Wiesbadener TagblaLt
gftmeiaa Sontrtag. 27. 28. Februar 1948
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Die Heldentat Les Panzerjägers Werner Wrangel
an den Ort herangekommen. Eben
die Kompanie mit einer
war am
zu vereiteln.
Im Residenz - Theater
Stellung gegangen tft. .
folgen in Wellen die Sowjetschützen. Kaltblütig läßt Wrangel stählernen Koloffe herankommen, 100, 80, 60 Meter. Dann ?
eine auffallende dramatische Bein den gröberen und sogar auch
wütender Schneesturm faucht bei minus 25 Grad um das Geschütz des Gefreiten Wrangel, das freistehend auf einer Geländekuppe in — -------- .t. Die Feindpanzer rollen an. Dichtauf
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stählernen Koloffe herankommen, 100, 80, 60 Meter. Dann zuckt dreimal brüllend ein Feuerstrahl — und jeder Schutz ist ein Volltreffer. Viermal wiederholt sich das gleiche Schauspiel. Nach zwei Schutz Leuchtmunit'on ist das Geschütz aus das neue Ziel eingeschossen, der dritte Schutz sitzt und brennend bleiben vier Sowjetpanzer vor der Stellung liegen. Da tritt Ladehemmung
2. und 3. 12. 42 matzgebend an dem Durchbruch dieser Kampfgruppe durch den bolschewistischen Ring beteiligt
In der Nacht zum 4. Dezember unternahmen die Bolsche-
dicken Brei. Etwa hundert Gefangene mit ihrem Gerät waren in unserer Hand, dazu zwei Geschütze, von denen eins dasjenige war. das uns so liebevoll bedacht hatte„
Wir sahen uns den Ort an. Unsere Geschütze hatten gut» Arbeit getan Ein Volltresser sab mitten im Bahnhofsgebäude, Rings um den £rt hatten die Bolschewisten Feldstellungen ausgebaut lyit Zickzacklausgräben, Panzergräben und Stacheldrahr. Sie waren nicht ganz fertig geworden, weil sie so schnell nicht mit uns gerechnet hatten. Ein gut Teil der Gegner mochte ent- kommen fein. Würden wir noch stärkeren Widerstand finden? Ein Spähtrupp, den wir am Abend noch einsetzten, zeigte uns. datz di« Bolschewisten ihre Sicherungen weit vorgezogen hatten.
Am anderen Morgen in aller Frühe stieben wir weiter vor und sanden die Stadt verlaffen.
^-Kriegsberichter Dr. A.- Venn
epischen Schönheit und ihrer strahlenden Eeisteshelligkeit widerspiegelt:
Geistesgruh (Beim Anblick 'einer merkwürdigen Burgruine).
Doch auf dem alten Turme steht
des Helden edler Geist.
der. wie das Schiff vorübergebt.
es wohl zu fahren Beim ....
..Mein halbes Leben stürmt' ich fort
verdehnt' die Hälft' in Ruh.
und du, du Menschen-Schifflein dort.
fahr immer, immer zu!"
Kleine Literelurseschictzle 6er Latzn
Von Snguft Straub \
SeibsierlebLes ans Sayern
Von । Kurt Utz
einzukommen.
3m groben Logen umfuhren wir den Brt und versuchten von einer anderen Seite aus unser Glück. Wieder dasselbe wie vorher. ?loch ein dritter Versuch, diesmal kamen wir näher an den Ört heran. Riesige Strohmieten boten Deckung gegen Sicht und Beschuß Von Sirohmiete zu Strohmiete stietzen wir vor. Gerade waren wir hinter einem der Strohhaufen herangekommen, da knallte es dicht an unseren Ohren, und wir verspürten einen Luftdruck. datz wir meinten, es zerrisse uns das Trommelfell. Schon
auf 300 Meter waren wir an den Ort herangekommen. Eben wie ein Brett lag das Gelände vor uns., Rur unmittelbar am Ortsrand stand Gebüsch und verhinderte die Einsicht. Die Spitze hielt: mit den Gläsern versuchten wir, in dem von Sonnenglanz überflimmerten Land etwas auszumachen. Roch weiter tastete sich bas Svitzenkrad vor uni verhielt wieder. Da, ein einzelner Gewehrschutz zerriß die Stille und die in uns allen entstandene Spannung! Kaum hatte das Svitzenkrad gedreht, da setzte eine fürchterliche Beschießung ein. Der erste Gewehrschuß, den ein nervös gewordener Bolschewist abgegeben harte, war nicht nur für uns Signal geworden Maschinengewehrfeuer ratterte über uns hinweg Pakschüsse knallten, und seitlich von uns wühlten sich die Svrenggranaten in den Boden. Biel zu hoch lagen die Schüsse — zu unserem Glück, denn der mit acht Mann besetzte Geländewagen mit dem anhängenden Pakgeschütz war ein großes Ziel. Jetzt hatten wir die schützende Hecke wieder erreicht. Wir wubten, von dieser Seite war es nicht möglich, in den Ört hin
zog. Die in Stellung gebrachten Infanteriegeschütze eröffneten bas Feuer, das bald erwidert wurde. Nun war es klar: Wo auch eine sie sichernde Infanterie-
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schlugen die Granaten des 7-Zentimetei-Eeschützes wenige ^Dieter seitlich von uns in den Boden. „Gas"! Schrie eine):, und der Fahrer gab Gas. dab das Fahrzeug förmlich einen Sprung nach vorne tat. Mit uns brausten die anderen Fahrzeuge davon. Hinter uns stieg der Staub als schützende Wand auf.
Was nun? Eine Schützenkompanie mit einem anderen Zug der Aufklärungsabteilung hatte, während wir den Gegner hinreichend beschäftigten, an einer anderen Seite der Ortschaft mehr Glück. Von Haus zu Haus waren die Kameraden vorgekommen. In ausholendem Bogen brausten wir nach. Fast mutzten die Kameraden schon die Ollsmitte erreicht haben, da wurden wir noch seitlich von einigen nicht erledigten Stellungen beschaffen. Sier, in einem Gehöft, hatten die Sowjets das Mittageffen zubereitet. Die Feldküche hatten sie zurückgelaffen. und auf einem offenen Feuer stand ein Riesenkessel mit einem fade schmeckenden
Der totale Krieg ist unerbittlich. Er fordert von Mann und Frau das Äußerste, er wendet sich nicht nur gegen den Mann, sondern auch gegen die Frau, die ihre Kinder bedroht, ihren Gatten gefährdet sieht Sie ist es, die unermeßlich seelische Stärke für die Geschlossenheit des Volkes zu betätigen hat.
Ludendorfi: „Der totale Krieg“
wiften einen Großangriff mit starken Panzer- und Jnsanterie- kraften, um den Durchstoß eines deutschen Verbandes, der zum Entsatz der noch eingeschloffenen Kampfgruppe M. angetreten ist.
Trotz bei pausenlosen Einsätze bei letzten Tage sind die Panzerjäger wieder dabei, die Männer sind erschöpft, die Fahrzeuge zerschoffen, verbrannt, nur ihre Geschütze haben sie noch und mit denen wird bis zur letzten Granate gekämpft. Ein
Mil Nassau und seinem bescheidenden Nenaiffanceschlob, das sich eigentlich nur durch den weiträumigen Hof und den Park mit den herrlichen alten Bäumen aus feiner bürgerlichen Umgebung heraurhebt, besinnen wieder die Eoetheerinnerungen. Sier trafen im Sommer 1815 die weimarifche Exzellenz und der grobe Erneuerer Reichsfreiherr vom Stein zusammen, wie es Ernst Moritz Arndt in seiner frisch zuvackenden Art erzählt hat:
Goethe hatte seine Vaterstadt und einige alte Genossenschaft und Freundschaft wieder einmal besucht. Da Halle ihn sein Herz gefaßt, die Pfade, auf welchen feine lustige, genialische Jugend sich ergangen und getummelt Halle, noch einmal zu durchwandeln. Da vernimmt Stein in seinem Schlöffe die Nachricht, Goethe fit' in Nassau im „Löwen" abgestiegen. Er flugs in den „Löwen" und holt und zwingt den Sträubigen in [ein Schloß hinauf. Da nun Goethe einen Ausflug nach Köln vorhat, so lägt Stein seinxn Wurstwagen Vorspannen, lind sie rollen zusammen den Rhein bis nach Köln hinunter.
In der heute zerfallenen StauMburg der Reichsfreihenen am Waldhang flußgegenüber und der nächtlichen Lahn, die ein irrendes Lichtlein spiegelt, geschieht Schäfers erschütternde Anekdote vom Rullterherzen „Die Frau vom Stein".
3n Bad 6ms weht noch immer der Wind großen jüngeren geschichtlichen Geschehens, gefaßt in Walter Bloems „Eisernem Jahr". Franz v. Dingelstedts „Esel-Fritze" (1877) und Alex von Gleichen-Rußwurms Rokokogeschichte „Die Bagatelle" (1928) atmen den Geist des Weltbads. Liebe Familienerinnerungen aus Rudolf Presbers Buch „Aus der Jugendzeit", die auch nach Lad Ems reichen, muten schon heute an, wie aus der guten alten Zeit.
Zwischen Hütten und Fabriken, die vom geschäftigen Rhein herauf drängen, durcheilt der liebliche Fluß feinen letzten kleinen Abschnitt. Wie eine Erinnerung an seinen romantischen Lauf grüßt von einer letzten Berglehne, bereits von Weingärten um- guttet, seine letzte Burg: Lahn eck. Als man in der burgenbegeisterten Evoche des vorigen Jahrhunderts die Ruine erstieg, um sie zu einem Landsitz auszubauen, sand man auf der Plattform des Bergfrieds ein von Sonne und Frost gebleichtes weib- iiches Skelett. Das Schicksal dieser letzten Besucherin der Burg, unter der die morsche Leiter zerbrochen war und deren Winken und Rufen kein Mensch bemerkte, ist von Wilhelm Schäfer in der Anekdote „Das fremde Fräulein" ergreifend gestaltet worden.
Und doch weben freundlichere Erinnerungen gerade auch um diesen Eckpfeiler zwischen der Lieblichkeit der Lahn und dem heroischen Zuge des Rheins. Burg Lahneck war es. im Anblick derer Goethe, am 18. Juli 1774 mit Lavater und Basedow vor- überfahrenb. in ein Stammbuch jenes Lied schrieb, das so recht das spätere Türmerlied des „Faust" vorausnimmt, „Zum Sehen geboren, »um Schauen bestellt", und gleichzeitig die Lahn in ihrer
, * * Das „Wiesbadener Collegium musicum" spielte tm tunpen Kammermusikabend der Stadt Hildesheim. Die Preffe schreibt darüber u. a.: „. . . eine kammermusikalisch? Vereinigung von hoher künstlerischer Disziplin, restlos ausgeschliffen in der Intimität eines schön durchsichtigen Zusammenspiels, das jede Einzelheit klar erkennen läßt und heften tonliche Schönheit überall gleichwertig ist." b
* „Künstler sehen die Front". Die gleichnamige Ausstellung des Nassauischen Kun st Vereins in der Wilhelmstraße erfreut sich dauernd eines sehr guten Besuches. Darüber hinaus ist die Kauftätigkeit rege, so daß die reiche Schau in finanzieller Hinsicht gleichfalls ihren Zweck erfüllt. Pom künstlerischen Wert bxr Ausstellung zeugt auch, daß sich die gesamte Preffe des tvaues Hessen-Nassau, wie auch die Preffe im Reich mit ihr beschäftigte. Die Ausstellung „Künstler sehen die Front" bleibt noch während der ganzen Märzwoche zur Besichtigung offen.
(Tarizgafffpial £alncca
Die Tänzerin Palucca kam gestern im Residenz-Theater mit neuen Tänzen. Sie tanzt nicht nur die Stimmung und den Charakter eines Stückes, sondern vielfach auch die einzelne Note mtt rhythmisch belebtet, fast selbstverständlicher Körverfrendigkett. Sie kommt in den Menuetten (Mozart. Beethoven), den slawischen Tänzen (Dvorak), Brahmsschen ungarischem Tanz und in spanischen Rhythmen besonders überzeugend. Hier vermag sie den ganzen Schattierungsreichtum ihres Temperaments »u entfalten. In dieser Art war Webers Aufforderung zum Tanz der Höhepunkt. Problematischer wird es, wenn sie Beethovens Sonate ais-moll „tanzt". So wirkungsvoll auch zum Beispiel hier das Adagio sostenuto mai, die der Sonate „unterlegte" Auffassung zeigt deutlich die Grenzen, die teils der absoluten Musik, teils dem Tanz naturgemäß innewohnen. Dr. Heinrich Reichert
Links: Mau weiß sich zu helfen. Auf dem Schienenstrang in Tuneiien sind LKW. als Dräsinen umgebaut und bringen beladene Eisenbahnwagen ins 3rontgebt et. PK.-Au'n- Kriegsberichter Senfe (Weltbild.) — Rechts: Renntiergelvauue in der Tundra bähen mit dem kabnformtgen Schlitten aus D0Itt
gebracht. Während der Rückfahrt wird auf dem Alias aufgeiefien und tm Trab geht es zuruck zum llmfchlagplafe. PK.-Aum.. Kriegsberichter Tbeobald-Atl. (Weltbild.
Der Volksstamm der Oberbayern, älfo der Gegend südlich von München, zeichnet sich durch eine auffallende dramatische Begabung aus. Und so finden sich i.. .... — —- s—- —, kleinsten Orten des bayerischen Gebirges die Laienbühnen. Bauerntheater genannt von denen einzelne internationalen Ruf erlangt haben. Die Ursprünglichkeit der Darstellung dieser Nicht- berufsschausvieler bringt im Tragischen erschütternde, im Komischen unwiderstehliche Wirkungen hervor. Einmal jedoch erlebte ich in dem Bauerntheater eines kleinen Gebirgsortes ein seltenes Gemisch einer tragikomischen Situation und davon will ich hier
bis zur letzten Granate
ein, fieberhaft arbeitet die Bedienung am Verschluß, während um das Geschütz herum Grenadiere und Bolschewisten erbitterte, hin- und herwogende Kämpfe Mann gegen 'Mann führen. Immer dichter wird das Infanterie- und Artilleriefeuer. Ein Teil der Geschützbedienung ist bereits ausgefallen, da holt Werner Wrangel einfach ein paar Grenadiere heran und schießt weiter. Nach jedem Schuß rollt das Geschütz meterweit über den verharschten Schnee aus seiner Stellung und muß mühevoll wieder aut die Kuppe geschoben werden. Eine Panzersprenggranate krepiert auf dem Schutzschild, ohne ihn zu durchschlagen. Durch die Splitterwirkung inerten ein paar Mann der Bedienung leicht verwundet, doch her Kampf geht weiter.
Immer schneidender wird die Kälte, immer neue Panzer rollen an. Wrangel läßt sie ruhig vorbeirollen, reißt das Geschütz herum und gibt ihnen von rückwärts, dort wo die Panzerung am schwächsten ist, den Fangschuß. Sechs weitere schwere Panzer werden so vernichtet. Und Werner Wrangel schießt weiter, schießt, bis die letzte Granate das Rohr verlaffen hat. Dann kommt der schwerste Entschluß dieser Nacht, das Geschütz mutz gesprengt werden, um es nicht den Bolschewisten in die Hände fallen zu lassen.
So erfüllt der blonde, blauäugige Holsteiner, Werner Wrangel, der in dieser Nacht gerade ein Jahr Soldat war. still und ohne viele Worte seine Pflicht bis zum äußersten. Durch bart heldenhaften und kühl abwägenden Einsatz seiner Waffe brachte er den bolschewistischen Ansturm zum 61 i I lstand, so lange, bis sich die gesamte Kampfgruppe M. unter Mitnahme all ihrer Verwundeten vom Feind abgelöst und die befohlene Stellung erreicht hatte.
Der Gefreite Werner Wrangel errang so in einer einzigen die höchsten Auszeichnungen, die einem Soldaten zuteil werden können: Das Sturmabzeichen für schwere Waffen in Silber, das EK. n. für Persönliche Tapferkeit, das EK. I. für den Abschuß von zehn schweren Feindpanzern und das Ritterkreuz zum Eisernen Kreuz für den strategischen Erfolg, der vielen Kameraden das Leben rettete und damit die Äampftraft einer Kampfgruppe erhielt. Kriegsberichter Wolfgang Michelau.
Kampf einer schweren Pak
DNBs . . . ., 26. Febr. (PK.) Die lichten Buchen und blanken Seen Schleswig-Holsteins sind seine Heimat. Die Menschen dort oben gehen still und zielbewußi ihrem Tagewerk nach, und wenn ihnen etwas besonders gut gelungen ist, so machen sie nicht viel Aufhebens davon. Schon zu allen Zeiten waren sie gute Soldaten, tapfer und ihrer Pflicht bis zum Letzten getreu. Dort, in dem kleinen Dorf D a tz b e ck, im schönen Öldesloer Land, lebte im Hause seiner Eltern der M a u e r ß e i e 11 e Werner Wrangel. Es kam der Krieg — und heute steht der 20jährige Werner in einer Panzerjäger-Kompanie im Osten als Gefreiter und Geschützführer an einer schweren Pak. beliebt bei allen Kameraden, bescheiden und von immer gleichbleibender, freundlicher Gelassenheit. Daran hat auch das Kreuz von Eisen am breiten, schwarz-weißroten Bande, das seit heute seine Brust schmückt, nichts geändert.
Es war während der schweren, wechselvollen Kämpfe süd - westlich Welikije Luki, Ende November—Anfang Dezember v. I., als der Gefreite Werner Wrangel über sich selbst hinauswuchs urtb (ein Heldenmut entscheidend war für das Schicksal einer ganzen Kampfgruppe, die dem umklammernden Druck einer vielfachen bolschewistischen Übermacht zu erliegen drohte.
Die Panzerjäger-Kompanie, welcher der Gefreite Wrangel angehött, war hervorragend an den Kämpfen südwestlich Weliktje Luki beteiligt. Im Feuer ihrer schweren Waffen brach ein Durchbruchsversuch der Sowjets zusammen. Wenige Tage daraus wurde
Geschütze waren, da mußte jtellung fein.
Über uns weg rauschten die Granaten der Geschütze. Wann würden wir auf die ersten feindlichen Stellungen stoßen? Bis
Mit dem Spähtrupp unterwegs
Die Leibstandalle-ff „Adolf Hitler" stellt Freiwillige ein Das Merkblatt über die ausführlichen Einstellungsbedingungen 'st bei den Ergänzungsämtern der Waffen-ff Rhein (XII) Wiesbaden, Bahnhofstraße 46, sowie bei allen Dienststellen der Allgemeinen ff, der Polizei und der Gendarmerie anzufordern.
NSG. In der Division der Leibstandarte-ff „Adolf Hiller" ist der Kommandeur der Aufklärungsabteilung bekannt unter dem Namen des „schnellen M.". Bei den letzten Unternehmungen zur Erkundung wichtiger strategischer Angriffspunkte hat der Kommandeur seinem Namen wieder alle Ehre gemacht, und auch die Abteilung erfüllte ihre Aufgabe mit Schneid.
In nächtlicher Fahrt Über Wege, aus denen bisher noch kein deutsches Fahrzeug gefahren war, tauchten aus dem Morgennebel plötzlich die Umrisse eines Ortes auf. Als beherrschende Bauten waren der hohe Wasserturm und das Dovvelgebäude der Mühle zu erkennen.
Es galt festzustellen. Ob und wie stark die Ortschaft befestigt war und ferner, die Zugangsmöglichkeiten zur Ortschaft zu erkunden. In scheinbarer Ruhs und Friedlichkeit lag der Ort vor uns. Die Sonne war inzwischen hochgekommen und brannte recht erfreulich auf die von der Nachtfahrt erstarrten Glieder. Dichte Hecken von in vieritzcher Reihe angepflanzten Akazien verliefen, jeweils rechtwinkelfg' auieinanderstoßenb, vor bej Ortschaft und unterteilten so bas weite Borland. Im Schutze dieser Hecken stießen wir vor
Nun mußten wir. vielleicht auf 500 Meter an den Ort heran- getommen. die schützende Hecke verlassen. Ein Feldweg führte unmittelbar auf die Ortschaft. Das Svisenkrad tastete sich langsam an den Feind heran. Daß der Ort besetzt ■ sein mußte, war inzwischen erkennbar geworden. Man sah Rauch aufsteigen, der sich langsam fortbewegte: durch das Glas erkannte man einen Güterzug, den die dampfende Lokomotive aus dem Ort heraus-
erzäblen: . J
Man gab ein tragisches Volksstück, in dessen Verlauf der Held, zum Tode verurteilt, erschossen werden soll. Im letzten Akt — der dunkle Kerker, nur durch einen fahlen Lichtschein, der von außen durch ein kleines Fenster bringt, erleuchtet. Der Held nimmt Abschied von feinen Angehörigen und wird hinausgeführt. Die Bühne ist leer. Atemlose Spannung im Zuschauerraum. Da ertönt hinter der Szene ein Trommelwirbel. Pause. Dann noch ein Trommelwirbel. Dann aber kracht ein Schuß, so maßlos übertrieben, daß es in dem deinen Theatersaal klang, als würde eine Kanone ab- gefeuert, statt der anzunehmenden Ecwehrialve. Unmittelbar bar- auf ereignete sich aber etwas erschütternd Komisches: der starke Schuß bewirttc. daß die Bühne eroebie und die Kinterwand des Kellers herabsiel — da aber stand aller Blicken sichtbar, der Held, der soeben erschaffen worden war. einen zünftigen Maßkrug am Munde, in vollen Zügen den Gerstensaft schlürfend, um sich nach seiner großen Rolle an dem heißen Sommertag zu erfrischen. Man nahm in bezug auf das Schicksal des Selben einen völlig beruhigten Einbruch mit nach Hause.
Ein mit köstlichem Mutterwitz begabtes, echr bayerisches Original war ber alte Biermooser aus ber Chiemgauer Gegend, mit seinem Pferdefuhrwerk fuhr er die Sommerfrischler im Lande herum spazieren. Einmal hatte er unterwegs wieder etwas über den Durst getrunken und schlief während ber Heimfahrt auf seinem Kutscherbock ein. Der Wagen.blieb schließlich stehen. Die luftigen Insassen bes Gefährten foannten ihm bie Pferde aus. trieben sie die kurze Strecke heim in den Stall und ließen Btet- mooser. allein auf feinem Bocke sitzend, auf der Landstraße zurück. Die nächsten Tage traute sich niemand an ihn heran, denn er drohte schote aus der Ferne: „Ihr Haderlumpen, Ihr E'schellrn. tommt's wer nut net z' nah." Als er sich nach einiger Zett wieder beruhigt hatte, entspann sich folgendes Zwiegespräch zwischen einem Mitfahrer und Biermooser: „Biermooser. sag' mal. was hast du dir denn da gedacht, wie du aufgewacht bist, allein auf deinem Bock, und deine Pferde verschwunden waren?" Daraus Biermooser: „Wos i wer denkt hob? — Biermooser. hab i me( denkt, bist es, ober bist es net? Bist es, bab'ns dir deine Pferd' roegg’nomma; bist es net hast a Wagetl g'funb'n?"
