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Wiesbadener Tagbla

®nid und Betina: L. LLeUenvera'itve BuLdruckerei. itanaaaiie Nr. 21 lTaablatt-Saust ' Wöchentlich in 6 Ausgaben Erscheinnngszeit werktäglich i

Erscheinungszeit werktäglich nachmittags

Wöchentlich in 6 Ausgaben

Druck und Verlag: t. Schellenverg'sche Buchdruckerei, Langgasse Rr. 21 (Tagblatt-Haus)

91. Jahrgang

Samstag/Somttag, 12./13. Funi 1943

Nr. 136

Fortschreitender Bankrott der Freiheit Südamerikas

NT Wegen des Pfingstfestes erscheint die nächste »Tagblatt Ausgabe am Dienstag.

wichtigen Schiffahrt Englands und der Bereinigten Staaten sei. Ohne ausdrücklich die Schiffsverluste, die den anglo-amerikanischen

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Mächten durch die Luftwaffe 'und durch Minen zugefügt wurden, zu erwähnen, läßt doch seine Erklärung, daß seit Beginn des Krieges nur wenig mehr als die Hälfte der Monatsschisfahrtsverluste auf di« U-Boote zurückzuführen seien, in dieser Hinsicht bemerkenswerte Rück- ichlüsie zu. Stevenson schließt seine aufschlußreichen Betrachtungen mit den Worten:D a s Schlimm sie steht uns aber noch be­vor. Es liegen noch lange schwere Zeiten des Beiluftes und der Selben vor uns.

können. Unterdessen dauert die Gefahr, in der wir leben, weiter an. Zwar sind in den ersten Monaten des neuen Jahres die Verluste gringer gewesen, als in den ersten fünf Monaten des Jahres 1942. Diese Feststellung klingt aber nur gut, wenn man sie erstmalig hört. Doch muh man bei deren Beurteilung sich besten erinnern, daß die Schiffsverluste des vergangenen Jahres die schwersten in der Ge­schichte waren.

Berliner Schriftleitung)

erringen wünschen. Gegenwärtig ist der Präsident der Republik Para­guay, M o r i n i g o, zum Befehlsempfang nach Washington beordert worden und da er sich diesem Befehl gutwillig gefügt hat, wird er in Washington mit allerlei höflichen Wendungen gefeiert. In erster Linie besorgt das Staatssekretär Hüll, der Paraguay besonders für die prompte Durchführung der auf der Konferenz oon Rio getroffe­nen Vereinbarungen im Hinblick aus den Abbruch der Beziehungen zu den Achsenmächten lobte. Dem Präsidenten Morinigo ist also eine Art Eeneralauittung für sein gehorsames Ver­halten ausgestellt worden. Es ist ihm auch erlaubt worden, in den Heiden Häusern des amerikanischen Kongrestes Ansprachen zu halten und dort noch einmal zu versichern, seineLieferungen" zur Solidarität mit den Alliierten aufrecht zu erhalten. Ferner hat er mitgeteilt, daß er in seinen Besprechungen mit Roosevelt zu einem vollkommenen Einverständnis über die Verteidigungs- fragen gelangt sei. Die Erklärungen kann man nur belächeln, denn wenn zwischen ihm und Roosvelt ein Einverständnis über Ber- teidigungsfragen erzielt worden ift, so bedeutet das natürlich nichts anderes, als daß Morinigo ganz gehorsamst zu allen Wünschen Roose­velts in Bezug auf die Benutzung des Gebietes von Paraguay für Stützpunkte der Militärmacht der USA Ja und Amen sagte. Er wird bald genug erfahren, welchen praktischen Gebrauch die Pankees von diesem Zugeständnis machen werden. Die Mexikaner, die auf diesem Wege schon ein großes Stück vorangegangen find, wissen da­von bereits einiges zu berichten. In Mexiko herrscht großer Unwille über das Verhalten der llSA-Soldaten in Los Angeles gegenüber den Bundesgenossen in den südlichen Ländern. Ständig kam es zu Prügeleien, weil die Streitsüchtigen immer wieder gegen harmlose Mexikaner vorgingen. Der mexikanische Konsul hat seinen Schun- besohlenen in Los Angeles bereits den Rat geben müsten, ihrs Woh­nungen nachts nicht mehr zu verlasten. Diese peinliche Angelegenheit soll nun noch ein diplomatisches Nachspiel in Washington finden, aber die Mexikaner sind selbstverständlich nicht so naio zu glauben, daß Re dabei Genugtuung erhalten werden. Der brutale Imperia­lismus der Nankees tobt sich gegen die südamerikanischen Staaten umso hemmungsloser aus, je weniger Aussicht auf mili­tärische Erfolge im Kampf gegen die Dreierpaktmächtc besteht und je empfindlicher die Lücke zwischen den Hoffnungen, die man nach Tunesien erwartete und der heute sichtbaren Wirklichkeit klafft

Der Krieg auf den Meeren nach wie vor sehr ernst"

Aufschlußreiche nordamerikanische Feststellungen zur Schlacht im Atlantik.

Kriegswirtschaft wirksam. Und diese Dynamik ervHächst aus dem Geist der nationalsozialistischen Revolution. Sie wird getragen von den beiden Grundpfeilern Autorität und Verantwortung. Sie bestimmt Tempo und Rhythmus der kriegswirtschaftlichen Ent­wicklung und sichert ihren Erfolg.

Reichsminister Funk kam im weiteren Verlauf seiner Aussührun- gen auch auf den englisch-amerikanischen Währungs­streit zu sprechen, der die tiefgehenden Gegensätze auf der Feind- feite besonders drastisch demonstriere. Die Engländer wollten sich vor der Übermacht der Vereinigten Staaten durch ein vom Gold unab­hängigesWeltgeld" retten, während die Amerikaner ganz brutal ihren Eoldtrumps ausspielen. Uns kann dieser Meinungsstreit kalt lassen. Die deutsche Reichsmark hat im Kriege ihre Stabilität erhalten. Sie hat ihre deutsche und ihre euro­päische Geltung und wird eines Tages auch ihre Weltgeltung haben.

Währungen, die nicht auf der Arbeit und Leistung eines Volkes, aus festen Preisen und Löhnen, also auf fester Kaufkraftgrundlage, stabilisiert sind und die nicht vom Vertrauen und der Disziplin des Volkes getragen werden, sind nichts als blutleere Konstruktionen. Ebensowenig wie die Wirtschaftskraft Ones Bolkes kann man den Wert einer Währung mit dem Rechenstift bestimmen.

Richt derhomo oeconomicus", sondern die schöpferischen Kräfte der Ration sind für die Gestaltung der Wirtschaft maßgebend. Die feste Währung gerantiert uns aber auch den Wert der Spargut­haben des Bolkes. Die Preisstabilität ift dabei eine der wesent­lichsten Grundlagen auch für die Wertbeständigkeit der Sparguthaben in der Zukunft. Kein Mensch denkt daran, die Sparguthaben wegzu­steuern oder mit einer Sonderfteuer zu belegen, im Gegenteil, jeder­mann weiß, daß die Sparguthaben steuerlich bevorzugt werden.

Aber eh wird jeder vernünftige Mensch einsehen, daß Steuern auf Einkommen und Vermögen, die die Kriegsfinanzierung und ge­ordnete Staatsfinanzen sichern, ebenfalls eine Voraussetzung für die Erhaltung des Geldwertes und damit auch des Wertes der Sparein­lagen und der Staatspapiere sind, dabei werden einmal die soge­nannten Substanzwerte, die unter Mißachtung des Geldwertes erwor­ben worden find, für den Staat eine besonders ergiebige Steuerauelle darstellen. Immer wieder muß mit allem Nachdruck betont werden, daß der gewaltige wirtschaftliche und technische Fortschritt, den der Krieg ausgelöst hat, uns auch auf dem Berbrauchsgüter- sektor völlig neue Erzeugungsmöglichkeiten e li­sch l i e ß t. Hierdurch wird den Sparern eine große Chance für die Zukunft gegeben, denn sie werden bester und billiger kaufen können, als heute und auch mehr laufen können als vordem, weil sie über gröbere Eeldguthaben verfügen. Der Sachwertkäufer von heute hat biefe Chance nicht. \ , ...

Reichsminister Funk schloß seine Darlegungen mit einem Appell an bie Wirtschaft, alle Kräfte verstärkt einzufetzen für die weitere Leistungssteigerung in einem unbeugsamen Willen und im fanatischen Glauben an den Sieg.

Wert der Sparguthaben garantiert

Oer Sparer gegenüber dem Sachwertkäufer von heute im Vorteil

y6s ist eine Tollkühnheit zu behaupten, daß die U-Booi-Eefahr gebannt ist. Und dies wird auch nicht der Fall sein, solange der Krieg dauert." Diese in einer Reutermeldung aus Chikago wiedergegebene Feststellung des Sonderassistenten des USA-Kriegsmintsters, Sten en« jon, unterstreicht in höchst eindeutiger Weise die Auslastungen der Times" zu diesem Thema. Stevenson geht sogar noch weiter und erklärt, daß die -UBoot-Eesahr nicht der einzige Feind der lebens­wichtigen Schiffahrt Englands und

Deutscher Psingstgeist

Bon Fritz Günther

Brauchtum und Sitte haben das deutsche Pfingstfest mit den Symbolen gläubiger Zuversicht und hofsnungsfroher Erwartung aus­gestattet. Im Prangen der Natur, die das in den Schoß der Erde ge­legte Samenkorn zur Entfaltung brachte, die Pflanze entwickelte und mit der Reife wieder Frucht Und Fülle erwarten läßt, offenbart sich der Geist des Schöpfers, der durch seinen Willen Gestalt werden ließ, was sich in ewigem Wechsel erneuert und der Menschheit die Grund­lagen des Lebens und ihre Daseinsbedingungen verschafft. Solcher Wandel aber vollzieht sich nicht von ungefähr. Der Mensch muß sich alle diese Dinge erobern. Erst nach schwerer Arbeit erschließt sich ihm der Boden und die Scholle verspricht nur dann reichen Ertrag, wenn sie mit dem Schweiß des Pflügers gedüngt ist. Der Sieg des Geistes über die Materie, den de: Mensch nach hartem Kamps mit den Ur­gewalten der Natur stets aufs neue erringen muß, wenn er nicht im Daseinskampf unterliegen will, aber gibt ihm die Kraft zum Leben und die Gewißheit, daß seinem Mühen auch der Erfolg beschieden ist.

Wenn wir vom Geist als dem Ursprung aller Dinge sprechen, so denken wir dabei in erster Linie an den schöpferischen Willen zur Tat und zur opferbereiten Hingabe an die uns vom Schicksal gestellte Aufgabe. Wir sind in eine Zeit hineingcboren, die vom Lärm der Schlachten erfüllt ist und von der im Kampf zur Größe aufgestiegene» Nation die härteste Anteilnahme jedes Einzelnen fordert. Pfingsten, dasliebliche Fest", bedeutet uns deshalb in erster Linie einen Frühlingstag, an hem die Herzen Heller schlagen in Erwartung kommender Entscheidungen, die von ausschlaggebender Bedeutung für die weitere Entwicklung des Ringens sind, in dem unser Volk und mit ihm die Völker Europa stehen. Gegen uns, die wir diesen Kampf aufgezwungen bekamen, weil unsere Gegner int friedlichen Ausbau der jungen Völker eine Gefährdung ihres zu Unrecht geführten Welt­herrschaftsanspruchs erblickten, stehen die finsteren Mächte der Ge­walt um jeden Preis, auch dem der völligen Vernichtung und des Chaos. Mit dreister Stirn und einem alttestamentarischen Haß bekennen sich die von ihren jüdischen Hintermännern ausgestachelten Va banaue-Svieler Churchill und. Roosevelt zu den wahnsinnigen Bernichtungsvlänen, die einen ganzen Kontinent auf die Knie zwin­gen sollen, um ihn dann dem Bolschewismus als bet letzten Weisheit ihrer politischen Unzulänglichkeit auszuliefern. Wenn sie aber, glauben, mit dem hluiigen Terror der Bombenangriffe auf Frauen und Kinder die, wie sie selbst zugeben, eine militärische Ent­scheidung des Krieges nicht herbeisühren können, die nichtkämpfende Bepölkerung der Achsenmächte mürbe zu machen für einen Frieden wie sie ihn sich vorstellen, so hat ihnen Reichsminister Dr. Goebbels bie rechte Antwort auf die grausame Methode ihrer Kriegführung gegeben: Man spricht in Deutschland nicht vom Frieden, man kämpft für den Frieden. Man kämpft mit perbistener Wut und wird den Krieg alle Maßnahmen sind darauf eingerichtet unter allen Umständen so lange fortsetzen, bis der Feind zu Boden sinkt.

Das schwere Leid, das von der mörderischen Kampsesweise de, Feindes über Frauen und Kinder der betroffenen Gebiete gebracht wird, läßt die Bevölkerung nicht wankend werden in ihrem Willen »um Siege. Es macht sie nur noch härter und schürt ben Hab zu lodernder Flamme gegen einen Feind, der in Ermangelung militäri­scher Erfolge von entscheidender Bedeutung seinen Vernichtungswillen auf diese Weise zum Ausdruck bringt. Die Haltung der tapferen Be­völkerung in den bombengefährdeten Gebieten ist, wie immer wieder an heroischen Beispielen festgestellt werden kann, vorbildlich und für die ganze Nation beispielgebend. In ihr manifestiert sich der G e i st des unerschütterlichen Wider st andes, der Wille zum Kampf und die Tapferkeit des Herzens, die alle Schrecken des Krie­ges überwindet und mit der Zuversicht und dem Glauben an die Gerechtigkeit unserer Sache die Gewißheit des Sieges in sich trägt.

Welche Bedeutung die totale Kriegsbereitschaft des deutschen Bolkes, der Einsatz aller verfügbaren Kräfte in der Heimat, bereits nach wenigen Monaten gewonnen hat, zeigt bie vom Reichs­minister Dr. Speer bei der Kundgebung im Berliner Sportpalast ge­zogene Zwischenbilanz über die auf allen Gebieten der Munitions- und Waffenherstellung erreichte Rekordhöhe der Produktionsziffern. Gegenüber den prahlerischen Ankündigungen des Feindes, der ja von Kriegsbeginn an immer nur mit Zahlen operierte und diese im Vergleich mit der Borkriegsproduktion für seine Überlegenheit an­schaulich machen wollte, haben unsere Feststellungen der Leistungs­steigerung in den Kriegsjahren eine wesentlich stärkere Beweiskraft, Geben sie uns doch gerade im Hinblick auf die zu erwartenden mili­tärischen Operationen dieses Jahres, bas der Feind als Jahr der Entscheidung bezeichnete, die Gewißheit, daß das Übergewicht der Rüstung keineswegs beim Gegner liegt. Wir haben wie der Verlauf des Krieges aller Welt immer wieder bewiesen hat, die b e st e n Soldaten. Daß diesem besten Soldaten auch die h est e n W a f f e n geschmiedet wurden, dank der unermüdlichen Arbeit und dem opfer­willigen Einsatz der Heimat, läßt uns allen kommenden Ereignissen

Genf, 12. Juni (Funkmeldung). Wie ernst man trotz aller ent­gegengesetzten Behauptungen in England und in den Vereinigten Staaten bie U-Boot-Eefahr nach wie oor beurteilt, geht aus Äuße­rungen der LonbonerTime s, sowie aus Erklärungen bes Son« berassistenten bes USA-Kriegsministers, Stevenson, hervor, bie in ihrer Deutlichkeit aufschlußreiche Rückschlüße zulassen.

DieTime s vom 6. Juni schreibt, durch den U-Boot-Krieg hat bie gesamte Schiffahrt in den ostamerikanischen Gewässern unter schwersten Verlusten gelitten Nie zuvor hat man insbesondere in Tankern derartige Versenkungsziffern erlebt. 1917, als bet U-Boot-Krieg auf seinem Höhepunkt war, hatten bie Tonnagever­luste der Gegner Deutschlands eine für das Empfinden jener Zeit astronomische Höhe erklettert, Niemand hat aber auch nur geahnt, daß sich Gleiches, ja sogar noch viel schwereres wiederholen würde. Die Versenkungszifsern für 1942 haben bei weitem bie vo n 1917 über Riegen. Englanb unb bie USA waren auf ben Weltmeeren aufs schwerste gehindert unb finb es vor allem noch. Der Stieg auf ben Meeren ist von Anfang an bis zum gegen­wärtigen Zeitpunkt außerorbentlich ernst geblieben. Daß bie USA im Handelsneuschiffbau Rekorbzifsern erreicht, stellt keine Lösung bes U-Boot-Problems bar. Die Schiffe mit ihren Besatzungen unb Labun­gen sinb nämlich ein wie bas anbere Mal verloren gegangen. Noch immer, und das ist das Entscheidende, bauen bie Deutschen schneller neue U-Boote, als j i e vernichtet werben

Treuebekenntnis der Legion Niederland

Den Haag, 11. Juni. In Utrecht sprach Musse rt zu nieder­ländischen Freiwilligen der Legion Niederland und der Waffen-4^, die augenblicklich in den Niederlanden einen Heimaturlaub ver­bringen. Mustert wies daraus hin, daß die niederländischen Frei­willigen ihr Baterland und ganz Europa im Kampf gegen den Bolschewismus verteidigen. Eine frühere Regierung, die es vorge­zogen habe, das Volk zu verraten und in der Stunde der Gefahr nach England zu fliehen, habe den Wehrwillen des niederländischen Volkes systematisch zersetzt. Erst unter deutscher Führung sei e i n neuer niederländischer Soldat entstanden, auf den das niederländische Volk stolz fein dürfe. Mustert forderte die Frei­willigen auf, auch weiterhin ihre Pflicht zu tun, als aufrechte Ger­manen in unwandelbarer Trieue z u m Führer, in Gehor­sam zu ihren Borgesetzten und in Kajneradschaft mit allen deutschen Soldaten.

Unter starkem Beifall teilte Mustert ferner mit, daß er im Na­men der Bersammelten auf telegraphischem Wege dem Führer ein Treubekenntnis gesandt habe. Mustert versicherte, daß die Heimaisront der niederländischen Nationalsozialisten mit der­selben Entschlossenheit und Opferbereitschaft. für die national-' sozialistische Zukunft der Niederlande und ein neues Europa kämpfen werde, wie die niederländischen Freiwilligen an der Front.

(Eigener Drahtbericht unserer

ra. Berlin, 12. Juni. Die Politik der sogenannten guten Nach­barschaft, bfe von der Washingtoner Regierung seit einer Reihe von Jahren mit dem Ziel betrieben wird, den gesamten amerikanischen Kontinent unter die Botmäßigkeit der USA zu bringen,, steht in Bezug auf ihre Methoden vollständig unter dem Motto:Und bist du nicht willig, so brauch ich, Gewalt". Die meisten der kleineren amerikanischen Länder haben angesichts der Übermacht der USA an Geld, Waffen, Rohstoffen und Menschen vorgezogen, sich willig zu »eigen, um der Gewalt zu entgehen. Es sind aber, wie zum Beispiel in Bolivien und Panama, auch eine Reihe von Fällen der Gewalt­anwendung zu verzeichnen. Im übrigen spielt es für bie bar­barische Praxis bes Weißen Hauses kaum eine Rolle, ob einer aus bem Kreise der Betrogenen schnell ober nur miberftrebenb nachgibt. In jebern Fall setzen bie Pankees alsbalb alles burch, was sie zu

München, 11. Juni. Die Feier bes hundertjährigen Bestehens der Industrie- und Handelskammer München, die mit ihrer Überfüh­rung in die Eauwirischastskammer München-Oberbayern zusammen- fiel, bot dem Reichswirtschaftsminister Funk Anlaß, in einet Ge­denkstunde im Festsaal des Münchener Künstlerhauses über die Reichs- wirtjchastspolitik in Anwesenheit non Vertretern des Staates, der Partei, der Wehrmacht und der Wirtschaft über die Reichswirt- jchaftspolitik zu sprechen.

Reichsminister Funk erinnerte an die bewegte politische Zeit vor hundert Jahren, als der grobe deutsche Volkswirt Friedrich L i st sein Standardwerk ÜberDas nationale System der politischen Ökonomie" erscheinen ließ, in welchem er als erster Bolkswirt die Nation in den Mittelpunkt des wirtschaftlichen Denkens rückte. Erst in der nationalsozialistischen Wirtschaftspolitik haben die » Lehren Friedrich Lists ihre letzte Berwirklichuns gefunden und bas Erohdeutsche Reich, bas List als einer der größten Nationalsozialisten der deutschen Geschichte mit glühendem Patriotismus erstrebte, ist erst durch bie historische Tat Adolf Hitlers oollendet worben.

. Mit gerabezu prophetischem Weitblick habe Friebrich List aber auch bas S ch i cksal Englanbs porausgesehen, bas nach seiner vor hunbert Jahren ausgesprochenen Meinung entweber in ein ge­eintes Europa sich einfügen, also europäisch werben, ober zum Vasallen bes amerikanischen Wirtschaftsimperialismus hinabsinken müße.

Die Neuordnung der deutschen Wirtschaftsorganisation und ins­besondere bie Errichtung bet Gauwirtschaftskammern diene in erster Linie der Sicherung einer einheitlichen Reichswirtschaftspolitik. Keine Organisation ist um ihrer selbst willen vorhanden, ihren Zweck und ihre Lebensform erhält sie von übergeordneten ftaatspolititoen Er­wägungen Das gilt auch, wenn die bisherige Organisation sich unter ben gegebenen Verhältnissen durchaus bewährt hat.

'Die Neuordnung schafft klare Befehlsbereiche, und einen über­sichtlichen organisatorischen Aufbau. Eine Persönlichkeit, der Präsi­dent der Eauwirischastskammer, hat nun die Durchführung der von mir ergangenen Weisungen zu garantieren. Indem bet Präsident bet Eauwirtschaftskainmer gleichzeitig bet Vertrauensmann bes Gau­leiters ist, Rietet er bie Gewähr dafür, daß bie Tätigkeit bet wirt­schaftlichen Selbstverwaltung Nicht in Widerspruch »u der politischen Auffassung der Partei steht. So ist die Neuordnung der Wirtschafts­organisation ein Ausdruck der nationalsozialistischen Synthese uon Partei, Staat und Wirtschaft.

Die neue Organisation wirb ihre sachlichen Weisungen » e n t r a l »am Reichswirtschaftsmini st erium, ihre politischen Smpnlfe vom Gauleiter empfangen, auch in der Zukunft wirb sich bas Ministerium auf bie Lenkung, auf bie Erteilung von ' Direktiven befchränken, währenb die Durchführung, die Exekutive, immer mehr auf bie wirtschaftliche Selbstverwaltung übertragen wirb.

Die Kammern werben in Zukunft in weit größerem Umfange als bisher Weisungen allgemeiner unb spezieller Art an bie Betriebe erteilen, sie zwangsweise durchzusetzen unb entstehende Streitfälle zu entscheiden nermögen. Der Staat wird sich in allen Fällen, in denen bie Sachkenntnis, die Erfahrung und das betriebswirtschaftliche und technische Können des Unternehmers für die erfolgreiche Durchfüh­rung wirtschaftlicher Anordnungen von besonderem Wert sind, der von selbstverantwortlich,en Unternehmern geleiteten Organisation be­dienen. Die Anpassung wirtschaftlicher Richtlinien an bie Betriebs« notwenbigfeiten wirb in einer betriebsnahen Wirtschaftsorganisation ^reibungsloser vonstatten gehen, als im behördlichen Verwaltungs­apparat.

Was in der Wirtschaft durch verantwortungsbewußte Arbeit, durch Entfaltung der Initiative, fachliches Können, eine richtige Organisation unb Menschenführung erreicht werben kann, bas hat der stolze Rechenschaftsbericht bes Retchsministers Speer über die beispiellosen Erfolge der deutschen Rüstungsproduktion der Welt vor Augen geführt. Auch der letzte Zweifler wird nunmehr von bet un= verSleichlichen unb ftänbig weiter wachsenben Kraft un- feres Rüstungspotentials überzeugt (ein, aber auch er­kennen müßen, wie töricht, gefährlich und ungerecht die Behauptung ist, daß der Unternehmer in bet gelenkten Wirtschaft nichts mehr unternimmt. Erreicht werben konnte dieser Erfolg nur mit deutschen Menschen unb beutschen Methoden. Diese gewaltige Wirtschaft erwuchs aus nationalsozialistischem Geist. Der Erfolg der deutschen Rationali­sierung oollzog sich nicht im Kraftfeld der freien Konkurrenz unter dem beherrschenden Gesichtspunkt des Profits, wurde auch nicht durch reine Massenproduktion und eine völlige Mechanisierung der Arbeit erreicht, beruhte also weder auf den bekannten amerikanischen noch bolschewistischen Methoden; dieser beispiellose Erfolg wurde vielmehr dadurch erreicht, daß bie gesamte beutsche Rüstungsindustrie zu einer einheitlichen Erfahrung s- unb Probuktionsge- meinschaft zusammengeschlossen würbe, in bet alle technischen und organisatorischen Errungenschaften und Fortschritte zum Gemeingut der Gesamtproduktion würben. Hierdurch allein konnten die Produk- tionsergebnifie vervielfacht werden und dabei blieb die gesunde Struktur der deutschen Wirtschaft erhalten, da bie Fertigung von Einzelteilen in großen Serien auch von den mittleren und kleinen Betrieben durchgeführt wurde, diese also weitgehend erhalten und ge­kräftigt werden konnten.

Aber rnitenscheidend für diesen Erfolg war die richtige Organi­sation, wie sie der unvergessene Dr. Todt entwickelte unb Minister, Sveer vollendet hat. Je länger der«Krieg bauert, um so größer' werben naturgemäß bie Slnforberungen an die Leistungskraft ber deutschen Wirtschaft und des deutschen Menschen überhaupt, aber um so stärker wird auch die besondere Dynamik der nationalsozialistischen