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Samstag /Sonntag, 8. 7. März 1943

Wiesbadener Tagblatt

Nr. 55 Seite 3

Ein Jubiläumstilm der Ufa

Diesel"

Bor zahlreichen Gästen von Partei. Staat und Wehr­macht. dem Stellvertreter des Kreisleiters. Ps. Hans Wagner, Regierungspräsident Storz. Genera! Hei- lingbrunner Komm. General des Luftgaues XH/XHL General von W e st r e m ooni Stellvertr. Generalkom­mando XII. AK.. Bürgermeister Pigkarski und Polizeivräfident von Eablcnz lief am Freitagabend im festlich geschmücktenUfa-Palast" der Diesel-Film an.

In eine von versönlich-hartom Kamvf eines genialen Er­finders erfüllte Eeistcswelt führt der neue Ufa-Film, in eine mit Spannung geladene Atmosphäre, die vom Stampfen der Kolben, dem Sausen der Hämmer und dem Dröhnen der Maschinen ge­schwängert ist. Ein Leben und ein Kampf sprechen zu uns. wie er zäh und tapfer, stark und mutig immer dort von einem Menschen durchgcstanden wird, wo ein Genie sich Bahn bricht, allen Widerwär­tigkeiten zum Trotz. Revolution, Aufbruch, Kraft das ist die eine Seite: Glauben, Besessen­heit und innere Bervslich- mng die andere, die zum Ziel führen. Und dies alles war Rudolf Diesel in höchstem Maßö zu eigen, und so mutzte ihm sein Werk gelingen.

Frank T h i e h schrieb in Anlehnung an die Biographie, die Eugen Diesel. des Erfinders Sohn. verfaßte, das Drehbuch. das schlicht und eindringlich, in Wirk- liMeitstrcue und dich­terischem Feingefühl die Figur des genialen Er­finders gibt. Der Re­gisseur Gerhard Lamp­recht hat mit künst­lerischem Vermögen den Film zur lebensnahen. Wirküng geführt, die eine ausgezeichnete Darstel­lung zum ergrekfenden Erlebnis steigert.

In dem Knaben Ru­dolf Diesel, Sohn deut- Aufn Ufa Sebou <Z eou

seiner Frau in dick Hand, der ihm die Fehlerquelle zeigt und eine neue glückliche Gedankenassoziation gibt. Endlich gelingt der große Wurs! Der Moior läuft! Es ist ein erschütternder Augen­blick. Der Schrei, mit dem einer es gerufen, springt durch die ganze Fabrik und ergreift die Maste der arbeitenden Menschen.

Aber die Monte der Neider und Dunkelmänner stürzt sich nun auf Diesel. Er hat wieder schwere Kümpfe zu bestehen, man zwei­felt die Erfindung als sein geistiges Eigentum an. Der voll­kommen überarbeitete Mann bricht zusammen. Doch seinen Patent-Prozeß. in dem der große Industrielle Buz tzchftlbst für ihn verbürgt, gewinnt er, und dantzi siegt die neue, kühne >Zdee und die starke Persönlichkeit Diesels.

Willy Birgel verkörpert den genialen deulschen Erfinder mit dlutovllem Leben. Er stellt einen Menschen dar. der in den kleinsten Zügen so natürlich, glaubhaft unb ansprechend ist. wie er in der Besessenheit seiner Arbeit, in seinem Schöpfertum. einmalig, fanatisch und entrück! scheint. Mil der großen Bereitschaft teines Könnens sühn Birgel diese Rolle eindrucksvoll durch. Ihm zur

Sebert Ma

scher Eltern, der 1870 mit

zwölf Jahren allein von England nach Augsburg zu feinem Onkel Professor Barnickel reist, zeigt sich früh eine außerordentliche tech- Nische Begabung. Sein Baier, der ein einfacher Handwerker ist, will ihm den Herzenswunsch, Ingenieur zu werden, nicht erfüllen. Das tut dann Onkel Barnickel Der junge Ingenieur Diesel, der auf der Weltausstellung in Paris 1889' feine bereits viel er­örterte Erfindung desRationellen Wärmemotors" angemeldet batte, zieht dies im letzten Augenblick zurück, weil das Werk seinen eigenen strengen Forderungen noch nicht genügt. Er stößt in Baris auf seinen einstigen Lehrer Prof. Linde, den Erfinder der Eismaschine, der ihn für sich einsetzt, indem er ihm seine General­vertretung in Berlin überträgt. Frau Martha Diesel, die hübsche, kluge Gattin, die sein bester und verstehender Kamerad ist, glaubt sich nun auf kommende gemeinsame Jahre sorgenfreier Existenz . freuen zu können, doch sie muß ihren Mann noch mehr entbehren als zuvor An Rudolf Diesel selbst frißt die alte Idee., ein Motor ohne Dampf getrieben muß gebaut werden. Er wirst den sicheren Beruf hin und stürzt sich von neuem in seine Arbeit, ohne die er einfach nicht.mehr leben kann. -Gr zeichnet, kalkuliert, konstruiert, Tage, Nächte, Jahre. Nur hkn und wieder findet er einmal Zeit für seine geliebte Frau und die- Kinder. Er meldet das neue Modell zum Patent an. Nun kommen die praktischen Versuche, aber die Gelder fehlen. Durch die. Fürsprache seines Jugendfreundes Lucian Vogel bei besten Schwiegervater Geheim­rat Buz, demBismarck der deutschen Maschinen-Jndustrie", und mit Unterstützung des weitschauenden Krupp in Essen findet er die notwendige materielle Unterstützung. Mit seinem treuen Helfer Monteur Martin baut er im Werk in Augsburg die erste Maschine, baut, reißt ein, verzweifelt, verbessert, baut wieder, von Feinden und Intriganten belauert. War cs anfangs einmal ein einfaches Komvressionsfeuerzeug gewesen das ihm die Idee zu seiner Er­findung gab, so spielt ihm jetzt der Zufall einen Parfümzerstäuber

Seite steht die liebende und verständnisvolle Gattin: Stlde Meißner. Herb und doch hingegeben, stark im Glauben an den Mann und im Stillen wirkend, eine Figur, die zur Dar­stellung große Einfühlsamkeit erfordert, um das schöne Maß in­nerer Verhaltenheit zu treffen. Solches gelingt der Künstlerin sehr erfolgreich. Paul Wegener, der sichere Menschendarstellcr, schon in der Maske bedeutend, verbreitet eine Atmosphäre von Autorität um sich. Mit klarem Kopf und ungetrübtem Blick erkennt dieser Gewaltige aus der Maschinenindustrie das Genie Rudolf Diesels, dem er wohlwollend zugetasi ist. Doch seine Reserve zcr-. bricht nur in Augenblicken zu einer sichtbaren Wärme des Herzens. Für die zuverläßliche Treue des Monteur Martin findet Josef Sieber prachtvollen Ausdruck. Der hilfsbereite Jugendfreund Lucian Vogel, dessen unbeirrbare Freundschaft nur zuweilen dem himmelstürmenden Fluge nicht ganz folgen kann, ist bei Arthur Schröder in guten Händen. Sämtliche kleineren Rollen, von denen jede im Zusammenhang des Ganzen irgendwie bedeutend wird, sind gut besetzt, z. B. Herbert Gernot als Ingenieur Krüm­per, Heinrich Marlow als Prof. Lüders, Erich Ponto als Vater Diesel. Walter Janssen als Prof. Barnickel u. a.

Das Charakteristische des Zeitgeists der Jahrhundertwende ist in allen Szenen vorzüglich getroffen und darüber hinaus hebt der schicksalsvolle Inhalt den Film zu einem Sinnbild deut­scher Geistesgröße hinauf, die sich in Kühnheit und Be­harrlichkeit durchzusetzcn weiß.Es ist ein dunkles Gesetz, der große Mensch muß verbrennen an seinem Werk., damit es lebe und siege für kommende Geschlechter"---

P

Ein interessanter KulturfilmAns eigener Kraft" zeigt in Trickzeichnungen und Aufnahmen ein eindrucksvolles Bild von dem im letzten Jahrzehnt neubelebten Kreislauf unserer Wirt­schaftspolitik. die alle Kräfte zu einem Ziel bindet. A. Pliischke.

Uns Gau und Provinz

Frankfurter Unfälle

Frankfurt a. M.. 6. März. In der Eschersheimcr Land­straße fuhr ein Radfahrer gegen einen Baum und brach das rechte Schlüsselbein - Beim F e n st e r p u tz e n stürzte eine Frau tm Nordend vom Tisch wobei sie sich einen Oberschenkel­bruch zuzog. Ein junges Mädchen versuchte das Feuer mit Spiritus anzufachen. Durch die Stichflamme wurde sie im Gesicht verbrannt. Zu einer Gefängnisstrafe von einem Jahr verurteilte das Amtsgericht Frankfurt eine noch un­bestrafte Angeklagte, die als Rote-Kreuzschwester ausgetreten war Die Angeklagte batte sich schon im Elternhaus derart geführt, _6o8 lie in einem Heim untergebracht werden mutzte. Als sie dort Geld und eine Kleiderkarte erhielt, um einzukaufcn, kehrte sie nicht zu­rück. Auf sich selbst angewiesen, wurde sie'zur Betrügerin, prellte einen Geistlichen und andere Leute um Geldbeträge, gab Schuld­scheine mit gefälschten Namen und bestahl eine Soldatenmutter, die ihr vierzehn Tage .kostenlos Unterkunft gewäbrt hatte, um Wäsche.

Schwindel mit Steuerbanderolen

= Ossenbach a. M., 6. März. Als Inhaber eines Tabakwaren- geschästes beging der 53jährigc Tabakwarenhändlcr Adam M. in Offenbach Unregelmäßigkeiten zum Nachteil seiner Kunden, in­dem er im Herbst 1942'6ei fünf Päckchen Tabak die Steuer­banderolen abritz und die einzelnen Päckchen statt zu 0,90 RM für 1.50 RM verkaufte oder zu verkaufen versuchte. Teil­weise schwindelte er den Käufern vor, es handle sich um eine be­sonders gute Qualität. Das Amtsgericht Offenbach stellte lest, daß M. den gegenwärtigen Mangel an Tabakwaren tn eigen- nützigerwcise zu Bereicherungszwecken ausnutzts und verurteilte ihn wegen Betrugs und Zuwiderhandlung gegen die Reichsab- gabenordniuig, das Tabaksteuergesetz und die Preisvoftchriften zu 4 Monaten Gefängnis, 50 RM Geldstrafe und zur Zahlung eines Wertersatzes.

Die Frauenehre wird, besonders geschützt

--- Darmstadt, 6. März. In Auswirkung verminderter Zurech- " nungsfähigteit und einer durch Alteiserscheinungen erheblich beschränkten Urteils- und Willenskraft ließ sich der bOiannge Georg R aus Heidesheim in zwei Fällen zu umittlichen Zudring­lichkeiten Hinreitzen, ohne datz deren Abwehr ihn zu °er gebühren­den Zurückhaltung veranlassen konnte. Im Hinblick auf die schutz- würdigkeit der Frauenehre verurteilte das Sondergericht in Darmstadt ben bisher unbestraften Täter zu 2 Jahren Eeiangnis

- Frankfur' o M. 5 März Als eine ältere Frau in Schwan­heim an ihrem Waschkessel hantierte kamen ihre Kleider dem Feuerloch zu nahe und fingen «euer Die «rau tief taui um Hilse woraus Nachbarn herbeieilten und mit Tüchern die Flam­men erstickten. Die Frau erlitt Verbrennungen die icsoch nicht schwerer Natur sind. - 3m Stadtteil Höchst spieiten einige Buben Indianer" wobei eine, oon ihnen außer Beil. Butchrnesser usw. auch ein Luftgewehr benutzte und im -van aut dieBleich- gejichier" zielte Das Gewehr ging dabet los und der Bolzen tm tinen Jungen dicht über dem rechten Auge, wo er eine riete «leisch- wimde hinterließ. Rur wenig tiefer getroffen, und das Auge wäre

verloren gewesen. Die Blumenhändlerin Margarete , Speck, geb. Reiblich. hat im Oktober beim Handel mit Kränzen, Schmuck- reisig und Blumen in der Frankfurter Kleinmarkthalle die vor­geschriebenen Preise erheblich überschritten^ und die Preisauszeichnung" bei einem Teil der Ware unterlassen. Die Preisbchörde hat die Preistreiberin mit 500 RM Ordnungsstrafe belegt

-- Boppard. 6 März. In der Nacht zum 1. März ereignete sich zwischen Bovvard und Salzig ein tödlicher Derkehrsunfall. Ein auf dem Heimweg nach Boppard befindlicher Fußgänger wurde von einem in Richtung Bingen fahrenden Kraftwagen er­faßt. sieben Metei weit geschleift und dabei getütet. Eine Blui- jpur des Kraftfahrzeuges ist 45 Meter weit festzustellen. Der Unterbau des Kraftfahrzeuges mutz erhebliche Blutfpuren aufwei­sen. Fahrer und Insassen dieses Fahrzeuges werden aufgefordert. sich umgehend bei einer Polizeidienststelle zu melden.

Andernach, 6. März. Hier verlor eine 5rau aus Berlin, die ihren im Lazarett liegenden Ehemann besuchte, ihre gesamten Lebensmittelkarten die von einer Einwohnerin gesun­den und dem Fundamt übergeben wurden. Roch ehe die Verlie­rerin den Verlust selbst Überhaupt gemerkt hatte, waren ihr die Karten inzwischen in ihre hiesige Wohnung zugestellt worden.

= Limburg. 6. März Vor der hiesigen Strafkammer hatten sich zwei Frauen, die verwitwete Magdalene H. und die ledige Lisbeth Sch. Zi^ verantworten. Beide waren als Scheuerfrauen in den Klosettanlagen des Bahnhofs beschäftigt. Im Laufe der Zeit brachte es die H. fertig, 2 600 RM aus den Automaten, die an ter Tür sind, zu unterfchlagen und die Reichsbahn um diese Summe zu schädigen Sie gab einen Teil des Geldes an die Sch. Die H. leugnete in der Verhandlung hartnäckig und verdächtigte sogar einige Zeugen. Auf Grund der Beweisaufnahme wurde sie zu anderthalb Jahren Gefängnis verurteilt und wegen ihres verstock­ten Leugnens sofort in Hast genommen. Die Sch. die unter dem Einfluß der H. stand, kam mit einer Strafe von vier Monaten davon.

_ Wetzlar, 6. März. Seit dem 2. März wird iye sechsjährige Helga Röhrich vermißt. Es wird angenommen, daß das Kind am User der Lahn gespielt hat und dabei in das Wasser gefallen und ertrunken ist. Das Mädchen war mit einem blauen Trainings­anzug bekleidet.

m. Bad Bertrich. 6. März. Im Tal des llßbaches. der durch Bertrich fließt, wurde in einet Entfernung von sechs Kilometer von Betitich eine neue Mineralauelle festgestellt. Die Hauptbestandteile sind, wie durch das Ehern Uniersuchungsamt der Stabt Koblenz festgestellt wurde, die gleichen, wie die Bertricher Quellen und ist diesen in der Wirkung ungefähr gleich

Wann muß verdunkelt werden?

Die Wiesbadener Berdunkelungszeiten .

Verdunkelung Entdunkelung Verdunkelung: Entdunkelung 8. Marz 19.18 Uhr 6.3b Uhr 12. März 19.25 Uhr 6.22 Uhr

9 März 19.20 Uhr 6.28 Uhr ,3. März 19.27 Uhr 6.19 Uhr

10 März 19.21 Ubi 6.26 Uhr H Mär; 19.29 Uhr 6.17 Uhr

11. März 19 23 Uhr 6.24 Uhr

Sport und Spiel

Ein Freundschaftsspiel

Kampssp-rtgemeiuschast 99 - Reichsbahn Mainz 05

Mit Mainz 05 empfangen die Sieftgen am Sonntag im Freundschaftsspiel einen Gegner. der in Wiesbaden durch frühere große Futzballkämvfe wohlbekannt ist. In den gelben und roten Farbeii haben einst diese alten Rivalen hart um die Vorherrschaft tm engeren Bezirk gerungen, später trat Mainz 05 etwas in den Hintergrund, aber nun haben die Linksrheinischen wieder eine ehr gute Form erreicht. Vor Weisenau und Luftwaften-SV. lwck'e "ic klar die Meisterschaft im Stets Mainz errungen, und da K^G. bekanntlich Wiesbadener Kreismeister ist., werden m die schäften sich bald auch im Aufftiegskamxf o^enuberstehen. Das morgige Treffen bedeutet also erst recht eine aui,chlutzretche Krafte- vrobe Aus eigenem Platz darf man der KEG. wohl die besseren Aussichten geben, dach nur mit vollstem Einsatz wird der starke Gegner zu überwinden sein. Ein fesselnder Sptelocrlaut aber steht gewiß zu erwarten.

Svortapvell der Betriebe" im totalen Krieg

Die Grundsätze, nach denen das Sportamt der NS.-Gemetn- idiaft Kraft durch Freude" in neunjähriger Aufbauarbeit dto Leibeserziehung der Schaffenden durchführt, erfahren, tn dreien Tagen ihre endgültige Bewahrung. , Danach ist es tm totalen Krieg von besonderer Wichtigkeit. Latz die Masse der jchaffenden deutschen Menschen durch eine regelmäßige Pflege der.Leibes­übungen in einfachster und volkstümlichster Form ihre Eeiundheit stählt und dadurch ihre Leistungsfähigkeit erhöht. Der SvoriaPPell der Betriebe, der damit als Aktion zur Erhohtmg der eochaffens- traft des deutschen Volkes an Bedeutung gewonnen hat. kommt in diesem Jahre wieder zur Durchführung, mit dein «ruhiahrs- lauf vom 1 Avril bis 30. Juni sowie dem Sommer,portiag- und Mannschaftswettbewerb, der in Gemeinschaft mit der SA. bet den. Wehrkampftagen 1943 vom 1. Juli bis 30. September stattfindet.

KK.-Schfetzen auf Zehner-Scheibe

Bisher wurden beim Kleinkaliher-Schietzen in nationalen . Wettbewerben Zwölfer-Ringscheiben und beim Scheibenvisto.cn- schietzen 20er-Ringfcheiben benutzt. Der Deutsche -chutzenverband bat jetzt den ihm angeschlossenen Gemeinschaften aufgegeoen. künf­tighin mit diesen Waffen nur auf die international gebräuchlichen Zehner-Ringscheiben zu schieben.

Stark für Arbeit und Sie g" unter diesem Leitwort steh' der sechste Spoftgruppen-Wettbewerb der RS.-Eemeinschaft Kraft durch Freude", der in diesem Jghre zwischen dem 1. Mai Und dem 31. August durchgesührt wird.

D i-e deutsche Leichtathletik verlor im Kampf gegen den Bolschewismus wieder einen ihrer Besten, und zwar den früheren Hochsvrungmeister Werner Bornhöst sLimbach), der auch eine Zeitlang die deutsche Bestleistung mit 1.94 Meter hielt.

Sie Kickers Offenbach, Hessen-Nassaus Fußballmeister, die schon an diesem Sonntag gegen Badens Meister BfR. Mann­heim spielen wollten, werden nun am 4. Avril in Mannheim tu Gast sein.

Neues aus aller Welt

Noch zwei Plünderer hingerichtet

Berlin, 5. März. Dein Berliner Sondergericht wurden jetzt weitere Verbrecher zugeführt, die sich in der Nacht zum 2. März gleichfalls an Hab und Gut der durch den Fliegerangriff be­troffenen Volksgenosseii vergriffen hatten. Der 35jährigc, aus Brosdorf, Kr. Dagstadt, gebürtige, in Berliii-Tempelhof wohnhaft gewesene Karl Kreisel entdeckte, nachdem er sich anfänglich tn erheuchelter Hilfsbereitschaft an Aufrämungsaibeiten beteiligt hatte, daß das Schaufenster eines Lebensmittelgeschäftes in Trüm­mer gegangen war. Er holte sogleich von Hause eine Aktentasche uizd stöpsle diese sowie seine Hoseisiaschen. mit allerlei Lebens­mitteln voll. *

Als ein verbrecherischerHelfer" erwies sich ferner der 50jährige Otto D e tz e 1 aus der Frobenftraße in Berlin W. Er machte sich nach dem Fliegerangriff auf den Weg nach einem brennenden Haufe, drängte sich hier unter die bei Hilfsarbeitern eingesetzten Volksgenossen und beteiligte sich zum Schein an der Ausräumung eines in diesem Hause befindlichen Lebensmittel­geschäftes. dessen Waren auf der Straße ausgestappelt werden sollten. Dabei ging er in-den Verkaufsraum hinein und füllte sich seine Taschen mit Lebensmitteln. Auch stahl er Geld aus der Ladenkasse.

Beide Volksschädliuge konnten rechtzeitig gefaßt werden und wurden wegen Plünderns zum Tode verurteilt. Beide Urteile sind bereits vollstreckt worden.

Grubenunglück in Nordfrankreich

Brüssel, 6. März. In einem Kohlenbergwerk in Bettune sRordsrankreich) ereignete sich am Donnerstag ein schweres Berg­werksunglück, das 13 Tote, 6 Schwer- und 3 Leichtverletzte forderte. Die Ursache des Unglücks ist noch nicht einwandfrei geklärt. Man nimmt an, daß sich bei der Vorbereitung einer Sprengung Kohlen­staub entzündet hat.

Mit der Pariser Overnkasse durchgebrannt. Ein Kassierer der Großen Pariser Over ist durchgebrannt. Er blieb mehrere Tage seinem Dienst fern, ohne daß man für feine Abwesenheit eine Er­klärung hatte. Als man ihn aufsuchen wollte, weil man sich um ihn Sorgen machte stellte sich heraus, daß er spurlos verschwunden war. Inzwischen hatte man den Kassenbestand einer Betrachtung unterzogen. Die Untersuchung ergab, daß der Kassierer die runde Summe von einer Million Franken mitgenommen hatte.

Der Kochtopf als Retter. In einem Juwelengeschäft von Schanghai trat dieser Tage ein Herr ein und lieb sich eine Anzahl Perlenketten vorlegen. Plötzlich legte der vermeintliche Kunde einen Revolver auf den Händler an und unmittelbar darauf trat ein zweiter Mann ein, der alsbald, während der erste den bestürz­ten Juwelenhändler mit seiner Waffe weiter in Schach hielt, gewissenhaft alle mit Juwelen gefüllten Kassetten durchstöberte und Damit einen Koffer füllte den er mitgebracht hatte. Als diese Arbeit beendet war, schickten sich die beiden an, den Händler zu fesseln, um zu verhindern, daß er schnell Arlarm gäbe, aber wäh­rend sie ruuf) damit beschäftigt waren, ertönte plötzlich ein scharfer Pfiff aus eem nächsten Raum.Ich habe ein Signal gegeben,-unb jetzt kommt die Polizei," tief der Iuwelenhändler aus, unb bas genügte, daß die beiden Verbrecher in größter Haft den Juwelen­laden ohne das Diebsgut verließen. In Wirklichkeit hatte der Händler im anstoßenden Raum Wasser zum Kochen aufgesetzt und dieser Topf war mit der Einrichtung versehen die zu pfeifen be­ginnt. wenn das Wasser kocht. Als der Iuwelenhändler das Pfei­fen hörte, hatte er die Geistesgegenwart, es zu benutzen, um die Diebe zu erschrecken, und so war er tm letzten Augenblick gerettet worden.

WISSEN SIE SCHON.. .?

. dan die Möglichkeit, durch die Prostellerblätter cints Flugzeu­ges zu schießen, von einem Deutschen stammt? Es war der Berliner Franz Schneidet, der die sinnreiche Einrichtung erfand, die erst dann den Schuß aus­löst wenn das Ptopellerblatt an her Mündung des Maschinengewehres vor­bei ist S-reits 1913 wurde das Patent erteilt. Roch kurz vor dem Krieg 1914 bis 1918 wat man von der praktischen Ausführung dieses Patentes nicht über­

zeugt Erst Fockei baute ein f-genanntes Motor-Maschinenge­wehr in ein Flugzeug ein. H-erdei erfolgten der Antrieb und die Kupplung durch eine Kette, die unmittelbar mit der Kurbelwelle des Motors in Verbindung stand. Diese bewegte unter Verwen­dung einer Pleuelstange das Schloß des Maschinengewehres nach vor- und rückwärts. Auf Liefe Art und Weife wurde die Be­tätigung des Gewehrs hei Einschaltung der Kupplung entsprecheiid der Propellerdrehzahl gelöst und gesperrt. (Deike-M.)'

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