Wiesbadener Tagblatt
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Nr. 126
Dienstag, l. Juni 1943
91. Fahrgang
daß der noidamerikanischc Sonderbotschafter Philipps sich in.den nächsten Tagen wieder nach Indien begeben werde, um nicht nur "mit Gewalt, sondern auch mit Intrigen und hohen Versprechungen zu versuchen, das indische Volk zugunsten Englands und der USA. auszunutzen und ihm die tatsächliche Kriegslage zu verheimlichen.
wenn auch die bis letzt als Habenichtse verachteten Nationen ihr Recht auf Leben und Lcbensraum durchgcsctzt haben werden, sind die Grundlagen für einen vernünftigen Neuaufbau Europa- und Ostasiens. ein Neubau, wie er diesem Krieg unter der Führung der jungen Völker Deutschland und Japan erkämpft werden wird, geschaffen.
Oer Angriff auf füüenglifche Hafenstädte
Berlin, 31. Mai. In den frühen Morgenstunden des 30. "Mai wurde die südenglische Küste und/die.Hafenstadt Torauay überraschend aus geringer Höhe angegriffen. Die feindliche Flak konnte durch Bordwaffenbeschuß niedergehaltcn werden, so baB' sie nicht zur Wirkung kam. Unsere Kampfflugzeuge jedoch erhielten Ee- fechtsberübrung mit feindlichen Jägern, die zur Abwehr gestartet waren. Hierbei entwickelten sich heftige Luftkämvfe. in deren Verlauf ein amerikanischer Jäger vom Muster „Tomahawk" abgeschossen wurde. Außerdem wurde beobachtet, wie ein britischer Jäger vom Muster „Svitfire" infolge Wasierberührung im Meer versank.
Bomben schweren Kalibers fanden ihr Ziel im Hafengebict sowie in sonstigen kriegswichtigen Anlagen der Stadt. Starke Brände und umfangreiche Schäden wurden beobachtet.
In den Abendstunden -des gleichen Tages stießen schuellc Bomber noch gegen andere Hafcnvlätze der britischen Südküste vor. Auch hier worein sic erfolgreich und trafen mit ihren schweren Bomben kriegswichtige Ziele.
Der Beamte Mittler zwischen Führer und Volk
Der Gauleiter vor leitenden Beamten des Gaues
XSG. Auf der (Sauschule Selters werden zurzeit in mehrtägigen Lehrgängen leitende Beamte des Gaues zusammengefabt. um im Rahmen weltanschaulicher Schulungsvorträge Ausrichtung für ihre weitere Arbeit zu erhalten. -
Gauleiter und Reichsstatthaltcr S v r e na? e r 'bekundete jein be- • londeres Interesse für diese Lehrgänge, indem er auch zürn Abschluß des zweiten Lehrganges Gelegenheit nahm, in einem lebhaften Gedankenaustausch mit den Lehrgangsteilnehmern Fragen, die im täglichen Dienst auftictcn und die noch teilweise einer Klärung bedürfen, ju behandeln.
Der Stellvertretende Gauleiter Linder sprach im Rahmen der Tagung über die Ausgaben des deutschen Beamten und über seine Stellung im nationalsozialistischen Staat.
.. Rom, 31. Mai. Eine Gruppe von 400 italienischen Kriegsbeschädigten, die zusammen mit einer Gruppe deutscher Verwundeter einige Wochen der Erholung in Badeorten der adriatischen Küste zugebracht hatte, besuchte die Stadt Forli und den Heimatsori des Duce, Predavvio. Nachdem |te an den Gräbern der Eltern des Duce, sowie des tödlich verunglückten Sohnes des Duce. Bruno Mussolini, geweilt hatten, erschien überraschend der Duce unter ihnen.
Der Duce wandte sich in Worten des tiefften Mitgefühls an die Verwundeten und hob hervor, daß sic, die bisherigen Kämpfer an der auBcrcn «ront, nunmehr zu Kämpfern an der inneren Front geworden seien, wo cs ihre Aufgabe fei, diejenigen lügen zu strafen, die sich auch jetzt noch Einbildungen über die Großmütigkeit des englischen und amerikanischen Gegners hinAcben. „Eure Aufgabe ist es", rief der Duce den Verwundeten zu, „den heiligen Haß gegen den Feind zu verbreiten.- Jede Nachgiebigkeit wäre ein Verbrechen und ein Verrat am Vaterland . In solcher Weise leistet Ihr Euren Auftrag im Kampf um das Ziel, nach dem wir mit unserem allertiefstcn Glauben streben."
Wie aus einem Munde schallte dem Duce auf seine packenden Worte der Kampfruf der Italiener „Vincceremo" (wir werden siegen) entgegen.
Anschließend wandte sich der Duce in deutscher Sprache an die deutschen Verwundeten und unterstrich in seinen Worten die unlösbare Kampjgemctnjchait der beiden Völker in Waffen.
Kommandeur der USA.-Streitkräste im Fernen Osten in England
Stockholm, 31. Mai. General Joseph W. S t i ! w e l l, der kom- inandiercnde General der USA.-Streitkräfte in China, Indien und Burma, traf in England ein.
«Italien fürchtet die Zukunft nicht"
Rom, 31. Mai. Ini Ehccnsaal des Mutterhauses des italkcnischcn Schwerkriegsverletztcn-Vcrbandcs hielt der Leiter des Verbandes, Carlo D e l c r o i i, einen durch Rundfunk übertragenen hlvvell aller dem Verband angeschlofscncn Schwcrkriegsoerlctzlcn Italiens ab. Der Fcicr wohnten Abordnungen der verfchicdcnev Waffcnocrbände dct faschistischen Jugendorganisation.' der Kriegsbeschädigten, der Eold- mcdaillcnträgcr usw. bei.
Delcwij wies in seiner Ansprache auf die, Verbundenheit der
der Welt hausieren gehen, Deutschland vernichten. Der britische llnter- hausabgeordnetc Cunningham-Reid scheut sich nicht, diese Absicht offen auszufprechcii. Er will von den Plänen für eine „Neuerziehung" der Deutschen, von dem viel erörterten Projekt der Deportierung unserer Kinder nichts wissen. „Es würde leichter sein", so meint er, „80 Millionen Pavianen d.cn Affeninstinkt auszütreibcn", als den deutschen Menschen zu verändern. Die einfachste Politik fei: „Kein Deutschland mehr — kein Krieg mehr!" Zwischen den Zielen Moskaus und denen Washingtons und Londons bestehen also nicht die geringsten Unterschiede. Wer sich darüber wundert, zeigt nur, daß er immer noch nicht begriffen hat, daß die treibende Kraft im bolschewistischen und vlutokratischen Lager die gleiche ist: der Jude. Seinem Streben nach Weltherrschaft stehen nur noch die jungen, ihrer Art und ihres Lebensansvruches bewußten Völker gegenüber. Würden sie ausgelöscht dann könnte der Hebräer das Gebäude der jüdischen Herrschaft auf den Trümmern Europas errichten. Dann könnten sie die Sklavenbataillone formieren, die für sie schufteten, dann könnte sich der j ü d i s ch e S a d i s m ti s hemmungslos austoben.
Die deutschen Armeen und die Divisionen unserer Verbündeten bilden mit ihren Leibern, mit ihrem fanatischen Willen und ihren Waffen den letzten Damm gegen die Sturmflut der Vernichtung. Der Kampf ist hart und die Opfer, die Front und Heimat, besonders in den luftbedrohten Gebieten, tragen müsien, sind schwer. Aber wir alle wissen, worum es geht. Die Opfer sind, so bitter sic auch sein mögen, gar nicht zu vergleichen mit dem was uns. wenn der Jude fein Ziel erreichen würde, bevorstände. Es geht diesen Gangstern nicht um die Vernichtung einer Klasse, oder einer Führunqsschicht. Sie wollen das ganze Volk tödlich treffen, die deutsche Substanz für alle Zeiten auslöschen. Je klarer sich der Haß und ihr Vernichtungswille ausspricht, um so fester wird unser Entschluß, die Entscheidung d u r ch z u st e h e n, um so fanatischer unser Wille, jede aufkommende Schwäche in uns rücksichtslos zu unterdrücken. Wir wissen daß wir siegen, müssen, wenn wir leben wollen. In uns Brennt der heilige Haß, von dem Musiolini dieser Tage zu italienischen und deutschen Kriegsversehrten sprach, der Haß gegen die Wcltzerstörer, die nach unserem Leben greifen. Aus diesem Haß wächst das Gericht, ein Urtcilssvruch, dem der Schuldige nicht entrinnen wirb.
Bereits 46 500 Inder verhaftet
Tokio. 31. Mai. Zur Lage in Indien schreibt die javanifchc Zeitung „Tokio Schimbun", die Gesamtzahl der verhafteten I n d c r sei nach der neuesten Bekanntgabe bereits auf 46 500 gestiegen, was ein anschauliches Bild des wachsenden Widerstandes der indischen Bevölkerung gegen England gebe. Gleichzeitig sei mitgctcilt worden, daß Indien für die Landesverteidigung die phantastische Summe von »108 Millionen Pfund aufbringen müsse, während die Ausgaben der Landesvertoidigung sich vor Kriegsausbruch auf rund eine Million Pfund belaufen hätten. Zur Erhaltung der britischen Herrschaft in Indien zwinge man also die Inder. 108mal so viel aufzu- tz bringen wie iijr Frieden. Nach „Tokio Schimbun" verlautet zudem,
Aushöhlung der britischen Machtposition in Indien (Eigener Drahtberichi unserer Berliner Schrift! citung) ,
„Eure Ausgabe ist, den heiligen Hah zu verbreiten!"
Der Duce bei italienischen und deutschen Kriegsbeschädigten
Schicksals ^des Einzelnen mit der Gesamtheit hin und betonte daß- die vom -rcmb gemachten.Versprechungen, die zwischen Völk und Re- tung unterimeiben wollen, im italienischen Volk nicht verfangen.
Ein Volk beweise seine Rene und sein Selbstbewußtsein, wenn es die llnachen etwaiger Schwierigkeiten und die Heilmittel nicht außerhalb seiner leimt suche und auch keine mildernden Umstünde für das an- ruje, was cs ielb|t gewollt und selbst auf sich genommen habe. Ein jeder muB leooch, ,o führte Delcrokfc weiter aus, mit [einem eigenen Gewissen zu Rate gehen, um dem Feind auf seine Drohungen, seine Versprechungen und (eine Verhetzungen Antwort zu geben. Angedrobt werde Italien die Zerstörung seiner Städte, versprochen werde ihm die «rreiheit. m einem vom Feind besetzten Lande*unter der Fuchtel von denen Kriegsgerichten zu leben, aufgehetzt wurde cs zur Rebellion. Um auf die Androhung der Fremdherrschaft eine Antwort zu geben, brauche man nur an die Aufgabe der öfter gestürzten und immer erttanbenrn ewigen Stadt zu erinnern, die dazu bestimmt ist, die Beziehungen zwischen Religion, Sittlichkeit und Gerechtigkeit aufzu-
•Ju«1 aufrechtzucrhalten. „Daher fürchten wir die Zukuiist nicht auBcrte Dclcroix wörtlich, „Für die Gegenwart brauchen wir nur daraus hinzuweisen, daß wir uns auf Grund eines Paktes im c befinden, der unsere Ehre als Soldaten und unsere Treue als Volk oindet. ‘ An das gegnerische Lager jedoch möchte man das suchen richten, ^>as italienische- Volk mit überflüssigen schm-ich'cri- imen Aussorderungcn und mit billigen Beleidigungen zu verschonen.
„Dieser Krieg des Unvorhergesehenen ha: bewiesen" so schloß der eruhrer des Schwerkriegsbeschädigten-Verbandes sein Ausführungen „dan die EreigMsie einem höheren Willen gehorch ,i daß die (" ' 'chtchte Vorsehung ist. wie das fieber Schickung. Der Sr a hat he wiesen, daß die Zukunft deuscuigen Volkern geboren c>rd die im ■flut und Ab der Geschichte »»Niger Sochmn'. hafür ab . : chr innere Haltung gezeigt haben. Wie auch immer die Würfel sollen mögen wer aus einer Belastung eine Kraft gemacht Hai. wi d nicht nnter- gehen. Je mehr Italien getroffen und verfolgt wird je mehr Italien in Versuchung geführt und beleidigt wird, desto stolzer und wir au Italien, umso sicherer sind wir der Zukunft."
Träume vom Über-BersaiHes
Die feindlichen Bernichiungspläne machen unferen Selbstbehauptungswillen nur noch harter
Wallstreets Hand in Jnnerasien
Von unserem Berichter st atter
B. Bangkok, im Mai 1943.
,Es gehört keine besondere lzsunbinationsgabe dazu, um zu erkennen, das Washington dem pazifischen Kriegsschauplatz in letzter Zeit weitaus mehr Aufmerksamkeit geschenkt hat als es bisher in seiner Überheblichkeit gegen die Javaner für notwendig hielt. Da Mac Arthur im südwestlichen Pazifik nach eigenem Geständnis nichts erreicht hat, da weiter die japanische Frühjahrsoffensive Ergebnisie in . Nordchina brachte, die nicht nur Tschiangkaischek veranlaßten, eine schärfste Bewachung aller der ihm noch verbliebenen Generale zu veranlassen, sondern die auch in London und Washington als ein ernstes Zeichen für die zunehmende Schwäche des „Bunbe^enosicn" angesehen werden dürften, kann man verstehen, wenn die Vereinigten Staaten mit allen Mitteln versuchen, auf irgend eine Weise Tschung- king am Leben zu erhalte,,. Nicht etwa, weil den- Britten und Nordamerikanern das Geschick des restlichen Chinas besonders am Herzen liegt, sondern weil sic durch eine vorzeitige Beendigung des Feldzuges auf dem asiatischen Kontinent.befürchten, daß Japan seine Militärmacht in diesem Gebiet erfolgreich gegen Indien oder Australien einsetzcn könnte.
Um diese „Hilfe" anzukurbcln, um Tschungking auf dem Wege über den Himalaya und durch das tibetanische Hochland auf uralten Karawanenstraßen neues Blut zuzuführen, wurden daher ziemlich große Anstrengungen unternommen, obgleich der Endeffekt gleich Null bbieb. Die Schwierigkeiten eines wirklich ins. Gewicht fallenden Nachschubs über Bengalen und durch die Hochtäler des Himalaya waren zu groß, die Risiken zu gewaltig. Aber cs handelt sich bei all diesen so laut verkündeten Bestrebungen, die Seitenstraße und alte Karawanenwege in moderne strategische Nachschubstraßen zu verwandeln, durchaus nicht etwa um reine Uneigennützigkeit der Pankees, sondern dahinter steckte noch viel mehr. Nicht umsonst wurde der Herausgeber der betonten Zeitschrift „Pacific Assairs", Owen ^dttimore, von Roosevelt mit dem Auftrag versehen, die kommunistischen Strömungen des innerasiatischen Gebietes zum Einsatz gegen Japan zu sammeln, tut bei man in Washington selbstverständlich zu Beginn des Kampfes gegen Japan mit der mehr ober minder aktiven Unterstützung der Sowjets rechnete. Allerdings haben sich die Dinge dann doch etwas anders entwickelt, denn Moskau zeigte nicht die geringste. Luft, auf die Einladung und die mehr oder minder deutlichen Winke der Pankees einzugehen. da der europäische Kriegsschauplatz die Bolschewisten in einem Maße beanspruchte, der für sie den Ruf nach einer, „zweiten Front" allerdings mit umgekehrtem Vorzeichen notwendig machte.
Da die Erfolge Japans selbstoerftändlich auch sttmmungs- mäßig sich nicht nur im gesamten pazifischen Raum, sondern vor allem auch in der inneren Mongolei sehr zugunsten dieser führenden Ordnungsmacht Ostasiens auswirkten, waren die Pankees wohl oder übel gezwungen, ihre Taktik zu änblrn. Sie mußten bas auch schon aus dem Grunde, da sie inzwischen bei ihrem Vordringen in die ehemals rein britischen Einflußgcbicte am Persischen 'Golf und vor allem bei ihrer Berührung mit 'den Sowjets in Iran erfahren mußten, daß der Bolschewist auch bann, wenn er „Bundesgenosse" sagt, 'in Giesen vorderasiatischen -Gebieten niemals seine eigenen Ziele außer acht läßt und die find bekanntlich sehr weit gesteckt. Sie umfassen die Meerenge und den Persischen Golf, wie auch schließlich große Teile Irans und andere Gebiete, von den Bolschewisten beansprucht werden. Für Kenner der Verhältnisse ist es kein Geheimnis nicht, daß die USA in diesem Teil des Vorderen Orients das Erbe Englands übernommen habe, d, h,, sich also in Zukunft die Nordamerikaner mit den imperialistischen Ansprüchen der Sowjets herumzuschlagen haben.
In Sinkiang haben die Baukees die durch die außerordcnt- liche Inanspruchnahme der Sowjets am europäischen Frontabschnitt cntftanbene Lage geschickt benutzt, um zusammen mit Tschiangkaischek einfiang weitgehend oom bolschewistischen Einfluß zu befreien und wieder enger an Tschungking zu binden. Das Interesse d'er Bankecs an diesem Gebiet ist sehr ausfällig. Sie lassen Straßen bauen, fie haben Tjchiangkaischck bestimmt, die Eouvcrneursgewalt rocitgehcnb einzuschränken und die bisherige Verwaltung zu Gunsten Tschung- kings scharf zu zentralisieren, alles angeblich, um den Nachschub für a.schungkiiig über die Sirnalaya-Straße sicherzustellcn, in Wirklichkeit aber, um dieses wichtige Vorfeld sowohl für Indien als auch für China selbst in die Hand zu bekommen.
Damit haben die Baukees sowohl in Iran wie am Persischen Golf als auch in Sinkiang bas Bestreben erkennen lassen, gegen, bie Machtansvrüche und imvcrialistiscken Interesien der Sowjets zu handeln. Sie tun das selbstverständlich nicht allein um Tschungking zu reiten, sondern in erster Linie um mit Hilfe Tschungkings jene Positionen zu besetze», von denen man später aus die innerasiatischen Gebiete leicht unter die K m t r o 11 e der Wallstreet bringen kann. Genau so. wie im Vorderen Orient die Leih- und Pachtgesetze für den Prozeß der inneren Aushöhlung und der wirtschaftlichen Versklavung herhaltcn, müsien, um die nordamerikanischen Finanzinteressen zur allein bestimmenden Macht zu erheben genau so arbeiten in Jnnerasien die Vertreter Roosevelts, um hinter dem
•Kz. Was wir.von den Bolschewisten zu erwarten hätten, das weiß heute jedes Kind bei uns, ja, das weiß jeder Mensch in Europa. Unsere Soldaten sahen, ob hoch im Norden oder in der Ukraine, das unfaßbare Eiend, das der Bolschewismus über ein blühendes Land, über das kigene Volk, gebracht hat. LlZieoiel schlimmer müßte das Schicksal der 'Unterworfenen fein. Unsere Soldaten sahen die Schlachthäuser der GBU., die Masiengräbcr, die Tausende von Hingemordeten enthielten. Unsere Truppen erlebten die Freude die die befreiten Esten, Letten und Litauer, die erlösten Rumänen in Bessarabien erfaßte, als die bolschewistischen Bluthunde aus dem Lande vertrieben waren. In diesem.Punkte gibt cs keine Unklarheit und keine Zweifel mehr. Es wäre aber ein grober Irrtum, wenn hier und da noch immer die Meinung vertreten würde, daß die Anglo- Amcrikaner über das Los, das uns nach einem Sieg der Fcind- koalition zugedacht ist. oberer Auffassung wären, wie die Massenmörder im Kreml. Vielleicht sind die Plutokraten etwas vorsichtiger in der Formulierung, weil sie vorerst das MäntelcWi der Humanität noch nicht ablegen möchten. In der Sache selbst sind ihre Pläne nicht weniger barbarisch, wie die der Bolschewisten.' Darüber ließen die Ideen, die der bevorzugte Presieadjutant Nooscvclts. Mister Smith, dieser Tage entwickelte, keinen Zweifel mehr. Dagegen wäre selbst Versailles noch ein Kinderspiel gewesen. Damals dachte man nicht daran-, ganz Deutschland zu besetzen und unter ein feindliches Militär-- Regime zu stellen^ wie dieser Smith, der dämit nur die Gedanken seines Herrn und/Meisters die Gedanken Roosevelts,' zum Ausdruck bringt, es vorschlagt. Wohl hielt man auch nach dem ersten Weltkrieg die deutschen Kriegsgefangenen lange zurück, aber man -verstieg sich wenigstens nicht zu dem heute propagierten Wahnwitz, die ganze deutsche Mannschast, die unter deOFahnen steht, als Arbeitsbaiaillonc auf unabsehbare Zeit der Heimat, der Familie vorzuenthalten. Don dem kärglichen Lohn, den unsere Männer erhielten, soll die Heimat, wie Smith sich hämisch ausdrückt, ein noch kärglicheres und armseligeres Dasein fristen. Die deutsche Libustrie soll verschleppt und hem Volk jede Verdienstmöglichkeit genommen werden. Unwillkürlich erinnern wir uns der Methoden, mit denen Amerika das Jndianer- vroblem löste. Man lieb die Ureinwohner des Landes, dcsien Boden und Schätze mau sich bemächtigt hatte, in ihren Reservaten verhungern. So möchten diese Leute, die mit der Bibel und sozialen Phrasen in ■
as. Berlin, 1. Juni. Die offiziöse, spanische Wochenzeitschrift „El Esvanol" veröffentlicht einen sehr aufschlntzreichen Bericht über bie us.-amerikanischen Peftrebungen in Indien. Dieser Bericht stammt von einem türkischen Journalisten, der kürzlich an einer Reise türkischer Pressevertreter durch Indien teilnahm. Er berichtet u. a., daß er in allen Ländern Indiens fast nur amerikanische Autos, Maschinen und Waffen gesehen habe, überall in Indien habe der türkische Journalist . festgestellt, daß die Amerikaner mit ihrem Geld und ihrer kofnmer- ziellcn Initiative den englischen Verbündeten bei den Eingeborenen auszustcchen beginnen. Eine für England beängstigende Zahl rein amerikanischer Fabriken, nämlich 2500 seien in letzter Zeit,in Indien aus dem Boden geschossen. Bezeichnend für bie Stellung der Briten in Indien sei auch die Atmosphäre, in der sich der Emvsang der neutralen Journalisten absvielte. General W a v c l l habe mit der Formulierung begonnen „dank der amerikanischen Hilfe". Wörtlich heißt es bann am Schluß des Berichtes „Zusammenfassenb ist zu sagen, bah der nordamerikanischc Einfluh in Indien täglich w ä ch st. Die Bereinigten Stkkaten zielen auf bas Herz des britischen Weltreiches. Ihre Aktion ist auf allen Gebieten im Gange. Militärisch mit dem Vorwand des japanischen Problems., politisch in der Zusammenarbeit mit den freiheitsbiirstenden Eingeborenen und wirtschaftlich in Form einer systematischen Durchdringung, die unaufhaltsam geworden ist. Der türkische Journalist stellt weiterhin fest, daß die Sympathien der Indier für die'Javaner z^u- nehmen Und er meint, bah Englanb heute für die Javaner in Indien nicht mehr ein ernst zu nehmender Gegner sei, sondern bah bie Entscheidung psychologisch, wie militärisch nur noch «wischen Japan und den USA liege.
Die beachtenswerten Feststellungen des türkischen Journalisten kennzeichnen die englisch-amerikanischen Gegensätze in Indien uno lassen zugleich recht klar die Hintergründe für die neue Entsendung des Sondervertreters Roosevelts, P h i l i o p s, nach Indien klar werden. Wenn also jetzt der Führer des britischen Oberhauses Lord Granborne eine gesamte englisch-amerikanisch-bolschewistische -Aktion für Kontrolle der Rohstoffe her Welt- fordert, so dürsten solche Pläne schon an dem Interessengegensatz int Feindlager scheitern. Andererseits zeigen sie freilich auch, daß ntan auf diese Weise die Dauerversklavung der übrigen Welt sichern möchte.
Die „Habennichtse" (ollen also weiter im Schatten stehen und ganz von der Gnade der Besitzenden abhängig jein. Dem gegenüber hat gerade jetzt der javanische Gesandte in Nanking. £ a n i, betont, Japan kämpfe in Ostasien für den Grundsatz, dah jeder einen Platz an der Sonne erhalten soll, das sind Worte, die izoch einmal die Gemeinsamkeit der Kriegsziclc der Drcicrpaltmächtc unterstreichen, denn es sind die glcickicn Grundsätze, die auch die Achsenmächte leiten. Erft wenn dieser Grundsatz verwirklicht sein wird und
