Seite 2 Nr. 122
Wiesbadener Tagblatt
Donnerstag, 27. Mai 1943
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Gegenseitiges Abtasten der Front in Mitte und Norden
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Die heutige Ausgabe umfaßt 6 Seiten
Felix v. Level.
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Sioroto Vamamoto
Porträt: Dehnen-Dienst.
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Korallensee geworden.
Aus diesem Seist sind Seekriegstaten möglich geworden, deren Dynamik und sieggeklönter Ausgang die, Bewunderung der Welt gewannen. Ties aus der soldatischen Wesenskrast des japanischen Volkes schöpfend, die als ein ewig junger Born die heldenhaften Tugenden seiner Sühne stärkt, vollzieht sich so der Kampf um Bestand und Gedeihen des Reiches. Führung und Mannschaft sind in diesem gemeinsamen fanatischen und gläubigen Bemühen zu einer Einheit verschmolzen, aus deren Bereinigung in harten Kämpfen die Gnade des Sieges erwächst. Seine soldatischen Führer ehrt das Boll in Dankbarkeit und Vertrauen. Sie stehen
In der Nacht zum 26. Mai griffen italienische Torpedo- flieget einen im östlichen Mittelmeer fahrenden stark gesicherten feindlichen E e l e i t z u g an. Ein Zerstörer erhielt einen schweren Torpedotreffer.
3n der gleichen Nacht griffen italienische Bomber die Straße und die Eisenbahnlinie zwischen Marsa Malrvk und El Deba an.
Feindliche Flugzeuge griffen verschiedene Ortschaften auf Sardinien sowie Pantelleria an, ohne bedeutenden Schaden zu verursachen. — Sechs Flugzeuge wurden von der deutsch-italienischen Bodenabwehr, weitere zwei von Jagdfliegern abgeschossen.
Ergänzend hierzu wird mitgeteilt, daß die Zahl der Opfer unter der Zivilbevölkerung infolge der im heutigen Wehrmachtbericht gemeldeten Luftangriffe insgesamt sieben Tote und 21 Verletzte beträgt.
Bor der nordasrikanischen Küste wurde ein feindlicher Zerstörer der Nacht vom 25. aus 26. Mai durch Bomben schwer getroffen.
hing erster solistischei Kräfte der Staatsooxr Wiedergabe von hohem künstlerischem Rang.
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Halbinsel lebenden Italienern nicht Brot und Arbeit garantieren könnte?" .....
„Ist es wahr oder ist es nicht wahr, dah die Achse versucht hat, selbst mit der Sowjetunion in Frieden zu leben und dah diese angesichts der von Molotow der deutschen Regierung unterbreiteten, gegen Europa und den Osten gerichteten Eroberungspläne nicht möglich war?" M
Alle die Reden von Churchill und Roosevelt, alle die Predigten von Halifax, alle die schlüpfrigen Erklärungen von Eden, alle die Ausführungen" von Sumnet Welles, alle die Schauspiele, und Täuschungsmanöver von London, Washington und Moskau, so schließt Avvelius, fallen angesichts dieser wenigen und einfachen Fragen in sich zusammen, auf die die drei Aggressoren der Welt nicht zu antworten vermögen. Diese Fragen sind jedoch in das Buch der Geschichte eingeschrieben und beweisen, dah die mit allen Rohstoffen und überreichlichem Lebensraum versehenen drei reichsten Länder der Erde die fürchterliche Verantwortung für die zwecklose Entfesselung der schrecklichsten aller Kriege tragen.
Oer italienische Wehrmachtbericht
Rom, 27. Mai. (Funkmeldung.) Der italienische Wehrmachtbericht i Donnerstag Hal folgenden Wortlaut:
Das Hauptauartier der Wehrmacht gibt bekannt!
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Rumänische Frauen besuchen Deutschland
Berlin, 26. Mai. Auf Einladung des Hauptamtes für Volkswohl- jahrr befand sich eine Delegation rumänischer, in der Sozialarbeit st ehender Frauen zu einem längeren Studienaufenthalt in Deutschland. Die Reise, die sie durch mehrere (Satte führte und ihnen Gelegenheit bot, Sinn und Ziel der deutschen Volkspflege sowie die Einrichtung der RS-Volkswohlsahrt kennen lernen, endete in Berlin, wo die Delegation von Oberbefehlsleiter Hilgenfeld begrüht wurde.
Der Kommandant der spanischen Freiwilligen zum Divisionsgeneral befördert
.Madrid, 27. Mai. (Funkmeldung). Staatschef General Franco beförderte auf Vorschlag des Heeresministers den Kommandant der spanischen Freiwilligendiviston, Brigadegeneral Esteban Infantes zum Dioifionsgeneral.
Die fürchterliche Verantwortung eindeutig feftgeftellt
Sieben Fragen dokumentieren die anglo-amerikanisch-sowjetische Kriegsschuld
Aus dem Führerhaupiauartier, 27. Mai. (Funkmeldung.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Gegen die Ostfront des Kuban-Brückenkopfes traten die Sowjets gestern mit mehreren Divisionen zu heftigen An-' griffen an.
Unsere Truppen, von Kampf- und Nahkampffliegergeschwader der Luftwaffe unterstützt, schlugen den Feind im Gegenangriff zurück und brachten die immer wiederholten Durchbruchsversuche des Gegners । zum Scheitern. Die Bolschewisten erlitten blutige Verluste und verloren mehr als 40 Panzer.
3m finnischen Meerbusen lief ein sowjetisches Unterseeboot auf eine deutsche Minensperre und sank.
In den Gewässern der Fischer-Halbinsel versenkten schnelle deutsche Kampfflugzeuge ein feindliches Frachtschiff von 1500 BRT. und warfen ein Küstenfahrzeug in Brand.
Nu der O ft f r o n t wurden gestern 63 Sowjetflugzeuge bei fünf eigenen Verlusten abgeschossen.
3m Mittelmeerraum vernichtete die Luftwaffe am 25. und 26. Mai 29 britische und nordamerikanische Flugzeuge, darunter dreizehn viermotorige Bomber.
wie ihre Männer, von denen sie höchsten Einsatz verlangen, in v o r d e r st e r Front, um immer dort entscheidend in das Schlachtgeschehen eingreifen zu können, wo cs notwendig wird. Wenn das Flaggschiff mit den Einheiten der javanifchen Flotte ins Gefecht geht, so weht der Wimpel des Admirals seinen Getreuen voran, ein Sturmruf zum Angriff, ein Signal, diese Schlacht so zu bestehen, dah der Nation und ihren Söhnen Ehre widerfahre. (
So sah der junge Marinekadett Isoroko Pamamoto die Flagge seines Admirals Togo einst in der Seeschlacht von^Okino- shima wehen: so befehligte, der Admiral Pamamoto im Angesicht der Flagge Jahrzehnte später die groben Schlachtenoveratic n des pazifischen Krieges. Als Sieger von Hawai und Kuantan, t. n Java, in der Korallensee, bei den Salomonen und im Nordvazisi' erwarb der Oberbefehlshaber der Vereinigten Flotten Jovans der Fahne seiner Kriegsmarine unsterblichen Ruhm.
Jene Tugenden der Unerschrockenheit, Tapferkeit und des bedingungslosen Einsatzes, die er als Erbe von Tsushima seine Männer in harter, anspornender Schulungsarbeit gelehrt, sie sanden unter seiner Führung ihre höchste Bewährung in den Schicksals stun- b e n Erohostasiens 194’1 /42 und 1943. Unter seinen meisterlichen Händen wurde die Flotte int Zusammenwirken mit Vamamotos Schöpfung, der Marinei »ftwaffe, das revolutionäre, kühne und bewegliche Instrument, das im Angriff«zur See wie bei der Durchführung aller Landungsoperationen des Heeres und feiner Rach- • schubverforgung über weiteste Raumfelder siegend wirksam wurde.
Geist, Herz und militärisches Zentrum ihrer Taten aber war Vamamoto. Der Geist von Tsushima, Sawai und Kuantan fand durch ihn lebendige Verschmelzung. Dieser Geist lebt weiter als das Vermächtnis Togos und nun auch des im Kampf gefallenen Pamamotos, des Erobadmirals, den der Tenno im Kamps um das heilige Lebensrecht des javanischen Volkes so sichtbar ehrte.
* Händels „Theodora". Georg Stiehr. Händels 1748 entstandenes Musikdrama „Theodor a". das seit seiner Entstehung saft niemals zur Ausführung gelangt ist, und beffen Handlung zur Zeit der Tiokletianischen Christenverfolgung spielt, erlebte in Dresden unter der Leitung von Gerhart Paulik und unter Milwir- ------ . _. eine konzertmSbige
Schlittenreisen bis zum 77. nördlichen Breitegrad vor. Die Entdeckung des grobartigen Franz-Josef-Fjordes war der Höhepunkt des „Unter« nehmens. Im Hintergründe dieses Fjordes mit seiner majestätiichen Alvcnpracht ragt ein rund 3000 Meter hoher ebenmäbis schöner Givfel auf; der den Namen Petermannsvitze bekam. In der Nationalbibliothek in Wien konnte ich die Landaufnahme Ostgrönlands mit tiefer Bewegung betrachten. Viele Namen an der Ostküste Grönlands mit Koldewey Inseln, Tiroler Fjord. Als Kapitän Koldewey mit der „Germania" am Morgen des 11. September 1870 Bremerhaven wieder anlief, zwang ihn ein Kanonenschuh zum Ankern. Die Kommandant eines Kriegsschiffes tief ihm die inhaltsschweren Worte zu: „Krieg mit Frankreich, Deutsche vor Paris, Napoleon mit 100 000 Mann gefangen. Hansa gesunken, Mannschaft gerettet."
Erich Dolezal.
'urde. Der alte Streit, ob man die Hauvtkräfte erst einmal gegen :uropo etnicyen, ober ob man sich nunmehr mit aller Kraft gegen ? soll, beschäftigt ja noch immer die Gemüter. Churchill
iat gch dabei gegen die in Amerika anwachsende Strömung gewandt, oic ent narkeres Vorgehen gegen Japan fordert. Die Auseinander- leyungen zeigen jedenfalls, dah man sich zu einer Offensive auf beiden Kriegsschauplätzen nicht stark genug fühlt.
Die Tatsachen sehen eben anders aus als die Wunschträume, denen man sich so gern in den anglo-amerikanischen Ländern hingibt. i0?,"eicutet nun nicht, dab wir die Kraft unserer Gegner gering einichatzen wir sehen die Dinge sehr nüchtern an und geben uns keinen Illusionen hin, aber gerade diese nüchterne Betrachtung zeigt doch auch immer wieder, dab die anglo-amerikanischen Bäume nicht 'n den Himmel wachsen und dah die Sorgen der Gegenseite trotz allem Geschrei nicht eben klein sind.
Verschlammung eingetreten versinkenden Pferde trotz aller Anstrengungen nut geringe Trans- vortleistungen erreichen können. Der Nachschub an die Front geschieht daher hauptsächlich durch Raupenfahrzeuge. Obwohl das morastige Gelände die Kampfhandlungen erschwert, halten unsere Soldaten die. Fühlung mit dem Feind aufrecht. f
Südwestlich Welikije ßuti drangen Stoßtrupps einer Luftwaffeneinheit nach starker Artillerievorbereitung überraschend in eine bolschewistische Höhenstellung ein und sprengten neun Bunker mit ihren Besatzungen. Beim Aufrollen der Gräben wurden den Bolschewisten empfindliche Verluste zugefügt. An anderer Stelle griffen die Sowjets nach heftigem Feuerübetfall in Bataillonsstärke und mit mehreren Panzern an. Vorübergehend gelang cs dem Feind, in unsere Gräben einzubtechen. In den Abendstunden des 24. Mai wurde der Feind im Eegenstob wieder auf seine Ausgangsstellung zu- rückgewotfen. Entlastungsvorstöbe in benachbarten Abschnitten scheiterten im Feuer von Verbänden der Heeres und her Waffen-44.
Batterien und Reserven des Feindes könnten von unserer Artillerie mehrfach wirksam beschossen und von der Luftwaffe mit Bomben und Bordwaffen angegriffen werden. Vor allem im Raum Staraja Russa, bei Nowgorod und südöstlich Leningrad wurden feindliche Kräfte, Kolonnen und Batteriestellungen durch Bombentreffer unserer Kampf- und Sturzkampfflugzeuge schwer mitgenommen.
Die zur Sicherung der Kampfflugzeuge und zur Sperrung des Luftraumes eingesetzten Jäger stieben über dem mittleren und nördlichen Frontabschnitt wiederholt auf feindliche Fliegerstaffeln und schosien gemeinsam mit der Flak 15 Sowjetflugzeuge ab. ,
* Veranstaltungen des Kurhauses. Aus Anlab des 130. Geburtstages des groben deutschen Tondichters Richard Wagner (geboren am 22. Mai 1813), veranstaltet die Kurverwaltung am Freitag einen Richard-Wagner-Abend, der unter Leitung von Dr. Julius Maurer steht. — Die Ausbildungsstätte für künstlerischen Tanz an der Reichshochschule für Musik in Wien, unter Leitung von Stau Prof. Ionia Wojtek, hat die Aufgabe, Tänzerinnen für Bühne und Podium unter Berücksichtigung der vielfältigen Forderungen im Tänzerberuf heranzubilden. Erstmalig wurden fünf junge Tänzerinnen, die über die Bühnenreife bereits verfügen, zu einer Kammertanzgruvve zusammengeschlossen, die am Samstag auftreten wird. Das Programm will einen Einblick in Die Arbeit der Ausbildungsstätte unter besonderer Hervorhebung der Wiener Note vermitteln, die, auf alter Tradition und der natürlichen Tanzbegabung der Wienerinnen subend, unter Führung von Frau Prof. Grete Wiesenthal sich zu einer eigenen Form entwickelt hat und. internationale Bedeutung erlangte.
* Anton Ludwig, der Intendant der Stadttheater Hanau und Offenbach, wurde im Einvernehmen mit dem Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda sowie dem Präsidenten der Reichs- theaterkammer und mit Einverständnis des Gauleiters und Reichsstatthalters Sprenger ab 1. Juni mit der fficfomileifung des Theaters bet Universitätsstadt Eieben betraut. Intendant Anton Ludwig, der in den drei Jahren seiner Hanauer Tätigkeit eine vorbildliche künstlerische und verwaltungstechnische Aufbauarbeit geleistet hat und seit 1. Mai v. I. auch zum Intendanten des neuerrichteten Stadttheaters Offenbach berufen wurde, wird neben feiner neuen (Siebener Tätigkeit die Oberleitung bet Stadttheater Hanau und Offenbach.vorerst beibehalten.
Aus Itanft und Hoben
* Neuer Intendant des Siebener Stadttheaters. Mit Wirkung vorn 1. Juni ab ist bet Intendant der Stabttheater Hanau, Offenbach und Aschaffenburg, Anton Ludwig, »um Intendanten des Theaters der Universitätsstadt Gießen berufen worden. Intendant Ludwig wird neben seinem (Siebener Jntendantenamt die Leitung der Theater in Hanau, Offenbach und Aschaffenburg zunächst noch kommissarisch beibehalten.
* Wilhelm Kempff in Floren,. Wilhelm Kempfs spielte im Rahmen bet Maiveranstaltungen in Florenz in zwei Konzerten Werke von Mozart, Schubert, Schumann und Chopin. Seine bis ins letzte ausgefeilte vianistische Kunst in ihrer ungewöhnlich poetischen Reizsamkeit und ihrer wundersamen Mischung aus Enthusiasmus und Innerlichkeit entlockten dem Instrument eine Fülle voll erregenden Ausdrucksfarben, die die einzelnen Komponiftenversönlichkeiten zu den ihnen entsprechenden klingenden Porträts heraufbeschwören.
* Hans-Richter-Gedächtnisausstellnng in Bayreuth. Der Oberbürgermeister der Eauhauvtstadt Bayreuth eröffnete aus Anlaß des 100. Geburtsjahres von Dr. h. c. Hans Richter eine Hans-Richter- Eedächtnisausstettung, die erstmals bedeutende, von dem in Bayreuth lebenden Sohne des groben Dirigenten, Edgar Richter, zur Verfügung gestellte Erinnerungsstücke bet Öffentlichkeit zugänglich macht. Der Ausstellung kommt ein um so gröberer Wert zu, als es bis heute kein auch noch so kleines biographisches Werk gibt, das über Hans Richter Auskunft gibt Zu den wertvollsten Stücken der Ausstellung gehören die von Hans Richter in Tribschen mit unübertrefflicher Sorgfalt angefertigte berühmte Partiturabschrift bet „Meistersinger", sowie 180 'Briefe, bie zwischen ihm und Cosima Wagner gewechselt würben. Don der Bescheibenheit des groben Dirigenten kündet der Taktstock, auf dem Richtet mit eigener Hand verzeichnet hat. dab er damit am 19. August 1912 letztmals eine Bayreuther Festaufführung geleitet hat. Aus einfachem Holz gefchnitzt, bildet bet Griff aus Kork seine ganze Zierde.
* Deutsche Klassiker in Belgrad. Auf kulturellem Gebiet vollzieht sich eine verstärkte Heranziehung des serbischen Volkes an deutsches Eeistesgut. Nach Lessings „Minna von Barnhelm" — wiederholt auch als Schülervotstellung gegeben — und Kleists „Der zerbrochene Krug" erlebten im Serbischen Nationaltheater Goethes „Stella“ und „Die Geschwister" ihre Erstaufführung. In der Übersetzung von Vorivoje Ievtitsch hinterließen bie Werke einen nachhaltigen Einbrnck.
Druck und Setlag: L.Tchetzendetg'iche Buchdruckern, Wiesbadener Tagblatt, Wiesbaden. iSeiamtleitung: Dr. pH«. babtl. Sultan Schellenberg und Dito Kaiser. Haupt- ichriftleiter: Fritz GNuther, simtl. in Wiesbaden. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 1' gültig
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Ausreise der „Germania" vor 75 Jahren
Der deutsche Geograph Dr. August Peterrnann (1822—1878) war ein unermüdlicher Förderer der Polarforschung. Als Kartograph und Herausgeber der „Geographischen Mitteilungen in Gotha trat er energisch und zielbewußt für eine deutsche Polarforschung ein, nachdem andere Nationen aus diesem Zweige der Erderforschmm bereits große Erfolge zu verzeichnen hatten. Das trug ihm den Ehrentitel „Polarpava" ein. Er vertrat bie Ansicht, baß sich zwischen Grönland und Spitzbergen eine offene See ausdehne bie ben Weg rum vergebens gesuchten Pol freigeben konnte. Auf seine Anregung versuchte scho, 1865 der deutsche Seemann Reinhold Werner eine Erkundungs- fahrt mit einem in England gemieteten Schiss, bas auch zum größten Teil mit englischen Matrosen bemannt war. Aber balb nach der Ausreise kam das Schiss wegen schvKrer Beschädigung der Maschine «um Stillstand und mußte umkehren. Englische Umtriebe und Sabotage hatten das Unternehmen verxtteft. Endlich gelang es tm Jahre 1868 die erste selbständige deutsche Polarexpedition auszurusten und im Mai stach die Segeljacht „Germania" unter Führung von ■ Kapitän Karl Koldewey in See, um die Gewässer »wischen Oftgron- land und Spitzbergen zu erkunden. Grobe Entdeckungen waren dieser Fahrt nicht beschieden, sie erreichte wohl eine nördliche Breite von mehr als 81 Grad, kehrte aber noch im gleichen Jahrs wieder zurück.
Dieser Tag (24 Mai 1868), an dem wir uns nach 75 Jahren erinnern wollen, bleibt jedoch ein denkwürdiges Datum in der Geschichte her Polarsorschung. Zum ersten Male segelte ein heutiges Schiss unter deutscher Führung mit deutscher Mannschaft zu wissen- schaftlicher Forschungsarbeit in die Gewässer des hohen Nordens Die Fahrt hatte eine wichtige Erkenntnis gebracht: >m landsernen Meer war der Pol nicht zu erreichen. Peterrnann vertrat nun die Ansicht, dab der Weg im ostgrönländischen Küstenwasser zu suchen sei. Ein unter Führung Betermanns in Bremen und anderen großen deutschen Städten gebildetes Komitee hatte im Winter 1868/ß9 die Gelder aufgebracht und schon am 15. Juni 1869 konnte bie mit allen Mitteln ausgerüstete zweite beutsche Rorbvolarervebiiion, wieder-unter der Führung Kapitän Koldeweys, Bremerhaven verlassen. Sie bestand aus dem Dampfer „Germania" und dem Segler „Hansa, die icdoch beim Durchbrechen bet ostgrönlänbischen Eisbarriere außer Sicht gerieten und für immer getrennt wurden. Die „Hansa' wurde vom Eis zerdrückt und iank und die Bemannung mußte sich aus einer Eisscholle häuslich einrichten. In abenteuerlicher Schollenfahrt trieben die kühnen Männer nach Süden, die Scholle wurde immer kleiner, barst schließlich mitten unter dem Saus und die Schrnbruchrgen mußten tn die Boote flüchten. Nach achtmonatiger Schollenfahrt und enibehrungs- voller Überwinterung erreichten die Hansaleute endlich eine sud- grönländische Siedlung.
Glücklicher verlies die Fahrt der „Germania". Sic erreichte längs bet Ostküste eine Breite von 75% Grad und Julius Payer, der spätere Leiter der österreichisch-ungarischen Rordpolexveditton, drang auf
Mailand, 26. Mai. „Ist cs wahr oder ist cs nicht wahr?" Unter । dieser Überschrift stellt Avvelius im „Povolo d'Jtalia" einige Kardinalfragen in Bezug auf die eindeutige Schuld der anglo- amerikanisch-sowjetische Koalition im Kriege, um zu betonen daß Churchill, Roosevelt und Stalin als die wahren Kriegsschuldigen diese Fragen nicht zu beantworten wissen und daß, falls London, Washington und Moskau auf ihre Pläne bet Weltherrschaft verzichten würden, der Konflikt automatisch in Europa, Asien und Afrika aufhören würde.
Churchill, Rooseoeli und Stalin, so führt Avvelius im einzelnen aus, machten verzweifelte Anstrengungen, um die Welt vergeben zu lassen, daß dieser Weltkrieg durch Englands Kriegserklärung an Deutschland vom Zaun gebrochen wurde, daß Roosevelt die nord- amerilanische Nation ohne irgendeinen Grund in den Krieg trieb, dab Stalin seit über zehn Jahren eine gewaltige Kriegsmaschine vorbereitete. Das ganze anglo-amerikanisch-sowjetische Agitationssystem breche aber angesichts der-folgenden einfachen Fragen zusammen:
„Ist es wahr oder ist es nicht wahr, daß, wenn England und die Vereinigten Staaten sich aus den ost asiatischen Lände r n zurüchziehen würden — wo sie keine Rechte haben außer jenen, die sie sich durch ihre Kolonialmacht und ihre finanziellen Intrigen, schufen — der Friede in Asien herrschen würde?"
„Ist es wahr ober ist es nicht wahr, daß Japan, China, Mandschukuo, die Mongolei. Thailand, Burma, die Philippinen, bas ehemalige Niederländisch-Jndicn sich alle darin einig sind, daß sie Engländer und Nordamerikaner nicht mehr unter sich haben wollen, und daß die Eintracht unter allen diesen Völkern leicht und rasch zu erreichen wäre, sobald London und Washington nicht mehr ihre Herrschaft ausüben wollten?"
„Ist cs wahr ober ist es nicht wahr, daß Indien unter der britischen Tyrannei Blutet und daß die ganze überwiegende Mehrheit der Inder den, Wunsch hat, daß die Engländer die Kosser packen?"
„Ist cs währ oder ist es nicht wahr, daß Deutschland nach der im Einvernehmen mit Österreich erfolgten Besetzung des Landes und nach der im Einvernehmen/ mit Chamberlain erfolgten Regelung bet sudetendeutsch-en Frage Polen aufgeforbert batte, bie Korridorfrage in Übereinstimmung mit dem polnifchen Testament Pilfudskis auf freundschaftlichem Wege zu lösen?' .
„Ist es wahr ober ist es nicht wahr, daß, wenn England und Frankreich im Einvernehmen mit Roosevelt nicht zuvor die Warschauer Regierung aufgehetzt und dann „an Berlin den Krieg Ctrl art hätten, der europäische Friede nicht gestört und alle inneren Probleme Europas ohne Blutvergießen geregelt worden wären?"
„Ist es wahr ober ist cs nicht wahr, baß I t a I i e n niemals Eroberungsvlänc zum Schaden der übrigen europäischen Nationen hatte und dab es lediglich versuchte in Afrika und tm 9Jl.rtteImcer einige feiner grundlegenden Interessen wirtschaftlicher Freiheit auf friedliche Weise zu regeln, ohne die es den 45 Millionen auf der engen
Von Tsushima bis Kuantan
Vom Führungsgeist in der javanischen Marine
D-D In wenigen Tagen jährt sich zum 38. Male jener herrliche Sieg der javanischen Flotte bei T s u s h i m a, der, verbunden mit dem Namen ihres heldischen Admirals Togo, unvergänglich in der Geichichte des javanischen Kaiserreiches und im Herzen des javanischen Volkes lebt. Dieser Geist von Tsushima, der getreu dem Flaggioruch ihres Oberbefehlshabers sich m allen entscheidenden Aktionen der javanischen Kriegsmarine so funbtat, als hänge einmalig von jedem gegebenen Schlachtenbefehl und seiner Durchführung das Schicksal des Vaterlandes, Aufstieg oder Niedergang, ab, dieses leuchtende Beifviel eines immer neu geborenen harten und bedingungslosen Einsatzwillens ist zum handelnden, lebendig bewahrten Gesetz der javanischen Kriegsmarine bis in bie Tage von Hawai und Kuantan, von Java und der
Heftige Durchbruchsverfuche am Kuban
40 Sowjetpanzer vernichtet, 63 Flugzeuge abgeschosieu — Briten und Norbamerikancr verloren am 25. und 26. Mai int Mittelmeerraum 29 Flugzeuge — Feindlicher Zerstörer vor der nordafrikanischen Küste durch Bomben schwer getroffen
Durch Wolkenbrüche erneute
Berlin, 26. Mai. 2m mittleren und nördlichen A b - schnitt der Ostfront sind unsere Sväh- und Stoßtrupps Tag und Nacht am Feind, um sich gemeinsam mit der Luftbeobachtung über die Absichten und Kräfte der Bolschewisten auf dem Laufenden zu halten. Ebenso versuchten sich die Bolschewisten durch zahlreiche Erkundungsvorstöße Einblick in unsere Maßnahmen zu verschaffen.
Der heftigste feindliche Angriff des 24. Mai richtete sich gegen unsere Eefechtsvorvosten im Raum nordöstlich S s e w s k. Nach starker Ärrillerieoorbereitung unternahmen die Sowjets in Starke eines Bataillons im Schutz künstlichen Nebels einen Vorstoß. Sie wurden aber durch zusammengefaßtes Artillerieseucr und im Gegenstoß abgcfchlagcn.
Südwestlich Belew führte ein eigenes Stobtruvvunternehmen zum Erfolg.. Dort waren beim Feind Schanzarbeiten in den Stellungen und an ben Verbinbungswegen beobachtet worden, die darauf schließen lieben, daß neue Truppen den Abschnitt besetzt hatten. Der Stoßtrupp drang unverhofft in ben feindlichen Kamvfgraben ein, rollte ihn gegen heftigen Widerstand in 200 Meter Breite auf und kehrte auftragsgemäß mit Gefangenen und erbeuteten. Waffen zurück.
Die seit acht Tagen anhaltenden Re gen fälle haben große Gebiete der Nordfront wieder völlig verschlammt. Fechtende Truppen und Nachschubeinheiten müssen somit von neuem ihre Kräfte auch gegen Wasser und Morast einsetzen. Große Schwierigkeifen macht der Nachschub an Verpflegung und Munition, da die motorisierten Kolonnen nicht mehr durchkommen und bie bis »um Leib im Schlamm
