Wiesbadener TaMatt
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Wöchentlich in 6 AuSgaveu
Erscheinungszeit werktäglich nachmittags
Nr. 37
Samstag/Sonntag, 13./14. Februar 1943
91. Jahrgang
Verschärfte Abschöpfung überschüssiger Kaufirast
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Sieg für alle — Krieg für alle
Reichswittschaftsminister und Rcichsbankpriisident Walther
Berlin, 12. Febr. In der Hauptversammlung der Deutschen Reichsbank, die den Jahresabschluß und Verwaltungsbericht für 1942 zur Kenntnis nahm, machte Reichswirtschaftsminister und Präsident der Deutschen Reichsbank, Walther Funk, längere Ausführungen über die Währungs- und Wirtschaftspolitik. Die deutsche Geld- und Währungspolitik hat, wie der Präsident ausführte, auch im Kriegsjahre 1942 allen Anforderungen der Kriegsfinanzieiung voll befriedigen können. Dabei
Nationalsozialistische Jugenderziehung im Einsatz bewährt
Der Sauleiter besichtigt« die Rational politisch« Erziehungsanstalt Orani«nst«in
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Das Komplott gegen Europa
Das Blutgeschäft der Briten und Amerikaner mit den Bolschewisten überall durchschaut
as- Berlin, lu. Febr. (Eig. Drabtbericht unserer Berliner Schriftleitung.) „Hundert.Anzeichen und Ereignisse beweisen Nar. daß England und die Vereinigten Staaten Europa dem BoI sch.ewi.sm.us überlassen haben." Diese .Feststellung trifft in einer Betrachtung über den großen Kampf an der Ostfront das halbamtliche italienische Blatt „Popolo d Italia und mgt hinzu, das sei der Preis, den die Anglo-Amerikaner für die Vlutopfer Moskaus zu zahlen batten. Geradezu wie eine Bestätigung dieser italienischen Darstellung liest sich ein Artikel der ganz von England abhaMgen und vollkommen Londoner Ansichten vertretenden ...Goteborgs Handels- und Schiffahrtszeitung", in dem auf die „ungeheure Last Sowjetrußlands" verwiesen ’S™- Deshalb aber, so sagt dieses englische Sprachrohr in Schweden, müsse auch.. Sowjetrußland das entscheidende Wort über die Zukunft Europas zu reden haben. Es scheint nun fast, als ob die Aufdeckung aller dieier Pläne in Moskau als unangenehm empfunden
.Die „Prawda' glaubt nämlich unter Berufung auf eine, frühere Äußerung Stalins über Europa und die bolschewistischen Ziele. mit der Feststellung beruhigen zu können, daß die Sowietarmeen. für den Sowjetstaat kämpfen. In ebenso frecher wie zynischer Weise fügt die „Prawda" aber dann hinzu, daß Bessarabien und die baltischen Staaten organische Teile des S o w j e t st a a t e s leien. Damit wird schon ein Teil der bolschewistischen Ansprüche verkündet. doch kann natürlich keine Rede davon sein, daß die weltrevolutionären Pläne sich nur auf Bessarabien und die baltischen Staaten beziehen. Es ist vielmehr ganz klar, daß die Sowjets sich nicht mit diesen Gebieten allem begnügen würden. So schreibt auch ein türkischer Journalist in der Zeitung „Tasviri Efkiar". daß die Sowjets, wenn sie einmal die baltischen Staaten besitzen würden, als nächstes auch diejenigen Länder über- sluten würden, aus denen sich beute Emigranten in London imd Washington aufhielten und Freibeitsversprechungen geben lieben. Damit wird auch von türkischer Seite unterstrichen. das das Ziel Moskaus die Unterjochung nanz Europas ist. In London und Washington gewährt man Stalin für diese Unterjochungsvolitik freie Hand. Ja. dem konservativen englischen Abgeordneten Hamilton Seit geben die heutigen Versicherungen mit den Sowjets nicht einmal weit genug. Ein über zwanzig Jahre sich erstreckender Vertrag mit den Sowjets, wie er bereits besteht, reicht seiner Ansicht nach nicht aus. Er fordert im „Svec- tator" noch engere Bindung, damit „eine bolschewistische Landmacht verbündet mit der angloamerikanischen Seemacht" die Welt regiere.
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Es ist daher klar, daß sich diese bolschewistischen Pläne nicht immer auf eine völlige Einbeziehung der unterjochten Lander in den Sowjetstaat zu beziehen brauchen. Man weiß aus Erfahrung, wie derartige Pläne in die Tat umgesetzt werden. So erinnert denn auch das Blatt .kSuisse" daran, daß es neben der Moskauer Regierung noch die kommunistische Internationale gebe, welche diejenigen Aufträge übernehme, die der Moskauer Regierung zu heikel seien. Moskau könne ruhig versprechen, sich nicht in die Angelegenheiten anderer Staaten einzumischen. Der Bolschewismus arbeite dann mit anderen Metobden und führe durch seine Abgesandten die Aufträge Moskaus durch. Solche Erfahrungen aus der letzten Zeit, io sagt das Schweizer Blatt, seien noch in allzuguter Erinnerung. Eine dieser Methoden besteht natürlich auch in der Gründung sogenannter föderativer Sowjetrepubliken und dieses Schicksal ut, wie das Blatt „Fritt Folk" meint, dem skandinavischen -'taum zugedacht, wenn Moskau eine sogenannte skandinavische föderative Sowjetrepublik zu gründen beabsichtige. Das norwegische Blatt weist auf'die sowjetischen Stimmen hin. die Karelien als ein Stück Norwegens bezeichneten, als den „gegebenen Ausgangspunkt für die Revolution Skandinaviens.
Nun stören solch offene sowjetische Vekenntnisie an manchen Stellen aber auch selbst die englische Politik. Deshalb zeigt sich London bemüht, die bolschewistische Eefabr zu leugnen ober zu, bagatellisieren. In der Türkei hat Churchill beispielsweise, wie das bulgarische Blatt „Utro" berichtet, die Besorgnisie vor einer Bolschewisierung dadurch zu dämpfen gesucht, daß er von einer „Zone der Sicherheit" sprach, die an der westlichen Sowjetgrenze entlang, über deren Verlaut er sich überhaupt nicht weiter äußerte, geschaffen werden sollte und zwar durch eine Gruppe kleinerer Staaten, die durch eine englische Luftvolizei verteidigt werden würden. Daß bulgarische Blatt nennt einen solchen Plan eine n a l v e I l l u s i o n, da eine derartige Zone der Sicherheit praktisch überhaupt keine Bedeutung haben wurde.
Alle Ausflüchte und alle schönen Redensarten können eben nicht über die Gefahr Hinwegtäuschen, die ganz Europa aus den östlichen Steppen droht, eine Gefahr, die noch dadurch verschärft wird, daß England und die USA. heute be- rcit sind, jeden Preis für die bolschewiftsiche Hilfe sd zahlen. Gegen diese Gefahr aus dem Osten kämpft die deutsche Wehrmacht, die damit zugleich den Kampf Europas fuhrt.
Entweder — Oder
Von Fritz Günther
Mit den Vernichtungsfanfaren, die jetzt wieder einmal im Blätterwald der Femdmächte gegen Deutschland ange- stlmmt werden und durch den Äther tönen, bemühen sich England und die USA., die beiden Hilfsvölker der Sowjetunion, gleichzeitig krampfhaft. der Weltöffentlichkeit glaubhaft, zu machen, daß der Bolschewismus garnicht die bösen Absichten habe, die ihm nachgesagt werden und im Grunde genommen eine Staatsform wie jede andere sei. Was die aus einer ohnmächtigen Wut entsprungenen Haßorgien betrifft, mit denen blutrünstige Literaten ihre perverse Phantasie abreagieren, so kann man dabei feststellen, daß die fanatischen Hetzer jetzt schon weit in die' Geschichte zurückgreifen müssen, um ihren Vernich- tungswillen an plastischen Beispielen zu erhärten. Abgesehen davon, daß man alle Industrien zerstören, einen Quarantänegürtel um Deutschland errichten und „alle Deutschen eine Generation lang im eigenen Safte schmoren lassen" möchte, wird u. a. darauf hingewiesen, daß früher schon Nationen, wie beispielsweise die Azteken und die Karthager so gründlich ausgerottet wurden, daß sie völlig vom Erdboden verschwanden und das gleiche Schicksal auch -dem deutschen Volke zugemutet werden könne. Wir werden uns solche Parolen, deren Urheber sich in unmißverständlicher
Seelengemeinschaft mit der bolschewistischen Praxis gegenüber unterdrückten Völkern befinden,, merken müssen, um sie am Tage der Abrechnung den Hetzern ins Gedächtnis zu rufen. Angst machen kann man uns damit nicht. Ihre Verbreiter müssen von der Festigkeit des neuen Deutschland und der Tatbereitschaft des deutschen Volkes keinen Schimmer haben, um sich von solchen Methoden einen Erfolg z« versprechen.
Die Völker, die im Laufe der Geschichte von der Bühne des Lebens abtreten mußten, sind nur deshalb zugrunde gegangen. weil sie sich selbst aufgegeben haben, alt und müde geworden, nicht mehr den Willen aufbrachten, mit einer letzten Kraftampannung alles einzusetzen, um ihre Daseins- cherechtigung zu erkämpfen.. Daß sich ihr Schicksal nicht an uns erfüllt, ist der Sinn dieses Kampfes, zu dem die ganze Natron angetreten ist. Von entscheidender Bedeutung sind dabei nicht nur die Waffenerfolge, die unsere tapferen Soldaten mit ihren Verbündeten bisher an allen Fronten^er- rungen haben, um tief in das Feindesland vorzustoßen., ent« scheidend ist dabei auch die innere Haltung und Entschlossenheit. mit der das ganze Volk diesen Kampf durchsteht. Und wenn die große Schlacht im Osten jetzt härteste Anforderungen an die Tapferkeit, die Ausdauer und den zähen Widerstandswillen der deutschen und verbündeten Divisionen stellt, so reißen sich jetzt auch in der Heimat Millionen Manner und Frauen zusammen, um mit einer noch nie dagewesenen Kräfteanspannung alle Energien einzusetzen und die Mittel zu schaffen, die für die Durchführung und siegreiche Beendigung des Kampfes erforderlich sind. Jeder Volksgenosse ist sich dabei völlig bewußt, daß es um die entscheidenden Dinge des Dasein-, um das Schicksal des deutschen Volkes und damit um d as Schicksal jedes Einzelnen von uns geht. Daß bei einem Versagen in diesem Kampfe aber auch das Schicksal Europas besiegelt ist. diese Erkenntnis dämmert jetzt sogar bei denen, die die bolschewistische E-fahr bisher immer noch unterschätzten, weil sie sich einbildeten, dass der Massen- ansturm der östlichen Steppe sich mit der Rückgewinnung verlorener Gebiete begnügen und die Rechte kleiner Völker respektieren würde. Soweit die von den Bolschewisten bisher geübte Praxis hier nicht bereits den Beweis des Gegenteils erbrachte, sind nunmehr auch diejenigen nachdenklich geworden, die von einem Siege der Bolschewisten die Wiedererstehung des alten Europa in der früheren Form erhofften.
England, das diesen Krieg vorbereitete und entfesselte weil es ibn durch seine damaligen Festlandsvasallen auf leichte Weile zu gewinnen glaubte, bat sich nach dem Ausfall seiner Bundesgenossen immer stärker in die Abhängigkeit von Amerika begeben müssen. Es bat sich damit aber auch immer mehr von Europa distanziert. Die scheinheilige Politik des Präsidenten Roosevelt, dessen Wallstreet-Juden ebenso wie die Plutokraten Englands am Kriege groß ver-
Fnnk über die Währung»- und Wirtschaftspolitik
Stabilisierung ihrer inneren Währungslage behilflich zu fein. Es handelt sich hier um ein Euterproblem der Wirtschaftslenkung, die mit währungstechnischen Mitteln nicht zu lösen sind. Dies kann uui durch den Ausbau und die Aktivierung der in allen europäischen Ländern bereits eingeleiteten Schritte zur staatlichen Lenkung der Eüteroersorgung und der Preisüberwachung, sowie durch entsprechende Maßnahmen in der Geld- und Finanzpolitik geschehen. Gelingt es, hier während des Krieges eine Ordnung und weitgehende Übereinstimmung zu erzielen, dann wird diese der im gesamteuropäischen JMeresie liegenden Steigerung der Leistungsreserven unseres Kontinents zugute kommen. Darüber hinaus würde aber hierdurch auch der Weg für die künftige Gestaltung einer kontinentaleuropäischen Währungs- o r d n u n g geebne^ werden.
Die planmäßige wirtschaftliche Zusammenarbeit der Länder unseres Kontinents wird durch die im Kriege weiter vorangetrieben« z« ntral« Lerrechuung drr zwischenstaatliche» Zahlungen erheblich erleichtert werden. An dieser Tatsache kann auch unsere derzeitige Clearingverschulduag nichts andern; denn sie ist lediglich kriegsbedingt. Trotz aller Schwierig- knten konnte Deutschland seine Warenausfuhr in fast ” V .V • f 6 m 8 & i 8 e m Umfange aufrechterhalten und ist nicht, wie die Engländer, aus die milden Gaben seiner Berbündeten angewiese«.
. Da wir sehr viele langfristige Investitionsgüter aus Kredit an unsere Clearingpartner liefern und dagegen vorzugsweise Rohstoffe und Lebensmittel gegen Kasse hereinnehmen, gibt die Elearingentwicklung überdies ein falsches Bild von unserer tatsächlichen Außenhandelslage. Die jetzt entstehenden Clearing« sorderungen an Deutschland sinh dank der stabilen Kaufkraft unserer Währung wertbeständig. Unseren Clearingpartnern erwächst daraus der Vorteil, daß ihre Guthaben bei der deutschen
fFortjetzung auf Seite 2)
blieb der Wert der Reichsmark stabil , und das Vertrauen des deutschen Volkes in die Wertbeständigkeit seiner Sparguthaben unerschüttert. Am Ende des Jahres 1942 hat die Deutsche Reichsbank den Erfolg unserer Geld- und Finanzpolitik dadurch sichtbar werden lassen, daß sie eine verhältnismäßig g e - ringe Beanspruchung durch das Reich und ein o_ ringeres Anwachsen des Notenumlaufs als im Vorjahre ausweisen konnte. Im neuen Jahre konnten die Bestände der Reichsbank an kurzfristigen Reichspapieren um rund vier Milliarden Reichsmark zurückgehen. Das deutsche Volk hat durch erhöhtes Sparen sein Verständnis zu dem im Kriege notwendigen Konsumverzicht unter Beweis gestellt. Die Spareinlagen der öffentlichen Sparkassen find im vergangenen Jahre um 15 auf 50 Milliarden RM geftiegen.
NSG. Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger bestch- tigte am Freitagvormittag die Nationalpolitische Erziehungsanstalt Oranienstein. Diese nationalsozialistische Erziehungsstätte deutscher Jugend stand zu wiederholten Malen im Blickpunkt der Öffentlichkeit, da aus 'ben Reihen ihrer Jungmannen zwei Ritterkreuzträger und zwei Träger des Deutschen Kreuzes in Gold her-^ vorgegangen sind.
Unter Führung des Anstaltsleiters nahm der Gauleiter Gelegenheit, die Einrichtungen der Anstalt kennenzulernen und einen umfaffenden Einblick in das llnterrichtswefen sowie die sportliche Ertüchtigung der Juugmannen zu gewinnen. Verschiedene Jungmannen berichteten von ihrem Arbeitseinsatz in Bergwerken, im Landdienst und KLV.-Lagern.
Im Rahmen einer kurzen Feierstunde sprach der Gauleiter dann über den Sinn unseres Beteiligen Freiheitskampfes. Er zeigte den Jungmann die eigentlichen Ursachen auf, die unsere Gegner veranlaßten, die Waffen gegen uns zu erheben. Der unbändige Haß, das unter Führung Adolf Hitlers aufblühende Deutschland auszurotten, war ihnen Grund genug, eine ganze Welt in einen blutigen Kampf zu stürzen. Es find zwei Welten, die hier aufeinanderstoßen. Die jungen Völker Europas unter der Führung Deutschlands erheben Anspruch aus einen gesicherten Lebensstandard ohne dauernde Bedrohung von feiten der jüdisch-
plutokratischen Mächte, deren einziges Ziel es ist, andere Völker auszubeuten, um so ein Schmarotzerleben führen zu können. Die Absichten unserer Gegner, vom Führer rechtzeitig erkannt, werden vereitelt werden, da ihnen eine einmütige Gemeinschaft des ganzen deutschen Volkes entgegengesetzt wird, die in dem ttn bändigen Glauben an den Fortbestand des Reiches ihren Weg geht bis zur endgültigen Vernichtung aller Gegner der Neuordnung Europas. So wie heute alles auf diesen einen Punkt abgestellt ist so wird auch die Erziehung ter Jugend auf neue Grundlagen auf- gebaut. Unter Heranbildung eines harten zielbewußten Willens wird eine Jugend erstehen, dte charaktervoll, mit gesundem Körper und gesundem Geist ihr Schicksal schmieden wird. Aus ihr werden die Führer des gesamten Volkslebens erstehen, die neue Wege gehen und ein Musterbeispiels für alle Völker sein werden Der Krieg wird in seiner Totalität auch die gesamte Jugend erfassen und ihr Aufgaben stellen, die sie mit der ihr eigenen Begeisterung meistern wird. In den Nationalpolitischen Erziehungsanstalten wird ihnen das nötige Rüstzeug hierzu vermittelt werden.
- Wenn die älteren Jahrgänge demnächst ihren Einsatz zugc wirsen bekommen, so können sie davon überzeugt sein, daß dieser, ganz gleich an welcher Stelle er erfolgt, notwendig ist Den Platz, der ihnen zugewiesen wird, auszufüllen in dem Bewußtsein den Weg für ein neues Europa freizumachen, wird das stolzeste Erlebnis der Jugend sein. Wenn alle Kräfte sinnentsprecheno eingesetzt werden, so wird die Zukunft Deutschlands den Stempel des größten Volkes aller Zeiten tragen. Die Jugend aber ist bestimmt, ihren Teil hierzu beizusteuern.
• Der Geld- und Kapitalmarkt ist außerordentlich flüssig. Dafür tritt das Problem der gütermäßig ungedeckten Kaufkraft in den Vordergrund; eine zwangsläufig mit jedem modernen Krieg verknüpfte Erscheinung. Bon Land zu Land verschieden sind nur die Auswirkungen dieser Erscheinung auf das inner« Währungsgefüge. Ein Spannungsausgleich auf Kosten der Preisstabilität und damit des inneren Wertes der Währung wurde verhindert durch eine umfassende Rationierung aller wichtigen Verbrauchsgüter, durch die staatliche Lenkung von Produktion und Absatz, durch Preis- und Lohnüberwachung, durch eine verstärkte direkte und indirekte Besteuerung, durch die Pflege des Sparwillens und durch die fortlaufende Abschöpfung der am Geld- und Kapitalmarkt verfügbaren Mittel zugunsten Joes Reiches unter gleichzeitiger Errichtung von Emissions- und Jnvestitionsverboten für nichtkriegswichtige Vorhaben.
Die Grundlinien unserer Währungspolitik haben sich bewährt. Dagegen ist es notwendig, die Methoden der Dynamik des Güter« sektots stets so anzupassen, daß die Stabilität der Währung unter allen Umständen gesichert bleibt. Wenn im Interesse einer Erhöhung der kriegswirtschaftlichen Produktivität die Spannung zwischen Verbrauchsgütervolumen und Geldvolumen weiter wächst, müssen die Maßnahmen zum Ausgleich dieser Spannungen verschärft und neue, noch wirksamere Methoden angewandt werden.
Di«» wird in Anbetracht bet jetzt notwendigen Mobilisierung neuer Arbeitskräfte und Energien für die Rüstungsproduktion geschehen müssen. Die Vorbereitungen find im Gange; sie sollen einer verschärften Abschöpfung überschüssiger Kaufkraft dienen. 3m Vordergründe jeder gesunden Äriegsfinonjiernng steht die Besteuerung. Die Tteuerkraft der deutschen Volkswirtschaft und de» deutschen Volkes ist noch keineswegs an ihrer Grenze angelangt. Das wachsend« Volkseinkommen läßt schon im Hinblick aus die zurückgehendeu L«r- brauchsmöglichkeiten eine stärkere Besteuerung z u.
Aus dem Gebiete der äußeren Währungs- und Wirtschaftspolitik bilden zur Zeit die Preis- und Währungsenlwicklung in verschiedenen kontinentaleuropäischen Ländern und die Clearingverschuldung Deutsihlands die Hauptprobleme. Die im Auslande eingetretenen Lohn- und Preissteigerungen sind nicht nur für die Währung und Wirtschaft der betreffenden Länder, sondern auch für die deutsche Kriegswirtschaft abträglich. Wenn wir bisher trotzdem davon abgesehen haben, das Kursverhältnis der Reichsmark zu den Währungen der von dem Preis- und Lohnauftrieb am stärksten BetfBffenen Länder zu ändern, so geschah dies in erster Linie, um unseren Clearingpartnern bei der
Stell dich in Reih und Glied, das Ganze zu verstärken, mag auch, wer’s Ganze sieht, dich nicht darin bemerken. Stell dich in Reih und Glied und schare dich den Scharen, und teilst du nicht den Ruhm, so teilst du die Gefahren!
Rückert.
