Seite 2 Nr. 70
Wiesbadener Tagblatt
\ Mittwoch. 2t. März 1943
rosigen Zukunftsau sblicken Roosevelts wie eine schwarze Gewitterwand: denn
wenn
unierern-
Oas ganze Volk hilft mit!
Bereits am
unseres Volkes siegreich zu beenden.
Die heutige Ausgabe umfasst 6 Seiten
Dia Frankfurtor Puppsnbühna
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antreten. Es ist sogar nicht ausgest Rechnung auf die vierte Wrederwah ><6 mehr steckt: l liLkeit in t
Wianar Ttzacrtarbriaf
Wien. Ende ML«
Hintergründiger Polizisteneiser
Von Wilhelm Ackermann
Selbst die Atlantik-Charta overiert ja noch mit diesen Begriffen, die beute nach der Meinung der „Times" einer neuen Auslegung bedürfen. Deutlicher kann der Bankrott der englischen Politik eigentlich gar- Nicht mehr verkündet werden. Wenn aber im September 1939 England nur üt den Krieg zog. um diele ..hoben Ideale" zu schützen und zu bewahren und wenn es diesen Krieg vom Zaune brach, weil es seinen Einfluss auf die europäischen Angelegenheiten gesichert sehen wollte, so hat auch diese Politik völlig Schiffbruch gelitten. Schon heute macht ja die englische Preise ihren Lesern klar. dass. künftig, wenn einmal die Bolschewisten und Plutokraten siegen würden, in Europa einzig und allein die Bolschewisten zu bestimmen haben würden. Der Bankrott der englischen Kriegsvolitik ist vollständig. .Um ibn nicht gar zu deutlich in Erscheinung treten zu lassen, sucht die „Times*- nach einer neuen Auslegung der Begriffe der Vergangenbeiü Diele Bemübungen sind zwecklos. Die Welt weiss, wie es um England bestellt ist und was sie von englischen Idealen jif halten bat. Sie weiss dass das SelbstbestimmungsreLt der europäischen Völker in der Auffassung Cburchills. Auslieferung -an die Bolicke-, roiiten bedeutet.
Bolschewistenanslurm blutig zurückgeschlagen
Unverändertes Andanern der Abwehrschlacht südlich Les Lad»ga-Sees — Erfolgreiche Angrisfsunternehmen an der übrigen Ost. krönt — Mehrere Dnrchbruchsversuche des Feindes in Süd- nnd Mitteltnnesten gescheitert — 44 Panzer vernichtet — Bor Algier 8000-BKT.-Dampser versenkt — Sieben Feindbomber bei Einflügen abgeschossen
Ichristleiler: Fritz Sünther. sLmtt in Wiesbaden Zur Zeil ist Preisliste Nr. 10 gültig
Das Ritterkreuz für Hauptmann Franz List
NSG An den schweren, aber erfolgreichen Abwebrkämvfen einer Gebirgsdivision an der Donezfront hatte der Bataillonskommandeur in einem Eebirgs-Jäger-Resiment, Hauptmann Franz 2 i st, wohnhaft in L a u t e r b a ch, Hessen, so hervor- racnnben Anteil am Erfolg, daß ihm der Führer für seine mehrfache persönliche Tapferkeit und seine überlegene Kampfführung das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verlieh.
Als der Feind infolge feiner groben zahlenmässigen Überlegenheit und unter rücksichtslosem Einsatz von Menschen und Material bei der Nachbardivision eingebrochen war, erhielt Hauptmann List den Auftrag, mit feinem Gebirgsjäger-Bataillon in der Flanke eine Abwehrfront aufzubauen und die vorstobenden Feindkräfte aufzuhalten.
Kaurn' hatte Hauptmann 2ist die ihm zugewiesenen, weit ausgedehnten Stellungen bezogen, als der Feind, von zahlreichen Panzern unterstützt, angriff. Trotz tapferster Gegenwehr gelang es
Eine Rückschau auf die letzten Tbeaterwochen zeigt fast über- all einen Schauspieler oder eine Schauspielerin als die bestimmende Mitte der neuen Bühnenereiginffe. Schon die Dahl der Stücke war davon ausgegangen, dab die stärkste Beiondeihelt der Künstler oder auch nur die ganze Fülle ihrer Möglichkeiten sich auf der Bühne entfalten könnten.
In der Tal hat die „Penthesilea" Kleists Lieselotte Schreiner nach ihrer Sauvtmannschen Iphigenie reiche Gelegenheit gegeben, den Wienern zu beweisen, wer sie ist. 3n einer Iwze- nierung des Burgtheaters, die Paul Ridy als Gast kontrastreich und sorgiam bedacht auf den herrlich-herben Klang der schweren Verse besorgte, blieb auch die. von der Liebe zur Raserei getriebene Amazonenkönigin stets ein menschliches, das Menschliche des Zuschauers ergreifendes Wesen. Das Unmaß der grausamen Tat an Achilles wurzelt glaubhaft in dem llbermaß des Gefühls, das wie ein Gewitterblitz das streitbare Weib,, „halb Grazie, halb Furie" befallt. Lieselotte Schreiner füllte die ganze Spannweite der Rolle, zwischen dem süben Zauber der Liebes!,ene und der erstarrten Marmorkälte nach der vollzogenen Tat mit der Kraft einer ungewöhnlichen Persönlichkeit. Siegmar Schneider als Achilles, Hedwig Piftorius und Die schöne Maria Holst behaupteten sich glücklich neben dem überragenden Erfolg der Schreiner.
Berlin. 23. März. Das Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda teilt mit:
Unsere Aufforderung an alle Volksgenossen. Vorschläge zur Durchführung des totalen Krieges einzureichen, ba^, m weiten Kreisen der Bevölkerung grossen Widerball gefunden. _..t Tage nach der Bekanntgabe dieser Meldung gingen Hunderte von Briefen aus allen Teilen des Reiches ein. die wertvollste Vorschläge auf allen Gebieten der Kriegführung enthielten. Am zweiten Tage bat sich die Zahl der Eingänge verdoppelt und an den darauffolgenden Tagen weiter erhöht. , .
Die totale Kriegführung und die Hobe Zahl der Eingänge verbieten cs. jedem Einsender persönlich zu antworten. Jeder Volksgenosse aber, der einen Beitrag leistete, darf versichert sein, dab jede Anregung verwertet, jeder Vorschlag geprüft und jedem gemeldeten Mihstand nachgegangen und für seine Abstellung gesorgt wird.
Die tatkräftige Mitarbeit zahlloser Volksaenoiien ist ein Beweis für den Willen unseres Volkes, alle Kräfte . tut gegenwärtigen Kampf einzusetzen. Jeder, der kraft seiner E'usicht und Stellung mitbilft. wird nach dem Sieae einmal mit innerer Genugtuung feststellen dürfen, dab auch er mli- gebolfen bat. dieses gigantische Ringen um die Zukunft
Der britische Aubenmizlister Eden bat auf seiner Amerlka- iahrt vor den Aiisschüssen des Senats und des Revrafen- tantenhaules erklärt, nach feinem Dafürhalten sei der Zeitpunkt noch nickt gekommen, über Nachkriegsregelungen der Welt auf den verfchiedendsten Gebieten zu reden. Es magda- bingeftellt sein, ob diese, für einen Mann wie Edem ungewöhnlich verständige Meinung der Einsicht in die Wirklichkeiten der militärischen und machtvolitischen Situation entstammt. oder etwa der sehr begründeten Furcht, dau derartige isiachkriegsplanungcn den kaum noch zu verbergenden Kamps der demokratisch-bolschewistischen Verbündeten ander zu einer öffentlichen Rauferei machen wurden. Jedenfalls ist aber auch tu diesem Punkte eine englisch-amerikanische Meinungsverschiedenheit festzustellen, benn .Roosevelt bandelt seit längerer Zeit mit grösster Emsigkeit der Edenschen Ansicht zuwider und vertritt auch otfenlhm und amtlich deren Gegenteil. Er bat erst auf einer lelner letzten Pressekonferenzen wieder mitgeteilt, dab die Swaisung eines Halden Dutzend oerfchiedener Ausschüsse in die Wege geleitet werde, die sich mit den wirtschaftlichen, finanziellen und sozialen Fragen befassen sollen, die nach Kriegsende zu loidn sein würden: und dabei soll es sich nicht um einseitig amerikanische. sondern um lauter alliierte Kommissionen handeln. Für die diesbezüglichen besonderen Bedürfnisse der, Ver- einigten Staaten selbst bat er bereits aus seinen näheren Vertrauten eine Art neuen ..Gehirntrusts zusammengestellt. dem Hüll. Snmner Welles. Myron Taylor und andere ange- bören. und mit dem er seiner Ankündigung nach alle,Woche über die Fortschritte beraten will, die ihnen ieweils tut die Nachkriegsvlanung inzwischen eingefallen sind. Diese E>e- schäftigkeit. mit der sich das ganze Weibe Haus auf die noch in sehr blauer Ferne liegenden N a ch kr i eg so r o b l em e stürzt, hat schon ihren guten Grund: sie ist der Ausdruck der Sorge, es könnte Rooieoelt n. das peinliche Schicksal fernes Vorgängers Wilson befchieden sein, der bekanntlich mitlen auf feinem Wege zur weltpolitischen Einmischung nach dem ersten Weltkrieg von seinen Amerikanern energisch zuruck- gevfifien wurde, weil die breite Öffentlichkeit ebenso wie der durchschnittliche Geschäftsmann der langen, Händel müde war und es für bekömmlicher hielt, sich wieder aus den anderen Kontinenten auf den eigenen zurückzuzteben.
Damals war es der Senat des Bundesvarlamenis der sich zum verfassungsmässigen Instrument dieser Llnlksmeinung machte nnd Wilson die Gefolgschaft in die Volkerbunds- volitik hinein verjagt«. Diese Erinnerung steht vor den
Auch im Akademietheater und in der Iosesstadt wurde litera- rische Schatzgräberei — Goldoni und Solberg — um der Schauspieler willen getrieben. Aber das Theatergold wurde nach zweihundert Jabren in wirksamste neue Form gesabt. Philipp von Zc?ka hat Soldonir „Die Zwillinge oo n D e ton a fiit Paul Hörbiger neu geschrieben. Mit behendem Witz, sicherer Sprachkunst und scharfem Blick für aller, was Hörbiger brauchbar ist und dem Publikum gefällt Unter der Regie Leskos nützte Paul Hörbiger die vergnüglichen Möglichkeiten der Doppelrolle in ihrer ganzen Fülle und lieh, bald Weltmann, bald Tölpel das Publikum im Wirbelsturm der Possenwirkungen nicht aus dem Lachen kommen. „
Dem dänischen Derwandten Goldonis. Solberg, hat das Theater in der Jofefstadl bei feiner Komödie „Biel E e f ch r e i um wenig Wolle" (wie fetzt der vielberühmte „Herr Liel- geschrey") Heist, jene unmittelbare Wirkung nicht schenken können. Das Publikum blieb sich immer bewubt. Theatergefchichte zu erleben Stur Alfred Neugebauer wirkte mit feinet grasartigen Charakterftudie des Titelhelden über alle Literaturbetrachtung hinweg. Er ftietz. bis in die letzte, schien metavhnsifche Tiefe der seltsamen Koinödienfigur vor. die fürs erste einen possenhaften Cschaftelhuber darftellt, aber bei ihm ium Gleichnis der ewigen menschlichen Schwäche wurde, über dem unwichtigen Ttmeslarm allen tieferen Zinn des Lebens zu verlieren Gustav Wieds „(Eine Abrechnung" ist ein bewährtes Genrebild, das fett fünfzig Iahten immer wieder gespielt wird. Ohne dass es damals ®tc heute durch feine Fragestellung und Lösi'ng überzeugte. Das Wesentliche »ar wieder bet Eindruck eines Schauspielers: Anton
Aus dem Führethauvtauattiet, 24. März. (Funkmeldung.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Die Abwehrschlacht südlich des Ladogasees dauert mit unverminderter Härte an. Der von zahlreichen Schlachtsliegetn -und starkem Artilleriefeuer unterstiitzte Ansturm bet Sowjets wurde in erbitterten Nahkämvfen blutig rurückgeschlageu.
Bon der gesamten übrigen Ostfront wird nur örtliche Kamvf- tätigkeit gemeldet. Lerschiebene zur Frontverbesserung und zur Säuberung des neu gewonnenen Geländes geführte örtliche Angriffsunternehmen verliefen erfolgreich.
Wirkungsvolle Luftangriffe richteten sich gegen Kachfchub- kolonnen und den Eisenbahnverkehr des Feindes.
In Süd- und Mitteltnnesien hielten auch gestern .die harten Kämpfe an. Am Widerstande deutfcher und italienischer Divisionen scheiterten mehrere Dntchbrnchsverfnche. Energisch geführte Gegenangriffe hatten Erfolg. 44 Panzer wurden ab- schossen. Gefangene nnd Beute eingebracht.
Deutsche Kampfflugzeuge »ersenkten in der Rächt mm M. Marz im Seegebiet von Algier ein Handelsschiff von 8000 LAT. und beschädigten int Hafen von Oran ein zweites grobes Schiff durch Lufttorpedo.
Bei Tages- und Nachtflögen einzelner feindlicher Flugzeuge in das Reichsgebiet, fowie über dem weftfranzöfifchen Küstenraum wurden sieben feindliche Bomber abgeschofsen.
Schnelle deutsche Kampfflugzeuge griffen am gestrigen Tage kriegswichtige Ziele an der britischen SLdk 8 ste an.
llnterseebootfäger vernichteten vor der norwegischen Küste etn feindliches Unterseeboot.
SB i e durch Soudermeldnng bekanntgegeben, fügten bentsche Unterseeboote dem feindlichen Nachschub für die Afrika-Front nette Lerlnste )u. Sie versenkten aus einem von Amerika nach Gibraltar bestimmten Eeleitzng nnd ane Mittelmeergeleiten in den letzten Tagen fünfzehn Schiffe mit 73 000 «KT. Zwei weitere Schiffe wurden torpediert.
— Roosevelts und seiner Umgebung lu, «sau wenn ihm bei Krtegs- eitüe 'ähnliches" widerführe, wenn das amerikanische Boll wieder einen solchen Unfall von vernünftlet --elbstbUckei düng erlitte, dann wären alle seine bocksllegevckcn welt herrschaftlichen Ehrgeize geknickt. Deshalb ist es der Vorfas amtlicher llSA.-Politik. das Etfenderzefttgcr. Kriegsitim- mung zu schmieden, so lange es noch nickt durch allzulange Kriegsdauer abgekublt ist. In dreiem «inne nt etn Boston von besonderem Interesse, den in ber petgmtgenen Woche eine Gruppe demokratischer und revublrkaniicher Senatoren gemacht bat. Unter der Führung tfires Kollegen Ball wen sie Roosevelt eine Entschließung zur Begutachtung unterbreitet. die sie im »enat zur Beschlussfassung einbrrnaen wollen, unb deren Inhalt darauf hinauslauft, die amertlantioe Aussenpolitik im Sinne der weltpolitischen Einmischung im allgemeinen nnd roeltpolizeilicher Tätigkeit tm besonderen iest- zulegen. Es ist darin viel von der moralischen Verpflichtung der USA. den anderen Völkern gegenüber , zur Hrlre und Stütze die Rede und von der Notwendigkeit einer internationalen Polizeimacht zur Niederhaltung erwelcher Bösewichter Für eine solche Voraussestlegnng der Aussenpolitik der Vereinigten Staaten wäre verfassungsmässig eine Zwerdrittel-Mebrhert erforderlich, aber einmal ist die unter den augenblicklichen Umjtanhen leichter zu erzielen als später, bei etwa abflauenver Stimmung, und zum anderen braucht man. wenn die Grundhaltung mtzt bereits festgelegt ist. für die Einzelheiten ihrer praktischen Durchführung hinterher nicht mehr, diese guahfwetce. sondern nur noch die einfache Mehrheit tm Parlament, womit immerhin eine gefährliche Klippe beseitigt wäre. Natürlich handelt es sich bei dieser Aktion der Herren Ball und (se= nassen um eine ganz spontane Ide«: man versteht ra nack dem neueren Sprachgebrauch unter spontan schon seit Jahren etwas, das vorher sorgfältig organisiert rourbc. Und in diesem Fall ist die organisatorische Regie sogar so gut gewesen. daß Roosevelt das spontane Angebot (einer toentv toten nur mit gemässigtem Beifall aufnahm, um nickt durck allzu eifrige Zustimmung Verdacht zu erwecken.
Symphonie-Konzert fm Rur5aus
Molinari-PtadeM als Gastdirigent
Francesco Molinari-Prabelli aus Bologna stand im Sinfoniekonzert am gestrigen Dienstag an der Stütze des Wiesbadener Sinfonie- und Kurorchesters im Kurhause und dokumentierte sich als Dirigent von bemerkenswertem Format, der das Handwerkliche seines Berufes glänzend beherrscht und mit unfehlbarer Sicherheit und Prägnanz seine Einsätze gibt. Mit stärkstem musikalischem Impuls verstand et die musikalischen Werte restlos nachzugestalten. ihnen blühendes Leben einsuhauchen und von Anfang an das geistige Land zwilchen sich unb dem Orchester herzustellen. Er ist einer von den Dirigenten, der die Partitur im Kopfe hat und nicht den Kopf in der Partitur. Molinari-Pradelli hat als Dirigent einen Sieg auf der ganzen Linie zu verzeichnen. Das Sinfonie- und Kurorchester folgte seiner Zeichengebung mit liebevoller Bereitschaft und entfaltete alle ferne Ausdrucksmöglichkeiten vom zarten Pianiffimo bis rum schmettern- den Forte des dlechgevanzetten Orchesters. Unter der Stabführung des Gastdirigenten erklang eingangs die Ouvertüre zur Over ./Die Entführung aus 6cm Serail" von Mozart in klassischer Reinheit -und klanglicher Schönheit. Eine überragende Probe seiner Ouali- täten als Dirigent gab Molinari-Pradelli dann mit der lebensvollen Wi?dergabe der sechsteiligen „Hary-Janos-suite von Zoltan KodSly (geb. 1882). der jur Seit als einer der stärksten Bet- tretet einer bewubt magyarischen Tonsprache Gut. -wit echt Italic- nischern Brio -unb abwechslungsreicher Linienführung im Melodischen brachte er bann die Ouvertüre zur Over „Die sizilianische Verner" seines Landsmanne- Verdi zur klangrauschende», unmittelbare» Wirkung. Und »um Schluss wurde, die zweite Sin,ome des -Norddeutschen Brahms, in der Naturklange, Bollstum und romantische Stimmungen sich mischen, ohne südländische Überspitzung dem echt-deuttchen Wesen des Wertes entsprechend in aller Stilreinheit unb Grösse von dem 6ajtbtiigenten gebeutet. Molinari-Pradelli. von den Zuhörern durch enthusiastischen Beifall als Dirigent geehrt, wurde nach dem Konzert im Auftrag des Oberbürgermeisters noch durch Stadtrat Pfeil emmangen.
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* Am Srabe Dietrich Eckarts. 3m Lergfriedhof zu Berchtes- gaben, an bem Männer des SS.-Sturms Dietrich Eckart die Ehrenwache hielten. legte am Dienstag, dem 7H Geburtstag des Dichters und Vorkämpfers der Bewegung. Dietrich Eckart. tf-Ober- gruvvenfLhrer und General der Polizei. Freiherr von
• stein, in Vertretung des Gauleiters einenKran, des Führers nieder. Weitere Kränze widmeten Reichsminister a-r. Goebbels und Gauleiter Paul Eiesler. Em st lles Gedenken am Grabe schloss sich der Ehrung dieses Rufers für Deutschland an.
* Kia Kübel wurde als Ballettmeisterin an das Stadttheater Ingolstadt berufen.
den Bolschewisten, in Regimentsstärke und mit Panzem in eine 2üie der Verteidigungsfront einzubrechen und eine bedrohliche Lage zu schaffen. In klarer Erkenntnis der entstandenen Gefahr für den gesamten Derteidigungsabschnitt fasste Hauptmann List selbständig den Entschluss seine letzten Reserven zusammenzufassen, um mit ihnen gegen den vielfach überlegenen Feind zu einem kühnen Gegenstoss anzutreten. Persönlich stürmte er seinen Gebirgsjägern voran gegen die Bolschewisten vor. Ein erbittertes Ringen begann! Aber Tapferkeit und Zähigkeit der vom Beispiel ihres Hauvimannes angefeuerten Jäger behielt die Überhand. In heftigem Nahkamvf wurde» vier Sowjetvanzer vernichtet und der Feindinfanterie hohe blutige Verluste zugefügt. Die blitzschnelle Entschlusskraft unb das schneidige Draufgängertum des Hauptmanns List und feiner Gebirgsjäger hatten so zu einem vollen Erfolg geführt. Die Masse der eingebrochenen Feindkräfte wurde vernichtet und die Einbruchsstelle abgeriegelt.
Damit war die entstandene Gefahr für die Divisions-Flanke beseitigt und ein ausschlaggebender Abwehrerfolg für die Kampfführung im groben errungen worden.___________________________
ständige ■ „ .
durch Freude > von Friedrich KL— - - - - - -
Das Puvvensviel vorn Doktor Fau .
heraus Von den vielen aus der Blütezeit des Aberglaubens und der Magie überlieferten Quellen. Unterlagen und Faustsagen wählte Hellwig das um 1587 bei Johannes Svies in errantfurt erschienene Volksbuch vom ..Doktor Faust" »ur Bearbeitung au? unb richtete es für die Darstellung mit (in eigener Werkstatt entworfenen und hergestellten, vhysiognomisch und kostumlich rerz- vollenf Handpuppen ein. Das einfallsreiche „Vorspiel auf bem Puppentheater" (von F. K. Hellwig) leitet zu bem eigentlichen dramatischen „Theaterstück" über, bas '»'«"os-künstlerrscher Ein- druckskrast eine alte, lange vernachlässigte Kunst lebendig werden lässt, die den Sinn für volkstümliche Romantik weckt und die Phantasie anregt, dem Ernst bis hinter die Kulissen des Scheins nachzugehen. Aus bem Frankfurter Marionettentheater feiner Kindheit blieb in Goethe mancher haften, bas sich dem Dichter in seinem grossen Lebenswerk irgendwie verwob unb »erdichtete. — Die Aufführung am Römerberg, die etwas Neuartiges bedeutete, — zeigte Werk und Spiel in schöner Harmonie. Eine von Rudolf Albert geschriebene, arteigen untermalende Musik wurde von Schülern der Staatlichen Hochschule für Musik ausgcführt. und die Stimmen (auch die «zuhrung der Puppen war recht geschickt) waren sehr charakteristisch schattiert. Es sprachen für über 20 auftretende Personen: Friedrich Karl Hellwig, Wolfgang M. Schede, Gerdi Bartel, Helene Merger - Herman i. 2. Plutchle
Edthosers, der — Triumph der Bühnenkunst! — mit seiner Rolle nöttia verwuchs, so dass man das Saus verliess, als sei man selbst eben Gast eines dänischen Altersheims gewesen.
Zuletzt fei des herrlichen „Kollegen Tramvton Otto Tresslers gedacht. Seinetwillen hat Ulrich Bettac im Wademietheater diese vollkommene dramatische Eharakterstubie, um die sich ein schwaches Stück begibt, neu inszeniert. Tressler schenkte der Rolle die Abgründigkeit. Dämonie, Schwäche, aber auch den Humor, die' Selbstironie. die sonderbare seelische Zartheit, die unter dem Unrat dieser Lebens su fühlen ist. Eine Meisterleistung, die in bet Geschichte des Burgtheaters ihren Platz bemalten wird. Prof. Dr. Friedrich Schreyvogl
Lieder- und Klavierabend blinder Künstler
Am Samstagabend veranstaltet die Konzertgemeinschaft blinder Äünftler im hiesigen Luftschutzhaus einen Klavier- und Liederabend. Gustel Schön aus Heidelberg singt eine Arie aus Glucks Orpheus und Euridike und aus Händels Julius Cä'ar, sowie einige Lieder von Brahms und Wolf. Otto Schneider, ebenfalls aus Heidelberg, spielt die Davidsbündlertänze von Schumann und zwei Klavierwerke von Ehovin.
Allerdings sieht es nickt so aus. als wurde der Plan der Spontanen so ohne weiteres glatt von Stapel gehen. Denn der Vorsitzende des auswärtigen Senatsausschusses, der etn- flussreicke Herr Conally. hat bereits seine Bedenken gegen die internationale P o l.i z i st e r e t anae- metoet, und es wird eine ziemlich langwierige Ausickunbe- ratuna übet die Ball-Entschliessung gehen, ehe sie uberoaupt tm Plenum des Senats zum Sckwur kommt. Dabet tu. es nickt ausgeschlossen, dass der eine, oder andere Intelligentere unter den Senatoren auch den innenpolitischen Pserdefuü der Angelegenheit neben ihrer aussenpolitischen Bedenklichkeit entdeckt. Es kann nämlich keinem Zweifels unterliegen, dass der Versuch, die amerikanische Politik auf die Roo>e- veltiche EinmislÄingstendenz aud) für die Nachkriegszeit festzulegen, in innerem Zusammenhang .sieht mit der Sehnsucht des P r ä s i d e nt e n nach einer d ter t e n Wahl zum Staatsoberhaupt. Diese Frage seiner Wiederwahl ist heute schon ein stilles Streitobjekt tn den politischen Kreisen der Union: bat sich Amerika aber auf die Fortführung der Rooseveltschen allseitigen Jnterventionspolitik verpflichtet, dann kann es natürlich keinen besseren Vertreter für diese Politik geben als ihren Sckovfer. und kein anderer Kandidat könnte, mit Aussicht auf Erfolg gegen, ihn antreten. Es ist sogar nicht ausgeschlossen, dass btnier dieser Rechnung auf die vierte Wiederwahl in Roosevelts Herzenskämmerchen noch mehr siecki: die Hoffnung etwa, auf Lebenslänglichkeit in der Prasi.dentenwurde. Das wär« bei feiner unbestreitbaren Neigung zur menschlichen Schwäche der Eitelkeit sogar durchaus verständlich, denn man trennt sich nicht gerne kurzfristig von Machtpositionen. die im Weltherrschaft sanspruch enden und steigt nicht so leicht freiwillig von solchem Erdenthron herab.
Mit der Ball-Entschliessung scheint sich für Roosevelt und seine volitischen Mvrmidonen die Möglichkeit zu bleien, den verdächtigen Isolationismus, jene Vernünftler, dre den Sternenflug Wilsons so zäh unterbrachen, em für allemal zu liauidieren. Sie sitzen augenblicklich wegen der ange
heizten Kriegsstimmung der amerikanischen O.sentl'chkett ,m Mauseloch: mit einem Senatsbeschluss, wie ihn die Svon- kanen anstreben, würden sie dort, regelrecht volit'ich oer- aast. Die Frage ist nur, ob es nicht auch ausserhalb dieser isolationistischen Kreise misstrauische und wachsame Leute gibt die etwas von Roosevelts antidemokrat'schen Absickten wittern. Dab die Demokratie bei seiner Weltherrschaft^ Politik nach aussen und bei seiner weiteren W'ederwahi nach innen schleckt wegkommen würde, bedarf keiner Unterstreichung. Die Stellunanabme des Senats wird also zeigen, oh er das Sviel des Weissen Hauses m semer doppelten Zielsetzung nach innen und nach aussen durchichau» ^der auf die paar gut dressierten Vorposten Roosevelts rj ittfaut die ihn nach dem System Ball übertölpeln mochten.
Nach vielen lebendigen und vhantasievollen Matchen- und ■ Währungen, brachte die seit einigen Monaten bestehende Frankfurter Puopenbühne bet RS.-Gemeinschaft „Kraft ende", von Friedrich Karl Hellwig geleitet, kürzlich Toltor Sauft* fät Erwachsene Aberglaubens
