Einzelbild herunterladen
 

Seite 2 Nr. 101

Wiesbadener Tagblatt

Montag, 3. Mai 1943

*

4

Die heutige Ausgabe umfaßt 6 Seiten

schwenderischer Fülle gewidmet hatte.

Adolf Theodor Schwarz

Jahre vor seinem Tode zuteil, als die Stadt Wien ihrem großen Sohn durch die Verleihung des Lhienbürgeriechts den Dank für alle di« blitzenden musikalischen Perlen abgcstattet hat, die er ihr in ver-

Der britische Rundfunk in Bangkok berichtet au» A h m e d o - b a d in der Bombay-Provinz, daß dort erneut in zahlreichen Regie- rungsbetricbcn die Arbeiter in den S t r e i I getreten find.

Al» «in «eitere» Beispiel der vofitiven Zusammenarbeit zwischen Japan und Rationalchina hat di« japanische Regierung am 1. Mai alle Berwaltungsrechte in der Provinz Tschekiang an die national- chinesische Regierung zurückgegeben, die st« seit Mai vorigen Jahre« innehatte.

Kräfte wurden vernichtet. Bor der Kaukasusküste oersenkten leichte deutsche Eeestreitkräst« «in feindliche» Artillerieschnellboot.

In Tunesien »erlief der Tag bi» auf geringe örtliche Kamvf- tätigkeit im allgemeinen ruhig.

Die Lustwaffe griff in der vergangenen Nacht ein feindliche» Ge­leit in den Gewässern vor Benghasi an und beschädigt« fünf »roße Frachtschiffe schwer.

Bei Vorstößen »egen einen deutschen Stützpunkt an der Atlantik- küste und in den norwegischen Gewässern verlor die nsrdamerilanische Luftwaffe gestern 11 viermotorige Bomber, di« britische Luftwaffe 12 Torvedo- und Zerstörerslugzeuge. Ein eigenes Jagdflugzeug wird »ermißt.

Sowjetangriffe am Kuban-Brückenkopf gescheitert

Im April 1082 Sowjetslugzeuge vernichtet — Avril-Bersenlungszisser 423 000 BRT. — Di« Kri«g»schlff»verlust« de» Feindes: Ein Flug­zeugträger, ein Kreuzer, fünf Zerstörer, sechs U-Boote und acht Schnellboote

rrn Waffendienst der Wehrmacht, An ihre Stelle sind deutsche ö r a u e n und ausländische Arbeiter getreten. Dadurch sind mancherlei neue Probleme auch für die DAF. entstanden. Immer aber hat man an dem Gedanken der Leistungssteigerung festgeholten und hat die Rotwendigkeil für jeden einzelnen wie für die Gesamt­heit. die Leistungen zu steigern, nachdrücklich und wie hinzugefügt werden muß, mit grobem Erfolg unterstrichen. In zahlreichen Veran­staltungen ist zur Leistungssteigerung aufgerufen worden mit dem (Srfol8. daß fast ausnahmslos in den Werken der Rüstungsindustrie । unmittelbare Leistungssteigerung von 10. 20 und 30 vom Hundert je Gefolgsmann eintrai. Millionen von Arbeitstagen wurden da­durch in der Rüstungsindustrie gewonnen. Diese Arbeit wird auch weiterhin nicht ruhen. Wie bisher wird für die Freimachung aller L e i ft u n g s r e fe r o e n, die im Menschen stecken, gesorgt ?ei®as geschieht einmal durch die richtige Führung der schaffen­den Menschen, »um zweiten durch die Pflege ihrer Arbeitskraft, zum

's

Zweiter Durchbruchsversuch in Westtunosten gescheitert

Berbkssene Kämpfe in Bergstellungen und Felsentälern

dritten durch die Lohn ordnenden Maßnahmen und schließlich durch di^ Ordnung der betrieblichen Umwelt im Sinne der Beseitigung der dort vielfach vorhandenen und meist leicht aus dem Wege »u räumen­den Leistungshemmnisse.

Zehn Jahre DAF., das bedeutet zehn Jahre deutschen Sozialismus. Ganz instinktiv hat der deutsch« Arbeiter damals, als das zerbrach, woran er bisher geglaubt hatte, gefühlt, daß ihm der Weg gewiesen wird, der einzig und allein zum Ziele führt. Heute marschieren 2 5 Millionen schaffende Deutsche mit einem Führerkorvs von über 16 Millionen bester Volksgenossen in der DAF., einig in der Zielsetzung ihres Handelns: alles für Deutschland. Der Leistungssozialismus aber, der hier verwirklicht wurde und verwirk­licht wird, wird auch die Arbeitskräfte, die jetzt aus dem Ausland bei uns eingesetzt sind, enger mit uns verbinden und so die Grundlagen des neuen Europa festigen helfen. Denn auch der europäische Sozia­lismus muß und wird ein Leistungsfozialirmus fein.

Berlin, 1. Mai. Der neuerliche, am 27. Avril eingeleitete Ver­such der Briten und Nordamerikaner, von der westtunesischen Ge­birgsstraße zur Küste durch,ustoßen, ist trotz zahlenmäßiger starker Übermacht gescheitert.

An allen Punkten, wo der Feind angriff, stieb er auf die hohe kämpferische Überlegenheit der deutschen und italienischen Soldaten. Besonders hart waren die Kämpfe in den Bergstellungen und Felsentälern im Raum von M e d f e z e l B a b. Oft standen sich hier an steilen Abhängen Angreifer und Verteidiger auf schmalen Raum in erbittertem Ringen gegenüber. Um jeden Felsblock wurde verbissen gekämvjt. Mit dem Feuer ihrer Maschinengewebre und Eranatwerfer^chlugen unsere Grenadiere den Feind immer wieder zurück und fügten ihm schwere Verluste zu.

Auch die Vorstöße feindlicher Panzerverbände hatten keinen Er­folg. Dort, wo es den vorgevrejchten Panzern gelang, in unsere Verteidigungsstellungen einzudringen, wurden sie von unseren Sol­daten gefaßt und teilweise im Rahkamof vernichtet. Der Treffsicher­heit unserer Panzerjäger und dem blitzschnellen Zuschlägen unserer Grenadiere und Panzergrenadiere war es zu danken, daß die Briten und Nordamerikaner allein in diesem Raum in der Zeit vom 27. bis 30. Avril 184 Panzer und Panzerfahrzeuge, sowie große Mengen schwerer Waffen und Kriegsgerät aller Art verloren. Außer 21 Ge­schützen blieben über 500 Gefangene in unserer Hand.

Die Härte der Kämpfe spricht aus den schweren Verlusten, welche die Briten und Nordamerikaner bei diesen vergeblichen Vorstößen er­litten. Als unsere Grenadiere bei einem Gegenstoß dem Feind eine beberrschende Höhe im mittleren Frontabschnitt entrisien hatten, zähl­ten sie hier allein 800 gefallene Briten, Versuche des Feindes, diese Stellungen wieder in seinen Besitz zu bringen, scheiterten.

Verbände schneller deutscher Kampfflugzeuge setzten im Laufe des 30. April ihre Angriffe auf Panzerbereitstellungen und Truppenansammlungen des Feindes fort. Schon in den frühen Morgenstunden waren die ersten deutschen Kampfflugzeuge über dem Feind, der sich auf den Straßen und im Gelände östlich des Medjerda- Flusier sammelte. Zahlreiche mit Munition und Treibstoff beladene Lastkraftwagen, die zur Versorgung der feindlichen Panzerspitze ein­gesetzt waren, wurden in Brand geworfen. Weitere Lastkraftwagen erhielten durch Svrengstücke explodierender Bomben und den Ee- schoßhagel der Bordkanonen so schwere Treffer, dab diese bewegungs­

unfähig liegen blieben und die wichtigen Nachschubstraßen des Fein­des sperrten.

An der tunesischen Südwestfront waren in den letzten Ta­gen französische Söldnertruppen mit starker zahlenmäßiger Überlegen­heit zum Angriff angetreten und auch an einigen Punkten in di« deutschen und italienischen Stellungen eingedrungen. In sofortigen Gegenstößen wurden diese Verbände zurückgeworfen und schwer ange­schlagen. Ihre Verluste bei diesen Kämpfen waren so schwer, dab sie am 30. Avril ihre Angriffe abbrachen und sich zur Verteidigung ein« richten mußten.

Deutsche Aufklärungsflugzeuge hatten im Laufe des Nachmittags des 30. Avril feindliche Panzerbewegungon aus südwestlicher Richtung festgestellt, gegen die sofort schnelle deutsche Kampfjlug- zeuge eingesetzt wurden. Die feindlichen Panzer, die /n der zer­klüfteten Hochebene und den engen Tälern wenig Gelegenheit hatten, sich zur Deckung auseinanderzuziehen, wurden in mehreren Anflügen empfindlich getroffen. Dieser rechtzeitige Einsatz der Luftwaffe brachte gemeinsam mit dem wirksamen Ärtilleriefeuer den geplanten feind­lichen Panzeroorstoß in diesem Frontabschnitt zum Scheitern.

Im Süden der tunesischen Front zeichneten,sich italienische In­fanteristen besonders aus.

über den Fronten in Tunesien und vor der tunesischen Küste kam es am 30. Avril mehrfach zu Luftkämvfen. Deutsche Jäger schosien herbei fünf feindliche Flugzeuge ab. Der Inhaber des Eichenlaubs zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes. Hauptmann Müller, er- - rang hierbei seinen 115. Lustfieg. Vier weitere feindliche Flugzeuge wurden durch Flakartillerie vernichtet. Zwei eigene Flugzeuge kehr­ten nicht zurück.

Oer Führer empfing Laval

Führerhauvtauartier, 30. Avril. Der Führer emvfing am 29. Avril in seinem Hauvtauartier in Gegenwart des Reichsministers des Aus­wärtigen von Ribbentrop und des italienischen Staatssekretärs für Auswärtige Angelegenheiten B a st i a n i n i den französischen Regierungschef Pierre Laval.

Während der Unterredung zeigten die Beteiligten volles Ver­ständnis für die Fragen, die sich zwischen Deutschland und Italien einerseits und Frankreich andererseits ergeben. In voller Objektivität wurde geprüft, welchen Anteil Frankreich an den Anstrengungen und den Opfern zu tragen hat, die die Achsenmächte für den Aufbau des neuen Europas "im Kampfe gegen den Bolschewismus und gegen die mit ihm verbündeten anglo-amerikanischen Plutokratien auf sich ge­nommen haben, und welche Vorteile sich für Frankreich aus dieser Beteiligung ergeben werden. ,

Dar Lstzts öar Walzorhönigo

Ein Eedenkblatt zum 100. Geburtstag Ceti Michael Ziehrers

Unter den. Königen des Wiener Walzers und der Wiener Operette steht seltsamerweise der zeitlich letzte in ihrer Reihe, Earl Michael Ziehrer, besten Geburtstag sich am 2. Mai zum 100. Male jährte, der Wiener. Volksmusik am nächsten. Nicht slawische, ungarische oder romanische Einflüsse verraten seine flotten Weisen, au» ihnen klingt Herz und Gemüt der Wiener Stadt, wie sie leibt und lebt.

Seine Wiege stand am Neubau. Einer Familie entstammend, in der das Hutmachergewerbe erblich war, mußte auch er zunächst dies Handwerk erlernen, in dem er es bis zum Gesellen brachte. Daneben fand er freilich schon früh den Weg zur Musik. Er lernte Klavier spielen und erregte bald mit eigenen Improvisationen Aufsehen. Vom Svftnufikalienhändler Haslinger entdeckt, der ihn weiter ausbilden lies, gab er 20jährig im Diana-Saal mit einer 50 Mann starken Kapelle sein erstes, sehr erfolgreich verlaufenes Konzert. Kaum 22fährig übernimmt et bereits die Badener Kurkavelle und ist von 1870 ab Militärkapellmeister, um in dieser Eigenschaft schließlich von 1885 bis 1893 beim Deutschmeister-Regiment zu fungieren, besten Kapelle unter seiner Leitung ihre Glanzzeit erlebte.

Zwischendurch vertauschte Ziehrer den Rock des Militärkapell­meisters immer wieder mit dem Zivil und bereifte auf Konzert­tourneen fast die ganze Welt: bald spielte er am Hofe der Dichter- Königin Carmen Sylva in Bukarest auf. bald in Konstantinopel, bald dirigiert er in Berlin. München, Hamburg oder bei der Millenniums- Ausstellung in Budapest.

Wo er über alledem noch die Zeit zur Niederschrift seiner zwanzig Operetten und feiner mehr als 600 Marsch- und Tanzkomvositionen hergenommen hat. ist kaum zu begreifen. Dabei war ihm al» Lveretten- komponist ein Erfolg nach dem anderen befchieden, erinnern wir nur an .Wiener Luft", „Die Landstreicher", „Die drei Wünsche". „Fesche (Stifter". Auch unter seinen Märschen finden sich weltberühmte wie etwa der „Schönfeldermarsch", der nach der Heimkehr der Ostmark in das Reich Armeemarsch in der deutschen Wehrmacht wurde. Ebenso gehören viele feiner Walzer, so die „Wiener Madeln" ober die „SBiener Bürger" zu den meiftgesvielten.

Ziehrers Leben war erstaunlicherweise aber auch damit noch ntcht ausgefüllt. Er fand neben seiner kompositorischen Tältgkett noch bte Muß, sich mit einer organisatorischen Frage wie der der Musikschutzes tu beschäftigen und der Anreger und Mitbegründer der Gesellschaft bet Autoren. Komponisten und Mufikverleger zu werben.

Nachdem et schon als Komponist das Erbe der Thnaftte Strauß metreten hatte, rückte er 1908 auch äußerlich in deren Nachfolgeschaft «fit, als et nach Johann Strauß' Vater und Sohn und Eduard «trauß als vierter und letzter mit dem Titel eines Ä. K Hoftavellmufik- btreltors ausgezeichnet wurdb. Eine der schönsten Ehrungen aber wurde ihm, besten Brust so viele hohe Orden schmückten, wohl zwei

Druck und S3ert«g: L. LchrllenbergMe Buchdruck-ni; Wiesbadener Tagblatt, Wiesbaden. (Seiamtieitung: Dr. vhit habil. Gustav Schellenberg und Otto Kaiser. Haupt, ichristleitei! Friz Günther, stirntl. in Wieshaden. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 1t gstmg

als Asienforscher die Goethe-Medaille für Kunst und Wissenschaft verliehen.

* Hamburger Dieirich-Eckart-Prei». Reichsstatthalter Karl Kauf­mann hat zum Rationalen Feiertag des deutschen Volke» den Dierrich- Eckart-Kuliurpreis der Hansestadt Hamburg für das Iaht 1943 zu gleichen Teilen an Friedrich Wilhelm Hymnen und Bruno Kar - berg verlieben.

* Sie Wiesbadener Pianistin Maria Bergmann [Dielte kürzlich in der „Stunde der Musik" in Berlin und errang mit Werken von Brahms. Reger und Pfitzner einen bemerkenswerten Erfolg.

* Neuer Intendant in Tevlitz. Intendant Jochen Hauer, bisher Obersvielleiter und Schausvieldirektor in Kiel, übernimmt mit Be­ginn der Sommerspielzeit die Leitung der Städtischen Bühnen Tevlitz- Echönau.

* Jung« »Front-Dramatiker" sollen im Württernbergischen Staats» theater Stuttgart besonders herausgestellt werden. Es werden Werke von solchen jungen Dramatikern ausgeführt, bte sich in diesem Kriege als Frontsoldaten bewährt haben, »um Teil auch schwer verwundet worden Md. Geplant find „Gudrun» Tod" von Gerhard Schumann. „Der Sturz des Ministers" von Eberhard Wolfgang Möller. „Noch einmal Napoleon" von Herybert Menzel. „Das Dorf bei Odesta" von Herbert Reinecker, „Fessel und Schwinge" von Artur Müller.

* Das neugegründete Stadttheater Siedenhofen wird am 1. Sept, eröffnet werben. Zum Intendanten des neuen, mit Diedenhofen und Umgebung ein Gebiet von etwa 250 000 Menschen betreuenden Theater» wurde Hermann Ebbinghaus berufen.

• Professor Heinrich Hoffmann mit der künstlerischen Ausrichtung der Großen Deutschen Kunstausstellung betraut. Der Führer hat. wie auch in den früheren Jahren. Prof. Heinrich Hoffmann di« künstle­rische Ausrichtung der Großen Deutschen Kunstausstellung 1943 im Haus der Deutschen Kunst »u München übertragen.

* Wieland Wagner als Spielleiter. Wieland Wagner, der Enkel Richard Wagners, hat für die Neuinszenierung der „Walküre" in der Städtischen Over in Nürnberg die Spielleitung übernommen. Außer­dem hat ihn die Intendanz mit bet Gestaltung bes Bühnenbildes beauftragt.

* Prof. Dr. Snlabin Schmitt (Bochums wurde anstelle des vor wenigen Monaten verstorbenen Pros. Dr. Wolfgang Keller »um Vor­sitzenden der Deutschen Shakesveare-G^ellschaft gewählt.

Wisnor Ttz<r<rt<rrbrL<rf

Die „F l u g l e g e n d e" von Karl Johann Ander, für die sich bas Deutsche Volkstheater bei der Uraufführung leidenschaftlich ein­setzte, stellt den Zuschauer vor eine nicht alltägliche itbeilegung. Be­denkt, ermahnt uns der Dichter, daß die wahrhaft schöpferischen Kräfte der Welt aus dem Geist des Menschen mitten: aus seinen Träumen und Ideen. Alle Fortschritte der Menschheit werden erst als schöpferischer Traum in der Seele eines Menschen lebendig. Wer diesem Zukunftsbild als Legende unter die Menschen setzt, regt ihre Äräffu an. den Traum im Kampf und Opfer,u erringen; gerade wenn eine Legende, scheinbar zunichte wird, bereitet sich ihre Verwirklichung durch den rastlosen Menschengeist in der Zukunft vor. Diese allgemeine These verficht Ander in einet bunten, in bas Mittelalter verlegten Handlung, aus bet sich sozusagen eine Gedankenprobe auf da- Erernvel ergibt Anjouleme, der Großmeister eines Ritterordens, dem auch Paracelsus einmal angehörte, setzt den Gedanken des Menschenfluges in die Welt. Er kann es nicht hindern daß bet Kittet, dessen et sich dabei bedient, vor die Jnauifttion kommt. Dort rettet er ihn in seiner geheimnisvollen Doppelrolle als Eroßinauisitor und fällt selbst Ovset seiner Überzeugung vom geheimnisvollen Weg der menschlichen Ent­wicklung. Das Werk ist trotz mancher befremdenden Wendung klug ge­baut und bezeugt Eedankenkraft und Wortgewalt Anders. Auch das Publikum hielt sich schließlich an dem Grundeinsall, bet ja auch bas Gefühl unserer Zeit berührt; daß aus Geist und Willen immer neue, größere Wirklichkeiten erwachsen! Walter Ullmann lenkte überlegen die schlechthin vollendete Aufführung; der Anjouleme Eduard Wandteys und der leidenschaftliche Ritter de la Eroix Robert Linder- ners vermochten den Gedankenbildetn des Dichters überzeugende Kraft zu geben.

Zur Ostetzeil hat Wien — welche Kulturleistung tm Kriegs- schaffen! — im Vorortebezirk Meidling eine neue Bühne eröffnet. Sie nennt sich „Neues Schauspielhaus", faßt über zwölfhundert Per­sonen, zeigt sich in einem überaus ansprechenden äußeren Gewand und wird unter der Leitung Ferdinand Dörflers fortan täglich 1200 Wienern Entspannung ober Erschütterung schenken. Will man einen Vergleich riehen, könnte man es bas „Rosetheater" der Wiener nennen. Für die Eröffnung hatte Dörfler den bedeutenden und an­regenden „Großen Helfer" Walter G i l b r i ch s gewählt. Mesmer der manche Gedanken der modernen Medizin vorausnahm, ift in Wien durch feine magnetischen Kuren, durch die Heilung des schönen blinden Fräuleins von Paradies und durch den großen Skandal bekannt geworden, den die zünftigen Gelehrten entfesiekten. bis sich die Geheilte von ihm trennte und wieder erblindet. Das hat Gilbrich sehr lebendig und mit dichterischer Beseelung des Tatbeftanbes gestaltet und auch die Inszenierung Dörflers fesselte die Wiener. Gilbrich. einer der wertvollsten Dichter bes gegenwärtigen Theaters wurde mit den Künstlern des neuen Sauses stürmisch gefeiert.

Friedrich Schreyoogl

Aus Runff unö £obon

* Goethe-Medaill« für Asienforscher Dr. Rickmer». Der Führer hat dem Forscher und Schriftsteller Dr. Willy Rickmer aus Anlaß der Vollendung seines 70. Lebensjahres in Würdigung feiner Verdienste

Alljuda spricht

Wenn jetzt die Presse im Lager unserer Feinde, wie z. B das Blatt News Statesman and Nation" feststellt: „Die Z u n a h m e bes Antisemitismus in England und Kmett la; tp eine anerkannte Tatsache. In der $et verschärft er sich vor allem in denjenigen Bevölkerungsschichten, die am meisten unter dem Kriege leiden. Am zornigsten ift die Geschäftswelt, die die unfairen Geschäftsmethoden und die Profitgier der Juden anprangert. Ser Egoismus des Juden ift fo stark, daß er in dieser Zeit der 9iot für seine Mitmenschen weder Her; noch Verständnis ausbringt, sondern immer nut an sich selbst denkt"; — so ist daran einzig und allem verwunderlich, daß sowohl die Briten als auch die Amerikaner — bester diejenigen unter ihnen, die nicht vom Judengeld gekauft, be­stochen, gegängelt, ihre „freie Meinungsbildung" von Israel diktiert bekommen — nicht schon wesentlich früher auf diese Tatsachen gekom­men find. Haben es doch die Juden nicht einmal der Mühe wert ge­funden, ihre Befriedigung, ihren Hohn und Triumph darüber, daß fie Herren der angelsächsischen Welt geworden, der Öffentlichkeit gegenüber zu unterdrücken. Denn wenn ein Jude wie Israel Frederic Marceston auf einem Empfang des amerikanischen Luncheon-Elubs in London laut „Times" vom 3. März 1914 mit Gemütsruhe und ver­blüffender Offenheit die Worte von sich gab: „Der Krieg ist ein riesiges Geschäftsproblem, und die Waren, die dort verhandelt wer­den, sind nicht Rasierapparate und Hosen und Seife, sondern Men­schenblut und Menschenleben. Die Webt ist der Geschichten über Hel­dentum und Kriege satt geworden. Heldentum war das Abge­droschenste im Kriege und Feigheit bas Seltenste. Was bas Wunder- voliste am bisherigen Verlauf dieses Krieges gewesen ist. war die Eeschäftsorganisation. In Amerika war man stolz daraus, daß es zum erstenmal in seiner Geschichte die größte Eeschäftsbilan; der Welt hatte": — so hätte dieser Ausspruch sowohl den Briten als auch den Amerikanern schon damals zu denken geben können.

Auch die Stimme Lord Stomps, Direktor der Bank von England, der da erklärte, als er von einer kleinen Erurwe von Wallftreet- Bankjuden sprach: „Niemals in der Weltgeschichte hat soviel Macht einer so kleinen Gruppe von Menschen gehört, wie der Gruppe von „Federal Reserve Board" — wat bestimmt nicht zu überhören. Auch wenn der Jude Paul Warburg voll Stolz erklärte: „Das jüdische Weltprogramm war das Einzige, das ohne Abstrich in Versailles durchging" — wäre bas, so hätte man zumindestens annehmen können, genug gewesen, um wenigstens einem Teil bes britischen und ameri» kanilchen Volkes die Augen früher schon zu öffnen.

W't Deutschen haben schon seit langem all diese Stimmen, bi« Juda unbedacht manchmal, meistens aber voll bewußtem Hohn, Triumph ober in rasender Wut ausstieb, gesammelt, und auch eine solche, wie die bes französischen Juben Bernhard Lecache nicht Der» gesten, die da sagte: „Es ist unsere, der Juden, Sache die moralisch« und wirtschaftliche Blockade Deutschlands zu organisieren und dies« Nation zu vierteilen. Es ist unsere, bet Juden, Sache, endlich einen Krieg ohne Gnade zu erwirken.'* * Denn für uns waren solche Stim­men jedesmal erneute Bestätigung dafür, daß wir mit unserem Feld­zug, unserem Kamps gegen diese Schmarotzerrasse nut allzu im Recht waren, da er das einzige Mittel darftellte, unser Vaterland vor dem völligen Zujammenbruch und der völligen Unterjochung durch Alljuda zu retten.

Aus dem Führerhauvtauartier, 3. Mai. (Funkmeldung.) Da» Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Am Kuban-Brückenkopf wurden auch gestern die in mehreren Wellen angreifenden Sowjets unter schweren Verlusten zurückgeschlagen.

Im Avril verlor die sowjetische Luftwaffe 1082 Flugzeug «: hiervon wurden 902 in Luftkämvfen, 121 durch Flakartillerie der Luft­waffe und zehn durch Truppen de» Heere» und Einheiten der Kriegs» marine abgeschosien, die übrigen am Boden zerstört.

An der tunesischen Front wurden örtliche feindliche An­griffe znm Teil im Gegenstoß abgewiesen.

Bei Vorstößen feindlicher Fliegerkräfte gegen die holländische Küste und da» westliche Grenzgebiet wurden 11 britische Flugzeuge hei drei eigenen Verlusten abgeschosien.

Einige feindliche Flugzeuge überflogen in der »ergangenen Rächt Ostpreußen. Ein Bomber wurde zum Absturz gebracht.

3m Kampf gegen die britischen und nordamerikanischen Seeverbin- bnngen versenkte die Kriegsmarine im April 63 Handelsschiffe mit »Ufa m men 423 000 BRT. Davon allein 415 000 BRT. durch Unterseeboote und torpedierte weitere 18 Schiffe. Die Luftwaffe be­schädigte 10 Handelsschiffe zum Teil schwer.

Auch im Kampf gegen feindliche Kriegsschiffe waren Kriegsmarine und Luftwaffe erfolgreich. Unterseeboote versenkten eilten Flugzeugträger, einen Kreuzer. 3 Zerstörer und ein Unterseeboot. Andere deutsche Seestreitkräfte vernichteten zwei Zerstörer, drei Unter­seeboote und sieben Schnellboote. Die Luftwaffe versenkte zwei Unter­seeboote und ein Schnellboot. Zwei seindliche Zerstörer, ein Untersee­bootjäger, 11 Schnellboote und ein Vorpostenboot wurden beschädigt.

<:

as. Es ist klar, baß sich bet U-Bootkrieg nicht jeden Monat gleich­mäßig auswirken kann. Das hängt einmal von bei Wetterlage, zum anderen aber auch von den jeweiligen Dispositionen, von unserer wie auch von ber gegnerischen Seite, ab. Aber auch bas Avril-Ergebnis des ll-Bootkriege» bebeutet für die Gegner einen harten Schlag, was auch darin zum Ausdruck kommt, daß sie immer wieder in ihren Zeitungen die U-Bootgefahr schildern und aus den Mangel an See­leuten Hinweisen. Besonders wirb auch darauf aufmerksam gemacht, daß aus diesem Ergebnis nicht etwa auf ein Nachlassen der U-Boot- gefahr geschlossen werben könne. Wir wisien sehr genau, baß biefe1 Gefahr um nichltz verringert ist. Das wirb ihnen um so mehr aus bet Tatsache klar, daß fie sehr hohe Kriegsschiffsverluste im Avril erlitten.

Oer Okw.-Vericht vom t. Mai

Aus dem Führerhauvtauartier, 1. Mai. Da» Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Deutsche und rumänische Truppen errangen auch gestern am Kuban - Brückenkopf einen großen Abwehrerfolg. Di« Sowjet», die unter starkem Einsatz von Artillerie, Panzer- und Fliegerkräften umgriffen, wurden unter hohen blutigen und Materialverlusten zurück- geschlagen.

An der übrigen Ostfront herrschte nur geringe Gesechtstätigkeft.

Deutsche Schnellboote versenkten im Schwarzen Meer ein feindliches Geleit von drei Küstenfahrzeugen mit zusammen 1700 BRT.

Aus dem tunesischen Kampfraum wird lebhafte örtliche Gefechtstätigkeit gemeldet. Feindliche Vorstöße gegen deutsch-italienische Höhenstellungen wurden abgewiesen. An einigen Stellen traten unser» Truppen zu örtlichen Eegenftötze» an.

In den schweren Kämpfen an der Westfront de» iunestschen Brückenkopfes vom 27. bis 30. April verlor der Feind 98 Panzer, 86 Panzetspiih- und Schützenpanzerwagen, 21 Geschütze, zahlreiche Kraftfahrzeuge und mehrere hundert Gefangene. Er erlitt besonder» schwere blutige Verlust«.

Britische Bomber griffen in ber »ergangenen Nacht mehrere Orte m Westdeutschland, darunter auch offene Landgemein­den, an. Durch Bombenwürfe auf Wohnviertel, vor allem in Ess« n. entstanden Verluste unter der Bevölkerung und erhebliche Schäden. Rach bisher vorliegenden Meldungen wurden sechs der angreifenden Bombenflugzeuge abgeschosien.

Oer OKW.-Bericht vom 2. Mai

Au» Lern Führerhauvtauartier, 2. Mai. Da» Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Am Kuban - Brückenkopf versuchten die Sowjet» auch gestern mit starken Kräften die deutschen Stellungen zu durchstoßen. Alle Angriffe wurden in schwerem Abwehrkamvf zum Scheitern ge­bracht. 3m nördlichen Abschnitt bes Brückenkopfes gelandete feindliche