arbeitern, den Leitern und Führern jeden Grades die Erreichung von Höchstleistungen, damit die Produk­tion auf allen Gebieten immer mehr und bester den Erfordernisten des Krieges entspricht.

Das Parteidirektorium grüßt die italienische Jugend, die auf den Schlachtfeldern die heroischen Traditionen der Nation bestätigte und die beste Vorbedeutung für die Zukunft gab. Die Jugendlichen wisten, daß es nur eine Doktrin des Faschismus gibt, die Benitq» Mussolinis,

wenn England und Amerika in ihrem Kampf gegen Deutschland auch nut um ein Geringes nachlasten, um dadurch freiwerdende Kräfte gegen Japan cinzusetzen. Um das einzusehen, brauche man sich nut einmal zu veigegenwäitigen, übet wieviel gewaltige und kompakte Hilfsquellen Deutschland verfüge. Die Basis, auf det das Reich heute Stieg führe, fet ganz Europa. Wenn man dagegen nicht alle Kräfte auf alliierter Seite ins Feld führe, könne das Ringen um Europa für die westlichen Verbündeten, por allem aber auch für die S^vjets, fatal ausgehen." Das ist eine, auch vom deutschen Standpunkt aus gesehen, recht vernünftige Feststellung, die sich von der. Auftastung unsererseits nur dadurch unterscheidet, daß nach deutscher Ansicht auch ein Einsatz aller dem Feinde zur Ver­fügung stehenden. Kräfte, unsere Gegner nicht vor feiern fatalen Kriegsausgang werde fetten können. Auch der LondonerEconomist" kommt tn einem Vergleich der deutschen Selbstdarstellung zu den eng­lischen Wunschbildern über. Deutschland zu folgenden nüchternen Be­denken:Auf jeden Fall ist der Stand der Dinge in England schwer zu ermitteln, da der Beobachter es hier keineswegs mit einem ständig Eleichbleibenden zu tun hat. Alles in einem genommen scheint es, als sei das von der deutschen Presse entworfene Bild der' Wahrheit naher als jenes andere, das durch Presse und Kino in den Köpfen der Engländer entstand. Die Mobilisierung fremder Ar­beitskräfte ist ein Erfolg für hie Deutschen gewesen. Sie haben die Arbeiter erhalten, die sie brauchen. Auch der a n t i b o l s ch e - wistische Feldzug war kein Versager, et hat seine Wirkungen in Osteuropa gehabt" Die Londoner Zeitschrift warnt.vor einer Überschätzung der Ruckwirkungsmöglichkeiten der Zerrotangtiffe auf Deutschland erinnert an die große Ausdehnung der deutschen und europäischen Industriegebiete und! schließt mit der Erkenntnis: Weder der Kampfgeist, noch die Kampfkraft sind damit niederzu- brechen Die europäischen Verteidigungsanlagen hat man in der Tat während der Wintermonate gewaltig verstärkt, als Tausende von Arbeitern der Organisation Todt längs der atlantischen und dex französischen Mtttelmeerküste tief gestaffelte, mit schwerster Artillerie ausgerüstete Abwehrstellungen geschaffen. Europa ist seht stark stärker als viele der Feinde Hitlers annehmen.". All diese Betrachtungen sin dein neuer Beweis dafür, daß Reichsminister Speer und Gauleiter Sauckel in ihren kürzlichen Ausführungen über deutsche Rüstungsstärke ins Schwarze getroffen haben und daß die unbe­strittenen Tatsachen, auf die sie sich ausschließlich in den Reden stützen, unsere Feinde aufs schwerste beunruhigen.

und daß es nut eine Art der Anwendung gibt: Lernen Arbei- tenundKampfen! 5

Die Entschließung grüßt dann die Alte Garde der Revolution, die heute rote immer aufrecht stehe und bereit sei, ihr Blut zu' opfern, damit das Vaterland im Innern gefestigt und siegreich gegen [ejne äußeren Feinde sei. Die Entschließung fordert schließlich für dte Partei die höchste Ehre und die höchsten Lasten, da sie nicht nut die vorwartstieibende Kraft des Lebens der Nation datzustellen habe, sondern auch die volle Verantwortung des Schutzes und der Verteidigung bet Nation übernehme, ihre Macht zu stärken unb ihr. Geschick zu sichern.

erfüllten ihre Pflicht bis zum Äußersten

bis zum äußersten erfüllt. Das italienische Volk ist stolz auf bie Sol- baten unb bie Zivilbevölkerung von Pantelleria.

Nationalrat Motii verglich bie Einnahme bet Insel mit der Eroberung eines kleinen Vorpostenschiffes durch ein ganzes gewaltiges He«. Viele tausende Tonnen Bomben wurden während des l/i Monate dauernden heldenhaften Widerstandes aus die kleine Insel abgeroorfen. Erst als das Lebensnotwendige fehlte, ergab sich die Besatzung. Unter dem Bombardement hatte aber nicht nur das auf der Insel stationierte Militär zu leiden, sondern auch die Bevölkerung, Frauen, Kinder, Alte und Kranke. Wir sagen nicht, er­klärte der Sprecher, daß der Feind kein Rechl hatte, die Insel an »unreifen, aber die Art der Durchführung und die eingesetzten Mittel stehen im Widerspruch zu allen ftindamentalei; Richtlinien militärischer und ziviler Moral. Das angloamerikanische Siegesgeschrei' nach Be setzung ber Insel gleicht bet eitlen Ruhmsucht von Piraten, bie sich an Blut unb Mord berauschen. Das Schicksal Pantellerias wird jebem Italiener in bet Seele haften bleiben unb ihm stolzen Mu' geben. Hinter bem gefallenen Vorpostsnschift Pantelleria steht, wie ein gewaltiges Heer bas gesamte italienische Volk, entschlossen, zu kstmpfen und zu siegen.

Um bie Strotze von Sizilien

Von Konteradmiral Brüninghaus

Mit der Räumung Tunesiens durch die Achsenmächte hat sich zweifellos die strategische Lage im Mittelmeer zugunsten unserer Eeg ner verschoben nicht fo, rote das aus naheliegenden Gründen fast durchweg im englischen. und amerikanischen Blätterwald dargestell wixd, daß nunmehr der lang berbeigesehnte Umschwung auf dem ganzen Kriegstheater eingetreten fei. Davon kann, so schmerzlich der Verlust von Nordafrika für die Achsenmächte auch sein mag, kein . Rede sein. In einsichtigen Kreisen sowohl det USA als auch Groß britanniens sind denn auch schon vereinzelte, aber doch gewichtig Stimmen laut geworden, dte davor warnen, den errungenen Erfoi zu überschätzen. Der amerikanische Luftmarschall der anglo-amer: kanischen Streitkräfte in Notdasrika, Tedder, äußerte sich ganz ilo . dahin, daß mit dem Übergang der.nordafrikanischen Küste in alliiert .Hände noch keineswegs die See- und Luftherrschaft im SJZittelmec; verbunden sei, eine Auffassung, die schot; vorher in England der Senia* der Marinepubftzisten, Admiral Richmond, öffentlich vertreten hatte. Die Straße von Sizilien hat an strategischer Bedeutung noch gewonnen. Die Angriffsobjekte haben sich verschoben. Während be*

Kampf in diesen Gewässern bisher in der Hauptsache um die deutsch italienischen Eeleitzüge ging, werden nunmehr die Angriffe auf eng lisch-amerikanische Eeleitzüge unb Einzelfahrer von Sizilien aus mehr in den Vordergrunb treten. Vorwiegenb wirb es sich habet um Transporte hanbeln, bte für bett Rahen Osten bestimmt sind. Neben bei bemerkt, läßt sich aus bet Stärke berartiger Transporte auch auf etwaige Angriftsabsichien auf ben Balkan schließen.

Der heroische Kamps bet Achsenmächte in Nordafrika, bet tunb btet Jahre gedauert hat, wirb in bet Kriegsgeschichte immer ein Ruhmesblatt für bie beutsch-iialienische Wehrmacht bleiben. Überall, auch als El Alamein genommen würbe, war sie nuMrisch bettz (Segnet stark unterlegen. Das zahlenmäßige Verhältnis wat oft 1:5, in ber letzten Phase bes Kampfes 1:10 unb mit Bezug auf bie Panzer 1 : 2h Unsere Gegner haben ihren Erfolg mit gewaltigen Bluiooretn bi zahlen müßen. In ben USA hat es ber pon Notbafrika zurückgekehrtc Kommandeur bet American Legion offen ausgesprochen, daß bie Per lüste erschreckend hoch gewesen seien, weit höher als bie amtlich be­kannt gegebenen.

Der Kamps in Afrika selbst ist zunächst zu Enbe, aber ber Kamps um bas Mi11e.lmeet, insbesondere um die Straße vo- Sizilien, geht in verschärftem Tempo weiter. Der Kampf in her. Straße von Sizilien ist, wie aus ben herrischen unb italienischen Wehr Machtnachrichten HetvotgeHt, zunächst in ber Luft in voller Schärft entbrannt. Unsere Gegner hatten, als sie bas Wagnis ber afrikant schen Sanbung eingingen, bannt gerechnet, zum minbesten ben einen ober anberen Brückenkopf in Südsraiftreich in bie Hanb zu bekommen, vor allem Toulon. Auch biese Spekulation hat sich als irrig er­wiesen. Im Gegenteil: Wie kürzlich berichtet würbe, sinh unter ber . Leitung eines italienischen Admirals starke Kräfte am Werk, die in dem größten Hafen bes Mittelmeeres gesunkenen oder versenkten Kriegsschiffe unb öanbelsbampfer wieher zu heben unb in Gang zu bringen. Es breht sich bebet um sehr erhebliche Streitkräfte. Abge sehen von ben kleineren Einheiten, wie Zerstörern, Torpebobooten. U-Booten, Schnellbooten, Minenfahrzeuge sinh es im ganzen btei Schlachtschiff« (Strasbourg",Dunkerque" unbProvence"), 4 Schwere Kreuzer, Leichte Kreuzer unb 17 Llottillenmhrer. Bei letzteren Han beit es sich um eine Schifssklasse, bie bem kleinen Kreuzer schon sehr nahe kommt unb mit etwa 2500 t Deplacement bie* hohe Geschwind«: leit bis zu 43 sm (80 Siblin) entwickelt. Fielen all diese Einheiten in, bie Sänbe ber Anglo-Amerilaner, so wäre ber Kampf um die Straße von Sizilien erheblich leichter für bie Alliierten.

Es barf außerbern bei beh bevorstehenden Kämpfen im Mittel meer nicht übersehen werben, baß bie italienische Marine auf bem Gebiete der leichten Seestreitlräfte sich außerordentlich gut entwickelt hat. Eerabe bei ben Kämpfen in verhältnismäßig be schränkten Seeräumen wirb ihr bas sehr zustatten kommen. Um nur ein Beispiel herauszugreifen: bie neuesten italienischen 12 Torpebo- ' kreuzer sind mit 34001 noch tunb 1000 t größer als bie vorher ge­nannten französischen Flottillenführer unb bringen es trotz dieser Größe auf 41 sm, 76 Stdkm Geschwindigkeit. Aus die Möglichkeit, die in Toulon versenkten Schifte zur Verfügung zu haben, soll hier nicht näher eingegangen werben. Rur soviel, baß bie Vorbebingungen für ein schnelles Wiederflottmachen der Schifte burchaus gegeben, sind Keine Strömung wie z. B. in Scava Flow, keine Flut unb Ebbe, bann die Hilfsmittel einer erstklassigen Werft, wie es Toulon ist, erleichtern bie Arbeit jebenfalls wesentlich. Toulon wäre im übrigen mit seinen großen Docks für unsere Gegner von ungeheurer Beben tung gewesen. Sicher haben sie bamit gerechnet, an ben Hafen heran­zukommen. Aber statt, daß ihre havarierten Schiffe in Toulon repa­riert würben, müffen sie jetzt, wie verschiebentlich in ber neutralen Presse betont worben ist, in Gibraltar Schlange stehen, um ihre Schöben notbürftig zu reparieren.

' Bei ben Kämpfen um bie Straße von Sizilien spielt, wie vorher bereits betont, bie Luftwaffe zunächst eine überragende Rolle. Nach­dem Bereits, ganz gegen seine sonstigen Gewohnheiten, ber ameri­kanische Marineminister Knox seiner ernsten Sorge um bte Herbei­schaffung bes notroenbigen Flügzeugbenzins Ausdruck gegeben hatte, hat nunmehr fein Stellvertreter Patterson vor einem Senatsausschuß nach einem Bericht besDaily Expreß" wörtlich gesagt:Wegen 8er Knappheit an Octan-Treibstoff mußte' bie Ausbilhung von Piloten schon im März eingeschränkt werben. Eine Anzahl von Kampfflug­zeugen mußte aus bem gleichen Grunbe aus bem Dienst gezogen wer­ben. Im Avril war bie Benzinknappheit unb baher bie Verzögerung in ber Eusbilbung non Piloten noch erheblicher. Seit langem sind alle verfügbaren Reserven ausgebraucht. Die Knappheit an Treibstoff zwingt uns, entroebet weniger Piloten auszubilben, ober bie Aus bilbungsgeit herabzufetzen. Letzteres lofhmt nicht in Frage, so daß künftig weniger Flieger als vorgesehen ausgebildet werden".

Woraus der Mangel .an Octan-Benzin zurückgeführt werden kann, ist nicht ohne weiteres ersichtlich. Möglicherweise stehen die schweren Verluste der englisch-amerikanischen Tankerflotte unb bie daraus sich erglbende Mindererzeugung von Öl, vor allem in Venezuela, damit in Verbindung. Treffen die Ausführungen des stellvertretenden USA Kriegsministers auch nur einigermaßen zu, so würden sich für ben Luftkampf auch im Mittelmeer günstige Perspektiven für bie benIsch­

im. Berlin, 15. Juni. (Gig. Drahtbericht unserer Berliner Schriftleifung.) Die letzten Angriffe ber britischen unb nordameri- ckanischen Bombengeschwader auf nord- und westdeutsches Gebiet haben dem Feind wieder sehr st a r 1 e V e r l u st c zugefügt. Der ange­richtete Schaden mußte teuer bezahlt werden. So haben die letzten drei Tage den Anglo-Amerikanern allein in ihrem Kamps gegen Deutschland über 153 Flugzeuge, zum giften Teil vier­motorige Bomber, gekostet. In früheren Fällen konnte man beob­achten, daß die englischen Angaben bis auf eilte belanglose Differenz den deutschen Meldungen entsprachen. Jetzt ist sestzustellen, daß die Verlustangade über ben vom Feind selbst angegebenen Abschüssen liegt. Darin kommt zum Ausdruck, daß man offenbar nicht mehr den Mut hat, der eigenen Öffentlichkeit die Wahrheit zu sagen, weil die Verlustauote, die mit den Terrorangriffen verbunden ist, propagandistisch nicht mehr tragbar erscheint. Diese Verluste betvegen sich neuerdings auf einem sehr hohen Durchschnitts­niveau. Die genannte Ziffer ist ebenso eine ernste Mahnung für die gegnerische Überfallakt-on, wie sie eine bemerkenswerte Fähigkeit der deutschen Abwehr darstellt und es ist kein Wunder, daß auf der Gegenseite die Stimmen nicht schweigen wollen, bie besorgt fragen, ob solche Verluste militärisch rentabel sinb bzw. ob sie in bem richtigen Verhältnis zu ber strategischen Wirkung stehen. Mon weiß natürlich in Lonhon unb Washington an maßgebenden Stellen selbst fehr genau, daß bas Schwergewicht dieser Angriffe ohne Zweifel nie Zivilbevölkerung Betrifft unb nicht bie deutsche Rüstungsmaschi­nerie unb man Begreift andererseits zunehmenb, daß bie Vernichtung bieser zivilen Objekte auch nicht bie erhoffte moralische Wirkung, hat. Hinzu kommen nachhaltige Sorgen des Feindes, die sich auf die allgemeine Produktionslage beziehen. In einem Bericht an Roosevelt über die Kriegsproduktion im Jahre 1942 erklärte der Beauftragte für dieses Gebiet, Donald Ne I s o n, daß die Erzeugung während des Jahres 1942 in den meisten Fällen hinter den festge­setzten Zielen zurückbleibe. eine Feststellung, die man mit einem zu­kunftssicheren- Ausblick auf. das laufende Jahr abzuschwächen versuchte. Auch sonst werden jetzt häusiger^Äußerungen Laut, die sich von dem hemmungslosen Optimismus vergangener Monate, wie er drüben vorherrschte, abzusetzen versuchen. In der englischen Wochenschrift ,'Jllnstrated London News" vom 5. Juli schreibt z. SB. Cyrill Falls im Anschluß an einen nachhaltigen Kommentar zur Washingtoner Kon­ferenz:Ich kann nicht Behaupten, daß es in Washington keine Mei­nungsverschiedenheiten gegeBen hat" es wäre ein schwerer Fehler,