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Wiesbadener Tagblatt

Dienstag, 23. Februar 1943

___Wiesbadener Nachrichten

Beim Lesen der Odyssee

.. seht anbcren auch so wie mir, das sie in dieser 3cit zu den «uaicrn von ewige: Gültigkeit greifen, wie wir uns auch in das 3rerden und Vergehen der Natur und in den Sternenhimmel uhet uns nie so wach versenkt haben wie jetzt. Wenn die Soldaten des vorigen Krieges den Faust oder Hölderlins Hyvcrion lasen, und ich kann, was mich selbst betrifft, bezeugen, das es io war, |o stärken und begeistern auch heute wieder diese unvergäng­lichen Dichtungen manchen. Die Feldbuchhändler wissen davon zu berichten, das vor allem die Bücher begehrt werden, die nicht leicht zu Ende gehen, von denen der Leser etwas Dauerndes hat, und die gute Gefährten in hundert einsamen Stunden sein können.

Eines der Bücher, die solchen Anspruch ganz erfüllen, ist die Odyssee. Zweitausendachthundert Jahre ungefähr sind vergastgen, seitdem der sagenhafte Dichter Homer das Epos sang, von dem vielverschlagenen Helden, dem göttlichen Dulder Odysseus, den der Stranderschüiterer Poseidon zehn Jahre in die Irre fahren lieh, von Troia die Heimat zu finden. Wir haben dies vielleicht in der Sajale gelesen denn die Klassiker haben uns den großen Griechen 10 5U eigen gemacht, d' wir ihn als einen der Unfern empfinden, und die Abenteuer mit dem Zyklopen Polyphem, mit Kirke, mit den Sirenen, zwischen Skylla und Charybdis sind vielen von Jugend auf vertraut wie die Nibelungen.

Liest man nun aber die alten Gesänge wieder, so zeigt sich dem Erwachsenen erst, welch unerschöpflicher Strom der Jugend sie bewegt. Über uns strahlt ein heiterer Himmel, und die seligen Götter, die in die Geschicke eingroifen, benehmen sich höchst mensch­lich, den Freuden des Lebens zugeneigt, und seihst das Gelächter ist ihnen nicht fremd. Der göttliche Dulder Odysseus aber seufzt nicht nur unter der Bürde seines Verhängnisses, er weis die zier­lich gescheitelte Nymphe Kalypso auch zu nehmen, und als er das rauhe Eiland des Polyphem verläßt, der ihm die Gefährten er­schlug, vergibt er doch nicht, soviel als möglich von den Schafen des Nieseti auf sein Schiff mitzunehmen. Weil er die Furcht nicht kennt, aber die weise Vorsicht, ist ihm mehr vergönnt als anderen Sterblichen. Er dringt selbst in das Reich der Schatten ein den kühnen Eedankenfliig der späteren Dichter Vergil und Dante schon in der Zeit der Frühe wagend. Die Kunst des Dichters stellt in den ersten vier Gesängen das Ungemach des Sohnes Telemachos mit den Freiern voran. Erst im fünften Gesang sehen wir Odysseus selbst,, dann gelangt er zu den Phäatcn, und Nansikaa findet ihn am Strande. Über seine Taten gibt er dem König Alkinoos selbst Rechenschaft wir hören sie aus seinem eigenen Munde. Ursprüng­lich und lebendig steht er vor uns. ganz ohne Alter, ein unzer­störbares Herz schlägt ihm in der Brust: eine Gestalt, die keiner je vergißt. Wenn er den Boden Ithakas betritt, wissen wir, was die Freier erwartet. -__ z

Wenn irgend eine Dichtung vermag, kleinliche Sorgen zu verscheuchen, den Müden aufzurichten und den Träumen einen goldenen Glanz zu geben, so ist es biefe, die uns- mit reinen, unge­brochenen Farben das Bilb des Vielerfahrenen malt, der den Bo­gen spannt, den keiner sonst meistert. Richard E e r l a ch.

Groß-Konzert des Musikkorvs der Leibstandarte ft Adals Hitler. Unter der Leitung des Leibstandarten-Obermusikmcisters Hermann Müller-John und unter der Mitwirkung des Soldatenchors der Leibstandarte ff Adplf Hitler unter ff-Unter- scharführer W. Roos gibt das Orchester in Wiesbaden ein Grob- Konzert. Das Programm bringt in drei Teilen verschiedenartige Musik, jo im ersten Teil u. a.Der Festmarsch" von Richard Strauß, die Ouvertüre zur OverTannhäuser" von Richard Wagner. £. M. WebersAufforderung zum Tanz" undLes Preludcs" von Franz Liszt. Im zweiten und dritten Teil kommen Landsknechtsgesänge. schöne deutsche Volkslieder, Märsche aus sechs Jahrhunderten und die Ouvertüre zur OverWilhelm Tell" su Gehör.

Der Rundfunk am Mittwoch bringt an bemerkenswerten Sendungen im Reich sfcnder 15.30 Uhr Kostbarkeiten klas­sischer Kammermusik, 16 UhrKlingende Landschaft", 20.15 Uhr Bekannte Bühnen- und Konzertmustk. 21 Uhr Johanna und Josevh Straub. Im Deutschlandsender: 11.30 Uhr Über Land and Meer, 17.15 Uhr Kammerorchestei Ristenvart (von Hasse bis Armin Knab), Deutsche Bläsermufik. 20.15 UhrVom ewig Deut- ^ch"ll Schubert. Anzestgruber, Bruckner), 21 Uhr Auslese schöner

Das Heer ruft die Jugend! Angehörige des Eeburtsiahr- ganges 1926, die sich für die aktive Offizierlaufdahn des Heeres bewerben wollen, können ihr Bewerbungsgesuch jederzeit ein­reichen. Angehörige des Ceburtsjahrganges 1925. die sich jetzt noch bewerben wollen, müssen ihr Gesuch sofort einreichen. Nur für diejenigen Bewerber, deren Gesuch rechtzeitig vorliegt, ist die Verwendung im Heere sichelgestellt. Es kommen nur Bewerber in Frage, die nach Eharakler und Leistungen versprechen, deutschen Soldaten einmal Führer und Vorbild sein zu tönnen. Bewer­bungsgesuche sind zu richten an die dem Wohnort des Bewerbers nächstgelegeneAnnahmestelle für Offizierbewerber des Heeres" oder an das zuständige Wehrbezirkskommando. Auskünfte erteilen die Annahmestellen nud ihre Nachwuchsoffiziere sowie alle Wehr­bezirkskommandos.

Die ersten Schneeglöckchen. Im geschlossenen Kurvärk kann man bereits die ersten > blühenden Schneeglöckchen bemerken, auch am Warmen Damm findet man sie bereits am Fuße der Rhodo- dendronbüsche, die an der Abzweigung des Hauptweges zur Paulinenstraße. stehen.

Kleidung und Schuhe zur Konfirmation und Kommunion. Von zuständiger Stelle im Reichswirtschaftsministerium wird dar­auf hingewiesen, daß Bezugscheine Über zusätzliche Kleidung und Schuhe für Konfirmation und Kommunion von den Wirtschasts- ämtern und Kartenstellen nicht ausgestellt werden. Die Verbraucher werden gebeten, mit Rücksicht auf die Versorgungslage die zur Sparsamkeit Zwingt, alle Wünsche nach einer besonderen Konfir- mations- und Kommunionskleidung zurückzustellen und von zweck­losen BezugscheinantrSgen Abstand zu nehmen. Dadurch werden unnötige Zeitverluste für die Verbraucher und die ohnedies stark beanspruchten- Wirtschaftsärnter vermieden.

Gerechter Ausgleich

Soziale Sicherung für die Eefolgschaften der stillgelegten Betriebe

Die durch die Kriegsnotwendigkeit bediligtcn Stillegungen von Betrieben im Handwerk und Handel sowie im Eaststätten- gewerbe stellen unvermeidlich auch Eingriffe in die Lcbensvcrhäli- nisse der betroffenen Eefolgschaftsmitglieder dar. Dock sollen dabei soziale Härten noch Möglichkeit vermieden werden. Die erforder­lichen Bestimmungen sind vom Gesetzgeber schon vor längerer Zeit erlassen worden. Das wesentliche hieraus sei hier verzeichnet:

Die Arbeitsverhältnisie der Gesolgschaftsmitglieder enden mit dem Zeitpunkt der Stillegung. Es ist dies ein Unterschied zur Lage bei Einberufungen, wo die Rechte und Pflichten aus dem Arbeitsvertrag nur ruhen, der Soldat jedoch nach der Entlassung vom Kriegsdienst im allgemeinen wieder auf den alten Arbeits­platz zurückkehrt. Mit der Stillegung endet aber auch das Arbeits­verhältnis des einberufenen Eefolgschaftsmitgliedes im stillgelegten' Betrieb. Zum Ausgleich.für die mit dem sofortigen Ausscheiden verbundenen Härten sind die Entlassenen im wesentlichen hen für unbegrenzte Zeit Dienstverpflichteten gleich­gestellt worden. Das ist wichtig zum Beispiel für Ansprüche, die von der Datier der Betriebszugehörigkeil im alten Betrieb ab­hängen. wie Dauer des Urlaubs oder die Zeit, während der ein Zuschuß zum Krankengeld gegeben wird. Die Dauer der Be­triebszugehörigkeit im alten Betrieb wird mit' Ausnahme der Wartezeit für den Erwerb des Urlaubsansprttches. die neu erfüllt werden muß. im neuen Betrieb angerechnet. Wenn der Ent­lassene nicht Zug um Zug zum neuen Einsatz kommen kann, kann ihm Arbeitslosenunterstützung für die Zwischenzeit gewährt werden. Wenn er im neuen Betrieb ein geringeres Einkommen als im bisherigen erzielt, kann das Arbeitsamt die Differenz nach den Bestimmungen der Dienstverpflichtung Ausgleichen. Es kann auch einen Trennungszuschlag zubilligen, wenn der Ange­stellte im neuen Betrieb von den Angehörigen getrennt leben muß. Ferner kommt eine Sonderunterstützuitg in Betracht, wenn sie zur Sicherung der wirtschaftlichen Lage des Gefolgschaftsmit- »liedes, besonders für gesetzliche ober vertragliche Pflichten aus der Zeit vor der Stillegung, erforderlich ist. zum Beispiel zur Zahlung der Wohnungsmiete, der Lehenspersicherungsprämien oder des Schulgeldes. Ältere Angestellte, die erhöhten Kündi­gungsschutz hatten und nun von heute auf morgen ihren Arbeits­platz verlieren, bekommen eine Abgangsentschädigung. Sie ist für die Betriebe gegebenenfalls int Rahmen der Eemein- schaftshilse beihilfsfähig und beträgt die Hälfte des Gehalts ein­schließlich aller Nebenbezüge, bas ber Angestellte bei einer Ein­haltung der Kündigungsfrist nach dem Kündigungsschutzgesetz be­zogen hätte, wenn ihm im Zeitpunkt der Stillegung gekündigt worden wäre. Die Hälfte der Abgangsentschädigung ist bei der Stillegung fällig, der Rest drei Monate später, über Fortbestand oder Auflösung von Einrichtungen des stillgelegten Betriebes zu­gunsten der Gefolgschaft, wie Pensions-, Unterstützungskassen usw. sowie über Ansprüche der bisherigen Eefolgschaftsmitglieder oder ihrer Familien hieraus, entscheidet endgültig die Aufsichtsbehörde bzw. der Reichstreuhänder ber Arbeit. Der bestanbeite Anspruch

Aussichtsreicher Lebensberuf für Frauen

Über den Einsatz der Luftwaffen-Helserinnen

Schon die Friedenserfahrungen, zum Beispiel im Flugmelde­dienst. besonders aber die Erfahrungen während dieses Krieges, haben immer deutlicher gezeigt, daß die deutsche Frau und das deutsche Mädchen nicht' nur in 6er Lage sind, die ihnen bisher übertragenen Aufgaben voll zu erfüllen, sondern daß sie durchaus geeignet sind, im Rahmen der Wehrmacht neue und wichtige Auf­gaben zu Übernehmen, von denen man bisher glaubte, daß sie nur von Soldaten wahrgenominen werden könnten.

Von jeher hatte die Luftwaffe einen großen und vielseitigen Kreis von Aufgaben, bei welchen Frauen als Luftwaffen- Öelferinnen an der Seite und als Ersatz von Soldaten eingesetzt werden. Bei den Nachrichten-Helferinnen wechseln Fernsprech­betriebs- und Dermitilungsaufgaben im Fernschreib-, Funk- und Wetterdienst mit Tätigkeiten im Flugmeldedienst. In den Städten ber Luftabwehr nicht jedoch in den Stellungen selbst! tragen Flak-Helferinnen zur Bekämpfung des Feindes in der Luft unmittelbar bei. indem sie die gerade jetzt unerläßlichen und entscheidenden Nachrichtenverbindungen zwischen der Bodenabwehr und den Beobachtungs- und Befehlsstellen Herstellen, ober im Auswertedienst tätig sind.

Auch im Sanitätsdienst, in sämtlichen Zweigen des militä­rischen Verwaltungsdienstes -(Stabs-Helferinnen) ist ber Bedarf an einsatzbereiten und verantwortungsbewußten Frauen und Mädchen, besonders bei Schreib- und Bürohilfskräften, nach wie vor groß. Jede Kameradschaft von Helferinnen wird von einer Kameradschaftssührcrin geführt und betreut. Die Eemeinschasts- vervflegung, die wohnliche Ausgestaltung und Unterhaltung der Heime, die rechte Freizeitgestaltung, das alles sind Aufgaben, an denen die Helferinnen verantwortlich Mitwirken.

Vor ihrem Einsatz werden die Luftwassen-Helferinnen so­weit erforderlich in Ausbildungsabteilungen und -schulen kostenlos ausgebiidet. Die Ausbildung dauert je nach der künf­tigen Verwendung eineinhalb bis vier Monate. Der Einsatz er­folgt unter weitgehender Berücksichtigung persönlicher Wünsche vom vollendeten 17. bis zum vollendeten 21. Lebensjahre nur im Reichsgebiet (einschließlich Protektorat). vom vollendeten 21. Lebensjahr ab auch in den besetzten Gebieten und int Hoheits­gebiet befreundeter Staaten. Die Luftwassen-Helferinnen über 21 Jahre haben also Gelegenheit, ganz Europa vom Nordkav bis zum Mittelmeer und vom Atlantik bis weit in den Südosten und auch Osten hinein kennenzuleinen. Die Meldung zur Einstellung kann bei jeder Luftwaffen-Dienststelle erfolgen, die sie an das zu­ständige Luftgaukommando weitergibt.

Die Luftwaffen-Helferinnen gehören zum Wehrmachtgefolge. Die Abfindung geschieht nach den für alle übrigen Eefolgschafts- mitglieber im öffentlichen Dienst erlassenen Bestimmungen. Bei entsprechender Eignung und Bewährung steht jeder Helferin der Weg auch zu besonders verantwortlichen Dienstobliegenheiten offen, insbesondere zu allen Führerinnenstellen. - Innerhalb der einzelnen Vergütungsgruppen richtet sich die Abfindung nach Lebensalter, Wohnort, etwaiger Trennung vom Elternhause, Familienstand usw.

Gedächtnisfeier für Rudolf Dietz

Wie stark der in feinen Dichtungen so oft geäußerte Wunsch des nassauischen Heimatdichters in Erfüllung gegangen ist,s e st und bi e f in vielen Herzen zu stehe n, bewies der Zu­strom der Verehrer, die am Montagabend den kleinen Kurhaussaal füllten. Es war der Tag, an dem Rudolf Dietz vor 80 Jahren im schulhause zu Naurod das Licht ber Welt erblickte. Er hat diesen Erinnerungstag an acht Jahrzehnte seines Lebens nicht mehr selbst miterleben können, am 14. Dezember 1942 führte ber Tob ihn hinweg, aber er war trotzdem unter uns in seinen Versen und Liedern, die sich unvergänglich in Herz und Gemüt ber Nassauer Menschen eingegraben. Denn eine gütige Fee hatte dem Sonn­tagskind die köstlichste Lebcnsgabe in "bte Wiege gelegt, den -echten Humor, der mit Lebenskraft. Lebensfreude und Lebens­weisheit alle Dinge meistert. Eine bescheidene, aber glückliche Kindheit legte das Fundament zur verstehenden Güte und mensch­lichen Liebe.

In dem landschaftlich reizvollen Freiendiez, wo er seine erste Lehrerstelle inne hatte, regt sich schon die dichterische Ader kräftig in ihm, er m u tz in Worte fassen, was er an Naturschönheit erlebt, was sich ihm vom Leben und den Menschen offenbart. Wie bei dem großen Fritz Reuter, enthält jedoch auch fein erster Eedicht- band (1897), nur hochdeutsch geschriebene Verse. Später erst, als er einem Rufe nach Wiesbaden gefolgt war und aus dem ver- städterten Leben dort die ernste Gefahr der Verflachung spürt, wendet et sich ganz bewußt ber heimatlichen Mund- art zu in seinen Dichtungen. Im Deutschen Sprachverein in Wiesbaden sand er bann auch im Kreise Gleichgesinnter ben Boden günstig für sein Streben und Wirken. Trotz des unglücklichen Ausgangs des Weltkriegs hat Rudolf Dietz feinen Glauben an Deutschland niemals verloren, die Schwere der Nach­kriegszeit machte ihn, aus den Bezirken seiner umgrenzten Heimat- liebe heraustretend, zum Vaterlandsdichter, der besonders auch die Jugend begeisterte.

Nis er sich nach mehr als 40jähriger Berufsarbeit 1925 zur Ruhe fetzt, will er siH ganz seiner Muse widmen und der Er­

forschung seiner alten nassauischen Familiengeschichte, aus der Er­kenntnis, daß der Stammbaum für ben einzelnen das ist, was die Geschichte für ein ganzes Volk. Sein Geschlecht hatte 250 Jahre in ununterbrochener Reihenfolge im Dienste bei Jugend gestanden.

Hatte sein reizendes LiederspielDie nassauische S p i n n ft u be, in Wiesbaden aus der laufe gehoben, sich im Fluge bas ganze Nassauer Laub erobert durch mehr als 50 Auf­führungen, so trug sein 1938 erschienenes Eedichtband-Album D n liebe H e i m a t, das die Gesamtheit seiner Lebensernte birgt, seinen Namen noch viel weiter hinaus. In den ersten Kriegsjahren besorgte er selbst noch eine Feldpostausgabe dieser Gedichte, die in ihrem warmen Humor, ihrer buntfarbigen Heimai- schilderung und leuchtenden Lebensweisheit den nasiauischen Sol­daten draußen manche frohe Stunde schenken sollte.

Rudolf Dietz, ber dem letzten Herzog von Nassau, Gustav Adolf, einst ein Gedicht gewidmet "Der Letzte von dehaam", ist durch sich selbst, still und selbstverständlich, aufgerückt in die Reihe, derErste von dehaam" zu sein.Er wird immer in uns und unserer Heimat leben, denn et i st u « se t", mit diesem Ge­danken schloß Profesior Dr. E. M c y e i seine liebevolle Gedächt­nisrede.

Verschiedene Eedichtoorträge beschworen die volkstümliche, urwüchsige, kraftvolle Persönlichkeit von Rudolf Dietz lebensvoll herauf. Hubert Dierks sprach hochdeutsche Gebtchte, -Gisela Meyer und Hanns Trautner brachten mundartliche Dich­tungen, Änne Barth sang, von Kapellmeister A. König am Flügel begleitet, einige Lieder, von August Thomae und Wilh Schmidt vertont Liselotte Kuckro steuerte ein Violinsolo von Beethoven bei. Musikalischen Auftakt und Abschluß der würdigen Feierstunde, die der Deutfche Sprachverein, Ortsgruppe Wies­baden, und die Nasi, familiengesch. Vereinigung Wiesbaden ihrem Ehrenvorsitzer und Ehrenmitglied gerichtet hatten, gab das Wiesbadener Streichquartett (bte Herren Nocke, Kitzinger. Mayer, Fink). A. Plüschke

Dienstag Berdunkelung von 18.547 Uhr

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Max Spilcker, ber neue Intendant des Deutschen Theaters Wiesbaden. (Photo: Jffland.)

.auf Werkswohnungen bleibt natürlich erhalten. Kündigung bedarf ber Zustimmung des Treuhänbers. Sämtliche Bestintmüngen finden sinngemäß auch Anwendung auf einen An­gestellten, dessen Arbeitsverhältnis während feinet Einberufung durch die Stillegung des Betriebes endet.

Welle der Leidenschaft Versammlungswelle 27. u. 28. 2.

Beim Einsatz außerhalb ber Reichsgrenze erhalten bte Lust- waffen-Helferinnen die bekannte Dienstbekleidung. 3m Heimat- gebiet wird je nach Einsatz Arbeitsschutzkleidung gewährt. Die Verpflegung besteht in einer kräftigen und ausreichenden Gemein schaiisverpflegung. Es sind lediglich die Unkosten von etwa 1 RM täglich zu zahlen. Bei Verwendung außerhalb des Reichsgebiets wird ttebcjt den Heimatgebührnissen freie Verpflegung, freie Unterkunft und eine tägliche Einsatzzulage gewährt.

Das Bild rundet sich mit der Erwähnung, baß die Betreuung und Fürsorge ber Luftwaffen-Helferinnen wie bei allen übrigen Eefolgschaftsmitgliebern der Luftwaffe in den Händen des Amtes Luftwaffe der Deutschen Arbeitsfront liegt und daß insbesondere -auf die Unterbringung der Helferinnen, gemäß dem ihr vom Führer erteilten Auftrage, die Reichsfrauenführung ein beson­deres Augenmerk richtet. Die Luftwaffe selbst aber sieht es als eine Ehrenpflicht gegenüber ben deutschen Mädchen als den zu­künftigen Müttern unseres Volkes an, ihnen jede nur erdenkliche Fürsorge und Förderung zuteil werden zu lasien, die sie für ihre verantwortungsvolle Aufgabe . benötigen, an ihrer Stelle Mit­helfer für den baldigen Endsieg zu sein.

- Ein Ahornbauui mußte fallen. Von den etwa 50 Arten bei Ahornbäume entfallen nur wenige auf Deutschland, die Haupt- sächlich in der Mitte und im Süden des Reiches anzutreffen sind. Auch -in Wiesbaden findet man die Ahornbäume mit ihren band­förmig geteilten Blättern in. sehr großer Anzahl. In den letzten Tagen mußte nun im Rahmen der Frühjahrsbereinigung der An­lagen einer dieser Bäume, ber morsch geworben war, gefällt werben. Es hanbelt sich dabei um einen etwa 15 Meter hohen Saum, der rechts am Sauptweg des abgeschlossenen Kurgartens stand.

Der Prießnitz-Berein 1878 hielt in der GaststätteBürger- Hof" seine Hauptversammlung für 1942 unter Leitung von Rats­herr W Ü r s i g ab. Aus dem Jahresbericht geht hervor, daß der Verein die ihm gestellte Aufgabe, an dem groben Werk der Ge­sunderhaltung unseres Volkes mitzuarbeiten, in jeder Hinsicht er­füllte. Eaubeauftragter im Deutschen Volksgesundheitsbundl Markert. Frankfurt a. M betonte die Notwendigkeit bet Zu­sammenarbeit aller Gesundheitsverbände zur Erreichung des vom Führer gewünschten Zieles. Anschließend zeigte und erklärte Mit­glied Heilkraktiker Adamant Rohm die Anlegung von ver­schiedenen Verbänden, wobei et besonders auf den Wert der Bein­wicklung bei Krampfadern näher einging.

Wertvoller Beitrag für die Soldateustudenteu. Das Reichs- studentenwerk hat als Teil der zahlreichen Maßnahmen, die im Auftrage des Reichsstudentenführers Dr. Scheel für die Sol­datenstudenten dutchzuftihren sind, besondere Wohnheime für versehrte Studenten geschaffen. Die Beschaffung von ge­eigneten Wohnraum für die Studenten an den Hoch- und Fach­schulen ist im Laufe des Krieges immer schwieriger geworden. Dadurch werden naturgemäß auch die Studenten betroffen, die von der Wehrmacht zum Studium ablommanbiert oder beurlaubt werden, unter ihnen vor allem die Versehrten. Deshalb hat bas Reichsstubentenwerk seine Dienststellen beauftragt, durch Sonder- maßnahmen ausreichenden und güten Wohnraum für versehrte Studenten zu beschaffen. Der Erfolg der Aktion zeigt sich darin, daß im gegenwärtigen Wintersemester neben den Zimmern in den Wohnheimen, die allen Studenten zugängig sind, in zwölf Wohn­heimen rund 500 Betten nur für Versehrte zur Verfügung stehen. In Franffurt, Leipzig, Charlottenburg. München, Königsberg und Straßburg sind bestehende Wohnheime in Versehrtenwohnheime umgewandelt worden. In Prag. Wien, Breslau, Posen und München konnten neue Wohnheime für Versehrte eingerichtet werden. Diese Versehrienwohnheime ergänzen wirkungsvoll die Erholungsaufenthalte für versehrte Kriegsteilnehmer in den Beskiden und am Starnberger See, sowie die sonstigen umfasien- ben Förberungsmaßnahmen für Solbatensthdenten, vor allem die Scnberförberung für Kriegsteilnehmer, wie Zahnsanierung. StubenieNspeisungen, Versorgung mit ben nötigen Lehrbehelfen und Büchern.

Drei Gewinne von je 100 000 RM. In ber Dienstag-Boi- mittag-Ziehung der 5. Klasse der 8. Deutschen Reichslotterie fielen drei Gewinne von je 100 000 RM auf die Nummer 219 770. (Ohne Gewähr.) z

Wiesbadener Gerichtsurteile. Wegen einfacher und ver­leumderischer Beleidigung einer Behörde und eines Vorgesetzten wurde ein Büroangestellter von der Strafkammer zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt. Der Angeklagte war entlaßen worden und wurde in einer Beschwerde ausfällig. Nach eingehen­der Beweisaufnahme ergab sich, daß ber Angeklagte haltfoser Psychopath ist. ber mit seiner weltfremden Einstellung nicht wider beffercs Wissen handelte. Unter Berücksichtigung dieser Umstände wurde auf die verhältnismäßig sehr milde Strafe erkannt. Wegen unerlaubter Beziehungen zu der eigenen Tochter wurde ein Mann zu fünf Jahren Zuchthaus verurteilt, weiter wurden ihm die bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer des gleichen Zeit­raums abgeivrochen. Zwei jugendliche Laboranten entwendeten auf ihrer Arbeitsstelle verschiedene Sachen und wurden vom Jugendrichter wegen Diebstahls und Anstiftung zum Diebstabl mit einem Monat bzw. einer Woche Jugenparrest bestraft. Er­ziehungsmaßnahmen wurden angeordnet. Aus einer Kindei- soarbüchse stahl eine jugendliche Hausgehilfin 17 RM. die sie für Kinobesuche und dergleichen ausgab. Das Urteil des Jugend­richters lautet wegen schweren Diebstahls auf drei Wochen Jugend- arrest und Anordnung von Erziehungsmaßnahmen.