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Wiesbadener Tagblatt
Donnerstag, 8. April 1943
-____Wiesbadener Nachrichten
Oer Frühling kehrt ins Büro ein
Das war gestern.
Kaltes Licht kam durch die Fenster, die Schreibmaschinen knatterten harr und ohne Gleichmaß, der Schatten der Mädchen schwankte verschwommen auf der Wand, die nicht hell war und nicht dunkel. Der junge Buchhalter seufzte über seinen Akten, Hundegebell kam von der Strafte her und ein Automobil schrie tm Bremsen mißtönend auf. Die Rücken der Mädchen waren leicht gekrümmt Man wußte nicht recht, ob sie blond waren, oder braun und welche Farbe ihre Augen hatten. Das war gestern.
Heute ist der Frühling ins Büro eingekehrr. Es geschah nicht viel nur daß ein Sonnenstrahl schräg durch die winterlichen Fenster fiel, die man für kurze Zeit geöffnet hatte. Nur dah ein Vogel im nahen Baum ein Lied zu proben anfing. Nur dah ein Wind aufflog, etwas Staub auswirdelnd in den nahen Alleen. Eines der Mädchen batte Blumen gebracht, die stehen in einem Glas irgendwo aus einem Regal. Die Stimmen der Schreibmaschinen ftnd anders. Man weih, dah Fräulein Marie schöne, braune Locken und bellblaue Augen hat. Der junge Buchhalter seufzt über seinen Akten, aber anders, als gestern. Und manchmal halten hie schlanken Hände der Tippfräulein einen Augenblick lang über den Tasten inne. Dann ist eine tiefe Stille da, wie von Glocken, die man nicht hört.
Der Frühling ist ins Büro eingekehrt. Michael Zorn.
Zum Andenken an Karl Ludwig und Kans Schwarz
Am heurigen Donnerstag jährt sich zum 16. Male der Tag, an dem am 8. Avril 1927 der jugendliche SA.-Mann Karl Ludwig an den Folgen eines heimtückischen Überfalls durch die Kommune sein junges Leben für den Führer und für Deutschland hingab. Heute vormittag legte der Führer des Sturmes 1/80 „Karl Ludwig" an dem Gedenkstein vor dem Mordhause und am Grabe aus dem Nordfriedhofe als Zeichen des treuen Gedenkens Kränze nieder.
Auf dem Südfriedhof wird heute nachmittag der an den Golgen einer im Felde erlittenen Verwundung gestorbene SA.- Obersturmführer Leutnant Hans Schwarz beerdigt.
GesonderteBersichemng für Bombengeschädigte
Krankenoerfichprungsschutz sür Angehörige erwerbsuusähiger Kriegs- und Bombenbeschädigter
Der Krankenversicherungsschutz für die Ovfer von Kriegs- und Bombenschäden hat einen Ausbau erfahren. Durch gemeinsamen Rundckrlah des Reichsarbeits-, Reichsinnen-, Reichsfinanzministers und des OKW. ist eine Krankenversicherung Angehöriger erwerbsunfähiger Kriegs- und Bombenbeschädigter eingeführr worden. Die Ehefrau und die Kinder des Versehrten mit Arbeitsverwendungsunfähigen-. Rente nach dem Wehrmachtfürsorge- und Versorgungsgesetz und der Beschädigten mit der Rente eines Erwerbsunfähigen nach dem Reichsversicherungsgesetz werden ohne Rücksicht auf die Höhe des Einkommens auf Antrag, der von dem Versehrten oder Beschädigten bei der zuständigen Versorgungsdienststelle zu stellen ist, bei der Allgemeinen Ortskrankenkasse ihres Wohnortes bzw. wo eine solche nicht besteht, bei der Landkrankenkasie ihres Wohnortes für den Fall der Krankheit versichert. Voraussetzung ist, dah sie nicht schon auf Grund der Reichsverstcherungs- ordnimg einschließlich der Renten-Krankenverstcherung gegen
Hotelzimmer auf Oringlichkeitsbescheinigung unstatthaft
Die Wirtjchaftsgruvve Beherbergungsgewerbe gibt auf Wunsch der Reichswirtschastskammer folgende Klarstellungen bekannt:
Einzelne Beherbergungsbetriebe sind dazu übergegangen, von den Gästen, die aus beruflichen Gründen zu ihnen kommen. Ausweise der Industrie- und Handelskammern oder der E a u w i r t s ch a f t s k a m m e r n zu verlangen, in denen die Berufsreise bescheinigt wird. Gäste ohne eine solche Bescheinigung werden abgelehnt. Ein derartiges Verfahren ist unzulässig und führt zu einer untragbaren Belastung der erwähnten Kammern. Die Berufsreise kann auch mit anderen Unterlagen belegt werden, wenn sie sich nicht aus den äuberen Umständen ergeben sollte.
Krankheit versichert sind. Kinder werden nur versichert, solange für diese Versorgungsbezüge gezahlt werden. Das gleiche gilt für die Ehefrau und die Kinder von Versehrten, die nach den Reichsarbeitsdienst-Versorgungsgesetzen oder der Personen- schädensversorgung Arbeitsverwendungsunfähigen-Rente erhalten, und von den Beschädigten, die auf Grund anderer Vorschriften nach Maßgabe des Reichsversorgungsgesetzes die Rente eines Erwerbsunfähigen beziehen. Die Kinder entsprechender weiblicher Versehrten oder Beschädigten werden in gleicher Weise für den Fall der Krankheit versichert, die Ehemänner dieser weiblichen Versehrtem aber nur bann, wenn sie selbst erwerbsunfähig und auf den Unterhalt durch die Ehefrau angewiesen sind. Auf die neue Versicherung werden die Bestimmungen der Krankenversicherung für Kriegshinterbliebene entsprechend angewendet.
— Wo wird eine Frau vermißt? Wie die KriminalvolizeisteNe München mitteilt, befand sich unter den durch Terrorängrisf in i einem Hause in der Schellingstraße in München ums Leben gekommenen Personen eine Frau, deren Persönlichkeit bis jetzt nicht festgestellt werden konnte. Die Frau wird beschrieben: 40—60 Jahre alt, 1,65 Meter grob, rötlichblonde oder rötlich gefärbte Haare, im Oberkiefer rechts mehrere Eoldzähne. Sie trug schwarzen Mantel, weiße wollene Strickjacke mit rot und grün eingestickten Blumen, olivgrüne Strickweste mit Hellen Holzknöpfen, rotbraunen Rock, blauweißgestreifte Bluse, braune Svorthalbschuhe, Ehering ohne Gravierung mit Eoldwertzeichen 585. Es besteht die Möglichkeit, daß die Frau nur besuchsweise in dem Hause weilte oder dort um die fragliche Zeit Schutz suchte. Um Mitteilungen an die Krimi- nalpolizeileitstelle München wird gebeten.
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Ein Jahr Wehrertüchtigungslager der Hitler-Jugrnd
In diesen Tagen bestehen die Wehrertüchtigungslager der HI. ein Jahr. Der zu erfassende Jahrgang der Jungen ist im Laufe dieses Jahres im Rahmen der dreiwöchigen Lehrgänge voll erfaßt worden. Die körperliche Leistungsfähigkeit und eine gewisse technische Vorbildung für den späteren Dienst mit der Waffe werden im Wehrertüchtigungslager der Hitler-Jugend gefördert. Diese Lehrgänge vervollkommen die schon bisher zielbewußte Entwicklung der soldatischen Anlagen und Kenntnisse. Sie verwerten die Grundsätze und Möglichkeiten der nationalsozialistischen Jugendführung für die Forderung des totalen Krieges. Oben: Bewährte Ausbilder der Wehrmacht unterrichten die Jugend in der Geländebeschreibung. Unten: Nachrichten-HI. beim Leitungsbau.
(Reichsbildstelle-HJ.-Emde — Wb.)
Ablieferungsschlacht im Obst- unö Gemüsebau
Der Direktverkehr schädigt die Allgemeinheit
Bisher find noch feine' entscheidenden Maßnahmen zur Abwehr des Erzeuger-Verbraucher-Verkehrs für dieses Jahr getroffen, doch ist bestimmt damit zu rechnen, daß zumindest die vorjährige Regelung aufrechterhalten wird, laut welcher der in den letzten Jahren überhand genommene Direkt- verkehr laut Anordnung der Hauptvereinigung der deutschen Eartenbauwirtschaft vom 1. Mai 1942 verboten ist. Die allgemeine Versorgungslage verlangt, daß auch aus dem Gebiet des Obst- und Gemüsebaues die Ablieferungsfchiacht in diesem Jahre zu einem vollen Erfolge führt. Dieses Ziel kann aber nur erreicht werden, wenn die geernteten Erzeugnisie auch restlos an die A u f f a n g st e l l e n gelangen, denn nur die erfaßte Ware kommt der Allgemeinheit zugute. Es mutz also von allen Verbrauchern erwartet werden, daß sie im Hinblick aus den verstärkten Arbeitseinsatz äuberste Disziplin wahren und darauf verzichten, sich durch direkte Versorgung Sondervorteile zu verschaffen. Wer dieses dennoch tut, beweist nur. daß ihm Eigennutz vor Gemeinnutz geht, daß er selbstsüchtig ist und den Sinn der wahren Volksgemeinschaft nicht verstanden hat. Er wird es sich darum gefallen lasten müssen, wenn er angexrangert wird.
Zehntausende von Männern und Frauen stehen infolge ihres verstärkten Einsatzes in kriegsenrscheidender Arbeit. Sie haben einfach nicht die Zeit, sich auf Hamsterfahrleit gleiche Vorteile zu verschaffen, sie verlassen sich darauf, und sie haben ein gutes Recht dazu, daß auch sie ihren Spargel, ihre Erdbeeren, ihre Johannisbeeren, Kirschen und Pflaumen und was es sonst an Obst und Gemüsen sei. zur rechten Zeit und auf dem einmal für die allgemeine Volksversorgung sestgelegten Wege erhalten. Was der Boden hergibt, ist für alle da und nicht für einzelne Bevorzugte, die glauben, es sich leisten zu können, aus der Reihe zu tanzen. Cs gibt hier keine Ausnahmen! Es hat sich jeder den gegebenen Versorgungsmöglichkeiten unterzuordnen.
Das gilt auch für einzelne Eemüsearten. für die ein direktes Verbot des Erzeuger-Verbraucher-Verkehrs bisher nicht ausgesprochen wurde und vielleicht auch iticht ausgesprochen wird. Es muß darum erwartet werden, daß jeder, angesichts der gewaltigen Leistungen, zu. denen das deutsche Volk im totalen Kriegseinsatz angetreten ist, so viel innere Haltung zeigt, daß er auf jeden, aber auch wirklich auf jeden Sonderoorteil verzichtet!
- RS.-Frauenschast stellte 2,3 Millionen Helferinnen für die Bäuerin. Die von Staatssekretär Herbert Backe herausgegebene Zeitschrift „Deutsche Agrarpolitik" beschäftigt sich in Nummer 6 mit Frauenfragen. Die Reichsfrauenführeritt. Frau Gertrud Scholtz-Klink teflt u. a. mit. daß in den letzten drei Jahren dl» Zahl der Frauen und Mädchen, die sich beim Hilfsdienst der NS.- Frauenfchaft Deutsches Frauenwerk zum freiwilligen vorüber gehenden Einsatz im ländlichen Haushalt meldeten, von 430 000 im Jabre 1940 auf 700 000 in 1942. die Zahl der Helferinnen bei Frühjahrsbestellung und Ernte von 1,3 Millionen 1940 auf über 1,6 Millionen 1942, zusammen also auf 2,3 Millionen stieg. Das bedeutet, daß dem Tageswerk der deutschen Bäuerinnen rund 61 Millionen freiwillig abgeleistete Arbeitsstunden zugute kamen.
— Als Frontbuchhändler in den besetzten Gebieten. Frauen und Mädchen, die durch ihre Vorbildung berufen sind, als Frontbuchhändlerinnen die Stelle von Soldaten einzunehmen, eröffnet sich in den Frontbuchhand langen der besetzten Gebiete eine verantwortungsreiche und interessante Tätigkeit. Vom Ausvacken der Bücher bis zum Einrichten eines netten, sauberen Buchladens mutz eine Frontbuchhändlerin alles können. Frauen und Mädchen, die glauben. Sie notwendige Eignung zu besitzen, wenden sich an die „Erfatzdienststelle für Betreuungshelferinnen". Berlin W 50- Bamberger Straße 3. die im Einvernehmen mit der zuständigen Abteilung des Oberkommandos der Wehrmacht die Bewerberinnen auswählt und nach einem vierwöchigen, vorbereiteten Lehrgang in den besetzten Gebieten einsetzt.
— Keine schriftlichen Mitteilungen in Pakete an deutsche Kriegsgefangene und Zivilinternierte eiulegen. Das Deutsche Rote Kreuz macht nochmals darauf aufmerksam, daß Paketen an deut sche Kriegsgefangene und Zivilintennerte in Feindesland keine schriftlichen Mitteilungen beigelegt werden dürfen. Dabei ist zu beachten, daß Sendungen, die da» Höchstgewicht für Briese von 170 Gramm nach Kanada und von 250 Gramm nach Großbritannien. den britischen Besitzungen usw. überschreiten, in diesen Ländern als Pakete gelten. Die Delegierten des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz in Genf, denen die Betreuung der Kriegsgefangenen- und Zivilinterniertenlager in den Feindstaaten obliegt, haben immer wieder Beanstandungen der feindlichen Zensurbehörden über Briefeinlagen in Paketen erhalten, die eine Beschlagnahme der Pakete zur Folge haben können.
— Der Rundfunk am Freitag bringt an bemerkenswerten Sendungen im Reichssender: 14.10 Uhr: Emil Boeres spielt zur Unterhaltung: 15.00 Uhr: Wanderweisen; 15.30 Uhr: Japanische Kammermusik; 16 00 Uhr: Aus Oper und Konzert; 17.15 Uhr: Beschwingte Weisen der Gegenwart; 19.45 Uhr: Dt.-Goebbels-Artikel: „Stimmung und Haltung; 20.20 Uhr: Lehars: „Land des Lächelns" (Leitung: der Komponist). — Im Deutschlandsender: 17.15 Uhr: Von Stamitz bis Raff; 20.15 Uhr: Komponisten im Waffenrock; 21.00 Uhr: Haydns Singspiel: „Der Apotheker".
— Unbestellte Ware — strafbare Kopplung. Wie der Reichs- kommissar für die Preisbildung feststellt, kommt es immer wieder vor, daß Erzeuger oder Großhändler bei Lieferungen an den Einzelhandel unbestellte Waren beipacken. Es handelt sich meist um minderwertige Waren, die der Einzelhändler aber dennoch annimmt, weil er glaubt, sonst bei sväterett Bestellungen schlechter beliefert zu werden. Der Preisbildungskommissar betont, daß dieses Geschäftsgebaren der Lieferanten sowohl gegen die Preis- stovverordnungen wie auch gegen die Grundsätze der kriegsverpflichteten Volkswirtschaft verstößt. Er erinnert an [einen Erlaß vom 8. Dezember 1940, wonach gegen die Preisvorschriften der Kriegswirtschaftsverordnung handelt, „wer Waren, insbesondere solche, bei denen die Nachfrage das Angebot übersteigt, nur zusammen mit anderen Waren verkauft oder kauft". Es haitdelt sich hierbei, wie der neue Erlaß ergänzend erklärt, um eine strafbare Kopplung. Ein Verstoß wird nur dann nicht vorliegen, wenn die unbestellt beigefügten Gegenstände Mangelware darstellen oder die Beifiigung vor dem Kriege handelsüblich war.
— Das „SB. T." gratuliert. Am 9. Avril feiern die Eheleute Friedrich Dienstbach und Frau Henriette, geb. Schmidt, Wallufer Straße 3, das Fest der goldenen Hochzeit.
»Einmal im Jahr..."
Ein heiter-unterhaltsamer französischer Film im Ufa-Palast
So wie um das Wort „einmal" im menschlichen Leben immer tausend Geister tanzen, gute und böse, erinnernde und sehnsüchtige, freche und kluge, liebende und geliebte, so wirbelt in dem französischen Eontinental-Film „Einmal im Jahr" eine ganze Parade köstlicher, witziger, unbeschwerter und graziöser Einfälle eine reizende und launige Handlung zusammen, die im Grunde recht unwahrscheinlich und dennoch sehr amüsant und fesselnd ist. Jenes gelockerte und lockende Fluidum, das dem Film die ganz persönliche Rote gibt und ihn gerade in der Natürlichkeit der Atmosphäre zu einem kleinen, feinen Kunstwerk erhebt, offenbart bas Besondere französischer Filmkunst.
„Einmal im Jahr", in der Silvesternacht, macht sich der Weltmann Philippe den Scherz, ein nettes Pariser Mädel aus dem Volke, das ihm gerade über den Weg läuft, mit seiner Zauberkunst zu beglücken, es eine Prinzessin spielen zu lassen. Er schenkt und möchte Glanz und Freude mit vollen Händen geben. Diesmal findet er ein Blumenmädel. Daß es eine Schauspielerin ist. die durch einen Zufall in der Kostümierung eines Blumenmädels mit einem Korb voll Veilchen von der Probe auf die Straße gerannt ist. als sie sich eines lästigen Verehrers erwehren wollte, ahnt er nicht. Er hüllt sie in Pelz und Seide, zeigt ihr das Pariser Nachtleben. Sie spielt die ihr »gedachte Rolle glänzend und vermag sogar den weit- und frauenerfahrenen Märchenkönig zu täuschen.
Donnerstag Verdunkelung von 21.13 bis 6.16 Uhr
„Mückcnsehen"
Wenn es vor den Augen „flimmert".
In der „Medizinischen Klinik" verbreitet sich ein Fachmann! Professor Dr. Rolf Schmidt. Freiburg im Breisgau über die verschiedenen Formen von Seh- störungen.
Es kann empfindliche Menschen leicht beunruhigen, wenn sie am Gesichtssinn vorübergehend ungewöhnliche Erscheinungen beobachten. In sehr vielen Fällen wird der Laie aber geneigt sein, derartige Störungen z u überschätzen.
Weit verbreitet ist zum Beispiel das sogenannte „Mückensehen". Es handelt sich dabei um kleine schattenhafte Gebilde, die in Form von Punkten, Kreisen, kleinen Schnüren oder winzigen „Kaulauapven" vor den Augen zu schweben scheinen. Die Erscheinung tritt kürzere oder längere Zeit auf. Sie ist, wie Prof. Di. Rolf Schmidt, Oberarzt der Universitäts-Augenklinik in Freiburg i. Br. in der Zeitschrift .Medizinische Klinik" ausfuhrt, meist kein Grund zur Beunruhigung. Die fliegenden „Mücken" treten gelegentlich bei nervösen Erschöpfungszuständen, als Folge von Überarbeitung und nach schwerer Krankheit auf. Besonders neigen auch Menschen zu diesem „Mückensehen", deren Beschäftigung zu dauerndem, längeren „Nahesehen" zwingt. Die Ursache dieser harmlosen Sehstörung beruht wahrscheinlich aus Zellbruchstückchen und Fäserchen, die sich dicht vor der Netzhaut befinden. Die unliebsamen „Mücken" verschwinden für gewöhnlich, wenn der Körper ausgeruht ist oder die Augen sich vom langen Nah-Sehen wieder erholt haben. Allgemeine überanftrengung kann natürlich ebensowohl bei geistiger, wie bei körperlicher Arbeit eintreten. Es braucht sich also niemand gleich aufzuregen, wenn et einmal unliebsame, aber unwirkliche „Insekten" vor den Augen schweben
Sie spielt die Heldin und Naive zugleich und tut bi es, neben bet eigenen Freude, im Grunde für die Kollegen alle, damit das neue Stück starten kann, was bei abgebrannter Kasse unmöglich ist. Temperament und sprühender Witz mischen das Ganze zu einem fantasievollen Sviel, das durch Hindernisse, abenteuerliche Situationen, ja sogar kriminalistische Verwicklungen vorübertanzt als ein originelles, buntgewirktes Bild, das unterhaltsam und erheiternd zum glücklichen Ende geführt wird.
Wert und Verzauberung dieses Films kommen aus der ausgezeichneten Darstellung und Milieuschilderung. Danielle Darri - eux ist eine große Künstlerin und dazu eine schöne Frau mit Charme. Ihre Mimik beherrscht alle Register, und der Reiz ihrer Persönlichkeit liegt in dem klaren Ausschövfen der Rolle, die sie mit blutwarmem Leben erfüllt. Ihr Partner ist Albert P r e i e a n; gepflegt und elegant, großzügig und sachlich. Mit jenem verborgenen romantischen Zug im Wesen und Charakter, der uns diesen Industriellen, der wie jeder Mensch Wunschträume hegt und pflegt außerhalb seines Arbeits- und Pflichtlebens, sympathisch macht. Ein einprägsames Sviel unterstützt dies. Eine köstliche Type bringt Jean P a r ö d d s mit seinem Diener Constant: — seriös, unnahbar. überkorrekt, die Lachmuskeln reizend, — der französische Theo Lingen. Das Haupt der Schauspieler, der Regisseur, findet durch Arthur Devdre eine sehr lebendige Darstellung, wie überhaupt auch alle kleineren Rollen sehr sorgsam und charakteristisch besetzt sind. Eine gute Synchronisierung bindet Spiel und Wort zu bester Wirkung; das Drehbuch stammt von L. Joannaons. Regie führt AndrS Cayates. — Ferner läuft ein sehr guter Kulturfilm im Programm, der die Schönheit und Vielgestalt der „Kristall e“ in interc||anten mikroskopischen Aufnahmen zeigt. P. Plüschke
und tanzen sieht. Daß jede Sehstörung. wenn sie lange anhält und schwere Formen annimmt, ernst zu nehmen ist. und daß bann auf jeden Fall, nur der Arzt ihre Bedeutung zu beurteilen vermag, versteht sich von selbst. So weist auch bet Freiburger Sachverständige in seinen erschöpfenden Ausführungen Über „Subjektive Sehphänomene" auf die große diagnostische Bedeutung aller Seh- [törungen hin, also auf die wichtige Rolle, die jede dieser Erscheinungen, sei sie leichter oder, schwerer Art, für die Feststellung der Ursachen und damit für die rechtzeitige medizinische Behandlung etwaiger Erkrankungen hat.
So kann zum Beispiel „Mückensehen" gröberer Art, in Form von Spinnen, Käfern, Sternen, verästelten Zweigen u. a. m. auf Entzündungen, Blutungen und Entartungen des Strahlenkörpers, der Aderhaut oder der Netzhaut deuten. Überhaupt können, wie aus den Darlegungen Professors Dr. R. Schmidts heroorgeht, fast jeder der verschiedenen Sehstörungen verschiedene Erkrankungen und Unregelmäßigkeiten im Sehorganismus zugrunde liegen. Erwähnt sei das Rebel- oder Rauchsehen, das u. a. bei Hornhautentzündungen und Netzhautablösungen 'beobachtet wird. Ein sehr wichtiges subjektives Sehphänomen ist das Auftreten von Regenbogenfarben und Lichter. Hier liegt meist anormaler Blutdruck im Augeninnern vor, der wiederum die Folge verschiedener Erkrankungen, auch solcher sehr ernster Natur sein kann.
Oft erklären sich ungewöhnliche Erscheinungen beim Sehen nicht physiologisch, sondern psychisch. Wenn wir die Redewendung: „Es wird einem schwarz vor den Augen" brauchen, so denken wir für gewöhnlich an den Eintritt plötzlicher Benommenheit, starker Erregung und eine Schwäche des Gemüts als Folge starker fee# lifcher Erschütterung. Aber auch das „Schwarz vor den Augen werden" kann unter Umständen rein körperliche Ursachen haben und etwa, ähnlich wie das „Mückensehen", auf allgemeinen Erschöpfungszuständen, besonders auch auf hochgradiger Blutarmut beruhen. Wieder andere Sehstörungen, die sogenannten Flimmerskotome (kleine oder große dunkle Flecke im Sehfeld) begleiten die namentlich im weiblichen Geschlecht weit verbreitete echte Migräne. Es gibt ferner ein Duntsehen (Gelb-, Blau-, Niolett- unb Rotsehen), bas vor allem bei Vergiftungen auftritt; ein Verzerrtsehen, bas. wie befonbers auch bie ärztlichen Erfahrungen im Kriege gezeigt haben, bereits bei Quetschungen eintreten kann; ein Blitzesehen (bei Netzhautbeschädigungen) unb schließlich bas eigentümliche Gebiet ber „Halluzination", ber optischen Trugwahrnehmungen. Diese krankhaften Visionen können zwar ebenfalls phyyologische Ursachen, naben, gehören zum größeren Teil aber zur Zuständigkeit des Psychiators.
Man sieht, es gibt eine recht bunte Mischung von Symptomen optischer Unregelmäßigkeiten, die der einzelne selbst an sick> beobachten kann. Professor Dr. Schmidt mißt diesen Wahrnehmungen als diagnostischen Hilfsmitteln nicht nur für den Augenarzt, sondern auch für den praktischen Arzt große Bedeutung bei Aus seiner fachmännischen Darstellung bet Sehstörungen gebt aber auch hervor, daß keineswegs immer gleich Grund zu seelischem „Alarm" ist, wenn es nun einmal „vor den Augen flimmert“.
Hack
keine Privatgespräche am Fernsprecher, damit luftschutzwichtige Gespräche duJchkommen!
