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Wiesbadener Tagblatt

Montag. 5. Avril MS

Reiches in

des

verraten.

56). lachte mi

München, 3. April. Am Samstag sprach Reichsleiter Rofen- <..,0 auf einer Massenkundgebung im alten Kampslokal der Haupt- der Bewegung, im Zirkus am Marsfeld. Rach einleitenden Darlen des Gauleiters Giesler führte Reichsleitcr Rosenberg u. a. aus:

und Kaiser in Audienz empfangen. Am Nachmittag wurde der ungarische Ministerpräsident vom Duc« empfangen, mit dem er eine mehr als zweistündige Unterredung hatte, der der Unter­staatsekretär int Außenministerium Bastianini beiwohnte.

wegen meiner Aufregung aus, meinte, das ell gehen — „abwarten und Tee trinken! — :, vielleicht findest du fte_ba!“ — Ich besuchte

ä a • Novelle von Otto v.Corvln

LlfibC Nachdruck verboten O

Vas englische Anterseeboot .Tigris" überfällig

Die britische Admiralität gibt bekannt, daß das Unter­seeboot ..Tigris" überfällig ist und als verloren angesehen werden muh. Das U-Boot ..Tigris", das nach dem Ernge- ftändnis der britischen Admiralität, als verloren angesehen -werden muh. batte eine Wasserverdrängung von 1575 Tonnen unter Wasser und 1090 Tonnen in aufgtauchtem Zustande und eine Geschwindigkeit von 9 brw. 15.2 Seemeilen.

' Das deutsche Volk erinnert sich, dah für den Gedanken

~ ' den vergangenen Jahrhunderten mehr

Menschen sich' eingesetzt und geblutet haben als für irgendeine andere Macht in der deutschen Geschichte. Im jahrhundertelangen Kampf entstand durch diese germanische Kraft das sogenannte Abendland. Mit dieser Tatsache ist die Gröhe-der deutschen Politik umschrieben, und wir werden deshalb dieses Eesamtschicksal als etn Stadium des Schicksals der deutschen Nation mit innerer Bejahung auf uns nehmen, mit einer unserer grohen Zeit wür­digen Haltung. Die Entschlüsse aber, die unser Jahrhundert von uns sordert, können wir auch nur den Notwendigketten unserer Zett entsprechend fassen, genau wie die großen Kaiser der Vergangen­heit ihre Haltung opn den Notwendigkeiten ihrer geschichtlichen Aufgabe bestimmen ließen.

Entsprecheitd dem Sinn einer tausendjährigen Auseinander- setzung ist das Deutsche Reich heute der erste, bewußte National­staat unter Duldung aller das Volkstum ehrender religiöser Be­kenntnisse. Der Nationalsozialismus ist nicht nur ein politischer Machtakt gewesen, sondern dient der inneren Erziehung der deut­schen Nation für die kommenden Zeiten. Er ergreift heute alle Gebiete des Lebens, und seine Aufgabe ist es, die errungene innere . Einheit für alle Zukunft zu sichern.

Die nationalsozialistische Bewegung fühlt sich als Erfüllerin aller jener Kämpfe, die alle einmal um Deutschland, um den heiligen Boden Deutschlands geführt wurden. Aus dieser Einheit heraus ist es nicht ganz richtig, von einem ersten, zweiten und dritten Reich 'tu reden, sondern nur von einem einzigen deutschen Reichs das durch manchen Eestaltenwandcl hin­durch doch immer der eine Wille des deutschen Volkes gewesen ist. Wir begreisen heute, daß der deutsche König, der deutsche Kaiser und der deutsche Führer bereits geboren waren, als die ersten germanischen Herzöge an der Spitze ihrer Gefolgschaft stritten. Von den Kräften, die einst das Abendland formten, ist dteser germanisch-deutsche Will« der entjcheideitde gewesen, das Konstante, das über manches Vergängliche dem deutschen Volke die Kraft zu Widerstand und zu immer neuer Schöpfung ge­geben hat. Es besteht heute nicht mehr ein Durcheinander der Werte, wie oft in der Vergangenheit, sondern heute sind ein bluts- mäßig gleichgerichtetes Volk und ein großdeutsches Reich unttenn-

müsse ja nsi Gey in 6te „—------,---,---.

also fleißig die Kirchen, sah ein- Menge andächtiger und liebens- werter Kinder — allein wieder nicht das, welches ich suchte. So trieb ich's acht Tage lang und wurde ganz elend vor Aufregung Endlich, als ich eines Morgens über den Markt schlenderte und überall umherspähte, schien es mir, als sähe ich tn der Ferne die Mutter, die ich an ihrem etwas auffallenden llmschlagtuche er­kannte. Ich wand mich durch das Gedränge, hielt meine Beule so gut wie möglich im Auge. Das war jedoch in dem Gewühl kern« Kleinigkeit. Körb« allerlei Art und mancherlei Ellenbogen setzten sich meinet Jagd in den Weg. Bald tauchte die Akte hier, bald dort auf und endlich verschwand sie in einer der kleinen Neben- aassen des Marktes. Ich stürzte nach und konnte ihr. dank dem auffallenden Tuche, mit den Augen lange Zeit folgen, bis sie endlich am Rhein verschwand, als sei sie in die Erde gesunken Da sie einen Henkellorb trug, vermutete ich, daß sie Matkiein- käufe gemacht hatte und aus dem Wege nach Hause gewesen fei. Also wohnte sie sicher am Rhein herum.

Das Reich als Wille und Schicksal

Reichsleiter Rosenberg sprach in München

Irland schafft sich eine Handelsflotte

Lissabon, 4. April. Für Irland hat dieser Krieg wenigstens ein Gutes, so schreibt die Dubliner Wochenzeitschrift „Irish Eatholic". Man schaffe allmählich, wenn auch mit sehr viel Mühe, eine eigene Handelsflotte, so daß man in Zukunft sich auch in dieser Hinsicht von der Gnade Englands unabhängig mache. Ir­land sei von jeher ein Land der weefahrer, wenn sich auch in jüngster Zeit die Seefahrt auf den Fischfang beschränkte. Doch verfüge man über genügend Seeleute, mit denen man die ständig wachsende Handelsflotte bemannen könne.

Oer ungarische Ministerpräsident in Italien Besprechungen im Sinne der gemeinsamen Ziele der Dreierpakt- mächte.

Rom, 4 April. Wie amtlich bekanntgegeben wird, weilte der ungarische Ministerpräsident und Außenminister Kallay auf Einladung des italienischen Regierungschefs vom 1. bis 3. April in Italien. In den Besprechungen mft dem Duce und hem Unter« staatssekretär im Außenministerium Bastianini — so Wits™ der- Verlautbarung — hatte der ungarische Ministerpräsident Ge­legenheit zu einer eingehenden Prüfung der allgemeinen poli­tischen und militärischen Lage sowie der Italien und Ungarn be­sonders interessierenden Fragen im Rahmen der gemeinsamen Ziele denen Italien, Deutschland und bte dem Dreiervakt ange- ■ schlosserten Mächte zustreben.

Ministerpräsident Kallay traf am 1- 'Uvril ein und wurde vom Duce dem Parteisekretär, dem Unterstaatssekret-r tm Außen- Ministerium Bastianini, dem Generalstabschef der Wehrmacht und von Mitgliedern der Regierung sowie hohen Beamten des Außen­ministeriums empfangen. Noch am Vormittag des April legte Ministerpräsident Kallay an den Koniggrabern nn Pantheon am Grabmal des Unbekannten Soldaten und am ®6renmal 6er se faHenen Faschisten Kränze Nieder. Sodann wurde er vom König

Eine Tagung des Gaufchulungsamtes

NSG Am Sämstagnachmittag waren im Adolf-Hitler-Haus in Frankfurt am Main die Kreisschulungsleiter und Schulungs- beauftragten der Gliederungen der NSDAP, zu einer Tagung zu­sammengekommen, die der weltanschaulichen Ausrichtung diente.

Der stellvertretende Leiter des Eauschulungsamies 3 t eg I er gab einen zusammenfassenden Bericht über die Schulungsarbeit des vergangenen Winters und gab die Aufgaben für die kom­menden Monate bekannt.

Prof. Dr. Weinhandl, Mitglied der Reichslehrgemein- schaft der Dieiiststelle Rosenberg sprach dann 3U betn Thema „Eeistesströmungen im Ostraum unb weltanschauliche Ermidein- stellung unserer Gegner". Der Rebner verstand es. die Grund­lagen der Geisteshaltung unserer Gegner klar SU umteiBen und ihre Kenntnis als für die praktische Schulungsarbeit bedeutsam herauszustellen.

Der Leiter des Hauptschulungsamtes der NSDAP., Dienst­leiter Bruhn, brachte den versammelten Schulungsmannern den Dank des Reichsorganisationsleiters Dr. Ley für ihre seitherige Arbeit zum Ausdruck und sprach über aktuelle Fragen der Schu­lungsarbeit.

Ich war erst kurze Zeik in Mainz. Eines Nachmittags wollte ich nach der neuen Anlage hinaus. Eilig Järttt ich gerade durch das N-utor, da mußt« ich vor der Zugbrücke stehenbleibmi, ein Wagen kam mir entgegen. Kaum stand ich, als uh e-ne liebliche Mädchenstimme wie erschrocken, rufen horte: „Mutter steh den schönen Offizier!" Überrascht sah ich auf. Mir gegenüber an bet anbeten Sehe bes Tores stand eine ältliche, bescheiden gekleidete Sütgetsfrau, neben ihr ein reizendes Mädchen. Das schone Kind hatte die Händchen vor der Brust gefaltet und sah «it seuum großen schwatzblauen Augen, die rote ein Paar Stente leuchteten, gerade zu mir herüber. Die frischen Lippen waren rote tn staunen­der Verwunderung noch getrennt geblieben.

Der Wagen war vorübergesahren. Dem schönen, wie ocp Reinetten Mädchen war das Taschentuch vor dt« Fuße gefallen Ich sprang hinzu, hob es auf und reichte es ihr. Sie blieb tn ihiet Haltung Renen, ohne die Hand auszustrecken. Aber ihr zartes Ee- sickl ilog ein brennendes Rot. Die Frau mahnt mit mit einem Dank das Tuch ab. Ich grüßte und ging schnell über bte Brücke Ich mar selbst kn Verlegenheit geraten.

Der leere Wagen, her mir auf der Brücke entgegengekommen s wat, wat der der Fürstin, die mich erwartete, »te und Fraulem von' W waren also bereits in der Anlage. Ware das nicht ge­wesen, würde ich sicher dem schönen Mädchen nachgegangen sein. Auf dem Wege durch den Garten beschäftigten stlh meine Gedanken fortwährend mit dem reizenden Butgersktnd Über -hre Miene mußte ich freilich unwillkürlich lächeln. Ihre schmeichelhaften, mtt so süßer Stimme gesagten Worte klangen mit aber im Oht. Das „Mutter!" Halle sie rote tm Schreck gerufen. Das, was folgte, stockend und wie ohne Selbstbewußtsein. fast rote ,n* 2iaum ge= sprachen. Ich hoffte, sie würde auch tn die Anlage kommen, utw ich könnte sie dort näher betrachten Darin tauschte ichmichiedoch. Wahrscheinlich hatten die beiden Frauen den Weg nach dem Eau- ’0t Abend^°im"'Bett ließ mit der Gedanke an mein tleines Abenteuer keine Ruhe. Meine geschäftige Phantasie bemühte sich, die Szene zutückzutusen und fortzusetzen Ich machte mit Vorwurf- über meine Unbeholfenheit. vor allen Dingen darüber, daß ch den Faden nicht festgehalten hatte, an dem -ch die, interessante Be­kanntschaft hätte sortspinnen können. Mn fehlte jeher An- . knüpfungspunkt. Wie sollte ich in einer großen, mit noch unbe-

bar vereint die alleinigen Ees-tzgeb-r der deutschen Lebens- gestaltung.

Aber das Reich ist darüber hinaus stets mit einem Willen auch zu einer Sendung verbunden gewesen. Was man im einzel­nen Leben germanisches Heimweh und deutsches Fernweh genannt hat, ist auf der heutigen Ebene der Betrachtungen der Wille zur inneren kraftvollen Ausgestaltung und zugleich zur Verwirklichung einet nach außen gehenden Seiidung. Diese deutsche Sen­dung bediente sich einmal des Titels eines römischen Soifers; heute ist des Reiches Sendung di- V-rtetdigung und Ordnung der Urheimat aller Europäer, die Gestaltung unseres alten ehr- würdigen Kontinents. In einer noch nie In dieser Gröhe dage- wesene» Schicksalsstundc steht dieses erträumte und erkämpfte Reich, gegründet und geführt von Adolf Hitler, in einer geradezu mythischen Einheit vor uns. Rach innen säubert es sich von allen jenen Schlacken, die namentlich nach dem 30jährigen Kriege sich in einem kleinstaailichen, raumbe-iigten Leben in Deutschland attge- setzt hatten, und erkämpft sich nach außen alle jene Vorposten feiner geschichtlichen Existenz, die notwendig sind, um bte Sicherheit Europas für alle Zellen zu gewährleisten; in Bundesg-noss-nschaft mit diesem Reich aber wirken heute schon viele anberc europäische Völker, denen der Aufmarsch des bolschewistischen Weltfeindes di- Augen über das nicht mehr abwendbare drohende Schicksal geöffnet hat und die nunmehr in der Verteidigung auch ihrer Kultur zu­gleich gemeinsam Grundlagen für ein großeuropäisches Bewußtsein legen.

' Wenn wir so Volk und Reich von heute anschaueu, dann wer- den die Großen der Vergangenheit erst recht nicht als rein ge­schichtliche Gestalten, sondern als unmittelbare Mit- t ä m p f e r auch in unserer Gegenwart für die gemeinsame Zu­kunft verstanden werden. Der große Schatz eine# kämpferischen unb schöpferischen Willens bet Vergangenheit tritt hinzu zu bett Energien unserer Tage unb beflügelt den Willen unserer Revolu­tion bet großen Betaangenhekt und bet noch größeren Zukunft wütbig zu sein. Das S ch i ck s a l hat in diesen Jalftcn geiprochen. Wir bejahen dieses Gesamtschicksal, wie wir die ersten Kämpfe der nationalso.nalistischen Bewegung um bte innere Freiheit bejaht haben. Wir wissen., baß die Brücken hinter uns abgebrochen sind, wir wissen, daß wir in der eillscheidenden Stunde bet deutschen Geschichte stehen, wir wissen aber auch, haß noch nie bewußter und mit härterer Hand die Fahnen des Reiches vorwärts getragen wurden, unb wir wissen schließlich, daß bet Sieg bes Reiches in betn inneren Beschluß der Herzen von 80 Millionen Deutschen be­gründet liegt, — daß keine Macht der Welt dies« Wiederge­burt Deutschlands unb bes Reiches zum Heil Euro­pas mehr zu verhindern vermag.

Oollarimperiallsmus in Nordafrika

Hankees veranstalten in Casablanca kolonialpolitische Bor- beteitungskurs-

■®lgetiras, 4. April. Nachdem erst kürzlich die USA.-Regie­rung Casablanca ausdrücklich zum Stützpunkt bet nordamerika- nischen Marine erklärt hat, mehren sich nunmehr bie Anzeichen für eine weitere militärische, politische unb wirtschaftliche Durchdrin- gung in ben von ben USA.-Truppen besetzten französischen Ge­bieten in Nord- unb Westafrika. Beispielsweise werben zur Vor­bereitung unb Propagierung einer eigenen notdametikanischen Zivilverwaltung in Französisch-Marokko kolonialpolitische Vorbereitungskurse für Nordamerikaner in Fes und Casablanca eingerichtet.

Es ist nicht vetwunderlich, daß die französische Bevölkerung in diefen Maßnahmen einen krassen Widerspruch zu bet „Befrei-r"- Pos- sieht, mit ber die Pankees anfänglich int Lande auftraten.

kannten Stadt, in der es so viele schöne' Mädchen gab, ein ein­zelnes heraussinden, von dem ich nicht das geringste wußte und das ich nut flüchtig gesehen hatte.

Und doch, was hatte ich nicht -Ales in diesem Augenblick ge­sehen, oder vielmehr, was bildete ich mir ein, alles gesehen zu haben! Es schien mir jetzt, als hätte ich noch nie ein reizenderes Wesen erblickt. Die Form ihres Gesichts, feine Farbe war blen­dend, ihr Mund lieblich, ihre Augen groß und glänzend, ihre Figur vollkommen. Besonders entzückten mich die frischen, halb­geöffneten Lippen und die Art und Weise, rote sie ihr« Händchen vor der Brust gefaltet hatte - kurz, ich war Feuer und Flamme. Ihr schmeichelhafter Ausruf trug gewiß nicht wenig dazu bet. Ich schlief mit dem festen Entschluß etn, meine schöne Unbekannte um jeden Preis aufzusuchen. , . „ ,, .

Am andern Tage zog ich Ech. zu Rat. Durch meine Beschrei­bung konnte er nicht auf die Spur gebracht werden. Immer wieder schallt er mich wegen meiner Einfalt aus. Der einzige Rat, den er mir geben konnte, war der, die Augen aufzutun. —

Hätte ich nur wenigstens gewußt, in welchem Stadtteil ich meine Forschungen anfangen sollte! Aber ich wußte gar nichts, rannte wie närrisch durch alle Straßen, guckte nach allen Mädchen, an alle Fenster — aber ich fand nicht, was ich suchte. Vergebens lauerte ich am Wege zur Anlage, stand lange am Neutor, betrach­tete den Fleck wo sie gestanden, als könne der mit ihre Wohnung

Porträt: Dehnen-Dienst.

ausschüsse, Wcrbefunktionäre und Agenten nal Mittelmeer uno Persischem Golf ständig zu. Pacht- unb Leihsystem wurde auf Irak und

Im Schalten der USA.

Brittscher Minister in Rahost, Richard Easey

Rr. 80 Seite 8

3u Beginn dieses Jahres reiste der britische Minister zuerst nach London, anschließend nach Washington, um die Problem- Englands unb der USA. tm Settor Nahost zu erörtern. Daß seine Konferenzen am Kernproblem dieser Fragen, der grundsätzlichen Vorherrschaftsgegnerschaft USA. contra Empire, nichts zu ändern vermochten, haben seine vormonattgen Ausfüh­rungen über bie‘ Beziehungen Zwischen Großbritannien und den USA bewiesen. Casey, der darin insbesondere die ameri­kanische Kritik am Emp i r e unb an der britischen Kolo­nialpolitik betiagt, kommt zu bem resignierten Schluß, daß in der Vorstellung bet Amerikaner „bas Wort Empire eine finstere Be­deutung" habe. Der Mann, der vor nicht allzu langer Zett noch bemüht war, bas Dominion Australien unter den amerikanischen Hut za bringen, hat sich angesichts ber Erfahrungen tm Nahen unb Mittleren Osten als „nichtschüchterner Australier" zum Kritiker

Welch- Entwicklung auf der politischen Bühne Nah- und Mittelost inzwischen vor sich geht, ist dieser Tage aller Welt sich> bar geworden, nachdem Roosevelt für Ägypten, Levante, Irak und Iran einen persönlichen Vertreter, General H u r l e y. er­nannt hat, der so lange als amerikanischer Gesandter in Neusee­land mit besonderen Vollmachten tätig war. Der britische Staats­minister Casey hat nun, wie MacMillan von Anbeginn in Algier, einen amerikanischen Degens p.ieler tn Kairo be- kommen. Der mächtige Schatten der USA. reicht immer wellet..«

^ schüchterner Australier" zum Kritiker

der amerikanischen Haltung unb Mittler besserer Beziehungen -wischen Briten unb Yankees erklärt. Nach feinen Worten kenne et nun bie Rolle, bte England im Mittleren Osten spielen müsse.

Pacht- unb Leihsystew wurde auf 3 t a i uni) Iran-ausgedehnt, die ölwirtschaftliche Erwelletung der nordamerikanischen Anteile . auf Kosten Englands durchgeführt. Der Australier Easey sah sich in Rah-Ost einem USA.-Aufmarsch gegenüber, dessen Umfang alle Erwartungen überstieg.

v-v. Drei Monate vor Swintons Beratung nach -Vest- und neun Monate vor MacMillans Betrauung in |fortoeftafrtta wurde bet damals 52jährige Australier Easey im Marz 1942 von Churchill zum btitiirben- Siaatsmmis er fut den S und Mittleren Osten mit dem Amtssitz in K a! " bestellt Jener „Mann mir vielen Qualitäten", wie ihn die btiti che Presse begrüßte, der zuletzt zwei Iahte lang G e f a n b t c r Canberras in Washington unb davor nacheinander Kultus-, Versorgungs­und Finanzminister seines Landes gewesen war Vor einerXeibe von Jahren hatte bei im Weltkrieg ausgezeichnete Ma,or (etn diplomatisches Geschick als Verbin­dungsoffizier zwischen Australien unb bem Foreign Ossive beweisen können. Die gäben, die Richard Casey aus dem südpazisischen Empireraum nach Roosevelt-Amerika gesponnen hatte, waren zur Zeit seiner plötzlichen Ab­berufung nach Kairo zu einem ziem- kich festen Gewebe australisch-ameri­kanischer Militär- und Wirtschaftsge­meinschaft verdichtet worden. In Rah- und Mittelost, einer vitalen Herr­schaft--- und Interessensphäre bes britischen Mutterlandes, erforderten bie politischen Gegebenheiten von bem neuen' EtaatsmiNister und Mit­glied des britischen ftriegslabinetts von vornherein eine intensive Be­mühung um bie Durchsetzung bes britischen Einflusses gegen die ersten imperialistischen Annäherungsversuche bes Verbündeten von jenseits des Ozeans. Für Casey, ber sich in zwei Jahren Washingtonaufenthalt per­sönliche unb gute Beziehungen bet Roosevelt geholt hatte, eine besonber? belifoic Ausgabe.

Es vergingen nut wenige Monate, bis die wachsenden Differenzen zwischen den USA unb England im Vorderen unb Mittleren Orient sichtbar in Erscheinung traten. Die Vereinigten Staaten hatten hier, getreu ihrem Grundsatz, in allen Hertschafts- unb Einfluß» gebieten ihres geschwächten britischen Partners dem Amerikanis­mus zum Siege zu verhelfen, in kurzer Zeit eine planmäßige Infiltration vvrgenommen. Die Zahl bet US-ameri­kanischen Konsulate, Wirtschaftskommissionen, Sachverstand,gen- ausschüsse, Wcrbefunktionäre und Agenten nahm zwischen östlichem Mittelmeer und Persischem Golf ständig zu. Das amerikanische

Oer japanische ßuftfieg bei der Russell-Insel

Toki», 4 Avril. In bet Luftschlacht bei der R N s f e l l-J n s e l am 1. Avril standen bie javanischen Marineflugzeuge wie aus Marinekreisen verlautet, etwa bet bovvelten Zahl feindlicher Flugzeuge gegenüber. 3m Verlaus von vier Stunden schossen die Javaner aus Einheiten von insgesamt etwa 100 bis 110 Flug­zeugen 47 ab Die Kämpfe wurden zwischen Euadalcanar und Neu-Caledonien ausgetragen. In den frühen Morgenstunden flogen die Javaner Russell an, wo sie auf 30 Grumman-Jager stießen von denen sie in schweren Kämpfen 24 abschossen. Die Javaner verloren dabei nur drei Flugzeuge. Ein zweiter Luft- kamvf entwickelte sich mit einem zu Hilfe eilenden feindlichen Verband, der aus 48 Kampfflugzeugen und 40 Jägern bestand. In kurzer Zett wurden aus ihm zehn Jagd- und 13 Kampfflug­zeuge abgeschossen, während die Javaner sechs Maschinen ein- büßten. ■

Jetzt hatten meine Patrouillengänge ein bestimmtes Ziel. Schon am nächsten Tage hatte ich das Glück, das schöne Mädchen selbst zu sehen. Sie war tm bloßen Kopf, tarn aus einem kleinen Laden mußte also ganz in der Nähe wohnen. Sie ging sehr schnell, ohne sich umzusehen, bog plötzlich um die Ecke und wat ver­schwunden, ohne daß ich auch nut eine Ahnung davon hatte, tn welche Tür sie gegangen fein konnte. Mein Herz klopfte taut. Ein Glück daß in dem engen Gäßchen wenig Menschen waren. Wer mich ansah. bem konnte meine Aufregung nicht entgehen. Ich hungerte bis zum Dunkelwerden in jener Gegend umher und rekog­noszierte ohne allen Erfolg die Fenster.

Mehrere Tage vergingen. Meine Forschungen mußte ich unter­brechen, denn ich hatte gerade viel Dienst und wat auf Wache gewesen. Sch., bem ich meinen schwachen Erfolg mitteilte, sagte: „Sei froh, baß bu so weit bist. Allein, mach es nicht zu ausfallend, sonst verdirbst du die ganze Geschichte". Ich nahm mir also vor, . vorsichtig zu fein. Das verhinderte jedoch nicht, daß ich täglich mehr» ntals durch die Straße ging. Das konnte ja gar nicht auffallen! Ich konnte ja in der Nähe wohnen und dies mein Weg nach der Kaserne fein.

An einem Nachmittag — ich ging langsam durch die mit so interessante Gässe — kam ein heftiger Regenschauer. Alle Leute trieb er von bet Straße und zwang sie, für ben Augenblick ein Obdach zu suchen. Ich sah keins in der Nähe unb lies vorwärts, nm irgend einen Schutz zu erreichen. In einem Winkel, ben bie Straße machte, fand ich eine Tür, bte man fast nicht eher gewahrte, als bis man davor stand. Sie schien in kein bewohntes Haus zu führen, lag tief in einem Spitzbogen, der noch Spuren architekto­nischer Verzierungen trug. Ein vortreffliches Dach gegen ben immer stärker niederprasselnben Regen.

Plötzlich sah ich einen ausgespannten Regenschirm um die Ecke auf die Tür zukommen. Der Regenschirm wurde zusammen» geklappt, unb vor mit stand bas schöne Mädchen. Vor Über­raschung stieß es einen kleinen Schrei aus. Ich wat ebenso vet- roiftt wie sie selbst. Solche Gunst hatte ich vom Glück nicht er» wollet. Ich stammelte einige abgebrochene Wolle. Sehr unzu­sammenhängend drückte ich meine Freude darüber aus, daß der Zufall mich ihr abermals begegnen lasse. „Ich wohne hier," sagte sie mit leiser, bewegter Stimme, als wolle sie mich dadurch ver­anlassen, ihr Platz zu machen" damit sie in die Tür gehen könne. Ich hätte die Tür ihrer sonderbaren Form wegen nie für eine ge­wöhnliche Haustür gehalten und glaubte, sie suchte nut ein mo­mentanes Obdach wie ich.

(Follfetzung felgt)