Wiesbadener Taablatt
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Wöchentlich in 6 Ausgaben
Erschemnngszeit werktäglich nachmittags
Druck und Verlag: L. ScheUeuverg'jche Buchdruckerei, Langgasse Nr. 21 (Tagvlatt-Haus)
91. Jahrgang
Freitag, ll. Funi 1943
Nr. 135
Sauckel: Wir haben den Vorteil der inneren Linie
heute den
Bereits im Avril 1941 wurde der damalige Major Eorn mit dem Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ausgezeichnnet, als er während des Balkan-Feldzuges an der Svitze einer kleinen Abteilung in kühnem Zupacken und jeden Widerstand brechend aus Debar vorgestoße« war und dadurch die Verbindung zu einer italienischen Armee herge- ftellt hatte.
Im Oftfeldzug führte Oberstleutnant Gern zunächst ein Krad- Schützenbataillon von Erfolg zu Erfolg. Besonders bewährte er sich während der schweren Kämpfe in der Abwehrschlacht von Woronesch Ende Juli 1942. An der Spitze seiner Kampfgruppe entriß er den Bol- schewisten in schwerem Ringen eine beherrschende Höhenstellung und stieb dann aus eigenem Entschluh noch weiter vor. um dem weichenden (Segnet den Rückzug zu verlegen. Am 17. August 1942 erhielt Oberst das Eichenlaub zum Ritterkreuz als äußere Anerkennung dieser kühnen Tat.
2m Dezember 1942 hielt das Panzer-Erenadier-Regiment. zu dessen Kommandeur Oberst Eorn inzwischen ernannt worden war. unter seiner kaltblütigen, überlegenen Führung bei Rschew eine als Eck- vf.erler der deutschen Mwehrfront wichtige Ortschaft gegen die immer wreder von neuem vorgetragenen Massenangriffe der Sowjets. Anfang Marz 1943 stieb sodann Eorn mit seiner Kampfgruppe nordwestlich
auswirkt. Das Arbeitsvotential. Kontinental-Europas kann organisatorisch und verkehrsmäbig zentral eingesetzt werden und auch Japan kann die ihm zur Verfügung stehende Arbeitskraft in einem verhältnismäßig geschlossenen Einflußbereich einsetzen und lenken. Demgegenüber ist das Arbeitsvotential unserer Gegner über alle Welt zerstreut. Zu seiner Lenkung und Zusammen- faisung sind größte organisatorische, technische und vor allem verkehrs- mabise Schwierigkeiten zu überwinden, die ein praktisches anstelle des rein buchmäßigen Zahlenübergewichtes illusorisch machen. Das find einige Umstände und Eefichtsvunkte, die neben anderem die Behauptung erhärten, dab in der Frage der menschlichen Arbeitskraft dis Dreierpaktmächte durchaus nicht den Möglichkeiten ihrer Gegner nachstehen. Ein nicht meßbarer aber gravierender Umstand ist schließlich vor allem das hohe Arbeitsethos, das sich im Zuge der europäischen Kulturentwicklung herausgebildet hat und allen europäischen Ländern gemeinsam ist. Es ist die Liebe zum Beruf, besonders begründet durch die Ausdauer, die geistige Wendigke.it und den Drang nach beruflichem und sozialem Aufstieg, es ist die Kenntnis von dem inneren Wert jeder Arbeit, die für die Gemeinschaft geleistet wird.
Fützrerhauvtauartier. 10. 3uni. Der Führer verlieh am 8. Juni 1943 das Eichenlaub mit Schwertern zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an Oberst Walter Eorn, Kommandeur eines Banzer-Srenadier-Regiments als 30. Soldaten der deutschen Wehrmacht.
Nach deutschem Vorbild
Senf. 11. Juni (Funkmeldung.) Nach einer Exchange-Meldung wird ein Teil der britischen Armee in Kürze mit chnem neuen Stahlhelin ausgerüstet, und zwar zunächst die Stoßtrupps und die Banzer-Infanterie. Dieser neue Stahlhelm soll einen größeren Genickschuß gewähren. Er ähnele, so wird gesagt, dem der USA-Truppen.
Die Engländer hatten bisher, wie schon im Weltkrieg, ihre flachen Teller-Stahlhelme, die dem Tommy sein typisches Aussehen gaben. Die Bankces hatten den englischen Stahlhelm im Weltkrieg übernommen. Vor etwa zwei Jahren gingen sie zu einer neuen Form über. Es wurde damals ausdrücklich betont, daß deren Vorbild der deutsche S.t o B I B e I m Jet Dieser hat sich seit dem Weltkrieg, nur in kleinen Einzelheiten geändert. Er ist leichter und beauemer geworden, bietet aber den gleichen hervorragenden Schutz. So erleben wir heute, daß selbst die konservativen Engländer — wenn auch auf Umwegen — von uns Deutschen die Grundform eines militärischen Ausrüstungsstückes übernehmen und damit dessen höhere Zweckmäßigkeit und Schutzwirkung anerkennen muffen.
„Einreihung unter das Banner des Bolschewismus
Die europäische Presse über den Wahn witz des anglo-amerikanischen Luftterrors
Das Eichenlaub mit Schwertern für Oberst Walter Gorn
Die hohe Auszeichnung für eine« hervorragend bewährten Trupvenführer
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O r e l in die tiefe Flanke der angreifendcn Bolschewisten, fügte ihnen schwere Verluste zu und nahm in erbittertem Ringen ein Waldstück,. das seine Kamvfgruore an den solgenden Tagen gegen 19 schwere feindliche Angriffe verteidigte, ohne einen Fußbreit Boden aufzugeben. Sein entscheidender Anteil im Zerschlagen der feindlichen Durchbruchsversuche wurde dadurch gewürdigt, daß ihm der Führer als 30. Soldaten der deutschen Wehrmacht das Eichenlaub mit Schwertern zum Ritterkreuz . verlieh.
Oberst Eorn wurde am 24. September 1898 als Sohn des Landwirts Ferdinand E. in Biegamin (Kreis Pleschen/Eau Wartheland) geboten. 1916 trat et als Kriegsfreiwilliger in das 2. westpreußische Grenadierregiment Nr 7 ein. 1919 wurde er als Unteroffizier aus dem Heeresdienst entlassen und ein Jahr später in die Schutzpolizei Breslau übernommen. 1935 wurde Oberst Eorn als Hauptmann in das Seer überführt und zum Kompaniechef im Krad-Schützenbataillon 3 in Bad Freienwalde ernannt. 1943 wurde er Oberst.
Drei Eichenlaubträger des Heeres
Führerhauptouartier. 10. Juni. Der Führer verlieh am 8. Juni das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an Oberstleutnant Karl E o e b e l, Kommandeur eines Erenadier-Regiments al» 251. Soldaten: Major Friedrich Höhne, Bataillonskommandeur in einem Jäger-Regiment als 253. Soldaten: Oberleutnant Günter Klapvich. Bataillonssührer in einem (Slot.) Grenadier-Regiment als 254. Soldaten der deutschen Wehrmacht.
Oberleutnant Klavvich ist am 22. 1. 1943 in den Kämpfen am unteren Don gefallen.
Unser Arbeitspotential überlegen
Oie größere Zahl beim Gegner wird durch höhere Qualität auf unserer Sette ausgeglichen
Namirez von Berlin und Rom anerkannt
Berlin, 10. Juni. Die Deutsche Reichsregierung und die italienische Regierung haben die neue argentinische Regierung Ramirez anerkannt.
EFE meldet aus Buenos Aires, dab der neue argentinische Außenminister bisher in dem Personal seines Ministeriums keinerlei Veränderung vorgenommen hat.
Die argentinische Regierung versllgte die voli,etliche Schließung des Kongreßgebäudes. Zur Vermeidung unangenehmer Zwischenfälle wurden die Parlamentarier von der Maßnahme, in Kenntnis gesetzt
2m amtlichen Kommuniaue des Arbeitsamtes wurden die Gewerkschaften dringend ermahnt, fich jeglicher Einflußnahme auf politische Dinge ,u enthalten und fich lediglich aus ihren eigentlichen Anfgabenkreis, die Betreuung der Arbeiterschaft, zu beschränken. Eine Einmischung der Gewerkschaften in innen- und außenpolitischen Fragen sei nicht statthaft. Die Regierung werde überdies -eins Streiks aus politischen Gründen dulden.
Achse über ein weites E e b i e t v e r t e i l t sei. Die im Westen angegriffenen Rüstungszentren stellten nur einen verschwindenden Teil der gesamten Rüstungsindustrie dar. Das Blatt hebt besonders hervor, daß seit längerem bereits eine planmäßige Verschiebung des Schwerpunktes der deutschen Industrie erfolgt sei. Eine gewaltige industrielle Neubautätigkeit sei seit langem im Gange, wobei besonders auf die Dezentralisierung und die Verteilung über ein möglichst großes Gebiet Bedacht genommen worden sei. Dazu komme noch, daß bei allen neuen wehrwirtschaftlichen Anlagen besondere Rücksicht ans den Schutz gegen Luftangriffe genommen worden sei. England befindet sich gegenüber Deutschland im außerordentlichen Nachteil, da die Deutschen bei ihren Luftangriffen fich auf ein relativ kleineres Gebiet konzentrieren konnten. Außerdem sei die Anflugzeit der deutschen Maschinen viel kürzer als die der anglo-amerikanischen.
Bleibt als Ergebnis der Eangstet-Offenfive nur übrig was „Eurentul" in der Feststellung zusammenfabt: „Die Wut und Raserei mit der die Städte verwüstet und mit der Kulturwerte vernichtet werden, an die nur noch die illustrierten Kulturgeschichtsbücher erinnern können, dieser ganze Wahnwitz kann nur als gewissenlose Einreihung unter das Banner d e s Bolschewismus gewertet werden. In dieser Luft weht der verfluchte Geist des Bolschewismus, der die europäische Geisteshaltung verneint"
ra Berlin, 11. Juni. (Gig. Drahtbericht unserer Berliner Schrist- leitung.) Die menschliche Arbeitskraft ist der wichtigste Leistungsfaktor eines Volkes im Kriege, noch weit mehr als int Frieden. Die Gegenseite operiert viel mit der Behauptung, auf diesem Gebiet sei fie überlegen. Sie spekuliert dabei auf die oberflächliche llrteilsbildung der Masse in ihren Ländern, die Mensch gleich Mensch setzt und -die auch aus einem gewissen schwerfälligen Beharrungsmoment ihrer Einbildungskraft heraus leicht in der Vorstellung zu bestärken ist, die Dinge lägen in dieser Hinsicht heute so wie im ersten Weltkrieg. Gauleiter Sauckel hat in einer Prager Rede nachgewiesen, daß das ein grober Irrtum ist und hat eine klar nachprüfbare und überzeugende Rechnung aufgemacht, in der erkennbar wird, daß das geringe mengenmäßige Plus an menschlicher Arbeitskraft auf der Gegenseite durch eine Qualitätsüber l.egenheit ausgeglichen, wenn nicht übertroffen werde, zumindest soweit feststeht, daß der Prozentsatz geringer aualisizierter Arbeiter aus der Gegenseite erheblich höher ist als bei den Dreierpaktmächten. Besonders wichtige Vorteile gegenüber der Situation Beim Feind sind die Geschloffen heil und die relativ hohe wirtschaftliche iMd soziale Ausgeglichenheit des europäischen Kontinents und der Vorteil ist es, der sich gerade hier
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Die eüroväische Presse besaßt sich eingehend mit dem Sufi« terror unserer Feinde und kommt dabei zu dem Schluß, daß er nicht nur unmenschlich, sondern auch wirkungslos ist. „Es gibt keinen Deutschen oder Italiener", so schreibt zum Beispiel das rumänische Blatt, .Curentul,, „der nicht wüßte, was ihn erwarten würde, wenn er den bewaffneten Arm ermüdet sinken und sich von der Illusion einer Großmut des Gegners verführen lasten würde." Moralisch werde der feindliche Bombenterror also zu keinem Eegebnis kommen, aber gleichzeitig werde die Antwort nicht auf sich warten lasten, d. h. England werde bei den gleichen Vergeltungsmaßnahmen die gleichen Zerstörungen von Denkmälern und die gleichen unschuldigen Opfer unter der Zivilbevölkerung hinnehmen muffen, wie sic Deutschland und Italien widerfahren sind. Der „Curentul" beant-, wartet dann die Frage, zu westen Eunsten sich diese Zerstörungen auswirken werden, folgendermaßen: „Die Vernichtung der europäischen Vergangenheit, auf der sich alle geistigen Werke Europas aüfgeBaut haben, kann nur eine einzige Folge hqben, nämlich den Zusammenbruch des europäischen Geistes.
Aber auch materiell, so stellt die schwedische Zeitung „Helfing- borgs Dagbladet" fest, können sich die Engländer und Amerikaner von ihrer Bombenoffensive feinen Erfolg versprechen. Die deutsche Rüstungsindustrie werde durch sie kaum ernsthaft beeinträchtigt geschweige denn lahmgelegt. Die Tatsache bleibe bestehen, daß die Rüstungskavazität der Achse trotz der Bombenofsensive gewaltig gewachsen sei, und baß die Achse jetzt eine unerhörte materielle Kraft besitze und über eine gewaltige Produktion verfüge, um ihre Arsenale mit Kampfmitteln aller Art zu versehen.
Den vornehmlichsten Grund, warum die englisch-nordamerikanische Lustoffensive im großen und ganzen unwirksam bleiben müste, sieht „Helfingborgs Dagbladet" darin, daß die Industrie der
Gauleiter Sauckel leitete seinen Vortrag, den er in seiner Eigenschaft als Generalbevollmächtigter für den Arbeitseinsatz bei einer Großveranstaltung in Prag hielt,, mit der Feststellung ein, daß der Arbeitseinsatz in Deutschland kein Selbstzweck sein könne, sondern zwei große Aufgaben ausschließlich im Interesse der deutschen Kriegswirtschaft lösen müsse, nämlich: Einsatz des deutschen und des europäischen Menschen im Sinne der deutschen Kriegführung und andererseits diesem schaffenden Menschen in Deutschland und ebenso dem für das Deutsche Reich arbeitenden europäischen Menschen einen gerechten Lohn, eine ausreichende Ernährung, Die Erhaltung seiner Arbeitskraft und die Erhaltung seiner seelischen und moralischen Kräfte zu garantieren.
Der Vortragende stellte in diesem Zusamenhang fest, daß es gelungen sei, obwohl das Lohngefüge als auch die Ernährung der schaffenden Menschen Europas trotz nicht zu leugnender Schwierigkeiten so in Ordnung zu halten, daß auf diesem Gebiet keine Erschütterungen entstehen können.
In einer weit ausholenden Schau gab dann der Vortragende einen Überblick über den Stand des Arbeitseinsatzes in der heutigen Zeit im Vergleich zur Weltkriegszeit, wobei er die aufschlußreichen Ausführungen der Neichsminister Speer und Dr. Goebbels auf dem Gebiet des Arbeitseinsatzes nochmals unterstrich. „Im ersten Weltkrieg", sagte Gauleiter Seuckel, „verfügte Deutschland mit seinen daniiligen Verbündeten über ein Meiischenrstservoir von ISMJMienen
als wir in Europa. Diese buchmäßige theoretische Gegenüberstellung der Zahlen aber ergibt in Wirklichkeit kein richtiges Bild. Wir können der absoluten Überzeugung sein, daß das Arbeitsvotential Europas aus den verschiedensten Gründen viel gröber ist, als aus dem vorgetragenen Verhältnis hervorgeht. Wir haben den Vorteil der inner« Linie, wir haben geschloffene Volkswirtschasten. Die arbeitsmäßigen Leistungen des europäischen Menschen find in der ganze« Welt unbestritten und unangreifbar. Man möge doch nur vergleichen: unseren deutschen Schulbetrieb, die Lehre eines deutschen Facharbeiters sich vor Augen halten, unsere deutsche Schulbildung, das Arbeiis- ethos, unser deutsches llnterführerkorvs in der Wirtschaft, die deutschen Vorarbeiter, Meister, die Ingenieure, die deutsche Wissenschaft Gauleiter Sauckel führte im weiteren einige Vergleichszahlen aus der heutigen inneren deutschen Kriegswirtschaft arbeitsmäßig an: „Heute arbeiten allein im Gebiet des Großdeutschen Reiches, nachdem auch die deutschen Frauen seit dem 21. Januar d. I. in höchstem Mabe mobilifiert worden sind, weil Über das Doppelte mehr Menschen als im vorigen Weltkrieg. Millionen Menschen sind in den fünf Monaten dieses Jahres neu der deutschen Kriegswirtschaft zugeführt worden. Die neuen Arbeitskräfte werden nun, wenn dieses Jahr auf feinem Höhepunkt angekommen fein wird, sich an die Betnebsver- hältniffe gewöhnt haben. Die deutschen Frauen werden bann in diesen Monaten gelernt haben, Maschinen zu bedienen und' Werkzeuge an,«wenden, und es ist gar kein Zweifel baiFfte den Ausstoß nicht nur auf der bisherige« Höhe halte«, sondern abermals vermehren werden."
„Der deutsche Soldat kämpft in der deutschen Geschichte", so schloß der Gauleiter, „erstmalig unter einem einzigen Befehl und einheitlicher Symbolik. Und auch der deutsche Arbeiter,geht überall in der Welt unter einer einzigen Devise an die Arbeit: unserer nationalsozialistischen Weltanschauung. Darin liegt das Geheimnis des Arbeitseinsatzes in Deutschland, und darin liegt der Grund, weshalb das Reich unbesiegbar bleiben wird."
Wofür das deutsche Volk kämpft
Von Helmut Sündermann
Das deutsche Volk führt einen Kampf um feine Existenz, feine Feinde kündigen ihm offen eine völlige nationale Vernichtung an, sie haben Deutschland den Krieg aufgezwungen, um es auszulöschen aus dem Kreise der Völker. Unter solchen Umständen ist die Tatsache verständlich, daß das Thema der „Kriegsziele, mit dem die Öffentlichkeit in den uns gegnerischen Ländern von ihrer jüdische« Presse ununterbrochen beschäftigt wird, bei uns in keinem Augenblick der nun bald vier Kriegsjahre Gegenstand allgemeiner Diskusston oder besonderen Interesses gewesen ist. Nur der bedarf eines solchen Narkotikums, dem ein Sinn des Kampfes ohne dieses nicht erkennbar wäre. In diesem Umstand erkennen wir de« psychologische« Hinter- grunb für die so unterschiedliche Behandlung der sogenannten „Nach- kriegssragen" in den Ländern der Achse und in denen ihrer Gegner.
Mit der Aussicht auf Weltherrschaft und Dollarfegen wird der amerikanische Bürger, mit der Perspektive eines neu zerstückelten Europa wird der britische Lord, mit bet Hoffnung auf freie Raub- unb Mordjagb in den Ländern des kontinentalen Westens wird bet Bolschewik von ben jübischen Drahtziehern biefes Weltkrieges bei Stimmung für einen Krieg gehalten, bet weber für bas amerikanische, noch für bas englische Volk, noch auch für bie unter bem bolschewistischen Regime lebenben Völkerschaften Sinn besitzt. Das beutsche Volk ist unter ganz anbeten Voraussetzungen in ben Krieg getreten: es wollte webet bas englische noch bas französische Volk „ausrotten", noch dachte jemand an „Eroberungen", wie fie Herr Roosevelt als seine Kriegsabsicht schon ganz offen proklamiert; Deutschland hatte nichts anderes im Auge als bie Revision eines der dunkelsten Punkte des Versailler Diktates — dunkel nicht nut für uns, sondern für ganz Europa, weil durch bie Danzig- unb Äortibotftage eine offene Wunbe bestaub, bie die Verteibigungsbereitschast des Kontinents gegenüber bem brohenben bolschewistischen Osten lähmte.
Daß gerade biese Frage von ben Briten zum Anlaß ihrer Kriegserklärung gewählt würbe, hat für bas beutsche Volk von der ersten Minute bes Krieges an (eben Zweifel darüber beseitigt, daß dieser Kampf eine Wiederaufnahme des Ersten Weltkrieges bedeutete unb bamit um Sein ober Nichtsein unserer Nation ging
War bergeftalt bamals bie Frage nach bem beutschcn Ktiegsziel müßig, ba es um bie Selbstbehauptung bes überfallenen ging so hat bach ber Verlauf bes großen Kampfes so viele Ursachen unb Hintergründe unseres so harten Schicksals unb unserer so schweren Lebens- bebingungen offen zutage treten lasten, daß bem deutschen Volk daraus klare Vorstellungen erwachsen sind über die Entscheidungen und Entwicklungen, die es als notwendiges Ergebnis dieses Krieges erwartet und für bie es aus einer höheren Einsicht heraus bis zum Letzten zu kämpfe« entschlosten ist.
Im Vordergrunb solcher Gebanfen steht für uns alle die so überaus eindrucksvolle Bewährung der gr o ß en jozialifti- schen Prinzipien, beten erste Anfanssentwicklung in ben Jahren 1933—1939 «och nicht abgeschlossen war als bereits bie eiserne Sauft bes Krieges sich erhob, um unser Volk auf feine neugewonnene Kraft zu prüfen. Wir misten heute ichon — unb bas ist bei aller Härte bes Krieges ein glücklicher Gedanke für uns alle — daß die sozialistische Bolksgemeinschaft, die einst vielen noch ein Experiment erschien, wirklich dem deutschen Volk den Weg zu härtester Wider- standskraft und zu ungeahnter leistungsmäßiger Entfaltung geöffnet hat. Wir haben uns davon überzeugt, was alles geschaffen werden konnte, welche wahren Wunder aus dem Boden gestampft wurden wenn sich die gesammelte nationale Energie unter einer entschlossenen Führung auf große Gemeinschaftswerke konzentrierte. Wir haben erlebt, wie riesige Schutzwälle von Tausenden van Kilometer aus solchem Geist entstanden sind, und unsere Phantasie vermag sich vor-
Mcnschen. Unseren Gegnern stand damals in Europa, Asien. Asrika, Amerika und Australien dagegen ein Menschenreservoir in Höbe von 1422 Millioneck Menschen zur Verfügung. Das Menschenverhältnis im Weltkrieg stand also damals 1:10. Zu diesem Menschenver- hältnis darf ich im Vergleich zu unserer heutigen militärischen Lage sagen, daß nach britischem Eingestänbnis trotz dieses Mißverhältnistes ber Zahlen kurz vor ber deutschen Kapitulation auch unsere Gegner militärisch auf einem sehr tiefen Punkt angekommen waren und daß wir lediglich nicht die moralische Kraft der letzten Viertelstunde mehr besesten haben. Wir standen bamals aber nicht am Atlantik, nicht am Kanal, sondern wir hatten vor Verdun zu kämpfen, an der Somme und in Flandern, Jahr für Jahr von einer Offensive zur nächsten Offensive, immer Hunderttausende beste Soldaten verloren, in einem Ausmaß, wie es in diesem Kriege nicht ein einziges Mal der Fall war. Wir hatten damals eine chlechte politische Führung, wir besaßen damals kein .Kriegsziel, und trotzbem hat damals kein feindlicher Soldat int Rahmen von Kampfhandlungen deutschen Boden betreten. Ich möchte dabei nur zum Ausdruck bringen, datz troß dieses unerhörten Mißverhältnistes von 1:10 die Völker unserer Länder militärisch wie praktisch unbesiegt geblieben find. Wie sollten wir uns heute in einer Sorge befinden, wenn fich nun das Verhältnis allein der menschlichen Kraft, die uns zur Verfügung steht, so vollkommen geändert hat? Im jetzigen Weltkrieg verfügt die Achse in Kontinental-Eurova über rund 350 Millionen Menschen; durch Japan unb japanische« Einflußbereich über 500 Millionen Menschen, also zusammen 850 Milliomnen Menschen, die heute den Mächten des Dreiervaktes als Menschenvotential zur Verfügung stehen. Die Achsengegner verfügen, insgesamt über 1100 Millionen Menschen. Im Vergleich zum ersten Weltkrieg hat fich das Verhältnis zu unseren Gunsten verschoben; es steht 9:11
3n seinen weiteren Ausführungen zog bann der Vortragende auch die Erwerbstätigen Mitteleuropas und Japans als Arbeitsvotential zum Vergleich heran und erklärte, baß in Deutschlanb insgesamt 51 Millionen Erwerbsversonen gezählt werden, in Italien 19 Millionen. Die Einflußbereiche Deutschlands und Italiens in Kontmental-Eürova umfassen etwa 115 Millionen Menschen, insgesamt also 190 Millionen erwerbstätige Menschen, die die Einflußsphäre der Achse in Europa verfügbar find. „Erwerbsfähige Personen gibt es in Japan 30 Millionen", so führte Gauleiter Sauckel weiter aus, „im japanischen Einflußbereich etwa 160 Millionen, zusammen 190 Millionen. Die Mächte des Dreierpaktes haben somit ein gemeinsames Arbeitsvotential von 380 Millionen Menschen, die fie direkt eingesetzt haben. Demgegenüber beträgt das Potential unserer Gegner an erwerbsfähigen Personen 536 Millionen Menschen. Nie- mals aber verfügt der Gegner über ein so geschlossenes Menschen- refernoir und ein so hervorragendes Arbeitertum in der übrigen Welt
