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Mittwoch, 19. Mai 1943

Wiesbadener Tagblatt

Nr. 115 Seite 5

Oie Schießwehrkämpfe 1943

Ausdruck einheitlichen Wehrwillenr!

Sou jeher war das Lchießen ein beliebter Spott des deutschen Ern hervorragendes Erziehungsmittel zur Disziplin und Entschlutzfreudigkeit. Die Freude am Schietzen entspringt dem dem deutschen Mann im Blut liegenden Soldatentum. Nicht nur die Bedeu- ttmg des Schießsportes als Erziehungssaktor, sondern auch die Erhal­tung der Schietzsertigkeit des Reservisten veranlaßten in Fricdens- zelten den Staat zur Förderung aller schießsporttreibenden Verbände und Vereine. Die Zahl der in diesen Verbänden und Vereinen Erfaß- ten war jedoch so gering, daß die Erhaltung oder Verbesserung ihrer schietzferttgkeät im Rahmen des Schießsportes, wehrpolitisch nicht ins Gewicht fiel. Mit der Schaffung des SA.-Wehrabzeichens im Jahre 1933/34 wurde eine breitere Basis geschaffen, da vom Bewerber von insgesamt 18 Übungen, zwei Bedingungen im KK.-Schießen zu erfüllen sind. Der Ausbildung im Schießen und dem Schießsport widmeten sich neben der SA. die nach 1933 stark mobilisierten Schützenvereine der Nationalsozialistische Reichskriegeibund, die Nationalsozialistische Krtegsopferversorgung und die Betriebssportgemeinschaft Kraft Surft Freude".

Der Einsatz aller waffenfähigen Männer im Wehrdi'est seit Be­ginn des Krieges hat das Vereinsschießen stark zurückgehen lassen. Auch steht die heutige Zahl der Bewerber um das SA -Wehrabzcichen in keinem Vergleich zu den Zahlen der Jahre vor Kriegsausbruch Das frohltche, von echtem Sportgeist getragenen Schießen auf dem Schießstand ist der hatten und erbarmungslosen Kriegswirklichkeit gewichen. Hunderttauseuden von Soldaten aller Waffengattungen kommt in schicksalsschwersten Kamps des deutschen Volkes das in SA oder Vereinen gelernte Schießen und richtige Umgehen mit der Waffe immer wieder zu gut. Angesichts des totalen Einsatzes sind die so be- liÄ-ten Schützenfeste mit Musik, Tanz und Fröhlichkeit verschwunden. Die Front kämpft, die Heimat arbeitet. Hier wie dort ist alles kriegs- unwichtige und zeitvergeudende Feiern und Ausgelassensein ausge­schaltet. Nur, was gut ist, der Wehrgemeinschaft dient oder die heimatliche Kraftreserve mehtt, hat weiterhin Berechtigung.

So betrachtet, stellen die in allen SA.-Standorten zur Durch­führung gelangenden Schiehwehrkämpse eine schießsportliche Veranstal­tung von kriegsnotwendiger Bedeutung dar. Sie fördern nicht nut das Schießen an sich untz das Können des UK-gestellten oder in Arbeitsurlaub befindlichen Soldaten, sondern stellest die Geschlossen­heit der Heimat und deren Wehrwillen unter Beweis. Träger der Schießwehrkämpfe ist die SA., beteiligt find alle Gliederungen. Ver- bändö und Vereine, Polizei, Reichsarbeitsdienst und die in der Heimat befindlichen Einheiten der Wehrmacht. Klarer und eindeuti­ger als durch eine zahlreiche Beteiligung aller Gliederungen, Organisationen, Verbände, Vereine und Wehrmachts-Polizei- und Arbeitsdienstformationen an den Schietzwehrkämpfen 1943, kann bet einheitliche Wille bet gesamten beutschen Bevölkerung und deren Wehrbereitschast nicht unter Beweis gestellt werden Schon dann liegt bet Ausbtuck bet Wchigemeinschaft, baß die Ausschreibungen bet Obersten SA.>Fiihrung tn erster Linie Mannschaftskämvse, bie im Eelänbe stattfinben, vorsehen, bei welchen bie Leistungen der Einzelschüßen summiert und als Ganzes gewertet «erden.

Selbstverständlich gelangt auch da, Präzisionsschießen des Einzel­schüßen auf dem Schießstand zur Austragung.

/ Auch im Gebiet der Gruppe Kurpfalz kommen in unzähligen Sturmstandorten die Schießwehtkämpfe zut Dutchführung. Die bereits vorliegenden Leteiligungsmeldungen lassen erkennen, wie stark der Wunsch der in der Heimat befindlichen männlichen Bevölkerung her- vottritt, die Freude an soldatischer Betätigung und den Willen zur Wehrhaftigkeit zu. dokumentierest. Um den Siegerlorbeer wird hart gekämpft werden unb jede Mannschaft und jeder Einzelschüße müssen ihr Bestes hergeben. Kneuper, SA.-Standartenführer.

Wiesbadener Gerichtsurteile. Bei einer Kontrolle wurden vier Einwohner beim verbotenen Glücksspiel angetroffen. Sie erhielten Strafbefehle in Höhe von 200 bzw. dreimal 100 RM. Hier­gegen legten sie Einspruch ein und perlensten richterlichen Entscheid. Die Beweisaufnahme erbrachte einSchuldig" und das Gericht nahm Re in Geldstrafen wie sie im Strafbefehl vorgesehen waten. Die Jugendschutzkammer verurteilte einen Einwohner, der schulpflichtigen Kindern Mustkunterttcht gab und sich hierbei cm ihnen sittlich ver­gangen hatte, zu einer Gefängnisstrafe von drei Monaten. Bei der Sttafausmessung wurde die seitherige llnbestraftheit berückfichtigt.

Unfälle. In bet Nähe des Luft- und SonnenbadesUnter den Eichen" rutschte eine Frau auf dem Waldboden aus und verstauchte sich den Fuß. Das Sanitätsauto brachte die Verunglückte ins Städt. Krankenhaus. Als ein fünf Jahre alter Knabe in der Schönbetg- straße an einem Hause die Eingangs tüt öffnen wollte, rutschte das Kind versehentlich ab und fties dadurch mit einem Arm in di« Scheibe der Tür. Mit einer schweren Schnittwunde brachte das Sanitätsauto das Kind ins Paulinenstift.

Die nächste Kräuterlehrwander-FShrung von Agnes-Olivia Klein und Paula U l f - r t wird Samstag, 22. Mai, sein. Treff­punkt: 14.45 Uhr: Endstelle Autobuslinie Nerotal. Jeder Volksgenosse kann sich beteiligen. Messer. Korb, Panier, Blei­stift sind mitzubringen.

WlSsbadan-DotzHeim

DasSB. T." gratuliert. In guter Rüstigkeit konnten Karl Bl e i b n e r , Feldstraße 7, und Schreinermeister Heinrich Dönges, Frauensteiner Straße 4, ihren 7 0. Geburtstag begehen.

Äus Gau und Provinz

Wahrheitsgemäße Begründung bei Urlaubs- und Entlossungsgesuchen

Darmstadt, 19. Mai. Von zuständiger Stelle wird mitgeteilt: Urlaubsgesuche und Eingaben um Entlassung aus bem Wehrdienst, die zuweilen durch Angehörige von Soldaten , bei den zuständigen Wehrdienststellen eingereicht werden, muffen auf jeden Fall wahr­heitsgemäß begründet werden. Jeder Versuch, durch unzutreffende Darstellung der Familienverhälinifse oder durch die Angabe sonstiger unrichttger Gründe das erstrebte Ziel mit täuschenden Mitteln zu er­reichen, ist als Wehrkraftzersetzung auf Grund der Krieassonderstraf- rechtsverordnung strafbar, die in schweren Fällen der Wehrdienstent­ziehung die Todesstrafe oder angemessene Zuchthausstrafen, bei min­der schweren Umständen ober gleichfalls mehr oder weniger lange Gefängnisstrafen androht Eine Angeklagte, die gegen die fe'bstoer- ständliche Wahrheitspflichi bei Einreichung einer solchen Eingabe verstieß, muß diese Verfehlung nach dem Urteil des Sondergerichts in Darmstadt mit drei Monaten Gefängnis büßen, wobei lediglich ihre bisherige Unbescholtenheit und andere mildernde Tatumstände die ge­ringe Strafhöhe zu rechtfertigen vermochten.

= Aus dem Rheingau, 19. Mai. Vor einigen Tagen wurde be­richtet, daß wegen Preisllberlchreitung der Weingroßhändler Sobiech aus Berlin und der Winzer Peter Ruppershofen aus Mittelheim ;m Rheingau (letzterer wegen Beihilfe) zu hohen Geld- und Gefängnis­strafen durch'das Sonoergericht verurteilt worden waren. Bei, den Verkäufen waren 21 Winzer aus Hallgarten, Mittelheim und Ostrich beteiligt, die statt eines zulässigen Verkaufspreises von 710 RM je Halbstuck Preise von 1200 RM und mehr forderten und auch erhielten. Diese Winzer wurden vom Landrat des Rheingaukreises, als Preis- behoide, mit Ordnungsstrafen von je 1000 RM belegt: außerdem wurde der erzielte Mehrerlös eingezogen. In zwei Fällen find vom Regierungspräsidenten in Wiesbaden Ordnungsstrafen von 2000 RM verhängt 'worden, ba die Verkäufer schon einmal wegen Verfehlung gegen die Preisvorschriften bestraft werden mußten.

= Frankfurt a. M., 19. Mai. Die Preisüberwachungsstelle in Wiesbaden hat den SchankwirtZum Hestenländchen", Heinrich Haber­mehl in Frankfurt a. M. wegen Preisüberschreitung bei Speisen in eine Ordnungsstrafe von 6000 RM genommen.

= Offenbach a. M., 19. Mai. Der Reichsminister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung hat Profestor Willy Meyer zum Direk­tor der M e i st e r s ch u l e ernannt. Prof. Willy Meyer war bisher Lehrer an dieser Schule und leitete die Fachklasse für Lithographie.

-- Bad Dürkheim, 19. Mai. Ein Geschäftsmann, der mit seinem Motorrad von Bad Dürkheim nach Ludwigshafen gefahren war, mußte bei seiner Ankunft in den späten Abendstunden feststellen, daß die auf dem Soziussitz angebundene Aktentasche, die u.a. auch einen großen Geldbetrag enthielt, verloren gegangen war. Der Mann machte sich, als der Tag kaum dämmerte, auf den Weg und fuhr die Strecke ab Zwischen Oggersheim und Maxdorf sand er seine Akten­tasche unversehrt auf.

X Montabaur, 19. Mai. Stabsfeldwebel Paul König von hier wurde im Osten mit bem beutschen Kreuz in ffiölb ausgezeichnet.

= Hcldenberg (Är. Friebb.), 19. Mai. Beim Ausgraben von Baum­stümpfen kam einer bet bereits ausgegrabenen Stümpfe ins Rollen unb erdrückte einen arbeitenden Mann, ehe er sich aus dem Wurzel­loch in Sicherheit bringen konnte.

X Vom Westerwald, 19. Mai Beim Einfahren des. Postautos Limburg-Rennerod in den Ort Obertiefenbach, lief ein bjähriges Mädchen mit dem Auto um die Welte. Als es versuchte, bas Auto zu überholen, würbe es trotz Bemühungen des Fahrers erfaßt unb so schwer verletzt, baß es starb.

Bad Ems, 19. Akai. Auf der Kaiserbrücke fingen die Bohle n wahrscheinlich durch einen unachtsam weggeworsenen Zigaretten­stumm el an zu brennen. Das Feuer fraß ein Loch in den Boden­belag der Brücke, konnte aber erstickt werden, ehe größerer Schaden entstand.

Kassel, 19. Mai. In den Morgenstunden des 15. Mai stieß der Fahret eines Lastkraftwagens, der die Kreuzung Eisenschmiede Fiedletstraße trotz bestehender Unübersichtlichkeit mit großer Ge­schwindigkeit überquerte, mit einem Motorradfahrer zusammen unb geriet bann mit seinem Wagen auf den linken Gehsteig, wo eine Frau und ein Mann erfaßt und auf bet Stelle getötet wurden. Der Motorradfahrer kam mit leichteren Verletzungen in ein Krankehaus. Der schuldige Fahrer wurde festgenommen.

-- Ludwigshafen. 19. Mai. Zwei Buben aus einem Ludwigs­hafener Vorort, die für bie Hühner ihrer Eltern auf Maikäfer­suche ausgegangen waren, konnten in einer knappen Stunde nicht weniger als elf Pfundernten".

Kaiserslautern, 19. Mai. Die Leiche des auf den Bahn- gleifen zwischen Kaiserslautern und Einstebel aufgefunbenen 30jähr. Mannes konnte festgestellt werden. Es handelt stch bei dem Toten um den Sohn eines Sägewerksbesitzers, der wegen eines unheilbaren Leidens den Tod gesucht hatte.

Frankfurter Börse vom 19. Mai. Am Aktienmarkt kam cs zu ver­schiedenen Rationierungen. Rheinstahl und Merallgesellschaft unver­ändert. Rhein-Braun Geldkurs 1 % höher. Westdeutsche Kaufhof Vs % freundlicher. Kommunale Umschuldung mit 104,90 etwas leich­ter. Steuergui|d;eine 1 102,70 etwas fester. Reichsaltbefitz unverändert. Der Aktienfreiverkehr war weiter sehr still. Tagesgeld 1% %.

Neues aus aller "Welt

Mit einer Sprengladung gemordet

Wie aus Stockholm berichtet wird, war ein schwedischer Berg­arbeiter von einem Mädchen verlassen worden, das mit einem Straßen­wärter davonging. Aber dieser Vorgang lag schon lange Jahre zurück Jetzt hatte der Bergarbeiter bemerkt, daß der glücklichere Nebenbuhler die Frau nicht gut behandelte, und et wollte ihn dafür bestrafen. Zu diesem Zweck stellte er eine Bombe mit 2' = Kilo eines starken Explosivstoffs her. den er stch mit großer Geduld allmählich zusammengefpart hatte. Um Mitternacht legte er die Bombe aus die Hausschwelle, verband sic mit einer Zündschnur und weckte den Straßenwärtcr Dann sprang er auf fein Rad und entfernte ltdi schleunigst: er hörte die Detonation, als er idjcn zwei Kilometer zn- riidgclcgt hatte. Der Wärter hatte sich erhoben, den Ausgang ge­öffnet, und hie Explosion der Bombe hätte ihr Werk vollbracht. ^<er verbrecherische Bergarbeiter wurde verhaftet und legte ein volles Ge­ständnis ab. ,

Batermord in den Vogesen. Zwei Brüder von 18 unb -0 Jahren haben mit Hilfe eines alten Freünbes ihren 60 Jahre alten Valet in Liezey in den Vogesen bei Nacht im Schlafe durch drei Revolver- schüsse getötet.' Die Vatermörder vergruben die Leiche im Garten und teilten sich in bie Beute von rund 10 0.00 Franken. Einer der Bruder und der Helfershelfer konnten verhaftet und der Tat Überiuhrt werden, der andere Bruder ist zurzeit noch flüchtig.

Die falsche Johanna. Es gab nicht nur eitlen falschen Waldemar in der Geschichte und nicht nur einen falschen Demetrius, es gab auch eine falsche Johanna von Orleans. Sieben Jahre, nachdem die Be­freierin Frankreichs von den Engländern verurteilt und verbranm worden war. erschien ein Mädchen in Reims, das ihr außerordentlich ähnlich , sah und sich sehr gut auf ritterliche Künste verstand. Große Kreise erkannten dies Mädchen als echt an. feierten es mit Triumphen und schließlich heiratete die falsche Johanna einen Herrn von Amboise. Der Ruhm hielt aber nur wenige Jahre an. dann ent­larvte man sie als eine Abenteurerin namens Claudine, die in Männertracht im päpstlichen Heere gedient hatte, und die von ihren Kameraden auf ihre Ähnlichkeit mit Scanne d'Arc aufmerksam ge­macht worden war.

Volkszählung" im Ameiseiistaat Genau wie bei den Menschen .Volkszählungen vorgenommen werden, hat man auch die Bewohncr- zahlen eines Ameisenhaufens bereits festgestellt. Dabei bat sich er­geben, daß ein Ämeisenftaat bzw. -Hausen im Durchschnitt von 100 RIO Ameisen bewohnt wird.

Eine deutsche Musikschule in Warschau. Die schon feit längerer Zeit geplante Staatliche Musikschule in Warschau» Reichs- unb Volksoeutschc wirb nunmehr Wirklichkeit, wie dieKrakauer Zeitung" berichtet. Die Schule wird unter Leitung von Direktor Albert Hosl stehen, und zu den Lehrkräften werden ln-kannte Münchener Künstler gehören. Die Stusbitbung erstreckt sich auf bas gesamte Gebiet bet Musik bis zur künstlerischen Reife.

Die Bratpfanne bet Frau Cervantes. Als sich bet spanische Dich­ter Miguel be Cervantes Saavedra, bet von 1547 bis 1616 lebte, unb burch [ein WerkDon Quixote" berühmt würbe, im Iahte 1584 ver­heiratete, notierte er gewissenhaft alles, was seine Frau als Mitgift in bt,c Ehe mitbekam. Aus biefer Aufstellung können wir heute et- meffen, baß zu jener Zeit die Mitgiften nicht übermäßig reichlich bemessen waren. Frau Cervantes hatte folgende Dinge mit in die Ehe gebracht: eine eiserne Pfanne, eine Kohlenschaufel und ein Reib­eisen,. ein Spinnrad unb brei Spinbein, eine Kleiderbürste, sechs Scheffel Biehl, fünf Pfund Wachs, zwei Schemel, einen ,Tisch, ei» Lampe, eine Matratze, 44 Hühner und einen Hahn.

Eine Kuh in Strohpantoffeln. Als eine italienische Bäuerin tu der Umgebung von Roneo den Statt betrat, erblickte sie ihre befle Kuh, die sich Strohpantoffeln angezagen hatte. Alle vier Hufe des Tieres- waren dick mit Stroh umwickelt, und ein unbefcmrtet Marrn war gerade dabei, auch die Glocke, die die Kuh um den Hals ttag, mit «trotz auszustopfen. Offensichtlich hatte der Ginbrbmling bie Absicht, bas Rindauf leisen Sohlen" vom Hose zu führen. Die Bäuerin, bie allein anwesend war, schlug sofort Lärm, und ehe es dem Dieb geglückt wat, zu entwischen, war et schon von den herbei- gbeilten Nachbarn festgenommen, und der Polizei übergeben.

Ariensänger in der Narkose. In ein Hospital in Lissabon wurde ein junger Mann eingeliefert, bei dem eine schnelle Operation vor­genommen werden mußte. Als der Patient in Bewußtlosigkeit versank und die Chirurgen das Messet ansetzten, geschah etwas Unerwattetes. Der Mann begann zu singen. Er sang mit schöner, klangvoller Stimme bie herrliche Bilbnis-Atte aus berZauberflöte", er fang dasO wiS so trügerisch" aus Rigoletto unbLache. Bajazzo!" Die Ärzte standen ergriffen vor diesem Wunder einer menschlichen Stimme, die sich rein und klar über die Erstattung des Körpers erhob. Sie glaubten, einen Sänger vor sich zu haben, doch wie groß war ihr Erstaunen, als der Pattent ihnen später sagte, daß er wohl gern finge unb bie Oper besuche, aber nie gewußt habe, baß et selbst Talent besitze. Der Chefarzt, selbst ein musikalisch gebilbeter Mann, machte seinen Fteunb, einen Operntenor, auf bie große Begabung [eines Patienten aufmerksam. Dieser würbe in bas Theater bestellt, legte vor bem Direktor Proben seines Könnens ab unb erhielt noch in berielben Stunbe bie Zusicherung, baß man ihn zum Tenor aus- bilbcn lassen werbe. Der zukünftigeTamino" unb Herzog dürfte wohl ber erste Sänger fein, dessen Talent im Schlaf entdeckt worden ist.

FAMILIENANZEIGEN

Bernd Albert. Die glückliche Geburt eines strammen Jungen zeigt in dankbarer Freude an: Alice Kohlenberger, geb. Reimer, z. Z. Rotes Kreuz, Adawert Kohlenberger, Obergefr., z. Z. im Osten. Wiesbaden, Goebenstr. 3, 17. Mai 1943.

Danksagung. Für die vielen Beweise aufriditiger Teilnahme beim Hin­scheiden unserer lieben Entschlafenen, Frau Josefine Zwinkau, geb. Eiser. durch Wort und Schrift, sowie die zahlreichen Blumen- und Kranzspen­den und das ihr gegebene Geleit sagen wir allen Beteiligten unseren herzlichsten Dank.

Wir haben uns verlobt. Helga Bühler, Wiesbaden, Adolf str. 9, Karl Scheuen- stuhl, Uffz. in einer Lw.-Felddivision, Schwabach b. Kbg., Auf der Aich 1/3. 16. Mai 1943.

Ihre Vermählung geben bekannt: Franz Flacher, Eltville, Hof Steinheim, Lite Fischer, geb. Joest, Niederolm Rhh.J 20. Mai 1943.___________________________

Fritz Winterott, Obergefr.. Hella Winterottl feb. Schmidt, Vermählte. Wiesbaden, uxemburgstraße 7, den 19. Mai 1943.

Heute entschlief nach langer sdiwerer Krankheit meine liebe Fraa. unsere gute Mutter und Großmutter, Frau

Lydia Meier

x geb. Mffller

im 75. Lebensjahr.

Im Nunen der trauernden Hinter­bliebenen : A, Meier

Wiesbaden, den 18. Mai 190.

Platter Str. 176

Die Trauerfeier findet am Freitag, 21. Mai, vom. M Uhr auf dem Std- friedhof statt. Von Beileidsbesuchen bitte ick Abstand zu nehmen.

Am späten Abend des 17. Mai ent­schlief unerwartet an den Folgen eines alten Leidens unsere liebe, fröhliche Schwester

Franziska Nelke

Im Namen der Hinterbliebenen : Die Oberin und Schwestern der Schwesternschaft Oranten. Wies­baden, Schöne Aussicht 41.

Die Trauerfeier findet Freitag, den 21. Mai, nachm. 2.15 Uhr in der Ka­pelle des Südfriedhofs statt.

Hugo Zwinkau, Familie Hans Zwinkau und die Geschwister und Verwanden der Verstorbenen

Wiesbaden, den 19. Mai 1943. Webergasse 29 und Nerostr. 13

Danksagung. Für die wohltuenden Beweise herzlicher Anteilnahme in Wort und Schrift beim Heimgang un­seres lieben Entschlafenen, Herrn Karl frohn, und das ihm gegebene Geleit sprechen wir alle auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank aus.

In tiefer Trauer: Frau Rosina Frohn, geb. Eberhardt, u. Kinder

Wiesb.-Dotzheim, den 18. Mai 1943. Scfaönbergstr. 2

Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Hinschei- den und der Beerdigung unserer lieben Mutter, Frau Emilie Kescher Wwe.. geb. Honsack, sagen wir unseren herz­lichsten Dank.

Familie Oppitz und Erke!

Wiesb.-Dotzheim, den 18. Mai 1943.

Danksagung. Für die herzliche Teil­nahme in Wort, Schrift und Blumen­spenden beim Heimgang unseres lieben Hans-Peterchens sagen wir allen un­seren tiefempfundenen Dank.

Familie Clemens Frick Wiesbaden, den 19. Mai 1943.

* Danksagung. Herzlichen Dank allen, die mir persönlich bei dem Heldentod rnqtees unver­geßlichen Sohnes Engelbert Pfeiffer, Oberjäger, ihre Teilnahme brachten. Er mußte sein junges Leben wie so viele seiner Kameraden als Opfer

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