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Wiesbadener Tagblatt

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Nr. 43

Samstag/Sonntag, 20./21. Februar 1943

91. Jahrgang

Zum Autzersten entschlossen

Die Weltöffentlichkeit im Banne des deutschen Bekenntnisses zu Opfer und Sieg

as. Berlin, 20. Febr. (Eig. Drabtberickt unserer Berliner Schriftleitung.) Auch die dritte Februarwoche stand an der Ostfront im Zeichen schwerer und allerschwcrster sowjetischer Angriffe. Wenn es auch angesichts dieses bolschewistischen Masseneinsatzes nötig war. eine wei­tere Frontverkürzung durchzuführen, und Charkow zu räumen, so ist doch entscheidend, daß es den Bolschewisten trotz blutigster Verluste und trotz Maskeneinsatz von Men­schen und Material nicht gelang, die deutsche Front zu durch­stoßen. Die Abwehr olieb. wie jeder Tag den Sowiets erneut zeigt, intakt und außerordentlich aktiv. 3m Süden der Ostfront sind in den allerletzten Tagen die Kampfhandlungen abgeflaut. Es herrscht dort zur Zeit Tauwetter, das das Gelä.nde ungangbar macht. Ob damit schon die große Schlammveriode im äußersten Süden der Ostfront einsetzt, oder ob das Tauwetter nochmals durch Frost abgelöst wird, bleibt abzuwarten.

Die jetzt ablaufende Woche hat zugleich aber auch den letzten Zweifel — wenn ein solcher Zweifel noch irgendwo im Auslande vorhanden gewesen sein sqllte — an der Entschlossenheit des deutschen Volkes, alle Kräfte für den Endsieg einzusetzen, beseitigt. In diesem Sinn ist die Rede Dr. Goebbels im Berliner Sportpalast, wie die weiterhin vorliegenden zahlreichen Auslandskommentare er­kennen lallen, überall verstanden worden. Sie bat im ge­samten Ausland ein sehr starkes Echo geweckt und die große mitreißende Kundgebung im Sportpalast wird über­all als ein nochmaliges, entschlollenes Bekenntnis des deutschen Volkes zum totalen Krieg bis zur Erringung des Endsieges gewertet. Die Begeisterung, mit der diese Rede aufgenommen wurde und das „ja", in das die Berliner Kundgebung ausklang, haben im Ausland einen sehr nach­haltigen Eindruck gemacht. Die Presse der - verbündeten und befreundeten Länder unterstreicht weiterhin in ihren Kommentaren, daß es sich gewissermaßen um eine Volks­abstimmung gebandelt habe. Man begreift überall, daß Deutschland entschloßen ist. seine ganze Kraft einzu­setzen. Und wenn die Schweizer Zeitung „Suiße betont. Deutschland unternähme, nun die Zurückweisung des Bol­

schewismus durch den totalen Krieg mit ganz neuen Methoden, so charakterisiert Re damit die äußerste Er­hebung, zu der jetzt das deutsche Volk ausgerufen wird. Be­merkenswert ist. daß auch der Londoner Korrespondent des schwedischen „Mtonbladet" berichtet: „Es ist unbestreitbar, daß Goebbels leidenschaitlicher Appell an das deutsche Volk in England Eindruck gemacht bat." So ist diese Rede, wie überhaupt die ganze Svortvalastkundgebung. im ge­samten Ausland, wie die zahllosen vorliegenden Stimmen zeigen, als neuer Beweis äußerster deutscher Entschlollen- beit und deutscher Siegeszuverllcht gewertet und aufgekaßt worden.

Man begreift langsam auch im Ausland, daß es gegen den Bolschewismus keinen Schutz gibt, wenn nicht die deutsche Wehrmacht und ihre Verbündeten den Schild vor Europa halten. Die für Sonntag angekündigten englischen Feiern zum 25. Jahrestag der bolschewistischen Armee zeigen überdies (Europa noch einmal mit größter Deutlichkeit, wo der Feind des Kontinents, der Feiiid der europäischen Neu­ordnung. steht. Es gibt zabllose Dokumente dafür, daß diese sowjetische Armee systematisch als Stoßtrupp für die bolschewistische Weltrevolution aufgebaut wurde. Das bat man auch in England durchaus erkannt und es lallen sich aus früheren Jahren eine große Reibe englischer Erklärungen anfübren. die sebr eindeutig die bolschewistische Armee als die Armee der Weltrevolution bezeichneten. Wenn man dennoch jetzt in England diese gleiche bolsche­wistische Armee feiert, wenn nicht weniger als 12 englische Minister zu diesen Feiern ausmarschieren und wenn weiter­hin auch der britische Oberkommillar in Jerusalem Feiern für die sowjetische Armee veranstaltet, so betätigt das er­neut die verbrecherische Politik Englands, die alle derartigen früheren Erkenntnille beute verleugnet und Rch in eine Linie mit dem Todfeind Europas stellt, d. 6. die heute Europa verrät.' Überall in der europäischen Presse spiegelt sich denn auch die Erkenntnis wider, die immer stärker in den europäischen Ländern wächst, daß nur die deutsche Wehrmacht in der Lage ist, Europa vor der bolschewistischen Gesabr zu bewahren.

Für soziale Ausgaben hat Churchill^kein Geld

Das schmähliche Ende des greg aufgezogenen Leocridgo-Bluffs

Stockholm, 18. Febr. 3m Unterhaus wurde am Donnersurg Die Debatte über den Beveridge-Plan fortgesetzt. Der Abgeord­nete Griff ith brachte einen Abänderungsantrag der Labour- Partei zu den Vorschlägen der Regierung ein, in der die „tiefe tlngufriedcnhcit mit der Haltung der Regierung gegenüber dem Bcvcridge-Plan" ausgesprochen und von der Regierung verlangt wird, „ihre Beschlüsse zu berichtigen und den Plan mit der geringstmöglichen Verzögerung in Kraft zu setzen". Der konser- rätioe Abgeordnete Sir Herbert Williams erklärte, der Beverioge-Plan sei ein sehr schlechter Bericht, schlecht geschrieben und die Vorschläge und Argumente liefen völlig durcheinander. Wenn das Parlament gerade jetzt den Plan annehme, würde die wirtschaftliche Lage ernster werden als 1931. Nachdem u. a. auch der konservative Abgeordnete Sir William Elian die Labour- Partei ermahnt hatte, doch Vernunft anzunehmen, faßte Innen­minister Morrison die dreitägige Redeschlacht über den Beveridge-Plan als Regierungssprecher zusammen. Er erklärte, daß aus dem Abänderungsantrag der Labour-Partei „eindeutig konstitutionelle und Parteifolgerungen ernster Art" für die Regie­rung entstehen würden. Beveridge selbst, so meinte Churchills Minister, habe ihm gesagt, daß der Plan „nicht vor Beendigung des Krieges" in Kraft treten würde: man könne „doch nicht gut ein Ministerium für soziale Sicherheit im Voraus errichten". Das Unterhaus müße der erwachsenden Schwierigkeiten Herr werden.

Worauf das Unterhaus der „Schwierigkeiten?, die den Pluto­kraten eventuell erwachsen könnten, Herr wurde und nachdem der Bevölkerung genügend Sand in die'Augen gestreut war — den Abänderungsantrag mit 335 gegen 119 Stimmen ad­le h n t e. Das britische Volk kann also weiter aus ein selbstver­ständliches Recht warten.

Wie die Londoner Korrespondenten schwe­discher Zeitungen berichten, sei die Enttäuschung über den Ausgang der Beveridge-Debatte, in der dieses um JahrzGMte verspätete englische „Glanzstück" von den Plutokraten abgewürgt wurde, bei der Labour-Partei wie den Liberalen recht groß.

Mm, totifc auf-d«n „Zuruf m .A^xopyieiW. Hut- der ettläne: „Wenn die Regierung dem Volk keine soziale Reform, gibt, so wirb das Volk eine soziale Revolution machen".

Auch die Preße gibt zu einem Teil ihrem Unwillen über das Verhalten der Regierung Ausdruck. So spricht z. B. „News Chronicle" von einer „ärmlichen Unterwerfung der Regierung unter den Machtspruch der Versiche­rungsgesellschaften", während ein anderes Blatt fest­stellt, daß nicht der Regierungsvorschlag an sich so scharfe Opposi­tion erweckt habe, sondern der Geist, von dem die Haltung der Regierung diktiert worden fei. Wenn England es sich nicht leisten könne, die schlimmste Armut abzuschaffen, dannn könne überhaupt nichts geleistet werden.

Wobei das Blatt Wollen mit Können bei den britischen Plutokraten verwechselt, die ihren eigenen Landsleuten die selbst­verständlichsten Dinge hartnäckig verweigern, der Welt aber die herrlichsten Segnungen vorzugaukeln versuchen.

Kriiftekonzentration auch in Japan

Tokio, 19 Febr. Das Repräsentantenhaus des japanischen Reichstages nahm 25 Gesetzesvorlagen ohne Diskussion an. Darunter befindet sich ein Gesetzentwurf, der dem Minister­präsidenten größere Bollmachten in der Durchführung der Produktion kriegswichtiger Materialien einräumt. Der Gesetzent­wurf wurde Freitagvormittag von Premierminister Tojo im Ober­haus erklärt und darauf einem Sonderausschuß zum Studium zu- geleiiet. Man erwartet, daß die Borlage auch vorn Oberhaus ohne Aussprache angenommen wird.

Opfer, Arbeit, Kampf bis zum Sieg

Freiwillige vor!

Von Heinrich Karl Kunz

Freiwillige vor! Ein Anruf, umwittert vom Herois­mus. geweiht mit dem Blut selbstloser Hingabe. Immer wieder ruft er die Besten unter unseren Soldaten, wenn es gilt, mehr als die Pflicht zu tun. eine gewaltsame Erkundung durchzuführen, eine bedrohlich gewordene Lage wiederherzustellen. Heute ist der Ruf au die ganze Nation gerichtet und sie tritt vor. eine geschlossene Phalanx. Mann für Mann. Frau für Frau. Greis und Knabe. Denn nun ist. wie in jeder einzelnen Schlacht, dies­mal die Krise des gesamten Krieges eingetreten, eine Situation, die in ihrer Gefährlichkeit nicht mehr über-

tJ^iicbtS/was groß ist:

auf dem

Menßhen gefchenldr' worden / Jilles muß bitter (chwer er- kämppr werden!

Adolf Hitler am imiss

schätzt werden kann, die mit der Waffe allein nicht mehr zu meistern ist. Freiwillige vor! Das gilt unseren Mädchen und Frauen, dte — ein Stoßtrupp unseres Selbsterbaltunas- willens — bereit sind, die Arbeit in den Rüstuno^merken auf sich zu nehmen. Das gilt uns. Kameraden, vts wir gestern oder morgen die Einberufung erhalten. Folgen wir doch unserem eigenen Willen, unserer Einsicht, daß es in diesem Augenblick keine irgendwie frei zu machende Männer- kaust mehr geben darf, die nicht nach dem Gewehr greift, »eilte, wo es um alles gebt! Sicher, das Schicksal, oa- unterer Generation aufgebürdet wurde, ist schwer. Wir aber wollen starker sein als seine Forderungen. Niemand wird an der Wiege eine Handvoll Lote zur Auswahl ange­boten. In Armut, oder in Wohlstand hineingeboren, beur­teilt uns die llm- und Nachwelt nicht nach dem. was uns miigegeben wurde, sondern nach dem. was wir daraus ge­machthaben. Und gerade das Dennoch oder das Trotzdem ist es. was uns ehrt. Auf das Selbstvertrauen, auf den Elan, die Hingabe und die Vegeisterungsfähigkeit. mit der wir eine Aufgabe anfallen, kommt es an. In ihr liegt schon der Erfolg beschlollen. Darum beugen wir uns nicht unter das Gebot der Stunde, wie unter eine Zentnerlast. Sochgereckt und frei bekennen wir uns zu ihm. entschlossen, um das Maß des Opfers nickt zu feilschen, mit unserem Einsatz nicht zu geizen. Darum antwortet das'kämpfende und schaffende Deutschland auf den Anruf: Freiwillige vor! mit einem Millionen« fachen 3 a.

Ein Krieg zwischen zwei Kulturvölkern entwickelt sich nach festen Gesetzen. die eine entfernte Ähnlichkeit mit gewissen Spielregeln haben mögen, die der Sport sich ge­geben bat. Für das. was vertretbar ist. sind Grenzen ge­zogen. die — mögen sie auch nicht schriftlich niedergelegt sein — doch nut selten übertreten werden. Dies gilt, solange beiden Gegnern die Achtung vor dem Leben, vor der göttlichen Ordnung, gemeinsam ist und ihre geistigen An­schauungen. ihre Vorstellungen vom Existenzminimum, wenigstens vergleichbar sind. Die Voraussetzungen des Krieges ändern sich jedoch grundsätzlich, wenn eine Kultur­nation mit einer primitiven Rasse, wie das beute im Osten der Fall ist. z u s a m m e n st ö ß t. Die Maßstäbe, an dem nicht mebr vergleichbaren Niveau der Gegner abge» steckt, verlieren ibre allgemeine Gültigkeit. Die Vor­stellungen von dem. was dem Volksgenollen an der Front und in der Heimat zugemutet werden kann, was überhaupt

Das deutsche Volk zum totalen Krieg entschlollen. Die machtvolle Willenskundgebung im Berliner Sportpalast.

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Zu einer mitreißenden, machtvollen Kundgebung entschlollenen Kampfeswillens und höchster Einsatzbereitschaft wurde die große Volkskundgebung in der Reicksminisier Dr. Goebbels im Berliner Sportpalast zu den Männern und Frauen der Reichshauvtstadt .und zugleich zum ganzen deutschen Volk sprach. Als Reichsminister Dr. Goebbels zum Schluß seiner Ausfübrungen an seine Zuhörer im Svortvalait. die durch ihre Zusammenstellung aus allen Ständen das ganze deutsche Volk verkörpern, die Zustimmung zu den zu ergreifenden Maßnahmen im Rahmen ber totalen Mobilisierung in Form von 10 Fragen erbittet, brocken die Zehntausende in nickt enden wollende Zustimmungskundgebungen aus (Bild linkst. Rechts- Reichsminister Dr. Goebbels wahrend feiner Ausführungen. (Weltbild).