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DEUTSCHES REK1
Erleichterungen bei der Abführung der
Der 3xeid)Sinini|tet beitgcber. der Banken. Iqb vom 28. März die
Ar- Erder
Lohnsteuer
der Finanzen hat zur Entlastung der der Post und der Finanzkasten durch Fristen für die Abführung
Oie Straßenbahn in städtischem Besitz
Am 1. Avril 1943 gibt die Süddeutsche Eisenbahn-Gesellschaft ihren hiesigen Strabcnbahnbetrieb auf. Die Linien 6 und 9, die Maim und Wiesbaden verbinden, werden gemeinschaftlich von den Stadtwerken Wiesbaden Aktiengesellschaft und der Stabt Mainz und die Linie 8 wird ausschließlich von den Stadtwerken Wiesbaden betrieben. Die Anlagen in Wiesbaden gehen in das Eigentum der Stadtwerke Wiesbaden'AG. und die Anlagen in Mainz in das Eigentum der Stadt Mainz über. Dieser Übergang bezweckt eine Vereinfachung der Verkehrsabwicklung und liegt im Interesse beider Städte.
— Der Rundfunk an, Donnerstag bringt an bemerkenswerten Sendungen im Reichsprogramm: 13.25 Uhr Musik aus dem .,Münchhausen"-Film. 14.15 Uhr Von Lortzing bis Rossini. 15 Uhr. Klingende Kleinigkeiten. 16 Uhr Aus Ooern und Konzert. 17.15 Uhr Beliebte Unterhaltungsmusik. 19.45 Uhr Was gibt Deutschland der Welt. 20.20 Uhr Conrad Hansen spielt Mozart. 21 Uhr Aus Verdis „La Traviata". — Im Deutschlandsender: 17.15 Uhr Von Händel bis Paul Eracner, 20.15 Uhr Reigen bekannter Melodien. 21 Uhr „Musik für dich".
— Berussjubiläen. Der Buchdruckereibesitzer Johannes Köhler. Wiesbaden, Schwalbacher Straße 19, begeht sein 50- jahriges Berufsjubiläum und zu gleicher Zeit sein 40jähriges Ecschäftjubiläum zum 1. April. — Am 1. April d. I. find cs 50 Jahre, daß Herr Otto Kampe, Prokurist, in der Firma F. Ad. Muller Söhne. Wiesbaden. Taunusstraße 44, als Hersteller künstlicher Augen tätig ist. — Am 1. Avril ist Frau Lina Koerner 40 Jahre in der Firma Koerner und Schmidt. Wiesbaden. Langgasse 21
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Lohnsteuer neu geregelt. Der Arbeitgeber hat danach ab 1. Avril 1943 die Lohnsteuer abzuführen: t
1. Jährlich spätestens am zehnten Tag nach Ablauf eines jeden -Kalenderjahres, wenn die öinbehaltenc Lohnsteuer im letzten vor- ausgegangenen Kalenderjahr monatlich durchschnittlich weniger als zwei RM beträgt.
2. Vierteljährlich spätestens am zehnten Tage nach Ablauf jeden Kalenderoierteljahrcs, wenn die eingehaltene Lohnsteuer im letzten vorausgegangenen Kalenderjahr monatlich durchschnittlich mindestens zwei RM, aber weniger als 300 RM betragen hat.
3. Monatlich spätestens am 10. Tage eines jeden Kalender- rnonats. wenn die einbehaltene Lohnsteuer im letzten vorausgegangenen Kalenderjahr monatlich durchschnittlich mindestens 300 lbisher 100) RM betragen hat.
Es haben danach viele Arbeitgeber, die nur einen Arbeitnehmer oder nur wenige Arbeitnehmer beschäftigten, die Lohnsteuer nicht vierteljährlich: sondern nur noch jährlich abzuführen.
Porträt einer Stau als Gleichnis
Das Bildnis, Has ein guter Maler von ihr gemacht hat, zeigt eine kleine, schmale Frau, achtzig Jahre alt, mit Augen, in die alles Feuer eines heftig brennenden Lebens hineingeflosieu ist, mit etwas zu fest gepreßten Lippen und mit Wangen, in die der Griffel der Sorge seine unverwischbaren Runen eingetragen hat. Sie sitzt sehr gerade. Die Hände ruhen im Schoß. Aber man sieht, daß sic das nicht gelernt haben und nicht verstehen. Eher könnten sie gefaltet sein. Aber — so steht in ihr Tagebuch geschrieben — man soll nicht öffentlich beten und wer nicht Zeit hat, die Hände zu falten, kann es durch Arbeit seinem Herrgott vortragen.
Sie stammte aus einer Beamtenfamilie im Breslauer Winkel. Ihr Mann war ein ausgezeichneter Musiker, 1.95 groß und entsprechend breit. .Ein ganzer Kerl, von großen Gäben, aber wild und zuweilen auch zügellos, wenn die übergroßen Kräfte mit ihm durchgingen, wenn die unfangbare Unruhe ihn zwang in Mondnächten zwcisväimig um die kleine Stadt zu jagen oder mit seinen Kumvanen nächtelang nach verlorenen Melodien zu suchen.
Manchmal wußte sie acht Tage nichts von seinem Verbleib. Dann setzte sic sich ihren kleinen, fcdergcschmückten Kavotthut auf. nahm die Svitzcnmantille um die Schultern und „holte ihn ab". Sic fand ihn immer sofort. Sic nahm ihn am Arm und der Riese ging schweigend mit ihr, die ihn ohne Vorwurf und Frage nach Hause brachte.
Wortlos lenkte sic auch sein materielles Leben. In guten Zeiten brachte sie Geld beiseite und „zauberte" es in schlechten Zeiten wieder her. Sie brachte ihn dazu, regelmäßig zu arbeiten und Konzerte zu geben, obwohl er das Publikum haßte. „Nebenbei" erzog sie dreizehn Kinder, von denen vier jung starben, neun aber kraftvoll und stetig in das Leben hinein wuchsen. Als sie sechzig war. starb der Mann und wurde lange von ihr betrauert. Aber einsam wurde sie deshalb nicht. Immer wurde sie gebraucht, bei den Kindern, bei den Enkeln. Di« Sorgen und Kämpfe von neuen Ehen, von achtunddreißig Enkeln wurden ihr aufgevackt. lind wie sie das Leben ihres -Mannes gelenkt hatte, so lenkte sie auch unmerklich die Leben ihrer Nachkommen in gute Bahnen hinein. Als sic achtzig war, schloß sie die Augen für immer. Auf ihren Grabstein ließ sie die Worte meißeln: Ich will Dich segnen und Du sollst ein Segen sein.
Woher — so fragt man — kam die Wirkung eines solchen Lebens. Sicherlich aus der Zähigkeit und Wurzelhaftigkeit ihres Wesens. Aber damit allein hätte sie keine Wirkung auf den Mann gcbabt. Es mußte die selbstverständliche Zartbcit, wie wortloie Einfühlungsgabe, die klare Intuition der echten Frau hinzu- kommen.
Es. wird oft gciagt, daß die Lcbensleistungcn heutiger Frauen kleiner geworden find unselbjtocrständlichcr und verworrener. Aber wenn man genauer nachschaut und nicht Nur das einzelne Schicksal betrachtet, sondern den ganzen Schicksalsbogen, in den
„ Wiesbadener Nechnchten
Wie die Sommerzeit entstand
Woher stammt eigentlich der Gedanke der Sommerzeit, die heute in Deutschland wieder in Kraft getreten ist? Den ersten Urheber kennt man nicht. Man imml an, der niederländische Gelehrte Hunrecht habe sich im Jahre 1784 durch einen ^Zeitungs- artitcl dazu anregen lassen: seine daraufhin gemachten Anregungen wurden als „Narreteien" abgetan und belacht. Andere „Phantasten" griffen den Gedanken immer wieder auf, aber ebenso erfolglos. Vor rund 50 Jahren stellten dann einige kleinere südamerikanische' Staaten den Versuch mit der Sommerzeit an, der Jedoch mißlang. Di« 1907 in England beabsichtigten Versuche cheitertcn an der konservativen Haltung des Oberhauses. Man agte, die Lords hätten Angst gehabt, ihre „astronomisch korrekte abendliche Kaminstunde" zu verlieren.
Deutschland erhielt auf seltsamen Umwegen die Sommerzeit. Bereits vor dem ersten Weltkrieg hatte eine Schokoladenfabrik 120 000 Unterschriften gesammelt und sie einer Eingabe um Einführung der Sommerzert beigefügt. Ein Niedersachse aus Hameln grfff den Gedanken auf und bedachte alle möglichen Reichs- und Landcsbehörden mit Eingaben. Eines Tages legte der damalige Oberbürgermeister von Breslau feinen Plan dem Bundesrat vor, dieser, nahm ihn im März 1916 an und Deutschland hatte die erste Sommerzeit vom 1. Mai bis zum 30. September dieses Jahres. 1919 gab Deutschland die Sommerzeit wieder auf. weil, wie ein Abgeordneter damals behauptete, die „Kühe streikten". Dieses unsinnige Argument wurde geglaubt, obwohl man doch eigentlich schon durch die Erfahrung gemerkt hatte, daß gerade die Landwirtschaft durch die Sommerzeit keinen Schaden genommen hatte. Es war ein echter Schildbürgerstreich des Parlamentarismus.
Heute können wir uns kaum noch die Schwierigkeiten und Widerstände vorstellcn, die sich früher um die Einführung der Sommerzeit rankten. Vor allem jetzt im Krieg stellt die bessere Ausnutzung des Tageslichts einen eminenten Sparfaktor und damit ein Mittel zur Erhöhung unseres Einsatzes für den Krieg dar.
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Wiesbadener Tagblatt
Mittwoch, 31. Mär, 1943
Mittwoch Verdunkelung e»B 20.58—6.17 Uhr
Sondermarke zum Führer-Geburtstag
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die Älteren taten junge
Sternbild : Der links Stern ist Millionen Zwillinge
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Entbehrliche Roheiten
Zugleich ein Hinweis an Alle
Zum 54. Geburtstag des Führers gibt die Deutsche Reichsvost sechs Sondermarken heraus, die bei größeren Postämtern vom 13. Avril bis 15. Juni vorrätig gehalten werden. Der Entwurf des neuen Wertzeichens stammt von dem Münchener Künstler Prof. Gottfried Klein unter Verwendung eines von Prof. Heinrich Hoffmann aufgcnommenen Lichtbildes des Führers.
(Presse-Hoffmann — Wb.)
— Das „W. T." gratuliert. Frau Marie Heidersdorf, Wwe., Nettelbeckstraße 21, 3.. wird heute, Dienstag, 75 Jahre alt.
üriegsarbeitsplätze für Stauen
Kein Anspruch auf Verbleiben an selbstgesuchten Arbeitsplätzen
Unter dem Titel „Die Mobilifieruity der Arbeitsreserven" legt der Sachbearbeiter des Reichsarbeitsministeriums, Ministerialrat Dr. Hildebrandt, unter Mitarbeit von Regierungsrat Dr. R ü d i g eine Broschüre über die Verordnungen zur Meldung von Männern und Frauen für Aufgaben der Rcichsverteidigung und zur Freimachung von Arbeitskräften für -kriegswichtigen Einsatz vor. Darin werden neben den Texten der grundlegenden Bestimmungen vor allem auch wesentliche Erläuterungen gegeßen. Die Abgrenzung des erfaßten Personen-Kreises konnte nur von dem Gedanken ausgehen, welche Personen voraussichtlich in optimalem Maße arbeitseinsatzmäßig mobilisiert werden können und dabei die wichtigsten Kreise umreißcn. Selbstverständlich aber
Kchlenklau auf der ganzen Linie reingefailen!
Kohlenklau’s Klauversuche haben sich alle als schmähliche Niederlagen herausgestellt! Wir sind schlau geworden und lassen uns nicht mehr von dem üblen Burschen übertölpeln. Gut so! Denn — Hand aufs Herz — sind wir früher nicht in puncto Kohle, Strom und Gas ein bißchen zu bequem und leichtsinnig gewesen? Was wir heute an diesen Dingen ersparen, kommt ja nicht nur — wenn das auch das wichtigste ist! — unserer Kriegswirtschaft, sondern auch der Sicherung unserer künftigen Versorgung und dem eigenen Geldbeutel zugute. Darum auch weiterhin: Achtung auf Kohlenkiau!
Wer Kohlenkiau 'ne Grube gräbt, stets vorbildlich und - billig lebtl
mehrere Jungen erwischt wurden, als sie die in der Nähe des Gärtnerhäuschens st ebenden Birken mit einem Beil erheblich beschädigten, um Birkensaft zu gewinnen. Einer der Übeltäter führte bei seiner Festnahme noch eine Tasche mit mehreren leeren Flaschen zum Absüllen des Birkensaftes bei sich. Außerdem wuroc festgcstellt, daß ein an dad Wasserleitungsnetz angeschlostener neuer Garten schlauch von 30 Meter Länge durch Beilhiebe in drei Stücke zerhackt wurde. Der entstandene Sachschaden ist beträchtlich. Mit dem Eingehen von neun Brkenbäumcn ist zu rechnen. Die Anzeige ist bereits erfolgt. Die Eltern der jugendlichen Täter werden in voller Höhe zum.Ersatz des entstehenden Schadens herangezogen werden.
Alle Volksgenossen werden hiermit auf das schändliche Treiben aufmerksam gemacht und gebeten zukünftig mitzuhelsen, damit solchen Übeltätern so rasch wie möglich das Handwerk gelegt werden kann.
Wenn es sich bei solchen Fällen natürlich nur um Einzelfälle handelt, so find sic deshalb nicht weniger bedauerlich. A. Mr.
Aber und ‘ das scheint uns entscheidend — die Pflichterfüllung allein genügt nicht, damit aus einem Leden ein wirklich fruchtbares Frauenlcben wird. Viele sind bei großen Leistungen bitter geworden, frühzeitig alt, verbraucht und unlebendig. Es kommt vor, daß sie in ihrer Tüchtigkeit ihre Männer aus dem Hause jagen, ihre Kinder sich entfremden und schließlich auf dem kahlen Berge einer bewundernswerten Lebensleistung sitzen bleiben und verdorren. Deshalb ist es nötig, daß sie die frauliche Herzkrast und Seelenkraft aufrusen, daß sie sich der Zartheit erinnern, die zutiefst in jeder Frau ruht, die sooft verschüttet ist und die ans Licht gehoben werden muß. Daß sie mit ihrer Fähigkeit des Mitleids, der Phantasie, der Vorstellungsgabe aurgleichend in die Kämpfe der Männer cingreifen, daß sie in die inneren Räume
Lebens eindringen, die Schicksale der Mitmenschen vom Herzen .... erhellen und beleuchten, erwärmen und gestalten. Von außen her gestaltet die notwendige Tat. Von innen her das einfache
— Sternschau vom 1. bis 10. April. Der abends bis zu drei Stunden nach Sonnenuntergang über dem Westhorizont leuchtende hellste Stern des Simmels ist Planet Venus als Abendstern im Widder, 195 Millionen Kilometer von uns entfernt, oherhalb in Sternbild Stier stehende Helle bleiche der riugumgebene Wandelstern Saturn in 1440 Kilometer Abstand. Der noch höher im Sternbild strahlende sehr hell^ Stern ist der Riesenvlanet . 770 Millionen Kilometer von uns entfernt.
Erstmalig wird mit der jetzigen Musterung mit einer Reg i. st r i e r u n g der neben den Arbeitsbuchpflichtigen vorhandenen
— Aushebung der Feldvofteinlchränkungen. Die im Feldpost- verkehr zur Zeit bestehenden Beschränkungen werden am 1. Avril aufgehoben. Es sind dann nach der Front wieder zugelaffen: Postkarten und Feldpostbriefe bis 100 Gramm ohne Zulassungsmarke gebührenfrei: Feldvostväckchen von 100 bis 250 Gramm mit einer Zulassungsmarke gebührenfrei: Feldvostväckchen bis 1000 Gramm mit einer Zulafiungsmarle und 20 Pfg. Freigebühr: Feldvostväckchen bis 2000 Gramm mit zwei Zulafiungsmarken und 40 Pfg. Freigebühr.
— „Lachen wir, und wir meistern das Leben," — mit diesem Motto kündigte man Künstler des derzeitigen Programms der „Seal a" an. die am Dienstagnachmittag verwundeten Soldaten in einem hiesigen Lazarett eine frohe und entspannende Stund» bereiten wollten. Daß ihnen dies restlos gelungen, bewiesen gespannte Aufmerksamkeit, heiteres Lachen und starker Applaus, die den Künstlern reicher Lohn sein werden. — Wie schöne, bunte Perlen reihten sich die Darbietungen aneinander, die aus allen Gebieten des Varietd etwas. — und nur Gutes — brachte, und der Kontakt vom Podium zum Publikum war schnell hergestellt und knüpfte sich immer enger. Ob drei Chinesenkinder ihre körperliche Wendigkeit in Wirbeltänzen zeigten, ob Marion C a v i t a n n kleine reizende Chansons sang..(von der Liebe natürlich, die ja alle angeht), ob ihr Partner Fred mit Schmiß stcvvtc und T o l n dazu temperamentvoll am Flügel begleitete oder ob die schöne geschmeidige Bari Tang exotische Tänze bot, — man war begeistert und klatschte tüchtig. Ein Dreffurakt „Bolls und Bobby" zeigte einen klugen Terrier mit treuherzigem Hundeblick, der mit erstaunlicher Bravheit seine Aufgaben erfüllt, und dann kam — Sans Solcher (früher Reichssender Köln) und wurde stürmisch begrüßt. Er brachte seinen urwüchsigen Humor mit, der die Lachmuskeln sehr lebendig machte und zeigte in einem löst, lich-glossierenden Sketsch mit Karla Reizet zusammen sein einfach-grobes mimisches Können. Mit angehaltenem Atem folgten die Verwundeten den vorzüglichen akrobatischen Vorführungen der 3 Eroschcttis, die sich rum Schluß in einem Kombinationsakt zeigten. A. PI.
— Beginn der fahrplanmäßigen Rheindampjerfahrte». Dic fahrplanmäßige Personenbeförderung beginnt in diesem Jahre mit Rücksicht auf den wichtigen, heute im Vordergrund stehenden Güterverkehr zunächst an den ersten drei Sonntagen int Avril. Dieser Sonntagsdienst bietet auf der Mittelrheinstrccke Köln—Koblenz, bis Mainz Verkehrsoerbindtlngen mit fast allen Rheinorten. Von Köln aus besteht morgens eine Fahrgelegenheit nach Königswinter. Bonn hat nachmittags eine zweite Fahrt bis Koblenz. Weitere Schiffe verkehren rheinaufwärts ab Koblenz bis Riides- heim und ab Bingen bis Mains. Rheinabwärts ab Mainz fährt morgens ein Damofer, der frühabends in Köln eintrifft, und mittags ist eine zweite Verbindung ab Mainz nach Stationen bis Koblenz.
— Erfassung, Zuführung und Betreuung aller siedluugs- willigen Kriegsteilnehmer, Der Führer hat mit feinet Wehrmacht die unerträgliche deutsch« Raumenge gesprengt. Grob« Siedlungsräume sind dem deutschen Volk wiedergewonnen worden. Nach dem Willen des Führers erhalten die Kriegsteilnehmer bei der Erschließung und Besiedlung der neu eingegliederten Gebiete den Vorrang. Der Reichsmarschall des Erobdeutschen Reiches,, der Reichsführer-ff, Reichskommifiar für die Festigung deutschen Volkstums und der Reichswkrtschaftsminister haben bereits vor längerer Zeit besondere Anordnungen getroffen, durch die die Belange der Frontsoldaten, die ihre eigenen Jnterefien in der Heimat zur Zeit nicht wahrnehmen können, fichergestellt sind. Während des Kriegs können vorläufig nur die aus der Wehrmacht entlassenen Ber-
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darf insbesondere die Altersbegrenzung keine Hinderung dar- stellen für einen fveiroilligen Einsatz von Personen, die nicht unter sie fallen. Der mit der' Meldepflichtvcrordnung verbundene Appell, ist an alle gerichtet, die arbeitsfähig sind. Dic Sachbearbeiter stellen das fest und machen weiter u. a. folgende Darlegungen: ,
unser aller Leben cingesvannt ist, so entdeckt man, daß ungeheuer viele Frauen große Leistungen vollbracht haben und wieder vor gewaltigen Aufgaben stehen. Da gibt es Mütter, die im vorigen Krieg« jung verheiratet um ihre Männer bangten und nun als ältere Frauen um ihre Söhne bangen müssen, Frauen, die bisher von ihren Männern umsorgt, plötzlich allein stehen, allein ■ ihre Kinder zur Welt bringen, ihre Kinder erziehen müssest oder allein ein Geschäft leiten, einen Beruf ausüben. Sie tun das klagelos, ohne viel Aufhebens, obwohl sie es nicht gewohnt sind und obwohl Frauen oft mehr am Gewohnten hängen als Männer, obwohl ihnen die Wandlungen der Welt ihrer beharrenden Natur gemäß zuerst immer fremd, ja manchmal zuwider sind. Frauen in dieser Zeit haben es also schwer. Don 1914 bis jetzt — kaum ein Jahr, das dem anderen gleicht, fortwährend Änderungen der materiellen und ideellen Welt. Umschichtungen, die bis tief ins Herzgefügc und Gedankengcfügc hineinreichcn. Frauen, dic das alles unverletzt überstanden die im Wandel ihr Leben mit verwandelt haben, haben alle dic boumhnftc Zähigkeit von Beugen und Wie- deraufrichtcn bewiesen. Sie haben allein schon im Beharren ihre Pflicht getan.
— General der Jnsanterie, Ritter v. Mittelberger spricht am Samstag. 3. Avril, im kleinen Kurhaussaal im Rahmen der Vortragsreihe des Deutschen Volksbildungswcrkes über „Arabien und das Weltgeschehen".
Da — Sein, das zu führen eine frauliche, unbeirrbare, zähe und zarte Kraft "erfordert.
Manch« Zeiten glaubten, daß Leistung und Dasein Schönheit und Arbeit Gegensätze sind, die sich in keinem Leben ganz vereinen lasten. Wir glauben, daß die schwere und fruchtbare Zeit die Gegensätze so durcheinander gewirbelt hat, daß man sie wieder in einem einzigen Leben zusammenfügen kann, daß die Frauen also zart und zäh, schön und tüchtig, zuvackend und abwartend gleichzeitig sein können und sein werden, weil es ihre Aufgabe in dieser Zeit ist. (Walther von Hollander.)
Junge Menschen machen manchmal Sachen, die und Vernünftigem zumindest komisch finden. Das Menschen schon immer, solange sie keinen Schaden dabei anndjten und niemand verletzen, können solche Streiche unter Umständen von einem beweglichen und scharfen Geist sprechen. Wenn cs aber auch Privileg der Jugend ist, nicht immer unbedingt vernünftig fein zu müssen, so haben die Jugendlichen keineswegs Berechtigung, aus. dieser Nachsicht ein Vorrecht für üble Scherze ziehen zu dürfen. Selbst in einer Zeit, die weniger ernst ist als die heutige sind Frechheiten durchaus entbehrlich. Die Jugend ist kostbarstes Gut eines Volkes, das weiß jeder Einsichtige. Die Jugend hat auch die Zukunft, aber nur die Wertvollen unter ihnen und die Anständigen. Nachsicht, wo sie am Platz ist. kann sich sehr segensreich auswirken, Nachsicht kann, aber auch Schwäche heißen. Dies nur ganz allgemein.
Veranlastung zu diesen Zeilen gab eine Meldung, wonach am 24. März 1943 gegen 16.45 Uhr in den Nerotalanlagen
. en Arbeitsreserven begonnen. Wie durch das Wehrersatzwesen sämtliche Wehrpflichtigen ersaßt werden. 1° find jetzt die Grundlagen für die Erfastung aller Arbeitsfähigen gegeben. Unter den sich meldenden Volksgenosten werden im großen Umfange Kräfte sein, die für eine Schulung als Spezialarbeiter in Frage kommen. Dieses Ziel kann, wie die Erfahrungen des gegenwärtigen Krieges zeigen, auch m 11 Frauen erreicht werden. Berücksichtigung des Eignungspiln- zrpes kann natürlich nicht heißen, daß der Einsatz entsprechend den bisherigen Lebens- und Arbeitsbedingungen — etwa in Büros — vorgenommen werden kann, sondern bedeutet Verwertung früheren beruflicher Erfahrungen und Kenntniste, soweit entsprechende kriegswichtige Stellen vorhanden sind, und im übrigen Einsatz nach den körperlichen und geistigen Kräften vornehmlich auf Arbeitsplätzen in der Werkstatt. Für den Aufruf melde- pflichtiger Schüler und Schülerinnen sowie für Studenten werden in Kürze gesonderte Weisungen ergehen. Vielfach haben Meldepflichtige versucht, in den letzten Wochen in Betrieben und Dienst, stellen mit weniger kriegswichtigen Ausgaben Veschäsitgung zu erhalten. Sie können nicht damit rechnen, auf derartigen Arbeitsplätzen zu bleiben. Es liegen zahllose wirklich kricgswichttge offene Stellen vor. In der Rüstungsindustrie umspannt heute die Frauenarbeit einen weiten Kreis von Tätigkeiten, z. B. in Werkküchen, Sanitätsstubcn, Laboratorien, Packereien, Prüffeldern Näh- und Schneiderwerkstätten für Uniformen, Brotbeutel, Fallschirme usw.. Montier-, Wickel-, Glas-, Löt-, Schmiede-, Spritz- und Bohrarbeiten, im Schiffbau beim Schleifen, Galvanisieren, Anstreichen und Montieren, in Luftwasfenbetrieben bei Montage, Löten, Schweißen, Stanzen, Bohren. Hobeln, Fräsen, Drehen, Kontrolle, in Munitionsfabriken beim Mischen. Füllen, Beuteln, Wiegen. Nähen usw. Allein seit 1940 sind aber auch z B in der Eisen- und Metallwirtschaft rund 300 000 weibliche Kräfte mit Erfolg angelernt worden als Hilfs- schlosser, Hilfsdreher usw.
