WiesbaÜMr Tagblatt
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Nr. 33
Dienstag, 9. Februar 1943
91. Jahrgang
Unüberwindliches Deutschland
Glühendes Bekenntnis der Partei-Führerschaft zur Größe der deutschen Aufgabe
Boni Führer empfangen
Aus dem Fübrerbauptquartier, 8. Febr. Auf Einladung des Führers begaben fick die Reichsleiter und Gaulerter im Anschluß an ihre Tagung am 7. Februar ins vauvtauartier. I
Im Verlauf des Zusammenseins sprach der Führer vor der versammelten Parteikührerlchaft über die militärische und politische Lage. In keiner Ansprache, die von größter Entschlokienheit und absoluter Eiegeszuver- licht getragen war. brachte der Führer die Gewißheit zum Ausdruck, daß die Härte der Zeit und der Geilt der unserem Volke aus ihr erwächst, der deutschen Nation eine ungeheure starke verleihen und sie unüberwindlich machen werden.
Der Besuch der Reichsleiter und Gauleiter beim Führer m »einem Hauvtauartier schloß mit einem glühendenBe- lenntnis der Parteiführerschaft zur Grütze der Aufgabe, die der Nation in ihrem schwersten Kampf gestellt ist.
*
■ US. Die Reicks- und Gauleitertagung mit ihrem umfangreichen Arbeitsprogramm, dessen Bedeutung die bekannt- gegebene Liste der Vortragenden widerspiegelt, ist ein Empfang der Parteifübrerschaft im Führerbauvtquartier gefolgt.^ Was der Führer in seiner Ansprache an die Reichsund Gauleiter bei dieser Gelegenheit zum Ausdruck brachte, die 8io6te Entschlossenheit und die absolute Siegeszuversicht, erfüllt das ganze deutsche Volk. Es weih, daß es unüberwindlich ist und cs weih, dak ihm der Endiieg sicher iit, wenn es alle Kräfte anspannt. Die organi- mtornchen Mabnabmcn hierfür sind geschaffen. Der Rahmen, den ne ziehen, wird ausgefüllt von dem Arbeitswillen des
Mit ganzer Kraft für den Sieg!
kehr im Hafen oon Kapstadt stark nackgelassen habe. Man baue den Haien zwar aus, doch müsse man sich fragen, was das für einen Sinn habe, wenn immer weniger Sckiffe in diesen Hafen einlaufen. Überall, ob in Kapstadt, ob in Südamerika. ob in Lordafrika. oder auf der englischen Insel selbst spürt man die Wirkungen des U-Voot-Krieges. Wenn nun der „Economist" nock schreibt, datz der Höhepunkt der U.-Boot-Bedrohung noch bevorstebe. so kann man iick unschwer vorstellen, datz Herr Churchill mit grohem Unbehagen der nächsten llnterbaussitzung entgegen« hebt, da man von ihm Erklärungen zu diesem äußerst heiklen Thema wünscht.
Die Alliierten befänden, so schreibt ..Economist" u. a.. fick heute in der eigentümlichen Lage, datz sie. selbst wenn sie den gesamten Schiffsraum der Welt besähen, nichts Entscheidendes gegen den Feind unternehmen könnten. Aus dieser Tatsache ergebe stck ihre Hilfslosigkeit. So viel man auch über ihre Produktionsftärke schreiben und reden möge, iie sei nickt entscheidend.
Monat für Monat seien die Sckiiisverluste ..katastrophal bock" gewesen, während immer neue U-Boot- Sckwärme die Meere für die anglo-amerikaniicke Sckiff- tabrt unsickerer machten. Man könne aber nickt nur eine zahlenmäßige Verstärkung der feindlicken U-Boot-Flotte sest- stellen. sondern auch eine Verbesserung und t e ck n i s ck e Fortentwicklung der U-Boot-Waffe selbst.
deutschen Volkes. Es mag für den einzelnen nicht immer ganz leicht lein, wenn er nun seine Beschäftigung wechseln muh. oder, wenn er gar zuck erstenmal in einem groben Betriebe steht und nun ein Rädchen in dem gewaltigen Uhrwerk dcrrstellt. Auch hier beiht es sicherlich für mancken die Obren stcifbalten. Aber keinen wird das aniechten. jeder weih, worauf es ankommt. Jeder weih, dah der Damm gegen die bolschewi st ticke Flut gebalten werden und dah die Bedrohung Deutscklands und Europas durch die vlutokratisch-bolschewinischen Friedensstörer ein für allemal beseitigt werden muh. Unsere Gegner lassen im übrigen gar keinen Zweifel daran, was sie uns im Falle eines vlutokratisch-bolschewistischen Sieges zugedacht haben. Sie lallen auch keinen Zweifel daran, dah sie in einem solchen Fall den europäischen Kontinent an die Bolsckewistcn auszuliefern bereit sind, gibt doch auch jetzt schon der dem Weihen Saus nabestehende US.-amerikanische Journalist L t p p m a n n den kleinen europäischen Staaten den Rat, fick der bolkckewistiscken Auhenpolitik anzusckliehen. denn London und Washington würden nickt eingreifen, um ihnen gegen Moskau zu helfen. Das ist ein Wort, das in den in Frage kommenden Staaten nickt ohne Unruhe ausgenommen wurde. Run. alles das was man uns zugedacht hat. Zwangsarbeit in den sibirischen Einöden, die Aufteilung Deuticklands und die anderen phantastischen, aber sehr ernst gemeinten Pläne, werden auf dem Papier stehen bleiben. Sie zeigen uns aber, bas es um das Ganze geht und dah jeder sein Luherstes tun muh, um solche Anschläge zu vernichten^ Dann abep. wenn alle Kräfte eingesetzt werden, wenn >,ront und Heimat eine verschworene Kampfgemeinschaft, bilden, wenn jeder einzelne an keinem Platz steht, kämmt und arbeitet, dann ist Deutschland unüberwindbar und des Endsieges sicher, wie es die Führeransprache an die Partenuhrerschaft unterstrich.
Ein Rückgrat aus Stahl
Zur totalen Kriegführung müssen alle Mittel und Energien, über die unser Volk verfügt, aufgeboten werden. Sie verlangt Kohle, Eisen, öl und Brot, Soldaten und Ar, beitskraft. Aber all das wäre toter Stoff, schwunglose Messe, wenn nicht ein fanatischer Wille, aus gläubigem Herzen geboren, sie regierte. Und auf das Herz, auf den Glauben, kommt es an. Er gibt uns ein Rückgrat aus Stahl, macht uns unempfänglich für das Wechselspiel des Zufalls, hart gegen die Schläge des Schicksals. Der Glaube an die Überlegenheit, unseres Volkes und an seine unzerstörbare Kraft, an die Berufung, das Reich zu vollenden, den Sozialismus zu erfüllen, an die Mission, eine Epoche des Friedens, der Gerechtigkeit und der fruchtbaren, schöpferischen Arbeit für Europa heraufzuführen. In diesem Glauben kämpften und starben unsere Grenadiere an der Wolga. Er gab ihnen die stolzen Worte, die sie in der Stunde hereinbrechender Aussichtslosigkeit den bolschewistischen Parlamentären zuschrien, ein: „Wir wollen keine Verhandlungen, wir wollenden Sieg!" Dieser Glaube, an der lohenden Fackel von Stalingrad entzündet, brennt in jedem deutschen Herzen. Mag das Heute schwer, das Morgen bitter sein, unser Glaube ist größer, unser Wille ist härter. Wir denken nur an die, die uns vorangingen. Wir arbeiten, wohin wir auch gestellt werden, mögen es nun 12 oder 14 Stunden sein. Und wir kämpfen, wenn der Ruf an uns herantritt. Sollten wir aber einmal müde werden, so steht vor uns ein Satz aus der Verlautbarung des Führerhauptquartiers über das Ende des Kampfes in Stalingrad:
Sie starben, damit Deutschland lebe!
Heinrich Karl Kunz.
Enttäuschtes Australien
Von Wilhelm Ackermann
Als vor Jahresfrist gleick in den ersten Monaten des ostasiatischen Krieges sich die militäriscke Ohnmacht des britischen Empire in ihrem erstaunlichen Umfang enthüllt hatte, als infolgedessen der Krieg den Dominien im Stillen Ozean bedenklich naberückte. so sehr, dah javanische Staats- männA in ihren Reden dem australischen Kontinent bereits eine Art Ultimatum stellten, da richteten sich dort und in Neu-Seeland die Blicke in verzweifelter letzter Hoffnung auf die Vereinigten Staaten, die ja in jenen Gebieten auck ihre Weltstellung zu verteidigen hatten. Und sie waren bereit, ihre Stunde zu nutzen und die erbetene Rettcrrolle zu übernehmen. Zwar standen sie zu der Zeit selbst nock in aus« srcktslosem Vertcidigunaskamvf auf den Philippinen, aber Australien und die umliegenden Inseln erschienen ihnen als natürliche strategische Ausnahmestellung, und so begann denn ihr Aufmarsck dorthin. Allerdings in einer etwas merkwürdigen Form: zunächst nämlich überreichte Roosevelt den bedrängten Australiern einen Oberkommandierenden in der Person des Generals Mac Arthur der dieserbalb im Unterseeboot seinen Posten auf den Philippinen heimlich verlassen und nach dem fünften Erdteil übersiedeln muhte. Dort wurde er. obwohl einstweilen ein Feldherr ohne Heer, mit Begeisterung und einer Serie von Festbanketten ausgenommen. und die bescheidene australische Armee unterstellte sick sofort seinem Kommando, und dann geschah eine ganze Weile nichts. Mit der Zeit kamen in gemächlichem Tempo ein paar amerikanische Truppenteile an. die mit ihrem breitspurigen Auftreten den Australiern mehr lästig als nützlich erschienen, und als die Javaner sich bereits in der unmittelbaren Räbe des Kontinents eingenistet batten, und die Hafenstädte unfreundlich aus der Luft begrüßten. tauchte nach und nach auch die USA.-Marine und -Luftwaffe auf. Es entwickelte sich ein nicht allzu intensiver Luftkrieg über
Neue Ritterkreuzträger des Heeres
Berlin, L- Fel>r. Der Führer verlieh das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an:
Oberst Georg Roste, Kommandeur eines Grenadier-Regiments, geboren am 8. Juni 1892 in Sera,
Oberstleutnant Richard Wolf, Kommandeur eines Grenadier- Regiments. geboren am 18. März 1894 zu Simmern (Moselland), Major Dr. Paul G l o g e r, Kommandeur einer Sturmgeschüh- Abteilung, geboren am 2. Avril 1896 in Trebnitz (Nieder- ichlesien),
Major Friedrich Warnecke, Bataillonskommandeur in einem Grenadier-Regiment, geboren am 25. November 1898 in Burgdorf (Osthannover),
Hauptmann Christian Martin. Kommandeur einet Panzer- läger-Abteilung geboren am 14. August 1909 in Freienhagen (Knrhessen), v,.„.
Oberleutnant Friedrich Sach», Kompaniechef in einer Banzer-Abteilung, geboren am 21. September 1915 in Schöningen (Kreis Helmstedt 1.
Arbeitseinsatz der männlichen Jugend Frankreichs
Bichy, 8. Febr. Durch eine Mitteilung im Staatsanzeiger wird der Jahrgang 192 3 der männlichen Jugend Frankreichs zur Ableistung einer achtmonatigen Arbeitsdienstpflicht einberufen. Die (Einberufungen finden am 1. März. 1. Juli und 1. November statt.
Höhepunkt der U-Boot-Gefahr steht noch bevor" (Eigener Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung)
as. Berlin. 9. Febr. Wenn innerhalb von 48 Stunden 30 Schiffe mit zusammen 201 500 BRT. als versenkt gemeldet werden konnten, so zeigt das am besten, dah die Engländer und Amerikaner allen Anlaß zur Sorge über die Entwicklung des U-Boot-Krieges haben. Dazu kommt, dah man in England mit. neuen Einschränkungen der Lebensmittelversorgung recknet. da die ange- fvannte Tonnagelags sick naturgeckKH auch auf die Zufuhren für die Insel auswirkt. Immer wieder aber sieht man Vt&f gleich, ob es sich nun um Schläge der deutschen U-Boote gegen den Rackfckub für die verschiedenen Fronten handelt, oder, wie im letzten Fall, um die Vernichtung eines für England selbst bestimmten Geleites, zu dem Eingeständnis genötigt, dah man über kein wirksames Abwehr- mittel gegen die U-Boote verfügt. Socke Erkenntnisse werden noch unterstricken, wenn beispielsweise ein englücker konservativer Abgeordneter, der eben erst von einer längeren Reife durch die USA. zurückkehrte, in einem englischen Blatte schreibt, was Amerikas Kriegsproduktion angebe, so nütze Re. wie groß sie auch immer sein möge, den Anti-Achien- mächten wenig oder nichts, solange es an dem nötigen Schiffsraum fehle, um das Material an die Kampffronten zu bringen. Vorläufig verroste noch viel in den Lagerhäusern und vieles ruhe unrettbar verloren auf dem Meeresgrund. Kennzeichnend ist im übrigen auck die Klage des südafrikanischen Verkebrsministers. dah der Sckiffsver-
,2n der Öffentlichkeit höre man oft. es könnten jetzt alle Krätte zur U-Boot-Bekämvfung eingesetzt werden. Aber was hethe „alle Kräfte"? Ihnen seien Grenzen gesetzt, und zwar zumindest durck die laufenden Nackickubtransvorte für Rordafrika und die Sowjetunion, die nickt auf einige Zeit kurzerhand eingestellt werden könnten. Kriegsschiffe aber, die die feindlichen Unterseeboote bekämpfen könnten, liehen stck nicht in wenigen Monaten aus dem Boden stampfen. Es seien aber gerade diese wenigen Monate, vor denen man stehe, die für die Anglo-Amerikaner die kritischsten. womöglich sogar die entscheidenden seien.
Fachleute fragten sich, ob die U-Boot-Gefahr im Augenblick ihren Höhepunkt erreicht habe. Fast jeder von ihnen verneine diese Frage. Der Höhevunkt der ll-Boot- Bedrobung stehe vielmehr noch bevor. Unterdessen müsse jeder zur Einsparung von Schiffsraum den Bauchriemen so eng wie möglich scknallen. ohne stch aber dabei einzubilden, dah diese defensive Maßnahme allein eine äußerst bedrohliche Situation retten könnte.
Die Reichs- und Gauleiter im Führer-
Hauptquartier *
Unser Bild: Der Führer begrüßt die Parteiführerschaft. Von links: Jordan. Eigruber. Hanke. Schirack Murr. Sprenger, hinter Murr Gauleiter Stürtz rechts von Sprenger Gauleiter Weinrich und Sckwede-Koburg.
Presse-Hoffmann (Wb.
kl
