Wiesbadener Tagblatt
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Nr. 123
Freitag, 26. Mai 1943
91. Jahrgang
Risse in der Feind-Koalition
Europa wird ein Kontinent
Bon Helmut Sündermann
Das politische Leben der Verbündeten vor eil
as. Berlin, 28. Mai. (Eig. Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung.) Während die anglo-amerikanische Presse im Hinblick auf die Washingtoner Besprechungen Churchills mit Roosevelt und im Hinblick auf die ..Auflösung" der kommunistischen Internationale zunächst einmal sehr begeistert diff Einigkeit der Antiachsenmächle pries und die Dinge so darzustellen versuchte, als ob im olutokratisch-bolschewisti- Block nun eitel Freude und Harmonie herrschten, mehren sich in den letzten Tagen die Stimmen, die feststellen, daß eigentlich alles beim alten blieb. So meint beispielsweise der „Economist", daß die meisten internen Schwierigkeiten so unbereinigt seien wie je. Auch die große Freude über die angebliche Auflösung der kommunistischen Internationale wird sehr gedämpft, da man ja immer 'wieder erkennen muß. daß Moskau keinerlei Veränderungen hinsichtlich seiner Rach- kriegsvläne einzugehen gedenkt, daß es aber immer offener Vorbereitungen für di« Bolschewisierung der früheren Nachbarstaaten trifft. Nicht nur, daß man in Moskau alles mit großem Eifer fördert was auf die Schaffung eines sowjetischen Polens hinzielt — man denke nur an die Aufstellung einer polnischen Diviston in der Sowjetunion, an die Umtriebe der von Moskau ausgehaltenen Vereinigung der patriotischen Polen usw. — hat man neuerdings auch durch einen jugosla- roischen Emigranten die Forderung erheben lassen, daß der jugosla- wiiche Emigrantenklüngel von London nach Moskau überfiedeln solle. Herr B e n e s ch, der bisherige Emigrantenhäuptling, ist bereits ebenso stark von Moskau abhängig, daß er es nicht wagt, weiter mit den polnischen Emigranten zu verhandeln, da das in Moskau mißfallen könnte. Dazu erklärt nun noch die „Pktlwda" den lieben Bundesgenossen, daß Moskau nicht beabsichtige, sich an den, mannigfachen Nachkriegserörterungen zu beteiligen, d. h., Moskau lehnt nach wie vor jede Bindung ab und verfolgt seine weitreichenden Bolsche- wisierungsvläne trotz der Auslösung der Komintern mit allem Nachdruck. Kommt auch für die Praxis diesen Dorgängen insofern keine Bedeutung zu. als ja nicht die Bolschewisten und nicht die Plutokraten über die dufunft Europas bestimmen, sondern die Achse, so sind diese Dinge durch ungemein kennzeichnend für die Einstellung Moskaus und für die sogenannte Einigkeit im gegnerischen Lager.
Dann aber muß man auf der Feindseit« auch feststelleii. daß es nach wie vor an Unfreundlichkeiten zwischen London und Washington nicht fehlt. Diese ..Unfreundlichkeiten" haben einen recht realen Hintergrund. denn die USA. find natürlich nicht gewillt, ihre Ansprüche auf britisches Kolonialgebiet aufzugeben oder die „Durchdringung" solcher Länder abzuftoopen, die die Engländer bisher als in der eigenen Interessensphäre liegend ansahen. So vertritt beispielsweise die US.- amerikanische Wochenschrift „News Week" erneut sehr nachdrücklich die Forderung nach einem „weltweiten System von Stützpunkten" für die U S 9t.. wobei ausdrücklich erklärt wird, daß die bisher in britischer Hand befindlichen Stützpunkte für die USA. „erschlossen" werden müßten. Nicht minder bemerkenswert ist die Tatsache. daß Roosevelt den Konteradmiral Elaßford als seinen persönlichen Vertreter nach Dakar entsandte, und ihm für diese Mission den Rang eines Ministers verlieh. Auch die erneute Reise des Roosevelt-Vertreters Philipps nach Indien, um dort nach dem Rechten zu sehen, ist recht aufschlußreich. Gegenüber allen diesen kaum noch verhüllten US.-amerikanischen Wünschen und Forderungen, meldete selbst dieser Tage die englische Zeitschrift „Das neunzehnte "Jahr-
Der irakische Ministerpräs
Sauleiter und Reichsstatthalter Sprenger ehrt i
XSG. Der irakische Ministerpräsident Raschid Ali El Galla ni traf am Donnerstagvormittag in der Eauhauvtstadt ein. Gauleiter und Reichsftatihalter Sprenger entbot dem Ministerpräsidenten im Kuifiirstenzimmer des Römers die Grüße des Gaues Hessen- Nassau. Am Etnosang nahmen Vertreter von Partei, Staat und Wehrmacht teil.
Der Gauleiter begrüßte in herzlicher Weise die Gelegenheit, seiner Erzellenz dem irakischen Ministerpräsidenten cinpn Einblick in die Arbeir der in Frankfurt am Main bodenständigen judengegnerischen Institute vermitteln zu können.
Außerdem lud der Gauleiter den Ministerpräsidenten zu einer Besichtigung der Erfolge der Melioration?- und Siedlungsarbeiten der Hessischen Landesregierung ein. In seiner Begrüßungsansprache wies Gauleiter Sprenger darauf hin, daß in Frankfurt am Main.der Kampf gegen das Judentum, das ja auch der größte Feind des irakischen Volkes wie der ganzen arabischen Veit sei, frühzeitig aufgenommen worden sei. Es habe in Frankfurt eine Zeit gegeben, in der ein jüdischer Oberbürgermeister die Geschicke dieser altehrwürdigen deutschen Stadt geleitet habe, und auch fast alle führenden Stellen der Verwaltung, Wirtschaft und Kultur in den Händen der Juden gewesen seien. Unter Führung des Nationalsozialismus haben sich die völkischen Kräfte im Kampf gegen das Judentum aujammengeiunben und eine gründliche Bereinigung herbeigeführt. Die Geschichte habe eindeutig den Beweis erbracht, daß England, das sich in verlogener, heuchlerischer Weise als Beschützer der kleinen Staaten ausgab, von jeher mit dem Judentum paktiert habe. Fast die gesamte Oberschicht Englands sei jüdifch versippt und zähle somit zum Judentum. Dte Tatsache, daß die Juden zu Beginn dieses Krieges die Erklärung abgaben : „Wer für England kämpft, kämpft für Juda, und wer für Juda kämpft, kämoft für England!" charakterisiere e.indeutig unsere Feinde. Gemeinsam mit den Wallstreei-Juden Amerikas und den Kreml-Juden der Sowjetunion beseelt sie alle der einzige Wunsch zur Knechtung und Ausbeutung der Nationalstaaten, denen sie ihr?, Selbständigkeit nehmen wollen.
Das arabische Volk habe die grausamen Methoden des Judentums zur Genüge kennen gelernt. Wenn es sich auch der Übermacht beugen mußte, so werde doch der Tag kommen, an dem es wieder Herr seiner eigenen Entschlüsse sein wird. Der Jude ist der gemeinsame Feind unserer Völker, so führte der Gauleiter weiter aus, und wir werden den Kampf nicht eher abbrechen, bis dieser Feind vernichtet ist. Dann wird eine Zeit kommen, in der die vom Judentum befreiten Völker in friedlichem Wettbewerb gemeinsam den Weg frei gemacht haben werden, der in eine neue Welt führt, eine Welt in der das Leben lobenswert fein wird und wieder feinen schöpferischen Sinn gewinnt.
Seine Exzellenz, Ministerpräsident Raschid Ali El Eailani, dankte dem Gauleiter für den herzlichen Empfang und die aufrichtigen Worte, die er an ihn gerichtet habe. Es sei ihm bekannt, daß Frankfurt am Main eine Zentrale des Kampfes gegen Juda fei, und er freue sich, einen Einblick in die Institute nehmen zu können, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, die Judenfrage zy erforschen, und die Völker über die Judenfrage aufzuklären. Das Arabertum habe die jüdische Gefahr bereits feit Jahrhunderten erkannt und feine zerstörende Arheit im eigenen Lande erlebt. Nickt allein der gemeinsame Kampf gegen die Juden verbinde das arabische Volk mit Deutschland, sondern auch der Kamps gegen den internationalen Kapitalismus, die beide in den arabischen Ländern ein Feld freier Tätigkeit zu finden glaubten. Einst werde die Welt citenften. daß Deutschland es war, das die große Gefahr, die das Judentum für die ganze Welt bedeutet, rechtzeitig erkannt und die Führung in diesem Kampf übernommen bade Ohne die tapfere deutsche Wehrmacht und das hinter dieser stehende Volk wäre es niemals gelungen, den gemeinsamen Feinden die S' ■ zu b'"en. Keine and"re Macht der Welt wäre :n der Lase gewestn gegen Judentum und Plutokratie entscheidend anzutreten.
m Hintergrund von Furcht und Mißtrauen
hundert" sehr nachdrücklich die Ansprüche Englands an indem cs aus- führte, dieser Krieg müsie gewonnen werden. Es genüge aber nicht, daß er von den USA. oder den Sowjets gewonnen werde, sondern er müsie von England und dem Empire gewonnen werden. Wenn die Zeitschrift bann weiter von einer „eifersüchtigen Wacht und entschlossenen Verteidigung" britischer Interessen und Rechte sprach, so kennzeichnet auch das das Mißtrauen, das man sich gegenseitig im gegnerischen Lager entgegenbringt. Einig ist man sich nur in dem Wunsch, Deutschland zu vernichten. Sonst aber zeigen sich immer wieder Risse in der gegnerischen Koalition. Selbst der ..Economist" muß eingestehen, „das gesamte politische Leben der Verbündeten soielt sich noch immer auf einem Hintergrund von Furcht und Mißtrauen ab“, während die „Times" von dem 9lrgwohn gegenüber den Bolschewisten spricht. Man traut sich gegenseitig nicht über den Weg. So also ist cs tatsächlich — denn die englischen Blätter müssen es ja schließlich wissen —, um die „enge Zusammenarbeit zwischen Moskau, Washington und London", von der die feindliche Agitation so gerne faselt, bestellt.
Ehrung tQamamotos
Das Eichenlaub mit Schwertern für den gefallenen japanischen Seehelden
Aus dem Führerhauvtauartier, 27. Mai. Der Führer hat an den Xcnno das nachfolgende Telegramm gerichtet:
„Eure Majestät! Unter dem tiefen Eindruck des heldenhaften Einsatzes Ihres Flottenchefs des Großadmirals Jsoroku 9) a m o m o t o und in Würdigung seiner geschichtlichen Lerdienste in dem gemeinsamen Kampf unserer Waffen habe ich dem gefallenen Helden das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes mit Eichenlaub und Schwertern verliehen."
Das Großkreuz des Savoya-Militärordens
Rom, 28. Mai. sFunkmcldung.j Der Kaiser und König bat auf Vorschlag des Duce dem kürzlich im Kampf gefallenen Befehlshaber der japanischen Flotte, Großadmiral damamoto, das Großkren» des Savoya-Rilitarordens verliehen.
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.Anläßlich des javanischen Flottentages würdigte ein Marinemitarbeiter der Agentur Domei die Strategie des gefallenen Admirals Jsoroku damamoto. der in vollem Umfange di« Macht der L u f t w a f f e demonstriert habe. Damit habe er den jahrelangen Streit der Marinesachverständigen der ganzen Welt beigelegt, ob das Schlachtschiff oder das Flugzeug überlegen sei. damamoto habe die entscheidende Antwort gegeben, denn die javanische Ffotte habe in vollem Ausmaß das Wirkungsvermögen der Luftwaffe bei ihrem Angriff auf Pearl Harbour und in der Schlacht von Malaia, als die britischen, aufschneiderisch als „unsinkbar" bezeichneten Schlachtschiffe „Prince os Wales" und „Revulse" auf den Meeresgrund geschickt wurden, bewiesen. Durch diese glänzende Strategie sei eine neue Phase in der Taktik des Seekrieges eingeleitct worden die immer mit dem Namen des Admirals damamoto verbunden lein' werde.
ident besucht unseren Gau
in hohen East durch einen Empfang im Römer
Das deutsche Volk habe unter Führung Adolf Hitlers den richtigen Weg gefunden, und er habe die feste Überzeugung, daß am Ende dieses Weges der endgültige Sieg der Mächte des Aufbaues über die Mächte der Vernichtung stehen werde. Der Irak sei in den Kampf eingetreten und habe 1941 den Engländern den Krieg erklärt, um die ausbeuterische Absicht der Feinde gegenüber Irak und der übrigen arabischen Welt zu vereiteln und gegen das Unternehmen, aus Palästina einen jüdischen Staat zu machen, aufzustehen. Es gäbe keinen Araber, der letzteres jemals dulden werde. Das arabische Volk werde sich stets gegenüber Deutschland zur Treue vervslichtet fühlen, da die Freundschaft, die unsere beiden Völker miteinander verbindet, aus innerer Überzeugung gewachsen sei.
Ministerpräsident Raschid 9lli El Gailani stattete nach diesem Empfang dem „Welt-Dienst", Internationales Institut zur Aufklärung über die Judenfrage, und dann der Außenstelle „Hohe Schule", Institut zur Erforschung der Judensrage, einen Besuch ab. Darauf folgte eine Besichtigung des Reichsfiedlungshofes in Oberursel.
Am heutigen Tag besichtigt- der Ministerpräsident die Neubauerndörfer Allmendfeld, Rosengarten. Riedrode und die Weinbauschule in Oppenheim.
Ritterkreuz für gefallenen Flieger
Berlin, 27. Mai. Der Führer verlieh auf Vorschlag des Oberbefehlshabers der Luftwaffe, Reichsmarfchall Göring, das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an Hauptmann Walter, Sruppenkommandeur in einem Sturzkampfgeschwader.
Hauvtmann Kurt Walter, als Sohn eines Rektors am 23.10. 1911 in Daucrnheim. geboren, hat sich im Frankreich-Feldzug wie im Einsatz gegen die britische Jnselfestung Malta und auf dem afrikanischen Kriegsschauplatz als vorbildlicher Einzclkämpfer wie als Führer seines Verbandes hervorragend ausgezeichnet. Jrn Mittelmeerraum versenkte er den englischen Kreuzer ..Coventry", einen Zerstörer, einen Bewacher und 20 000 BRT. feindlichen Hanbelsschiffsraum, Beim Kampf um Tobruk bahnte er den Truppen durch Zerschlagung starker Teile der Festungsanlagen den Weg. Ende Oktober 1942 fiel der bewährte Flieger an der Stütze des Geschwaders.
Tschungking über die ja$
Die Hauptstadt Tschiaugkaisch«
Schanghai, 28. Mai. (Funkmeldung). Nach Räumung zahlreicher Minensperren und anderer Hindemisie auf dem dangtsesluß zwischen Tungtingsec und Schaschi trafen, einem japanischen Frontbericht zufolge, am Montag d i e ersten Einheiten der japanischen Marine in Schaschi ein. Diese Nachricht erreichte Tschungking bereits, wo sie im Zusammenhang mit der Entwicklung der Operationen in den Provinzen Hunan und Hupeh- starke Bestürzung und B c - fürchtungen um das Schicksal Tschungkings auslöste. Auf einer Pressekonferenz war der befragte Armeesprecher nicht imstande, diese Befürchtungen zu beschwichtigen, sondern er gab das vielmehr zu, daß tatsächlich eine Gefahr für Tschungking bestehe.
1 8 000 Mann feindliche Truppen find, wie ein japanischer Frontbcricht bekanntgibt, in der Umgebung von L o ch i a p a , zehn Kilometer südwestlich von Jchang umzingelt worden. Die Stadt selbst ist nach einem schweren Kampf bereits in japanische Hände gefallen. Wie weiter bekanntgegeben wird, sind 3 0 0 0 0 Mann der Tschungkingtrnppcn, zu denen auch die Elite b.e r 18. Armee des Feindes gehört, im Abschnitt südlich Jschang cingekesiclt. Nsch-
Zu keiner Zeit der europäischen Geschichte haben sich in der kurzen Frist weniger Jahre so tiefgreifende Veränderungen auf dem politischen Gesicht unseres Erdteils abgezeichnet wie während des letzten halben Jahrzehnts. Noch 1937 war der Begriff „Europa" nichts anderes als die Bezeichnung für ein Feld internationaler Politik, in dem auf kleinstem Raum die Großmächte der ganzen Welt ihr Spiel trieben: Wien, Prag. Warschau Paris, Belgrad — dies waren die Plätze, an denen vor allein britische, amerikanische, sowjetische Jn- tcresien angemeldet und geltend gemacht wurden. Dazu der svanifche Bürgerkrieg, in dem der Bolschewismus unter wohlwollender brittsth- amerikanischcr Duldung seinen ersten Versuch zum militärischen Sin» bringen nach Europa unternahm. Es schien eine unabänderliche Tatsache zu sein, daß Euroväertum Trabaiticndasein für fremde Mächte bedeutete, daß die europäische Politik das Versuchsfeld für militärische und diplomatische Abenteurer der ganzen Welt, die europäische Wirtschaft der Ramschmarkt für alles überflüssige der anderen Kontinente, die europäische Kultur aber niHts weiter als ein Museumsgegenstand aus vergangener Zeit sei.
Es war ein Zustand erreicht, in dem die europäischen Völker ohne jede Ausnahntc vor einer unausweichlichen Entscheidung standen: vor dieser Entwicklung zu kapitulieren, die seit langem begonnen hatte und zur staatlichen Auflösung, zum wirtschaftlichen Ausverkauf und »u kultureller Mumifizierung führen mußte, ober in einem großen Prozeß der Selbstbesinnung einen Ausweg aus bem Dschungel jahrhunderte- langer kleinstaatlichcr Verstrickung zu suchen unb einen Ansatzpunkt neuer Belebung, eine europäisch-kontinentale 3bec zu finben. Bevor solche Überlegungen reifen konnten, haben bann bie Ereignisse des Jahre 1938 unb schließlich ber Krieg von 1939 — von seinen Urhebern nicht zuletzt herbeigeführt, um eine innereuropäische Einigung zu ver- hinbern — bramatisch in bas Rab ber europäischen Geschichte ernge- griffen. Die politische Initiative der Achsenmächte und bann die Gewalt ber Waffen, ber sich bas Verstänbnis ber Völker anschloß, haben eine europäische Froüt rascher hergestellk, als dies je erwartet werben konnte. Fast über Nacht waren bie Brandherde ausgelöscht, bie ben fremben Gewaltest so oft zur Entfesselung blutigen Streites unter ben, Völkern gebient hatten.
Diese' neue innercuroväische Stabilität, bie geistig am SUteit hasienbe Elemente nur noch stören aber nicht mehr ins Wanken bringen können, wurde alsbald vor die große gemeinsame Kamvsaufgabe gestellt, dem Ansturm des Bolschewismus zu begegnen. Dieses gewaltige Ringen ist zu einer europäischen Bewäh r um gs - probe weitgreifendster Ausmaße geworden. Die tapfere Jugend nahezu sämtlicher europäischer Völker — auch solcher, die nicht als kriegführend im staatsrechtlichen Sinne an die Seite des Reiches getreten find — hat sich unter den Fahnen des Lebenskampfes geae» ben Osten gesammelt unb beginnt mit ihrem Einsatz eine ganz netfe, feste psychologische Grundlage für die neugewonnene politisch-militärische Front Europas zu schaffen. Ein junges Geschlecht wächst heran — unter Taten unb Erlebnissen, bie dem gemeinsamen Schicksal gewidmet find. Diesem kämpferischen Einsatz der Jugend schließt sich der Arbeitsbck- trag der Schaffenden der europäischen Völker an, der durch eine wirtschaftspolitische Verpslechtung nie gekannten Ausmaßes in besonderer Weise die Entwicklung eines neuen Gemeinschaftsgefühles fördert.
Heute freilich stehen wir nun bereits in einer weiteren bedeutsamen Phase ber europäischen Entwicklung: war bie Ausräucherung der feinblichen Krankheitsherbe am europäischen Körper ein Akt politischer Snittatioc ber Achsenmächte, bas gemeinsame Antreten gegen den Bolschewismus ein Kampfentschluß aus allgemein menschlichem Instinkt heraus, dem die Symvathie jedes selbstbewußten Volkes auch ohne besondere geographische Bestimmung gewiß sein müßte, so läßt der jetzige Zeitpunkt des Krieges, indem sowohl die Briten wie auch die Amerikaner sich mit lauten Worten zu einem Überfall auf die Küsten Europas vorbereiten, ein f o n t i n e n t a I es Interesse ber europäischen Nationen noch ausgesprochener in den Vordergrund treten. Die Wahnsinnsvläne der internationalen Mächte, die sich in Wallstreet wie in Moskau gleichermaßen auf bas Jubentum gtünben, unb bie mit alttestamentarischer Verblenbung eine „bebingungslose Übergabe“ Europas erstreben um es zu zerschlagen unb feine Völker ausrotten zu können — bieic Tollhausabsichten gemeingefährlicher Irrer sagen ben uerooäischen Völkern deutlicher als es politische Thesen oder diplomatische Protokolle vermöchten, worum es bei dieser spezifisch kontinentalen Kamvfaufgabe geht.
Trotz aller Versuche der hinausgewiesenen jüdischen Giftmischer, aus ber Ferne immer roieber mit ihren schmutzigen Fingern in bas europäische Leben htneirtjugreifen, hat auch biefe Situation bie noch so junge europäische Front nicht zu verwrir'en vernwcht: Die Küsten Europas find heute zur Lebenslinie für alle Völker dieses ÄontinÄts geworden, zu einer Linie, an ber sich erweisen wirb, baß biefe „alte Welt" wieber jung unb stark geworden und in ihren Soldaten unb Arbeitern Träger fester unb klarer Überzeugungen ist.
Ihr innerer Antrieb ist dabei das Bewußtsein, diesen Angreifern gegenüber, ähnlich wie im Osten einen Lebens kämpf zu führen — denn die Zerstörung alles defien, was Europas eigenes Leben begründet, steht auf bem Panier ber Amerikaner und Briten nicht weniger auf bem ihrer sowjetischen Genoßen —, wenn freilich auch Zweifel daran erlaubt sind, ob die amerikanischen unb englischen Untertanen von der Notwendigkeit eines • Kampfes recht überzeugt find, in den sie von ihren jüdischen Machthabern gesandt werden. Die Erfahrungen jedenfalls, bie ihnen bei jeber Art von militärischem Experiment bevorstehen, werben für diese verblendeten unb als Kanonenfutter mißbrauchten Völker sicher blutig unb schmerzlich sein, vielleicht aber finb sie beshalb auch in einem Höheren Sinne heilsam.
Für Europa unb seine innere Einheit jedenfalls bringt die gegenwärtige Situation unb bie Art, iqie wir ihr begegnen, eine Vollendung ber Entwicklung zum Kontinent und die Erfüllung dieses Begriffes nicht mit einem aktuellen militärischen, sondern auch mit bleibendem politischem und geistigem Inhalt.
Was uns heute als Erschwerung dieses geschichtlichen Prozesses erscheint: daß er mit ber Härte eines Weltkrieges, mit blutigen Opfern nicht nur ber Solbatcn, sondern auch der von Bomben bedrohten Zivilbevölkerung, mit den schwierigen und ernsten Gesetzen einer totalen Sräftemobtlificrung verbunden ist — bas wirb eine spätere
»Nischen Erfolge bestürzt
wird als bedroht angesehen
richten von ber Front besagen, baß bie Tschungkingstreitkräfte, bie von ben vorgeschobenen Verteibigungsstellungen zurückgebrängt worben waren, jetzt im Begriff finb, zwischen ben von Narben unb von Sübcn vorgehenden japanischen Armeen lahmgelegt zu werben. Wie berichtet wird, hat sich derVorausverbanb dcrjapanischcnKolonne diePuyangwan, einen wichtigen feindlichen Befestigungspunkt südwestlich Jschang, besetzt hatte, nordwärts gewandt und. den zügellosen Rüihug der feindlichen Streitmacht abgeschnitten. Die japanischen Streitkräfte haben den Ehingkiang-FIuß überquert. Ein starker japanischer Verband leitete am 24. Mai Operationen ein, in deren Verlauf der Vangtse überschritten wurde, und in Kürze Yutaschan, 8 km südwestlich Jschang, besetzt wurde. Die feindlichen Streitkräfte, zu denen die 11. 18. sowie die neugebildete 34. Division der 18. Armee gehören, wurden durch den in beschleunigter Weise durchgesllhrten japanischen Flankenangriff aufgerieben. Andere Nachrichten aus dem Felde besagen, daß die japanischen Verbände 8 000 Mann ber feindlichen Truppen innerhalb ber Stabt Lochian sübwestlich Jschang aufgeneben unb die Stabt nach schweren Kämpfen besetzt hahen. Die japanischen Verbände verfolgen ben (Jeinb, der in bas Berglanb von Hungyushan unb Sitikaoshan floh
