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Wiesbadener Tagblatt
Tavtstag/Sonntag. lü./ll. Avril 1943
Wiesbadener Mchrichren
Oie Zuständigkeitsbereiche des Nahverkehrs
Die Zuständigkeitsbereiche der Bevollmächtigten für den Nahverkehr haben Änderungen erfahren. Ls kommen die bisher vom Nbv Wiesbaden betreuten Kreise a) Mosbach, Sinsheim, Heidelberg-Stadt und Land und Mannheim-Stadl und Land zum Nbv Karlsruhe, b) Ahrweiler, Altenkirchen, Bad Kreuznach. Bernkastel, Birkenfeld. Bitburg, Daun,' Koblenz, Kochem, Mayen, Neuwied. Saarburg, Simmern, St. Goarshausen, Trier, Wadern, Wittlich und Zell zum neu errichteten Nbv Koblenz, c) Bergzabern, Frankental, Germersheim, Homburg, Kaiserslautern. Kirchheiin- dolanden, Kusel, Landau, Ludwigshafen, Merzig-Saar, Neustadt a. d. Weinstratze, Ottweiler, Pirmasens. Rockenhausen, Saarbrücken, Saarlautern, St. Ingbert, St. Wendel, Speyer und Zweibrücken zum Nbv Saarbrücken.
Die bisher vom Nbv Kassel betreuten Kreise Odertaunus, Usingen, Dillkreis. Frankfurt am Main, Friedberg, Gelnhausen, Schlüchtern. Eießen-Stadt und Land, Büdingen. Biedenkopf, Hanau-Stadt und Land, Lauterbach, Alsfeld. Offenbach-Stadt und Land. Oberlahnkrcis, Wetzlar, Erbach und Dieburg kommen zum Nbv Wiesbaden.
Oer Schmied
eie war noch da, bie, alle Schmiede am Ausgang des Dorfes. Und sah auch noch genau so aus, wie ich sie seit zwanzig Jahren in der Erinnerung hatte. Niedrig, aus roh behauenen Eichenbohlen gefugt, auf dem Querbalken -übet der Tür die Jahreszahl 1712.
Und Meister Runne war auch noch da. Ein Hüne, aus dessen chreiten Schultern die Deckenbalken der Werkstatt zu ruhen schienen. » jporr erzählte man, baß er einen Ochsen stemmen könne. Man glaubte es ohne weiteres. Den schweren Hammer regierte er, als sei er aus Pappe.
Runne sah nicht auf, als ich in die Werkstatt cintrat. Er stand am Umbob und schmiedete. Eine Weile sah ich ihm schweigend zu. Regelmäßig sielen die Hammerschläge nieder, Stahl klirrte auf «tahl. ^.as Feuer des Herdes schwelte dunkelrot und-flammte hell aur, wenn der Blasebalg zu schnauben begann.
„Ihr kennt mich wohl nicht wieder, Meister Runne", fragte ich dann.
Der Alte sah mich einen Augenblick au und schüttelte abweisend den Kopf. Ich lieb mich dadurch nicht einschüchtern und fuhr weiter kört: „Bor 20 Jahren war ich als Schuljunge einmal in den Ferren hier und habe oft bei euch zugesehen —
.. . Keine Antwort. Runne tauchte ein fertig gesch riedetes Stück «ns Wafferbaü, zischend jtiea eine Wolke von Dampf auf, in der er wie eine hünenhafte sagengestalt stand.
„Damals wart ihr nicht allein hier, Meister! Wenn ich inich nicht irre, hattet ihr drei Söhne —?“
Mit einem Ruck wandte mir Runne sein Antlitz zu: „Was willst du eigentlich?"
..Euren Söhnen mal die Hand drücken. Meister. Wir haben damals immer zusammen gebadet. Karl, Fidi und Klaus hieben dis drei, ia, das weist ich noch Wo sind sie jetzt
Meister Runne setzte den Blasebalg in Bewegung, Flammen sprangen aus der schwelenden Glut und leckten über das von Furchen zergrabene Antlitz des Schmiedes. Seine Gestalt wuchs und Ser visionäre, suchende Blick seiner Augen ging über mich hin, als nach langer Stille die Antwort auf meine Frage kam, eine 'Antwort, die mich erschütterte, wie nie etwas zuvor:
„Radom, Narvik, Sewastopol."
- Ja, nur diese drei Worte entgegnete er. Radom, Narvik. Sewastopol. Worte, die wie Keulenschläge in sein Leben eingefallen sein mußten. Aber sie hatten Meister Runne nicht zermalmt. Auch heute stand er nur wenige Sekunden mit suchendem Blick da. Dann griff er wieder zum Sammer und schmiedete weiter.
Georg Büsing.
Ein männlicher Bericht
Die neue Deutsche Wochenschau
Ritterkreuzträger Generalleutnant Sinnhuber besichtigt
Artilleriestellungen seines Abschnitts. Bei hereinbrechender
Dunkelheit werden Spanische Reiter vor die Hauptkampflinie gerollt. Unsere Batterien nehmen sowjetische Gräben an der Newa unter Feuer Die Bolschewisten antworten. Ein in Brand geschossener Unterstand ist bald gelöscht. -- Feindliche Panzer, die gegen unsere Linien vorstotzen, werden in direktem Beschütz nicder- gekämpft ME.-Earocii fassen Sowjets, die ihre zerschlagenen Panzer verlassen wollen. — Auch dieser Angriff ist abgeschlagen. Dann begleitet die Kamera den Vorstotz deutscher Stoßtrupps und «turmgeschütze durch dichtes, unübersichtliches Waldgelände im Raume des Lädoga-Sees. Die Bolschewisten sind in unsere Linien cingesickert: der Wald mutz wieder vom Feind gesäubert werden. Die einzelnen Widerstandsnester perdcn tn zähen Einzelgefechten niedergerungen Nur Meter um'Meter geht es vorwärts. Die Geschosse pfeifen durch das Buschwerk. Überall kann der Feind lauern, gut getarnt in den Waldbodcu nerwühlt. Dieses schrittweise Durchkämmen des unübersichtlichen, versumpften Geländes reibt an den Nerven, man erkennt cs an den Gesichtern unserer Soldaten, die hier in einem Kamps von unerbittlicher Härte stehen. Aur Rande des Waldes wird eine neue Linie gebildet! . Zweihundert Meter vor uns haben sich die Sowjets im dichten Buschwerk wieder festgesetzt. Flakattillerie und Infanteriegeschütze werden nach vorn gezogen, die feindlichen Stellungen sturmreif geschossen Die Sowjets greifen unsere Batterien mit Schlachtfliegern' an. Einer der Bolschewiken wird heruntergeholt. Nun starten unsere Stuka in starkem Verband gegen neue Panzer-
— Der Rundfunk am Sonntag bringt an bemerkenswerten Sendungen, im R e.l chs p r o g r a m m : 9.00 Uhr: Schatzkästlein.; 10.15 Uhr: „Zwei Menschen" — Tie Geschichte einer Freundschaft aus diesem Krieg. Mit Erzählungen von Agnes Miegcl und F. W. Hymmen; 12.40 Uhr: Das Deutsche Volkskonzert; 14.30 Uhr: Eugen Klöpfer erzähtt Märchen: 15.00' Uhr: Unierhaltungskomponisten im Waffenrock; 16.00 Uhr: „Feldpost-Rundfunk"; 18.00 Uhr: Beethoven, Brahms (Leitung: Kabasta); 20.20 Uhr: Gröhes Unterhaltungskonzert. - Im Deutschlandsender: 15.30 Uhr. Solistenmusik des Barock; 18.00 Uhr Beschwingte Weisen; 20.15 Uhr: Dvorakkonzcrt (Solistenmusik); 21.00 Uhr: Italienische Opernmusik — Am Montag: Im R e i ch s Programm. 15.00 Uhr: Von Richard Strauh bis Othmar Schoeck; Lied- und Kammermusik; 16.00 Uhr: Neuzeitliche Ballettjuiten; 17,15 Uhr: Tänzerische Weifen der Gegenwart; 19.45 Uhr: Dr. Karl Scharping: Zum Werden des neuen Europa; 20.20 Uhr: Für jeden etwas — Im Deutschlandsender: 17.15 Uhr: Schubert, Gluck, Beethoven (Leitung: Rosbaud); 20.15 Uhr: Musikalische Kostbarkeiten aus klassischer Zeit; 21.00 Uhr: Sinfoniekonzert: Mozart, Dvorak, Schumann. '
— Achtung! Krießseiizsah der Beruissachjchüler und -schüler- tnnen. Die Kriegslage macht es erforderlich, daß auch ein Teil der Schüler und Schülerinnen der Fach- und Berufsiachfchulen und der sonstigen vrivatcn Ausbilder (z. B. in der Musik, in Sprachen u. dgl.) zu kriegswichtigem Einsatz herangczogen werden. Während die Schüler und Schülerinnen der in Betracht tommenden Fach- und Berufsfachschulen durch die Schulen zur Meldung aufgerufen werden, ergeht heute an alle die 'rinnen, die ihre Ausbildung außerhalb von den genannten Einrichtungen erfahren und nicht in einem regelrechten Arbeitsvcrhältnis stehen, ein Aufruf zur Meldung beim Arbeitsamt.
— Roch einmal: Die Gültigkeit der K-Hleukarten. Die Mitteilung über die Gültigkeitsdauer der Reichskarten für Kohle ist vielfach dahin mitzverstairden worden, datz damit in der Gültigkeit der.örtlichen Kohlenbezugsausweise eine Änderung eingetreten sei. Die Anordnung betrifft tatsächlich nur die Reichskatten für Kohle, die in bestimmten Falten ausgegeben werden, v. a. für den ambulanten Gewerbetreibenden, Schiffer, Bauunternehmer, einquartierte Wehrmachtangehörige uno Evaluierte. Diese Reichskatten für Kohle, soweit sie bis zum 31. März 1943 ausgegeben wurden, verlieren mit dem 30. April 1943 ihre Gültigkeit.
Frontthcater — einmal anders gesehen
Rock zünftiger * geht es nicht! Die Soldaten haben den weiblichen
Mitgliedern einer
Frontbübne ihren Bunker zur Beifügung gestellt, in dem nun diese vier, Künstlerinnen gegen Artilleriebeschuß ■ sicher untergebracht sind. PK.- Aufn.: Kriegsberichter
Schmidt-Scheeder-Atl.
(Weltbild»,
EHREN gl TAFEL
Mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse wurden ausgezeichnet:
Obergesr. Ernst Volmer, Wiesbaden, Dotzheimer Stratze 100
Obermatrose Heinrich Feldmann, Wiesbaden, Mainzer Str. 166
Obergefr. Reinhard Schluck, W.-Rambach, Eartenstratze 18
Eesr. Heinz Bocher, Wiesbaden, Walramstratze 10
Eefr. Friedrich Harfmann, Wiesbaden, Feldstratze 22
Mit dem Kriegsverdienftkreuz II. Klasse mit Schwertern wurden ausgezeichnet:
OT.-Meister Roman H i e st a n d , W.-Biebrich, Andreasstratze 20
Usfz. Wilhelm Vogel. W.-Sonnenberg, Aw Heienberg 25
bereitstellungen der Sowjets. Die Geschosse unserer leichten und schweren Artillerie sausen und orgeln in den Feind. Die Abwehrschlacht zwischen Ladogasee und Ilmensee tobt mit unverminderter Heftigkeit weiter Vorher sieht man den Empfang des Königs Boris von Bulgarien und des italienischen Generalobersten Garibaldi durch den Führer.
Aufnahmen aus den Einsatzhäien an der Atlantik-Küste zeigen uns, wie die von schweren Eeleitzugkämpfen zurückgekehrten ll-Boote in kurzer Liegezeit zu neuer Feindsahrt klargemacht werden. Torpedos, Artilleriemunition und Lebensmittel werden übernommen. Kostbare Dauerware wandert durch das Kombüsenluk, ganze Schinken und lange Speckseiten. Interessant ist in dieser Bildfolge auch ein Untersee-Tanker. Die Kampfboote im Atlantik haben den letzten Tropfen Brennstoff aus ihm heraus- gepumpt. Hochbordig ragt er aus dem Waffer; man erkennt hier deutlich die großen Ausmaße dieser Spezialboote, deren Einsatz mitentscheidend ist für den Erfolg unserer ll-Waffe,
Als Einleitung bringt die neue Deutsche Wochenschau den feierlichen Staatsakt für den verstqrbensn Reichsspottführer von Tschammer und Osten im Mosairsaal der Neuen Reichskanzlei und die Gedenkfeier für den Heimgegangenen deutschen Botschafter in Madrid, von Moltke, im Breslauer Landeshaus.
Vorher läuft diesmal ein Bildstreifen über die Division Hermann Göring Der Reichsmarschall besichtigt die vielseitige Ausrüstung und prüft die gründliche Ausbildung dieser Division, ein vollmotorisierter Verband unserer Luftwaffe.
Erstes Leid
Aus dem köstlichen Büchlein „Frisch gewachst ist halb gepurzelt" von Paul Schröter (Staufen-Verlag zu Köln) bringen wir unseren Lesern eine Probe. Die Schrittleitung.
Zwei nette, tleifte Eänsefützchen, Die tauschten alle Tage Grüßchen, Denn niemals wandert eins allein, Man sah sie immer nur zu zwei'n. Sobald sie zu Papier gebracht, Hat eins ans andre gleich gedacht: Erst macht das rechte, dann das linke Dem andern freundlich winke-winke. Das linke hat nichts drin gefunden. Datz es in allen Fällen unten, , Das rechte aber oben stand — Man war ja doch jo nah verwandt! Und auch dem rechten [dtien's so billig. Sie taten ihre Arbeit willig Und rahmten ihre Worte richtig, Denn Eänsefützchen sind oft wichtig.
Da kam der erste Trennungsschmerz Und ichnitt den beiden durch das Herz. Das linke stand längst auf dem Platze. Dann kain ilach einem langen Satze Von wahrhaft ungeheurer Breite' Viel später, auf der dritten Seite, Das rechte oben erst zu stehn. Run konnten sie sich nicht mehr sehn. Und für das rechte wie das linke War es vorbei mit wiiilc-winke Das muntre Sviel. das lüge Sehnen • Erstickt in Eänjcsüßchenttönen.
Der Mann, der jenen Satz geschrieben, ist dabei völlig »alt geblieben. Man sieht auch hier. Höchst selten nur Zeigt Mitgefühl die Kreatnk.
Bier Greuel für Sippenforscher
1. Mein Stammbaum geht bis zum Jahre 1100. Das üt fast immer llnsimr. Eine bürgerliche Familie im Mannesstamm bis zu etwa 1500 zurückzufllhren, gelingt in den allerseltensten Fällen Über diese Zeit rückwärts sind derart wenige Feststettungen möglich, daß sie überhaupt im allgemeinen garnicht in Betracht kommen. Umsomehr als sich die Namensgebung ab 1400 aufwärts, in Bürgersippen verliert, teilweise von 1400 bis 1500 und sogar noch 1600 selten ist. Einen Stammbaum bis in die Resor matronszeit zurückzuführen, ist im allgemeinen das äußerst Erreichbare.
2. Mein Stammbaum geht nur bis kurz vor 1700. wett im dreißigjährigen Kriege alle Kirchenbücher verbrannt sind. Das ist meist genau so verkehrt, wie die erste Behauptung. Die im dreißigjährigen Kriege verbrannten Kirchenbücher find nämlich gar nicht verbrannt Sie sind fast alle wiedergefunden 'worden, waren in Sicherheit gebracht, nach anderen Otten gelegt, an Gerichte, Archive und andere Behörden abgegeben worden. Man kann damit.rechnen, daß noch nicht zehn Prozent aller deutschen Kirchenbücher dem Wüten des damaligen Krieges zum Opfer gefallen sind.
3. Wir waren früher adelig. Höchster Stolz vieler Bürger- famttien aipfeü in solcher Behauptung, etc ist in fast allen Fällen falsch, oft gänzlich aus der Luft gegriffen. Adelsablegung kommt so selten vor, daß malt in der familiengeschichtlichen Literatur un- !cümer fast alle solche Fälle festgestellt hat. Richt der Graf von Windheim aus der Zeit der Kreuzzüge, sondern der Sauhirt Windheim aus dem Jahre 1700 ist der Ahnherr solcher und ähnlicher Namensträger.
4. Mein Wappen ist in der europäischen Wavpensammlung enthalten. Verehrtester.' Diese Sammlung gibt es nicht. Und wenn Sie es schwarz auf weiß haben, es gibt sie trotzdem nicht! So nm die Mitte des vorigen Jahrhundert tauchten überall Fabrikationsbüros auf, die den vornehm sein wollenden Eeyattern Wappen an- boten, solche in fürchterliche Weise für die Abnehmer entwarfen und den Schwindel mit glaubhaft sein sollenden Hinweisen ans große Wappenwette schmackhaft machten. Ein großer Prozentsatz aller heute vorkommenden Bürgerwappen geht auf diesen Unfug zurück! (Ans der Sammlung Majer-Leonhard.)
— Sternschau vom 11. Bie 20. April. Der brs zu 3% Stunden nach Sonnenuntergang über dem westlichen Horizont glänzende hellste Stern des Himmels ist der innere Nachbar der Erde im Planetensystem Venus als Abendstern in 190 Millionen Kilometer Ab stand. Der links darüber im Sternbild Stier leuchtende helle bleiche Stern ist der ringgeschmückte Wandelstern Saturn, 1455 Millionen Kilometer von uns ab. Der weiter darüber strahlende, sehr hell Stern ist der Riesenplanet Jupiter in den Zwillingen in 790 Millionen Kilometer Entfernung.
— Weiße Wäsche. Es gibt immer noch Hausfrauen,' welche recht gedankenlos handeln. Wäsche, gleich welcher Att, hat aus begreiflichen Gründen in den Abendstunden und des Nachts nichts mehr im Freien zu suchen. Es ist vollkontmen gleich, ob diese auf dem Balkon. Hof oder Dachgatten hängt. Es hilft nichts, auch wenn sie noch naß sein sollte, muß sie entfernt werden. Denn sie ist mit ihrem Leuchten eilt Wegweiser für den Feindflieger. Deshalb herein noch vor bei Verdunkelung, sonst tragen, Ste, Solls« genossin die Verantwortung.
— Gebrauchte Schulbücher werden weiter verwendet. Auch im neuen Schuljahr ist es an den höheren Schulen nicht möglich, daß jeder Schüler in allen Fächern ein neues Schulbuch erhalt. Der Reichserzichungsminister hat deshalb die Schulen für die Dauer des Krieges angewiesen, mit allen Mitteln dafür zu sorgen, daß gebrauchte Schulbücher, die noch verwendbar sind, im Unterricht weiter verwendet werden In besonderen Fällen empsiehlt sich ein Austausch von Büchern auch zwischen verschiedenen Schulen.
— Sterbegeld für jeden Werktätigen. Durch den Arbeitseinsatz älterer Volksgenosien und zur Beseitigung von Härten die dadurch aufgetreten sind, daß die Volksgenosien die das 55. Lebensjahr überschritten hatten, nach den seitherigen Bestimmungen — Ziffer III, 3 (2) c — nur dann ein Sterbegeld erhalten konnten, wenn sie vor dein 1. September 1939 die Mitgliederschaft zur Deutschen Arbeitsfront erwarben, wurde ab 1 April die entsprechende Vorschrift aufgehoben. Demzufolge besteht bei den Mitgliedern. die nach Vollendung Ihres 55. Lebensjahres in die Deutsche Arbeitsfront cingeiieten sind, bzw. eintreten, ab 1. April 1943 ebenfalls Anwartschaft auf Sterbegeld, wenn mindestens 36 Monatsvollbeiträge einschließlich des Sterbemonats geleistet wurden.
Samstag: Verdunkelung von 21.16 bis 6.12 Uhr
Sonntag: Verdunkelung von 21.18 bis 6.09 Uhr
Hans Busch spielt aus
Bunter musikalischer Abend im Panlinenschlötzchen
Mit einem zündenden „Spanischen Marsch'.' eröffnete Hans Busch mit seinem Orchester den gestrigen, von der NSE. „Kraft durch Freude" veranstalteten Abend im Paulinenschlößchen. der ganz im Zeichen der Musik stand. In den verschiedensten Variationen wurde die Welt der bunten Klänge heraufbeschworen: schmissig-unterhaltend, humoristisch-parodierend und tänzerilch-be- schwingt Ein liebenswürdig unbeschwertes musikalisches Reich hatte seine Tore weit aufgetan, jedem bet dort zu East war, etwas für seinen Geschmack zu bieten, ihn zu erfreuen und anzuregen. Selbst eine klassische Komposition war in „Solveys Lied" von Edvard (Stieg vertreten, an dem Hans Busch im Solospiel seine überaus muftetc, irn-g-ill :a an» rem rni-g wog-ne Kunst bewies. Das von ihm geleitete Orchester zeichnete sich in den folgenden Nummern, der „Wa ier-S-i. ,de" d-m anarren .Zauber bet Süd- jee“, der „Kleinen Melodie", den „Blauen Rosen", der „Kleinen Romanze" und dem schwungvollen Ouerschnitt durch die Melodienfolge des Tonfilms „Immer nur Du", durch ein nuancenreiches, ausgefeiltes und stets temperamentvolles Spiel aus Eine reiche und großzügige Klangfülle, in bet die Trompete als starker Akzent eingetetzt ist, betont mehr bte flotte, rhytbmisch mitreißende und belebende Seite als die sentimentale und lränmerisch-weiche. .frans Pusch, bet übrigens alles auswendig spielt und dirigiert, hält sich auf diese Weise von billigen Efsekten fern. Doch kommt auch das Zarte und Stimmungsvolle in den unter seiner Leitung auf» klingetMen Weisen zum Ausdruck; er selber ist auf seiner Geige
ein meisterlicher Spielet des gedampften, schwebende» Tons. — In tollem Tempo wirbelte die Tänzerin Marja Tamara in ihrem „Mexikanischen Tanz" über die Bühne, während sie sich in der koketten „Promenade" als kapriziöse Spitzentänzeiin barstellte Earl E i ch h e i m zeigte sich nicht nur vor dem Vorhang als beweglicher Plauderet, auch auf der Bühne wußte er durch die Stegreif-Improvisation des Volkslieds „Der Mai ist gekommen", dos et auf dem Flügel im Stil Joh. Strauß', Richard Wagners, Liszts, in Beethovenjcher Sonatenfortn, als Spieluhrmelodie und in modernem Rhythmus brachte, das Publikum für sich zu gewinnen. Zwei Schlager „Stotterfoxtrott" und „3m grünen Klee" zeigten leine Gewandtheit auch auf diesem Gebiet. Das Naumann-Quartett sprach mit seinen Gesangs- und Musikaiparodien, dem „Schönes Wetter heute", dem tefien „Ja, das ist meine Melodie", Boulangers „Wike, winke", dem „Potpourri beliebter Schlager" und mit dem Foxtrott „Ich bin in eine blonde Frau verliebt", auf das stärkste bei den Zuhörern an. Die humoristische Note, die der Schlagzeugspieler in dem Ensemble gab, trug viel zum Erfolg bei. Mit einer groß angelegten Rhapsodie von Josef Rixner, in bet Hans Busch icine markante und energische musikalische Führung aufs neue bewies, wartet das beliebte und überaus gefeierte Orchester als krönender Abschluß noch einmal auf. Ein Walzerpotpourri, das von Hans Busch komponierte bekannte unö jo 'nsvrcchende Dibeldi lltum", eine Melodie aus dem Ion
film „Wir machen Musik" und eine bunte Folge „Belgrader Sendet" brachte eine geschickte und gefällige Zusammenfassung des immer wieder bewundertet» klang- und stimmungsreichen Spiels. Der stürmische und anhaltende Beifall erzwang noch zwei Zugaben.
• E. M. Saemantt.
