Einzelbild herunterladen
 

Samstag Loiuttag, 13., 14. Mär, 1343

Wiesbadener Tagblatt

Nr. 81 Seite 5

Bom Arbeitsamt zum Arbeitsplatz

Zapfet und heiter bezwingen iic den Zag"

Sun sind vieleNeue' schott seit Tagen an ihren Aibeits- vlahen angetreten, zuerst vielfach mit unsicheren und ängstlichen Genihlen. besonders wenn es sich um einenFabrikbetrieb" han­delte. Aber, es ist erfreulich festzustellen, wie gut und schnell sich die Frauen doch einarbeiten, um dann tapfer und heiter den Ar­beitstag zu bezwingen. Die ganze Ilmlagerung der inneren Ge­dankenwelt und der äußeren Verhältnisse ist sicher nicht immer leicht, aber sie wird gelingen, wenn der gute Wille dazu vorhan­den ist. Naturgemäß nimmt eine Frau die betriebliche Arbeit weit persönlicher auf als der Mann, darum fällt ihr das Seimifch- werden zunächst auch schwerer. Doch wenn der Kontakt zur Ar­beitsstätte und zur Kameradschaft erst einmal gefunden ist. dann »ird es jeder dienstverpflichteten Frau innerste Befriedigung sein.

aus ihrem kleinen Postern am Kriege irgendwie handelnd betei­ligt zu fein.

Zehntausenbe von Frauen arbeiten bereits seil Jahren am Platz der eingezogenen Männer in Rüstungsbetrieben und an kriegswichtigen Plätzen. wollen sich dieNeuen" von ihnen be­schämen lassen? Sie haben keineswegs im Lauf der Arbeit und der Zeit ihr Frauentum abgestreift, ihre schönste Aufgabe ist und bleibt immer, Hausfrau und Mutter zu fein. Aber sie haben den Ruf der Zeit richtig verstanden und sich den Notwendigkeiten des Krieges gebeugt. Die Sorge für die Kinder wird den ber- ßeirateten Frauen übertags während der Arbeitszeit abge? nommen; Gesundheitszustand und - Einfatzfähigkeit wird gewissen­haft geprüft, und im Betrieb selbst finden sie beste Betreuung in feder Weise.

Wir suchten einige kleinere kriegswichtige Wiesbadener Fabrikation^betriebe auf, in denen schon längere Zeit Frauen arbeiten und die durch vermehrte Arbeit jetzt weitere Frauen eingestellt haben Wir gingen durch eine sozial vor­bildlich aufgebaute und geleitete Zweig-Fabrik für Verbandstoffe Und Sanitätsausrüstungen, in der nur Frauen beschäftigt sind. Da fallen in sauber-weißen Kitteln auch dieNeuen" im luftig-hellen Raum und bemühten sich eifrig, die Sachevorschriftsmäßig" an­zupacken. . Das Fließband lief hier noch ein wenig langsamer! Alt und jung nebeneinander, die bereits zwar andersartig Be- ruftätige neben der verheirateten Frau, die bisher nur ihrer Fa­milie oder nur ihrem Mann lebte, das Mädel, das lediglich im elterlichen Haushalt geholfen, neben der grauhaarigen Arbeits­kameradin. die sich mit 55 Jahren freiwillig meldete. Die Stim­mung schien ausgezeichnet, und aus der knappen Unterhaltung in der Arbeitspause mit einigen Frauen gewann man den Ein-

. 4 * ......

O

Richt nur die jungen... '

Totaler Krieg. da gibr's kein Abseitsstehen, die Seimai weiß dies ganz genau.

Und jene auf dem Bilde hier.

hat auf die Altersgrenze nicht gesehen, ein Vorbild fei sie darum dir

in unserem großen Zeitgeschehen.

Vielleicht sind Mann und Sohn weit an der Front, denn um den Endsieg wird gerungen, auch ihre Hand nicht ruhen tonnt'

sieh' deutsche 5tau. nicht nur die jungen ... SB. Sv.

(2 Photos:Tagblat t", R.j

druck, daß sie sich ihrer Pflichten wohl bewußt sind, daß sie die Zeit verstehen.

Ich habe gedacht daß ich mich nie eingewöhnen könnte, als ich zum erstenmal hier jef; eingespannt in einen bestimmten Ar beitsprozeß. der mir ganz fremd war, aber nun habe ich niich schon herrlich eingelebt und fühle mich sehr befriedigt", antwortete eine junge, kinderlose Frau.

Mein Leben hat einen neuen Sinn bekommen, und ich habe in dem erst kurzen Arbeitseinsatz gelernt, was wirkliche Volksge­meinschaft ist und, daß heute nur selbstlose Hingabe an das große Ziel die Berechtigung zum Leben überhaupt gibt", sagt eine der Alteren, die sich freiwillig meldete.

In der Zweigstelle einer elektrotechnischen Fabrik fragen wir eine Frau, von der der Meister sagt, daß sie zwei Kinder habe und schon längere Zeit hier arbeite, wie nun ihr Häushalt da- beini laufe.Es geht ganz gut: die ältere Nachbarin kümmert sich darum, holt mir mit ein, stellt mittags das Essen warm für die Beiden, wenn sie aus der Schule kommen. Und das Zu­sammensein mit den Kindern, das sich nun auf wenige Abend­stunden und das Wochenende zusammendrängt (das nebenbei für\ mich auch noch angefüllt ist mit häuslicher Arbeit) genieße ich doppelt. Aher ich hätte einfach nicht daheim bleiben können in dieser Zeit, wo jede Arbeitskraft in den Fabriken gebraucht wird."

Wir werden aufmerksam gemacht auf eine sechzigjährige Frauenschaftsleiterin eines kleinen Nachbarortes, die schon seit zwei Jahren freiwillig hier schafft: wir sprachen mit jungen Mäd­chen, die aus anderen Berufen kommen, die bisher hinter dem Ladentisch standen oder an der Schreibmaschine saßen, sie haben sich gut eingcarbeitet und lieben bereits ihren neuen Arbeitsplatz. Es ist eine große, wundervolle Gemeinschaft in all diesen Betrie­ben. von dem Stolz und Willen erfüllt.K ajn erabin des Frontsoldaten zu sei n". durch höchsten Arbeitseinsatz in der Heimat am totalen Sieg mitzuhelfen. A. PI.

1Damals"

Neuer Großfilm mit Zarah Leander im Zhalia-Zheater

Dieser Film der Ufa-Produktion erzählt von einem schwer­geprüften. schicksalsreichen Frauenleben. Eine fast verwirrende Fülle der Ereignisse ist in den Rahmen der über zwei Erdteile wechselnden Handlung eingesvannt. Zunächst zerstört ein Irrtum, die Folge einer Notlüge, glückliche Familienzusammengehörtgkeir. Nach der Scheidung widmet sich die Frau wieder ihrem Beruf als Ärztin, in guter Absicht unternimmt sie eine Operation gegen den Willen des Chefarztes und verliert dieses eigenmächtigen, ein Leben gefährdenden Eingreifens wegen ihr Diplom. Hart mu6_ sie sich durchs Leben schlagen, allein sie bewahrt, auch in zweifelhafter Umgebung, ihre Würde und ihren Stolz: und sie bleibt hilfreich und opferbereit, unbekümmert um eigene Interessen, und erfährt gerade dadurch tiefstes Leid. Über allem steht ihr die Liebe zu ihrem einzigen Kind, der Heranwachsenden Tochter, durch sie gerät die Mutter infolge tragischer Schicksalsverkettung gar in Verdacht eines Mordes. Erft nach vielfältig harter Schicksalsprobe finden drei Menschen wieder zueinander. Wer dem ganzen liegt, schon durch die Buntheit des Hintergiuudes, ein Hauch von Abenteuer­lichkeit, indes eine entscheidende Rolle spielen die seelischen Vor­gänge. Die ganze Skala menschlicher Empsindungen Purchmißt die Handlung. Scharf betont sind die oft fast übergangslos gegen einandergestellten Kontraste, und eigenartig,* aber sehr geschickt versieht die Spielleitung von Rolf Hans c n auch das Gedank­liche und Gefühlsmäßige ins Bild zu übertragen, indem Etiune- rungen, Episoden aus der Vergangenheit kurz aufgeblendet werden. So leben wir ein an Erschütterung reiches Schicksal mit, und mit der Gestaltung dieser mannigfachen, äußeren und inneren Vor­gänge findet Zarah Leander wieder eine große und wirkungs­volle. ihr besonders entsprechende Aufgabe. Sie zeigt sich auch hier als starke schauspielerische Persönlichkeit, von bedeutender Aus- druckskrasi, sehr wandlungsfähig zwischen Anmut. Herzlichkeit, ge­spielter Koketterie, aufgewühlter Verzweiflung, bis zur großen tragischen Geste. Auch zu den ihr eigenen dunkel timbrierten. klangvollen und* zugleich scharf pointierten Liedvortrag findet sie Gelegenheit. Ihren Partner gibt Sans Stüwe mit etwas herbem Ernst, attf sein Recht pochend, dann vorn Schicksal gebeugt. Jutta von Aloen ist die Tochter in gewimiender jungmädchenhafter Frische. Eine große Reihe weiterer ausgezeichnerer Darsteller in wichtige,h Chargen rundet den packenden und eindrucksvollen Film. - Im Beiprogramm läuft ein schöner Bildstreifen der Schwarzwaldlandschaft, der durch geschmackvolle und lebendige Wirkung der Buntfarben besonders ansvricht. Heinrich Leis

Wann muß verdunkelt werden?

Die Wiesbadener Berdunkelungszeiten

Verdunkelung^ Entdunkelung:

15. März 19.31 Uhr 6.15 Uhr

16. März 19.32 Uhr 6.13 Uhr

17. März 19.34 Uhr 6.1» Uhr

18. März 19.36 Uhr 6.08 Uhr

Verdunkelung: Entdunkelung:

19. März 19.38 Uhr 6.06 Uhr

20. März 19.39 Ubr 6.03 Uhr

21. März 19.41 Uhr 6.01 Uhr

Neues aus aller Welt

Die Mörderin ist geisteskrank

Zweibrücken, 12. März. Großes Aufsehen erregte im Sep­tember vorigen Jahres das plötzliche Verschwinden zweier kleiner Kinder, die später ertränkt in einem Weiher ausgefunden wurde,:. Die kriminalistischen Ermittlungen ergaben schließlich daß die 6er Familie Styner im Stadtteil Ernstthal gehörenden Kinder von der Ehefrau Frieda Kinzinger auf so gräßliche Weise umgebracht worden waren. Die Täterin gab als Grund zu ihrer Tat an, daß sie auf die Mutter der Kinder neidisch gewesen sei. Nunmehr fand vor bet Strafkammer in Zweibrücken die Verhandlung statt. Sie ergab, baß die Kinzinger geisteskrank ist und für ihre Tat nicht verantwortlich gemacht werden kann. Sie wurde auf Antrag des Staatsanwalts im Interesse der öffentlichen Sicherheit einer Heil- und Pflegeanstalt überwiesen.

Mord wegen einer Briefmarke. Ein reichet Mexikaner, der als großer Briefmarkensammler bekannt wat, wurde von der Polizei in seinem Hause sterbend aufgefunden. Et war von Ein- btecketn überfallen und durch einen Revolvetschub tödlich verletzt worden. Ein vor ihm auf dem Tisch liegendes Btiefmatken- Album schien unberührt Erst nach einigen Tagen entdeckten intimere Freunde des Hauses, daß dis wertvollste Marke der Sammlung, eine berühmte rote1-Cent"-Marke von Britisch Guayana vom Iahte 1856, fehlte. Wegen dieses unscheinbaren Objektes wat der Raubmord begangen worden. Diese Briefmarke befand sich bis zum Iahte 1919 in einem vhilateliftischen Museum, wurde dann versteigert und gelangte auf Umwegen in die Hände des Ermordetten. Heute soll der Wert der Marke etwa 500 000 Mark betragen.

Karnevalsfeiern mit Taten und Verletzten. Bei den vier Tage dauernden Karnevalsfeiern in R i o de Janeiro wurden, wie United Preß aus der brasilianischen Hauptstadt berichtet, zwölf Personen getötet und Tausende verletzt.

Beispielgebend. In der Fachschaftsvetsammluug Gruppe Möbel zeichneten die Mitglieder, von denen manche sogar infolge des Kriegseinsatzes ihre Geschäfte schließen mußten, einen Betrag von über 4000 RM für.die Zwecke des Krieges.

Lerfiigungsrecht über Fernsprechgerät. Nach einer Anord­nung des Generalbevollmächtigten für technische Nachrichtenmittel wird das Reichspostzentralamt ermächtigt, zur Deckung des kriegs­wichtigen Bedarfs zu verlangen, daß Geräte für Nebenstellen­anlagen und Privatfernmeldeanlagen, die für kriegswichtige Zwecke nicht ober nicht voll eingesetzt nnb, an anbere abgegeben werden. In erster Linie werden von dieser Maßnahme die An­lagen stillgelegter Betriebe betroffen werden.

Wiesbadener Gerichtsurteile. Die NSV.-Schwefter eines etngetneinbeien Vororts war von Nachbarn einer Witwe mit drei Ätnbetn auf die unhaltbaren Zustände im Hause dieser Frau hin- aewiesen worden. Die Schwester fand die Wohnung stark ver­schmutzt, bas kleine Kind lag wund auf verfaulter Matratze. Die Metier wurde ernstlich verwarnt, doch ohne Erfolg. Sie überließ immer wieder die Kinder sich selbst, schloß sie ein und ging Ver­gnügungen nach. Als die Schwester erneut nach den verlassenen Kindern sah, fand sie das eine in seinem Betichen liegen, bas völlig mit Glassplittern übersät war. Das Kind hatte mit einer Vase gespielt, die entzwei gegangen war. Die Kinder wurden der verantwortungslosen Mutter weggenommen, der bas Erziehungs­recht abgefprochen würbe. Die Angeklagte vernachlässigte die Kinber aus Eigen- unb Vergnügungssucht, sie gab selbst zu, für die Kinber keine Liebe gehabt zu haben. Sie würbe wegen bös - wilhiger Vernachlässigung ihrer Obhutspflicht zu einer Gefängnisstrafe von fünf Monaten verurteilt.

Säcke brannten. In einer Kohlenhanblung der Dotzheimer Straße gerieten aus noch ungeklärter Ursache alte Säcke in Brand. Das Feuer konnte schnell abgelöscht werden.

Unfall. Als ein 39 Jahre alter Drogist mit seinem Fahr­rad von der Bingertstraße zur Parkftraße hinunterfuhr, verlor er plötzlich das Gleichgewicht und stürzte hart auf das Pflaster. Er erlitt schwere Kopfverletzungen.

Diosbadsn - ßfobrfcfi

Zwei Kinder verbrannt. Zwei Kinder im Aller von 5 und 6 Jahren hatten am Freitagnachmittag auf dem Grundstück Kur- fürftenstraße 22 in einem alten, früher als Stall benutzten Ver­schlag, mit Streichhölzern gespielt. Dabei hatte sich das in dem Raum liegende brennbare Material entzündet. Anscheinend war den Kindern der Weg zur Türe durch das Feuer versperrt, so daß sie sich nicht retten konnten unb beibe in den Flammen ums Leben tarnen. Als der Brand bemerkt wurde und gelöscht worden war, konnten nur noch die Leichen geborgen werden. Dieses traurige Unglück mahnt von neuem, Streichhölzer so zu verwahren, daß sie Kindern nicht zugänglich find.

MssbLlLsn-DoHtzsiul

Kriegscinsatz der Bauern. Die Dotzheimer Bauern treffen be­reits umfangreiche Vorbereitungen für die kommende Frühjahrs­bestellung. Die günstige Vorfrühlingswitiemng schafft gute Vor­

aussetzungen, daß der Felderbestellung frühzeitig begonnen werden kann. Das Ziel ist. auch dieses Jahr wieder die Ernährung mit Getreide und Kaitoffeln sicherzustellen. Daneben wird der Milchwirtschaft größtes Augenmerk zugewandt.' was die Milch­leistungssteigerung beweist. Eine stattliche Reihe Dotzheimer Bauernbetriebe arbeitet in dieser Beziehung vorbildlich. In den Obstkulturen wurde in den letzten Wochen viel nützliche Arbeit _»ut Verbesserung des Obstbaues geleistet. Mehr unb meßt bilbet sich bie Obstzucht in W.-Dotzheim als ein wichtiger Zweig der Lanbwirifchaft heraus. Jährlich werden die Obstanlagen ver­größert. Die kommenden Wochen unb Monate sehen die Dotz­heimer Bauern erneut im lebensnotwenbigen Kriegseinsatz bei Heimat.

DasSB. Z. gratuliert. Am 16. März begeht Herr Friebrich Wilhelm, SBiesbabener Straße 10, in guter Rüstigkeit feinen 75. Geburtstag.

Wirtschaft st eil

Gesellschaft für Lindes Eismaschinen AG. Wiesbaden

Wir wir hören, ist bas verflossene Geschäftsjahr zufrieben- stellenb verlaufen, so baß die demnächst statifindende Bilanzsitzung des Aufsichtsrates voraussichtlich einem Antrag auf Verteilung von unverändert 5/ Dividende auf 34 Mill. RM Stamm- und 3 ' auf 0.266 Mill. RM Namensaktien zusrimmen dürfte. Kommer­zienrat Dr. Otto Jung. Mainz, hat sich mit Rücksicht auf fein hohes Alter und feinen Gesundheitszustand gezwungen gesehen, sein Mandat als Aufftchtsratsvorsitzer zur Verfügung zu stellen. Er hatte dieses Amt rund zehn Jahre inne, dem Aufsichtsrat selbst gehört er feit 40 Jahren an. Dem Gründer der Lindes-Eismafchi- nengefellschaft, Geheimrat von Linde, stand et als Freund unb Mitarbeiter nahe.

Nus Gau und Provinz

Um ihre ganzen Ersparnisse geprellt

Mannheim, 13. Mörz.Die Dummen werben nicht alle", bas Sprichwort bewahrheitet sich immer wieber. Eine Zimmer- vermieleriit aus Mannheim hatte nichtsahnend einem jungen Ehepaar, das jetzt bie Anklagebank zierte, in ihrer Wohnung untervermietet. Die 33 Jahre alte Paula Dietrich unb ihr. um Iahte jüngerer Ehemann Franz, beide mit rund 10 Vorstrafen belastet, faselten der Wirtin von einer großen Erbschaft, einer Villa in Konstanz unb einem dicken Bankkonto in der Schweiz vor. Ganz befonbets dassichere" Bankkonto in bet Schweiz imponierte bet Gutgläubigen, bie balb ben Wunsch hatte, auch ihre Ersparnissesicher" anzulegen. Sie gab dem sauberen Pärchen nach und nach ihre ganzen Ersparnisse von 9000 RM. Mit dem Geld machten sich die beiden Betrüger in Mannheim schöne Tage und verbrauchten es restlos. Die Frau ist nun ihr Geld los. Der Verdacht kam ihr reichlich spät und sie erstattete Anzeige. In der Verhandlung schoben sich beide Ehegatten die Schuld zu. Das Gericht erkannte gegen bie Ehefrau Paulo Dietrich bie übrigens schon zweimal geschieden ist auf vier Jahre und sechs Monate Zuchthaus, 8000 RM Geldstrafe, fünf Jahre Ehr­verlust und Sicherungsverwahrung: Franz Dietrich wurde zu 3% Jahren Zuchthaus, 8000 RM Geldstrafe und vier Jahre Ehr­verlust verurteilt.

- Worms. 13. März. Der 13jährige M. L e i 6 I e r in Worms- Pftffligheim hatte einen seinem Vater gehörigen Sichert entdeckt, mit dem er im Psrimmvark Soatzen schießen wollte. Um unbe­merkt aus dem Haus zu komemn, hatte er die Waffe in einen Sack gesteckt. Beim Herausnehmen blieb der Hahn im Gewebe hängen unb bet gelahmte Flohert ging los. Der Junge, dessen Vater an der Ostfront steht, wurde schwer am Unterleib verletzt und mußte sofort ins Krankenhaus gebracht werden.

m. Wallertheim (Rheinh.), 13. März. Beim Spielen hatte sich der sechs Jahre alte Junge des Landwirts Jakobs in einem Zementrohr versteckt, das zum Ban einer Siraßengtabenbrücke

bereit lag. Dabei hatte sich bet Junge indem Rohr so feit« geklemmt, daß weder er sich selbst noch andere ihn befreien konnten. Das Zementrohr mußte zerichlazen werden, damit er wieder freikam.

= Bad Orb, 13. März. In bet Jotzgrimd-Gemeinbe Oberndorf legten Buben, bie einige Übungsgranaten gefunden hatten, zwei von diesen Geschossen in den Backofen. Die Geschosse ervlo- dierten. Hierbei wurde der Herd zerrissen und die Küche demoliert. Es war ein Glück, daß die Hausfrau kurz vorher mit ihren vier kleinen Kindern den Raum verlassen hatte.

X Diez, 12. März. Oberleutnant und Batierieführer Helmut Trink von hier, zur Zeit im Osten, wurde mit dem Deutschen Kreuz in Gold ausgezeichnet.

Limburg, 13. März. Im benachbarten Offheim entstand im Anwesen des Landwirts Paul Weimer in der Scheune ein Schadenfeuer, das von einer Nachbarin bemerkt wurde. Ob­wohl sofort die Feuerwehr alarmiert wurde, konnte nicht perhin- bert werden, daß bie Scheune und bie Stallungen völlig nieder- brannten. Während bas Großvieh gerettet werden konnte, ver­brannten zahlreiche Hühner unb wertvolle landwirtschaftliche Maschinen. Bei den Lösch- unb Aufräumungsarbeiten half eifrig auch bie HI -Feuerwehrschar.

= Marburg, 13. März. Seit dem 7. März wird die 15 Jahre alte Martha C 0 n ft a n t i n aus Marburg, bie sich zuletzt in dem Kreisort Lohta aufhielt vermißt. Das Mädchen ist 1,60 Meter groß, kräftig, hat dunkelblondes Haar, das es in zwei Zöpfen trägt. Während einer Beerdigung in dem Kreisort Neustadt stürzte ein Grabstein um und fiel auf eine Frau aus Frankfurt, die sich an der Beerdigung beteiligte. Die Frau erlitt einen Armbruch.

X Langendernbach, 13. März. Ein aus Köln hier zu Besuch weilendes Kind von etwa 2^ Jahren fiel in einem unhewachten Augenblick rückwärts in ein Gefäß mit heißem Wasser und trug Verbrühungen davon.

= Altenkirchen lWefterwald). 13. März. Ein älterer Fuhr­mann, bet bei einer hiesigen Firma in Arbeit itanb. wurde tot unter seinem Fuhrwerk aufgefunben. Vermutlich ist der Mann von einem Herzschlag bekrönen worden unb vom Fahrzeug abgestürzt.