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Wiesbadener Tagblatt

Druck und Berlaa: L.LÄelle»bera'schc Buchdrucker«, Lauggatte Nr. 21 (Dagblatt-Haus) / «öAi'ittiiifi i» n «»soabeu Erickcinunas.eit werktäglich «achmUtaaS

Druck und Verlag: L.ScheUenbcrg'sche Buchdrucker«, Langgasse

(Dagblatt-Haus)

91. Jahrgang

Mittwoch, 31. März 1943

Nr. 76

Wöchentlich in v Ausgaben ErschcinungszeitwerktäglichnachmUtag»

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Neuer großer U-Boofcrfol

17 schwer beladene Feindschiffe mit 103500 BRT versenkt

Oie achte Sondermeldung im März

Aus dem Führerhauptguartier, 31. März (Funkmeldung.) Das Oberkommando der Wehrmacht aibt bekannt:

Unsere llnterseebote haben den Feind auf verschiedenen Nachschublinien erneut schwer getroffen. Sie versenkten im Nordatlantik bei teilweise orkanartigem Wetter, im Mittelatlantik und im Mittelmeer, zum größten Teil aus Geleitzügen, 17 feindliche, schwerbeladene Handels­schiffe mit zusammen 103 500 BRT.

In der B i s c a y a wurden fünf schwere Feindbomber beim Angriff auf Unterseebote durch die Abwehrwaffen dieser Boote abgeschossen.

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US. Wenn schon vor einigen Tagen einer der führenden Männer des US-amerikanischen Kriegsinsormationsamtes er­klärte, daß der M o n a t rz ein schlechter Monat für die

Washingtons

Roosevelt schicht brasilianische Truppen

as. Berlin. 31. März.^lEig. Drabtberickt unserer Berliner, Eckriftleitung.) Nack italienischen Meldungen haben bra­silianische Truvvcn die an Brasilien angrenzende Sträflingskolonie Französisch-Guayana mit der Hauptstadt Cayenne besetzt. Wie verlautet sollen bra- silianücke Truppen auch in die. bisher von den USA. oc- setzten Gebiete von Britisch- und volländisch-Kuavana ern- rücken. Und nun spreche noch jemand vom Rooseveltichen Imperialismus! Washington ist so bescheiden, daß es darauf verzichtet in Französisch-Guayana die Emigranten gegen den Vichy-treuen Gouverneur weiterhin auszusvielen. Es ist so bescheiden, daß es selbst auf die Besetzung verzichtet und das dem brasilianischen Bundesgenossen überläßt. der damit freilich immer tiefer in d^n Rooseveltschen Krieg verstrickt wird. Man schickt Brasilien vor bei dem Akt. der einen neuen eklatanten Verrat an den heilig geschwore­nen Grundsätzen der Roosevelt - Cburckillschen Atlantik- Charta darstellt. Ob einmal Brasilien , mit Franzosisch- Cuayana ..belohnt" werden soll, ist dabei eine heute noch durchaus offene Frage. Vor kurzem hieß es. bah brasiliani­sche Truppen nach Französisch-Nordafrika als Kanonenfutter gebracht werden sollten Diese Nachrichten batten in Brasilien eine starke Mißstimmung ausgelöst. Hält man es unter solchen Umständen für erforderlich, den Brasilianern eine Be­lohnung für ihre Hilfsdienste in Aussicht zu stellen, um ,die Mißstimmung zu dämpfen: oder aber schickt man 6rauhantime Truppen nach Französisch-Guayana, um so ungestörter tn Brasilien räubern zu können. Gleichzeitig wird nämlich be­richtet. daß in der großen brasilianischen Hafenstadt Belem an der Mündung des Amazonas, die Nordamerikaner die Zurückziehung der dort untergebrachten, brannanlicken Truppen gefordert haben. Diese brasilianischen Truppen sollen durch nordamerikanische Marrne- Infanterie ersetzt werden. Den Anlaß dazu bat eine Reihe von Zwischenfällen und Sabotageakten gegeben, durch die, nach einer Meldung des römischen Blattes ..Piccolo . die Zufuhrwege für die Industrie betroffen wurden. Belem ist nämlich der Umschlagplatz für den gesamten Rohstonnach- schub. der aus dem Stromgebiet des Amazonas kommt. Aul diesen Nachschub zählt man in England und in den USA.

Wer mit seinem Volk nicht Not und Tod teilen will, der ist nicht wert, daß er mit ihm lebe. > Jean Paul

anglo-amerilanische Schiffahrt werden würde, so bestätigt die neue ll-Boot-Ersolgsmeldung es ist d i e achte dieses Mo­nats derartige Befürchtumen. Hatten schon die bisherigen sieben Sondermeldungen des März die Verluste der Anglo-Ameri­kaner auf 121 Schisse mit insgesamt 748 100 BRT. anwachsen lassen, so zeigt die neue Meldung, daß unsere U-Boote auch wei­terhin tüchtig am Werke -waren. Die Versenkungszrffer der März 1942 ist also in diesem Jahr weit überholt worden, wurden doch im gleichen Monat des Vorjahres durch U-Boote allein 584 900 BRT. versenkt, während die Eesamtversenkungs- ziffer unter Berücksichtigung auch der Luftwaffe 646 900 BRT. be­trug. Kein Wunder, daß die Debatten über die U-Boot-Eefahr auch weiterhin nicht abreißen. Auch der englische Marineminister Alexander, von dem die Engländer wünschen, daß er weniger redet, dafür aber mit größerem Erfolg die deutschen U-Boote be­kämpft, mußte gerade jetzt wieder bekennen,die U-Boot- Gefahr ist für uns eine noch ständig wachsende Bedrohung". Seine neue Rede stellt die britische Öffentlichkeit vor den nieder­schmetternden Tatbestand, daß auch weiterhin jede britische Offen« fivtätigkeit durch die deutschen U-Boote verhindert wird. Churchill, auch das ist ein guter Kommentar zu der neuesten U-Boot-Er- solgsmeldung, lehnt es weiterhin ab, selbst in einer Unterhaus­sitzung Zahlen für die Schiffsverluste der Engländer anzugebeu.

Raub-Politik

zur Besetzung Französisch-Guayanas vor

sehr stark, um den Ausfall zu ersetzen, der durch die Be­setzung Niederländisch-Indiens und Malakas durch die Javaner entstanden ist. Schon diese Meldung zeigt, daß Washington nicht etwa den Imperialismus abgeschworen bat. , sondern konsequent seine Raubvolitik fortsetzt und daß Brasilien eben nur zu tun 6at was Washington wr» langt.

Freilich wird man aLch in den USA. des Rooseveltschen Kriegs nicht froh. Der Zahlungstermin für die sehr erheblich erhöhten Steuern für 1942 die erste Hälfte war am 15. März zu entrichten hat vielen Amerikanern sehr große Sorgen bereitet und erneut die Frage aufgerollt, ob es nicht gut und zweckmäßig wäre, das deutsche Sy st em des Lobnsteuerabzuges vom Einkommen anstelle der nachträglichen Zahlungen zu setzen. Zu den Steuersorgen aber muß der Amerikaner feststellen, daß auch die Zeiten des bequemen Lebens vorbei sind. Es wäre gewiß falsch, aus den Rationierungen in den USA. auf irgendwelche ernsten Schwierigkeiten in der Ernährungslage zu schließen. Davon kann garnicht die Rede sein. Wenst weitere Ratio­nierungen angekündigt werden, wenn dem Amerikaner ge­sagt wird, daß der Verbrauch elektrischer Kraft aufs schärfste gedrosselt werden muß und wenn man ihm weiterhin be­greiflich zu machen versucht, daß er gezwungen sein wird, auf alles, abgesehen vom Notwendigsten zu verzichten, wenn weiterhin amerikanische Zeitungen erklären, daß die Benutzung der Eisenbahn eingeschränkt werden müßte, daß man Telegramme und Ferngespräche nur noch in den dringendsten Füllen gestatten könne, so zeigt das alles, daß man auch im ..Land der unbegrenzten Möglichkeiten" den Krieg, das Werk Roosevelts, verspürt. Dabei wird man auch in den USA. sich immer vor Augen halten müssen, daß dieser Krieg von Roosevelt und seinen jüdischen Hinter­männern vom Zaune gebrochen wurde, da ja niemand die USA. bedrohte.

Amerikanisches Fluchtkapital

USA. - Plutokraten verschieben ibr Geld nach Mexiko

Vigo, 31. März. Nach Berichten aus Mexiko strömen immer größere Summen USA. -Kapital ühef bie Grenze nach Mexiko und juchen dort nach Anlage. Diese Kapitalflucht ist auf die letzten Steuererhöhungen der Re-

Von Tiflis bis heute

Nichts scheint uns eindeutiger Stalin und die Metho­den des Bolschewismus aufzudecken als das Bomben­attentat von Tiflis am 13. Juni 1907. Die damalige russische Staatsbank schaffte Geld durch die Straßen der Stadt. Be­amte und Kosaken deckten den Transport. Da ereignete sich ein entsetzliches Unglück. In der Soloka-Straße wurde auf den Zug vom Dach eines Hauses eine Bombe geworfen. In ihrem Blute wälzten sich Soldaten und Beamte. 50 Todes­opfer forderte die ruchlose Tat. Und nicht genug: plötzlich stürzten sich Personen in der allgemeinen Verwirrung auf den Transportwagen und raubten mehrere, hunderttausend Rubel. Der die Bombe geworfen hatte, war ein aus dem russisch-orthodoxen Priesterseminar entlassener ehemaliger Theologiestudent, der Georgier Sosso Dschugaschwili. Es war seine erste politische Tat und seine erste Bluttat. Von nun ab nannte er sichGenosse Koba" und spielte eine bedeutende Rolle unter den bolschewistischen Ver­schwörern. Das Geld, das durch seinen Anschlag in die Hande der Bolschewiken gefallen war, wurde z. T. ins Aus­land gebracht, die künftige Revolution vorzubereiten. Es warKodas" erste, aber nicht seine letzte Bluttat Heute nennt der damaligeKoba" sich Stalin. Er mordet nicht mehr fünfzig Menschen, heute geht es um Millionen. Heute wirft er keine Bombe vom Dache eines Privathauses, heute schleudert er aus dem Kreml die Brandfackel gegen jede Kultur. Er ist noch der Attentäter von Tiflis, nur gigantischer in seinen Mitteln und seinem Haß und seinen Zielen. Er hat aus beinahe 200 Millionen Menschen Sklaven einer ungeheuren Kriegsmaschine gemacht, die das Attentat auf Europa für ihn ausdehnen sollen, um Blut, Leichen, Leid über die Völker zq bringen. Die Erinnerung an Tiflis zeigt, wie gefährlich dieser Mann, wie entsetzlich das System ist, das kein Mittel scheut, zum Ziel zu kommen. Es zeigt den Ernst der Stunde.

Heinrich Reichert

ßieruna zurückzuführen, sowie auf die Furcht vor noch weit­gehenderen Maßnahmen. Gut unterrichtete Beobachter des Washingtoner Schatzamtes haben erklärt, daß rund 600000 Dollar in der Woche nach Mexiko abfließen und der ameri­kanischen Wirtschaft entzogen werden. Der größte Teil dieses Kapitals wird für den Ankauf von Grundbeirtz Aktien, industriellen Unternehmungen uiw. verwendet. te- doch zum Leidwesen der mexikanischen Regierung nicht für die Errichtung neuer, das Land fordernder Industrien. Mit Vorliebe werden Vürobäuser in den größeren Städten ge­kauft. Auf der mexikanischen Effektenbörse herrscht erne ge­waltige Hausse. In Mexiko selbst verfolgt man diese Ent­wicklung mit groben Besorgnissen. Man erkennt. ,dab. eine Befruchtung der eigenen Wirtschaft durch dieses Erndrrnaen amerikanischen Kapitals nicht zu erwarten ist. Das flucht- kapital jucke keine dauerhafte Anlage. sondern habe dre Neigung flüssig zu bleiben. Me möglichen SveAtlationeri seien di« Folge dieser Tendenz, die out dre Dauer für Mexiko höchst ungünstige Formen annehmen könnte.

Oie ASA-Eivsilternng im Nahen Osten

Rom. 31. März. (Funkmeldung.) Die nordamerikanischc Durchdringung Saudisch-Arabiens nimmt unaufhörlick ihren Fortgang. Außer Technikern, die mit den verschrobensten Aufträgen ins Land kommen, schicken die USA. nun auck noch andere Agenten, die sich als ..Journalisten" aus­geben. So trafen in D-ckedda die beiden amerikanischev ..Journalisten" Bosch und Linder ein. die von dort eme Raisie durch ganz Saudisch-Arabien unternehmen wollen.

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Abschied

vom Reichssportsührer

2m Mosaiksaal der 'Neuen Reichs­kanzlei fand der feierliche Staatsakt für den am 25. dieses Monats ver­storbenen Reickssportfübrer SA.-Ober- grupvenführer und Obergebietsführer der Hitler - Jugend Hans von Tfckammer und Osten statt. 2m Namen des Führers würdigte Reichs­minister Dr. Goebbels in tief­empfundenen Worten das Leben und Schaffen des Dabingeschiedenen und gab zugleich den Gefühlen der Trauer des ganzen deutschen Volkes beredten Ausdruck. Links: Angehörige der Partei, der SA. - Standarte ..Feld- herrnhalle". der Hitler-Jugend und des NS.-Reichsbundes für Leibes­übungen beiten Ehrenwache am Sarge. Rechts: Nack dem Staatsakt im Mosaiksaal wird der Sarg vor der Neuen Rpickskanzlei auf die Lafette gehoben. iWeltbildl.