Mittwoch. 24. März 1943
Wiesbadener TagSlatt
Nr. 70 Seite S
Links: Alles wird klar gemacht. Von Torvedoiverialiften. den Mixern, wird ein Torpedo iertiggemacht. — Ein Torpedo liegt klar an Deck, ein zweiter wird geladen. PK.- Äufnahme: Kriegsberichter Fröhlich-All. (Weltbild). — Rechts: ll-Boot läuft $u neuer Feiüdfabrt aus. PK.-Aufnabme: Kriegsberichter Dietrich (Weltbild).
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Wasserwüste des
Atlantik.
Die Margret vom Einödhof
46. Fortsetzung
Roman von Fritzi Seiler
3turnet tiefer wurde dar Rot der scheidenden Sonne, die
die-
war!
in die steilen
den den der
er sich mit lang- An der Brücke ist
selber!"
„Hans!" wimmernd löste sich der Name von ihren Lippen. Wie der Tannenwald um sie rauschte, durch dessen Äste vor Monaten der Mond ebenso neugierig geschaut hatte, wie er heute über die Felsen sah!"
„Ob wohl der Haigl aus dem Bayerischen Wald da drinnen auch gewohnt hat?" fragte die Margret den Professor.
........ " ~' । es nicht, immer bist du mit
!ald, Margret!" meinte er
„City of Flint", Etappe RoosevEcher Kriegstreibers!
Ein deutsches U-Boot setzte den Punkt in der Geschichte des Schiffes
Dieser lächelte leicht. „Ich weH deinen Gedanken im Bayerischen 9Bi
reudentSnze. Als wir ^trachtet haben, ziehen eratung darüber zurück.
Das warme Lächeln auf dem Gesichte des Professors vertiefte sich. ..Vielleicht hast du nicht ganz unrecht, Margret" meinte er sinnend. Einen gewissen Schuh von Aberglauben haben wohl alle Menschen in sich, ja, ich bin sogar der Überzeugung, je mehr er abgelehnt wird, um so tiefer ist er vorhanden, oft sogar den Men- schen unbewuht! Vielleicht kommt es auch daher, dah wir alle nur das eine bestimmt wissen, dah wir gar nichts wissen, dah wir nur glauben können! Jedenfalls hat die Prophezeihung, dag fenigen mit den roten Kappen, die über die Grenzen kommen, Deutschland den Tod bringen sollen, euch abergläubische Waldler viel wacher gehalten, als bas sonst irgend eine Aufrüttelung vermocht hätte! Wenn also ein Märchen ausgestreut wurde, von dem vielleicht der Gedanke der Vater des Wunsches war, so hat hier wieder einmal diese rätselvolle Kraft gearbeitet, die das Döse
Im schwimmenden Gasthaus
Ei» U-Boot-Tanker versorgte Kampfboote im Siidatlautik
DNB. Bei. der Kriegsmarine, im März 1943. Erwartungsvoll sahen wir dem Tage entgegen, an dem wir auf unserer Fernfahrt zum ersten Male „Versorgung" bekommen sollten, wie es in der U-Bootsprache heißt. Fast alle an Bord kannten von früheren Fahrten schon die U-Tanker, die auch den verwöhnten U-Boot- fahrer immer wieder mit irgendwelchen Überraschungen aus ihren dicken Bäuchen erfreuen. Doch davon ganz abgesehen: Wemt man viele Wochen nur Himntel und Wasier und ab und zu einen neutralen oder feindlichen Frachter getroffen hat, ist die Zusammenkunft mit einem deutschen U-Boot natürlich ein Ereignis.
Während unserer Operationen erreichen wir eines Slbettbs dann eine Stelle des Südatlantiks, wo nach der Feststellung des Obersteuermannes das Versorgungsboot auf uns treffen muh. „Wenn man schon aus Mangel an Ankerketten von mehreren tausend Meter Länge nicht ankern kann, könnte doch wenigstens eine Wartehalle hier lein', schimpft der 1. WO. und sieht sich kritisch auf der Wasserfläche um. „Wartehalle — klar, mut, mut, haben wir", verspricht der 23. (Leitende Ingenieur). ,Löir können uns zwar' nicht auf den Grund legen, wenn wir nicht platt gedrückt wie eine Wanze werden wollen, aber wir werden doch die Nacht unter Wasier warten, um gleichzeitig das Boot etwas durchkühlen zu lasien."
Am nächsten Morgen ist die gaiye Besatzung in Festiagsstim- mung. Wir tauchen wieder auf, bleiben aber trotz allen Suchens zunächst allein aus weiter Flur. Der Obersteuermann nimmt mit den Sextanten noch mehrere Bestecke auf — doch seine Berechnungen stimmen, wir stehen richtig Die Sonne steht schon hoch, da wird an der Kimm ein dunkler Punkt entdeckt. Das ist er. „Natürlich muh erst die zweite Wache wieder anfziehen, um etwas zu sehen', reizt der 2. WO. seinen gerade abgelösten Wachvor
wollte, und das Gute geschafft hat!" ’
Hormann verließ mit Margret die Kirche. 3m schattigen Klostergarten nahmen sie einen Imbiß. „3st aber dieses Ster ausgezeichnet!" Die Margret hatte Durst, sie trank etwas hastig. Der Professor bot ihr immer wieder das Glas. Er muhte heute noch Klarheit bekommen, was mit dem Mädel war Wie ein Kind hatte sie ihn gebeten, mit ihr wegzufahren, hatte einen völlig verstörten und verzweifelten Eindruck gemacht, hatte ihm gesagt, daß sie sich keinen Rat mehr wisie!
Der Professor sah in den Augen der Margret einen Ausdruck von Schwermut, der ihm tief ans Herz griff. Was konnte das Mädel fongetrieben haben? Schließlich war es doch im Winkel nicht Sitte, daß man das Aufgebot bestellte, und dann Reihaus nahm, besonders dann, wenn der Hochzeitstag bereits festge- Fgfct war!
Sollte die Liebe zu Hans es der Margret unmöglich machen,
Roosevelt benutzte den Zwischenfall, um einen Sturm in der öffentlichen Meinung zu erregen. Et wat gerade dabei, mit der Aufhebung d?s Waffenembargos der nordamerikanischen Neutral!» tätsakte den ersten Stoß zu versetzen, und benutzte die durchaus rechtliche Aufbringung des Schiffes zu einer lügenhaften Agitation unter den Senatoren und Mitgliedern des Repräsentantenhauses. Er verkoppelte die Aufhebung des Waffenaus- fuhrverbotes mit der Tash-and Carty-Klausel und betrog die Ab- ?geordneten mit der Behauptung, er wolle durch diese Klausel ähn- iche Zwischenfälle in Zukunft unmöglich machen.
Das mar die erste Etappe auf dem Wege zu Roosevelts Weltkrieg. Er wartete nut die nächste Gelegenheit ab, um auch diese Klausel zu stützen. Es folgte dann das Pacht- und Leihgesetz. Der Name „City of Flint" ist also mit der Kriegsschuld der USA aufs engste! verknüpft. Mit ihrer Versenkung hat das deutsche U-Boot auf eindrucksvolle Weise einen Auftrag des Schicksals erfüllt.
mal ein Postamt mit Sonderstempel an Bord." Trotzdem geht eine ganze Aktentasche voll Feldpost hinüber — Grütze an die Heimat von einer U-Bootfernfahrt im Südatlantik.
Die Übernahme des Brennstoffs dauert mehrere Stunden. Die Mannschaften genießen daher den Ausnahmetag vom tägliche» Einerlei ausgiebig. Rings um die Boote schwimmen sie, soweit sie gerade dienstsiei haben, in dem klaren blauen Wasier, regen sich dann auf das Vorschiff in die Sonne und lasien sich braten. „Ich glairbe, Yente abend werden für viele die Anlegenmanöoer in den Kojen schwierig werden", warnt der 1. WO. Aber was machts — solch ein friedlicher Ruhetag in der Schlacht im Atlantik unter südlicher Sonne ist schon einen Sonnenbrand wert.
Endlich ist es so weit, mit haben uns nach dem Urteil des 23. „vollgesogen wie ein Kind an der Mutterbrust". Der Kommandant von drüben bekommt das Gästebuch seiner Offiziersmesie zurück, in das wir ihm unter dem Motto: „Nehmen ist seliger denn geben" eine künstliche Zeichnung eingetragen haben, aut der ein U-Boot wie ein Magnet aus einem U-Tanker Vorräte aller Art herauszieht.
Dann werden die Leinen gelöst, die Schlauchleitungen sind schon abmontiert, und mit dem Ausbrummen der Diesel setzen beide Boote sich in Bewegung. .Weiter gute Fahrt und auf Wiedersehen an Land!" ^stützen und Arme werden geschwenkt, unsere Sirene heult ununterbrochen, während das Versorgungsschiff schnell kleiner und kleiner wird, bis es ganz verschwunden ist, und wir für lange Zeit allein mit unserem winzigen Boot auf dem Großen Ozean find. Kriegsberichter Dr. Hanskarl K a n i g e.
launig!
„Heute, Herr Profesior, werde ich dir alles erzählen", sagte die Margret plötzlich unvermittelt, „heute kann ich es wirklich!"
Der Fährmann machte seine Gäste auf die Kanzl und auf den Bienenkorb, auf die Apostel Petrus und Paulus ja sogar auf Kaiser Napoleon aufmerksam! Napoleon hatte aber sein Gepäck bei sich, er schien also schon zu wisien, daß er in deutschen Landen nichts zu suchen hatte! Die steinerne Jungfrau und da» Nürnberger Tor passierte der Kahn, ja sogar etn ungezogener Mann stand am Ufer. Immer mehr engten die Felsen des Jura die Wasser der Donau ein, immer mehr verblaßte da» Rot der Sonne, und jetzt lugte der Mond neugierig über da» harte Gestein, da« von den beharrlichen Armen des Wasiers besiegt worden Der Fährmann erklärte seinen Fahrgästen, wesha Felswände runde Ringe eingelassen waren. Sie dienten dazu, am nächsten Tage den Kahn wieder stromaufwärts zu bringen, der dann von einem Ring zum anderen gezogen wurde!
Margret horchte mch: mehr auf die Worte des Fährmanns Aus den Wellen flüsterte eine tiefe weiche Stimme, aus den Wellen griff es aber auch nach ihr, mit stahlhartem Arm, und dann hörte sie eine noch härtere Stimme: „Ich hab' nicht viel, aber was ich hab', mich selber, Margret, da» gehört auch nut mit
Ein leises Lächeln flog um die Lippen Hormanns. Sie wich ihm also wieder aus, die Margret. „Ihr Kinder des Waldes", sagte er warm, „wie nahe ist euch doch der Glaube, und der Aberglaube. Während ihr einerseits als fromme Ehristen jeden Aberglauben oblehnen wüßtet, findet man bei euch alles, was Überhaupt nur an Aberglaube denkbar ist. Hexen und Drachen, Eesundbeten und den bösen Blick, alles das gibt es im Walde. Selbst einem Frosch, den ihr um den Hals bindet, traut ihr oft mehr Heilkraft zu als dem Arzt, der leider oft viel zu spät zu Rate gezogen wird!'
„Abergläubisch find alle Menschen, Herr Professor!" sagte die Margret trotzig, „auch Sie find es, ganz bestimmt. Und außerdem ist doch oorausgefagt worden, daß der große Krieg ausbricht, wenn der eiserne Hund durch den Wald bellt. Und bas hat gestimmt! Die erste Eisenbahn, die durch einen Teil des Waldes gefahren ist, hat auch die Truppen, die in den Weltkrieg mußten, hinaus an die Front gebracht!"
bizarrsten Gestalten hat hier die Bildhauerin Natur aus Felsen geformt! Die Erklärungen des Fährmanns führten Profesior und seine Beglefteri» in die Welt der Phantasie und Sagen! Hier setzte ein gewaltiger Löwe eben zum Sprunge an. dort wanderten Maria und Joses durch die Felsen, sie waren aus der Flucht nach Ägypten! Teile der Strickleiter, die zu einer Höhle führten in denen einst gefürchtete Räuber hausten, waren noch vorhanden!
Berlin, 23. März. Mit der Versenkung des Dampfers „City o f F l i n t“, die aus Washington gemeldet wird, hat einen Dampfer fein Schicksal ereilt, der in den ersten Kriegsmonaten viel von sich reden machte und desien Name mit der Kriegshetze des Präsidenten Roosevelt im engsten Zusammenhang steht.
Die „City of Flint", die jetzt durch ein deutsches Unterseeboot im Atlantik versenkt wurde, war im Oktober 1939 aus der Fahrt von Amerika nach Liverpool von einem deutschen Kriegsschiff angehalten und nach der Prisenordnung auf Konterbande untersucht worden. Das deutsche unter» fuchnngskommando stellte fest, daß ein großer Teil der Ladung aus Konterbande bestand. England hatte bei Beginn des Krieges die Bannwarenliste willkürlich erweitert, wodurch Deutschland gezwungen wurde, dieselben Güter auf die Bannwarenlifte zu setzen. So konnte kein Zweifel herrschen, daß der nordamerikanische Dampfer mit Bannware nach England unterwegs war; dieser Charakter der Ladung wurde auch von nordamerikanischer Seite in der dann einsetzenden rein politischen Kampagne nicht bestritten.
Der ftommanbant des deutschen Kriegsschiffes verfügte daher die Aufbringung des Schiffes und fetzte ein Prisenkommando an Bord. Unter ihm nahm das Schiff die nördliche Route und lief Ende Oktober wegen Maschinenschadens den Hafen von Murmansk an. Die nordamerikanische Regierung versuchte dort die Freigabe des Schiffes zu erreichen, was aber unter Hinweis auf die Haager Seerechtskonvention abgelehnt wurde. Auf der Weiterfahrt lief das Schiff den norwegischen Hafen Haugesund vorübergehend an, und wurde dort von der damaligen norwegischen Regierung widerrechtlich festge- halten. Der damalige norwegische Außenminister Koht beugte sich dem nordamerikanischen Druck und gab das Schiff zur Rückfahrt nach Nordamerika frei, die es bann von Bergen aus antrat.
das Weib des Vttus zu werden? War das Herz doch stärker, als der Kopf? Immer wieder schob der Profesior der Margret das Glas zu. Seit drei Tagen wich sie feinen Fragen aus, heute mußte sie ihm Rede und Antwort stehen!
Den Rückweg wollte Hormann mit Margret stromabwärts, bis Kehlheim, im Kahn machen! Die letzten Strahlen der finkenden Sonne zauberten ihr warmes Rot über die leise glucksenden Wasser des Stromes, als Hormann und Margret den Kahn betraten, den ein Fährmann stromabwärts lenkte. Gigantisch mutzte der Kampf des Wasiers mit dem Gestein des fränkischen Jura gewesen fein, den die Donau bei Weltenburg durchbricht, und dort die schönste Stelle im Donautal bildet.
an Oberdeck gelegt. StahUrosien abgerollt, Ventilstücke ange- fchraubt, und nun fangen wir wieder neue Kraft in uns ein für viele tausende Seemeilen Fahrt. Da die See ruhig ist, wiegt sich die Schlauchleitung zwischen beiden Booten nur ganz langsam in der schwachen Dünung und braucht keine besondere Überwachung. Natürlich sind trotzdem alle Maßnahmen getroffen und zahlreiche Ausgucks aüf Posten, um jeder feindlichen Überraschung sofort begegnen zu können.
Für die Provlantiibernahm'r wird ein Fährverkehr eingerichtet, übet je eine Talje an der Brücke unseres Bootes und an der Back des Tankers rollt eine dicke Leine, ein Jollenlüufer, an dem wiederum mit einem Stropp das Schlauchboot befestigt ist. Wenn das eine Leinenende von ein paar Mann im Laufschritt über unsere Back gezogen wird, flitzt das Schlauchboot zu uns; wird drüben dasselbe 'Manöver gemacht, schießt das Boot zurück, eo findet eine Fülle guter Dinge ihren Weg zu uns herüber. Mit liebevollem Eifer von unseren Männern in Empfang genommen und verfrachtet.
Unterdessen erscheinen auch schon einige junge Matrosen mit Feldpostbriefen auf der Brücke. Sie wollen sich die Ee- legenheit nicht entgehen lasien, Post nach Hause zu schicken, in der sie an Stelle der üblichen Angabe „Crtsuntertunft“ als Postort schreiben können „Südatlantik'. Der blonde 1. WO. aber, der hinter todernstem Gesicht immer seinen trodenen Humor verbirgt, erklärt uns: „Nein, ich schreibe nicht, denn die zu Hause haben mir ja auch nicht hierher geschrieben. Warum soll ich denn von hier nach Hause schreiben? Und außerdem hat der Tanker nicht
General Franco ehri von Moltke
Madrid, 23. März. Der spanische Staatsanzeiger veröffent- lichr ein Dekret des spanischen Staatschefs, in dem General Franco die dem verstorbenen deutschen Botschafter in Spanien von Moltke zu erweisenden Ehren festlegt. Der Text des Dekretes lautet wie folgt:
„Als Zeichen meines liefen Schmerzes über das Hinscherden des deutschen Botschafters Hans Adolf von Moltke, Jomte als Beweis meiner freundschaftlichen Gefühle zu seinem Führer und der Nation, die er so würdig vertreten, verfüge ich: Dem Leichnam des verstorbenen Botschafters von Moltke werden die Ehren erwiesen, die das Gesetz für einen befehlshabenden Generalkapitän vorsieht. Der Überführung 6er Leiche werden die Minister der Regierung sowie Abordnungen der Wehr- machtteile und der zivilen Organisationen beiwohnen."
Hormann legte beruhigend den Arm um die Schultern der Margret. Erstaunt sah der Fährmann auf die beiden! Das war doch kein Zusammenstand, das junge Mädel und der Herr dessen Haare schon anfingen grau zu werden! Aber was ging es ihn schon an. Er lenkte ruhig den Kahn Kehlheim zu, und verstummte mit feinen Erklärungen, er fühlte, daß diese jetzt überflüssig waren.
„Willst du nicht endlich reden, Margret?" fragte Hormann dringend. „Wie gern du den Hans hast, das habe ich jetzt gehört, wie du nach ihm gerufen hast, übet die Wasier, hinaus über das weite Donautal, bis in einen versteckten Winkel im Walde, in dem der Einödhof des Hauferrnichl liegt! Es ist keine Schande, es ist eine große Gnade, so. lieben zu können, wie du den Hans liebst, aber es ist eine Todsünde, mit einer solchen Siebe im Herzen das Weib eines Mannes zu werden, den du nicht liebst, auch bann, wenn er der Vitus Eraßner ist!"
Margret sah Hormann voll in das Gesicht. „Ja, Herr Profesior, ich liebe ihn, den Hans!" flüsterte sie erstick:, „und deshalb kann ich das Weib des VNus nicht werden, — ich kann nicht! Darum bin ich auch fort aus dem Larner Winkel! Aber auch dem Hans darf ich nicht gehören, Herr Profesior", in der Stimme der Margret log jetzt ihre ganze seelische Not, „denn, einmal muß es ja doch gesagt werden, der Hans ist mein Stiefbruder!"
Mit scharfem Ruck fuhr der Kopf Hormapns herum. Seine schreckgeweiteten Augen starrten Margret an. Dann schüttelte er plötzlich heftig abwehrend den Kopf! „Nein", sagte er taut und schneidend in das Rauschen der Wasier hinein, „nein! die Resl die ■Blutter vom Hans, war ein grunbbraoeg Mädel, die hat sich nicht mit dem Bauern abgegeben, die hat der Kathl Ihren Mann nicht genommen! Hier muß ein furchtbarer Irrtum vorNegen, Margret-
Margret faltete still die Hände im Schoß. ' „Kein Irrtum, ycti Professor", sagte sie leise, mit verhaltenem Weh. Der Vater bat es der Mutter selbst gestanden, und die Mutier hat es wieder mir anoertraut, hat mir aber verboten, zu irgend einem Menschen darüber zu reden!"
Stumm und betreten saß Hormann. Immer wieder schüttelte er den Kopf. Dann grub fich eine zornige Falte in seine Stirne „So grundfalsch konnte der Michl sein!" sagte er verächtlich, „so falsch, und so lieblos zu seinem eigenen Kinde. Was hat dieser arme Hans für eine Kindheit, für eine Jugend, auf dem Hofe gehabt!"
Viel war dem Professor jstz! llar, was er früher nicht hatte verstehen können. Er verstand das Benehmen der Kathl, dem Hans gegenüber, er konnte aber fetz: auch die Resl verstehen! Wie eine Geachtete hatte ste auf dem Hose leben muffen! Zu den damaligen Selten war ja noch nicht eine freiere, alles Alte hinwegfegende Weltanschauung die treue Hüterin de, ledigen Kindes gewesen, die sich heute um diese Kinder annimmt! Da mar die Resl auf und davon, well sie die Art der Bäuerin nicht mehr hatte ertragen können! Vielleicht hatte sie sich ein Leid angetan? Jedenfalls stand in Hormann fest, mit dem Michl würde er ganz gründlich abrechnen.
(Fortsetzung folgt)
gänger.
Der dunkle Punkt wird schnell größer. Bald kann man die Brücke eines U-Bootes unterscheiden, und schon kommt der graue breite Leib des Versorgungsbootes durch das blaue Wasier. Drohend tagen seine Flakgeschütze zum Himmel, und das Gefühl einer gewissen Geborgenheit, hier auf der Mitte des Atlantik, findet im begeisterten Winken unserer Männer seinen Ausdruck. Zwei deutsche U-Boote begrüßen sich mitten in der Wasserwüste des
Nachdem der U-Tank«r gewendet hat, setzt famer Fahrt neben uns. Wir starren hinüber: achtern eine richtige Brause angebracht, die offenbar uns zu Ehren, jetzt unaufhörlich aufs Oberdeck sprudelt. Und bann ziehen sich drüben einige Männer aus d. h. sie legen die Turmholen an. und vollführen unter den Wasserstrahlen Freudentänze. ÄI gebührend lange die Wasserkünste drüben betrachtet haben, . . sich unser 23 und seine Männer zu einer Beratung darüber zurück, wie wir wohl aus Bordmitteln uns auch so etwas bauen könnten. Die beiden Kommandanten aber stehen bequem über bas Brückenschanzkleid gelehnt, mit dem Megaphon, der „Flüstertüte" am Mund, und halten einen kleinen Speech.
Schnell sind die Schlauchboote klar gemacht. Denn zunächst beginnen die gegenseitigen Besuche und zwar in völlig zwangloser Form, d. h in Khakihosen und vielleicht noch mit einem dünnen Schweiß-uch um den Hals, das wie eine Krawatte auf nackter Brust wirkt. Als erster erscheint der Sanitätsoffizier bei uns, in kurzer Hose und einer Gummischwimmweste auf der bloßen braunen Brust, um die übliche Visite vorzunehmen. „3ch bin entläuft", ruft zwischendurch der Kommandant von drüben mit Stentorstimme zu uns herüber, „ich hatte bestimmt erwartet, daß es bei Ihnen kühler sein wird als bei uns.“ Sofort aber wird mit der Brenn st ossübernahme begonnen. Schläuche werden
