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Wiesbadener Tagblatt
Dienstag, 2. Februar 1343
Deutschland - Sdiuftwall Emopas
zzSolange unser Volk und unsere Wehrmacht steht, ist Europa der Felsen, an dem sich die bolschewistische Blutwelle brechen wird".
Die Rede Hermann Görings
Berlin, 1 Febi Am sehnten Jahrestage der Machtergreifung hielt Reichsmarschall Garing eine Ansprache an die Wehrmacht, an die schaffenden Männer and Frauen der Heimat und an die Jugend Der Sreichsmarschall führte aus:
Meine Kameraden!
Ihr stehl heute hier als Abordnung der gesamten deutschen Wehrmacht Es sali dies ein Avvell sein, der sich am heutigen Tage an alle Kameraden der Wehrmacht richtet, wo immer auch sie in diesem Augenblick stehen und ihre Pflicht erfüllen. Ein Aovel. um jenes Tages zu gedenken, da das' Schicksal des Deutschen Reiches fich von Grund auf änderte, jenes Tages heute vor zehn Jahren.
Die damalige Lage kennt Jht alle am besten, und Millionen unter Euch hatten damals ebenfalls das ganze Elend zu fühlen, das auf dem deutschen Volk und in erster Linie aus seinen arbeitenden Schtchten lastete. Es war ein Tiefpunkt unserer Geschichte, so tief dah nur ganz starke Herzen noch an eine Wiederaufrichtung glauben konnten. Die Gegenwart selbst bot sich im grauen Elend dar. So galt es nun, für die Zukunft Hand anzulegen und ein neues Reich aufzubauen. Deshalb gedenken wir heute des Tages, weil dieser Tag eine Schicksal s- wende im Ablauf unseres weiteren Volkwerdens darstellt. eine Schicksalswende, an bei damals auch die kleine Wehrmacht, die Reichswehr, nicht vorbeigehen tonnte. Diese Reichswehr wurde von jenen Machthabern nur als eine Art parlamentarische Schutz- wache betrachtet. Sie dachten nicht einmal an die Möglichkeit, dah sie nach äugen gegnerischen Übergriffen entgegenzutreten hatte. Diese Reichswehr wurde nun umgebaut und zu einem gewaltigen Volksheer umgestalte t.„
Bei dieser Umgestaltung muhte von den Führern wie auch von den Geführten nun eines erkannt werden: dah dieses neue Volksheer auch nur auf der Breiten BasisderneuenVolks- gemeinschaft aufgebaut werden konnte. So wie wir im Volk eine neue Gemeinschaft der deutschen Menschen untereinander und zueinander schufen, so wurde das auch für die Kämpfer der neuen Wehrmacht notwendig. Man hat früher immer gesagt: „Um Gotteswillen, nur keine Politik in die Wehrmacht hineinbringen., das Reichsheer muh sich von jeder Politik fernhalten." Soweit es fich damals um jene lächerlichen tagespolitischen Erscheinungen handelte, war dies richi-g.
Aber, meine Kameraden, nur der kann kämpfen, der mit leidenschaftlicher Seele Anteil nimmt am gesamten Werden seines Volkes und vor allen Dingen an der Weltanschauung, auf Grund deren die grohe Politik gestaltet wird. Es ist unmöglich, dah ein Volk sich neu formt und auf der granitenen Unterlage einer Weltanschauung eint, die Soldaten aber drauhen stehen bleiben. Denn der Soldat ist ja nichts anders als ein Sohn des gleichen Balkes, der nur die Ehre hat, die Waffen für sein Volk tragen zu dürfen. Wenn es überhaupt in irgendeiner Gemeinschaft unseres Volkes notwendig ist, hart und kristallklar eine Weltanschauung in sich aufzunehmen und zu vertreten, so muh dies in erster Linie in dem bewaffneten Teil des Balkes, in seinem Balksheer und seiner Wehrmacht der Fall fein. Rur der, der hier zur Klarheit kämmt, nur der, der das Gedankengut dieser Weltanschauung, die unser Führer geschaffen hat, ganz in fich ausgenommen hat, wird auch jene letzte Kraft daraus empfangen. die fie zu geben vermag. Sie ist nicht eine Weltanschauung der Schwäche -der der Zerstörung. auch nicht eines beauemen Lebens, sondern unsere Weltanschauung gipfelt darin, dah da» Volk ewig ist und dah jeder «inzeltze verpflichtet ist, alles, aber auch alle», s e l b st s e i n Leben zu jeder Stunde für den Bestand seines B-Urs einzusetzenundzugeben.
Die Wehrmacht, unser Volksheer, kann nur bann eine Etnhett bilben, wenn die in bet nationalsozialistischen Weltanschauung grohgeworbene Jugend auch eine Führerschaft findet, die ebenso klar und ebenso fest auf diesem Fundament stehi und führt.
Immer und überall kann man eine Gefolgschaft nur beurteilen, wenn man ihre Führer sieht. Rach den Führern gestaltet sich die Gefolgschaft. Wir haben diese» Beispiel ja an uns selbst erlebt. Dasselbe Bolk. dieselben Menschen, die 4y, Jahre in allen Schlachten des ersten Weltkrieges gekampst und gefochten hatten, dieselben Menschen wurden nachher schwach, schwach bis zur Feigheit, ja bis zur Erbärmlichkeit. Zwei Jahrzehnte später wiederum sind dieselben Menschen fähig, ein neues Schicksal zu gestalten, werden fie wieder tapser. Allerdings strömt ihnen nun die Jugend hilsespendend hinzu. Sie werden wieder anständig. Und warum? Wir brauchen nur al» Spiegelbild die Führung anzusehen.
Ein Kampf der Weltanschauungen
In diesen zehn Jahren nun, in denen bet Aufbau der neuen Ration vorgenommen wurde, begann aber auch gleichzeitig der Kampf von auhen her gegen dieses Deutschland, bas soeben den Kampf im Innern beendet und fich wieder geeint hatte. Dieser Kampf von auhen gegen Deutschland ist ja nichts neues. Immer, wenn bas Deutsche Reich unter starker Führung stark und einig wurde, traf es jedesmal auf die gleichen Gegner. In einer wahnwitzigen Kurzsichtigkeit erkannten die Völker Europas nicht, dah Europa nur bestehen kann, wenn ein starkes Deutschland als sein Herz lebt Aber noch etwas Interessantes trat in Erscheinung. Die gleichen Gegner, die wir eben innerhalb des Reiches und Volkes Überwunden hatten, traten nun unter anderer Firmierung von auhen her wieder gegen uns an Die Pluiokratie. das heißt die Ausbeutung des arbeitenden Volker, der Bolschewismus, b. h. die Zerschlagung des Dolles und feine Versklavung und Verelendung. Beide führt und beide vereinigt der Jude! Und wie überhaupt jeder von Euch in diesem Kampf, bet zu einem zweiten noch gewaltigeren Weltkriege geworben ist. erkennen muh. haben wir letzten Endes in diesem Kriege einen Kampf der Weltanschauungen und der Rassen zu sehen. m . ..
Darum find in diesem Krieg die Weltanschauung und die aus ihr erwachsene Einheit von so großer Bedeutung und ganz besonders wieder von gröhter Bedeutung für uns, für die Kämpfer, für die Wehrmacht Denn fie soll uns ja die Kraft geben. Wir sehen es ja immer wieder, dah die Völker, die innerlich zerrifien iind. zwar zeitweise Erfolge davontragen könneii. aber letzten Endes doch versagen. Heute find, wir Deutsche durch eine Weltanschauung geeint, und wir vertreten diese Weltanschauung bis zur letiten Konseauenz. Vergessen mir., aber nicht. Von allen unseren. Gegnern gibt es auch einen, der durch eine Weltanschauung geformt ist. Und seien sie überzeugt, meine Kameraden, diese Sowjetunion wäre längst unter unseren Schlägen zulammengeb rochen. wenn fie nicht durch die brutale Prägung der Vertret et der bolschewistischen Weltanschauung tyrannisch zusammengehalten worden märe. Und damit stehen wir wieder heute nach außen, wie etnst im Innern, der gleichen Kampffront gegenüber. Letzten Endes sing der Kamvf im Innern ja damals auch nur gegen diesen Gegner. Diese lächerlichen bürgerlichen Parteien und ihre ganzen Mittäufer waren la des Kampfes gar nicht wert. Diese hm- und derschwankenden Gestalten zählten überhaupt nicht Rur einen Gegner hatten wir auch damals und das war der Kommunismus Das ganze Schicksal Deutschlands hing auch damals nur davon ab. welche dieser beiden Weltanschauungen, die der Zerstörung ober die des Aufbaues, siegen würde.
Heute geht es nun nm das gleiche nach außen, nur daß der Kampf heute in anderer Form geführt wird. Damm unter* schätzen Sie niemals, wie wichtig es ist. daß die deutsche Wehrmacht einen einheitlichen, festgefügten Block nationalsozialistischer Weltanschauung darstellt. Dann «erden wir auch bte Härteren sein, dann wird, ebenso wie im Inneren, auch hier dereinst das
siegreich« Hakenkreuz, das Zeichen unserer Ahnen, über dem Zeichen der Bersklavung emporsteigen. Und das ist ja letzten Endes der innerste Sinn diese» Kriege».
Als schließlich unsere Gegner glaubten, selbst stark genug zu sein und die phantastischen Hoffnungen auf erneute Revolutionen usw. im Inneren Deutschlands setzten, begann dieser entscheidendste aller Kriege. Auch hier brauche ich nur an die gewaltigen Schlachten, die einmaligen Siege in Polen und Mrwegen, in Holland. Belgien, in Frankreich, in Jugoslawien und Griechenland, auf dem Balkan, in der Luft, auf dem Meere und unter den Meeren zu er- inndrn. Überall siegten die deutschen Waffen. Und bas deutsche Volk begann zu glauben, dah die Siege eine Selbstverständlichkeit wären. Das Schicksal aber verschenkt so leicht nichts, und besonders nichts Grobes sondern hier macht das Schicksal die letzte Probe an den Völkern Damals glaubte nur unser Bolk — wir hatten ja überall gesiegt — der Krieg könne bald beendet sein. Den Osten aber sahen viele in unserem Volke als keine Gefahr an. Dort war soeben ein Krieg von einigen Monaten abgelaufen.
Ein kleines, ungeheuer tapferes und entschlossenes Bolk hatte fich des «rohen Ruhland» erwehrt. Rein äußerlich gesehen, war sehr schwer zu erkennen, dah der erst« Krieg der Bolschewisten gegen Finnland bisher vielleicht di« »röhte Tarnung in der Weltgeschichte gewesen ist. WLHrend di« Bolschewisten einig« Armeen in Finnland kämpfen ließen, und »war »um Teil mit veralteten Waffen, hatte er längst durch anderthalb Jahrzehnte di« gewaltigste Rüstung ausgebaut, bi« je ein Bolk hervorbrachte. Er konnte «». Denn dies« Rüstung war aufgebaut worden nicht mit freien Menschen au» innerer Berpslichtung heraus, sondern mit Sklaven. Er hatte es verstanden, sein Bolk zu versklaven und in da» tiefste Elend hinabzudrücken. Für den zivilen Bedarf wurde in der Sowjetunion nichts mehr hergestellt. Kaum »ab es Kleidungsstück«. Das gewöhnlich« Bolk Halle garnichts, was irgendwie das Leben verschönern konnte. Richt» al» EinheUsmütze. Einheitsrock. Sinhellshvse^ überall äußerste» Elend, leine Kaufläden, leine Industrien, die Schönes teilten, kurzum all da», was in einem kulturell hochstehenden Boll nun einmal vorhanden ist. All da» war längst verschwunden. Die gesamt« Industrie dieses Riesenreiches mit ihren ganzen Rohstoffen arbeitete nur für «in einziges Ziel. Allein in dem neuen
«ebiei Polens, das wir ihm überlassen muhten, hatte er fast tausend Flugplätze in Bau genommen.
Dies alles hörten wir. und dieses alles gab zu denken Unö da mutz man nun auch noch einmal einen tieferen Blick in die ganze Zielsetzung des Bolschewismus tun. Was ist denn für bte Sowjetunion überhaupt Europa? Wenn Ihr Euch bas gewaltige Reich anseht. das bamals von der Weichsel bis an den Stillen Ozean reichte wenn man das auf dem Globus steht und bann mit Europa vergleicht so mutz man sich wirklich einmal fragen, ob mit uns zu Recht einen eigenen Erdteil nennen. Diese Frage hat ein sowjetischer Offizier, bet Stalin sehr nahe stanb. ganz Har beantwortet. Er sagte: ...
»Europa, ja Europa ist ja bestenfalls eine grohe russische Provinz Europa, was ist es denn? Ein Konglomerat von unzähligen Staaten, die fich alle untereinander befehden. Äst die Schwei, Europa oder Schweden, ist Dänemark oder Frankreich Europa, oder Polen? Das alles hätte uns nie gestSrt Aber seitdem wir nach dem Westen drängen, hat sich tn diesem Europa stets ein Wall aufgetan und dieser Wall bestand aus Deutschen. Und die Deutschen waren es. di« uns di« Tür nach Europa bisher verwehrt haben. Alles andere bedeutet uns nichts, überwinden wir Deutschland, dann besitzen wir Europa."
Ich glaube, daß dieser Auffassung wohl keiner widersprechen kann. Immer und zu allen Zeiten ist Deutschland der Wall gewesen, an dem sich die östlichen Horden brachen Heute sieht nun Deutschland für ganz Europa auf äußerster Wacht Und ob nun in biejem Europa Bundesgenossen, Freunde, neutrale oder feindlich gesinnte Staaten find, im innersten muffen fie erkennen^ und es willen, daß, wenn dieses Deutschland zusammenbrechen würde, der Bolschewist ja nicht aus iifnerer Hochachtung etwa vor der schwedischen ober schweizerischen ober sonst einer Neutralität stehen bleiben würde. Der Bolschewismus würde im gleichen Augenblick Europa bis zur letzten Spitze durchrasen.
Später einmal werden diese Staaten das aussprechen, was sie heute innerlich wissen. Europa ist für den Bolschewismus ein Sprungbrett und für die Sowjetunion ein Anhängsel, aber beides erst dann, wenn es kein deutsches Bolk und keine deutsche Wehrmacht mehr gibt. Solange Bolk und Wehrmacht stehen, ist Europa der Felsen, an dem fich die bolsche- wisttsche Welle brechen wird.
Der schwerste, allerlchwerste Entschluß des Führers
Und nun. mente Kameraden, ob Feldmarschall oder Rekrut nun bitte ich Euch alle, einmal zu überlegen, in welcher Lage unter Führer war, als er mit feinem politischen Genius ganz klar diese tödliche Gefahr erkannte! Gewiß, es tarnen damals Schwächlinge und sagten: die Sowjetunion hat drei-, vier-, fünfmal so viel Panzer, zehnmal so viel Flugzeuge wie wir. Die Sowjet» univn hat soeben zum erstenmal deutschen Ingenieuren erlaubt ihre Waffenfabriken zu besuchen. Sie sind die größten, die man sich denken kann. Also um Eotteswillen, die Sowjetunion nicht antasten, sie nicht reizen! Das ist stets die Haltung bet Feiglinge. Und nicht umsonst wird der komische Vogel Strauß ber Vogel der Feigheit genannt Wenn sich eine Gefahr ihm nähert steckt er seinen Kops in den Sand. Wenn er die Gefahr nicht hört und nicht sieht, hält er sie für beseitigt. Und so gab es auch damals in Deutschland Leute, die, Vogel Strauß spielten. Dag dieses Vogel-Strautz-Spielen aber die Vernichtung Deutschlands bedeutet, das wollten fie ja weder sehen noch hören.
Entscheidend für das Abendland
Unser Führer stand nun vordem schwersten, aller- schwersten Entschluß seines Sehens, aber aud) per der geschichtlich bedeutendsten Entscheidung. Es »st ihm nicht leicht geworden, das deutsche Bolk in diesen Kampf zu fuhren. Mit seiner Klarheit, mit seinem Weitblick, mit feinem politischen und strategischen Ingenium wußte der Führer, daß dies der schwerste aller Kämpfe sein würde. Man hat in der Geschichte manche Schlachten und Kämpfe als entscheidend für das Abendland betrachtet. Man wird in kommenden Zeiten einmal festftellen ntu||en, daß es nur einen einzigen Entschluß gegeben hat. ber wirklich der entscheidendste für bas Abendland war. für bas Abendland mit seiner ganzen Vergangenheit seiner Kultur, ferner Große, ben unerhörten Werten, die seine Menschen geschaffen habem
Das war der Entschluß de» Führers fi» dteser Blutwelle entgegenzustemmen, um endlich da» zu vernichten. was sonst früher »der später zur Bernichtung Europas geführt hatte. Jedenfalls wird die Geschichte zum 22. Juni 1941 einmal feststellen müssen: Hier wurde der gewaUigstc. historisch bedeutendste, aber
auch kühnste und bewunderungswürdigste Entschluß von einem starken Herzen gefaßt.
Siegreich stürmte die deutsche Wehrmacht dann in ben sowjetischen Raum hinein. Da würbe unserer seit Jahren ununterbrochen von Sieg zu Sieg eilenden Wehrmacht die Schicksalsprobe gestellt Richt der Feind, sondern die Elemente erhoben s i ch und boten den siegreichen Truppen zum ersten Male ein Halt. Der eisige Winter des Ostens brach in unvorstellbarer Schärfe und Kraft herein. Viel« von Euch haben ihn erlebt, auch die Härte des Kampfes, auch da und hort auftretende Schwäche Aber auch hier war es wieder der Führer, der allen Schwächlingen zum Trotz mit feiner Kraft die Ostfront gehalten hat Und aus feiner Kraft und feinem Genie trat, nachdem die Welt im Winter 1941/42 glaubte. Deutschland sei im Osten schon niedergeschmettert, mit ben emporsteigendeii Sonnentagen die deutsche Wehrmacht »um neuen gewaltigen S t ob an und warf aufs neue den Gegner Schlacht auf Schlacht zurück. Kein Mensch hatte es für möglich gehalten, daß nach diesem Winter eine solche Offensive folgen würde. Sie ist tief, tief in den Raum der Sowjetunion hineingestoben. Sie hat dem Gegner uirersetzbare Hilfsauellen seiner Rüstung weggenommen. Dann kam im vorigen Sommer der Tag. da zum ersten Male deutsche Panzergrenadiere und Pioniere in die Hochburg von Stalingrad hineinstiehen und sich an der Wolga, diesem Schicksalsstrom Rußlands, fest- tlammerten.
Es folgte der zweite Winter im Osten, nicht in der gleicheit Strenge wie ber erste. Wenn auch der Winter nicht jenes Extrem erreichte, wie im vergangenen Jahr, so war er immer noch eisig genug, um alles, was sonst im Frühjahr, Sommer und Herbst sich regte, um alle Flüsse, Seen und Sumpfe wieder in eisigen Samt ju schlagen. Dort, wo man vorher mit einigen Kompanien halten konnte, weil vor einem der gewaltige Sumpf, bas breite Flußbett. ber weite See fich ausdehnte, war auf einmal Eis, und bas ganze Gelände für den Gegner wieder gangbar. Run standen die Kompanien nicht mehr hinter einem gewaltigen Naturhindernis, sondern jetzt konnte nunmehr ihr Mut und ihre Waffe das Hindernis für den Gegner fein. .
Der Gegner ist hart, in seiner Führung barbarisch
Und dieser Gegner ist hart. Er ist besonders in seiner Führung barbarisch hart Die Ausführung seiner Befehle wird in einer Form gefordert, daß selbst die technische Unmöglichkeit der Ausführung den Tod bedeutet Dem rufiischen Volk — prügelgewohnt und unter der schweren Faust feiner -0 rann en ächzend — war das nichts neue». Wenn unsere Flieger Bahnhöfe und Geleise durch ihre Bomben zersprengten, dann holte der Bolschewist nicht erst große Eisenbahnbauzüge heran oder Soldaten, bann schlug ber Herr Kommissar mit einem Zirkel einen Ärets von 20 Kilometer um diese Stelle, und in wenigen Stunden wurde in diesem Kreis alles, was da an Menschen lebte — ob Greise. Frauen oder Kinder — mit der Ragaika an diese Stelle zur Arbeit zusammengetrieben. Ihre Werktage mußten sie mitbringen, hatten sie keine, dann mußten fie ihre Hände zerschinden. Der Kommissar fümmetle sich nicht darum, ob Versorgung, ob Trans- vorttnittel bereit gestellt waren: das alles war ihm gleichgültig. Wer aufbegehrte, bekam die Peitsche. Wenn einer vor Erschöpfung hinsank, bekam er die Kugel.
Der letzte verzweifelte Versuch
Und doch konnte der Bolschewist auch mit den brutalsten Methoden seine Rüstung nicht mehr ausrechterhalten. In weitestem Umfang waren ihm die beiden Grundvoraussetzungen — Kohle und Eisen — genommen. Er mußte also, wenn er den Kampf sortsetzen wollte, koste es. was es wolle, ben Bersuch machen, seine Kohlen- und Eisengebiete »uruck- luetobetn. So sehen wir. wie er rum letzten Male eine allerdings gigantische Anstrengung macht, neue Divisionen werben ausgestellt, andere werben aufgefüllt. Aber es sind nicht neue Jahrgänge, die jubelnd zu den Fahnen eilen, nein, mübe Steife. 18jährige Jungen werden in die vordersten Kampsbataillone eingereiht. Aber hinter diesen Kampfbataillonen werden die Maschinengewehre der Kommissare verdreifacht und vervierfacht, und so wird der sowjetische Soldat in den Tod hineingeiagt. Was macht es schon Herrn Stalin aus. ob er Hekatomben von Toten zu opfern hat
Wir haben jetzt ein wahres Bild der sowjetischen Verluste, die zu gegebener Seit bekanntgegeben werden. Ein Schauer lauft einem den Rücken herunter, wenn man diese Verlust« sieht. Das Menschenmaterial, das die Sowjetunion noch Mir Verfügung hat. ist unterernährt und friert Trotzdem wirb das letzte aus ihmherausgeholtDie Panzer find viel schlechter geworden, aber fie find wieder zur Stelle gewesen. Der Bolschewist kennt keine Ruhe, er läßt seinem Volk keine Ruhe. Was bedeutet es für ihn. wenn die Menschen bei der Arbeit vor Erschöpfung umllauoen Das alles ist ihm völlig gleichgültig. Durch dieses Rußland knallen ununterbrochen Peitsche und Pistole.
Mik den gewaltigen Mafien, die er nun für diesen Winter noch rusammengetrieben hat, brach er da und dort in Stellungen
ein. Er hatte ja da» letzte herausgeholt und alle» znsammengefaßt- um überall, wo ihm irgendwie die Gelegenheit günstig erschien, anzugreisen. Ich bin aber bet Überzeugung: Da» ist auch das letzt« Aufgebot, die letzte Reserve, die nur herausgeauetscht werden konnte, weil eben diese Härte schon keine Hätte mehr ist, sondern eine Barbarei, weil eben der Bolschewist da» Menschenleben überhaupt nicht mehr achtet. Da» find für ihn nur Lebewesen, die er zur Durchsetzung seiner Siele braucht. Diese Führung ist brutal bis zum Äußersten. Und ttotzdern: Wir haben ihn bisher geschlagen, wir werden ihn auch wieder schlagen. E» gilt letzt, seinen Blau, sich wieder in den Besitz seiner Rohstoffe an setzen, zu vereiteln und ihn znrückzuschlageu, und da, geschieht dort, wo es entscheidend darauf ankommt.
Das Heldenlied von Stalingrad
Aus all diesen gigantifchen Kämpfen ragt nun eletib einem gewaltigen Monument der Kampf nm Stal iugrad heran». Es wird der größt« Heroenkampf tU »»!«« Geschuht' bleiben. «-» dott jetzt nnsere Grenadier«. Pioniere, Artilleristen. Flakartilleristen und wer sonst in dieser Stadt ist, eem General bis »nm letzten Mann leisten, ist einmal. MU ungebrochenem Mut. und doch zum Teil ermattet und erschöpft, kämpfen sie gegen eine gewaltige Übermacht um jeden Block, nm leben Stein, nm jebes Loch, um jeden Graben. Wir kennen ein gewaltige» Heldenlied von einem Kamps ohnegleichen, e» heißt »Der Kampf der Ribelungen". Auch sie standen in einer »alle voll Feuer und Brand, löschten den Durst mit dem eigenen Blut, aber Re kämpften bis zum Letzten. Ein solcher Kampf tobt heute dott. und noch in tausend Jahren wird jeder Dentsche mit heiligem Schauer von diesem Kamps in Ehrfurcht sprechen und fich erinnern. daß dort ttotz allem Deutschlands Sieg entschieden worben 'st.
Europa beginnt jetzt vielleicht ,u verstehen, was dieser Kamps bedeutet. Europa und nicht zuletzt die Staaten, die heute in einem neutralen Wohlleben noch dahindämmern. lernen nun begreifen. daß diese Männer, die todesmutig dott noch bis Mim Letzten Widerstand leisten, nicht allein Deutschland, sondern di- ganze europäische Kultur vor der bolschewistischen Bernichtung rttten. England war nie fähig, für Europa einzutreten. England hat sein Imperium gehabt, das wir ihm zu allen Zeit-n gegönnt haben. England war nie eine Macht, die für europäische Interessen mit eigenem Blut auf dem Plan erschien. In diesem Augenblick aber übt England den gewaltigsten europäischen Ber rat. ben gewaltigsten Verrat am Schicksal des Abendlandes.
Druck und Verlag: L Schellenberglche Buchdrucker«! Wiesbadener Tagblatt, Wiesbaden GesanNleitung: Dr.M.babg.<Lustav Schellenberg und Otto Steifer. Haupt Idjrtftleiter: Friß «iinther sLmtl tn Wiesbaden Zur Zeit tft Preisliste Str. 10 gültig
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