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Wiesbadener Tagblati

Samstag /Sonntag, 12. /13. Sunt 1843

Leit« 2 Nr. 136

54 Feindbomber bei Terrorangriffen abgefchoffen

Die Sowjets bei erneuten Angrissen blutig abgeschlagen. — Abermals Bonden im rückwärtigen Erbiet wirkungsvoll bekämpft

als möglich,3u treffen, lief

er bei Einbruch

Die "heutige Ausgabe umfaßt 8 Seiten

Aus dem Führerhauptquartier, 12. Juni (Funkmeldung). Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

An der Ostfront lebte bie Kampftätigkeit gestern wieder auf. Neben Stoßtrupptätigkeii am Kuban-Brückenkopf und der Mius-Front kam es im Abschnitt Orel zu Kämpfen, in deren Verlauf die nach starker Feuervorbereitung angreisenden Sowjets blutig abgeschlagen wurden.

Bei der Bekämpfung von Banden im rückwärtigen Ge­biet des mittleren Frontabschnittes haben ##= und Bolizeikräste in tagelangen, harten Kämpfen, die durch fast undurchdringliches Wald- und Sumvsgelände besonders erschwert waren, weile Gebietsteile ge­säubert. 118 befestigte Dörfer und Waldlager wurden gegen zähen Widerstand genommen, 162 Bunker gesprengt. Neben zahlreichen Loten verloren die Banden grobe Mengen an Waffen und Material.

Italiens Beitrag zu der Kriegführung der Achsenmächte

Jeder Versuch, die Verbündeten zu entzweien, vergeblich

Die Bolschewisten mit Gewehrkolben und Spaten erledigt

Einsatz unserer Jäger Lei Welish und Krqmskaja

Nicht weniger schneidig war dieser Tage eine andere Säger« Kompagnie bei Kr y m s k a j a. Sie sollte beim Angriff auf wichtige Höhen zunächst im Bereitstellungsraum liegen bleiben, dann aber nach Eroberung der Bergkuove dem angreifenden Bataillon folgen und die gewonnenen Stellungen zur Verteidigung einrichten.

Sm starken feindlichen Sperrfeuer drohte der Angriff jedoch stecken zu bleiben. Da stürmte der Komoagnieführer mit seinen Gebirgs­jägern selbständig vor, zog Teile der anderen Kompagnien an sich heran und brach mit seinen Männern in die bolschewistischen Stellun­gen ein. Die gesamte feindDhe Stellung wurde fest in unsere Hand gebracht. Kaum hatte sich die Kompanie zur Verteidigung eingerich­tet, als die Sowjets ihrerseits mit 16 Panzern und starken Sn- fanteriekräften zum Gegenstoß antraten. Die Säger ließen sich aber von der feindlichen Übermacht nicht /beeindrucken, sondern gingen mit erbeuteten Panzerbüchsen und geballten Ladungen den Kdmpfwagen zu Leibe. Sie sprengten drei Panzer im Nahkamvf und trieben die übrigen mitsamt den sowjetischen Schützen zurück. Die Bolschewisten verloren bei dem Kampf gegen diese eine deutsche Gebirgsjäger-Kom­pagnie über 200 lote, 102 Gefangene, eine Pak sowie 20 Maschinen­gewehre und Granatwerfer. ,

auch erfüllt wären vom Geist, der bereit ist zu kämpfen und Omer zu bringen, der sich mit dem vollen Einsatz der Persönlichkeit für eine Idee und ein Ziel begeistert und jede Aufgabe erfüllt, möge sie noch so schwer scheinen. Dieser Geist des deutschen Menschen hat noch immer, wenn es darauf ankani. über die Zahl triumphiert. Von ihm ist das deutsche Volk, das seit der Erneuerung des Reiches und den Jahren des nationalsozialistischen Aufbaues wieder ein Ziel hat, heute ebenso erfüll: wie in den groben Tagen feiner Geschichte. Dieser Geist prägte das Antlitz des deutschen Menschen, weckte die Kräfte, die der schwere Kampf erfordert und machte unsere Herzen fest und hart »in der Bereitschaft für die Stunde der Entscheidung. Mit diesem Seift, für den uns Pfingsten ein verheißungsvolles Symbol ist, werden wir den Sieg erringen.

Die italienische Besatzung von P a n t e 11 e r i a mußte infolge Wassermangels den Widerstand gegen bie rollenben feindlichen An­griffe aus bet Luft unb von bet See her einstellen.

Am gestrigen Nachmittag stieß ein amerikanischer Fliegerverbanb in grober Höhe gegen bas norbbeutsch« Küstengebiet not und warf Bomben auf die Städte Wilhelmshaven unb Cuxhaven. Die Be­völkerung hatte Verluste.

In der vergangenen Nacht griffen britische Bomber westdeutsches Gebiet, vor allem bie Stabt Düsselborf an. Durch Bombentreffer in Wohnvierteln entstanden schwere Verluste unter der Bevölkerung und erhebliche Schäden an Wohnhäusern unb öffentlichen Gebäuden. Nach bisherigen Feststellungen verlor bet Seinb bei biefen Angriffen insgesamt 54 meist viermotorige Bomber.

• De. ewige 5ubc

Noch hat der kleine Hafendampfer nicht fcstgemacht, der Ellis Island, die Quarantänestation für alle Einwanderer, mit New York verbindet, und schon beginnt die, Tarnung dieser Ernigran- ten aus Deutschland denen der Boden der Alten zBelt zu heiß geworden ist. Sie schwing»» bas Sternenbanner mit Vehemenz und sind von dem Ehrgeiz Betrieben, recht bald als alte Ameri­kaner angesehen zu werden, ebenso wie sig^vordem als „gute Paitsche", Holländer und Franzosen sich gebärdeten. Es ist ihnen anzusehen, daß Pabschwierigkeiten und einengende Einwanderer- Gesetze für sie ihre Schrecken verloren haben, denn „Israel bürgt füreinander", und die Sudendemokratie Roosevelts hält schützend die Hände über sie. (Weltbild.)

Rom. 11. Juni. Der Beitrag Italiens an der Kriegführung der Achsenmächte liegt, wie Gayda im „Eiornale d Italia" ausführt, in vierfacher Richtung: .

1. Kriegerischer Einsatz: Die angloamerikanische Krieg­führung gegen Europa trägt in erster Linie den Charakter der Vernich­tung und Abnutzung. Die Millionen Tonnen im Mittelmeer versenkter feindlicher Kriegs- unb Sanbelsschifse, bie laufenbe zerstörter feind- llcher Flugzeuge, Panzer unb Geschütze, unb bie Sunbetttaufenbe in Afrika unb im Mittelmeergebiet durch den Einsatz der italienischen Wehrmacht ausgeschalteter feindlicher Truppen sind damit dem Einsatz an anderen europäischen und asiatischen Fronten, dem Angriff auf deutsche Städte und dem Schutz der Atlantikgeleitrüge entzogen worden Churchill stellt bereits fest, dab Singapur und andere lebenswichtige britische Positionen infolge des Kampfes im Mittelmeergebiet verloren gingen. ___ . ..

2. Die PofitionslaSe: Durch bte Kriegführung in Air,ko und im Mittelmeerraum hat Italien drei Jahre lang die britische Schiffahrt gezwungen, zur Aufrechterhaltung der Verbindungen mit dem Indischen und dem Pazifischen Ozean den langen kostspieligen und mühevollen Umweg um Afrika einzuschlagen, wodurch gewaltige Tonnagemengen gebunden wurden. Stalien hat die englisch- französisch-amerikanifchen Streitkräfte durchs den Einsatz im Wittelmeer an einem direkten Angriff auf den europäischen Kontinent gehindert, so daß jetzt nach vierjähriger Kriegführung Europa völlig unversehrt dasteht. In dieser Zeit konnten gewaltige Kräfte zur Verteidigung Europas organisiert unb aufgebaut werden. Europa kann jetzt in aller Ruhe den kommenden Angrifssverfuchen feindlicher Kräfte ent« gegensehen Der Feind kann somit erst nach vierjähriger Kriegführung den wirklichen Europa-Krieg unb bann auch nur unter äußerst schwie­rigen Bedingungen beginnen.

3. Probuktionelle Zusammenarbeit: Die italie­

nische Lanbwirtschast und Industrie liefern täglich ihren Beitrag für die Ernährung und die Kriegsproduktion der Achsenmächte, [o wie auf anderen Gebieten die deutsche Landwirtschaft und Industrie ihren Bei­trag leisten. In dem Handelsverkehr zwischen Deutschland und Italien • ist Italien keineswegs passiv, wie dies aus dem deutsch-italienischen Clearing hervorgeht, bas gegenwärtig ein Guthaben .für Italien aufweift

4 Politische Zusammenarbeit: Die Derteibigung unb ber Aufbau bet neuen europäischen Orbnung macht eine fortgesetzte geistige und politische Zusammenarbeit der beiden Achsenmächte auf den verschiedenen Sektoren des europäischen Kontinents notwendig. Der politische Beitrag Italiens, besten allgemeine Erunbsätze zur europäischen Neuordnung wiederholt bereits klargestellt wurden, ist hierbei von wesentlicher Bedeutung.

Mit großem Nachdruck weist Gayda sodann die Versuche der feind­lichen Agitation zurück, einen Keil zwischen Deutschland und Italien zu treiben, und bie beiben verbündeten Völker zu isolieren. Es ist daher natürlich und notwendig, daß bie beutsch-italienische Allianz ber im Mittelmeerraum opericrenben englisch-amerikanischen Koalition mit dem stärksten Einsatz aller verfügbaren Mittel entgegentritt.

Italien ist heute entschlosten. unter allen Umstänben, so schließt Eayba seine Ausführungen, stanbzuhalten, ben schärfsten Wiberstand zu leisten in bem festen Vertrauen auf seine Wehrmacht, unb weiterhin seinen Beitrag in bem großen entscheidenden Ringen um den Sieg zu liefern.

Kurze Umschau

Der Reichsminister für die besetzten Ostgebiete, Reichsleiter Rosenberg, traf anläßlich einer Dienstreise in «omno ein, um sich von der im Reichskommissariat Ukraine in den letzten Monaten ge­leisteten Aufbauarbeit zu überzeuge». Sein Besuch galt weiterhin der Besichtigung der Einrichtungen und der Arbeit der Landesleitung Ukraine der NSDAP.

Der Reichsinnenmiiiister und der Reichsminister für bie besetzten Ostgebiete haben eine Verordnung ertasten, wonach bte deusichen Bolls- angehörigen in der Ukraine mit Wirkung oom 21. »'uni 1941 die deutsche Staatsangehörigkeit erwerben.

Der Führer des niederländischen Arbeitsdienstes. Kommandant d e B o ck. wurde in den Raumen der Reichsarbeitsdienftleitung von Reichsarbeitsführer Reichsleiter Sierl empfangen.

Neuartige Waffen und Geräte wurden am Donnerstagnach­mittag dem Tenno auf dem Gelände des Kaiserlichen Palastes tn Tokio vorgeführi. Darunter befanden sich in erster Linie trlak- geschutze. Beobachtungs-, Kommando- dnd Richtgeräte.

In F e z. M e k n e s und M a r r a k e s ch kam es, wie Stefani aus- Rabat erfährt, zuIchweren Zusammenstößen zwischen Marok­kanern und Besatzungstruppen. Die USA.-Behörden ließen eine Reihe von Nationalisten verhaften.

Rach einer Meldung aus Washington kündigte Roosevelt an. dab er noch vor Eintritt des Sommers von der Kammer schärfere Steuergesetze fordern werde. Die neuen Gesetze sollen die direkten und indirekten Steuern erhöhen und außerdem Be­stimmungen über zwangsweisen Kauf von Anteil­scheinen enthalten. Der Plan des USA.-Schatzamtes fei, jährlich 45 Milliarden Dollar durch dieses „zwangsweises Sparen“ aus dem Verkehr zu ziehen.

Der USA.-Jnnenminister Ickes hat. wie aus USA. gemeldet wird, die 530 MO Bergarbeiter, die an dem fünftägigen Streik in den USA. teilnahmen, zu einer Geldstrafen»» einem Dollar je Streiktag verurteilt.

Druck und Berlag: L.Schellenberg'ichc Suctoruderet, Wiesbadener Tagblatt, Wiesbaden. Eeiamtieiiuna: Dr. phtl. habil. Gustav Schellenberg und QZto Rotier. Haupt, ichristieiter: Friz Gilntder. ismil. in Wiesbaden. Zur Zeit ist Preisliste Mr. 11 gültig

Dreißig Prozent mehr als im Vorjahr

Berlin, 11. Juni. Die am 23. Mai durchgeführte zweite Haus­sammlung des Kriegshilfswerkes für das Rote Kreuz hatte ein vorläufiges Ergebnis von 57 358 635,96 RM. Bei der gleichen Samm­lung des Vorjahres wurden 44118 987,38 RM aufgebracht. Die Zunahme beträgt somit 13 239 648,57 RM. Das find 30 vom Hundert.

Empfang des Reichskommisfars in Oslo

Oslo, 11. Juni Anläßlich des 100. Geburtstages des großen nor­wegischen Komponisten Edvard ’S r i e a am 15. Juni gab das Reichs- kommisiariat einen Empfang, an bem neben Ministerpräsident Quisling sämtliche norwegischen Minister und die führenden Per­sönlichkeiten des Kulturlebens teilnahmen. Ministerialrat ff-Ober- führer E. W. Müller würdigte in einer Ansprache bas Werk Eriegs. Rorwegischerseits nahm Minister Fuglesang bas Wort, um Edvarb Krieg als Mittler bet kulturellen Beziehungen zwischen Deuischlanb unb Norwegen zu feiern.

Prof. Or. Mahlens zur letzten Ruhe gebettet

Hamburg, 11. Juni. Professor Dr. Peter Müh lens wurde am Freitag mit allen, seiner Stellung als Flottenarzt ber Kriegsmarine gebiihrenben militärischen Ehren zur letzten Ruhe bestattet. 3m Krematorium zu Ohlsdorf hatte sich eine große Trauergemeinde zu- fammengefunben, in bet sich mit bet Familie des Heimgegangenen großen Arztes und Forschers Vertreter bet Wehrmacht, insbesondere ber Marine, ber Partei, bes Staates, sowie vieler Freunbe aus den Kreisen ber Ärzte unb ber Wissenschaft ber Hansestadt vereinten.

Steigende finnische Produktion

Helsinki, 11. Juni. Ministerpräsident Linkomies sprach am Frei­tag in Tampere anläßlich der Verteilung von Ehrenzeichen an verdienstvolle Arbeiter über den erfolgreichen Arbeitseinsatz. Zu­nächst stellte ber Minister fest, baß ba^ Wirtschaftsleben nach ben Umwälzungen seit Ktiegsbeginn wieder in normalen Gang komme. Trotz Mangel an Arbeitskräften habe die diesjährige Früh- fahrsbestellung voll burchgeführt werben können ebenso weisen bie Beschaffung von Heizmaterial unb bet Holzeinschlag bessere Ergeb­nisse als im vorigen Jahr auf. Die allgemeine Probuktion zeige schon seit bem Vorjahr eine bauernb fteigenbe Tenbenz. Falls bet

. n^'Ber äuDetjidjt entgegensetzen, zumal nunmehr wie Reichs- minister Dr. Goebbels im Hinblick auf bie europäische Ostfrontausfühne wieder ein ununterbrochener Strom von neuen Waffen unb Mann­schaften aus bet Heimat nach bem Osten geht, ohne baß damit irgend ein anderer Kriegsschauplatz vernachläsiigt wirb. Das Gesetz bes Han- belns aber, von bem bet Gegner schon prahlerisch verkündete, es fei an ihn übergegangen, wirb auch in Zukunft von uns bestimmt werben.

Set Kampf für Freiheit, Frieden unb Gerechtigkeit, ben wir unb un{ere Berbünbetet, bie jungen Völker Europas, bis zum End-Siege firnen müssen, wenn wir nicht in ewige Knechtschaft fallen wollen, aber sieht nicht nur die besten Soldaten und die besten Waffen auf unserer Seite. Sie würben uns zudem nichts nützen, wenn wir nicht

Reichstag die neuen Finanzmaßnahmen billige, werde es der Re­gierung möglich fein für ein weiteres Jahr quf allen Gebieten der Wirtschaft das Gleichgewicht zu halten.

Zum Schluß wies bet Ministerpräsident auf die geistige Stand­haftigkeit bes finnischen Volkes hin, bas 'stets einen einheitlichen Be­weis für feinen Lebens- unb Aufbauwillen gebracht habe, wovon er persönlich sich gerabe vor einigen Tagen in ben zurückeroberten Ge­bieten habe überzeugen können. Finnlanb sei von ben nach bem ersten Weltkrieg selbständig gewordenen Staaten bas einzige Lanb, das sein Leben als selbständiger Staat weitersühre. und gerade diese Tatsache setze auch besondere Verpflichtungen voraus.

Oie gewalttätigen -Demokratien"

Istanbul, 11. Juni. Unter bet Überschrift „Was ist bas für eine Demokratie" schreibt Rabir Nadi in „Cumhvriyet", fast alle anglo­amerikanischen Zeitungen machten in ber letzten Zeit bie gleiche Propaganda: nach Kriegsende dürfe kein einziger totalitärer Staat in der Welt zurückgelassen werden. In jedem Lande müßte bas demokratische Regime mit Gewalt eingeführt und, falls nötig, die Erziehung ber Jugenb mancher Völker kontrolliert werden. Man behauptete, baß die Welt nicht in ein solches Unglück gestürzt worden wäre, wenn in Italien nicht ber Faschismus unb in Deutsch­land nicht der Nationalsozialismus aufgelommen wären.

Dieser Gedankengang, so erklärt Nadir Nadi, [en derart kindisch, daß, unter welitzem Gesichtswinkel man ihn auch immer betrachte, man unbedingt bie Abwegigkeit eines solchen Denkens sehen müffle. Der Faschismus und ber Nationalsozialismus seien nicht einfach vom Himmel gefallen oder Italien bzcki. Deutschland von außen her auf­oktroyiert wordey. Nach dem letzten Weltkrieg sei die Demokratie, die man jetzt in den schönsten Farben schildere, eine betriebsunfähige Maschine cewefen. Damals hätten Italien unb Deutschland unter ben schwierigsten tiebensbebtngungen ben Faschismus und ben Natio­nalsozialismus als Staatsform anerkannt. Er könne garantieren, wenn die Demokratie wieder ins Leben gerufen würbe, baß Deutfch- lanb und Italien und sogar noch das übrige Europa nicht wieder in Wirren gerieten.

Oie Aufstandsbewegung ini Iran )

Ankara, 11. Juni. Der Leiter der Presseabteilung der iranischen Regierung betonte in. einer Erklärung vor Vertretern der iranischen Presse daß die Aufstandsbewegungen gegen die Teheraner Zentralregierung keineswegs schon erloschen seien, unb baß auch eine Reihe von Iruppennerbänben in militärisch bedeutsamen» Distrikten noch nicht zur Loyalität gegenüber ber Regierung zurückge- funben habe. Auch bas Verhältnis zwischen Zivilbevölkerung und Besatzungsirupven lasse nach wie vor zu wünschen übrig.

In diesem Zusammenhang ist ein amerikanischer Bericht in­teressant, der in journalistischen Kreisen Ankaras vorliegt und aus dem hervorgeht, baß allein zur ftänbigen Bewachung ber trans- iranischen Bahn 8000 Solbaten längs ber Eisenbahnstrecke eingesetzt sind. Da die Bahnlinie etwa 2000 Kilometer lang ist. sind also zur Bewachung ber Bahn je Bahnkilometer etwa vier Soldaten aufge­boten. Dies ist bezeichnend für die dort herrschende Unsicherheit.

I Der Präsident von Paraguay, M o r i n i g o, und feine Begleitung trafen nach einer Meldung ans USA. am Mittwochabend zum Be­fehlsempfang in Washington ein.

Berlin, 11. Juni. Bei den am 5. Juni abgeschlossenen Kämpfen zur Vorverlegung unserer Hauptkampflinie südwestlich Welish war eine Jäger-Kompagnie tief in die feindliche Stellung einge- brungen und hatte sich bort zum Widerstand festgesetzt. Die Bolsche­wisten versuchten, ihren Graben wieder zurückzugewinnen und griffen daher fortgesetzt mit überlegenen Kräften an. Obwohl es ihnen schließlich gelang, die Kompagnie vorübergehend ein­zuschließen, hielten bie Jäger unerschütterlich Stand bis bie letzte Patrone verschossen und neue Munition nicht mehr herange­bracht werden konnte. Dennoch entschloß sich der Kompanieführer, den Kampf mit bet blanken Waffe fortzusetzen. Um den Feind so schwer

Oie neue argenlinifche Regierung anerkannt

Buenos Aires, 11. Juni. Wie amtlich mitgeteilt wird, haben nunmehr Japan, Bulgarien, Ungarn, Schweden, die USA., Großbritannien, Mexiko, Kanada, sämtliche südamerikanischen Länder, Kolumbien und Nikaragua die neue argentinische Regierung anerkannt.

fxnot ist ungläubig geworden

Eens, 11. Juni. (Funkmeldung.) Zu bem Streit zwischen Marine- minister Knox unb bem Truman-Ausschuß"über bie wahren Schiffs­verluste der Achsengegner im Jahre 1942 nimmt bie amerikanische Zeit­schrift „Time" noch einmal Stellung. Die seltsamen Tricks bes Marine­ministeriums hätten sowohl Bunbeskongreß. wie bie Öffentlichkeit mißtrauisch gemacht, schreibt sie. Nachbem Knqx mit seinem Dementi nicht duichgekommen mar unb bet Truman-Ausschuß nach­gewiesen hatte, baß monatlich eine Million Eewichtstonnen versenkt wurden, habe Knox schließlich mit ber lahmen Erklärung geantwortet, ber Unterschied zwischen ben Zahlen ber Marine und bes Ausschusses sei „nicht sehr groß". Knox habe babei von ben Eesamtverlusten bie 1942 gebaute neue Tonnage abgezogen. Aber, so fragt „Time", warum gibt Knox jetzt ben Verlust in Bruttoregistertonnen an, wähtenb Neu­bauten doch in Eewichtstonnen berechnet werben? Notstandsschiffe hätten 10 800 Eewichtstonnen und 7100 Bruttotonnen. „Sollte es fein, daß die Marineleitung die Neubauten mit ben um ein Drittel höheren Eewichtstonnen angibt, bie Verluste aber nur mit ber geringeren Bruttoregifteronnenzahl verbucht unb sich dadurch jedesmal ein Buch­profit gutfchreibt?

Die Lügen des Washingtoner Marineministeriums werden also in ben USA nicht mehr geglaubt, einerlei ob es sich um Angaben übet Kriegsschiff- ober Handelsschiffverluste handelt. Man denke nur an den riesengroßen jüdischen Betrug mit Pearl Harbor, ober an Roosevelts persönliche Lüge nach bem Angriff des Doolittle- Geschwaders auf Tokio, als er behauptete, sämtliche Flugzeuge seien zu ihrem Stützpunkt gelangt, > unnb nach einem Jahr zugab, daß alle verloren gingen. Jrn Ausschneiden wie im Lügen glaubt Washington. Rekorde aufstellen zu können. •

Wassilewskas Dank für Katyn

Stockholm, 11. Juni. Nach einem Bericht der „Taß" fand in Mos­kau der erste Kongreß des sogenannten „Verbandes der polnischen Patrioten", wie sich jene Clique von Polen nennt, die im Solde des Kreml steht, statt. Die berüchtigte Wanda Wassilewska, die An­wärterin aus ben Posten des „Ministerpräsidenten" ber bolschewisten- hötigen „Regierung", erstattete, wie es weiter in ber Melbung heißt, Bericht übet die Sage Polens seit dem September 1939. Die Waffli- lewska schloß mit einem „Dank an die Sowjetunion für die Polen erwiesene große Hilfe", so schließt der Tatz-Bericht.

Worin die „große Hilfe" der Bolschewisten für Polen besteht, hat die Wassilewska nicht verraten. Oder sollte sie die Abschlachtung des polnischen Offizierskorps im Mordwald von K cht y n darunter per- stehen? Vielleicht meint sie auch «toie Verschleppung ber Hundert­taufende von Polen, von benen nie einer wieder aufgetaucht ist und von denen der Emigrantengeneral Sikorski mtb die meisten anderen Polen annehmen, daß sie irgendwo derhungert, verreckt pd?r »ach bem Muster Katyn „liquidiert, worben sinb. Auf jeben Fall hat die Wassilewska mit ihrem „Dank" an die Sowjetunion bestätigt, wes Geistes Kind sie ist und woher sie ihre Bezüge bezieht, für die sie ein bolschewistisches Polen organisieren will.

Giraud verbietet das Wort -Jude"

Vichy, 11. Juni. Wie aus Zanger gemeldet wird, untersagt ein Erlaß Straubs die Jsraelitten als Juden zu bezeichnen. Da das Wort Jude die Raffle kennzeichnet, ist es in Unterhaltungen mit Juden verboten unb (ein Gebrauch stellt ein Verbrechen bar. Aus diesem Anlaß hat ber Eroßrabbiner von Casablanca an bie USA.-Regierung, die (Straubs Erlaß inspiriert hat, ein Danktöle­gramm gerichtet.

Wichtige irakische Brücke gefprengt

Rom, 11. Juni. Ehemalige Offiziere und Solbaten bes aufge­lösten irakischen Heeres sprengten bie unmittelbar südlich Bagdad gelegene größte Brücke, die die irakische Hauptstadt mit der Hafenstadt Basra verbindet. Der Verkehr auf dieser für den eng­lischen und arnekikanischen Nachschub ü b e r a u s w r ch t, g e n Brücke wird eine Unterbrechung von mehr als einen Monat erleiden.

als möglich zu treffen, liefe er bei Einbruch der Dunkelheit ben (Stäben räumen und legte sich mit feinen Leuten wenige Meter hinter ihm in Louerstellung. Kurz daraus schoben sich die Bolschewisten vor unb besetzten ben scheinbar verlassenen Graben. Der Feinb hatte seine Waffen noch nicht aufgebaut, als die Jäger schlagartig vorstürmten unb mit Spaten und Gewehrkolben bte eingebrun- genen Bolschewisten vernichteten. Kein Schutz fiel bei diesem Kampf, jo daß es gelang, noch zwei weitere feindliche Stofe« hupps auf die gleiche Weise zu täuschen und zu vernichten.

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