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Dienstag, 18. Mar 1943

Jbero-Amerika als dankeekolonte

Von unserem Berichtet st attör

(S.) Lissabon, im Mai 1943.

Die Balten in Jbero-Amerika und die Bäume bogen sich, die Affen in den südamerikanischen Urwäldern kreischten vor Vergnügen, als Roosevelt kürzlich in der Pressekonferenz behauptete, er habe wegen der früheren Finanzmethoden Washingtons gegenüber Jbero-Amerika den bolivianischen Präsidenten Penaranda" um Entschuldigung ge­beten. Auch der mexikanische Präsident Avila Camacho habe ihm be­stätigt, daß jetztdie Zett der Ausbeutung Jbero-Amerikas durch die USA. vorüber sei." Roosevelt pflegt seine Reden und seine Autze- inngen auf der Pressekonferenz stets von anderen verfertigen zu lassen. Ei hat nach amerikanischen Zeugnissen niemals selbst eine Rede ver­fertigt. Er sei, so wird weiter gesagt, auch gar nicht dazu in der Lage. Aber hat sich jetzt ein Verfertiger der Roosevelt-Speeches mit ihm einen Scherz erlaubt, auf. den dieser kuriose Präsident hereingefallen ist? Denn alle Tatsachen spreche» ganz anders, und sogar der von Washington ausgebaltene Präsident Boliviens, eben jener von Roosevelt zitierte Peneranda, hat bei seinem ^Besuch in Washington geradezu die Ausbeutung Boliviens durch den nordameri- » konischen Dollarimperialismus zugeben müssen. Er sagte am Tage bevor Roosevelt sich diese Irreführung erlaubte, in Washington auf einer Pressekonserenz:Infolge der Kriegszustandserklärung durch Bolivien kann die Zinnproduktion um 20% erhöht weiden, da weitere 10 000 (bolivianische) Arbeiter für die Förderung eingesetzt werden." Bolivien fördert tm Catavi-Eebiet etwa % der Weltproduktion an jinn; die Gruben stehen unter dem Finanzdiktat der Aankees. Nun brach anfangs Dezember 1940 gerade dort ein Erubenarbeiteraufstand aus. der den Charakter eines Generalstreiks annahm und von Pene­randa durch die Verhängung des Belagerungszustandes beantwortet wurde. Die bolivianischen Sklaven des Yankeekapitals klagten über -u schlechte Entlohnung, feiner darüber, daß aber in den Warenhäu­ser der den nordamerikanischen Grubenbesitzern gehörenden Pakinjo- Ee!-llschaft geradezu Wucherpreise von ihnen gefordert wurden. Die Ultimo Hora" in der bolivianischen Hauptstadt La Paz aber brachte « einen Aufsatz, der Roosevelt direkt Wortbruch vorwarf. Roosevelt hatte den Bolivianern versprochen: eine Anleihe von 25 Millionen Dollar, ferner weitere 5% Millionen zur Erschließung der bolivianischen Erd- Äeil eit und zwei Millionen zur Stabilisierung der boliotanischen rung. Nichts sei aber gehalten worden, und die versprochenen Lieferungen von.llSA.-Stahlwaren und Eisenerzeugnissen seien auch ausgeblieben. Es hat etwas Tragikomisches, daß Bolivien auf Geheiß Roosevelts den Achsenmächten den Krieg anWndigte und in den Hankehosfnungen so betrogen wurde, daß jetzt in Washington Pene­randa um die Anleihe betteln und erzählen mußte, wie weit er seine Bolivianer in die Zwangsarbeit für den Washingtoner Profit ein­spannt hat.

Aber auch Mexiko ist gar nicht zufrieden. Gerade jetzt hat das Londoner Fachblatt, derEconomist einen aufschlußreichen Artikel Über die Enttäuschung Mexikos gebracht Bereits im Juli 1941 hätten die Pankees die ganze Produktion Mexikos an strategischen Mate­rialien wie Silber, Blei, Zink, Kupfer, Antimon, Chrom usw. in Bausch und Bogen aufgekauft, und Mextko habe nach dem Kriegsein­tritt der "Pankees weitere Abkommen mit Washington über Liefe­rungen von Geld und technischer Unterstützung der mexikanischen Gru­ben und Eisenbahnen usw. abgeschlossen, und zwar hätten diese Unter­stützungen gratis erfolgen sollen. Mexiko ist daraufhin bekanntlich in

Kriegsschauplatz China

v-v In den letzten Berichten vom nordchinesischen Kriegsschau­platz ist mehrmals außer von den erfolgreichen japanischen Kämpfen gegen die Tschungking-Truppen auch die Rede von den Kämpfen ge­gen die Kommunisten gewesen, die vor allem im Zentrum der Pro-

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FKANZ.

^Tschungking v

Karte: Dehnen-Dienst

Wiesbadener Tagblati

s ch e n f ü h r u n g in der Heimat ist in e r st e r Linie tkämvfer berufen. Er hat seine Einsatzbereitschaft

der Fron

von

3 u

Suveh aus dem Südufer des Bangise und in der Umgebung Nwanschuikai, 12 Kilometer südöstlich Luikiatschang, völlig vernichten.

5unf Tschungking-Division en vernichtet

Tokio, 17. Mai. Im Zuge der immer weiter fortschreitenden Ver­engung der Einschließung der 10. Tschungking-Armee an der Suveh- Front gelang es, einer Domei-Meldung zufolge, den japanischen Ver­bänden, den größten Teil dieser Armee, die sich aus fünf Divisionen zusammensetzte, int Abschnitt von Rott Eitschai im Süden der Provinz

Kriegsversehrten vorgenommen.

Dr. Len sprach zu diesen Männern, die durchweg Auszeichnungen für persönliche Tapferkeit vor dem Feind tragen, bei Beginn ihrer politischen Schulung. In überzeugender Rede setzte er sich mit den weltanschaulichen Strömungen ^unserer Zeit auseinander und wies nach daß hinter jedem Staatssystem der gegen uns kämpfenden Völker der Jude steht.Sie verlegen jetzt, meine Kameraden, den Abschnitt ihres Kriegseinsatzes von dem militärischen aus das keineswegs minder wichtige Gebiet der politischen Arbeit. Es gibt keinen Gegensatz zwischen Front und Heimat, sondern wir alle sind Soldaten und Kämpfer für Deutschlands Größe und Zukunft. Zur Mens ' -----2~ 1 2

unter Beweis gestellt, Akut und Tapferkeit und harte persönliche Opfer auf sich genommen.

Vorher sprach der Reichsorganisationsleiter in Stettin und Schwerin auf Großkundgebungen. Deutschland werde im gegen­wärtigen gröberen, weltweiten Kampf trotz wechselnden Kriegsglucks den Sieg feiner Waffen und Ideen erkämpfen. Dazu sei eine bet größten Quellen der Kraft unseres Volkes das Vertrauen der Natron zum Führer. Dieses Vertrauen fei eine der schärfsten Waffen, zu denen noch Arbeit und Leistung Kampf und Einsatz hinzutreten. Adolf Hitler habe uns zur Volksgemeinschaft geführt, die nunmehr in eine einmalige Leistungsgemeinschaft der Nation einmündc. Der Krieg stört uns in der Verwirklichung unserer weitgesteckten sozialen Absichten, um unserem Volke eine glückliche Zukunft sichern zu können. Er möge bei aller Härte dauern, solange er wolle, stets werde fca» deutsche Volk bereitstehen, alle Befehle des Führers auszuführen.

Rr. 114 Seite 3

Der Frontkämpfer zur Menfchenführung berufen

Kriegsversehrte werden politische Leiter

Malaria-Sümpfe wurden fruchtbares Ackerland

Rom, 17. Mai. Land- und Forstwirtschaftsminister Pareschi be­sichtigte am Sonntag die zwischen Ferrara und dem Adriatischen Meer vorgenommenen Landgewinnungsarbeiten und weihte Schulen, Ar­beiter- und Bauernhäuser ein. Das besuchte Gebiet war bis vor weni­gen Jahren ein landwirtschaftlich nicht erschlossener Malariaherd.

daß die Arbeitslosigkeit zunahm, die Lebensmitielpretse tn steiler Kurve nach oben gingen und der venezolanische Staatshaushalt mit Ausgaben für militärische Zwecke Überbürdet sei. Deshalb habe man die Steuern um nicht weniger als 100% erhöben müssen und auch die Ölindustrie müsse jetzt heran, die hauptsächlich in den Händen 6er Vankees sich befindet. Außerdem habe man Anleiheverhandlungen mit Washington aufgenommen, aber sie seien noch nicht abgeschlossen Da­bei könne Venezuela ohne eine sonstige Anleihe finanziell nicht oe- stehen. Daß die Ursache der venezolanischen Nöte die Folgen des von den Aankeejuden gewollten Krieges und damit die Versklavung <suo- amerikas bedeutet, das wist aber Mister Roosevelt nicht wahr Iw eit.

Und schließlich Brasilien. Es hat sich den Vankees verschrie­ben und erlebt jetzt wie diese das Land ausbeuten, wie sie die brasi­lianischen Unternehmen oerjüdeln, wie die Schwierigkeiten unter de­nen Brasilien steht, seitdem es den Krieg erklärte, in arithmetischer Steigerung zunehmen, nicht nur infolge des Kampses der deutschen U-Boote die Trausportschwierigkeiten. Alle ibero-amertkanischen Re­publiken stehen Heute der Tatsache gegenüber, daß bie Finanzhyanen der Wallstreet in New Hork und die Juden um Roosevelt unter dem Druck dieses Krieges und mit demokratischen Phrasen geradezu die südamerikanischen Staaten wie Ausbeutungskolonien behandeln. Jtur Argentinien, das im Vorjahre eine von Washington angeboiene An­leihe abwies, behauptet feine Selbständigkeit. Alle anderen sind in das Netz der AusheiKer von Washington geraten und imnmetn als Enttäuschte und betteln, wie Camacho oder Peneranda, in Washington jetzt um Linderung ungeahnter, durch Washingtons Politik bewirkter Note

Wer Roosevelt behauptet dreist und jahwesürchtig, Washington habe seine Ausbeutungspolitik gegenüber Jbero-Amerika geändert. Dieser Roosevelt. . .!

den Krieg cingetreten, aber Washington hat sich jetzt ausgerechnet, daß Mexiko ihm viel Geld schulde und daß es seine Waren nur aus Kredit, also gegen, hohe Zinsen, erhalten könne. Daher sei der mexi­kanische Präsident Avila Camacho in Washington gewesen. Und was sagte der spassige Roosevelt über ihn?

Ein drittes Beispiel: Uruguay. Im November 1942 stimmten die Uruguayer über die Beibehaltung der Neutralitätspolitik ab. Unter ungeheurem Sturm der Juden und ihrer Presse stimmten 130000 Uruguayer für den neutralitätsfreundlichen Kandidaten Her- rera. aber 240 000 für den jetzigen Präsidenten Amezaga, der im Kiel­wasser Roosevelts segelt. Damals hatte Washington selbstverständlich Uruguay eine Anleihe von 20 Millionen Dollar für öffentliche Ar­beiten versprochen, aber über die Bedingungen dieser Anleihe, die von der nordameiikanischcn Export- und Jmportbank gegeben werden sollte, ist gerade jetzt die uruguayische Öffentlichkeit geradezu entsetzt, und selbst Präsident Amezaga hat dagegen protestiert. Bereits im März 1943 wurde im Parlament von Montevideo eine Interpellation eingebracht und verlangt, daß die Regierung in direkten Verhand­lungen mit Washington eine Änderung der Kreditbedingungen erstre­ben oder von dem Vertrag zurücktreten solle. Jetzt, anfangs Mai. hat eine Mehrheit der Deputiertenkammer mit 70 gegen 68 Stimmen die Regierung Amezagas aufgefordert, sich zu der früheren Interpellation und vor allem über die neue Form der Kreditbedingungen der USA. die eine Kontrolle über die Verwendung des Kredits vorsehen, also mit der Souveränität Uruguays nicht vereinbar sind, zu äußern Was aber sagt Mister Roosevelt dazu?

Und weiter zu V e n e z u e l a. Der Staatspräsident von Vene­zuela, Medina, bat offen zugegeben, daß das Land unter dem Krieg schwer leidet, daß alle Hoffnungen auf Washington vergeblich waren,

Falkenburg, 17. Mai. Eine größere Anzahl kriegsversehr­ter Froirtsoldaten ist unmittelbar aus den Lazaretten und Standorten auf der NS.-OrdensburgFalkenburg" am Krössing- fee eingetrofsen. Dort beginnt gegenwärtig ein mehrmonatiger Lehr­gang, um diesen Männern das Rüstzeug für die Übernahme politischer Mhrungsaufgaben in der NSDAP, und der Deutschen Arbeitsfront zu vermitteln. Auf Veranlassung von Reichsorganisationsleiter Dr. Ley wird die Auffüllung der Lücken, die die im großen Unifange zur Wehrmacht eingerückten politischen Leiter der NSDAP, und der DAF. hinterlassen haben, zur Zeit bevorzugt aus den Reihen der

Oie Zeit höchster Bewährung

Oldenburg, 17. Mai. Die Wiederkehr des Todestages des Gau­leiters Carl Rover beging die nationalsozialistische Bewegung des Gaues WeserEms mit einer Feier am Grabe des Verstorbenen tit Oldenburg und mit einem großen Appell der NSDAP., auf dem Reichsleiter Alfred Rosenberg sprach.

Reichsleiter Rosenberg führte u. a. aus, daß heute die deutsche Nation in einem unerhörten Kampf um ihr Dasein stehe.Die Zett höchster Bewährung ist damit für uns gekommen". So wie einst die Getreuen Adolf Hitlers, als sie zu ihm kamen, die Brücken zu ihrer Pergangenheit abgebrochen hätten, fo habe die deutsche Nation die Brücken zu den Schwächen ihrer völkischen Vergangenheit abgebrochen. Heute gibt es nur noch einen einzigen Weg, den wir in Ruhe und in dem Bewußtsein der Unausweichbarkeit dieses Kampfes gehen müsse«, zumal wir wissen, was mit uns geschehen würde, und welches Los uns unsere (Segnet zugedacht haben. Das Bündnis zwischen jüdischem Bolschewismus und dem jüdischen Kapitalismus ist heute eine Tat­sache Wenn wir jetzt nicht dem Schicksal die Stirn bieten, so be­deutet das die Ausrottung unseres Volkes. Ein un­auslöschlicher Saß schlägt uns entgegen, und deshalb glauben wir, daß wir diesen Hab mit einem ebenso starken H a 8 zu beantworten haben. Unsere Gegner können wir nicht mehr achten, sondern nur verachten, denn es erfüllt uns ein Gefühl des Ekels gegenüber dem Verrat des Volkes, das ein Bündnis mit dem Abschaum der ganzen Menschbett geschlossen hat und mit frecher Heuchelei Gebete für diesen Verbün­deten zum Himmel schickt. (Eine 3000jährige europäische Kultur ist in Gefahr, von ihnen verraten zu werden.

Neben dieser Prüfung wächst das Verstehen um die SchickfalsaiH- gaben des Deutschen Reiches heran. Der Reichsgedanke war noch mc so groß und lebendig wie im-jetzigen Krieg. Der Reichsgedanke be­kommt immer neue Größe und neue Kraft. Ein gesichertes Deutsches Reich ist der Vorposten des deutschen Gedankens und Sinn der Et- füHung unserer nationalsozialistischen Revolution und auch dieses ge­waltigen Krieges. Niemals hat ein Krieg mehr Sinn gehabt als der, den wir heute führen.

Wir kämpfen nicht nur für unsere Jugend, sondern auch für unser Kinderland, denn wir müssen für unsere Kinder und Enkel das Reich sichern, und dafür lohnt es sich, Opfer zu bringen. Es wächst unter Reich, und es wächst das neue Europa immer mehr. Wir sehen klar und deutlich den Sinn der nationalsozialistischen Revolution und auch den Sinn des gigantischen Krieges. Was wir immer erträumten, das soll Wirklichkeit werden. Die Kinder und Enkel werden davon fingen, was heute an allen Fronten geschieht, und sie werden stolz fehl, einem Volk anzugehören, das würdig ist, eine große Vergangenheit und eine große Zukunft zu haben.

vinz Schansi ihr Aufmarschgebiet haben und hier an verschiedenen Stellen, wie in den übrigen Gebieten Nordchinas, von den Japanern geschlagen wurden.

Diese kommunistischen Truppen stehen, nachdem die 4.Rote' Armee in Kiangsi 1941 von Tschiangkaischek aufgelöst worden ist, kämpfend nur noch in Nordchina mit den Tschungkingsoldaten zusammen. Ihre Beziehungen haben sich in letzter Zeit so erheblich verschlechtert, daß wieder der Beginn einer Kriegführung gegen­einander beoorstand. Wie japanische Sireitkräfte in den Taihang- bergen zwischen den Provinzen Schansi und Hopeh feststellen konnten, befanden sich die dort stationierten Tschungkingtruppen gerade im Begriff, eine Sirafexpedition gegen die kommunistischen Kräfte in Schansi durchzusühren.

Unsere Karte, die den eisernen Ring markiert, den Japan um bas isolierte Tschungkiug-Ching.. gezogen hat, beutet punktiert einige Gebiete an in benetz der kommunistische Einfluß in Tschung- king-China sich geltend macht.

Seilbahnstütze Ir.4

Ein Roman aus den Bergen von Alexander v. Thayer Nachdr. verb.

glanzlos und erloschen. Er besaß keine Kraft mehr, er war besiegt worden. Das Mädchen war nicht zu ihm zurückgekommen. Und über seinem Wald hing bas Seil, tagsüber konnte man es deutlich in der Sonne glitzern sehen.

Das schwere Tragseil lag frei, beweglich und dehnbar in den. Hohlrinnen, die an den Seitenarmen der Stützen befestigt waren. Die Verbindung dieser Hohlrinnen mit den Stützarmen wurde von mehreren Bolzen besorgt, an deren Enden schwere, handgroße Schraubenmuttern saßen. Später sollten sie vernietet werden. Bald lief auch bereits das zweite Tragseil daneben. Die Arbeit war leicht und schnell gegangen, es wurde einfach entlang des ersten Seiles in bie Höhe gezogen. Die Zug- und Sicherheitsseile folgten auf dieselbe Art. Schon in wenigen Tagen würden die ersten offenen Material­wagen über das Seil hinauf zur Kellerspitze fahren, man wollte noch im Svätherbst die Fundamente der Bergstation legen. Nächstes Frühjahr sollte bann der Bau bet großen Stationen beginnen, bie jetzt nur aus Holzhäusern bestanden.

Tag und Nacht ging das Sprengen weiter. Ein Stollen wurde durch die Rotwand getrieben, von dort sollten die Besucher der Berg- station hinüber auf den Gletscher gelangen. Ständig war die Keller- spitze von den kleinen, grauen Svrengwölkchen umgeben.

Der alte Borchenhardt hatte unweit des HotelsAlpenrose" ein Grundstück gekauft und dort ein kleines Holzhaus bauen lassen. Es sollte einmal Ilse gehören. Sans Wundt kam nur wenig in bas Hotel hinüber die Arbeit hatte eher zu- als abgenommen. Bis der erste Schnee fiel wollte man beide Stationen provisorisch noch unter Dach haben. Sans Wundt war einmal oben, einmal unten, trieb überall die Ingenieure an, überprüfte bie Pläne für ben Stollen auf bet Rot- roanb, verwarf anbete, hinterließ überall ein Kielwasser von Gehor­sam unb Respekt. . .

3m Dunbo-Walb tauchte jetzt kein memchliches $ßc|cn aur. Rur bet Anbei! kam ab unb zu zur Sütte unb brachte von der Alm die frische Milch. Manchmal war der Serbftftuim fo arg, daß die Schindeln vom Dache flogen und wie Pavierfetzen herumgewirbelt wurden. Philomena mußte die Türen und Fenster immer wieder verrammeln und verstopfen. Höhnisch klavvetten sie in wenigen Stunden aufs Neue, über den zackigen Felsenkamm der Königswand flogen ohne Unterlaß schwere Wolken, der Spätherbst jagte seine Sturmkolonnen im Äamsj gegen den Berg. , . , . , . .

Eines Tages machten sich Ander! unb Ro,el gemeinsam auf den Weg zu Tobias Wunbts einsamer Hütte.

Gehst jetzt hinein zur Mutter," sagte Rosel zum Anberl, als sie vor bem Jagdhaus ftanben.Ich bleib' einstweilen btaußen. Ist besser, du sprichst sie allein, auf mich ist sie gar nicht gut zu sprechen."

Ist recht, Rosel." Der junge Sitte gab sich einen energischen Ruck. So will ich halt mein Glück probieren."

Und wenn sie wieder nein sagt, bann rufst bu mich, gelt, Anberl, sagte bas Mäbchen eifrig.Dann werde ich sie fragen, wer mein Vater ist."

Sie wandte ihren Kovf ihm zu und »Uchte letzt |einen Munfu Was auch immer kommen mag, ich halt' fest zu dir." sagte Rosel. Dann löste sie sich von bem Butschen und schob ihn mit einet energnchen Handbewegung zur Tür.

* 26. Fortsetzung

Hier hingen die Arbeiter gleich Trauben in dem eisernen Gebälk bet Stütze, legten das Tragseil in die Führungsmaschine, gaben Signale nach der Notwanb. Immer langsamer kroch bas Seil. Angstvolle Augen be­obachteten die Stützen ob der einseitigen Belastung. Aber sie hielten wie mit eisernen Zangen das stählerne Seil, sie bogen sich nicht unb sie wankten nicht, sie strebten trotzig in ben blauen Himmel hinaus.

Unb 'währenD in der Berg- und Talltation die Zementblöcke ausgegossen wurden, in welche die großen Räder versenkt wurden, kroch die Schlange immer weiter. Rieht als taufend Männer waren zu diesem Kampf angeworben worden, gaben ihr letztes und bestes her, die Kraft ihrer Herzen, den harten eisernen Zug ihrer Muskeln.

Am zehnten Tage schossen sie von der Kellerspitze Freudenboller ab. Das Seil war oben am Berg angekommen. Während ein halbes hundert Männer das Seil verankerte, gossen andere die Zementkästen aus, mit denen das Tragseil in dem Schaft der Talstation gespannt wurde. Denn frei hing es in den Führungsschienen der Turmstutzen, r geschmeidig wie eine Schlange, die sich strecken und zusammenziehen konnte. So sollte cs nach ben Konstruktionen sein, um einmal die Wagen mit ben Passagieren weich und doch sicher auf seinem Rucken zum Himmel zu tragen. ... ... ,

An diesem Abend sank Hans Wundt erschöpft aUs sein Bett, ohne mehr die Kraft zu haben, sich die schmutzigen Kleider vom Leibe SU reiften und sich Gesicht und Hände vom fiebrigen Öl zu reinigen. So schlief er den Schlaf des Erschöpften, während unten im Hotel Alpenrose" die Musik zum Tanze aufspielte und die Sektpfropfen gegen bie Decken knallten, um bas gelungene Werk zu feiern. Ebenso lagen sie in den festgefügten Arbeiterhütten auf der Gsohlalm, in der Königswand und oben unterm Gipfel der Kellerspitze, wo der Sturm die Häuser umbrauste. Sie dachten nicht an Arbeitslohn, nicht an Weib und Kind, sie dachten an das Werk, das sie mit voll­bracht hatten, jeder einzelne Mann am rechten Platz, an bie Iwe, unb Stunbcn voller Angst unb Aufregung. Wehe, wenn eine Hilfs- tröffe geriffelt märe, wenn der Arm einer Stütze zu schwach gewesen ober die Kraft einer Zugkolonne erlahmt wäre! Und sie schnitten von einer der höchsten Tannen des Waldes die Spitze ab unb pflanzten das kleine Bäumchen auf bie Stütze am Teufelsgrat.

Unten im Dunbo-Walb aber wußte man nichts von dem Kamm und Sieg der Arbeiterbataillone. Dereu Steige gingen brühen durch das Äonigstar zum leufelsgrai, und keiner brufte das Sachgebiet des Herrn Tobias Wundt betreten. Manch einer von den Arbeitern, die in dem einfallenden Rebel vom Wege abgekommen waren, hatten die Geschosse schwirren hören, die ihnen Statz, der Jager, nachgefandt I hatte, wenn sie im Sausen des Windes bas Sait des Lagers überhört [ hatten. Und so hieß auch bet beit Arbeitern der Dunbo-Wald fortan nur noch bet Todeswald. .

r Tobias Wunbt sah grau unb sahl aus. Seine Augen waren

Der Sirte klopfte an bas Holz bet Türfüllung. Da schob et sich langsam an bie Stube.

In dem Dunkel des Zimmers stand regungslos, die Atme am Körper herabhängend, die Augen geschlossen, Philomena.

Als wußte sie bereits alles, dachte Ändert. Als wartete sie mn darauf, über ihn herzufallen!

Aber Philomena stand nur, wie alle Tage um diese Zeit, hinter dem Fenster und wartete auf das schleichende Schreiten der Stunden.

Was willst?" fuhr sie den Ander! kurz an.

Ihr wißt es ohnehin," besann der Bursche.Die Rosel und ich haben uns gern. Und weil Ihr die Mutter von der Rosel seid, wenn's auch die Leut' nicht wissen dürfen, so bin ich halt kommen, um zu bitten, daß wir uns jetzt Brautleut' nennen dürfen. So ifts recht, und so witTs der Brauch."

So, der Brauch will's so?" fuhr ihn Philomena an.Auf das, was der Brauch will, hat hier im Dunbo-Wald noch niemand etwas gegeben. Kommst so mir nichts dir nichts daher und verlangst die Rosel von mir? Denkst dir wohl, die Rosel ist ein beliebiges armes Mädel. Weiß schon, weiß schon, was bu sagen willst," schnitt sie ihm bas Wort ab, als er sprechen wollte.Ist vielleicht gar keine schlecht Stund', daß bu getabe heute gekommen bist. Ich bin nicht arg, wie ihr jungen Leut' glaubt. Bin keine Hexe, die euch das Küssen miß­gönnt, und das ocrliebie Schnäbeln. Ich bin auch einmal jung gewefen.'*

Ihr wollt also wirklich. .? Ich danke Euch . . ."

Sait den Mund! Von wollen hab' ich noch lange nichts giagi, fuhr ihn die Alte an.Hab' nut gemeint, es ist heut' kein schlechter Tag für eine solche Bitte. Jetzt sag einmal, was bu kannst? Was bist? Was willst? Von Viehhüten hat noch keiner eine Frau ernährt. Bist ein guter Schütz'? Kannst einen Bock aufs Breit treffen? Kannst du ein Jäger werben?

Die Augen Philomenas blieben gespannt an bem jungen Burschen haften. Es schien ihm, als läge etwas hinter dieser Frage, ein ge­heimer Sinn, den er nicht verstand.

Ich bin früher mit bem Herrn manchmal auf die Pürsch ge­gangen," sagte der Anderl.Kann wohl mit dem Stutzen umgehen. Beim Schützenfest hab' ich siebenmal von neunen ins Schwatze ge­troffen."

Bist also ein sicherer Schütz'!" sagte Philomena. Dann schlich sie sich ganz nahe an ihn heran. Sic packte ihn mit ihren dürren Fingern am Oberarm, zog ihn mit einem heftigen Ruck zum Fenster.Schau dort hinaus! Siehkt du das Seil durch die Luft schweben? Könntest ihn treffen, dort den kleinen Wagen, wenn er zum Simmel jährt?"

Wäre nicht unmöglich, daß ich ihn treff sagte bet Anberl ver­wundertWas willst du aber mit dem Wagen Philomena? Den kann man nicht runterschießen, solch' einen Wagen. Der kümmert sich nicht um eine Kugel."

Gewiß nit, raunte sie geheimnisvoll.Der Wagen nit. Aber der vielleicht, bet bringen sitzt. Ich hab' sie unten gesehen, die offenen Materialwagen, sie sind leicht unb luftig nach allen Seiten.

Unb was soll ich damit, Philomena?" stotterte der Anberl.

(Fortsetzung folgt.)