Wiesbadener Tagblarr
Freitag. 9. Sfotil 1943
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Lypern fordert Anschluß an Gnechenland
haben, so kann man
Die heutige Ausgabe umfaßt 6 Seiten
Im Deutschen Theater Wiesbaden
studcnten, sind, ins
Emigrantenschmuggel der USA.-Botschast in Madrid
Madrid, 8. April. In Madrid trafen 38 polnische Emigranten ein, die beim Versuch, sich an Bord eines spanischen Schiffes mit falschen Papieren nach den USA. einzuschiffen, von der Polizei verhaftet worden waren. Durchreise und Aufenthalt in Spanien war den Emigranten durch die USA.-Botfchaft in Madrid ermöglicht worden, die sie mit falschen Papieren ausgc- stattet hatte und je nach Berufseignung entweder an die nordamerikanische Front als Kanonenfutter, oder in nordamerikanische Fabriken schicken wollte.
Bcoölkerung hatte Berlufte. Flakartillerie der Luftwaffe und der Kriegsmarine und Nachtjäger schassen 15 feirrdliche Flugzeuge ab.
Druck und ® erlog: L Schcllenberg'sche Buchdrücke»! Wiesbadener TagblM, Wiesbaden ®e!amtleitung: Dr.phil.babil.Gustav Schellenberg und Otto Kaiser. Haupt, schriftleiter: FritzEünther. sämtl in Wiesbaden Zur Zeit ist Preisliste Nr. 10 gültig
^aat *)as, Vertrauen erttgegengeLrachl, eine hohe Verantwortung zu tragen und sich in Ausgaben zu be- ’rt1 Sutuntt der Nation mir entscheidend Der Soldat aber kann eine solche Wandlung nur be- da, Verantwortungstreudigkeit. Selbsttätigkeit und eine lchwere Aufgabe anzuvacken. mit zu den hervor- ltechenden Eigenschaften des Soldaten und hier insbesondere des foldatllchen Führers gehören. Er blickt daher auch mit ay. die Tugend, die sich in diesen Eigenschaften ubt und im Dienst an der Nation ein Vorrecht siebt.
Aus dem Führerhauptquartier, 9. April «FunkmeldungZ Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Bon der O ft f r » n t werde» nur Kämpfe örtlicher Bedeutung gemeldet. Bei Säuberrngsunternehmen am mittlere» Doncz wurden zwei feindliche Bataillone vernichtet und ein« Anzahl Gefangene eingebracht. Schwere Artillerie des Heeres bekämpfte kriegswichtige Ziele in Leningrad mit guter Wirkung.
2n L u u e s i e n geht der Großangriff vielfach überlegener feindlicher Kräfte gegen di« d«utjch-italienischen Truppen weiter.
An der Südfront wichen u»ser» Berbände unter sortwährend schweren Kämpfen auf neue Linien aus. llmsassungsser- s u ch e wurden in erbitterte» Kämpfen abgewiesen. Am Mittel- und Nordabschnitt scheiterten mehrere starke Durchbruchsversuche britisch-nordamerikanischer Kräfte. Dabei wurden 33 Panzer vernichtet.
Der Feind verlor bei Tagesvorstößen gegen die Küste der besetzten Westgebiete drei Flugzeuge,
Britische Bomber warfen in der vergangenen Nacht Spreng- und Brandbomben auf westdeutsch es Gebiet. Die
Serie 2 Nr. 84
Die „guten Resultate" des Terrorangrrffes auf Antwerpen
Cine finnische Stimme: „England hat von seinem bolschewistischen Berbündeten viel gelernt"
„Dor ßcttalfinbonf“
Operette in fünf Bildern von Zell, EenHe und mit Musik een Earl Millöcker
Englische Enttäuschung über Burma
as. Berlin, 9. Avril. (Eigener Drahtbericht unserer Berliner Schristleitung.) Die neue Niederlage der britisch-indischen Truvven in Burma hat in England eine starke Enttäuschung her- oorgerusen. Man spricht jetzt von einer „Rückzugsbewegung" der englischen Truvven und labt durchblicken, dab der Kampf im Augenblick vor allem darum geht, noch vor dem Einsetzen der Mon- n e n. Das ist vor allem für die Engländer wichtig, die unter einem nett. Das ist vor allem für die Engländer wichtig die unter ei- sta r ke n Mangel an Chinin leiden, nach dem Java in japanischem Besitz ist, das 95 Prozent der gesamte» Chininerzeugung produziert. Japanische Meldungen besagen dazu, daß nach Aussagen britischer Gefangener die Briten das Chinin ausschließlich für sich behielten und sich weigerten, an indische Soldaten Chinin abzugeben. Auch das ist wieder typisch für die englische Einstellung.
Eine amtliche japanische Stelle betont, daß alle englischen Pläne zur Wiedereroberung Burmas endgültig gescheitert seien. Als auffällig bezeichnet man es, daß die tschunking-chinesischen Truppen während der Kämpfe in Burma nicht den Versuch machten, die Engländer durch eigene Osfenfiv- qktionen zu entlasten. Dadurch sei der Mangel an Zusammenarbeit der Engländer und der Tschungling-Chlnesen erneut lautlich zu Tage getreten. Dagegen wird von japanischer Seite den Burmesen erneut ein Lob für ihre Zusammenarbeit mit den japanischen Truppen gespendet.
Japanisches Lazarettschiff bombardiert
Tokio. 9. Avril. (Funkmeldung.) Das javanische Lazarettschiff „llraru Maru" wurde am 3. Avril in den Gewässern der Insel Neu-Mecklenburg der Bismarckgruvve von einem feindlichen Flugzeug angegriffen. Durch einen direkten Bombentreffer und mehrere Bomben, die unweit der Bordwand des Schiffes niedergingen, wurde die „Uraru Maru" zwar beschädigt, sie blieb jedoch manöverierfäbig. Da das Schiff deutlich nach den Internationalen Bestimmungen als Lazarettschiff gekennzeichnet war und an diesem Tage auch eine sehr gute Sicht war. kann es sich bei diesem Angriff keineswegs um ein Versehen bandeln. Dj« . llraru Maru" wurde vielmehr von dem feindlichen Flugzeug vorsätzlich angegriffen.
Antwerpen, 8. April. Bis Donnerstagnächinittag waren bfe Leichen von über 1000 Opfern des anglo-amerikanifchen Terrorangriffs auf Antwerpen identifiziert. Die Zahl bet getöteten Frauen und Kinder ist sehr hoch. Von den 17 000 Einwohnern des betroffenen Bezirkes sind mindstens 10 000 durch den Luftangriff in Mitleidenschaft gezogen, also entweder getötet, verwundet oder obdachlos geworden. Die Zahl der Häuser, die keine Beschädigungen aufweisen, ist sehr gering. Die Beifetzungsfeierlichkeiten finden am Freitag und am Samstag statt. — Wie die Londoner Preße meldet, berichteten die vom Angriff aus Antwerpen zurück- gekehrten britischen Flugzeugbesatzungen einstimmig, daß ihre Angriffe „gute Resultate" gezeitigt „und die abgeworfenen Vomben mitten im Ziel" gelegen hätten.
Über 2000 unschuldige Todesopfer, darunter zahlreiche Kinder, das sind die „guten Resultate" der britischen Mordbrenner, und Schulen und Wohnhäuser waren das „genaue Ziel", dessen sie sich jetzt noch höhnend brüsten. Wie sagte doch gestern ein belgisches Blatt: „Welche Infamie!"
Welchen Eindruck die „guten Resultate" des britischen Luftangriffes auf Antwerpen in Europa gemacht hat, zeigen die Betrachtungen des finnischen Blattes „Ajam Suuntia": Das stolze
In fast 400 Einsätzen bewährt
Berlin, 8. April. Der Führer verlieh auf Vorschlag des Oberbefehlshabers der Luftwaffe, Reichsmarschall Göring, das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an Hauptmann Langoehn, Staffelkapitän in einem Sturzkampfgeschwader.
Hauptmann Joachim Langbehn, am 2. November.1910 als Sohn eines Hotelbesitzers geboren, hat als vorbildlicher Verbandsführer feine Staffel auf fast allen Kriegsschauplätzen zu großen Erfolgen geführt. An ihnen hatte er auch als Einzelkämpfer, der im wagemutigen Einsatz schneidige Waffentaten vollbrachte, besonderen Anteil. Nach fast 400 Einsätzen starb dieser tapfere Soldat, der bereits mit dem Deutschen Kreuz in Gold ausgezeichnet war, im November 1942 bei den Kämpfen im großen Donbogen den Heldentod, als er trotz schwerster Flakabwehr todesmutig auf sein Ziel zustürzte.
Lisiabo», 8. April. In allen Kommentaren der cyperiotischen Presse zu den von Unterstaatssekretär Lord Devonshire gemachten Erklärungen im englischen Oberhaus über die politische Zukunft Cyperns werden heftige Angriffe gegen die britische Regierung gerichtet, in denen der Anschluß Cyperns an die griechische Heimat, nicht aber bte Selbständigkeit unter englischer Oberherrschaft gefordert wird. „Times" zitiert die ,in Nicosia erscheinende griechische Zeitung „Eleftheria", die in einem Leitartikel schreibt: „Die Erklärungen Lord Devonshires geben eine falsche Vorstellung. von dem politischen Niveau Cyperns Seine Versprechungen, daß Cypern sich selbst regieren will, bewegen uns nicht im geringsten. Die Bevölkerung Cyperns hat ein politisches Ziel, und das ist der Anschluß an Griechenland." Wenn die „Times" weiter berichtet, daß verschiedene Bürgermeister Cyperns Protesttelegramme an Churchill gesandt , f das Ende dieser Telegramme im Papierkorb
voraussagen. Die Anglo-Amerikaner reden zwar viel von Selbstbestimmung, Atlantik-Charta und anderen lchönen Dingen, in der Praxis aber — wie hier — denken sie gar nicht daran, die Wünsche der von ihnen unterjochten Völker auch nur im geringsten zu beachten.
Keine Inderin vor den IjsanKees sicher
Bangkok, 8. Avril. Dor kurzem in Kairo eingetrofsene englische Offiziere berichteten über das skandalöse Benehmen nord- amerikanischer Soldaten in Indien. Die Amerikaner stellen zur Zeit das größte Kontingent der Besatzungsarmee Indiens, gefolgt, von englischen Eingeborenen, indischen, australischen und Tschung- king-Truvven. Die amerikanischen Soldaten find, ebenso wie in Nordafrika, bei der Bevölkerung sehr unbeliebt, da sie sich dauernd Ausschreitungen gegen indisch» Frauen zuschulden kommen lassen. Die indische Verwaltung ist nicht in der Lage, dem sinnlosen Treiben der Amerikaner Einhalt zu gebieten und hat sich lediglich darauf beschränkt, indischen Frauen den Rat zu geben, nachts nicht mehr auf die Straße zu gehen. Die Folge davon ist. daß amerikanische Soldaten neuerdings auch in die Privathäuser eindringen. Die Amerikaner beziehen einen wöchentlichen Sold von 56 Rupien, die indischen Soldaten erhalten nur 17 Ruvien im Monat. Dies führt dazu, daß einfache amerikanische Soldaten großartiger austreten als hohe englische Offiziere. Damit ist eine Quelle des Ärgernisses gegeben.'
Albion, so schreibt das Blatt, habe tatsächlich vielvon seinem bolschewistischen Verbündeten gelernt. Während des finnisch-sowjetischen Winterkrieaes habe England noch die bolschewistischen Luftangriffe auf die finnische Zivilbevölkerung auf das schärfste verurteilt. Heute hindere es nichts, die gleichen Methoden zu Übernehmen und nicht nur seine Gegner anzugreifen, sondern in einem uneingeschränkten Luftkrieg, der übrigens oon England provoziert worden sei, seine armen Verbündeten zu töten. __________
3m Osten nur Kämpfe örtlicher Bedeutung
Großangriff vielfach überlegener feindlicher Kräfte in Tunesien geht weitet
Die vom ausgesprochen Wiener Walzer beherrschte Operette ist durch manche Partien deutlich in die Nähe einer Spieloper gerückt. Nicht etwa bloß der Rundfunk hat das 1884 erstmals aufgeführke Werk Millöckers lebendig erhalten, die Musik und einige hübsche Gesangsnummern treffen so gut den allgemeinen Geschmack zwischen Behäbigkeit, Sentimentalität und Ehrbarkeit, daß ihnen wohl immer Zustimmung sicher ist. „Ach ich hab sie ja nur auf die Schulter geküßt", so sah der Schlager vor sechzig Jahren aiis. Er war gemütvoll und leicht; zudem, er war weder frivol noch geistlos. Ja, der in Rede stehende Schlager enthält eigentlich sogar den Ausgangspunkt der ganzen Operette. Der Schlag mit dem Fächer, der jenen Schulterkuß ahndete, war der Antrieb für die Rache, die Oberst Ollendorf anzettelte. Ma» hat das Stück in eine neue Fassung gebracht im Auftrag der Reichsstelle für Musikbearbeitungen und es zeitlich ein wenig zurückverlegt. Es spielt jetzt 1734 zu Zeiten 'des Prinzen Eugen, der sogar persönlich (und leider nur als beus ex madjina) erscheint. Dieses wiederum bedingte die Barockkostüme und den barocken Ton der Handlung. Sie spielt in Breslau, das Lothar Schenck- von Trapp in freier Weife im Bühnenbild gestaltete. Andere Fäden der Handlung gehen nach Wien und Ungarn. Die Motive der Handlung sind privater Natur; es handelt sich um einen Erb- schaftsstreii, der mit der erhalten gebliebenen Bettelstudentaffäre der ehemaligen Fassung verquickt wird. Weshalb die Bettel- [tubenten, die in Wirklichkeit ein Wiener Major und ein Leutnant sind, ins Gefängnis wanderten, ist nicht recht deutlich in Erscheinung getreten Aber der erste und zweite Akt blieb vor allem musikalisch intakt. 3m dritten Akt geht cs etwas unwahrscheinlich und eilig zu Er fällt deutlich ab Ein im Busen der Gräfin aufbewahrter Brief zeigt, daß der Bettelstubent seiner Braut vor 6er Hochzeit die Wahrheit über sich erklären wollte. Ollendorf aber wußte zu erreichen, baß er nicht zu Laura, sondern in den sonderbaren „Briefkasten" kam. Ein zweiter Brief aber renkt die Testamentsgeschichte ein. Ollendorf hat diktatorisch seinem Freunde Mikos das Schloß Silesia, um bas bei Streit geht, zugesprochen; aber es ergibt sich, baß die verschuldete Gräfin die wirkliche Erbin ist. Ollendorf wird für die Erbschaftsgeschichte und den Bettelstubenienulk befördert „in den Stab Prinz Eugens", die Gräfin erhält das Schloß, Laura den in jeder Weise rehabilitierten ..Bettel"studenten und die etwas gefräßige, [omit_ aber liebenswürdige Christina reich gedeckte Tafeln. Zum Glück ist manches musikalisch Wertvolle Millöckers hier beibehalten worden. So bleibt der Chor zu Eingang des Aktes. Es blieb bas Couplet der Christina über ihre Liebe, die ihren regen Appetit nicht beeinträchtigt, und.es bleibt bas Bettelstudentenleid. Geblieben ist auch bet rassische Zigeunertanz im ersten Aki unb bie bekannte
U-Boots-Overrteuermann
Vielseitigkeit und Könne»
PK. Der erste Portepee-Unteroffizier der deutschen Kriegsmarine, dem bet Führ-1 bas Ritterkreuz bes Eisernen Kreuzes vernetz, war ein Obersteuermann! Schon aus dieser Tatsache.erhellt die Sebeuiung, bie Männer dieser Laufbahn für sich in Anspruch nehmen können.
Allerdings waren es Obetfteuetmänner, die als Komman- bMten kleinerer Einheiten fuhren, so z. B. Minenräumboot unb Schnellboot, bte biese hohe Kriegsauszeichnung erstmalig als Angehörige bes Unteroffizierkorps der deutschen Kriegsmarine verliehen bekamen. Aber schon 1940 wurde der erste U-Boots-Ober- iteuermann, Petersen, von einem Unterseeboot mit dem Ritterkreuz zum Eisernen Kreuz ausgezeichnet.
Der Dienst eines Obersteuermannes auf einem Unterseeboot 'st vielseitig und erfordert ein hohes Maß an Können auf den verschiedensten Gebieten Seine Hauptaufgabe besteht wohl darin, dem Kommandanten bei der Festlegung der Kurse zur Hand zu gehen. In seiner wachfreie» Zeit fitzt er — nur von kurzen Ruhestunden unterbrochen — dauernd an der Seekarte unb ist am Rechnen, am „Koppeln" und Abstecken. Ist das Boot auf dem Marsch in das Operationsgebiet ober auf dem Heimweg begriffen. |O hat er laufenb ben Sfanbort festzustellen; der augenblickliche Standort des Bootes muß jederzeit auf bei Karte ersichtlich fein.
Befinbet sich bas Boot im Operationsgebiet, so erwachsen dem Obersteuermann neue, besondere Aufgaben. Hat bas Boot einen Geleitzug gesichtet und wirb zum Angriff angelegt, so erfordert bas eine gründliche Vorbereitung. Eigener Kurs, Kurs bes Gegners, eigene Fahrt stufe unb die bes Feindes, Strömungen, Wetterverhältnisse, Absetzen durch Einwirkungen fremder S-che- rungsstreitkräfte — all diese Werte müssen genau umgerechnet, „gekoppelt" werden, wie es in der Fachsprache heißt. Schon der kleinste Rechenfehlei, die geringste Unaufmerksamkeit können hier ZU Schwierigkeiten führen bi« das Ansetzen bes Bootes erschweren, ja, gerabezu den Erfolg in Frage stellen können. Veim Angriff selbst, sofern er unter Wasser geschieht, steht der Obersteuermann direkt neben dem Kommandanten unb führt in Sekundenschnelle dessen Befehle aus, die dieser bezüglich des Sehrohrs erteilt. „Sehrohr höher — tiefet!“ das muß sofort ausgeführt werben, _ um die Gefahr des Gefehenwerdens so gering wie möglich zu gestalten unb den sichtbaren Erfolg in Form von Versenkungen zu gewährleisten. Auch beim Uberwasserangrifs ist seine Anwesenheit auf der Brücke unbedingt erforderlich.
Neben all diesen Dingen geht er seine Wache als dritter Offizier mit unb ist außetbern verantwortlich für die gesamte Menage des Bootes, für alle nautischen Instrumente, für Ferngläser usw. So ist der Öberfteuermann eine U-Bootes dem Kommandanten neben seinen Offizieren ein getreuer Helfer. Einen tüchtigen Obersteuermann an Bord zu haben, wird stets das Bestreben " eines Unterseebootskommanbanten fein. Meistens aus der Voots- niannslaufbahn kommend, muß er Schulen und Lehrgänge durchlaufen, und erst an Hand eingehender unb gründlicher Prüfungen wird er in bie Steuermannslaufbahn übernommen. Es find ganze Männer, unsere Obersteuermänner!
Kriegsberichter Herbert Kühn.
Oer italienische Wehrmachtbericht
Rom, 9. April. (Funkmeldung.) Der italienische Wehrmachtbericht vom Freitag hat folgend«» Wortlaut:
Das Hauptquartier der Wehrmacht gibt bekannt:
Der von starken Luftwafsenoeriänden unterstützte feindliche Angriff ging an der ganzen Tunesien-Front und besonders im Südabschnitt heftig weiter. Entsprechend den erhaltenen Befehlen gehen die Achsentruppen auf neue Aufmaifchstellungen zurück. Italienische und deutsche Abteilungen, die uon feindlichen Truppen isoliert unb überholt worbe» waren, kämpften hartnäckig in den ihnen anvertrauten Stützpunkten und brachten dem Gegner schwere Berlufte bei.
5n Lufttampfen des gestrigen Tages wurden vier Flugzeuge oon unseren Sägern, zwei oon deutschen Sägern abgeschossen. Zwei weitere Flugzeuge wurden von der Flak vernichtet.
Mazurka des zweiten, für die Millöcker all sein Feuer versprüht unb in bet er aus Rand unb Banb zu geraten scheint. Ganz neu sinb u. a. bie Gestalten bes ungarischen Edelmanns Mikos, des Prinzen Eugen unb bas Auftreten Enterichs, auch im dritten Akt, bei ein Zwillingsbruder bes Frosch in der „Fledermaus" ist.
Die Aufführung unter Spielleitung Hans Springer war lebendig und farbig unb erstaunlich reich besetzt. Die Massen- szenen waren immer im Fluß unb von natürlicher Wirkung. Die Linie bei etwas komplizierten Handlung lagen deutlich da, geistlose Witze und Drall um jeden Preis waren geschmackvoll vermieden Das Bühnenbild Lothar Schenck-von Trapps hatte illustonsfötdernde Ktafi, war großräumig und festlich ausgerich- tet, der Jahrmarkt bunt unb für das Bühnengeschehen geschickt in die Höhe nach hinten aufgebaut. Die Kostüme bet Barockzeit unb schlesische Trachten Hub Hannemanns vervollständigten den Eindruck einer sorgsamen Betreuung des Stückes. Richard Tanner faltete flott die Partitur auseinander; bie Chöre waren prächtig zu verstehen; bas Final bes zweiten Aktes geriet hinteißenb Dem Charakter des Stückes entsprechend hatte man Kräfte der Oper herangezogen. Den Bettelstubent Stefan von Palsfy sang bet Helbentenoi, Thomas Salcher; ein seriöser Edelmann, mit metallisch getönter Stimme, bet zu interessieren wußte. Sein Lied auf die Wiener Frauen gefiel, sein „Mein lieber Oberst Ollendorf" errang Sonberbeifall, bas Liebesduett im zweiten Akt „Ich stetz den Fall" wat im Verein mit bet prächtigen Laura von Juliane $_o e b e r le t n eine Fteube. Sie stellte bie rasch zupackende Komtesse mit entzückender Schelmerei und berückendem Charme aus und fang ihre kniffligen Koloraturen mit bewährtem Können. Seht lieb der Vortrag der Ehestandsregeln. Der Ollendorf Viktor Hospachs wat kein böser Mensch, sondern ein Aufschneider, bei üble Streich macht, weil er sich nicht anbers rächen kann Sein Couplet „Schwamm barüber“ setzte er noch vor dem Vorhang als Zugabe fort. Matga Mayer wap die frische Christina, die mit dem in Haltung unb Gesang vornehmen Otto Sch e i b l als Josef von ©ersborf, bem Sekretär, bas Siebes« buett „Nut bas eine bitt ich bich, liebe mich!" zu großer Wirkung brachte. Ihr Couplet im Schlußbild trug ihr Sonberbeifall ein. Die halbverhungerte, adelsstolze Gräfin war Maria V a r t h. Man erfreut sich daran, sie im Ankleide-Terzett mit Mayer unb Doederlein zu hören Zwei besonders lustige Figuren sind der Mikos unb Enterich Guido Seltmann, zuverlässig wie immer, stattete ben dickfälligen Ungarn mit viel Ulk aus. Ein Teil des früheren Musikgrafen ist in ihn übergegangen (Sein Lieb „Ich schlag bie große Trommel!") Heinrich Schorn war ein luftiger vetalloholisierter. Gefängnisaufseher, Sophie D ä h 1 e t bet pfiffige, sehr regsame Comett von Wangenheim Dazu: Werner Düoel. Werner Ludewig, Erich Dempewolf, Ferdinand Wenzel, Leo Ohnhans, Rudolf Morsbach, Peter Lahr und Heinrich Weyrauch Viel Beifall fanden die beiden von Hedi Döhler entworfenen und cinftubierten Tänze.
Die ganze Aufführung wurde wegen ihrer Eleganz und ihres Spieleifers lebhaft bedankt. Sie ist eine respektable Leistung.
Dr. Heinrich Reichert.
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Zum 100. Geburtstag von Karl Lautenschläger (am 11. Aprils
Am 11. April 1843 wurde in Befiungen bei Darmstadt der Mann geboten, besten Erfindung — bie „Drehbühne" — für Millionen von Menschen als größtes Wunbcrwetk im Zauberreich jenseits bes Vorhanges gilt: Karl Lautenschläger. Am damaligen Hessischen Hoftheater in Darmstadt lernte et bei einem der Meister seines Faches: Karl Brandt hatte schon als Neunzehnjähriger ben Posten bes Maschinenmeisters am Königstäbtischen Theater in Berlin ausfüllen können, ehe et an das Theater feinet Vaterstadt Darmstadt ging — Karl Lautenschläger war mit siebzehn Iahten bereits imstande, ihn zu vertreten, begleitete ihn auch auf seinen Reisen zu allen großen Bühnen Deutschlands und lernte aus eigenem Einblick unendlich viel kennen, ehe er 1863 nach Riga, 1864—80 nach Stuttgart und bann bis 1902 nach München ging, wo et am 30. Juni 1906 starb
Es ist uns heute schwer, eine Vorstellung davon zu gewinnen, wie umwälzend das Wirken dieses Mannes damals wat, als er 1881 von König Ludwig II nach Paris geschicki, bie Möglichkeit erkannt hatte, bie sich aus bet Ausnutzung bet Elektrotechnik für , das gesamte Bühnenweseis, insbefonbere auch für die Beleuchtung, ergaben: denken wir doch nur daran, daß beispielsweise im Festspielhaus« zu Bayreuth erst 1889 die Gasbeleuchtung durch elektrisches Licht ersetzt wurde, besten letzte Möglichkeiten auch bei LautenschlSgers Tode noch nicht voll ausgenutzt waren. Er hat aber bie Wege gewiesen, ans denen dann die Entwicklung fortgeschritten ist.
Weiter: er sann daraus, die Umbauzeiten bei verwandelungs- teichen Werken zu verkürzen, er fand zusammen mit dem Regisseur Savits 1889 die Behelfsform der sogenannten „Shakespeare- bübtte“ mit feststehendem architektonischem Rahmen um die Vorbühne und auswechselbaren Prospekten der erhöhten Hinterbühne, sowie mannigfacher Verwendung oon Vorhängen. Aber et war selber nicht von dieser ftikisietenden Ausstattung befriedigt und glaubte nähet am Ziel seiner Wünsche zu [ein, als er im Mai 1896 zum erstenmal Mozarts „Don Giovanni" auf die Drehbühne stellte. Da war nun bie Möglichkeit gegeben, mehrere Bühnenbilder zugleich auf die einzelnen Sektoren dieser kreisrunden Scheibe oon sechzehn Meter Dutchmestet zu. stellen, jeweils das folgende durch rasche Drehung nach vom zu bringen nnb derweilen die schon abgespielten Dekorationen auf bet bem Zuschauer abgewandten Seite ber Bühne abbauen und durch andere ersetzen zu lasten. Aber noch war es ein weiter Weg von diesem ersten versuch zu der heutigen vollkommenen und abwechselungsreichen Ausnutzung bes Raumes und feiner liefe, noch galt es erst, ben technischen Fortschritt zum Mitbrehen der llntermaschinerie zu machen, ehe Lautenschläger oon [einem Werke schieb, da» seinen Samen weitertragen wird, wieviel auch ander« noch ba«m fetiarbeiten mägen. ftkat&tefe
