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Wiesbadener Tagblatt

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Nr. 48

Freitag, 26. Februar 1943

91. Jahrgang

Ganz Europa aufgerufen

Unsre Feinde haben der kontinentalen Mobilisierung nichts gleichwertiges entgegenzusetzeu

US. Bern». 26. Gebt. (Eis. Drabtbericht umerer Berliner CKristleitung.) Die Proklamation des F u b r e r s zum Parteigründungstag wird weiterhin von der gesamten Weltpresse, insbesondere aber von den Zeitungen der mit Deutschland im Kamp? verbundenen Landern, aus das Stärkste kommentiert. Überall werden auch in den wer­teren Kommentaren die Worte des Führers., daß . sanz Europa gegen den Bolschewismus mobilisiert wird und das die Länder, die für den Ausbruch des Krieges verantwort­lich nnd. zu den Leistungen in diesem SLtcksalskamvf mrt herangezogen werden, nachdrücklichst unterstrichen. ..Wir finden in dieser Proklamation . so schreibt zum Beispiel dgs rumänische Blatt ..Porunca Bremii". „denselben ungebrochen nen Kampfeswillen und dasselbe B e r t r au en in den Sieg wieder, das die kraftvolle. Perionllchkeit. den Führer, kennzeichnet. Die Proklamation ist ein glanzendes Beispiel der moralischen Kraft des Führers. Der Krieg gegen den Bolschewismus. so schließt das Blatt, .mruh um ieden Preis gewonnen werden. Darum lind die Volker Europas aufgerufen. aktiv und, aufrichtig an einem Kampf teilzunehmen. von dem ihr Schicksal und das Schick­sal der ganzen Kulturwelt abhängt.' ..Am Kampf gegen den Bolschewismus werden nicht nur alle moralischen und materiellen Kräfte Deutschlands", so schreibt die bulgarische Zeitung ..Utro". ..total mobilisiert londern auch die Kraft- ganz Europas." Das Vertrauen der Welt zum National­sozialismus werde imm'er gröber und das antl- jirdische Bewußtsein nehme unter allen Volkern zu. Dadurch werde der Weg zu einer Einigung aller europäischen Völker nngeb ah n t. Im —ager unterer Gegner dürfte man das nicht ohne Sorge vernom­men haben, hat doch schon die Ankündigung Dr. Goebels in seiner Svortvalaftrede. das Deutschland alle ferne Kräfte mobilisieren werde, zu sehr nachdenklichen Kommenmren ge­führt. Englische Wirtschaftsvolitiker stellten erst dreier Tage feit, daß Großbritannien voll mobililtert sei und amerikam- iche Zeitschriften fugten hinzu, daß das gleiche auch für die Sowjetunion gelte. England und dl- soroiet = Union also können der totalen Alobilmachung des.brut­schen Volkes und dem vom Führer angekundigten Rückgriff auf die Kräfte Europas nichts Gleichwertiges ent­gegensetzen.

Untio unnötiger ist es, daß sich der englische,-onnen- mfniiter. Morrison, feinen Kovf darüber -erbricht., wre die Welt im Falle eines ulutokratuch - bolschewistischen Sieges gestaltet werden soll. Herr Mornson.hat sich ln erner längeren Rede mit diesem jetzt in England io sehr beliebten Thema befaßt. Er knüpfte dabei an die anglo-amerikani- schen Wunschträume an und forderte, daß mir wie überhaupt die Mächte des Dreiervaktes entwaffnet werden sollten. So das geschehe, müsse tut die Sicherung des Welt­friedens gesorgt werden und diese Aufgabe munten neben Großbritannien. die Sowjetunion. die USA. und

Tschunakina-China übernehmen. In den vanden btcier, zur Völkeroegliickung ganz besonders geeigneten vier Machte werde ..das Schwert der Weltgerechtigkeit und der Welt­herrschaft" ruhen. Um diese Aufgabe besser ermllen zu können, müsse man eine überstaatliche Organi­sation schaffen, die weitaus umfassender gestaltet werden müsse, als die frühere Genfer Liga. Morrison vermied es, dieser Organisation einen Namen zu geben, da Bezeichnun­gen wie Völkerbund und Liga der Nationen offenbar selbst in England einen allzu schlechten Klang haben. Aus alten Plänen übernimmt Morrison die Idee, daß dieser Organi­sation ein Seer zur Verfügung stehen müsse. Der Innen­minister des vlutokratischen Englands erging sich dann weiter über die künftigen Bestimmungen und, forderte eine international^ Kontrolle der Geldanlagen, eine Kontrolle, die offenbar den britischen Plutokraten zugute, kommen soll. Schließlich meint er noch, daß England und die Sowiet- union die vordringliche Aufgabe gemeinsam hatten. 1 dre Problme der Neuorganisation nach dem Kriege zu losen.

Herr Morrison hat sich selbst als einen Utopisten be­zeichnet und das ist eigentlich das einzige vernünftige Wort seiner ganzen, langen RÄ>e gewesen. Denn all diese Plane find und bleiben Utopien. Es ist eine Utopie, wenn Herr Morrison glaubt, daß eine etwaige siegreiche Sowjetunion sich noch irgendwie um Ansichten und Absichten Englands kümmern würde. Das begreift selbst die nordamerikantlchc Presse, die stch noch immer mit dem Tagesbefehl Stalins be­schäftigt. in dem er betonte, daß die lomictudjcn Armeen allein die Lasten des Krieges tragen, da die zweite Front in Europa noch immer nicht gefchanen fei. ..New Bork Herold Tribüne" folgert daraus, daß. die Sowjets, da sie die Hauptlast zu tragen hätten, auch spater die Entfcheidung über das, was geschehen soll, beanspruchen würden. Die ..New Bork Times zeigt sich beunruhigt, datz Stalin garnicht von den gemeinsamen Kriegszielen spreche und meint. Stalin habe zu verstehen gegeben, daß er den Krieg für eigene Ziele führe. Man beginnt also zu er­kennen. daß eine siegreiche Sowjetunion sich garnicht in dre Gestaltung der Dinge in Europa hineinreden lasten wurde. Damit hat stch das offizielle Washington und London ja auch schon abgefunden. Sie sind, wie wir schon jeftgencut haben, bereit. Europa den Sowjets auszuliefern. Wir in Europa stud uns über diese Dinge vollkommen klar. Wir und keine Utopisten wie Herr Morrison.,sondern wir wissen, daß wir von den -Plutokraten, ebenso wie »on_t>cn Bolrche- miiten. die Vernichtung zu erwarten hätten. Deshalb eben ist Europa zum Widerstand aufgerufen und wird.dreiem Rufe Folge leisten, um die vlutokratifch-boltchewtsttichen Anschläge auf unseren alten Kontinent zum Scheitern zu bringen. Das Schicksal Europas und die Neuordnung der Welt werden nicht durch England und die USA., auch nicht durch den Bolschewismus entschieden, sondern durch die jungen Völker des Dreiervaktes.

England die Partie verloren

Weltherrschaft gehört der Vergangenheit ar,

daß bei Kriegsausbruch 1800 Schiffe weniger unter eng­lischer Flagge fuhren als im Jahre 1914. Ebenso wurde der militärischen und zivilen Fliegerei so wenig Aufmerksamkeit geschenkt, daß wir kaum einen Vergleich mit unseren Nach­barn auf dem Kontinent aufnehmen können."

Schon heute hat

„Daily Sketch": Die britische

Stockholm, 25. Febr. Das Eingeständnis, daß die britische Weltmacht der Verganoenhett angehort. wird am gestrigen Mittwoch von sir Archibald H u r d s tn einem Artikel ber Londoner ..Daily Sketch" gemacht, der wegen seiner Offenheit besondere Beachtung verdient.

..Großbritanniens fast tausendjährige Hurschaft", so schreibt er darin unter anderem wörtlich. ..wird nun em Ende bereitet. Es ist drauf und dran, diese in die Sande Onkel Sams gleiten zu lasten, der Ratter ist was Seemacht. Truppenmenge. Handelsmarine und Flugzeuge anbelangt. England kann stch nur noch mit dem Gedanken trösten, daß es in den USA. einen Freund besitzt, der die gleiche Sprache spricht, die gleichen Ideale vertritt und schließlich stch den Verpflichtungen der Atlantik-Charta unterworfen hat. Die Abdankung Englands ist der Preis, den wir für die Verimch- lästigung unserer Flotte in den letzten 20 Sabren zahlen müssen. Unsere Kriegsmarine hat stch um etn Viertel ver­kleinert und unsere Handelsmarine steht, machtlos, den Handelsflotten anderer Länder gegenüber mit dem Resultat.

Wieder meldet stch mit ..Daily Sketch" im Lager der britischen Publizistik eine Stimme, die. wie so viele andere schon, offen und ungeschminkt den Zusammenbruch des eng­lischen Weltreiches prophezeit. Wenn in dem biet erwähn­ten Falle auf die Vernachlässigung der britischen Kriegs­flotte. der Handelsmarine, sowie des englischen Flugwesens hingewiesen wird, muß man veranlaßt sein, die Frage auf­zuwerfen. ob den verantwortlichen Londoner Kriegshetzern um Churchill alle jene Schwächen nicht auch schon zu dem Zeitpunkt bekannt gewesen stnd, da st- wegen Danzig und dem Korridor den gegenwärtigen Weltkamvf mutwillig vom Zaune brachen. Schon beute bat England' die Partie verloren. Es fragt stch nur noch, ob es den Löwenanteil seiner zerfallenden Emviremacht an die verbündeten Dreier- vaktnationen oder aber an die USA. verlieren wird.

Tschiangkaischek zur Zett prattisch ohne Luftwaffe

Militär Mission sprach aus einer Prestekonferenz in London

Der Leiter der tschungkiag-chinesischen

Stockholm. 25. gebt. Der Chef der z. Zt. in London weilen­den tschungking-chinefischen Militärabordnung, General H s u i n g S ch i n o Hui, sprach am Donnerstag auf einer Prestekonferenz. Er gab zu bedenken, datz Japan seine Macht ständig vergrötzere und reich an Menschen und Hilfsquellen sei. Der Gedanke, Japan im Herzen seiner Macht anzugreifen, sei sehr verlockend, doch außer­ordentlich schwer, da der Gegner wichtige strategische Stellungen bezogen hätte. Um diesen Vorstoß überhaupt durchführen zu können, müßten Japans Gegner einen gemeinsamen A n - griffsplan aufstellen.

scheidenden Brennpunkten. In Nord-Kiangsi haben ste rund 700000 Mann der neuaufgcstellten 4. Tschnngking-Armee vernichtet.

Beitrag zur Neutralität der Schweiz

Bern, 25. Febr. Wie in Bern amtlich mitgeteilt wird, hat eine kleinere Anzahl verirrter (!!) ausländischer Flugzeuge in der Nacht zum 25. Februar zwischen 23,17 und 0.31 Uhr wieder­holt das Gebiet der Nordwestichweiz überflogen. Im Jura und in der Westschweiz sowie an einigen Orten der Zentralschweiz sei Alarm gegeben worden die Flak sei nicht in Aktion getreten

Es gibt nur ein Deutschland

Jahrelang versuchten die Engländer einen Keil zwischen den Führer und das deutsche Volk zu treiben. Sie haben sich an unserer Geschlossenheit die Köpfe und die Illu­sionen eingerannt Das „andere Deutschland", so schreibt „Nineteenth Century" ist eine Erfindung unserer eigenen Dunkelmänner. Eine späte Erkenntnis, aber immerhin besser als gar keine. Wir wollen es dem plutokratischen Schreiber­ling noch einmal bestätigen: Ja, es gibt nur ein Deutsch­land und das ist das Deutschland Adolf Hitlers. Und wenn die britische Zeitschrift dann glaubt, uns den Frieden als „eine qualvolle Zeit" ankündigen zu müssen, so können wir ihr nur bescheinigen, daß sie wieder einmal Wunsch und Wirklichkeit verwechselt daß sie aus einer Illusion in die andere fällt. Das Deutschland Adolf Hitlers schlägt sich bis zum letzten Tropfen Blut und ist entschlos­sen, eher kämpfend zu sterben, als den Sieg aus der Hand zu geben. Mögen die Herren Pluto­kraten die Rückschläge, die uns im Osten betroffen haben, zu einem billigen Triumph ausschlachten; uns haben sie* nur noch härter gemacht - Wir gehören nicht zu den Schwächlingen, die an einem Mißerfolg zerbrechen. Vor unserem geistigen Auge steht der mühsame Weg, worauf der Führer eben erst wieder in seiner Proklamation hin­wies, den die Partei aus der Namenlosigkeit zur Macht gehen mußte. Aus jeder Prüfung erwuchs neue Selbstbe­sinnung, erhöhte Konzentration, eine letzte Straffung der Kräfte und schließlich der Erfolg. Das ist das Pro­gramm des deutschen Sieges. Wir antworten auf da« Triumphgeschrei unserer Feinde mit der Tat, mit dem b e - dingungslosen Einsatz in Arbeit und Kempf. Jawohl, es gibt nur ein Deutschland, das Deutschland Adolf Hitlers und dieses Deutschland siegt!

Heinrich Karl Kunz.

Landmacht — Seemacht

Von Wilhelm Ackermann

Bekanntlich ist es den Amerikanern Ser Vereinigten Staaten vor lauter busineß. wegen ihrer unentwegten Jagd nach dem Dollar, nicht möglich gewesen, stch auch nur beschei­dene Anfänge einer eigenen Kultur zu schaffen: ste begnügen stch unbewußt beichezden .mit lächelnder Selbst vcrilöndlich- - kett tn dtt-vauprutSe au: diesem Gebiet mit Anleihen bei anderen Volkern, oet deren bunter Zufallsmiichuna ne auch noch beweisen, daß ihnen auch Vergüte Geschmack ein frem. der Begriff geblieben ist. Dieses Manko geht in seiner Wir. hing tm wesentlichen nur ste selber an: ein anderes aber tst auch für ihre Umwelt unangenehm und unter Umständen sogar/gefährlich. Sie haben nämlich bei ihrer geschäftigen Eeichäftigkeit auch keine Zeit gehabt, stch in einem vernünf­tigen politischen Denken zu üben und fallen daher in ihrer Masse mit einer für europäische Begriffe unvorstellbaren Kindlichkeit auf irgendwelche Schlagworte und auf jede intenstve Propaganda geristener Demagogen herein. Daher kann man cs erleben, und erlebt cs gerade in unseren Tagen, daß feierlich verkündete und allgemein anerkannte volittsche Grundsätze von heute auf morgen verleugnet, d ei­genen. ins Gegenteil verkehrt werden, ohne daß jemand daran grob Anstoß nähme, abgesehen von ein paar kritischen Naturen, die dann aber als Querköpfe gelten. So ist es in diesen letzten Jahren vor allem mit der Monroe-Doktrin gegangen, der länger als ein Jahrhundert geheiligten, die den Vankees auf außenpolitischem Gebiet den eindringlichen Rat gab: Schuster, bleib' bei deinem Leisten! Die Mehrzahl der Menschen in den USA. hat nicht gemerkj. oder sich zum min­desten nicht darüber aufgeregt, daß ihr Präsident Roosevelt dieses Prinzip der Nichteinmischung zunächst in sein krasses Gegenteil verkehrte, um dann von dorther zum Welt- berrschaftsansprach fortzuschreiten. So scheinen sie stch auch ebensowenig Gedanken zu machen, wenn die doch noch ziemlich neue undguterbaltene Atlantik-Charter schon vor ihrem ersten praktischen Gebrauch abgedankt wird, indem man die Durchführung der Freiheit und des Selbst­bestimmungsrechtes der europäischen Völker dem Bolschewis­mus überträgt.

Aber auch das scheint noch nicht der letzte aktuelle Schrei der schnell wechselnden politischen Mode in den Vereinigten Staaten zu fein: es zeichnet sich bereits in amerikanischen Zeitungen ein neuer hochfliegender Gedanke ab: die künftige Zweiteilung der Welt in je eine be­herrschende Land- und Seemacht. Dabei fällt die Rolle der ersteren natürlich mangels weiterer Bewerber der Sowjetunion zu. während die letztere natürlich durch die USA. verkörpert wird, unter selbstverständlicher Einge­meindung des englischen Empire, worüber unter • echten Amerikanern ja bereits nicht mehr diskutiert wird Freilich ist auch diese neue Idee wieder nichts weiter als ein höchst oberilächliches Schlagwort, über besten tatsäch­lichen Inhalt und praktische Bedeutung, seine Erfinder und Verbreiter stch nicht erst lange den Kovf zerbrechen. Nehmen wir es einmal einen Augenblick ernst und vergegenwärtigen wir uns die Folgen» für das Antlitz dieser Welt. Die . Sowjetunion als beherrschende Landmacht, das bedeutet nicht nur die Auslieferung des europäischen Kontinents an den Bolschewismus, ionderir auch feine ungehemmte Ausbreitung im Vorderen Orient

Nach diesen Äußerungen wandte sich der General der Waffenlieferung an Tschunktng zu und forderte weiteres Kriegsmaterial, vor allem Flugzeuge, wobei er durch­blicken ließ, datz Tfchungking zur Zeit praktisch ohne Luft­waffe sei. Aus die Frage, ob der Besuch des Generals in Washington befriedigend gewesen sei, antwortete er: „Vorm End­steg kann nichts befriedigend sein", womit er in vorsichtiger Formulierung ausdrücken wollte, datz er Washington gewisser­maßen mit leeren Händen verlassen hätte. Über seine Auffassung über die Lage in Indien befragt, meinte der General ausweichend, daß England gewiß die rechte Lösung aus dem augenblicklichen Stillstand finden wurde.

Nanking-Truppen erstmals eingesetzt

Berlin, 25. Febr. In den Meldungen vom chinesischen Kriegs­schauplatz wird gesagt, datz vor einigen Tagen Nanking- Truppen zum er st en Male in Erscheinung traten. Es werde betont, daß diese Truppen Wangtschingweis zur Säube­rung der rückwärtigen Gebiete eingesetzt würden. Rach neueren Meldungen nehmen ste nun auch an den großen Offenfiv-Be- wegungen teil nnd kämpften in den letzten Tagen sogar an ent -

Unvorstellbare Entbehrungen der Sowfetbevölkerung

Bericht eines neutrale« aus Moskau zurückgekehrten Diplomaten

Rom, 2ö. Febr. Ein neutraler, soeben von Moskau zurück­gekehrter Diplomat, schildert ausführlich die schrecklichen Lebensbedingungen der sowjetischen Bevölkerung. In Moskau leide die Bevölkerung unter völliger Armut und unvorstell- baren Entbehrungen. Mit Ausnahme von zwei großen Hotels, in denen ausschließlich hohe Sowjetbeamte, Diplomaten und ausländische Presteverireter wohnten, sehe man in allen Quartieren Moskaus deutlich die Anzeichen der furchtbaren Rot. Da die ganze Bevölkerung von den Versorgungsstellen praktisch überhaupt keine Kohle für Heizzwecke erhalte, müsse ste

Je totaler der Krieg, umso schneller der Sieg!

ihre Möbel verfeuern. Der «ste Schneefall End- Oltober habe die Bevölkerung mit Schrecken erfüllt, als ob es stlb um einen der heftigsten Luftangriffe gehandelt hätte. Alle Bäume des Petrowski-Parkes seien zu Beginn des Winters gefällt worden, aber das Holz sei ausschließlich fut die Heizung der Wohnungen hoher bolschewistischer Funktionäre verwendet worden. Alle Schulen seien geschloßen.

In Moskau wimmelt es von Agenten, die ausländische Diplo­maten und Presteverireter auf Schritt und Tritt überwachen. Brot sei derart teuer, daß der P r e i s für ein Kilo gtantrn einem 14-tägigen Lohn entspräche. Ein einfaches Baumwollhemd koste einige lausend Rubel. Warme Kleidung fehle allenthalben. Die öffentlichen Verkehrsmittel, wie Straßenbahn oder Untergrundbahn, dürften nur auf Grund von Sonderausweisen benutzt werden, da sie sonst ausschließlich dem Militär und den bolschewistischen Organisationen ’,«r Verfügung stehen